1908 / 13 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

P Qualität i Außerdem w Durksgnitts- Mataen am Markttage

1908 gering

mittel gut

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Marktort Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner

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derborn . a L 15,00 eu . . * . . . . . . . . E Dintelsbübl E R e E Es 1 D n

Waren L; N raunshweig . S Altenburg 15,80

15,00 15,50 15,80 | 16,00 | 16,80 17,30 |- 17,40 17,60 17,80 18:00

j 18 40 18,60 18 80 18.80 18.00 18,45 18,45 18,70 18/70

E O 15,80 b Die verkaufte Menge wird auf volle Doppelzentaer und der Verkaufswert auf volle Mark abgerundet mitgeteilt.

Noth: Hafer. 16 20 17,20

16,00 16,20 16,50

E ih 1600 | 1880 530 6,80 | 16,80 | 1720 j i

5 16,50 16,50

9815 16,09 15,61 1010 16,83 17,11 297 17,46 17,57 4838 18,47 18,20 1214 18,46 17,89 ¿ Li 6791 16,29 16.38 ; d

8 615 16,25 16,07 309

Der Durchschnittspreis wird aus den unabgerundeten Zahlen berehnet.

E Strich (—) in den Spalten für Preise hat die Bedeutung, daß der betreffende Preis nit vorgekommen ist, ein Punkt (. ) in den legten se<s Spalten, daß entsprehender Bericht fehlt.

Berlin, den 16. Januar 1908.

Grofihandelspreise von Getreide an deutscheu und fremden Vörseuplätzen für den Monat Dezember 1907 nebst entsprehenden Angaben für den Vormonat. 1000 kg in Mark.

(Preise für greifbare Ware, soweit nicht etwas anderes bemerkt.)

Monat E gegen

E Vor-

Königsberg. 907 monat

NMoggen, guter, gesunder, 714 g das 1 192,75| 197,60 Weizen, ie gie 749 bis 754 g das 1 . . .| 205/00| 215,80 Hafer, guter, gesunder, 447 g das 1 153,80| 157,90 Gerste, Brenn-, 647 bis 652 g das 1 146,20| 149,95 Breslau.

195,60| 198,80 212,30| 221/20 154,40| 159/50 177,00| 182,00 : e G

russischer l, / Mais ( amerikanischer 161/00| 161/00

Berlin.

; der, mindestens 712 208,60] 211,08 e E N 755 2 218,41| 226,14

S s Ï T 170,39| 176/40 Mannheim.

R älzer, russisher, mittel 212,58| 218,20 Weizen, ee. rus er amerik., rumän., mittel E Le

Hafer, \ russischer, mittel . . , mittel 208,28| 208,13 Gerste badi Pier mittel 161,56| 164,28 München.

, gut mittel 206,50| 210,00 E R E 230,50| 242/00

D s 192,50| 194,00 Srl, ungaris<he, mährishe, mittel 225,50 bayeri

dhe, gut e 199,00| 202 00

Wien.

er Boden 211,95| 208,85 B des Thei , 230,60| 227,87

7 riser I 149,64| 147,73 eri, sev ide 176,34| 178,29

Mais, ungarischer 139,38] 138,22 |

Deutscher Reichstag. 80. Sißung vom 15. Januar 1908, Nachmittags 1 Uhr. (Bericht von Wolffs Telegraphishem Bureau.)

Auf der Tagesordnung fteht zunächst die agg der Besprechung der Fnterpellation des Abg. Grafen von Kaniß, betreffend den Bankdiskont.

Nach dem Abg. Dr. Mayer- Kaufbeuren (Zentr.), dessen Rede gestern auszugsweise mitgeteilt worden ist, ergreift das Wort der i

Unterstaatsfekretär im Reichsshaßamt Twele: Eine ganze Reihe von Fragen, die im Laufe der bieherigen Erörterung aufgeworfen wurden, gehört zur Zuständigkeit des Reichs\hayzamts. Mein C hef be- dauert auf das lebhafteste, dur<h andere unaufschiebbare dringliche Dienstgeschäfte verhindert zu sein, an der Beratung der Interpellation persönlih teilzunehmen, ih darf deshalb in seiner Vertretung auf einige Einzelheiten eingehen. Der Abg. Graf Kanitz hat sein Bedauern über die Außerkurssezung der Taler ausgesprochen. Man kann das mens{hli< verstehen, denn der Taler war eine allgemein beliebte Münze. Daneben gibt es aber noch in weiten Kreisen der Beteiligten eine andere Auffafsung, die mir zur Zeit der Außerkurs\setßzung der Taler nit nur in der Tagespresse, sondern au in wissenschaftlihen Fachschriften entgegengetreten ist, nämlih der Ausdru> der Freude über die Außerkursseßung der Taler, durh welche die reine Goldwährung in Deutshland zur Einführung gekommen sei. Ich will mi< in den Widerstreit dieser Meinungen nicht einlaffen. Für die Finanzverwaltung und die verbündeten Regierungen war die Außerkurssezung des Talers eine reine Frage der objektiven Prüfung der Notwendigkeit. Sie bild-te die notwendige geseßliche Kon- jequenz, da der Taler die einzige Landessilbermünze war, deren Ginziehung no< niht verhängt war; so mußte seine Außerkurssezung son allein darum betrieben werden, um die geseßli< vorgesehene Vermehrung der Ausprägung der Reichsfilbermünzen durchzuführen. Es war von vershieden-n Seiten der Wunsch nah einer Vermehrung der Kopfquote für Silbermünzen ausgespro<en worden, weil der gegenwärtige Vorrat an Umlaufmitteln der NReichssilbermünze dem Verkehrsbedürfnisse niht entsprehe. Ih kann jedenfalls aus Er- fahrung des Neichsshaßzamtes sagen, daß ständige Klagen über Mangel an Reichsfilbermünzen, namentli< an Fünfmarkstü>en zu Lohn- ¿ahlungen bei der Finanzverwaltung eingehen, und daß wir von den verschiedensten Seiten, Handelskammern usw., auf die Gefahren aufmerksam gema<{t worden sind, die darin lägen, daß wir mit der Weiterausprägung von Reichssilbermünzen n'<t 1ofo1t und energis< vorgingen. Die Reichsbank verfügte am 31. Oktober 1907 nur über einen Vorrat an Fünfmarkstü>en im Betrage von rund 10,9 Millionen, die si< auf mehr als 450 Bankanftalten verteilten. Deswegen hat der Bundesrat eine weitere Ausprägung von‘Fünfmark- stüden in Höhe von 20 Millionen beschloffen, weil hierfür das Be-

