1908 / 28 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Kreisen Boden gefunden hat, wie das in diesem hohen Hause, wie ich ja aus den Debatien der vorigen Jahre hon entnommen habe, der Fall ist. Jh hoffe aber, wir werden auch auf diesem Ge- biete vorwärts kommen. Das wird namentlich der Fall sein in dem Maße, wie ‘ein gut ausgebildetes Lehrer!nnenpersonal aus den staat- lihen Anstalten ins Land hinausgeht.

Herr Abgeordneter von Schenckendorff ist dann auf die Lehrwerk- stätten eingegangen. Ih habe {on im vorigen Jahre erklärt, daß das Kerchensteinershe Prinzip, das in München großartig und mit zweifellosem Erfolge durchgeführt ist, für unsere preußishen Ver- hältnisse grundsäglih niht anwendbar ist. Ich habe aber aus- drücklich hinzugeseßt, daß, wenn einzelne Kommunen geneigt fein follten, auf dieser Grundlage Fortbildungs\{chulen irgend welher Art zu organisieren, ih der Legte sein würde , der se daran hindern wird, und daß ich auch bereit sein werde, soweit es mir die zur Verfügung stehenden Mittel gestatten, solche Anstalten zu unterstüzen. Wenn bei der Gelegenheit spezjell hin- gewiesen worden ist auf die Notwendigkeit von Lehrwerkstätten, so möchte ich nur bemerken, daß wir da, wo die Notwendigkeit von Lehr- werkstätten sich herausgestellt hat, wo die Meisterlehre nicht das bringen kann, was in einer Lehrwerkstätte an technischen Fertigkeiten beigebracht werden kann, Lehrwerkstätten cinrihten und au Lehrwerk- stäiten haben. Wir haden sie verbunden mit den Handweikerschulen, und wir haben auch Lehrwezrkstätten in einzelnen unserer Fahschulen, ¿. B. in der Fahshul- für die Kleineisenindustrie in Schmalkalden, die aus\{ließlih bestimmt ist, Lehrlinge. auszubilden, und zwar bis zur Meisterprüfung. Das war an dieser Stelle notwendig, weil wir dort überhaupt keine Meister haben, die den Lehrlingen diejenigen Kenntnisse technischer Natur vermitteln könnten, die zur Aufceht- erhaltung jener eigentümlihen Industrie, wie sie dort seit Jahr- hunderten besteht, notwendig sind. Wir sind fecner dabei, probeweise Lehrwerkstätten anzugliedern an die Fortbildungs\chule in Posen. Das ist ein Experiment, welches speziell dem Posener Boden entwahsen ist und den Würschen der dortigen Gewerbetreibenden entspricht. Wir werden in einigen Jahren sehen, zu welchen Ergebnissen wir dort kommen werden. Gedacht ist die Sache dort so, daß die Lehrlinge das erste Jahr ihrer Lehrzeit theoretisch und praktisch in dec Lehrwerkstätte aus- gebildet werden und den Reft ihrer Lehrzeit in der Meisterlehre neben der Fortbildungs\{chule zurüdckzulegen haben. Herr von Schencken- dorf wird daraus entnehmen können, baß auch diese Frage des ge- werblihen Fortbildungss{hulwesens bei uns verfolgt und, soweit fh ein Bedürfnis herausgest:llt hat, gefördert wird. E

Ich komme nunmehr zu den Ausführungen des Herrn Abg. Feli. Der Herr Abgeordnete hat sich da zunächst auc, wie ih mit Freude konstatieren kann, anerkennend über die Tätigkeit der preußischen Staatsregierung auf dem Gebiete der Gewerbeförderung geäußert. Er hat dann aber darauf aufmerksam gemacht, daß troß der er- beblihen Steigerung der Baugewerkshulen nah seiner Auffassung immer noÿ niht die hinreichende Anzahl von Baugewerks{hulen in Preußen vorhanden sei. Meine Herren, die Verhandlungen zum Etat in den letzten Jahren habe: folange ih die Ehre habe an dieser Stelle zu stehen regelmäßig au von der Errichtung neuer Baus gewerks\{hulen Zeugnis abgelegt. Auch der diesjährige Etat bringt eine Vermehrung, und es schweben augenblicklich Verhandlungen wegen Errichtung einer Baugewerkschule in Halle.

Was die Verhältnisse der Berliner Baugewerkshule betrifft, die hier Gegenstand wiederholter Erörterung gewesen sind, fo kann ih feststellen, daß der Wunsh der Staatsregierung, die Berliner Bau - gewerkschule ebenso wie die Baugewe:kschulen in den übrigen Teilen der Monarchie zu verstaatlihen, niht den Wünschen der Berliner städtishen Verwaltung entspzict, daß aber die Wünsche bezüglih der Organisation der Baugewerkschule in Berlin, bezügli der Not- wendigkeit eines Neubaues, die Wünsche der Lehrer hinsichtlich ihrer Anstellungsbedingungen bei der Stadt Berlin Entgegenkommen ge- funden haben, sodaß zu hoffen ist, daß, auch ohne daß die Schule in staatlite Veiwaltung übergeht, allen billigen Anforderungen ent- \prochen werden wird.

Wenn dann der Wunsch auégesprochen ift, daß au in den Vor- orten eine Baugewerkschule errihtet werden möge, fo werde ih, wenn einer der Vororte mit einem entsprehenden Wunsche an mich heran- treten und sih zu den entsprehenden Beiträgen bereit erklären sfollte, gern bereit sein, ein solhes Unternehmen ¿u fördern.

Der Herr Abg. Felish is dann auf eine Reihe von Fragen ein- gegangen, die den Unterrichtsbetzieb, die Lehrpläne, die Anstellung der Lehrer an. den Baugewerks{hulen betreffen. Was zur äft scinen Wursch hinsihtlichß ter Anforderungen betrifft, der dahin geht, daß man die Anforderungen in bezug auf kie allgemeine Vorbildung heraussezen möchte, so möchte ih ihn daran erinnern, daß diese Frage bei der Beratung der neuen Lehrpläne in der Facabteilung des Landesgewerbeamts für die Vaugewerkschulen eingehend besprochen worden ist und daß die weitaus größte Mehrheit aller anwesenden Prakiiker und Theoretiker dahin ging, daß es nicht angängig sein würte, diese Anforderungen zur Zeit ina die Höhe zu \chrauber, daß es vielmehr zweckmäßig sei, bei der Aufnahme mit einer gewissen Milde zu verfahren. Meine Herren, wir sind jeßt {on genötigi, an einer ganzen Anzahl von Baugewerkssulen Vorklassen zu errichten, urm den S@{ülern notdürftig dasjenige Maß von Elemertarkenntnissen beizu- bringen, das sie in den Stand seyt, dem Unterricht zu folgen. Ich bin außerdem der Arsiht, daß man bei derartigen Sch{hulen den Schülern, die aus verschiedenen Kreisen, aus verschiedenen Lebenslagen, aus versiedenen Vermögensverhältnissen kommen, die Aufnahme- bedingungen rit allzusehr ersckchweren fol. Ich bin der Anficht, daß es aus allcemcin wiishastlichen und politishen Gründen ¿weckmäßig ift, tie Zugänglichkeit zu derartigen Schulen nicht zu veruingern, sondern im Gegenteil zu erweitern.

