1908 / 9 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

i der Landwirtschaft, 2. Teil. Maschinentechnische Uebungen aag E Feldmefsen und Nivellieren für Landwirte. orstmeister Kottmeier: Waldbau. Forstliche Betriebelehre. Forfilice Exkursionen. Gartenbaudirektor Lindemuth: Gemüse- au. Zoologe Dürigen: Geflügelzuht. Praktikum für Ges

ügelzudt. - : E 2) Naturwissens<haften.

l sik und Meteorologie. Prof. Dr. Börnstein: G e 2, Teil: Licht, Elektrizität. Dioptrik. Hydraulik. Physikalishe Uebungen. Privatdozent Dr. Leß: Ueber die jewei- ligen Witterungsvorgänge. Meteorologische Uebungen. Einführung

in die Klimatologie. i: W E n aus Technologie. Prof. Dr. Buchner: feter, bli> der organischen Experimentalhemie. Theorie der Gärung, mi Erperimenten. Chemische Uebungen. di <emis<es De um. Kleines <emis<es Praktikum. Geh. Neg.-H, Prof. M Que Grundzüge der anorganishen Chemie. Honorardozent Dr. Nef en- \@e>: Repetitorium der Chemie. Privatdozent Dr. e beimer: Anleitung zu <hemishen Schulversuhen. Po r. Herzfeld: Zulerfabrikation. Privatd: zent Dr. Ehrlich: Teh- nis<he Gas8analyse und Kalorimetrie mit praktishen Uebungen. Ge

i logie, Geologie und Bodenkunde. t Reg al de 5 Gruner: Grundzüge der Geologie. Die wichtigsten Bodenarten mit Berü>sichtigung ihrer rationellften Kultur. Geologie mit Bezug auf die Aufsuchung, Beschaffenheit und Que barkeit des Wassers. Demonstrationen im Museum. Praktische Ar- beiten im mineralogis<h-bodenkundlichen Laboratorium. Geologish- d lihe Exkursionen. _ E . E eukuntle Str und Pflanzenphysiologie. Geh. Reg.-R., Prof. ‘Dr. Kny: Erxperimentalphysiologie der Pflanzen. Praftikum für Pflanzenpbysiclogie und rie dh) A L A d {ri im botanishen Institut. Geh. Reg.-N., Prof. Vr. Via Ei Systematishe Botanik, mit besonderer Berücksichtigung der Nug- und Zierpflanzen. Grâfer und Futterfräuter ; Bestimmung der fulturtehnis< wihtigen Pflanzen. Züchtung der Buliurysigunzen. Botanische Exkursionen. Privatdozent, Prof. Dr. Kolkwig: All- gemeine Süßwasserbiologie. Privatdozent Dr. Magnus: Botanisch- mikroskopisher Anfängerkursus. Botanisches Repetitorium. S e. Zoologie und Tierphbysiologie. Prof. Dr. Pla i MWirbeltizre, einschließli4 Geschichte der Haus iere. Zoologi chet Praktikum. Führungen im zoologischen Garten. Reg.-R., MEo!: Dr. Rörig: Ueber die der Landwirtschaft nüßlihen und hädliden wirbellosen Tiere. Entomologische Exkursionen. Prof. Dr. Schiemen3: Fishzuht, 2. Teil. Fischereiliche Süßwasßserbiologie. Fischereibiologische Uebungen. Fischereibiologishe Cxrkurfionen. Geb. Reg.-R, Prof. Dr. Zung: U-zberbli> der gesamten Tier- pbvsiologie. Tiervbysiologishes Praktikum. Ueber unsere Sinne, mil besonderer Berücksichtigung von Schme>en und Riechen. Arbeiten im tiervbysiolo.ishen Laboratorium ur Vorgeschrittenere. Privat- dozent Dr. Caspari. Physiologie der Grnährung. Honorar- dozent Dr. Cronheim: Ernährung der Teichfische. 3) Tierhbeilkunde. S Prof. Dr. Fröhner: Innere Krankheiten der Hauskiere. E 4 Aeuß?re Krankheiten der Haustiere. Prof. Dr. S{mal$8: Geburtsfunde der Haustiere. Oberroßarzt a. D. Küttner: Hufbeschlagtlehre. | 4) Rehts- und Staatswissenschaft.

f. Dr. Auhagen: Nationalökonomie. Landeskultur- und ut Staatswifsenschaftlihes Seminar. Prof. Dr. Faß- bender: Gesichtspunkte für den Handel sverkehr des Landwirts im Einzel- und Gesellshaftébetriebe. Einführung in das landwirtshaft- liche Genofsenschaftêwe]en.

5) Kulturtehnifk.

ebeimer Oberbaurat von Münstermann: Kulturtecnik. Gnt-

es L itenil@er Anlagen. Geheimer Oberbaurat Nolda: Baukorstruktionslehre. Erdbau. Wasserbau. Entwerfen von Bau- werken des Wege- und Brü>kenbaues.

6) Geodäsie und Mathematik.

. Reg.-Rat, Prof. Dr. Vogler: Praktis<e Geometrie. a A leeidn Ausgleihuncsre<nung. Meßübungen, gemeinsam mit Prof. Hegemann. Prof. Hegemann: Geo- graphishe Ortébestimmung. Uebungen im Ausgleihen. Zeichen- übungen. Geh. Reg.-Rat, Prof. Dr. Reichel: Analytishe Geo- metrie und böbere Analysis. Algebraische Analysis. Trigonometrie. Uebungen zur Analyfis. _Mathematische Uebungen. Uebungen zur analytishen Geometrie und Elementarmathematik.

gi i i 5. April; der Beginn der Beginn der Immatrikulation am 15 [; g Vorlejungen wird seitens der Dozenten dur< Arschlag am schwarzen

Brett bekannt gemaht. Programme sind durch das Sekretariat zu

erhalten. Berlin, den 8. Januar 1908. A Der Rektor.

Dr. Zunßt.

Personalveränderungen.

Königlich Preußis<he Armee. Beamte der Militärverwaltung.

Verfügung der Feldieugmeifsterei.

Dur ] T ® nit dem 1. Januar 1908 werden ernannt :

zember.

meister, Lat, Meister Reichsbeamter auf Kündigung Art. Werkstatt in Straßburg i. Els, zum etatsmäß. Meister.

23. De- Glidt,

äß. ister bei der Palverfabrik in Spandau, zum Ober- etatsmäß. Mei P , E

Nichtamtliches.

Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 11. Januar.