R 71 bis 72 das bl G W jen, Ulka, 75 bis 76 kg das kl. 172,92| 181,19

Roggen

Kaiserlihes Statiftishes Amt. van der Borght.

Budapefl.

en, G 0 P E 218,39| 213,06 145,74| 142,59

Roggen, Mittelware . . .. 202,37| 193,91 W

A Futter- 134/72| 134,91

s ; e «l 123,02| 126,16

,

152,84

Riga.

¿l 72 das bl „,., 165,04] 162,13 Wesen, 76 dg 76 F 184,23| 184,04

s, Pari 151,34| 154,45

oguen | lieferbare Ware des laufenden Monats { 5 Bef

Antwerpen. Lees 179,4 i

S E T 181/95] 188,99 Odessa E 1 18463| 189/80

Weizen 4 Fan 2 175,69| 182,64

186,99| 192,65

Srraia ; . 1 17488) erdam.

Asow Z 2 L : „1 171,06) 167,96

t. Petersburger 175,49| 169,37 Odeffa E ur 162.01| 164,96 mi | 100 E Bd i 132, i Mais { La Mes 124,89| 126/60

London. Produktenbörse. 3

i 173,57| 173,91

engl. weiß) (Mark Lans) .. 169,09| 169,84

Weizen 4 ag lata an der Kúste : E a fie | (Baltic) * } 189,301

Weizen engrnes Getreide, 162,84| 165,03

Hafer | MON aus 196 Marktorten 132,35| 135,63 erste Gazette averages) 152,38| 155,74

Liverpool. russischer 4 j 187,49| 189,03

Donau- roter Winter- Nr. 2... 175,08| 180,81 Manitoba 196,54| 197,72

La Plata 190,01| 192,59 KUCLE E . . 6.1 179,08| 183,64 Australier 198,42] 202,05

dürfnis am dringlihsten war. Hierzu war die Außerkurssetzung D e notwendig, sie wurde am 27. Juni 1907 vom Bundesrat beshlofsen und am 1. Oktober 1907 in Kraft geseßt. Jh meine, daß die Ausprägung weiterer Reichsfilbermünzen dur<haus notwendig war, und daß sih deshalb die Einziehung der Taler nah Lage der Gesetzgebung nicht vermeiden ließ, und daß die Reichsverwaltun

irgend ein Vorwurf nicht treffen kann. Es wurde dann ein Verglei

mit Frankreich gezogen. Ich lafse es dahingestellt, ob ein solcher Vergleich gezogen werden kann; jedenfalls muß er unter Würdigung der tatsählihen Verschiedenheiten in beiden Ländern angestellt werden. Frankrei<h ist ein Einheitsstaat, Deutschland ein Bundesstaat. Jeder Einheitsstaat kann witrts{-\tli< freier als ein Bundesftaat vorgehen, auG mit seinen Anleihen. Die mittlere und kleinere Bevölkerung in Frankrei<h weist eine Menge Staatsrentner auf, während in Deutschlard dieses System bedauer- liherweise no< lange ni<t in dem Maße Play gegriff-n hat. Ist Geld in diesen Schichten der deutshen Bevölkerung vorhanden, so wird es weiter zu werbenden Anlagen verwendet, aber nit zur Anlage in Anleihepapieren mit ihrem niedrigen Zinsfuß. Jn Frank- reich besteht ferner eine sehr weitgehende Verpflihtung der Sparkasse zur Anlegung ihrer übers{<üssigen Bestände in französischer Rente; der Sat is, wenn ih nit irre, F oder 3; in Deutschland besteht diese Einrichtung nit, au< in Preußen nicht einmal ist es troß der Be- mühungen des Finanzministers gelungen, einen viel s{wächeren Sa

durhzuseßen. Der augenbli>lihe Kursftand unserer Reichsanleihe ist ja jeßt und schon seit längerer Zeit kein günstiger. Jh möchte aber in dieser Beziehung zunächst dem Abg. Kaempf gegenüber feststellen, daß die preußische Finanzverwaltung bei der Emission der leßten preußishen Anleihe ni<t ohne zuvoriges Benehmen mit der Reichs- finanzverwaltung vorgegangen ist; der preußishe Finanzminister hat \si< mit der leßteren in Verbindung geseßt und diese die Gründe für ein sofortiges Vorgehen Preuß?:ns als durchaus be- rehtigt anerkannt. Für den Stand unserer Anleihen sind haupt- \ähli<h vier Gründe maßgebend. Erstens stehen dem Reiche son seit Jahren niht ausreihende ordentlihe Mittel zur Verfügung. Es wurden 1901 und 1907 \ogenannte Anleihegrundsäte aufgestellt. An diesen ist na< allseitiger Ueberzeugung noch vieles zu bessern ; aber die bessernde Hand wird erst angelegt werden können, wenn dem Neiche die ordentlihen Mittel in ausreihendem Maße zur Verfügung stehen werden. Jedenfalls ist das Unerwünschteste, daß die Ueberweisung von Ausgaben auf das Ordinarium erfolgt, sodaß nie Gewißheit besteht, wie und wie ho< die De>ungsmittel zu beschaffen sind, . sodaß \{<ließli< diese Ausgaben 3 Jahre lang auf s<webende Schuld, auf Schaganweisungen übernommen werden müssen. Ein zweiter Grund ist die zu häufige Jnanspruch- nahme des Marktes. Auch diese hängt wit dem bundesstaatlichen Charakter Deutschlands zusammen. Das Reich und die Einzelstaaten haben ihre eigenen Anleihebedürfnisse, dazu kommen no< die zahl- reichen Kommunen. Der Abg. Kaempf hat es gestern als einen ver- fahrenen Zustand bezeihnet, daß jeder Anleihekontrahent versucht, dem

