1908 / 15 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

' f gewissen Modalitäten auf die Details brauche ih niht einzugehen, s? sind ja den Herren allen bekannt —, daß die Organisation dieser Knappschaftsorgane von der Reichsgesezgebung im allgemeinen nicht berührt wird, und daß die Gewähruag von Renten über die reihs- geseßlihen Renten hinaus der Landesgeseggebung oder der Saßzung

vorbehalten ist. Wenn das Reich man si< vielleihßt die Sache so, über die reihsgeseßli>e

der sein, daß das Zustandekommen der

Beiträge, in der Höhe der Leistungen von dem übereinstimmenden Beschluß der Aeltesten und der Werksleitung abhängig sein würde.

Also, meine Herren, ih glaube, wir

sehr verbessern, wenn da das Reich einträte. Das Reich steht überdies den Verhältnissen und würde au< in Zukunft den Verhältnifsen im Bergwesen praktis< viel ferner stehen, als gegenwärtig die Re-

gierungen der Einzelstaaten. Unsere

besiger und die einzelstaatlichhen Bergwerksverwaltungen das au< die Herren Sozialdemokraten, -unter vier Augen zugeben geben si< Mühe, für die Interessen der Arbeiter zu sorgen. (Widerspru bei den Sozialdemokraten.) Ste das zu tun, und sie haben au< manche Erfolge in Sehen Sie si die Verhältniffe in dem Saar- . gebiet usw. an. (Na, na! bet den Sozialdemokraten. Ruf : Claus- thal !) Nun, meine Herren, diefe Verwaltungen der Einzelstaaten

werden mir

geben ih Mühe, - der Richtung erzielt.

stehen den Verhältnissen foviel näher, handeln würde,

glüden würde, als den Organen der Reichsverwaltung. Reichsbergverwaltung. Allerdings könnten wir praktif<e Bergleute heranziehen; die würden aber, da die Arbeit do< in gewissem Sinne’ am grünen Tisch geleistet wird, fehr bald veralten und verknöchern, se würden diejenige Fühlung mit dem Bergbau verlieren, die absolut rihtig! re<ts.) Ich glaube, die Herren, welche von einer reihsgeseßlihen- Regelung der Frage ih fo große: Vorteile für die Bergarbeiter versprechen, berü>fichtigen diese praktischen Ver-

J< möte daher glauben, ohne irgendwie daß ih actlos-an der Bedeutung des Berg- Bergarbeiterstandes vorübergehe daher wirkli<h glauben, meine Herren, daß in einem dem größten Bergbefiß an eine Res vision ihrer Geseggebung herangegangen sind, es si< do wohl zunä<hst einmal die Entwi>lung dieser Revision abzu- warten. (Abg. Hue: Nohmals 50 Fahre! Lachen rets.)

Der Hérr Abg Hue hat fih darüber beklagt, daß: das: preußische: Bergrecht lange Jahre stagniert habe, und er Meine Herren, die Jahre find ver- leßten Jahre können. Ste do nicht daß die preußische Bergverwaltung der Veränderung sondern sie ist

notwendig ist. (Sehr

hältnisse nit genügend. damit sagen zu wollen, arbeiterstandes, an den Sorgen des i< möhte Moment, wo die Staaten mit

empfiehlt,

merkung durh diesen Zuruf. gangen und im Hinbli>k auf die behaupten, der Verhältnisse bestrebt gewesen ,

untätig zugesehen diese Verhältnifse Dasselbe gilt für Bayern, dasselbe Sagsen, wo seit dem Knappschaftsgeseß

bemüht find, zu bessern, wollen Sie mit der damit verkennen Sie damit komme ih:

gesagt habe, zurü> die ganze Kon- f des Reichs zu den Einzelstaaten (sehr ? rihtig! re<t3), und diese Konstraktion zu verkennen, davor sollte man Gewiß werden wir alle, gleihwie es der Herr Abg. Hue in seinen S{lußworten ausgesprochen hat, das wie besonderen und \{<wierigen Verhältnissen der ein so großes Kontingent unserer Arbeiterschaft ausma>t, für die Regelung der Versorgung des Bergmanns fekbft, seiner Angehörigen, seiner Nachgelafsenen zu sorgen. Aber den Einzel- staaten die Möglichkeit und den Willen purs abzusprehen, daß fie und um deswillen zu fagen: weil ihr uns nicht gefallt, deswegen wollen’ wir es von Reichs wegen mahen, den ih nit mitgehen kann. (Bravo!

greifen. Meine Herren, auf das, was ih eingangs struktion des Verhältnifses

sit hüten. (Sehr richtig! rets.)

Bestreben haben, einem Stande

gegenüber, der unter arbeitet,

dort Besserung hafen,

meine Herren, das ist ein Weg, rets.)

Auf Antrag des Abg. den fast das ganze Haus konservativen unterstüßt , Interpellationen siatt.

Abg. Dr. Senn der Reichstag für die Ber

ist. Man kann ja allerdings be eine [pezifisy preußishe Frage, mit der Reichsgeseßgebung und sei. Aber angesichts pellationen Anlaß gegeben hat, aufgeworfen, wir An der preußishen Bergge

rühmend hervorzuheben, da eine Vereinbarun erzielen; andererseits vertreter, die sti lassen können.

dru> und wird Regierung fi< auf die Erörterung rührenden Fragen niht einläßt und

deren Erörterun sevnoye

der

macht

Versicherung hinausgehenden Renten eine Mindestanforderung stellt. Eine andere Regelung kann ih mir augenbli>li< niht denken. Nun, würde das wirkli<h zu dem ver- besserten Zustande führen, den Sie anstreben? Wenn das Reich für alle Knappschaftsorganisationen geseßli< die Höhe der Beiträge und der Leistungen gleihmäßig fixieren wollte, so würde dies einerseits den verschiedenen Verhältnifsen im Bergwesen, wie wir fie in den einzelnen Teilen des Reichs haben, nit gere<t werden, andernteils aber würde dies einen starken Eingriff in die Selbstverwaltung der Knappschaftsorgane in ih {ließen und der Selbstverwaltung nur ein sehr geringes Feld der Tätigkeit freilassen. Wie wenig erwünscht den Beteiligten eine Beschränkung der eigenen Ordnung ihrer Angelegenheiten ift, ergibt ih aus dem Vorgang im Oberbergamtsbezirk Dortmund, wo ein Zwangsstatut hat oktroyiert werden müssen. :

Nun, meine Herren, wenn wir von Reichs wegen die Regelung in die Hand nehmen würden, so würde au< hier Vorsorge zu treffen sein, daß bei einer Lage der Dinge, wie sie jeßt im Oberbergamtsbezirke Dortmund gegeben ist, gleichfalls einZwangsftatut okiroyiert werden könnte. (Zuruf bei den Sozialdemokraten : Das Geseß würde aber ein anderes werden !) Das ist eine Frage für ih; aber der Effekt würde immer

ein Statut zu \tande zu bringen, es ihnez viel beser

Herbst vorigen vorliegt. In dem Moment, wo die Einzelstaaten.