Die vereinigten Auss<hüsse des Bundesrats für Zosp

UuUS-

{üsse für Zoll- und Steuerwesen und für Handel und Ver- Bali Abdessalam zum Vizekönig bis zu fehr sowie der Ausshuß für Zoll- und Steuerwesen hielten

und Steuerwesen und für Justizwesen, die vereinigten

heute Sißungen.

Der Königlich bayerishe Gesandte Graf Lerchenfeld- gsferiná ift ad Berlin zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder übernommen.

Der Regierungsassessor Gamp in Münster ist der König-

lichen Regierung Düren dem Landrat

Münster dem Landrat des K | in den landrätlihen Geschäften zugeteilt worden.

in Liegniß zur weiteren dienstlihen Ver- wendung überwiesen, der Regierungsassessor Dr. Banke in des Kreises Euskirchen, der Regierungs- assessor von Oesterreich aus Düsseldorf dem Landrat des Kreises Westprigniß und der Regierungsassessor Kramer aus des Kreises Sonderburg zur Hilfeleistung

Laut Meldun vorgestern in Ri 922. Januar von in See.

Im ungari

wie im Vorjahre.

ufolge, olizei in

und der verfügb der Polizeitru

heißt: für 6 374 900 Frar worden. 1 keine antere Verpf

domäne selber cebunden sei. Es

die, die si<h aus Felder der Kron

cheinli<h in wolle aus die Einkünfte de Arbeiten,

Squlfolonien,

werkes in Belgisch- daß der Gründer

kommen getroffen

501/4 Millionen vom 1. Januar das Kilogramm

Zwischen d (Regierungspar die Mehrheit i ein Uebereinkom meine, gleiche K gleich befürwort

Frauen

reht verliehen ein Drittel der Hälfte der Plä

in Casablanca Dank des Su

wünsche zur

ie ein

Ankunft.

S. M. S. „Luchs“ is vorgestern in Pakhoi eingetroffen und gestern von dort nah Bangkok in See gegangen.

Landesverteidigungsminister die Vorlagen, betreffend Fest- C ina und Bewilligung des Rekrutenkontingents

ü s Jahr 1908, ein. l t 1 f DE L „W. T. B.“ meldet, in der gleichen Höhe

3 Ministerium des Auswärtigen gibt, „W. T. B.“ M bekannt, daß der spanische Instruktionsoffizier der Tetuan ihm mitgeteilt habe, der Pasha habe ihm erflärt, daß man angesichts der gegenwärtig herrshenden Ruhe

Die Regierung ] Antwort -auf verschiedene Fragen eine Denk} Krondomäne übermittelt,

Im Jahre 1906 sei für Re<hnung der Krondomäne an Kautschuk Nah dem Angliederungs8vertrage fortzuseßen,

j g der Steuern in Arbeit sowie Zwang?arbeit schon geregelt sei. bt frklichkeit gâbe es feine unfreiwillige persönliche Leistung als

illi Franc f das Vierfahe erhöhen könnte, illionen Francs, der si< aber auf das Vierfac Ae Kautscufksvprößlinge au8gebeutet werden könnten, was wahr-

etwa E y | ] der Krondomäne keine persönlihen Vorteile ziehen;

wohltätigen i : von Eingeborenenshulen in Belgish-Coago, ferner zur Errihtung von Har dwerkershulen und Krankenbäuscrn. e werden, unter Umständen sollten bedeutende Summen, zur Bekämvfung

der Schlaffrankheit und zur Unterftüßung

i Ind seit Unterzeihnung des Angliederungsvertrags _nicht mehr abändern ata es P daß zwischen den Vertragsstaaten ein neues Ab-

Die auf Betreiben der- Zivilagenten beschlossene

anisation der mazedonis lize) 2 beil a K. Telegraphen-Korrespondenzbureau“ zufolge, fort. Dieser Tage wurde in Saloniki die neuerri<htete Polizeishule unter Leitung eines {hen Majors eröffnet.

n der gestrigen Sißzung des Staatsrats wurde der Gtaisvoranihlag für das Jahr 1908/09 genehmigt. Nach iht des „W. S und 125 250 000 Kronen Ausgaben vorgesehen, was einen Uebershuß von 250 000 Kronen ergibt. außerordentlichen l Eisenbahnbauten gefordert.

des allgemeinen gleichen Kommunalwahlre<hts für Männer und über 25 Jahre. portionalen Wahlmethode vorgenommen werden. l Wahlen zu den höheren Kommunalämtern auf dem Lande soll den größten Steuerzahlern ein privilegiertes direktes Wahl-

Nach einer Meldung des „W. T. B.“ ist der Gouverneur von R Mulay el Amid, ein Onkel des Sultans, gestern

ntervention der französischen Truppen und zugleich die Glü>- 3 Einnahme der Kasbah der Mediunas zu über- mitteln. Mulay el Amid fügte hinzu, Frankreih müsse in Vollendung des begonnenen S. De E be- Ï , bis ihr leßter Widerstand gebrochen sei. tnpen Se Blatt aus Tanger meldet, ist Mulay afid in Fes zum Sultan ausgerufen worden und sein

g des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Bremen“ o de Janeiro eingetroffen und geht am dort nah Port of Spain auf Trinidad

Oesterreich-Ungarn. i schen Abgeordnetenhause brachte gestern

Das geforderte Kontingent be-

Spanien.

aren Kräfte nunmehr zur Rekrutierung ppe schreiten könne.

Belgien. H hat der Kolonialfkommission als schrift über die in der es, „W. T. B.“ zufolge,

für 152 978 Francs verkauft habe der belgishe Staat als die gegenwärtige Ausbeute der Kron- ohne daß er an ein bestimmtes System wenn man glaube, daß die Ents-

cs und an Elfenbein

li<tung,

sei ein Irrtum,

Die

der Verpflichtung zum Kriegsdienst herleite. T ä Don

domäne érgäben zur Zeit einen Gewinn 18 Jahrea der Fall sein werde. Der König

zu offentliYen iSründung

vielmehr

r Krondomäne sollten Werken, zur

und fozialen verwendet

des fka1holishen Missions- Zum S&luß erkiärt die Regierung,

Congo dienen. r Charakter der Krondomäne

des Congostaates den

würde. Türkei. N e-

en Polizei schreitet,

,

belgishen Hauptmanns und eines türfi-

, No*wegen.

T. B.“ sind im Etat 125 500 000 Kronen

Bei den Ausgaben werden 7 392 800 Kronen für Die Zolleinnahmen find auf Kronen veranschlagt. Ferner ist vorgeschlagen, 1909 ab den Zud>erzol um fünf Dere für zu ermäßigen.