173,49| 173,83 151,29| 15419 140,31

125,22| 129,07 124 75| 12871 117,85| 12200

149,08| 14459 159,74| 157/92 150,16| 149/89 92,78| 9166

Neu York.

ges Sra Ne S 1 e... . N R aÿrs- tr. / 1 a (A Lieferungsware i 70 E | Juli 161,81| z 116,19} 112,26 Buenos Aires. 143,21} 164,15 93,77| 105 57.

Bemerkungen.

1 Imperial Quarter ist für die Weizennotiz von engl. Weiß- und ote E = 504, für Kalifornier = 500, La Plata = 480 Bars engl. gere<net ; für die aus- den Umsägen an 196 Marktorten des Königreichs ermittelten Durchschnittspreise für einheimishes Getreide (Gazette averages) ift 1 Imperial Quarter Weizen = 480, Hafer = 60," 1 Busbel Mais =— 56 Brot nalid 1 Pruat L ne = 60, ushe s nd englisch; un = 453,6 g; 1 Last Roggen = 2100, Weizen A Mais = 2000 Kg.

Bei der Umrechnung der Preise in Reichswährung sind die aus den einzelnen esangaben im N, ermittelten monatli<hen Durchschn felkurse an der Berliner Börse zu Grunde gelegt, und zwar a ien und Budapest die e auf Wien, für London und Liverpool die Kurse auf London, für Chicago und Neu York die Kurse auf Neu York, für Odefsa und Riga die Kurse auf St. Petersburg, für ars Antwerpen und Amfterdam die Kurse auf diese Pläge. se in Buenos Aires unter Berü>fichtigung der Goldprämie.

Berlin, den 16. Januar 1908.

Kaiserliches Statistishes Amt. van der Borght.

anderen zuvorzukommen. Das ist ungemein bedauerlich, aber eix Ausweg hat sich noh niht gefunden. Der dritte Grund ift, daß ein niht ausreihender Aufnahmebereih für die Unterbringung der Reichs- anleihe vorhanden ift. Das beruht abermals auf der großen Zahl von Anleihen, aber au auf anderen Umständen. In England beispielsweise ist der Kreis für die Anlegung mündelsicherer Werte verhältnismäßtg weit enger gezogen als bei uns nah den Bestimmungen des B. G.-D. Das muß beachtet werden, wenn man, wie das jeyt so häufig in der Tagesprefse geschieht, den ungünstigen Stand der Reichs- anleihe lediglih der Nase s in die Schuhe schiebt. Wir haben diefe Geseßesvorschriften ebenso wie jeder andere zu beahten, wir können über diese Schranke au niht hinweg. D vierte“ und leßte Grund liegt in unserem Etatsreht, nit in dem geschriebenen, das ja nit existiert, aber in der tagtäglihen Vebung. In Preußen werden dem Finanzminister volle Kredite zur Verfügung gestellt, und er steht in der Emission der Anleihen ganz frei da bezüglih der Zeit und der Pöhe der Begebung. Im Reich sind wir an einzelne Jahresraten gebunden, und aus der Zu- fammenseßung der Jahresraten ergibt fi< die jährlihe Gesam!- summe, die Börse und Markt bereits von der Vorlegung des Etats an kennen, und somit au< der Anleihebetrag, mit dem das Reih in einigen Monaten kommen wird. Es haben {hon Erwägungen obgewaltet, ob dieses Verfahren geändert werden könnte, aber vor- läufig hat si< kein Ausweg finden laffen; der Reichstag hat seit Jahrzehnten diesen Weg eingelGlagen, um die Verwaltung L anderen Gefahren zu bewahren. Bis auf weiteres müssen wir un damit abfinden, daß wir dagegen niht aufkommen können; wir müsen also au< die Folgen davon tragen. Wenn ih dieses alles aver au zugebe, so liegt do< keinerlei Veranlassung vor, wegen unsere: Anleihe irgend wie in Kleinmut zu geraten. Wenn f die 3- 7 3{ prozentige Papiere bei einem monatelangen Bankdiekont von 7i / auf 82/83 und 94 haben halten können, so können sie u lich ni<t s{<le<t sein, sie müssen gesund sein, und der E des Deutschen Neihs muß gesund sein. Ich gebe die Hoffnung au<h ni<t auf, daß au<h eine bessere t oen wiederkehren E Es ift auch auf die f A IRP N nngen ezug genommen wor i und der Abg. Graf Kaniß hat von einem leidigen Verkehr w Schaßanweisungen gesprohen. Der Abg. Weber spra von íon Defizitwirtshaft mit Schaßanweisungen. Jch habe für meine Ea feine Veranlassung, dem ungünstigen Urteil über den Men anweisungskredit des Reichs irgendwie entgegen zu treten. t im irgend jemand den Schaßanweisungékredit \<merili< empfinds Interesse der Allgemeinheit, so ist es die Reichsfinanzverwa hend Mein Chef hat si< bereits zu dieser Frage einge u geäußert. (Der - Redner zitiert den betreffenden Abschnit «lei Etatsrede des Staatssekretärs Freiherrn von Stengel.) Mein aut {loß seine Ausführungen mit dem Sat, daß er es für rets i unerwünscht, ja - geradezu als einen ungesunden Zustand be braut wenn das Reih mangels ausreihender eigener Einnahmen e ju jahrein gezwungen wäre, in so hohem Grade shwebende Schu