Dr. Bur>hardt (wirtsh. Vagg.), bis auf einen Tei der D

findet eine Besprehung der drei

Zunätst muß ents andlung dieser Frage überhaupt zust Lauvten, es handele si< hier um die nur künstli<h in Zusammenhang der Reichskompetenz gebraht worden des Vorkommnisses, sehen wir r allgemeinen Interesses und der deutschen Peheilurdewegzng überhaupt ehe

Res

zwishen Arbeitgebern bre

im preub n Abgeordnetenhause ni

t nah außen hin von der Bevölkerung gar nicht vers

eingreifen sollte, so denkt daß das Reich für diese

Satzung in der Höhe der

würden den Zustand nicht so

einzelstaatlihen Bergwerks-

glaube i<,

daß, wenn es si< darum

Wir haben keine

unterstreiht diese Be-

habe , aeu zu ordnen.

gilt für das Königreich Fahres eine Novelle zum

Reichsgesezgebung ein-

dem Bergarbeiterstaude

ieden werden, ob ändig

das zu den Inter- hier eine Frage des

uns niht entziehen können.

von 1906 ift ¿ebenfaus Möglichkeit gegeben ist, und Arbeitera zu au Arbeiter- t vernehmen einen s{le<ten Ein- tanden, wenn die solher die Allgemeinheit be-

Reichstag

+ der Werksbesiß © punkt steht & 1907, die. do<h wahrhaftig nicht auf dem : und Kapitalisten steht. 1 sondern um

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[4 k j Arbeitern daran lag, * geber hatten den

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- F< muß auf das tiefste bedauern,

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- Es ist sehr zu bedauern, da

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Þ Nach den mir vorliegenden Ta

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(Abg. | Zahlenmaterial an. Hue: Die sind Ihnen über den Kopf jet {hon gewathsen!): ÿ Zahlenmaterial an.))

L Hie die preußische Novelle haben .niht nur ationalliberalen, sondern au< das Zentrum gestimmt, ein Beweis, daß es doh nit so shle<t sein kann, wie es gemaht wird. Mit aller Entschiedenheit sprehe i< mi< dahin aus, daß die Einführung eines allgemeinen deutschen Berggesebes, wenn nit notwendig, so do< in hohem Grade erwünscht ist. Das hat seine große Bedeutung gerade au< den Arbeiterverhältnifsen gegenüber. Das allgemeine deutsche Recht der Freizügigkeit ist bisher den Bergarbeitern in Deutschland -no< ni<ht gewährleistet. Der Verlust an Krankengeld und Pension tritt ein, wenn ein Berg- arbeiter von einem Staat in den anderen übergeht. Das wider- spriht der Grundlage der Krankenkassengesezgebung. Ih habe namens meiner Fraktion auszusprechen, daß es s der Bedenken der Regierung das Richtigste wäre, diese ganze Materie reih8- esezlih zu regeln. Den Anlaß zu hat der Streit im Ruhrgebiet gegeben. Wh hätte es be- grüßt, wenn die Regierung selbst ein ungefärbtes Bild der Vorgänge geo bätte. Den guten Glauben des Abg. Hue will ih nicht ezweifeln, seine Objektivität aber muß ih bezweifeln, weil er selbs Mitglied der Stebe erkfommisfion gewesen ist. Glauben Sie do< nicht, daß die Unternehmer fo unmens<li< ge- wesen wären, den Arbeitern das nit zu gewähren, was sie ihnen hon zugestanden hatten. Es war aber auf Grund der Novelle not- wendig, die einzelnen Bestimmungen der Knappschaftsvereine einer einheitlichen Regelung zu unterwerfen. Ein solhes Statut müßte ausgearbeitet werden. In monatelanger Arbeit haben {ih die Dele- gierten der Arbeiter und Unternehmer bemüht, ein Statut festzustellen, das die beiderseitigen Interessen befriedigte. Die erste General- versammlung verlief leider refultatlos. on damals hatten die Werksbesizer ganz erheblihe Konzessionen emaht. Sie waren bis zur äußersten Grenze gegangen, zu dex sie ents<lossen waren. Das hat vielleibt auf seiten der Arbeiter den Gedanken hervor- gerufen, daß die Werksbesißer eine Moa@&tyrobe machen follten. So ist es do nit gewesen, denn in ver nachherèigen Verhanblung haben die Werksbesiger einen Antrag gema<ht. Man hat si< nachher no< zu einigen gesu<ht, und am 11. Oktober ist man zu etner Einigung gekommen, man hat die Vorschläge der Werksbesißzer im allgemeinen angenommen. Die Werksbesitzer hatten in ihren seitherigen Statuten den geseglihew Bestimmungen durchaus ent- fvrohen, und eine Aenderung wäre an \ih nihè notwendig gewesen. Man erklärte f< aber bereit, das Krankengeld und das Sterbegeld zu erhöhen und die Berginvalidenrente niht auf die Reichsrente anzurehnen. Eins blieb übrig, und das war der Streitpunkt,, der zu einer Einigung ni<t geführt hat, die Art, wie das Kindergekd ver- teilt werden follte. Es handelte sh um einen Betrag von 92 Millionen jähzeli<h. Die Werksbesißer sollten sie niht sparen und in ihre Tasche fließen lassen, sondern sie entsprehend verteilen ; man sollte mit Arbeitern“ darüber zu einem ersprießlichen Ergebuis kommen. -Wer am 31. Dezember 190? berechtigt war, Kindergeld zu beziehen, der sollte es au< weiter beziehen. Was haben nun die Arbeiter erlangt ? Jch gebe zu, daß: ein großer Teil ihrer Wünsche nicht erfüllt worden is und au< ni<t erfüllt wexden konnte, daß die Arbeiter erheblihe Abstriche gemacht? haben. In' der Generalversammlung aber kan ein erneuter Antrag bezüglich: des Kindergeldes, der über die früheren Ansprüche hinausging. Die Werksbefitzer mußten annehmen, daß es den Arbeitern: daran lag, 5as Statut zu Falle zu! bringen. Dazu kam das Verlangen nah einer ebeimen Abstimmung. Man kann do arlament und Knapp- schaften nicht vergleichen. Sie: (zu den pzialdemoëkraten) wollten ontrole üben und die Aeltesten festlegen, und der nit dem gefvlgt wäre, was die Organisation Gine unverdêchtige Zeitung, wis die „Frank- hat ebenfalls die Meinung vertreten, daß den das Statut zu Falle zu bringen. Die Arbeit- Eindru>, daz sie vergewaltigt werden sollten. So verlief die Generalversammlung vom l. Oktober ergebnislos. Dazu wurde ein Vermitilungsvors<lag gemacht; wona< 2 -Z von den Arbeitern und 2 H: von den Arbeitgebern getragen werden sollte. daß eine Ginigung; niht zustande gekommen ift, aber die 200 000.4 Mehrbelastung auf seiten der Ünternehmer waren es nit, was eine #29 wichtige Aktion zum Scheitern brachte. Auf beiden Seiten bestand das ‘Mißverständris, daß das* Statut aufoktroyiert werden ollte. Gs: wäre zu einer Einigung ommen, wenn das - Mißverständnis niht gewesen wäre- vie Verhandlungen nit wieder auf» enommen worden find. Ih will ni<ht Del ins- Feuer giefen.