Es ist im Anschluß daran erneut der Wur s{ch augesprochen, daß den Schülern der Baugewerks\s{ulen die Berechtigung zum einjährig- freiwilligen Dienst verliehen werden möchte. Ler Herr Abg. Felisch hat zmar anerkarnt, daß es nit ¡weckmäßig wäre, cine derar!ige An- ortnung jeßt zu forderr, er hat aber den Wunsch autçcesprochen- daß diese Angelegenheit. als Dokiorfrage im Landeégewerbeamt erörtert werten mêdte. Ih verspreche mir von derartigen Erörterungen niht viel, denn ich bin fest überzeugt, daß das Landetgewerbecmt mir darin beitreten würde, daß es nicht im Interesse der Förderung des Baugewezrbes liegt, solhe Sulen mit derartigen Berechtigungen zu belasten. Denn, meine Herten, es ist lediglih eine Last. Wenn eine solche Schule für die Schüler die

gemein- | ifsen-

damit naturgemäß gewisse Anforderungen gestellt an die wissenschaftliche Ausbildung. -Die Zeit, die I be ft \haftlihe Ausbildung verwandt wird, wird den eigentlih technishen

Fächern entzogen. (Sehr-rl{tig!)) Wenn ih „eine -Baugewe e so organisiere, daß die j

¡um Einjährig-Freiwilligendienst geben muß, dann muß ih ferner die Zugänglihkeit der. Schule in einer nach meiner Auffassung uner- wünschten Weise beschränken. i

Meine Herren, wir wollen uns doch darüber nicht täuschen: wes- halb wird denn überhaupt immer verlangt, daß den Absolventen die Berechtizung zum Einjährig-Freiwilligendienst gegeben werden sol? Das is niht eine Ausbildungsfrage, das ist eine Standesfrage. Derartige Standesfragen wollen wir doch aus unserer Gewerbeförderung heraushalten; sie erschweren die Aus- bildung und sind nach meiner Ansicht überhaupt ein überwundener Standpunkt.

ite Herren, was kommt praktisch dabei heraus? In der Regel dienen diejenigen, die der Qualifikation zum Einjährig- Fret- willigendienst eimangeln, jeßt ¡wei Jahre; die einjährig Dienenden haben dafür eine Anzahl von längeren Uebungen zu madhen, die sie häufig aus ihren Erwerbsverhältnissen herausreißen und ihnen das Fortkommen erschweren, und wenn Sie in pekuniärer Hinsicht vergleihen, was der aufzuwenden hat, der zwei Jahre dient, und der, der ein Jahr dient, dann werden Sie finden, daß der iwei Jahre Dienende wirt\chaftlih zweifellos besser fährt. (Sehr richtig!)) Und wer fragt \chließlich heute noch bei einem Manne, der seinen lay im Leben ausfüllt, danaÿ, ob er sich die Qualifikation zum einjährigen Dierst erworben hat? Fh habe in meinem langen Lebên mit einer Unzabl vortrefflicher Männer an cinem Tisch und an derselben Arbeit gesessen, und bin nie auf den Gedanken gekommen, daß diese Männer, die durch ihre Erfahrungen und Leistungen mir ebenbürtig waren, mir um des- willen nit gleihstehen sollten, weil sie nit die Qualifikation zum einjährigen Dienst hatten. (Bravo!) Ih halte das für eine alt- modisce Forderung, gegen die ih mich vom Standpunkt meines Ressorts mit allen Kräften wehren werde, und wenn ih sie im Gewerbeamt ¡um Vortrag bringen werde, habe ich die bestimmte Hoffnung, daß die Herren dort mir folgen werden. (Bravo!) Dann is die Auswahl der Lehrer bemängelt. Herr Felish wünschte, daß wir nicht nur akademische gebildete Techniker anstellen sollen. Wir glauben, daß die Glementarfächer zu [lehren sein werden dur Elementarlehrer und die technis@en durch Lehrer, die neben einer hinreichenden akademishen Ausbildung auch die erforderliche Praxis haben. Es kann jemand ein hervorragender tüchtiger Baus gewerksmeister und darum doch nicht qualifiziert sein, in der methodisch richtigen Weise die theoretishen Kenntnisse zu vermitteln, die er praktis anzuwenden völlig in der Lage ift.

Es ist auch nit richtig, wenn unferen akademisch vorgebildeten Lehrern vorgeworfen wird, daß sie niht die nötige praktishe Vor- bildung hätten. Mir liegt eine \tatistische Nachweisung vor, aus der sich ergibt, daß unsere akademisch gebildeten Lehrer an den Baugewerk- \{hulen im Durchschnitt über 7F Jahre Praxis hinter sich haben. Ih bin mit Herrn Felisch einig, daß wir ohne hinreichende praktishe Erziehung Akademiker nicht brauchen können. Wir haben dafür gesorgt und werden dafür sorgen, daß sie diefe praktishe Vor- bildung biesigen. Dann werden die Bedenken, die gegen ihre Ver- wendung erhoben werden, in nihts zusammenfallen.

Der Herr Abçeordnete is dann auf die obligatorische Gesellen- prüfung eingegangen. Ih will nicht eröctern, ob wir neben dem kleinen Befähigungsnahweis, wie er wohl dem Handwerk jeyt zuteil werden wird, noch eine obligatorishe Gesellenprüfung einführen müssen. Für notwendig halte ih sie nicht; denn da in Zukunft nur der Meister berufen sein \cll, Lehrlinge auszubilden, der die Gesellen- prüfung bestanden hat, so wird meines Eractens aus diesem Grunde die Mehrzahl der Meister die Gesellenprüfung ablegen. Fedenfalls halte ih es für untunlih, die Einrichtung einer Schule auszunuten, um indirekt ten Zwarg zur Gesellenprüfung auszuüben. Meine Herren, ih habe von den bitherigen Rednern viel Freuntlihes über die Leistungen meines Ressor!s auf dem Gebiete des gewerblihen Unterrichtêwesens gehört. Jh freue mih dessen und will verspre{hen, denselben Eifer auf die Sache zu wenden, als wenn Sie mih anzu- spornen für nötig befunden hätten. (Bravo!)