Dänemark. en Freikonservativen, der linken Reformpartei tei) und der gemäßigten Linken, die zusammen n beiden Kammern des Reichstags haben, ist men hinsihtlih des Gesegentwurfs über das allge- ommunalwahlrecht erzielt worden. Der Ver- et, laut Meldung des „W. T.B.“, die Einführung

Die Wahlen sollcn nah der pro- Nur bei

werden, jedo< sollen die direkten Wähler nur Wahlmänner bilden, während sie bisher die be innehatten.

Afrika.

eingetroffen, um dem General d’Amade den t an die französishe Regierung für die

Mulay Hafids

tags und des

weg und der

eines Sche>kge

Gesebßbuc<s

Die Sthlußberichte über die gestrigen Sißungen des Neichs-

der Ersten und Zweiten Beilage. Die heutige 77. Sißung des Reichstags, welcher der Staatssekretär des Jnnern

ding beiwohnten, eröffnete der Pr( berg-Wernigerode mit der Mitteilung,

Auf der T entwurfs wegen Aenderung des

Parlamentarische Nachrichten.

auses der Abgeordneten befinden sih in

Dr. von Bethmann Holl- Staatssekretär des Reichsjustizamts Dr. Nieber- Präsident Graf zu Stol- daß der Entwurf s i igen sei. - s R die erste Lesung des Geseß-

zordnung stand - i Tages g] S 833 Bürgerlichen

betreffend die Abänderung / O hentrfen des Deutschen Reichs vom 6. April

1892, zugegangen :

wendung hat sich die Funkentelegraphie unter ihrer tehnishen Vervollkommnung fo entwidelt, daß ; für die Marine, das Landheer und die allgemeine Verkehrs8telegraphbie tbehrlich ist. Das Hauptfeld ( ] / ee es, daß T weite Entfernungen hinaus die Landstationen mit den auf der Fahrt befindlichen O und die Schiffe auf hober See untereinander in Verkehr treten können. zéflotten Länder wetteifern Ma S, Res) e Funfkentelegraphie in immer weitergehendem Maße nußbar zu maen. Bone ) L etARas überhaupt ni<t mebr thre Aufgaben erfüllen uh in der Handelt flotte, [ pee anda nimmt die Zahl der mit Funkentelegravhenstaiionen augerüsteten Schiffe ständig zu. Im Binnenlande ist das Anwendungs- gebiet der Fantenelegre beschränkter ; \hon von großer ] t n hier Interessen der Landesverteidigung in Betra®t; nicht nur für die Ver- indung der e : c in Gelände für die Verbindung der Truppenteile unt-reinander und mit ihren höheren Befehlshabern ist die Funkentelegraphie dem Land- ere von unshäßbarem E l edeutung 1 e Funkeutélegrabhié zukommt, sind zwei Vebelstände în erheblihem Maße zu beeinträhtigen geeignet, die mit der Eigenart der Funken- telegraphie verbunden sind. graphie werden nur die an die \<lofsenen Apparate L E; iten sih die von der ion entfan O e im Raume aus und beeinflufsen niht nur die Empfangs- station, für die

Als erster Redner ergriff der Staatssekretär des Reichs-

justizamts Dr. Nieberding das Wort, dessen Ausführungen übermorgen im Wortlaut mitgeteilt werden werden.

i ift folgender Entwurf eines Geseßzes, Dem Reichstage ist folgender Entwurf eines Gesehes,

Einziger Artikel. : Das Gese über das Telegraphenwesen des Deutschen Reichs

vom 6. April 1892 (Reichsgejebl. S. 467) wird dahin geändert :

3 erhâlt folgenden Abf. 2: 7 Der rie BelecraEEbaaleE, welhe ohne metallische Verbindungéleitungen Nachrichten vermitteln, dürfen nur mit Genehmigung des Reichs errichtet und betrieben werden. 2) Hinter $ 3 werden folgende Vorschriften eingeschaltet : i 8 3a. Auf deutschen Fahrzeugen für Seefahrt oder Binnen- shifabrt dürfen Telegraphenanlagen, welche ni<t auss{ließli< zum Verkehr innerbalb des Fahrzeugs bestimmt sind, nur mit Genehmigung des Reichs errichtet und betrieben werden. S 3H BEE Me S trifft O a dn von Telegraphernanlagen auf fremden r : Sceiabrt die Binnensiffahrt, welche sich in deutschen Hoheits- ewalern t fol den Ab. 2: 3) : olgen ¿2 L : 2 “A Vorschrift des Abs. 1 Say 1 findet auf Telegraphen- anlagen der im $ 3 Abs. 2 bezeichneten Art keire Anwendung.

In der Begründung wird u. a. E aa

C I Gi Vi eitraum ihrer praftis<en An- In dem verhältnismäßig kurzen Beitr stetigem Fortschreiten le hon jetzt

ibrer Anwendung liegt auf dem Meere;

Die Kriegéflotten aller

Ohne fie würde die Marine kförnen.

namentli unter den großen überseeishen

sie ist jedo<h auch hier jeßt Wichtigkeit, In erster Linie kommen hier die

Festungen mit ihren Foris und anderen Orten, sondern

Werte. Die hohe Bedeutung, die bizrnah

Bei der gewöhnlichen elektrishen Tele- metallis<he Verbindungsleitung ange» bei der Funkentelegraphie hingegen ebestation entsandten Wellen nah allen

das Telegramm bestimmt ist, soadern auch andere in ihrem Wirkungskreise vorhandene Ewpfangs- stationen, die auf eine Welle gleiher oder ähnlicher Länge abgceftimmt find. Hierdur< wird es einerseits ermögliht, daß diese andexen Emvfargéstationen die telegraphischen Zeichen unbefugt guslangen können, anderseits tritt, wenn mehrere Gebestationen _gleihze t arbeiten, eine Stôrung der verschiedenen, gleich oder ähnlih ab- gestimmten Empfangsstationen ein, da hie die Zeichen der Veieren Gebestationen wirr dureinander erhalten. Diesen Uebelständen läßt si< wirksam nur begegnen, wenn der gesamte funkentelegraphishe Verkehr unter Einwirkung des Reichs einheitlih nah festen Regeln gestaltet wird. Hierzu aber ist ein gesetgeberishes Eingreifen er- forderlih.

Statistik und Volkswirtschaft.