ir wollen sehen, wie es mögli ift, eine fo tige Vorlage für Arbeiter und Unternehmer ins Leben zu rufen und die Erregung zu beseitigen, die in Arbeiterkreisen vorhanden is. Will man Licht und Schatten glei verteilen, so darf man nicht bloß den Arbeitgebern Vorwürfe machen; auch die Arbetter find hartnädtig gewesen. Es find den Arbeitorn dur< das Statut große Vorteile gewährleistet worden. en ist eine Steigerung des Kranken- Wulionen in hervorragendem Maße in Aus\ich gestellt worden. Le edner führt dafür das entsprehende Der Vertreter des Handelsministers hat: in der Versammlung vom Dezember die Arbeiter auf diefe Zugeständnisse er ausdrü>li<h hingewiesen. Auf demselben Stand» die „Soziale Praxi9* in ihrev Dezembernummer von Boden der Werksbesiger Es handelt si hier niht um ein paar Mark, äußerst wichtige präjudizielle Entscheidung. die Frage niht dur<h Abstänmung

Kompetenz zurü>zieht. die Nechte und die N

nur eine’ wehe dem, bes<lossen: hatte. fuiter Zeitung“,

geldes, des Sterbegeldes und der

eine ei einr Interpellation könnew wir entsheiden. Aber diese Aussprache hat nur Wert, wenn sie dazu: bei- trägt, ni<ht die Kluft zu ‘erweitern, sondern den Frieden wieder herzustellen. Den Standpunkt verlassen wir ni<t. Wir verurteilen weder die Arbeitgeber, no<: die Arbeiter. Wir be- rüdsihtigen au die psyhologischen Verhältniffe, die hier eine be- deutende Rolle spiclen. Es kann der Weg der Verständigung be- schritten werden. Bei alien Verhandlungen hat der. Vertreter des vreußishen Handelsministers eine ausgezeihnete Vermittler- tätigfeit ausgeübt unter Berücksichtigung der beiderseitigen Inter- essen, und das ist au von beiden Seiten anerkannt worden.

ie preußishe Regierung hat nun aber weiter die Pflicht, alles zu tun, was zu einem gedethlichen Ende führen kann. Auch eine parlamentaris<he Aktion unter Teilnahme der verschiedenen Parteien wird etwas zustande dringen können. Wir werden dabei au< fozialdemokratishe Anre ingen niht um deswillen ab- lehnen, weil sie von der Sozialdemokratie kommen, fondern alles be- rüdsihtigen, was zum gedeihlichen Ziele Prt, Meine Freunde werden alles tun, was die Verhandlungen friedlihen Sinne fördern kann. Wir untershäßen nicht die Gefahren des Bergarbeiters und seine Be- deutung für unser Volk und für unsere Industrie. Wir müssen die Interessen der Arbeiter in Verbindung mit den Interessen der Arbeit- geber erkennen, dann werden die Gegensäße immer mehr s{winden. Die beiderseitigen Interessen auszugleichen, das ist der Wunsch unserer gesamten Fraktion.

Preußischer Geheimer Oberbergrat Meißner: Der Abg. Hue hat der preußischen Regierung vorgeworfen, da fie in der Berg- gesezkommission des Abgeordnetenhauses öffentli<h andere Zahlen über das Nullen mitgeteilt hätte, als vertraulih; öffent- li< seien nur Zahlen bis 6 °%/ auf westfälishen Gruben angegeben, während vertrauli< Zahlen bis 28 %/% mitgeteilt seien. Wenn damit gesagt sein soll, daß die preußishe Regierung absichtlih falshe Zahlen mitgeteilt hätte, so müßte ih diesen Vorwurf auf das entschiedenste zurü>weisen. Ich habe allerdings im Abgeordnetenhause mitgeteilt, daß dur<s<hnittli< mehr als 2 9/0, auf einigen Gruben mehr als 3 %/o, genullt sei, und babe dana den monatlichen Ver- lust der Bergarbeiter angegeben. (Der Redner verliest seine damalige Erklärung im Abgeordnetenhause.) Wir haben aber auch hugegeben, daß in einigen Fällen allerdings beträhtli< ho genullt sei. Wir haben keinen Anlaß, irgend etwas zu“ vershweigen. Wir haben dann vertraulihe Mitteilungen über das Nullen auf einigen Zechen bis zu 28 9/0 gemaht, wir haben dies vertraul

si< hinter die einzelstaatliche

mitgeteilt, wir gar nicht berechtigt waren, derartige tteilungen,

diesen Interpellationen |

' preußisches Abgeordnetenhause

weil

Din behandeln, zu veröffentlihen. (Zwischen- Sage.) Es handelt si< ni<ht um bergaussichtliche Studieren Sie näher das Beragesebe fo werden

ild b:kommen.