; i konf.) bemerkt, daß er die Frage der Berechtigung zum Abg, Se N ligen, M litärbienst vorläufig nur als Doktorfrage dem Landesgewerteamt empfohlen habe, und hält seine Ausführungen über die Gelellenprüfung aufrecht. Eine praktische Ausbildung sei für jeden Baugewerksschüler erforderli, und sie werde naSgewiesen durch die Gesellenprüfung. Redner bleibt auch bei der Forderung, die Stellung der Lehrer zu heben. N

Die Einnahmen des Handelsetats werden bewilligt.

, Um 5 Uhr vertagt das Haus die weitere Beratung des Etats der Handels- und Gewerbeverwaltung auf Sonnabend 11 Uhr.

Nr. 5 der „Verdffentlibungen des Kaiserlichen Ses undheitsamts* vom 29. Januar hat folgenden Inhalt: Personalnacrichten. —- Gesur.dheitsstand und Gang der Bolkskrank- beiten. Zeitwetlige Maßregeln gegen Pest. Desgl. gegen Cholera. Mitteilungen aus Britisch-Ostindien, 1905 und 1906. Gesetzgebung ufro. (Deutsches Reich.) Krankenfürsorge 2c. (Preußen.) Prostitution 2c. (Bayern). Vollzug des Woassergeseßzes. (Sachsen.) Leicht entzünd!lihe Stoffe 2c. (Greßbritannien.) Verletzungen bei Seeleuten. (Formosa.) Hafer quarantäne. Tier- euen im Auslande. Maul- und Klauenseu@e in der Shweiz. Tier- seuchen in Frankrei, 3. Vierteljahr 1907. Desgl. in den Niederlanden. Zeitweilige Maßregeln gegen Tierseuch-n. (Preuß. Reg.-Bezirke Posen, Aurih; Bayer. Reg -Bezirke Oberbayern, Mittelfranken, Schwaben und Neuburg; Baden.) Vermischtes. (Bayern.) Trichinen- \chau. (Italien. Mailar.d.) Bevölkerungsbewegung. 1906. (Schweiz ) Weineinfuhr. (Luxemburg ) Gesundheitswesen, 1906. Geschentliste. Wochentabelle über die Sterbefälle in deutschen Orten mit 40000 und mehr Einwohnern. Deegl. in größeren Städten des Auslandes. Erkrankungen in Krankenbäusern deutsher Großstädte. Desgl. in deutshen Stadt- und Landbezirken. Witterung.

Nr. 8 des „Zentralblatts der Bauverwaltung“, herauë- gegeben im Ministerium der öffentlihen Arbeiter, vom 29. Januar hat folgenden Inkalt: Amiliches: Runderlaß vom 10. Januar 1908, betr. Maßnahmen gegen bauliche Verunstaltungen in Stadt und Land. Nichtamtliches: Die Herzog-AlbreWt-Schule (Königliches Reforms- gymnasium) in Rastenburg. Vermischtes: Auszeihnung. Wett- bewerb um Ertwürfe für Arbeiter- und Beamtenwohnhäuser der

jangóprüfung gleichzeitig die Qualifikation |

Statiftik und Volkswirtschaft.

Anträge auf Bezeihnung von Rechtsstreit igkeiten als

d deren Erledigung bei den preußischen Sees 44 (und mad if en) Geridten: "Nab & 20 - Gerihtaverfassungsge fóllen rend der Geridis E he a 15. Si E u am 16. September endigen, nur in dringenden Angelegenheiten, fogenan Ferien- sahen, Termine abgehalten und Entscheidungen en werden. Solthe Feriensaen nd nach Absatz 2 des § 202: achen, Arrest- sachen un

die eine einstweilige Verfügung betreffenden Sachen, Meß- und Merktsachen, ‘vai Streitigkeiten zwischen Vermietern und Mietern,

zwischen Dienstherr|haft und Ge/inde, zwischen Arbeitgebern und

über Fortsetzung eines Arbeitetn, Wechselsahen sowie Bauen, “Antra 1 fonan indessen

8 ritten wird. angefangenen T N g (25 auch andere en, deren Erledigung

a [euni bedarf, vom Gericht oder (vorbekbaltlih der besonderer B eon ts) von dessen Vorsitzendem als Ferien-

inet werden. Ueber die Erledigung dieser auf aats m 8 20 Absay 8 des GeriGt8v afsungs- geseßzes gestellten Anträge auf Bezeihnung von angebli

er Beschleunigung bedürfenden Angelegenheiten als Feriensachen

be Fpderer Mea uh ‘walde@ischen Gerichten enthält nun die legte Nummer des „Justizministerialblatts" eine auf die Sahre 1903 bis 1907 fi beziehende interessante tabellarische UehetGS die beweist, daß die Parteien, nahdem ihre Streitigkeiten als Fertensachen beim Gericht anhängig geworden sind, diese in (en vielen Fällen garniht als einer s{leunigen Seiguns E i bedürftig betraten und im ersten Tecmine garnicht er]cheinen. j

E: 1507 waren bei den preußischen (und waldecki hen) Geriten 39 681 Anträge auf Bezeichnung von Rechtsftreitigkeiten als Feriensahen gemäß § 202 Abs. 3 des Gerihtsverfafsungs- geseßzes gestellt worden. Davon wurden 2273 oder 5,73. 9% abgelehnt, und 37408 Anträgen oder 94,27 9% wurde ftatt- gegeben (in den vier Vorjahren 93,57, 93,51, 91,96, und 90,83 °/o); von diesen Fällen bewilligter Bezeichnung als Ferien- sachen entfallen 28 191 auf die Amtsgerichte (95,40 9/6 der bei diesen gestellten Ao 9044 O auf die Landgerichte und 173

0 erlandeëgerichte.

E E as als 5909 Sachén oder 15,80 9/6 der auf Antrag als Feriensachen bezeihneten, angeblich dringenden Angelegenheiten ist nun m ersten Termin von den Parteien niemand erschienen (indendrei iVorjakren bei 14,75, 14,35 und 13,77 9/6 der auf Anirag als Ferien- sachen bezeihneten Rechts\treitigkeiten). Von diesen Sachen, deren Er- ledigung durch die Parteien verzögert wurde, entfallen 4426 auf die Amtsgerichte (15,70 9/6 der von diesen als Feriensachen bezeihneten Dberlandebgeriß 1470 auf die Landgerichte (16,25 9/0) und 13 auf die

andesgerihte (7,52 9/0). Von den übrigen auf Antrag als Sériensacen bez c fdfi Rechtsstreitigkeiten wurden 19 539 oder 52,23 9/0 im ersten Termine durch Parteterklärung oder dur Urteil er- ledigt; in 4585 Fällen oder 12,26 9/o der auf Antrag als Feriensachen bezeichneten Angelegenheiten erging im ersten Termin ein Beweisbeshluß. Der Rest der Feriensachen gemäß § 202 Abs. 3 des G.-V.-G., 7375 oder 19,71 9/6, waren solche Sachen, in denen der erste Termin verlegt oder vertagt, und Sachen, in denen die Entscheidung ohne vorgängige mündliche Verhandlung erlassen worden ift (Anträge auf Bewilligung des Armenrechts, auf Kostenfestsezung, auf Bewilligung der öffentlichen Zustellung ufw.).