Ih freue mi, daß

sondern bis zu 1000 « în Silber anzunehmen. gen a limine ab-

dieser Vorschlag von den verbündeten Regierun ] gewiesen worden ist. Ueber eine Vermehrung der Silbersheidemünzen läßt sih reden; der mäßige Umfang aber darf die Erfahrungen Erneuerung des Bankprivilegiums 1911 organisatoris<e Aenderungen vorgenommen werden sollen, bleibe dahingestellt; „ein

wir würden keiner Einri Möglichkeit \chaffte,

um die laufenden Bedürfnisse des Reichs zu befriedigen. Worte sind der ernsten Auffaffung eines Mannes entsprungen, eben den Interessen und der Wohlfahrt der deutschen ewidmet hat, und der an den gegenwärtigen finanziellen n des Reichs shwer leidet. Diese eindringlihen mahnenden j Herzen gehen, der es mit der finanziellen

Es ist ja vielfa bestritten worden, daß chazzanweisungsfcedite irgend welchen Einflu # E E Mrtei bee inpeke verständigen überlassen, als es bin, aber ür f Tue über die feste Ueberzeugung niht hinweg, daß den Status der Reichsbank und mit der Reichsbank für alle, die auf sie angewiesen find, nicht gleihgültig sein kann, ob in ten so shwerer finanzieller Bedrängnis, wie wir Hen E pen (ehen, gg R U ex Bean nanspru<nahme des Neihes um 8 onen

urs idt e oder ob ihr diese zur freien Verfügung stehen. Fâr diese ungünstige Lage des Schatzanweisungskredites kommen uptsähli drei Gründe in Betracht. t der seit Jahren ni<t ausreihenden reih8eigenen Einnabmen genötigt, Kopf der Bevölkerung

__ Für 1908 steht den gesetzgebenden \hwierige Aufgabe bevor, eine Lösung zu finden.

in mäßigem Umfange ni<ht überschritten Ob bei der

in Amerika orte müfsen j dem zu

Gesundung ernst meint.

fdiskont haben.

uns {on <tung unsere Zustimmung die Reichsbank zu einer

geben, welche die entsprehende

agrarishen Pumpstation zu machen, i j g in Preußen leider längst geworden ist. Die Vermehrung en Banknoten möchte in mäßigem Umfan Was den Sche>verkehr betrifft, - so ist seine Aus- Wenn der Reichstagsabgeordnete hier im Saale D egen Folioquittung die Aus- ih meine, auch diese Manipulationen könnten auf ere Weise, dur<h Sche> oder Anweisung exedigt werden; ôönnen wir ja ruhig dem Scharfsinne unseres Bureaud gestrigen Aufforderungen zur Sparsamkeit und zum in einem seltsamen Gegensatz Etats. An die Stadtgemeinden rihtet man diese Aufforderung, Staat und Reich kehren si<_ nicht daran. Der Abg von Gamp empfiehlt den Städten, mit ihren Schul- und Kranken- hausbauten weniger splendid zu sein als bisher; das wäre das Schlimmste, was geshehen könnte, die Aufwendun und Geisteskultur können gar niht ho< genu, / Preußen daran fehlen läßt, umsoweit mehr < die Pflege dieser Kulturaufgaben an- Die Reichsanleihen werden ja au< in dem Zwe>ken verwendet.

ge gleihfalls un- bedenklih sein. dehnung durchaus zu wünschen. seine Aufwandsgelder erhält, so herumgehen, die in blankem Golde zahlung bewirken ;

sie binter uns ben, und in

rstens ist das Reich infolge

überlassen. Die Haushalten steh zu der Aufstellung des

die über 40 F auf d hinausgehenden Matrikularbeiträge zu \tunden.

Körpershaften noh Unzuträglihkeiten , hoffe, eine Verständigung nit gelingen, so würde eine unmittel- bare tief eingreifende Wirkung au des Reiches niht ausbleiben können. Î 350 Millionen Mark der Reichsfinanzen mi erhöht werden.

wie gesagt,

den Schatzanweisungskredit | betrug {hon 1907 sollte eine Verständigung über die Befferung ngen, so würde er auf 450 bis 500 Millionen Das sind Zahlen, die jedem von uns dringlich

Der zweite Grund liegt des Reiches dur< die mit Rülsiht auf die des Kalenderjahres erfolgende Abre<hnung vom Vorschüsse. Das bedeutet eine Belastung der Reichsfinanzen von etwa 15 bis 16 Millionen. Eine solhe Wirkung der bezüglihen G bestimmung auf die finanziellen Ergebnisse des Reiches war all ollten au< hier die befsernde Hand oder wenigstens a it, Vorschläge darü Ausgestaltung der Be-

en für Gesundheit in, und je mehr es der Junkerstaat müssen die Kommune gelegen sein laffen.

üÜberwiegeudsten Teile zu unproduktiven wenigen kleinen Mitteln, die hier vorgeshlagen sind, um den Diskontsay zu erntedrigen, wollen wir eventuell unsere Aber im ganzen könnte aus diesen Verhandlungen

n der Belastung erst na< Ablauf Reiche zu leistenden

Besserung gelangen.