Statistik der Reihstags8wahlen.

i raänzungsheft zum IV. „Vierteljahréheft zur Statistik des Dei E 1907, enthält als dritten Teil der im Kaiserlichen Statistishen Amt bearbeiteten Statistik der Neichstags- wablen von 1907 die Ergebnisse der ersten, ordentlichen Wahl am 25. Januar 1907 in den einzelnen Wahlkreisen (Tabelle V), în_ den Staaten und Landeéteilen (Tabellen V a, b und c) nah Ortégrößen- fiafsen und in Tabelle VI die Wahlergebnisse in den Großstädten (100 000 Einwohner und darüber) Das Heft bildet den Sluß der Statistik der Reichstagswahlen von 1907 und wird den Abonnenten der Vierteljahrshefte unentgeltlih geliefert, ist aber au einzeln zum Preise von 1 dur<h den Buchhandel e: hältlih. Die Gliederung der Wahlergebnifse ist na drei Ortsgrößenklafsen erfolgt. n Klasse a sind diejenigen Ortschaften zusammenge aßt, die na< der Bolkszählung am 1. Dezember 1905 weniger als 20900 Einwohner hatten, in Klasse b die Octshaften mit 2000 bis unter 10 000 Einwohner, in Klasse c die Ortschaften mit mindestens 10 000 Einwohnern, die außerdem (in Tabelle V) namentli aufgeführt und einzeln nah- gewiesen find. Die Wablbeteiligung beläuft gut in Ortegrößen- flafse a auf 85,2, in Klasse b auf 84,3, în Klafse c auf 84,2 und in den Großstädten zusammen auf 83,2 v. H. der Wahlberechtigten. In einzelnen Grofßstädten blieb die Wahlbeteiligung noh< erhetli< unter diesem Durchschnitt zurü>; es erschienen in München nur 71,6, în Charlottenburg 73,8, in Danzig 74,6, in Cöln 77,0 urd in Berlin 775 v. H. der Wahlberechtigten an der Wahlurne. Nach Orts- arôßenklafsen verteilen sih die abgegebenen gültigen Stimmen auf dîe Parteien, wte folgt:

Von 100 abgegebenen gültigen Stimmen entfallen:

“auf Kandidaten folgender Parteistellung

|

in A | Ortsgrößen- fasse

National- liberale Zentrum Sozialdem Antif., Bd. d. Ldw. usw Andere Parteien

a | 2 | 24,1 b | 22,9 C 4] U 12,3 |

in Großstädten 8 | 13, 9,3 | im Reich 14,9 | 19,4

_

L ooo

a

j O j 01 O

-

b O5

cen

O

_

Zur Arbeiterbewegung.

Dem neugegründeten Kartell der Arbeitgeberverbände für das Baugewerbe Groß- Berlins sind, wie die „Post mitteilt, bereits vierzehn Vereinigungen der verschiedensten baugeweik- lichen Berufe anges<lossen. Cine weitere Stärkung findet dieser Zusammensbluß durh ein no< im Stand ter Verhandlungen befindliches Uebereinkommen mit d-en Groflieferanten für das Baus gewerbe, ‘das binnen kurzem abges<lofsen sein wird. Diese Verträge \haffen für das Baugewerbe eine Gewähr, die bei den zukünftigen

(Haftung des Tierhalters).

Kämpfen von großem Wert für alle Beteiligten sein wird.

‘Die

Wohlfahrtsþpflege.

Die Vertoaltung des Deutschnationalen Handlungs- gehilfenverbandes (juristishe Person) in Hamburg hat an- gezeigt, daß der Verband mit Genehmigung des Kaiserlihen Aufsichts- amts für Privatversfiherung den Betrieb der Versicherung gegen Stellenlosigkeit in Preußen aufgenommen habe.

- Kunft und Wissenschaft.

Das Königliche Institut für Meereskunde, Georgen- ftraße 34—36, veranstaltet in der kommenden Woche, Abends 8 Uhr, folgende ôöffentlihe, Herren und Damen zugänglihe Vorträge: Am Dienstag spri<ht der Dr. Vogel-Berlin über „Die Seefahrt des Apostels Paulus“; am Freitag und am Sonnabend der Professor PeEge] ean Enradoura über „Ozeanographishe und meteorologishe Soclunga an Bord der Jaht Seiner Hoheit des - Fürsten von Monaco“. Einlaßkarten find von 12 bis 2 Uhr Mittags und an den Yortrag8abenden selbs von 6 Uhr ab zum Preife von 25 S in der Geschäftsstelle des Instituts zu haben.

A. F. Aus dem in der ersten Sißzung der Gesell s<aft für Erdkunde im neuen Jahre erftatteten Ges<äftsberiht für 1907 geht hervor, daß die Mitgliederzahl zur Zeit 1237 beträgt, von denen 1134 ordentliche, 55 korrespondierende und 48 Ehbrenmitglieder sind. (s fanden im verflossenen Jahre 10 allgemeine, 7 Fachsißungen und ein Ausflug na< dem Teltow-Kanal statt. Die von den Herren Geheimräten Meißen und Lifsauer naGgeprüfte und în vor- zügliher Ordnung befundene Bibliothek hat si< in 1907 um 480 Bände und 51 Kartenweike mit 190 Blättern vermehrt. Aus der Karl Nitter- Stiftung wurden Beiträge gewährt an Professor Dr. Kretshmer zu Spéezialstudien in italienishen Bibliotheken und an Dr. Georg Wegener für eine Studienreise na< der <inesis<hen Provinz Kiangsi, aus der Ferd. von Richthofen-Stiftung an Dr. Nübl für eine Studienreise in Catalonien und an Kand. Ballauf für Unter|suhung der <emischen und physikalishen Eigenschaften der G:wässer des Greifswalder Boddens. Die goldene Nachtigal-Medaille wurde an Kapitän Roald Amundsen verliehen für erfolgrei<he Untersuhungen der Lage des magnetisGen Nordpols und für die glü>lihe Bezwingung der Nord- westpassage von Grönland nah Alasca. An Geschenken empfing die Gesellshaft von dem Geheimen Kommerzienrat Franz Mendelsfohn- Bartholdy ein Oelgemälde von Kapstein, eine der <arakteristishen Löß-Landshaften Innerchinas darstellend, wie sie von Ferd. von Richt- hofen so anshaulih geschildert worden sind. i