Die Hamburger Armenverwaltung kann für die leßten ¿chn h. auf einen stetigen Rückgang der Zahl threr Pfleglinge sowte der Aufwendungen für A zurückblicken. Wenn an dieser erfreulihen Ersheinung au in der Hauptsache die günstige wirtschaftliche Lage, die feit mehreren Jahren auf allen Gebieten des Erwerbéslebens in Hamburg beobachtet werden konnte, die Urfache ist, so kann do andererseits auch_ die im Jahre 1893 durchgeführte Reorganisation der P öffentlihen Armenpflege als günstig wirkende Ursache angeführt werden. Die neueste Statistik der Hamburger Armenverwaltung für das Jahr 1907 (Blätter für das Hamburger Armenwesen, 1908, Nr. 1) enthält eine Anzahl auf Grund der seit 1903 eingeführten Individualkarten bearbeiteter Uebersichten, die cinen Vergleich der leßten fünf Jahre ermöglichen. Zunäwst set festgestellt, daß die Bevölkerung der Stadt Hamburg (unier Ausschluß derjenigen des Hafens und der Zahl der aktiven Militärpersonen) von 742027 im Jahre 1903 auf 84205 im Jahre 1907, also um rund 100 000 Personen gestiegen ist. Die Armenziffer, d. i, das Verhältnis der dauernd Uaterstüßten zur Eesamtbevölkerung, sank in diesem Zeitraum von 2,50 auf 2,09; es waren nämlich im Fahre 1903 9361 Parteien mit 19096 Personen, im leßten Jahre nur 8762 Parteien mit 17 612 Personen dauernd zu unterstüzen. Die Zahl der Neubewilligungen dauernder Unterstützungen betrug im Jahre 1903 4625, dagegen im Jahre 1907 nur 3640, also fast 1000 Fälle weniger. Daß die Verminderung der Zahl der dauernd Untersiüßten nicht auf cine strengere Auffassung der armenpflegerishen Organe E i herverzugenen 208 e: die

ahl der Gesuche um Unterstüßung im leßten fünfjährigen Zettraum DN cegeid E A hat. Während im Jahre 1903 8769 Unters stütung?gesuche bei der Armenbehörde einliefen, verringerte sich diese Zifter bis auf 7428 im Jahre 1907. Von den Gesuchstellern waren borher n‘cht unterstüßt im Jahre 1903 2923 und 1907 2524. Ent- sprehend der Verminderung der Unterstößungsfälle verminderten \ich au die Ausgaben für die ôffentlihe Armenpflege, und zwar von 1996 222 # im Jahre 1903 auf 1889135 # im Jahre 1907; innerbalb dieses fünfjährigen Zeitraumes weist also das leßte Jahr

zurückzuführen ist,

i 1 die Gesamtausgabe auf 1 929 119 A bezifferte, eine soldche S gi M. Ae Hierbei fei bemerkt, daß die Gesamtausgabe der Hamburger Armenpflege im Jahre 1907 von 1889135 Æ sich mit 1853 999 M auf dauernd und mit 35136 # auf einmalig unter- stützte Parteien verteilt.

Zur Arbeiterbewegung.

ie seit mehreren Tagen drohende Ausfsperrung der Me- jalftirbeiter in der Deutschen Waffen- und Munitions- fabrik A.-G. zu Berlin (vyl. Nr. 28 d. Bl.) ift nunmehr tatsäch- li ve:fündet worden und tritt, nachdem bereits gestern die Arbeiter

baelobnt wurden, am heutigen Sonnabend in Kraft. Die A N die gestern zwishen der Fabrik und den

ertretern der Arbeiter gepflogen worden find, haben also zu keiner Sitigana geführt. Die arbeitgebende Firma hat sih, wie die „Voss. Ztg.“ erfäh1t, zu ihrer Gegenmaßregel entschlossen, da die Einrihter es ablebhnten, der Aufforderung, am gestrigen Freîi- tag die Arbeit wiederaufzunehmen, nachzukommen. Bezüglich der bereits erwähnten Lohnherabsezungen si zu erwähnen, daß die Direktion der Deutshen Waffen- und Munitions- fabrik in der Tat die Löhne um durhschnittlich 6,8 v. H. herabgeseßt hat, und zwar haben Herabs: ßungen stattgefunden, die zwischen 2 und 10 v. H. {wanken. Beispielsweife sollten die Höchst- lôbhne 80 4 statt 89 #4 in der Stunde betragen. Zu dieser Ver- minderung der Arbeits! öhne sah sih die Direktion gezwungen, um ihren Betrieb konkurrenzfähig ¿u erhalten. A j Seit mehreren Tagen begehen, wie die „Pest" erfährt, die aus-

die ¿u neuen Zusammenstößen mit Polizei und Zollbeamten führten. Troß R A Handgemenges machten leßtere aber von der Waffe keinen Sebrauh. Die Blätter weisen auf die Verlusle hin, die durch diese Zwischenfälle dem Hafen verursaht werden, und verlangen eine Säube- rung der Hafenarbeiter von unrubigen Elementen. L

Die seit Anfang Dezember zwischen den bel gis@en Glashütten und ihrer Arbeiterschaft geführten Verhandlungen, die mehrfa) ju einem Ausstand zu führen schienen, baben, wie der „Köln. Ztg.“ aus Brüfse

Baugesellshaft für Kleinwohnungen in Nürnberg. Bücherschau. J

Qualifikation zum Einjährig-Freiwilligendienst bekommt, so werden

C T I E tete eet e À

emeldet wird, jeßt dur eine allgemein angenommene Lohnermäßigung Ani 10 9/6 ein Énde erfahren. Die Glashütten erhoffen hierdurh eine

eine Minderausgabe von 107 087 4 und gegenüber dem Vorjahre,

stär digen Hafenarbeiter in Neapel wieder hestige Autschreitungen, F

' ; be ri r C e Ito na Lie dler i atl Met ere

handlungen über ein gr reisabklommen bisher zu keinem Er- Aevotue Berlin 117 (Stadt Berlin 88), in den Reg.-Be-

gebnis geführt haben. pn Düffeldorf 146, Hannover 107, Magdeburg 121, Merseburg 158,

„s. | Ginfenbäthes) ‘184, New Yat M Desa 2 Paris v6 "E

an en u er / 7 e a , 8 ,

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs- |-Petersbur 84, Wien 102; ferner wurden Giftankungen ingezelät an

maßszregeln. euG husten in Hamburg 32, Kopenhagen 59, Wien. 47; desgl. an

Gesundheitsstand und Gang der Volkskrankheiten. SN Nas n New York 42, Odessa 23, Paris 48, St. Petersburg 133, (Aus den „VeröffentliGung:n des Kaiserlihen Gesundheitsamts“,

Nr. 5 vom 29. Januar 1908.)