rein private rufe des Abg. Dinge, Herr Sachse. Sie über die Befugnisse der Bergbehörden ein klares Es handelt si niht um bergpolizeiliche Sachen, sondern um rein wirtschaftliche, und der Handelsminister ist nicht berechtigt, über der- artige wirtschaftlihe Dinge der einzelnen ehen eine ôffentli<he Mit, teilung zu mahen.- Wir sind sogar im Zweifel gewesen, besonders ih persönli, ob der andelsminifter auf Grund des Berggeseges, das ihn befugt, statistishe Nachweise zu verlangen, solhes Material haftlihe Dinge verlangen kann, aber wir find nicht

über rein wirts j bere<tigt, es öffentlih mitzuteilen. Das ist der einzige Grund vertrauli< mitzuteilen,

grwclew der uns nôtigte, die Sache u< aus einem anderen Grunde wäre es durchaus verfehlt gewesen, diese Zahlen öfentli<h mitzuteilen, weil der riede zwischen Arbeit, gebern und Arbeitnehmern dadur unnôtig gestört worden wäre.

Abg. von Proctanien (dkonf.) : Meine politishen Freunde haben ih diesmal nit für eine Besprehunz der Interpellationen entscheiden können, weil fie glauben, daß sie dur< die Erklärung des Staatssekretärs hinreihend beantwortet woxden sind, und weil wir bei der Geschäftslage des Haufes es mit fo vielen wichtigen Angelegenheiten zu tun haben, daÿß wir P auf eine weitere Besprechung verzihten zu können, um fo mehr, als positive Vorschläge nur in sehr geringem R gemacht roorden find. Der Interpellant von der sozialdemokratischen Seite ift über die großen S&wierigkeiten in bezug auf die Berg- und Knappschaftsgefeyz- gebung ziemli< glatt unv elegant hinweggegangen. Was wir von ihm gehört haben, war ein alies bekanntes Lied, ein Feldzug gegen H ag en, gegen die pveußishe Staatsregierung und das preußis arlament, und wir fönnen nit einsehen, wie diefe Ange enne irgendwie einen Anlaß dazw gibt. Wir batten 1906 in utshland 119 Knappschaftsvereine mit zusammen 767 639 Mitgliedern. Davon entfallen auf Preußen allein son 72 Vereine, also die größte Zahl, und wir finden, daß Preußen: dur< as zur Verabschiedung gelangte Knapp|\caftsgejoy im Bee rif ist, diejenigen Maßnahmen zu treffen, die zur Reorgani- tion des Knappschaf28wesens notwendig sind... Dieses Gtfey ist im sehr eingehend beraten worden, und wenn das preußishe Abgeordnetenhaus sich für cine Maßnahme entscheidet, so hat es dies bisher ftets geian unter Achtung ver bere<tigten Interessen aller Beteiligton. Die zpeeußische Gesetzgebung hat stets_ nah dem Grundsaß des Herrscerhauses ‘ebandelt : Jedem das Seine. Sie ist stets beftrebt gewesen, zum oble der minder begüterten Klaffen die Entscheidung zu' treffen. F< erinnere nur an die preußishe Einkommensteuerge]eßz- gebung. Dem Standpunkt der verbündeten Regierungen, Haß fie niht die Absicht haben,, diese Materie reihsgeseßliÞ< zu regeln, treten meine politishen Freunde gaaz und voll' bei. Wir- finden, da gerade dieses Gebiet eregelt ist in einer Form, die den momentanen Verhältnifsen Rechnung trägt. Etwaige Fenderungen Lönnen seitens der preußischen Geseßgebung vorgenommen werden. Der Abg. Osann hat sich Ege darüber geäußert, daß iw dem preußischen Gefey nicht die geheime Wahl eingeführt sei, er erÉlärte, im Namen der nationalliberalen Pavtei zu sprechen. Der Wort- führer der nationalliberalen Partei im Ab eordnetenhause, der Abg. Hilb>, hat im Gegensaß dazu auf die großen Gefahren hingewiesen, die dieses geheime Wahlreht namentlih in Oberfehlesien in bezug auf die Förderung einer großpolnifchen Agitation haben wärde, und ih gegen das geheime Wahlreht ausgesprochen. Ih möchte anheimgeben, daß si< die Abgg. Hilb> und Osann beziehungs- weise die nationalliberale* Partei: des Abgeordnetenhauses mit der des Reichstages auseinandersezen möchten; ih habe in dieser Beziehung ja nichts weiter darüber zu: befinden, ih würde daé- für eine interne Angelegenheit beider nationalliberalen Parteien halten. Der Abg. Hue hat es nun für: nötig gehalten, einen gronee Angriff gegen vie preußishe Bergwerk8verwaltung zu richten ;: er hat aber gar einen Beweis füx seine n daf ein preußifiher Staatsminister irgend welche: Entscheibungen aus gst vor irgend einer Partei: oder einer wirtschaftlichen Vereinigung trifft. Di-:fe Ansicht wird von allen geteilt werden, welche die preußische Staatsverwaltung wirkli< kennen und das Vertrauen zu ihrem Herrscher haber, daß er stets nur die richtigen Leute an die rihtige Stelle seyt. Undankbar wäre es, wenn man bei dieser Gelegenheit niht dem Kommiffar des Handalsministers An- erkennung aus\prähe für seine Wirksamkeit bei den Einigungs- verhanèlungen im Ruhrgebiet. Daß das Statut nicht zuftande gekommen ist, wird von allen -Seiten bedauert, aber die Schuld daran liegt in keinem - Falle bei der Regierung, nicht bei der Bergverwaltung. Gerade der Kommissar des R ua Geh. Oberbergrat Stein- brin>, hat fi< große Mühe gegeben, und es ist. uur zu bedauern, daß seine Vorschläge nicht Annahme CuEEn haben. Um was es si< bei dem Streite handelte, ist ja genügend erläutert. Der Vermittlungsvorshlag ves preußishen Kommissars ift von ihm mit größtem Nachdru>: und größter Unparteilichkeit / den Be- teiligten empfohlen worden. (Der Redner verlie die bezüglichen Aeußerungen im Wortlaut.) Darüber müßte man: klar werden, daß ein Weiteres: nicht zu erreichen war.. Aus welchen Gründen die: Be- sitzer einen höheren Sa ni<t haben afkzeptieren wollen oder können, kann hier niht Gegenstand der Erörterung sein. Bei Beurteilung der Verhältniffe müssen die Jateressen beider Parteien gewahrt werden;: ih: halte es allerdings für bedenkli<h, wenn man von der anderen Seite nah dem Scheitern der Verhandlungen die Gesehe gebung anruft. Es wäre erwüns<ht gewesen, wenn die Vertretung der Arbeiter fi auf eine no<hmalige Erörterung am 28. Dezember eingelassen hätte. Es wurde ja angedeutet, daß die Haltung dev Berg arbeiter nit von den. wirtschaftlihen, sondern von politischen Erwägungen diktiert war. Der polnische Bergarbeiterverband hat eine: Resolution gefaßt, wona< das Zwangösstatut Beumai beseitigt und dur ein besseres eufegt werden müsse; dies aber nur mögli, wenn ein Parlament darüber zu entscheiden habe , das nah dem allgemeinen gleiben geheimen und direkten Wahlreht gewählt sei, und în der „Bergarbeiter-Zeitung® vom 11. Januar wird im Anschluß an diese Dinge zum Eintritt in den Verband aufgefordert! Die Harmonie zwis<en Bergarbeitern und Bergwerksbesitzern, die früher bestand, ist zum größten Teil dahinz der alte Bergmann galt als die Säule einer <ristlihen köônigstreuen arbeitsfreudigen Be- völkerung. Infolge der Blüte der Bergwerksindustrie find Elemente der verschiedensten Art hinzugekommen; es haben Orga- nisationen gebildet. Sobald damit politishe Zwe>ke verfolgt werden, au< unter dem De>kmantel gewerk\shaftlicher mit dem Ziele, die bestehende Staats- und esellshaftsordnung ¿l beseitigen, so weit werden wir stets dagegen sein. ließen fich aber die Bergarbeiter auf einer königstreuen, ristlihen Grund- lage zusammen, so werden wir dieser Organisation stets gu sein, sie muß ihre Ziele aber au< in einer Form ve olgen, die si< mit dem Charakter einer <riftlihen und fönigstreuen Organisation verträgt. Förderung der Sparsamkeit, Vero besserung der Wohnungsverhältnisse, Grleihterung des Erwerbs einer eigenen Scholle, alle solhe Bestrebungen werden bon uns unterstüßt. Entschieden abeï müssen wir einseitige Be- strebungen, die mit der Sozialdemokratie gleichen Sqritt halten wollen, zurü>weisen. Ich [Wließe mit dem drin genden Wunsch, daß bei der Bergarbe terbevölkerung im Ruhr Suía re<t bald wieder Beruhigung eintritt, und bei verständigen