Den Vortrag des Abends hielt der Marineokterstab8arzt, Professor Dr. A. Krämer aus Kiel über seine Forshungsreise nach den Karolinen-Inseln. Wie der Vorsißende, Geheimrat Hellmann in seiner Begrüßungsansprae bemerkte, verdankt die Erd- und Völker- funde Dr. Krämer bereits ein trefflihes Werk über Samoa, dem s< bald ein vorausfiGtli<h glei verdienstlißes Buh über den jüngsten deuts<ezn Kolonialbesiß ans{liZen wird, der in vielfaher Beziehung größerer Shäßung würdig ift, als er bisher findet. Der Vortragende begann feinen von vielen trefflißen Lichtbildern erläuterten Bericht über diese Forshungsreise mit deren fkurier Vorgeshihte. Dr. Krämer war Teilnehmer der wissenshaftliben Expedition, die zu Beginn von 1906 an_ Bord S. M. Stif „Planet“ sich na< den füdlißhen Gewässern eins<hiffte, trennte f< von thr aber in der Kapstadt und* ging nah Norden, während der „Planet“ scine Fahrt nah Süden fortsezte. Nah einem vierroöhigen Auf- enthalt im Basuto-Land und einem längeren Besu< (von Durban aus) von Madagascar, Mauritius, Nodriguez (600 km söftlih von Mauritius), der Malediven unb von Ceylon, wo er ih mit seiner Gattin traf, die fortan seine Begleiterin war, blieb Dr. K. einige Zeit auf Matupi, jener paradiesis< \s<öônen, kleinen Insel im Biêmar>- Archipel, nordöstli< von Neupommern, wo 1884 in diesem Meeresteil zuerft die deuts><e Flagge gehißt wurde. Von hier aus wurde den nahen, unter deutsher Hoheit stehenden Admiralitäts- inseln ein Besu<h gema<t. Sie werden vom Vortragenden als die in ihrer Ausbildung vollendetsten aller Atolle bezeichnet. Sobald man in die Lagune eingefahren ist, bat man den Eindru>, sid auf einem groß-n See zu befinden, denr der hohe Korallenzaun, meist von üppiger Vegetation bede>t, gewährt ganz den Anbli> eines Seeufers. Dem entspre<end ift die Lagune stets ein treffliher Anker- plaß. Ganz äbnlichen Verbältnifsen begegnet man in der Inselgrupye der Karolinen, die glei<hfalls Atolle in dem Sinne sind, daß sie aus- nahmslos von weit ausgreifenden Korallenriffen umgeben, dabei aber reht verschiedenen geologishen Ursprungs, zumeist von vulkanisher Entstehung sind. Es war Ende Dezember 1906, als Dr. Krämer hier anlangte, um für eine Reihe von Monaten abwehselnd auf verschiedenen der Hauptinseln kürzeren oder längeren Aufenthalt ¡u nehmen. Die Karolinen umfassen einen ausgedehnten Teil des nördlihen Stillen Ojeans, nämlich unter Einrehnung der westli< ganz benachbarten, ihrer Zeit gleichzeitig von Spanien an Deutschland abgetretenen Palaugruppbe den Raum vom 132 9 öftliher Länge von Greenwich bis zum 163° und zwischen dem 4. und 10 ° yôrdliher Breite. Der westli<ste Punkt wird durch die Palaugruppe markiert, deren Hauptinsel fi< in nordsüdliher Nichtung 39 km weit erftre>t bei einer Maximalbreite von 12 km, der östliche dur< die 110 gkm haltende Insel Kusaile. Die im ganzen weit über 500 größere und kleinere Inseln enthaltenden eigentlichen Karolinen, jusammen 1450 qkm groß mit 236000 bis 40000 Ein- wobnern, werden in West-, Zentral- und Ostkarolinen unterschieden. Die Hauptinsel der ersteren ist Yap 207 gkm groß, Siß des Beiirksamtmanns für Palau und Westkarolinen. Vie Zentralkarolinen werden bezeihnet dur< den Truk- odtr Hopolu- Inseln benannten Archipel, dessen drei bedeutendste Inseln Ruk (132 qkm) öôftlit, Tol westli<h, Moni oder Uola nordöftlih sind; die Ostkarolinen endlih dur< die {hon genannte Insel Kusaile oder Yalan und dur Ponape, die mit 340 qkm Inhalt das größte aller Eilande der Gruppe ist und abweichend von der s{lanken Form der anderen größeren Inseln eine beinahe runde Gestalt von 20 bis 27 km “urhmefser zeigt. Außer den vorgenannten Inseln sind no<h einige andere bemerkenswert, nämli<h Ugai und Oleai in den Zentralfarolinen, nordöftlih von Yap, über welhe die Verbindung mit Saîpan, der Hauptinsel der nördlich gelecenen, gleichfalls deutschen Marianen, und weiterhin na< Japan weist und von wo der von den Eingeborenen leidenscaftli< geliebte Tanz nach den anderen Fnseln eingeführt worden sein soll, und vor allem Kocror der Palaugruppe, wo die meisten und besten der bis 2 m im Dur(schnitt großen Stein- [eiben gebro<hen werden, die auf der Hauptinsel Yap vor allem die Stelle des Geldes erseßen. Von ihrer bis vor wenig Jahren be- ebenden Weltabgeschiedenbeit sind die Inseln jeßt erlöst; denn die amburger australishe Dampferlinie kreuzt auf dem Wege von Hongkong na< Sydney und. umgekehrt die Gruppe und bringt in be- [immten Fristen mehrere der Inseln unter sh und mit der Welt in Verbindur.g.

, „Dr. Krämer begann mit einem Besu<h von Ponape, das \ih dur hohe Fruchtbarkeit, eine Folge seines verwitterten Basaltbodens, dur seine bis 870 m aufsteigende Bergwelt und reihe Bewässerung auszeihret. Dann besuhte er Ruk und nahm längeren Aufenthalt auf Tol, wo er in einem Häuëchen mitten im Urwalde Unterkunft aud, um gegen den Schluß seiner Reise ers Yzp, dann Palau ein- ¿ebend zu dur<forshen und die P Se fartographis< auf- junehmen. Veberwiegend find alle diese Inseln mit einer üppigen Degetation Fede>t, die dem Menshen große An- ‘Tengung gewährt, wessen sie für des Leibes Nahrung und Notdurft bedürfen, vor allem die Kokotnuß in drei Stadien ihres Wachétums als Nahrung verwertet, die Booi-Nüfse, Lataten, Brotfrüchte, Bananen, Ananas, Avfelsinen, Tomaten und Zietstüchte, Zu>kerrohr in drei Arten, Wassermelonen und Kürbis. Feishnahrung liefern Hühner und Schweine, vor allem aber Fische, cangusten und Krabben sowie viele andere Schaltiere. Die Durh- wanderung der oben genanrten Inseln ergab den erfreulihen Anbli> ‘ines [tropishen Pflanzenwuchses von seltencr Schönheit; denn die