Pest. Türkei. In Dijedda ist au die Pest ausgebrochen; vom 14. bis 19. Januar zählte man 6 Erkrankungen und 5 Todesfälle. MEENTLe. om 11. bis 18. Januar sind an der Pest 17 Per- sonen Minieh. E i Vom 15. bis 21. Dezember v. F. sind in ganz Indien 3410 Erkrankungen und 2602 Todesfälle an der Pest emeldet worden. Von den 2602 Todesfällen kamen 1012 auf die PräsidentsGaft Bombay davon 18 auf die Stadt Bom- ay, 17 auf das Stadt- und Hafengebiet von Karachi, 281 auf Satara, 200 auf die Landschaft Kolhapur mit dem südlihen Mahratta gebiet, 164 auf den Bezirk Belgaum —, ferner 304 auf den Staat Mysore, 303 auf die Vereinigten Provinzen, 283 auf das Punjab, 257 auf Rajputana, 128 auf die Zentra l- provinzen, 115 auf Burma, 98 auf die Präsidentschaft Madras, 61 auf Hyderabad, 32 auf Zentralindien und 9 auf die Nord- westprovinz. In Moulmein sind vom 14. bis 21. Dezember 3 Personen an der Pest gestorben. Japan. Zufolge einer Mitteilung vom 18. Dezember v. F. hre die Verbreitung der Pest in Osaka noch nicht geei, Q bag om 24. November bis 14. Daember waren in Ofaka und Vor- orten im ganzen 150 neue Pestfälle vorgekommen und 142 Pestkranke

estorben. 1

is Britische Kolonie an der Goldküste. Mitte Januar sind in der Kolonie einige Peslfälle gemeldet worden; 13 Eingeborene wurden in das Dos ür ansteckende Krankheiten oder auf JIfolier- stationen geschafft, bis zum 14. Januar waren 15 Todesfälle einge- treten. Aerztlicherseits wird ein weiteres Umsihhgreifen der Seuche befürchtet; in Accra wurden tote Ratten in großer Zahl vorgefunden.

Brasilien. In Nio de Janeiro wurden vom 28. Oktober bis 22, Dezember v. J. 52 Erkrankungen und 15 Todesfälle an der

emeldet. Ds Cholera.

Rußland. Für die Zeit vöm 1. bis 7. Januar sind nach- träglich 3 Erkrankungen Q 4 Todesfälle) an der Cholera gemeldet, davon je 1 (2) aus den Goubvy. Samara und Tomsk, 1 aus dem Kubangebiet; vom 8. bis 14. Januar 2 Erkrankungen aus dem Gouv. Tomsk.

Türkei. Gemäß Verordnung vom 18. Januar is in die Schiffspässe, die in Konstantinopel und Umgebung ausgestellt werden, folgender Vermerk aufzunehmen: Seit dem 1. Januar d. I. find in der Stadt und ihren Vororten 4 Choleratodesfälle festgestellt worden; alle Erkrankten waren abgesondert. Eine 5. choleraverdähhtige Erkrankung, die später mit dem Tode endete, ist am 12. Januar d.

esondert worden. Ein 6. und ein 7. Cholerafall wurden am 5. und 16. Januar abgesondert, endlich eine 8. cholera- verdächtige Erkrankung am 18. Januar.

In Mekka sind vom 10. bis 19. Januar 2630 Personen an der Cholera erkrankt N 2563 gestorben), in Medina vom 8. bis

15. Januar 46 (41), in Djedda vom 10. bis 19. Januar 4 (3),

im Lazarett Abu-Ali vom 10. bis 18. Januar 4 (4). British-Ostindien. In Moulmein sind vom 14. bis

21. Dezember v. I. 26 Personen der Cholera erlegen. Japan. Vom 24. November bis 14. Dezember erkrankten Mare an der Cholera in Osaka 14 (15) Personen, im übrigen saka-Fu 6 (9), vom 26. November bis 17. Dezember in Kobe - Hiogo 6 (5), im übrigen Hiogo-Ken 7 (6).

Gelbfieber.

Nach den Veröffentlihungen des Gesundheitsamts zu Rio de Janeiro sind dort vom 11. bis 24. November v. J. an Gelbfieber 4 Personen erkrankt und 1 gestorben; vom 25. November bis 22. De- zember kamen Gelbfieberfälle nicht zur Anzeige.

Podcken.

Deutsches Reich. In der Woe vom 19. bis 25. Januar ist je 1 Podtenerkrankung in der Stadt Bromberg und in Siemia- nowit (Landkr. Kattowitz, Neg -Bez. Oppeln) festgestellr worden.

ODesterreih. In Galizien vom 5. bis 11. Januac 4 (wahr- \ceinlich durch Shmuggler eingeschleppte) Erkrankungen, vom 12. bis

18. Januar 1. In Kobe-Hiogo find vom 26. November bis

Japan. 17. Dezember v. J. 301 Personen an den Pocken erkrankt und

51 Podenkranke gestorben. Brasilien. Vom 28. Oktobec bis 22. Dezember v. J. in Rio de Janeiro 164 Erkrankungen und 55 Todesfälle an Pocken.

Fleckfieber.

Oesterrei. In der Bukowina vom 26. Dezember bis 7. Januar 14, in Galizien vom 5. bis 18. Januar 40 Erkrankungen.

Genickstarre.

Preußen. In der Wohe vom 12. bis 18. Januar sind 21 Erkrankungen (und 5 Todesfälle) angezeigt worden in folgenden Re- ierungsbezirken [und Kreisen]: Reg.-Bez. Arnsberg 6 (2) Bothum Stadt 1, Bochum Land 2 (2), Hamm Land 1, Hörde 2], assel (1) [Caffel Stadt), Côln 3 (1) alo Stadt], Düfseldorf 6 Duisburg 2, Essen Land 1, Ruhrort Land 2, Mie De ¿nid N eal er A E l ragotera Stndt|, ünster oesfeld, NRecklinghausen adt, Neclinghaufen Land je 1], Stade 3 [Hadeln 2, Stade 1]. ghan!

Verschiedene Krankheiten.