usammenarbeiten der Besizer und der Arbeiter eine Regelung

nappschaftswesens erfolgt, die beide Teile in ihren bere<ti Interessen befriedigt und die Bergarbeiter gegen Krankheit, l validität und Todesfall in vollem Umfange versichert. Das ift der dringende Wunsch aller meiner politishen Freunde. Mögen in diesem Sinne auch die heutigen Verhandlungen wirken!

(Séluß in der Zweiten Beilage.)

die

A Rh

Zweite Beilage

zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlih Preußischen Staatsanzeiger.

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Berlin, Sonnabend, den 18. Januar

1908,

Ä —————— Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und, Absperrungs- i maßzregelu. :

(Séluß aus der Ersten Beilage.)

Abg. Dr. Mugdan (fr. Volkep.): Die Ausführungen des Vor- redners beweisen doch, daß die Angelegenheit niht umsonst vor das orum des Reichstags gezogen ist. Es is betrübend, daß der Staats- ekretär sih abermals auf formelle Einwände zurü>gezogen hat. Die erbündeten Regierungen machen bier wiederum einen großen Fehler. Es ift das zwölfte Mal, daß die Frage im Reichstage zur Erörterung fommt; und statt dem allgemeinen Verlangen entgegenzukommen, wird immer no< von ihnen diese Taktik verfolgt. Es wird do< tatsächli< ni<t mehr allzu lange dauern, bis diese aje erfüllt ift. eute haben si< au< tie Nationalliberalen für die reihsgeseßliche Regelung ausgesprochen, und selbst die Rede des Abg. von Bro>khausen bedeutet einen Fortschritt in der Angelegenheit, denn früher sprachen die Konservativen über die preußischen Oer gu egen ee im Reichs- tage überhaupt niht, fondern der Abg. von Normann beschränkte sih auf eine kurze Verwahrung ; heute zum ersten Male haben fie in die sach- lihe Debatte eingegriffen. Ich empfinde es wie der Abg. von Bro>hausen unangenehm, daß man immer von Preußen so spricht, als ob wir {on ein halbasfiatisher Staat wären, ein guter Preuße soll do< zugeben, daß das preußische arlament keine Befähigung, diese Geseßgebung zu regeln, fundet hat; denn seit der Regelung sind die Schwierig- keiten in Preußen nur größer geworden. Das Zentrum * im preußischen Abgeordnetenhause hat zweifellos weit mehr Elemente unter s<, wie das des Reichstages, die diesen Be- strebungen si< mehr oder minder versagen, das hat der Abg. Hue nach- gewiesen ; den Nationalliberalen is dur< den Abg. von Brockhausen etwas Aehnliches dargetan worden. Das beweist do< nur, daß es mißlih ist, wenn die beiden großen Parlamente solhe Unstimmigkeiten aufzuweisen haben, und daß nur eine Aenderung des Wahlre<ts im Sinne der Einführung des Neichstagswahlre<ts fürs Abgeordnetenhaus hier Hilfe zu bringen mag Wir bestehen unsererseits nah wie vor auf der Notwendigkeit des Erlafses eines Reichsberggeseßes, weil niht eher den bere<tigten Beschwerden der Bergarbeiter wirkli a geholfen werden kann. Menn der Bergbau in den leßten Jahren Million über Million ver- dient hat, wenn die Arbeiter lesen, daß das Einkommen einzelner Besiger mehrere Millionen beträgt, so kann man das Gefühl der Unzufriedenheit der Arbeiter verstehen, wenn sie um 50 mehr für den Tag kämpfen müssen. Da wäre es eine Klugheit des Staates gewesen, den Werksbesißern zuzurufen: Seid mäßig und geht auf die Forderung der Arbeiter ein! Deshalb s<hiebe ih die Schuld an dem Scheitern der Verhandlung allein den Werks- besizern zu. Die Arbeiter konnten wegen einer Summe von 200 000 niht auf eine große Zahl von sonstigen Vorteilen und Forderungen im Interesse dex, Hygiene usw. verzichten. Die Erklärung des Geh. Rats Meißner war außerordentli<h s{<wa<. Er nennt das Nullen eine private Handlung zwishen den Werksbesfißern und den Arbeitern, aber diese private Handlung hat den Streitgegenstand der lezten Jahre gebildet. Beim Nullen if niht korrekt ver- fahren, sondern gegen das Gesetz S worden. Daher haben die Arbeiter tatsähli< re<t gehabt, die Regierung hat eine große Torheit begangen, daß sie diese Mitteilungen vertraulih behandelte, sie hâtte éffenili< feststellen sollen, daß in diesem Falle das Recht auf seiten der Arbeiter war. Es ist merkwürdig daß die Bergarbeiter aller politischen Richtungen alle gleiche Wünsche, Forderungen und Klagen haben. Deshalb sollte die Regierung nit die Interessen der großen Gruben- barone in den Vordergrund stellen. Wo es sih- um die Interessen von Hunderttausenden von Arbeitern und auf der anderen Seite um die shwerreihften Männer der Monarchie handelt, muß das Inter- esse der Arbeiter vorgehen. Hätte die preußishe Regierung in diesem Sinne gewirkt, so würden wir Frieden haben.