obne

meisten Inseln verdanken ihren Bestand ebenso der Koralle, als einer späteren vulkanishen Tätigkeit, die den gehobenen Meeresboden dur<brohen und überflutet hat; in einigen wenigen Fällen, wie auf Yap, trifft man au< auf - festländishen Boden, nämli< auf einen fristallinishen Schiefer. Als ganz hervorragend schilderte der Vortragende die Aussichten, die maw von den 3—400 m hohen Basaltbergen der verschiedenen Inseln auf das an jedem Standpunkte dur< Inseln belebte Meer und die waldreihe nächste Umgebung genießt. Auf Ruk sahen die Reisenden einen prähtigen Wafferfall, auf Tol wurde eine Höhle von 50 m Länge und 16—15 m Breite besu<ht. Aus folhen Höhlen werden auf einigen Inseln die Sinterkalkfteine gebrochen, die als Geld Ver- wenduvg finden. Es ers<eint ziemli< natürli, daß sih auf einem Heimatboden von so glü>lihen Verhältnissen eine Bevölkerung und eine Kultur entwidelt hat, die si vorteilhaft von anderen des weiten Gebiets des Stillen Ojeans untersheiden. Der Vortragende fand in diesem Punkte alles bestätigt, was vor 90 Jahren Kotebue und Asanuvo und später Kubary und andere Besucher von den Eingeborenen der Karolinen berihtet haben. Die Bewohner der Karolinen sind Mikronesier, von dunkelbrauner bis hellbrorzefarbener Haut, der Verglei<h mit den neten und Melanesiern hier fällt dur<weg zu ihren Gunsten aus.

fie jemals Kannibalen waren, scheint ausges<lofen, sowobl auf Grund der U-zberlieferung als auf Grund der religiösen Vorstellurgen und einer in roben Bildern an den Hausgiebeln und innerhalb der Häuser dargestellten Mythologie. Die vergleih8weise Kulturbödße der Bevölkerung der Karolinen aber zeigt sih, gemessen an den öffent- lien Einrichtungen von Yap und Palau, von denen das erstere 1900 etwa 7400 Einwobner zählte, somit eine Volksdihte von 37 Köpfen auf das Quadratkilometer, in den festen Regeln, zu denen man im Verkehr der Geshlehter, namentli im Beginn des mannbaren Alters gelangt ift, wie in einer Arti von Häuptlingéverfassung, die strenge Ordnung und Unterordnung heis<ht und findet. Es gibt auf Yap und Palau allerdings Freie und Un- freie, erstere 80, leytere 20 9/0 der Bevölkerung bildend, aber die Un- freiheit ift fehr entfernt von Sklaverei, mebr oder weniger ist sie ‘freiwillige Unterordnung der in f\tarker Minderzahl si< findenden Nachkommen eines unterworfenen Volkes. Denn als fol<he auh körperlih fi< etwas untersheiderd, er'<einen auf den genannten Inseln die zu Frondiensten verpflichteten, im übrigen jedo< nicht Not leidenden Urfreien. Die unter s< au< wieder in Rang- flufen fi gliedernder Freien sind äußerlih erkennbar dur den Kamm, den sie als Wahrzeihen ihrer höheren sozialen Stellung im Haar tragen. Im allgemeinen darf man den Bewohnern der Karolinen eine gewisse Ritterlihkeit der Gesinnung nahrühmen. Alle ihre guten Eigenschaften aber drohten in den leßten Jahrzehnten Schiffbruch zu [eiden unter der Gewöhnung an den Genuß \{<le<ten Alkohols. Hier hat die deutshe Kolonialverwaltung den Hebel angeseßt zur Volks- erziehung, und sie findet bereitwillige Hilfe bet den Häuptlingen. Der Vortragende schilderte sehr eingehend die merkwürdigen \pißgiebeligen Wohnhäuser mit ihren Skulpturen und Bilders<mu>, die Einrichtung der Iunggesellenhäufer am Meeresstrande, der großen Gemeindebäuser, der „Geisterhäuser“ mit gruselig anzusGauenden Biicttiren, oder Gößen- bildern, die aber nur eine wenig inbrünstige Verehrung zu finden \{einen, wogegen ein re<t pietätvoller Totenkultus besteht. Die Stellung der Frau ent|priht ni<t völlig den loben8werten Charaftereigenshaften der als freie, stulie und feinfüblige Naturmenschen zu kennzeihnenden Männer; denn sie überlassen den Frauen die Arbeit der Feldbestellung, der Hauswirtschaft, der Kindererziehurg und der Kleideranfertigung beinahe völlig, treiben auf ausgezeihnet gebauten Segelbooten Fischfang und ergeben si< am liebsten dem Nihtstun. Der Alkoholgenuß bot natürli< Förderung sol<her Haltung der Männer, und es ist des- halb sehr anzuerkennen, daß es der deutshen Kolonialverwaltung gelungen zu sein s<eint, den Ehrgeiz der Männer zu nüßlicher Arbeit anzuregen. In den leßten Jahren find Straßen verbefsert, Wege neu angelegt, Dämme über Meeresarme ges{üttet, andererseits Durs stihe vorgenommen worden. Auch gab der Vortragende Mit- teilungen über den eigenartigen Shmu>, wona<h si< Männer und Weiber, die ersteren dur< Durhbohrung der Nase und Anlegen eines Nasenringes, leßtere dur< Erweiterung des Ohrläpp<ens und Ein- bängen \<werer Ketten verunstalten. Dagegen ist das Tätowieren keineswegs allgemein übli<, eine bestimmte Tätowierung wird als eine dem Manne zuzuerkennende Ehrung von feinen Stamme8genossen bes<lofsen und ausgeführt. Ihrem im ganzen forgenfreien Leben ent- spricht die Heiterkeit des Volkes, ihre Freude am Lachen und vor allem am Tanz, der hohentwi>elt ist und von Gesang begleitet wird, wovon eine Probe dur< den Phoncgraphen vorgeführt wurde.

¿Gesundheitswesen, Tierkran?kheiren]und Absperrungs- maßregeln.

Norwegeri

Dur<*® Königliche Verordnung vom 30. v. M. sind die Städte Tunis, Philippeville und Oran in Nordafrika für vestfrei erklärt worden. (Vergl. .R.-Anz.“ vom 22. November v. J. Nr. 278.)