Pocken: Konstantinopel (13. bis 19. Januar), Odessa 5, St. Petersburg 2 Todesfälle; New York 2, Odeffa 1, Paris 7, St. Petersburg 12, Rotterdam (15. bis 21. Januar) 1 Er- krankungen; Varizellen: Budapest 40, New York 123, Wien 149 Erkrankungen; Fleckfieber: Moskau 6 Todesfälle; Odessa 2 Erkran- kungen; Rückfallfieber: Petersburg 3 Todesfälle, 124 Erkrankungen ; Genickfstarre: Belfast (12. bis 18. Januar) 4, Edinburg 1, Glaëgow 8, New York 6 Todesfälle; Edinburg 6, Kopenhagen 1, New York 6, Wien 2 Erkcankungen; Tollwut: Moskau 1 Todes- fall; Bißverlezungen durch tollwutverdähtige Tiere: E Breslau, Posen je 1 Erkrankung; Milzbrand: Moskau 1 Todesfall; Reg.-Bezirke Cöln, Oppeln je 1, Schleswig 2 Erkran- Lingen; Influenza: Berlin 18, Braunschweig 1, Charlottenburg 3, alle a. S. 1, Lübeck 2, Amsterdam, Antwerpen, Budapest je 1, openhagen 5, London 21, Moskau 5, New York 64, Paris 10, St. Fus 6, Wien 1 Todesfälle; Kopenhagen 720, Odessa 26, Stockholm 25 Erkrankungen. Mehr als ein Zehntel aller Gestorbenen starb an Scharlah (Durhschnitt aller deutschen Berichtsorte 1895/1904 1,040/0): in Beuthen Erkrankungen gelangten zur Anzeige in Berlin 41, in den NReg.-Bezirken Arnsberg 151, Düsseldorf 218, Oppeln 162, in Hamburg 35, Budapest 59, Edin- burg 37, Kopenhagen 33, London (Krankenhäuser) 459, New York 426, Odessa 21, Paris 217, St. Peteréburg 23, Rotterdam (15. bis 21. Januar) 27, Wien 115; desgl. an Masern und Nöteln 1895/1904: 1,10%): in Fürth, Kaiserslautern, Glasgow tkrankungen kamen zur Meldung in Hamburg 74, Buda-

Moskaa je 4,

ankt (und 4 gestorben), davon 6 (2) in Deirut, 11 (2)

Diphtherie und Krupp (1895/1904: 1,62 9) :

in B s Rummelsbur „Hannover Er n Borhagen ez

Handel und Gewerbe.

(Aus den im ötcihsamt des Funnern zusammengestellten : „Nachrichten für Handel und Industrie “.)

Rumänien.

Einfuhr echter Bijouteriewaren als Muster. Nach einem Erlasse des rumänishen Generalzolldirektors können echte Bijouteriewaren als Muster unter dem Vorbehalt der Wiederausfuhr zugelaffen werden, wenn die Einführer außer den Zollgefällen au die dem Staate etwa zustehenden Gebühren für die Stempelung der Bijouterien hinterlegen. Diese Maßnahme ift getroffen, um zu ver- hindern, daß derartige Waren in Rumänien . an Privatpersonen un- gestempelt oder ohne Entrichtung der Stempelgebühr verkauft werden.

: (Monitorul oficial.)

Venezuela.

Erhöhung des Zollzushlags für Bier. Der durch Ver- ordnung des Präsidenten der Republik vom 14. November v. I. ein- geführte 109%/% Zollzushlag für einfahes Bier soll laut Verordnurg vom 19. Dejember v. J. nah Ablauf der Ueberseefrist (40 Tage für Europa) auf 25 v. H. erhöht werden. (Gaceta Oficial.)

Japan.

Aenderung der Einfuhrbestimmungen für die Häfen von Wakamatsu, Aomorti und Muroran. Durch eine Kaiser- lihe Verordnung sind die Bestimmungen über die Einfuhr in die Häfen von Wakamatsu, Aomori und Muroran abgeändert worden. Unter Berücksichtigung der bereits hinsichtlih der lezten beiden Häfen getroffenen Aenderungen für die Einfuhr sind nunmehr für den Hafea von Muroran alle Ginfuhrbeshränkungen aufgehoben, \o- daß dieser Hafen dem fremden Handel vollständig geöffnet ist. Für die beiden anderen Häfen Wakamatsu und Aomori wird gleichzeitig der Kreis der zulässigen Einfuhrgüter daßin erweitert, daß u den bereits zugelaffenen Ginfuhrartikeln für Wakamatsu Koks, Mangan- erze, Manganeisen und Spiegeleisen und für Aomori Weißblech, Röhren aus Eisen und Lötmetall hinzutreten.

Wagengestellung für Kohle, Koks und Briketts am 31. Januar 1908: Nuhrrevier Oberschlesishes Revier Anzahl der Wagen Y 23 088 8 826 1 262