Abg. Dr. Höffel (Rp.): Ich will nur im Namen meiner politi- hen Freunde erklären, daß au< wir bereit find, die Hand dazu zu bieten, um alles zu tun, was Frieden und Versöhnung auf diesem Gebiete herbeizuführen geeignet ift. Mit der Ausdehnung des Berg- baues haben sih auh seine Gefahren vermehrt. Es läßt ih nicht leugnen, daß die Zahl der Unfälle von Jahr zu Jahr zugenommen und die Krankheits- und Invalidenziffern sh immer ungünstiger ge- staltet haben. Es wird sih darum handeln, einen gere<ten Ausgleih sien den Interessen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer herbeizu- ühren.

Hierauf vertagt sih das Haus.

Persönlich bemerkt der _ Abg. Spahn (Zentr.): Gegenüber dem Abg. Hue bemerke i, daß ih im Reichstage die Vorteile und Nahteile der preußischen Bergnovelle gegenübergestellt, niht s<le<thin das Gesetz als ein annehmens8wertes bezeihnet habe. Wenn von den vier Kommissionsmitgliedern des Zentrums nur drei für die geheime Wahl in der Kommission gestimmt haben, fo hat der vierte gefehlt.

Abg. Hu e(Soz.): Der Abg. Spahn verwechselt wohl die Novelle von 1905 mit dem Knappschaftegeseß von 1906. Ich habe nur von diesem gesprohen und bleibe bei meiner Behauptung, daß die Feinde der geheimen Abstimmung in der Kommission Zuzug aus dem Zentrum erhalten haben.

Abg. Spahn(Zentr.) set dieser Behauptung nohmals entschiedenen Widerspru entgegen ; das betreffende Zentrumsmitglied habe bei der Abstimmung gefeÿlt.

Schluß 61/ ge.

Nächste Sißung Sonnabend, 11 Uhr. (Fortseßung der Besprehung, icht )

euchen- und Sche>geset.)

3 Nr. 3 des „Zentralblatts für das Deutshe Reich“, erau8gegeben im Reichsamt des Innern, vom 17. d. M., hat folgenden Fnhalt : 1) Konsulatwresen: Ernennungen; Exequaturerteilungen ; ia 2) Polizeiwesen: Ausweisung von Ausländern aus dem

Jagd.

wi „Dureh den Vorstand der Deutshen Geweihausstellung ird uns bekanntgegeben, daß au die heurige, 14. Deutsche Geweih- ausftellung wieder in der Ausstellungshalle am Zoologischen Garten f ¿Eingang Portal VI an der Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirhe lane Es wird eine sehr große Zahl von Elchshaufeln, Rot- 2 <geweihen, Damschaufeln, Rehkronen, Gemskri>keln und senshaftlich interessanter exotisher Trophäen ausgestellt sein. Sg ie Eröffn ung findet am 27. Januar, Mittags 1 Uhr, der Û am 20. Februar, Abends 6 Uhr, statt. Dauerkarten zu 10 M, N alige Eintrittskarten für den 27. zu 5 H, für alle anderen Tage sowie Kataloge zu 1 werden an der Kasse im Ausftellungs-

Gesundheitsstand und Gang der Volkskrankheiten.

(Aus den „Veröffentlihungen des Kaiserlichen Gesundheits « entliungen R Ses undhelttamtes-,

Pet.

Aegypten. Nah einer Zusammenstellung in der vom Conseil sanitaire, maritime et quarantenaire d'Égypte veröffent- 190 in e Mntvten 1983 Grkrankungen (und 816 Tovetfälle) an

nz Aegypten ankungen (un esfà der Pest vorgekommen; von diesen entfallen : “i undigs leßter Fall am

152 (90) auf Alexandrien . 25. Dezember, 19 (15) , Port Said . . . . 14. Dezerdber, 10. (8) „, IMmmailia L 11. Juni, 3 (20) „, Guez. C 9. Pran 1 (—) Damiette. . - . 28. Dezember, 333 (315) auf die Prov. Keneh. . .. 28. Juli, 262 es g Assiut . . 30. Dezember, 170 (147) G Les . , 26. Mai, 126 (48) Minieh . . 23. Dezember, 72 (37) Beny Suef 28. Juli, 49 (28) Dakalieh . 17. Dezember, 43 (28) Behera . . 20. August 12 Gh Garbieh. . 12. Dezember, 1 O s Assuan . . 22. April.

Außerdem ift in der Provinz Menufieh während der ersten Tage des Januar ein f a gestorben, der {on Ende Dezember 1906 als neuer Pestfall daselbst in Zugang gekommen war.

Pest und Cholera.

British-Ostindien. In Kalkutta starben vom 1. bis 14, Dezember v. I. 48 Personen an der Pest und 235 an ber

Cholera. Cholerft.

Türkei. Auf Beshluß des Internationalen Gesundheitsrats vom 4. Januar sollen die in Konstantinopel ausgestellten Schiffspässe den Vermerk enthalten, daß ein „<holeraverdächtiger“ Kranker in der Stadt am 2. Januar abge ondert und am 3. d. M. gestorben sei. Zufolge einer weiteren Mitteilung vom 9. Januar sind von 4 <holeraverdähtigen Erkrankungen in Konstantinopel und Um- gegend 3 tödlih verlaufen, bei 2 davon ist Cholera festgestellt worden.