Zustimmung nicht versagen. positiv nur sehr wenig heraus\pringen, denn es handelt i

Senf nah dem Diner, der höchste Diskontsatz war niht mehr vor- dem diese agrarishe Liebenswürdigkeit Dem ausgeschiedenen Reichs- nnung unferseits au< nit

handen, und derjenige Mann, galt, au< ni<t mehr.

bankpräsidenten können wir die Anerke ur versagen, die ihm in sein otium cum dignitate folgen möge. wo der Geheimrat noch Havenstein kommt in einer ganz anderen Zeit, er hat au<h eine sehr gute ergebene agrarische Presse Das ist aber für uns kein Grund, gegen ihn Stellung zu nehmen. Er hat gestern gut angefangen; wir werden uns freuen, wenn er so fortfährt und no< re><t Wir werden aber

nit vorauszusehen. legen, damit diese Vorschu {<wäht wird. Der Staatssekretär ist gern zu prüfen. Drittens kommt die ungenügende irlebsfonds unserer Reichshauptkasse in Betracht, die niht mehr die unmittelbaren Aufwendungen des Reichs genügten; au< wenn niht möglih fein wird, auf den Schatanweisungskredit im Laufe der Jahre zu verzihten ein Ziel, da dessen praktishe Durhführbark-it ih wir ihn wenigstens insoweit beshränken, daß er nicht für die eignen unmittelbaren Reichsausgaben in Anspru< genommen wird. wei Punkte muß ih in diesem Zusammenhang no< erwähnen : die rhöhung der Zahlkraft des Silbers und die von Silbermünzen. Schon im Münzgeseß von fanntlih die au hier in g des Bundesrats, bestimmte lung von Reichssilbermünzen Gold auszahlen. Damit Silbers zweifellos anerkannt. Denn für die die effsktiv den halben Wert haben, ist jeder in der zweite Bestimmung des Münzaesetzes gskafsen angewiesen sind, Reichssilber- Zahlung zu nehmen,

leistung b. seit in erster Linie

einer Zeit ins Amt, die Seele der Verwaltung war; 8 theoretis< anzustreben wäre, | zur Seite gehabt.

bezweifle —, ezweifl s lange auf seinem Posten

eine unerbittlihßen Gegner sein, wenn er Wege wandelt, die nah unserer Ansicht verderblich sind. Unterstaatssekretär im Reichsshaßamt Twele: Ih habe am Shlusse meiner Ausführungen darauf hingewiesen, eine Uxrbereinstimmung ergeben h niht nötig sein würde,

vermehrte Ausprägung 1873 befindet {ih be- erefsante Festsezung der Kassen zu bezeichnen, die

daß über einzelne Punkte sich bezüglih welcher eine Enquete und daß eine Abhilfe möglich sei dur ein ufammengehen der beiden geseßzgebenden Körperschaften. Diese Worte d anscheinend von dem Vorredner mißverstanden worden, denn er hat ausgeführt, daß. die Regierung in fi Ich bitte, meine Schlußworte zu vergleich Staatssekretär des Jnnern gesagt hat. gesagt, ni<hts anderes sagen können und fagen wollen, als was er gestern gesagt hat. Meine Worte bezogen sich auf die beiden Fragen, von denen er im Zusammenhang mit der in Ausficht gestellten Novelle zum Münzgesetz spra.

Abg. Raab (wirts<. Vagg.): bankpräsident von diesen leßten {önen Worten _des otiz genommen; vielleiht hat er zu überlegen,

seine Taten

Ermähtigun gegen Einza ist eine Kaufkraft des Silbermünzen,

geht dahin, daß die Regierun münzen in jedem Betrage in verpflichtet ist, Silbermünzen bis zur Höhe vo Mark anzunehmen. Der Neichs\haßsekretär fteht au punkt, daß die von den Interpellanten an Prinzipienfrage ift,

nur unter voller Aufrehterhaltung der

Silbermünzen hat si Freiherr von Stengel {on b des Etats und am 3. Dezember geäußert.

seiner Meinung der Zeitpunkt berangekommen Faktoren über eine eventüelle Erh \<lüssig zu machen haben würden.

uf seiten der Reichsfinanzverwaltu niht; maßgebend für die Ecböhung Sich eine Einnahmequelle aus der davon kann für die Reihsfinanzverwaltung wird es ihr niemand verübeln können, anzukaufen, und infolged ng ziehen, dieser für eine ehauptkasse verwandt wird, um ! einzuschränken. weit Klärung gescha a sein wird. Di

nicht eintg zu sein scheine. t dem, was der Ich habe nihts andéres ia n einshlie

f dem Stand- Frage mehr eine e aber anderseits effektiven Goldwährung Ausprägung ei der Einbringung Er erklärte, daß nah ist, wo sich die gesetz- öhung der Kopfquote Gegen eine folde besteht also ng ein grund\säßlihes Bedenken kann natürli nur das Verkehrs- Vermehrung der

Anscheinend hat der Reichs-

Quantitäts- S n orredner daß es ein Grund sei, der Sozialdemokratie Wir werden das abzuwarten haben. den s<warzen bimetallistishen Plänen, die der Abg. Südekum ver- mutet, ist nit die Rede, er wie der Ab Letzterer ließ \ogar re<t ängstli< fkli Solange wir uns nicht zu diesen Ansichten bekennen, uns niht unterschieben; haben wir etwas ge vor, so werden wir es au< ofen sagen. ernsten Art seiner Begründung erbl bten wirts<haftlihen Kampfes und seiner Shlachtopfer. sen auf die schwere Bedrängnis, in welhe Handel, nd, auf die despotishe Macht, benfo hart muß darunter au kleineren Erwerbs\tände leiden. ypothekenzinsen, die Mieten fteigen, das Baugewerbe wird zum 5 Wechselprotestklagen nächsten Zeiten viel mehr als bisher von Schließlich ist es do< die Goldwährung, hineingebraht die daran reißen und zerren. Seltsam: wir in o< wirtshaftli< gesunde Zustände, in Amerika Mißtrauen, und diefe E zurü>. Die Diskonthöhe ist eine Art Schlinge, per geshlungen wird. Die Lun n wird durh die Schlinge verhindert. Nach ler haben wir die reinste Goldwährung auf der terung der augenbli>lihen Zustände befür- 4 g der Zahlkraft des Silbers. Goldwährung unberührt, \{<üßt aber das Publikum des kleinen Geschäftsmannes bestehen in der Haupt- er muß das Silber nehmen,

wohl gedacht, einmal von gelobt werden sollte.

g. Kaempf sahen Gespenster. ngende- Worte laut werden. follte man sie en die Goldwährung ntrage Kaniß und der de- ih ein ergreifendes Gemälde

bedürfnis sein. Silbermünzen zu ershließen,

keine Rede sein, wohl aber

daß, wenn wir genötigt sind einen erhöhten Gewinn aus der Prägu besserung der Betriebsfonds der Reich Schatzanweisungskredit möglichst pellation Kani hat so

über sie niht mehr nöti ist anerkannt, und ih hoffe, daß gehen der geseßgebenden Körvers finden werden.