Gestellt . Nicht gestellt

Nach dem Bericht der Bank des Berliner Kassen- Vereins über das Geschäftsjahr 1907 war die geshäftlihe Tätigkeit im Anfange des Berichtsjahres 1907 noch so lebhaft, “daß im ersten Quartale bei den Inkafsoeinlieferungen mit mehr als 5 Milliarden Mark die Rekordzahl des Jahres 1905 mit 5,2 Mil- liarden beinahe erreicht wurde. Der April brachte dagegen {on eine erheblihe Abschwähung, und noch mehr die späteren Monate; ver- hältnismäßig am {wächsten war der Dezember 1907, der einen Rück- gang in den Einlieferungen von 1731 Millionen Mark im Vorzahre auf 1234 Millionen im Berichtsjahre, also um fast 30% brate. Die Veranlafsung zu dieser ungünstigen Ersheinung muß im ten lichen in der allgemeinen Börsenlage gesucht werden, die bei einem ungewöhnlih hohen Zinsfuße resp. bei der Spannung auf dem inter- nationalen Geldmarkte naturgemäß die Kurse aller Börsen- werte berunterdrückte. Im Inkassoverkehr betrugen die Ge- P Ungen 16 578 Millionen gegen 18 660 Millionen im ahre 1906 und 21091 Millionen im FIJahre 1905. Im Giroeffektendepot läßt das Jahr 1907 mit 371 042 Buchungen ein Plus von 19 317 oder 5,49 9% erkennen und erreiht damit die bôhste Zahl der Buchungen seit Errihtung des Giroeffektendepots. Der Gefamtumsaß im Giroeffektendepot einsc)ließlich der grünen Sch{heck3 betrug 14 943 Millionen gegen 17 788 Millionen im Vor- jahr. Die Gesamtumsäßze sind rechnung?mäßig von 50,3 Milliarden auf 48 Milliarden, also um 2,3 Milliarden heruntergegangen. Die Dividende hat, sich von 7 9/6 für 1906 auf 8 9/6 gehoben. In der gestrigen Sitzung des Aufsicht3rats der Schultheiß- Brauerei, Aktien-Gesellshaft, Bexlin-Dessau, wurde be- s{lofsen, die Aktionäre auf Sonnabend, den 22. Februar d. J., zu einer außerordentlihen Generalversammlung einzuladen, in der der Antrag gestellt werden foll, das Grundkapital um den Betrag von 2 Millionen Mark zerlegt in 2090 Stück Aktien zu 1000 4 zu erhöhen und diese Aktien den Aktionären zum Parikurse plus 90% Agio für den Reservefonds, also zum Kurse von 150 9% zuzüglich Reichs\tempel, derart zur Verfügung zu ftellen, daß auf je 6000 4 alte Aktien eine neue Aktie zu 1000 4 bezocen werden kann. _In der gestrigen Zechenbesißerversammlung des Rheinis ch- Westfälishen Kohlensyndikats wurde, laut Meldung des „W. T. B.* aus Effen u. a. folgender Bericht erstattet: Der rechnungs- mäßige Absaß betrug im Monat Dezember 1907 bei 24 Arbeitstagen 5 768 832 t, oder gegen Dezember 1906 bei 231/; Arbeitstagen 11,96 9/9 arbeitstäglich mehr. Von der Beteiligung wurden 94,59 9/9 gegen Dezember 1906 84,19% abgeseßt. Die Fäkderimg stellte sih ins- | gesamt im Monat Dezember 1907 auf 6 608 422 t, gegen November 1907 arbeitstägliß 1,37 9% weniger und gegen Dezember 1906 arbeitstäglih 6,84 9/9 mehr. Der rechnungsmäßige Absaß im Jahre 1907 betrug bei 3005/; Arbeitstagen 68 430 515 Tonnen oder gegen das Jahr 1906 bei 300 Arbeitstagen 5,11 9/4 arbeitstäglih mehr. Von der Beteiligung wurden im Jahre 1907 89,49 09/9 und im Jahre 1906 85,18 9/6 abgeseßt, Die Jahresförderung stellte sich in 1907 auf 80 155 994 Tonnen, gegen das Jahr 1906 4,38 9% arbeitstäglich mehr. Weiter heißt es in dem Bericht: Die im arbeits- täglihen Durchschnitt geleistete Fördermerge von 375 351 Tonnen weist zwar infolge der regelmäßig in die Ersheinung tretenden Abshwähung der Leistung in der Woche zwishen Weihnachten und Neujahr gegen das Ergebnis des Monats November einen Rückgang von 3818 Tonnen auf, welcher indessen durch stärkeren Versand von den auf den Zechen lagernden Beständen au3geglihen worden ist. Die Bestände gingen um 113 975 Tonnen zurück. Der im Kohlenversand eingetretene geringe Rüdckgang von arbeitstäglich 1463 Tonnen im Gesamtversande und von 463 Tonnen im Versande für Rechnung des Syndikats i in der Hauptsahe- darauf zurückzuführen, daß | wegen der großen Zahl der Sonn- und Feiertage zur Koks- erzeugung verhältnismäßig größere Mengen der Förderung * auf- gewendet worden sind, und zwar einschließlich des Bedarfs der Brikettfabriken arbeitstägliß 2038 Tonnen mehr als im November. In Koks hat der eingetretene Rückgang des Absatzes den angenommenen Rückgang nit ganz erreicht, indem von der Betei- ligung 98,21% statt der veranshlagten 96 9/6 abgeseßt worden sind. Die geringste Förderleistung brahte der Monat Januar, die höchste örderleistung der Monat November, was eine Spannung von 1891 Tonnen für den Arbeitstag ergibt. Die erheblichen Schwankungen sind, da Absaßmangel niht vorgelegen hat, auf Versandstockungen infolge Wagenmangels und ungünstigen Wasser-

pest 156, Kopenkbagen 1861, New York 346, Odessa 96, aris 338, St. Petersburg 66, Prag 41, Wien 194; desgl. an

stands des Rheins zurückzuführen. KAehnlihen Schwankungen

ankungen wurden gemeldet im

lag unterworfen. Die Spannung zwischen der arbeitstäglihen indestmenge und der Höchstmenge belief sich auf 25 499 Tonnen. Die Steigerung des Kohlenversandes ist hinter der Kohlenförderung nit unerheblich zurückgeblieben, was \sich daraus exklärt, daß die ge- förderten Kohlen in größerem Umfange teils für die Koks- und Briketterzeugung, teils für den Verbrauch der eigenen Hüttenwerke verwendet worden sind. Jm“ Versandgeshäfte betrug die Spannung zwischen Niedrigst- und Höchstversand in Koblen 13 248 Tonnen, in Koks 3377 Tonnen und in Briketts 2106 Tonnen. Der inländische Kohlenbedarf weist im Jahre 1907 gegen das Jahr 1906 eine Zu- nahme von über 89% auf, der eine ds aof der Kohlenerzeugung pon nur 4,5 9/9 (Januar bis Dezember) gegenübersteht, da der eins- heimische Bergbau in seinen Leistungen dem sprunghaften Empor- schnellen des Bedarfs nicht zu folgen vermohte. Die seit Mitte 1906 glgeiretene Kohlenknappheit hat im Jahre 1907 unvermindert an- ge alten und die inländishen Verbraucher genötigt, für den im JIn- ande nit zu deckenden Teil ihres Bedarfs Ersaß durch Bezug aus- ländisher Kohle zu beschaffen. Dieser Umstand hat sich au in dea Absaßgebieten des Syndikats geltend gemacht, zumal die Förderung der an der Verforgung des süddeutshen Gebiets mitbeteiligten Saar- ia einen beträhtlichen Ausfall erlitten hat. Ueber die-- voraus- dtlide Gestaltung des Abfatzgeshäfts im laufenden Jahre läßt ch bei der ungeklärten Lage des heimishen Erwerbslebens, ins- besondere der für unseren Absay bedeutsamen Eisenindustrie ein zu- treffendes Urteil zur Zeit noch nicht gewinnen, In Kohlen hat ih, abgesehen von der durch die Unterbrehung des Wafserumschlagverkehrs verursahten augenblicklihen Verlegenheit, ein Absaßmangel bisher niht geltend gemacht, dagegen haben die Abbestellungen in Koks dur die Hüttenwerke in der leßten Zeit zugenommen. In der gestrigen Zechenbesißzerversammlung wurde der Beteiligungsanteil in Koks für den Monat Februar gleihwie im Vormonat auf 90 9/6 festgestellt. Die Spinnerei - Aktiengesellschaft vormals Joh. Lr Klaufer, M. -Gladbac, teilt in ihrem Geschäftsbericht ür 1907 u. a. mit: Die mißlihen Arbeiterverhältnisse, welche in 1906 fo nahteilig für die Gesellshaft waren, blieben zwar unver- mindert bestehen, ebenso haben die hohen Kohlenpreise niht nur an- ehalten, sondern eine weitere Steïgerung erfahren, andererseits aben sich die Garnerlôöse derart gebessert, daß troß aller Schwierigkeiten und Mehrkosten zufriedenstellend gearbeitet werden konnte. Die Nachfrage nah Garnen, welhe {hon im Herbst 1906 kräftig eingeseßt und den Spinnereien weitreihendc Aufträge verschafft hatte, wurde in den Monaten Januar bis März geradezu

stürmish. Lebhaft blieb der Begehr auch im zweiten Quartal, während von Juli bis Dezember wverhältnismäßige Ruhe herrshte. Unter soïhen Umständen wurde es nicht \{wer,

auetctuamlihe Preise zu erzielen und die Produktion auf weit hinaus unterzubringen. Die Produktion der Gesellshaft betrug 2991 912 Pfund englisch gegen 2978 777 Pfund englisch in 1906. Nach der Bilanzaufstellung ergibt sih ein Üebershuß von M 317 566,71. Es wird beantragt, nah Abzug der Abschreibungen mit 76 949 k, der statutgemäßen Tantiemen mit 36 117,37 #4, 8 9/9 Dividende zu vers teilen und restlihe 12500 A auf neue Rechnung vorzutragen.