In Mekka sind vom 13. bis zum 28. Dezember 177 Cholera- todesfälle angebli<h unter nur 235 erkrankten Pilgern vor- gekommen; in Yambo wurden vous 20. bis 24. Dezember 107 Er- krankungen und 69 Todeéfälle gemeldet und an Bord von 3 Pilger- schiffen 15 Fälle festgestellt; in Medina sind vom 18. bis 24. De- zember 74 Choleratodesfälle unter nur 78 Erkrankten gemeldet. Im Lazarei!t von Djedda (Abu Saad) fwd vom 21. bis 29. De- zember von 128 Cholerakranken 53 gestorben. Die Gesamtzahl der im Hedjaz seit dem 13. Dezember vorgekommenen" Choleratodesfälle ist in einem amtlihen Aueweise vom 30. Dezember auf 375, die der Erkrankten auf 550 angegeben.

Philippinen. In Manila sind vom 3. bis 30. November v. J. an der Cholera 31 Personen erkrankt und 32 gestorben.

Japan. In Yokohama sind vom 29. September bis 12. De- zember v. J. 57 Cholerafälle festgestellt worden; davon entfielen 36 auf die Zeit bis Ende Oktober, 15 den November und 6 auf die ersten 12 Tage des Dezember. In den / zum Regierungsbezirk von S CRETIUER pen as BnE in T Ben N T dcians?

euerkrankungen vorgekommen. on diesen olerafällen sind 81 tôdli< verlaufen. ) |

Gelbfieber.

Es gelangten zur e auf Barbados vom 22. November bis 1. Dezember v. I. 1 Erkrankung, in Para vom 17. bis 30. No- vember 25 Erkrankungen und 13 Todesfälle, in Manaos vom 17. bis 23. November 3 Todesfälle und in Cienfuegos vom 9. bis 12, Dezember 1 Todesfall.

Pot>en.

Deutsches Reih. In der Woche vom 5. bis 11. Januar ist je 1 Po>enerkrankung in Ostrowek (Kr. Strelno, Reg.-Bez. Brom- berg) und in Friedrihse> (Kr. Neisse, Neg.-Bez. Dppeln) fest- gestellt worden.

Oesterreih. Im Küstenlande vom 15. bis 28. Dezember v. J. 2 Erkrankungen, in Galizien vom 29. Dezember bis 4. Ja-

nuar 3. Fled>fieber.

O esterreih. In Galizien vom 22. bis 28. Dezember v. I. 17 und vom 29. Dezember bis 4. Januar 30 Erkrankungen, in der Bukowina vom 13. kis 26. Dezember 26. Bei dem in der vorigen Woche erwähnten E1krankungsfall im Küstenlande hat es si<h um

Po>en (\. o.) gehandelt. ; Genid>starre.

Preußen. In der Woche vom 29. Dezember 1907 bis 4. Ja- nuar sind 16 Erkrankungen (und 7 Todesfälle) angezeigt worden in folgenden Regierungsbezirken [und Kreisen]: Reg.-Bez. Arns- I 8 (4) [Bochum Stadt 5 (4), Hagen Stadt 1, Hörde 2], Düssel- dorf 2 [Düsseldorf Stadt, Mörs je 1], Münster 2 [Re>linghausen Stadt, Recklinghausen Land je 1), Oppeln 2 (2) [Kattowiß Land, Ratibor Land je 1 (1), Posen (1) [Grâß), Potsdam 1 [Templin], S<leswig 1 [Altona].

Schweiz. Vom 29. Dezember bis 4. Januar im Kanton Bern 1 Erkrankung.

Verschiedene Krankheiten.

Po>en: Konstantinopel (23. bis 29, Dezember v. I.) 2, Moskau 3, Paris 1, St. Petersburg 6, Warschau 14, Kalkutta (1. bis 14. Dezember v. J.) 9 Todesfälle; Odessa 2, Paris 5, St. Petersburg 3, Warschau (Krankenhäuser) 19 Erkrankungen ; Varizellen: Budapest 82, Wien 121 Erkrankungen; Fle >- fieber: Moskau 3 Todesfälle, St. Petersburg 3, Warschau (Krankenhäuser) 1 Erkrankung; Rü>kfall fieber: Moskau 2, St. Petersburg 6 Todesfälle; St. Petersburg 115, Warschau (Kranken- häuser) 4 Erkrankungen; Geni>starre: Belfast (29. Dezember 1907 bis 4. Januar 1908) 3, Glasgow 4, ondon 1 Todes- fälle; Wien 2 Erkrankungen; Bißverleßungen “dur tollwutverdähtige Tiere: Breslau 3 Saraduügei: Milzbrand: Breslau, Reg.-Bez. Bromberg je 1, Moskau 2 Todes- fälle; Breslau, Reg.-Bezirke Bromberg, Schleswig je 1 Erkrankung ; Fnfluenza: Berlin 4, Braunschweig, Halle je 1, Budapest 4, London 13, Paris 3, St. Petersburg 12, Prag 1 Todes- fälle; - Nürnberg 35, Kopenhagen 93, Vdessa 26 Scfranfungen. Mehr als ein Zehntel aller Gestorbenen starb an Scharla< (DurWhschnitt aller deutshen Berichtsorte 1895/1904 : 1,04 9/6): in Bielefeld, Zabrze. Erkrankungen kamen zur Anzeige in Berlin 60, in den Reg.-Bezirken Arnsberg 181, Düsseldorf 182, Magdeburg 107, Dppeln 179, in Hamburg 39, Budapest 59, Glasgow 28, Kopenhagen 24, London (Krankenhäuser)

e gudgegeben. Aktiven Forst- und Jagdshußbeamten in Uniform wird vom L. bis cinsGlietiA 15. Februar freier Eintritt gewährt.