Die russishen Gouvernements Astrachan, Perm, Viatla', Wladimir, Riasan, Ufa, Jeniseisk, Stawropol und Irkutsk sowie das russishe Tran3baikalgebiet sind für <olerafrei erklärt worden. (Vergl. „R.-Anz.* vom 4. und 20. September, 26. Oktober und 4. Dezember v. I. Nr. 211, 225, 256 und 288.)

Konstantinopel, 10. Januar. (Meldung des „Wiener K. K. Telegr.-Korresp.-Bureaus.“) In den Pilgerftädten des Hedschas kommen tägli< beinahe 200 Cholerafälle vor, von denen ungefähr 80 9/9 tôdli< verlaufen.

Verkehrsanftalten.

Die Sire>e Kopenhagen—Korsör ist, „W. T. B.“ zufolge, wieder fahrbar. Auch auf der Bahnstreke Kopenhagen—Gijedser ist der Verkehr wieder hergestellt.

Theater und Musik,

Deutsches Theater.

Der Höhepunkt aller Aufführungen von Schillers Schauspiel «Die Räuber“ ist die Szene, in der der befreite Roller seinen in den böhmischen Wäldern harrenden Kameraden wiedergegeben wird; sie war es bei der gestrigen Erstaufführung unter der Regie Marx Reinhardts im Deutschen Theater, wie sie es vor Jahren an derselben Stätte gewesen ist, als die Meininger Schillers kraftgenialishes Jugendwerk in einer neuen, mit dem alten Bühnenschlendrian völlig aufräumenden Auffassung brahten. Jene denkwürdige Aufführung war für alle künftigen Regisseure vorbildlih, besonders für die Art, wie man wohbldisziplinierte Massen zu ungeahnter Steigerung der Wirkung verwendet. Seit jener Zeit sind au< die technischen Hilfsmittel der Bühnenkunst roh um ein Beträchtliches ver- mehrt worden; bei den szenishen Bildern begnügt man ih heute ni<t mehr mit den alten, auf Flähen gemalten Pro- spekten und Versaßstü>ken; gestern zeigte si den Bli>en der gestattet das vollständig naturgetreue Bild eines grasbewachsenen

aldhangs, auf dem die aufstrebenden Stämme hundertjähriger Bâume in plastis<er Wirklichkeit standen. Diesen Abhang hinab flutete in lawinenglei< anwahsendem Strome die Menge, die den den Händen des Henkers entrissenen Roller mit \si< führte und deren Jubel in den spontan losbrehenden Be: fallsstürmen im Zuschauerraum widerzuhallen hien. Im übrigen wies diese Räuberaufführung neben vielen guten au< man<e fla<he Stellen auf; besonders litt fie aber unter ihrer überlangen Ausdehnung. Es heißt doch die Pietät gegen den Dichter zu weit treiben, wenn Kürzungen, die er selbst für unbedingt erforderlih hielt, unterlassen werden. Obwohl ih der häufige Szen-nwe<sel \<hnell vollzog, währte die Vor- stellung von 7 Uhr an bis spät in die zwölfte Stunde. Als Karl

Moor hatte der neuverpflihtete Herr Oskar Beregi zum ersten Male Gelegenheit, si< in einer großen Aufgabe vorzustellen. Sein edel-

- Rolle des Vershwenders zur

profilierter Näuber zeigte au< Adel des Wesens und heldishen Sinn, aber das hinreißente Temperament, das Bestrikende einer von Hause aus fonnig-heiteren Natur, die z. B. Matkowskys Karl Moor hervor- ragend auszeihnen, fuhte man bei ihm vergebens. Bedeutender er- schien, obwohl von gelegentlihen Uebertreibungen in Mienenspiel und Gebärde ni<ht ganz frei, der Franz Paul Wegeners. Im ganzen befleißigte er sih eines natürlihen Tons, den er ganz besonders in den s{wierigen Monologen ungezwungen traf; nur fehlte seiner wobldur<hdahten Leistung der große Zug ins Dämonishe und Un- beimlithe, der zuleßt in der Szene mit Daniel und dem, beiläufig sehr selten auf die Bühne gebrahten, Gespräh mit dem Pastor Moser hervortreten muß. Als alter Moor ging Rudolf Schildkraut eigene Wege; er war am eindru>svollsten in der ersten und in der leßten Sjene. Fräulein Höflibs Amalie wirkte dagegen bei aller Anmut etwas blaß und farblos. Unter den Räubern ragte der <li>dte, dharakteristise Schweizer Wilbelm Diegelmanns nit nur körperli<h um Haupteslänge hervor, ibm am nätsten kam der treuberzige Roller Ludwig Hartaus, der die Erzählung von seiner Be- freiung pa>end vortrug. Moissis Spiegelberg zerfiel in kleine Einze[e ¿Úge, die sich ni<t zu einem ges{lossenen Bilde vereinigen wollten; und Feldhammers Kosinekky war von dem Zwang der Theaterschule no< nit frei. Eine vollsaftige Gestalt war Viktor Arnoldès drolliger Pater, und von wohltuender Schlichtheit sowohl Eduard von Wintersteins Hermann wie Pagays rührender Daniel. Außer in der erwähnten Waldszene gab die Regie ihr Bestes noch bei. dem Auftritte in der Schenke, wo das aufbrausende Ungestüm der Jugend sich anshaulih und zwanglos widerspiegelte. Gar zu finster war die Bühne aber vor der Befreiung des alten Moor aus dem Hunger- turm; man konnte niht einmal die shattenhaften Umrifse der Be- teiligten erkennen. Alles in allem aber dürfte die interessante Vor- stellung, die gegenüber den vortreflihen Aufführungen des Werks auf der Königlichen Bühne ihre eigenen Vorzüge hat, eine starke An- ziehungsfkraft auf die Besucher des Theaters ausüben. Lustspielhaus.