Bei den votgestern und gestern abgehaltenen Verhandlungen der Zinkhütten-Vereinigung, an denen sih alle deutschen Zink- hütten, außer der Firma Gieshes Erben, beteiligten, wurde, laut Meldung des ,W. T. B.* aus Frankfurt a. M,, zunächst über die Höhe der Produktionsziffern und über die sonstigen Grundlagen des beab- sichtigten Verbandes beraten. Ueber die Zweckmäßigkeit, die Interessen der Zinkhütten unter sich und mit denen der großen Metallfirmen zu vereinigen, herrschte volle Uebereinstimmung. Die. Beratungen werden in einer in der ersten Hälfte des nächsten Monats stattfindenden weiteren Sitzung fortgeseßt wecden. /

- In der am 31. y. M. abgehaltenen Sizung des Aufsichtsrats der Sächsischen Bodenkreditanstalt in Dresden wurde be- \{lofsen, der am 3. März 1908 stattfindenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 7 9/9 vorzushlagen. Der Rein- gewinn für das Jahr 1907 beziffert sich auf 1090 358,68 A (im Vorjahr 1 067 308,09 46)

Die \ähsishen Staatseisenbahnen vereinnahmten im Monat September 1907: 13 151 200 4 (+ 464 204 46). Einnahme bis Ende September 1907: 113 140 439 # (+ 5318 454 4).

New York, 31. Januar. (W. T. B.) Der Swhaßkontrolleur der Stadt New York kündigt für den 14. Februar die Ausgabe von 50 Millionen Dollars 4+ prozentige Stadtanleihe an. „New York, 31. Januar. _(W. T. B.) Nah einer vom Beisdenten der United States Steel Corporation abgegebenen

rkläzung ist in einer Konferenz von über 70 führenden Stahl- fabrikanten, die leßte Nacht stattfand, ein Einverständnis dahin erzielt worden, an dem gegenwärtigen Preise für Stabl festzuhalten.

_ New York, 31. Januar. (W. T. B.) Auf Veranlafsung des mit der Kontrolle der Banken beauftragten staatlihen Kommissars wurde die Orientalbank ges{lossen.

fc T A O E d P E T T ERE S E C : R Ea M E O

Die Preisnotierungen vom Berliner Produktenmarkt befinden ch in der Börsenbeilage.

Berlin, 31. Januar. Marktpreise nah Ermittlungen des Königlichen Polizeipräsidiums. (Höchste und niedrigste Preise.) Der Doppelzentner für: Weizen, gute Sortef) 22,20 4; 22,10 A Weizen, Mittelfortef) 22,00 4; 21,90 A Weizen, geringe Sorte) 21,80 M; 21,70 A Roggen, gute Sortef) 20,70 X; 20,66 M Roggen, Mittelsorte{) 20,62 #4; 20,58 s Roggen, geringe Sorte}) 20,54 4; 20,90 A Futtergerste, gute Sorte*) 17,890 4; 17,00 A Futtergerste, Mittelsorte*) 16,90 A; 16,10 A Sltetgerse, geringe Sorte*®) 16,00 4; 15,30 A Hafer, gute

orte*) 18,70 4; 17,90 4 Hafer, Mittelsorte®) 17,80 4; 17,10 A Hafer, geringe Sorte*) 17,00 4; 16,30 A Mais

(mixed) gute Sorte 17,80 F; 17,660 # Mais. (mixed) geringe Sorte —,— â; M Mais (runder) gute Sorte 16,70 Æ; 15,89 A Richtstroh 5,66 #; 5,16 M Heu 870 4; 740 G Erbsen, gelbe zum Kochen 50,00 A; 3000 K Speisebohnen, weiße 50,00 A; 30,00 A —- Linsen 90,00 ; 50,00 # Kartoffeln 9,00 4;

6,00 A Rindfleisch von der Keule 1 kg 2,00 4; 1,40 A

dito Baulhfleish 1 kg 1,60 4; 1,10 # Schweinefleish 1 k

1,80 A; 1,20 A Kalbfleis 1 kg 2,20 M; 1,20 A e fleisch 1 kg 2,00 Æ; 1,20 A Butter 1 kg 2,80 A; 2,20 A Eier 60 Stück 5,20 4; 3,60 & Karpfen 1 kg 2,40 4; 1,20 M4 Aale 1 kg 3,00 A; 1,60 A Be 1 kg 3,50 4; 1,20 A -— Bente 1 «kg 2,60 A; 1,20 A Barsche 1 kg 2,00 4; 0,80 M Stleie 1 kg 3,40 Æ; 1,590 & Bleie 1 kg 1,40 A 0,80 A Krebse 60 Stück 20,00 4; 4,09 M

+4) Ab Bahn.

*) Frei Wagen und ab Bahn.

Berlin, 30. Januar. Monatsberiht der ständigen Deputation der Wollinteressenten. Der erste Monat im neuen Jahre brachte dem Wollhandel nah der voraufgegangenen Auf- regung und Unsicherheit wieder eine beruhigte Stimmung, und die niedrigere Preis\tufe gab der Industrie die Anregung, aufs neue zur Deckung ihres Bedarfs zu schreiten. Deutshe Wolle mußte in den Preisen etwas nachgeben, und es wurden etwa 1100 Ztr. un- gewaschene und etwa 1300 Ztr. rückengewaschene Wollen an inländische Fabrikanten abgeseßt. Der eizentlihe Ausgleih mit den Werten des überseeishen Produkts konnte noch nicht eintreten, da hierzu erst die reihlihere Versorgung des Marktes mit dem Ertrage der neuen Schur nötig sein wird. In Kolonialwolle traten die Käufer nah Eintreffen der Nachrichten über den Verlauf der Londoner Auktionen aus ihrer Reserve heraus, und es fanden größere Umsäße, nämli etwa 3600 Ballen Kapwolle, etwa 2509 Ballen Austral- und Buenos

wie die Förderung war auh rechnungsmäßige Ab-

Aireswollen, ‘zusammen etwa 6100 Ballen, zu gut behaupteten

[ Preisen statt.

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