440, Paris 147, St. Petersburg 75, Rotterdam (1. bis 7. Januar) 32,

Wien 88; desgl. an Masern und Nöteln (1895/1904: 1,10 9/0): in Kaiserslautern, Re>linghausen, Glasgow Ea O: gemeine im NReg.-Bez. Frankfurt 107 (im Kreise Lu>kau), in Ham- urg 143, Budapest 187, Kopenhagen 161, Odessa 88, Paris 252, St. Petersburg 79, Prag 24, Stockholm 23, Wien 130; desgl. anDiphtherie und Krupp (1895/1904: 1,62 9/0): in Fürth, Solinger, Wiesbaden Erkrankungen wurden angezeigt im Landes- polizeibezirk Berlin 180 (Stadt Berlin 137), in Breslau 22, in den Reg. - Bezirken «Düsseldorf 124, Hanno 117 Magdebura 103, Merseburg 123, in Hamburg, Bud est je 35, Christiania 39, Kopenhagen 33, London (Kranken- häuser) 147, Paris 41, St. Petersburg 92, Sto>holm 24, Wien 76; desgl. an Keuchhusten in Beuthen, Erfurt, Hagen Erkrankungen agten Le See B Hamzura fa Kopentages 42; ferner wurden ungen gemeldet an us íîn effsa 26,

St. Petersburg 163, Warschau 2 i R

München, 17. Januar. (W. T. B.) Die bayèrishe Regi hat wagen zunehmender Maul- und Rau ccseubo e Einfubr von Rindvieh und Ziegen aus der ganzen Schweiz nah

VAners PeE

onstantinopel, -17. Januar. (Meldung des „Wiener K. K. Telegr.-Korresp.-Bureaus“.) Der unter dem 1s. d. M. L Foteraveridtie Fall in Stambul if von dem französischen Bakteriologen Dr. Remlinger als Cholera festgestellt worden. Die Papiere der auslaufenden Schiffe erhalten infolgedefsen einen ent- sprechenden Vermerk. Ein neuer <oleraverdächtiger Fall wird aus der

von Griehen bewohnten Vorstadt Stambuls gemeldet.

Handel und Gewerbe.

Nach der Wochenübersicht der Reihsbank vom 15. - nuar 1908 betrugen (+ und im Verglei zur Vorwolh: DA Aktiva: 1908 1907 1906

Metallbestand (der d. t Bestand an kurs- | ais fäbigem deutschen Geldeoder an Gold tn Barren oder aus- [ländishen Münzen, das Kilogr. fein zu 2784 4 berechnet)

Bestand an Reichs- kafsenscheinen . ‘+

Beftand an Noten anderer Banken .

Beftand an Wechseln

Bestand an Lombard- forderungen

Bestand an Gffekten Belies an sonstigen

Passiva: das Grundkapital

der Reservefonds

838 690 000 805 345 000 | 925 799 000 (+ 80 008 000)|(+ 82 480 000)|(+ 71 767 000)

76 319000 | 57896000 | 22190000 662 000) (+ 383 842 000)(+ 83 602 000)

34 643 000 33 540 000 32 404 000 (+ 12 875 000)|(+ 10 378 000)(+ 12 444 000) 1 164 524 000 986 173 000 891 197 000 (—132 016 000)|(—140 400 000)|(—144 609 000)

103 379 0C0 99 767 000 85 786 000 (— 74 835 000)|(— 57 944 000)|(— 28 106 000 108 005 000 | 230 994 000 163 864 000 (— 20 887 000)|(— 29 733 000)\(— 31 186 000)

119 643 000 | 116 409 000 99 045.000 (+ 5 966 000)|(+ 12 000) (+ 7 878 000)

180 000 000 (unverändert) 64 814 000 (unverändert) | (unverändert) | (unverändert)

1540 151 000 | 1 458 571 000 | 1 372715 000 (—175 566 000)|(—146 959 000)|(—142 591 000)

180 000 000 (unverändert) 64 814 000

180 000 000 (unverändert) 64 814 000

der Betrag der um- laufenden Noten .

die sonstigen tägli Fäliaen Verbind: lichkeiten

die sonstigen Passiva

573 474 000 | 559 237 000 | 558 681 000 (+ 46 197 000)|(+ 12 445 000)|(+ 834 185 000) 86 764 000 67 502 000 44 075 000 (4+ 1148 000)|(4+ 83 149 000)|(+- 196 000)

Der Metallbestand weist eine um 2,5 Mill. Mark geringere Zus nahme als im Vorjahre auf, die Abnahme des Notenumlaufes über- stieg die vorjährige um 28,6 Mill. Mark.

Canada.

Nach einer Veröffentlihung des canadishen Zollministeriums vom 4. Dezember v. F, werden bei der Einfuhr von Pferden, die in Canada zu Zuchtzwe>en verwandt werden follen, die Bescheinigungen des Verbandes der Züchter oldenburgisher Kutsch- pferde als Beweismittel für die Reinheit des Schlages anerkannt.

__ Pferde, die mit einer derartigen Bescheinigung na< Canada eins geführt werden, sind gemäß Pos. 1 des neuen canadischen Zolltarifs und der dazu ergangenen Ausführungsverfügung zollfrei.

(Aus den im 9cichsamt des Innern zusammengestellten „Nachrichten für Handel und Ane nges :

Die Bedeutung New Yorks für den Handel mit „Dry Goods“.

Der Begriff Dry Goods A i< im Deutschen in einem Sammel- namen ni<t wiedergeben. Anfängli<h wohl auéshließli< für Waren der Textil- und Posamentenindustrie gebraucht, ist er im Laufe der Feil auf eine ganze Reihe von Artikeln übergegangen, die in den erkfaufs\stellen neben den Textilwaren geführt wurden. Nah dem heutigen Stande der Dinge kann man den großen Umfang der- jenigen Artikel, wel<he in die Klasse der Dry Goods fallen, wohl am besten damit bezeihnen, daß ziemli alles zu ihr zu re<hnen ist, was in den großen Warenhäusern verkauft wird, mit Ausnahme von Glas und Porzellanwaren, Kunstgegenständen, Möbeln und Lebensmitteln. Die unten angeführten, von dem „Dry Goods Economist“ zusammengestellten Zahlen über die Einfuhr von Dry Goods im Hafen von New York im Verglei mit anderen Zoll- stellen und über die Fabrikation von Dry Goods in New York im RC mit anderen Industriestädten zeigen die Bedeutung New Yorks für diesen Handelszweig. __ In der folgenden Tabelle sind zunächst die Einfuhrwerte der führenden Artikel der Dry Goods-Branche bei sämtlichen amerikanti- hen Zollstellen aufgeführt, nebst dem Anteil, der davon auf New York entfällt. Die Zahlen gelten für das am 30. Juni 1906 abgelaufene

Rechnungsjahr.