_ Abg. Südekum beit benußt, um einer und was er sonst no<h sagte, wenig zu tun. Sparsamkeit, Vause empfohlen wurde. in der Budgetkommission willigt alles, was auf de wird, das is beim Blo> geradezu

r man darüber einig,

ß hat hingewie Industrie und Land welche die Bankokratie erlangt hat.

der gewerbliche Mittelstand und die

wirtschaft geraten Die -Inter- ffen, daß eine Enquete otwendigkeit der Abhilfe < dazu dur einmütiges Zusammen- aften die rihtigen Mittel und Wege

(Soz.): Der Unterstaatssekretär hat die Gelegen- Vermehrung der indirekten Steuern das Work agte, hat mit der Interpellation < vermife in seinen Ausführungen die

sih reden maden. die uns in diese unhalt-

kurz für alle Völker, Deutschland haben d regt sih allgemeines auf uns fo unhbeilvoll die um den Volkskör aber das kräftige Atme Abschaffung der Ta ganzen Welt. worten wir die Erhöhun

rsheinung wirkt gerade ! Dies waren aber, wie dfe e ist gesund, zeig!en, nur {ôöne Worte. e der Militärverwaltung gefordert zu einer Manie geworden. Gestern daß das Aufblühen der Industrie eigentli

Der Abg. Weber sagte, die Folge des wirtshaftli<hen Aufs<wungs. bânomen nicht näher untersuhen. Die Uebel- Reichsbankdiskonts geben wir unumwunden zu. Im 10 bis 119% werden ni<ht unternommen, ; Arbeiter werden arbe Anderseits muß ih doH sagen, angenommen,

Verhandlungen Die Linke be-

Diese läßt die vor Schikane. Die Einnahmen fache in Silber; weisen, muß aber am nächsten Tage Wenn von sol<en Bedenken au< noh nicht oft die Rede ; < in finanzfritishen Zeiten fehr | Z1hlungen über 20 Der Abg. Weber meinte gestern, man müßte um 1000 Æ in Silber zu zahlen. rd er bet seiner körperlihen Kon- 14 000 in Gold wiegen | Zweitens wünschen

ht, geht es uns s{<le<t. dies wirt saftlihe dies wir tli

tände des boben Ri

er kann es nicht zurü>- 500 oder 1000 in Gold

wird man do oft davon man wird in Silber zurü>weisen.

ja einen Dieaftmann mi < meine, 10 Pfund Silber wi

stitution am Ende

begonnene Bauten werden its[os und damit existenzlos. die Arbeits[osizk-it hat no< nicht

Verteuerung Arbeiter bemerkbar gemacht, Bürgertums.

legen gelassen,

vandelspolitif mittel hat si< Jondern bis tief Kleine Beamte

Srsparnifsse ¡ju ma Der preußische preußishen Ab Ÿwendungssu

no< tragen fönnen. aber au< s<on fo viel wie 1000 A in Silber. Erhöhung des Umlaufs in Silbermünzen. Der Ver- Hätten wir no< die Taler, so wäre das Ich bin für eine Vermehrung von evölkerung. Das Metallgeld verdient auh aus hygienischen hat man fkein großes erden vom Publikum so sind wir durchaus als ganz kleiner

niht nur für die Reihen des

müssen ihren Haushalt einschränken. < in seiner Etatsrede se zu einer Kapuzinade gegen die Ver- Kreisen aufgeshwungen. nts, in die au< John hat aber auch zuglei bemerkt, wie < die Ausgabe für das Heer der Privat- Unsere Hohschutzollpolitik leistet den Wirkungen der Kartelle Vorschub, ja, sie bedingt fie daß das Koblensyndikat fo Die Klagen über den hohen wo bleibt denn der Segen für den man s\ih von der neuen Handelspolitik ver- Gamp: Kolossale Lohnsteigerung !) Wo bleibt gerung? Die unteren und mittleren Volks- eise durh die hohen Zölle belastet. reise, die Steigerung der Steuern. von der Regierung eine Enquete terstaats\ekretär für überflüssig

Staats)ekretär

au wir eine kehr bedarf des Bedürfnis no< viel tär 15 auf 25 A für den Kopf der B jedenfalls den Vorzug vor dem Zu Ländern mit vielem Papier Die vielen kleinen Scheine w Was das Sche>kwesen betriff Förderung des Sche>wesens.

Wir in Hamburg können als Vorbild für das | Es ift zu bedauern, daß der Ueber- erem Umfange benußt wird; daß nun hedgeleß eine sehr bedeutende Wirkung ausüben | ir werden ja dafür stimmen, um der Gold- wir dies Mittel nicht | Die Gefahr Zustände täuschen. nen Punkt n Spitze gestellten Pyramide. Wir deal, daß für jede Verpflichtung und | anden ift. Es ist von der ung der Ursache, weshalb |! t dringend |; Reichsbankpräsidenten das | er ohne Vorurteil an diese Dinge herantreten und das men wird, was wir brauchen können. Die Enquete, die : werden soll, begrüßen wir mit Genugtuung, weil sie Ge-

hen, ja, fie Finanzminister eordnetenhau

t in Privat Papierumlauf,

und anderen e wohl an die Berliner Restaura 8 geführt wurde Summen dur

wirtschaft verloren gehe

zurü>yewiesen.