Ein Automobil als deus ex machina auf der Bühne ist der vergnügliche Einfall, auf dem si< Richard Skowronneks neuestes Stück „Panne“, das am Freitag im Lusispielhause zum ersten Male aufgeführt wurde, aufbaut. Daß eine „Panne* ein Automobilunfall ist, wurde den Zuschauern gleih im ersten Akt dadur<h vor- ceführt, daß der Kraftwagen des Hamburger Kommerzienrats Rösike in einem Walde in der U>kermark dadur<h lahmgelegt wird, daß ihm das am Boden liegende Jagdmesser des Grafen Ningerode, dem der Forst gehört, die Pneumatik zershneidet. Der Kommerzienrat, seine Schwester, seine Tochter und deren Bräutigam bleiben rettung8los am Wege liegen. Das ist um so unangenehmer für die Beteiligten, als sie in Berlin ven Herrn Weber senior zu bestimmter Stunde bei Dressel erwartet werden, wo das Verlobungsdiner von Fränze Röfide mit Web?r junior stattfinden foll. Der junge Graf NRingerode findet die Herrs<aften im Walde und ladet sie auf jein Schloß ein. Mit diesem Schloß hat es eine besondere Bewandtnis, denn es ist \o stark vershuldet, daß ter Graf, ein blutarmer Husarenleutnant, der es vor kurzem von einem allzu lebensluftigen Onkel geerbt hat, im Begriff steht, auf die Uebernahme zu verzihten Da führt ihm die Panne das reihe KommerzienratstöHterlein in den Weg, und die beiden verlieben si< fo prompt, wie fi ein Goldfish und ein \{mu>er Leutnant eben im Lustspiel ineinander zu verlieben pflegen. Troßdem droht das Schicksal sie zu trennen. Die Verlobung mit Weber junior besteht no<, und der Kraftwagen, vom Dorfshmied ausgebefsert, ersheint wieder reisefertig vor der Tür. Da versieht der Gericht8- vollzieher, der gekommen war, um die Sachen des jungen Grafen zu pfänden, und den ein treuer Diener des Hauses absidhtlih angetrunken gemad#t hat, in seinem umnebelten Zustande das Automobil mit seiner gefürhteten Marke und saust in ißm davon. Die Panre bat immer verhängnisvollere Folgen, denn au< ein Wolkenbru< mit Donner und Bliß geht nieder, der die Eisenbahnverbindung unter- briht und fogar die Benußung des Telephons vorüdbergaebend unmög- lih mat. Kommerzienrats werden immer länger auf Ringerode fest- gebalten. Und es kommt, wie es kommen muß. Weber junior ent- hüllt die Tiefen der Berehnung, die ihn zur Werbung um Fränie veranlaßt bat. Die Verlobung geht auseinander Fräulein Röside und der Husarenleutnant sinken f< in die Arme, während der Kommerzienrat und Tante Aurelie versprechen, mit ihrem Gelde das vershuldete Stammgut wieder flott zu mahen. Das ift der Hergang des s{<wankartigen Lustspiels, das auf jeden literaris<en Ehrgeiz verzichtet, aber dur seine drolligen Einfälle und die frishe Ursprünglichkeit seiner Situationen die Zu- hôrer vollauf befriedigte. Nach jedem Akt, ja, auf offener Sjzene, brachen Beifallsstürme los, die den Verfasser wiederholt zum Er- scheinen nôtigten. Es wurde hübs< und flott gespielt. Franz Shön- feld als <holerisher Kommerzienrat, Asta Hiller als Tante Aurelie, Marie Wendt als Fränze brachten ihre Rollen zu bester Geltung. Albert Paul wußte dem Grafen Ringerode eine aristokratishe Note zu geben, und Crnst Bah {uf in dem Dresdener Kommerzienrats- sohn eine bödst vergnügliwe Figur. Von den Nebenpersonen sind Lucie Euler als Minchen und Fri Be>kmann als Zernikow lobend zu erwähnen. Sicher wird das Stü>k no< manhe Wiederbolung er- leben, und lailustige Zuschauer werden dabei stets auf ihre Nehnung

kommen. Thaliatheater.

Der erste Abend von Alexander Girardis Gastspiel gestaltete ih gestern zu einem besonderen Ereignis. Als der berühmte Wiener Komiker als Valentin in Raimunds alter Zauberposse „Der Verschwender“ die Bühne betrat, brauste ihm als Wilikomm minutenlanger Beifall entgegen, ‘der, s< iu einem Be- geifterungssturm s\teigernd, si< im Laufe des Abends unzählige Male wiederholte. Es ist ein Loblied auf die Diener- treue, die in der Zauberpofse gesungen wird; und vor der rührenden, rein mens{hlihen Gestalt des Dieners Valentin verblaßten gestern abend alle übrigen Figuren, auh die des eigentlihen Helden der Dichtung, des Vershwenders Flottwell. Dieses Vershwenders merkwürdige Lebensschi>sale, die ihre Zauberfäden von der Erde zum Feenreih hinüberspinnen, wurden zur wirksamen Folie für die prähtige Charaktergeftalt des Valentin. Alexander Girardi eroberte ih mit dieser Rolle, die er vor Jahrzehnten shon einmal in Berlin auf der Königlichen Bühne spielte, die Zuneigung der Zuschauer im Fluge; es war nicht kühle Bewunderung, sondern ein her¡;lihes Mitgehen mit der großen Kunst Girardis, welche solchen Zauber ausübte; sein fein abwägendes Spiel quillt eben ganz aus einem warmen Gemüt, aus seiner Stimme klingt das gerühmte goldene Herz des Wiener8; dabei ist alles, was er gibt, von einer \{<lihten Vornebmbeit umlkleidet, die alle äußerlichen Zierraten vers<mäht. Auch als ein Meister des Vortraas im Gesang zeigte er sh; sein Jägerlied war von bezwingender Schalkhaftigkeit getragen; ein warmes Leuchten des Auges, ein inniger Klang der Stimme hob das Hobel- lied zu einer Musterleistung empor. Der Gast fand eine aus- gezeihnete Partnerin in Mila Theren, die das ke> Kammer- mädhen ebenso eht gestaltete wie die resolute Hausfrau und Mutter der Kinder. Fritz Junkermann fand \i< mit der ufriedenkeit ab; die empfindsamen Sjzenen mit der Fee Cheristane, die Emmy Wehlen mit Erfolg berkörperte, wurden von beiden Spielern mit dem nötigen Pathos durhgeführt. Als prächtiger Sprecher und tüchtiger Sänger zeigte si< Walter Formes in der Partie des Azur. Julius El. Herrmann als Kammerdiener Wolf stellte den intriganten Bösewiht obne Uebertreibungen auf die Bühne; die übrigen Mitwirkenden füllten ihre Rollen glei<falls angemessen aus. Der \{<wierigen Inszenierung war anerkennens8werte Sorgfalt gewidmet, und Konradin Kreuzers immerhin anspruhsvolle Musik wurde unter der Leitung von Marx Schmidt ansprehend zu Gehör gebracht.

Im Königlichen Opernhause findet morgen, Sonntag, eine

Aufführung von D. Nicolais komischer Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“ statt, in der die Damen Hempel, NRothauser, Dietrich,