Geschäftsmann

einem Jahrzehnt. übrige Deutschland weisungsvekehr nit in größ aber gerade das S wird, bezweifle ich.

währungépartei den Ei

üßte unmögli sein, le vorschreiben kann. legen die Frage nahe :

bobe Koblenprei

drohen hat ? (Abg. ese kolossale Lohnstei ¡dichten werden in une u kommen die h

nwand abzuschneiden, da um irgend eine Erleichterung zu

, daß wir uns über unsere eigenen Zusammenstrômen der Goldmittel auf ei r uns dem Bild einer auf die find unendlih entfernt von dem I edem Punkte die Goldde>ung ‘ije wird dies besonders hervortreten.

Diskontpolitik die Rede gewesen. Eine Frankrei fo viel günstiger im Ban erforderli<h. Wir haben zu dem neuen

rhôrter W belebt ei rter ohen Mietsp r ein 9 wurde uns Auh ih halte sie nicht mehr für nötig. der neue Neichsbankpräsident Und. der au< der Unterstaatssekretär gesagt haben niht gerüttelt werden D o mehr, als die ganze J her Vorstoß sein leit schaffen, die

ranzösishen

nterpellation

f , Vertrauen, da für uns entne veranstaltet

bimetalliftis,

dadurch zu erhöhe ablkraft des Silbers

man gezwungen werden foll, nit bis ¡u 20,

legenheit geben wird zu Vorshlägen au von unserer Seite, Bisher ist in der Presse nur die Gegenseite zu Worte gekommen. Leider ist für das Volk im allgemeinen diese ganze Frage ein Buch mit sieben Siegeln. Wie verfehlt das Argument des Abg. Kaempf hinsihtli< unserer sogenannten fäls<hen Wirtschaftspolitik gewesen it, wurde gleich darauf vom Freiherrn von Gamp nahgewiesen. England mit seinem reihandel hat den glei<h hohen Diskont wie wir. Unsere Wirt- hafispolitik hat dahin gewirkt, daß wir für viele Dinge, die wir früher im Auslande fauften, nun das Geld im Lande behalten, daß unsere landwirtshaftlihe Produktion erheblich gesteigert ist, und „wir follten dahin kommen, sie so weit zu entwideln, daß wir kein Weizenkorn mehr vom Ausland zu kaufen brauhten. Troßdem diese Beweisführung s{lüssig i, wird allerdings der Abg. Gotbein das Pferd des Abg. Kaempf no< weiter tummeln. Unsere Wirtschaftspolitik ganz allein hat uns noh gestattet, daß wir bis heute unsere Goldwährung Aaufre<t erhalten konnten. her haben wir denn überbaupt no< eine Goldwährung ? Sie ift ja nur

.no eine Fiktion. Wir geben zu, die Goldwährung ist ein großer

Schay für die Hochfinanz, nur niht für das Volk, und was nüßt mir ein {ônes Mädchen, wenn andere mit spajzteren gehn. Wir glauben, daß auf dem Gebiete des Münazumlaufs mit un- beweisbaren Behauptungen gearbeitet wird, z. B. mit der, zu- der sich wohl naher der Abg. Goth-in bekennen wird, daß wir etwa 4 Milliarden Goldmünzen im Volksumlauf hätten. Das ist zurü>zuführen auf Mitteilungen, die dem Schaßzsekretär in Washington von interessierten Kreisen übermittelt sind, und die dann hier, als von--einer großen Autorität stammend, weitergegeben werden, Erst wenn wir eine Zählung der wirkli<h im Umlauf befindlihen Goldmünzen veranstaltet haben, werden wir ein Urteil gewinnen und wissen, wieviel Goldmünzen in den Schmelztiegeln der Industrie vers<wunden find. Der Abg. Dr. Südekum rühmte Burns einen ihm ats Sozialisten. eigenen Scharfbli> nach. 1904 hatten wir an Sparkaffenbüchern 17294217 Stü erreiht, mit andern Worten, jeder dritte Mens in Deutschland verfügte über ein Sparkafsenbuh. Der Gesamtbetrag war 1904 11,9 Milliarden Mark ; er hatte si< 1904 um 2,9 Milliarden erhöht. Da rühmt der Abg. Südekum Burns Scharfbli> nah. Ih will nur wünschen, daß, wenn in den sozialdemokratishen Parteien und Fraktionen anderer Länder wirkli< so viel Einsicht vorhanden ist, als der Abg. Südekum behauptet hat, wir in Deutschland ebensolhe Sozial- demokraten haben möchten.

__ Abg. Gothein Ee Vagg.): Bevor ih auf die Interpellation eingehe, möchte i< einen Jirtum des Grafen Kanitz richtig stellen. Er hat den Wechselumlauf in den leßten Jahren auf 25 920 Millionen angegeben. Allerdings hat der Reichsbankpräsident ebenfalls mit der ftarken Zunahme unseres Wechselumlaufs gerehnet. Wenn, man aber einfah aus der Wechselstempelstzuer den Betrag des Wechselumlaufs bere<nen will, erhält man eine mindestens viermal zu große Zahl, denn die Wechsel laufen do< gewöhnli<h nur drei Monat. (Zuruf des Grafen Kanitz: Es war der E Nein, das ift fals<. Von einem Jahresumlauf können Sie bei dieser Ziffer niht reden. Ih möchte dem Reichsbankpräsidenten nichts An- genehmes sagen, denn wenn ihm von der Linken noch mehr An- genehmes gesagt würde, so könnte ihm das \<hädigen, gerade so, wie wenn er vom Abg. Raab gelobt wird. Daß der Abg. Raab es fertig gebra<t hat, dem neuen Präfidenten der Reichsbank nah seinen gestrigen Auseinandersezungen no< sein Vertrauen zu er- flären, hat mi allerdings in Erstaunen geseßt, denn er hat gestern von A bis Ï etwas anderes gesagt, als der Abg. Raab heute. Wenn er aber dem Abg. Kaempf vorwirft, daß er Gespenster sehe und an der Goldwährung rüttele, sodann aber erklärt, die Goldwährung sei an allem s{<uld, dann kann der Abz. Raab allerdings von uns ni<t verlangen, daß wir diesé° gewaltsame Logik mitmathen. Wir haben no< die gzwöhnlihe Logik des gesunden Menschen- verstandes, niht eine so sprunghafte wie er. Gegenüber Anträgen und Interpellationen des Grafen Kaniß haben wir alle Ursache, recht vorsichtig zu sein, denn bezüglih der erhöhten Kopfquote heißt es ausdrüdlih, daß sie vorläufig um 10 M erhöht werden möchte. Die Herren von der Rechten wissen ganz genau, daß Ke später diese Quote no< weiter erhöhen wollen, wenn man fih inzwischen etwas an sie gewöhnt hat. Der Abg. Raab spra<h au die Loffaung aus, die Enquete würde wirkungsvoll sein und Licht bringen. Ich meinerseits hoffe, daß, wenn der Abz Raab jugezogen wird, sie au<h ihm Licht bringt, und habe die Ueberzeugung, daß das außerordentli< notwendig ist. Auh zu dem Reichs- bankpräsidenten habe i< das Zutrauen, daß ihm bei weiterem Nat- denken niht mehr viel Neues einfallen wird, selbs wenn die Enguete zustande kommt. Wenn der Abg. Raab meinte, daß es bier S eger und Besiegte gegeben habe, und daß letztere die „Bankokratie“ ge- wesen sei, so ist er in vollständiger Ünkenntnis. Die Hochfinanz hat nicht das geringste Interesse an dem hohen Geldsate, denn auf der einen Seite wird das ganze Emissionsgeshäft damit lahm gelegt. Die Effektenbestände der Banken erleiden ferner dur diesen boben Bankdiskont außerordentliche Verluste. Alles das aber ist den Derren, welche die „Bankokratie“ anklagen, unbekannt oder berzlih gleihgültig. Wiederholt ist der Fall eingetreten, daß die haute

| financo der Erhöhung des Reihhsbankdiskonts widersprochen bat,

die Bank aber glei<hwohl damit vorging. Die naive Auffaffung, daß für jede Forderung in der Welt die De>ung in Gold parat sein soll, ist mir in meinem Leben bisher no< nit vorgekommen. Das ist eine völlige Verkennung aller Verhältnisse, darum ist die Zuziehung des Abg. von Raab zu der Enquete eine doppelte Not- wendigkeit. Wie die von ihm verlangte Goldzählung vorgenommen werden soll, hat er nit verraten. Die jüngste Höhe des Diskonts war ja sehr unbequem und ist es no<. Aber die ganze Finanzlage war son vorher, 1906 und 1907, eine sehr gespannte; die Ansprüce

| der Industrie mußten immer mehr herabgeshraubt werden,

und die verlangte Zurückhaltung der Industrie ist au< Tatsache geworden. Der Topf war aber \{ließli< voll, ein Tropfen konnte ihn zum Ueberlaufen bringen, und dieser Tropfen wurde dann von der amerikanis<hen Krisis geliefert. E3 gibt nis Notwendigeres, als daß die Barkpolitik die Ueberspekulation dur Anziehen der Diskont- \hraube einzushränken in der Lage ist. In Amerika haben wir eine gewaltige Ueberspannung der Produktion gehabt, zumal im Gebiete der Eiseniudustrie, aber au< in der Kupferproduktion. In den leßten drei Jahren find über 5 Milliarden Dollar neuer Werte eshaffen worden. Da mußte do< der überangespannte Markt ließlich überlastet werden; der große Kra<h war unausbleiblih. Bei uns haben wir in sehr bedeutenden Indust:iezweigen no< eine sehr ausgedehnte Beschäftigung, so im Kohlenbergbau und in dem weiten Gebiete der Elektrotechnik. Wir haben no< kein Necht, von einer Krisis bei uns zu reden. Einen Rü>kgang der Aufträge haben wir ja in der Eisenindustrie, aber au< hier sind in jüngster

| Zeit große neue Aufträge erfolgt, welche die Weiterbeshäftigung der

Arbeiterschaft im bisherigen Umfang ermöglihen. Die Groß- industrien haben alle damit gere<hnet, daß ein Abflauen der Konjunktur über kurz oder lang eintreten würde. Im Bs stellt überdies naturgemäß der Großhandel viel größere nsprühe an den Geldmarkt als die Industrie. Der Besitz amerikanis<er Effekten und Fonds ist für Deutshland absolut kein Unglüd>; es ist für kritishe Fälle, für den Kriegsfall sogar not- wendig, daß wir solhe Papiere in großem Umfange abstoßen können. Aber das ist ja das Sonderbare, daß manchmal von maßgebender Seite, ja vom Reichskanzler selbst, Anleihen dem deutshen Markte empfohlen wecden, die dem deutshen Volke und der deutschen Volks- wirtschaft keineswegs zum Nutzen gereichen. Jh habe seinerzeit vorausgesagt, daß der russishe Handelsvertrag nur durchzusetzen sein würde, wenn man eine russische Anleihe in Deutschland zula}se; das ist eingetroffen wie das Amen in der Kirhe. Warum hat Frank- reis niht nôtig gehabt, die Diskontshraube anzuziehen? Frank- reihs Handelsbilanz balanciert fast vollständig; es brau<t kein Getreide, kein Vieh einzuführen, außer Spezialitäten. Frankreih hat aber au< ein enormes Plus dur< den Fremden- verkehr und einen enormen Besiz an fremden Effekten. Der Bevölkerungszuwachs Frankreichs is zudem gegen den Deut <lands vershwindend. Der Abg. von Gamp meinte, das freihändlerishe Eng-