1908 / 36 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

lich wird man nicht untershiedslos alle Genossenschaften heran- ziegen, sondern hauptsächlich die älteren, und man wird die Liquidität

von Fall zu Fall prüfen. Naturgemäß wird eine Genossenschaft, die sich der Entschuldungsaktion zuwendet, vielleiht auch einmal ein Grurdftück übernehmen müssen, und deshalb wird man auch die eigene Kolonisation in die Hand nehmen müssen. Je weiter sih so die Tätigkeit der Genossenschaften ausdehnt, um so notwendiger ist, daß die Leitung in gz\chickten und kaufmännisch geshulten Händen liegt. Mag man eine Professur für das Genofsenschzftsw-sen gründen; ih m*chte aub vorshlagen, daß man Kurse für die Geneossenschafts- beamten errichtet, die von dem Professor oder vielleicht besser von den Direktoren der Preußenkafsse zu leiten sein würden. Für diese Kurse müßten auch Staatsmittel bereitgestellt werden. ir müssen die Handwerker und \{chließlich auch die Arbeiter immer mehr für das Genofsenschaftsleben gewinnen, um au den Kleinsten und Shwächsten ¡um Sparen anzuregen, damit er aufsteigen kann. Dann wird das Genofsenshaftswesen ein Grundpfeiler im sozialen Aufbau der Gesell- haft unseres Staats bleiben.

Abg. von Brockhausen (kons.): Ueberall klagt man über den Kursrückgang der Staatspapiere, und doch wird dem Reichstag die Börsengeseznovele vorgelegt, die den Terminhandel in Anteilen von Bergwerken und Fabrikunternehmungen gestattet. Wir müssen dafür sorgen, daß die deutsche Bevölkerung ihr Geld nicht in folhen Unternehmungen anlegt, sondern in Werten, wo sie nicht der Gefahr ausgeseßt ift, ibr Geld zu verlieren. Bei der Pleite des Barkhauses Friedberg mit 3 Millionen gehen e Depositen von kleinen Leuten verloren. Auch in anderen

ändern ist vershiedentliÞ4 Beunruhigung unter den kleinen Leuten entstanden, z. B. durch den Zusammenbruch einer Sparkasse in Ungarn. Mit Rücksiht auf folhe Verhältnisse muß überall die Möglichkeit gegeben werden, Geld in Genoffenschaften anzulegen, und besonders ift dies für die fluktuierende Arbeiterbevölkerung notwendig. Ich habe den Bericht über eine Heimarbeitersparkafse auf den Tis

des Hauses niedergelegt. Die Erhöhung des Grundkapitals ist not- wendig wegen der neuen Aufgaben, die der Preußenkasse aus der inneren Kolonisation, der Entshuldung usw. erwachsen. Herr Glazel kommt mit seinen Vorshlägen über die Ausbildung der Ge- nofsenshaftsbeamten zu \pät, denn wir haben bereits die Genofsenschafts8- \{hule în Darmstadt, wo Praktiker und Theoretiker ausgebildet werden, und Professoren der Handelshochs{hule in Frankfurt und der Universität Bonn zur Verfügung stehen. Das christlihe Fundament der Genoffenschaften müssen wir betonen, weil diese im Dienste der Allgemeinheit auch bobe ethishe und sittlihe Ziele erstreben. Was Dertmund und die Milchzentrale betrifft, so hat man meiner persôn- lichen Ansicht nah, wenn folche Fälle vorkommen, in erster Linie zu fragen, ob da nicht ein Mangel im Organismus vorliegt. Auch in diesen Fällen scheint mir die Organisation eine Hauptrolle gespielt zu haben; eine große Zentralisation, die alles von einem Punkte aus machen will, muß do auf sehr wesentlihe Bedenken stoßen. Herr Crüger spriht sein großes Bedauern aus über die uckermärkischen Bauern, die ihr Geld verloren haben; neuerdings ift auch eine Genossenschaft zusammengebrohen, wo man den Bot ¡um Gärtner geseßzt hatte. Die Preußenkasse soll nach meiner Ansicht nur als ate“ ven ia dienen; denen, die ihr Geld anlegen wollen, so fie & abnehmen, ihnen aber auch die Möglichkeit geben, es nah einiger Zeit wieder zu bekommen. Ein- verstanden bin ich mit dem Abg. Dr. Crüger insofern durchaus, als auch ich eine gewisse Verstaatlihung des Genossenshaftswesens für das Schlimmste halte, was es geben könnte; das will ja aber die Regierung auch nicht. Die Selbstverwaltung muß den Genofsen- schaften bleiben. Ih hoffe, daß das im Reichstag demnächst im wesentlichen unverändert zur Annahme kommende DAUS für das Genoffenshaftswesen große Bedeutung gewinnen wird. Das große Ziel einer gediegenen Geschäftsführung mit den besten vorhandenen Kräften muß {arf im Auge behalten werden. Für diesen Zweck und für die Aufgabe der Genoffenschaften ist das Beste gerade gut pu. So wird man auf dem Wege der Ausbreitung und Stärkung des Genossenshaftswesens einen tüchtigen Schritt vorwärts kommen.

Abg. Dr. Hahn (Bund der Landw.): Zwischen allen Herren herrscht in Sachen der D in allen Hauptpunkten eine Meinung

mit Ausnahme des Abg. Crüger. Dieser befindet si in einer splendid isolation. Ih sehe hier einen Block, zu dem der Freisinn niht gehört. Den Abg. Glaz?:l möhte ih bitten, seinen Ein- fluß dahin geltend zu maden, daß auh im Lande seine politischen Freunde die Tätigkeit des Bundes der Landwirte auf cenofsenschaft- lichem Gebiete wohlwollender als bisher beurteilen. Vielfah wird im Lande die Sache von nationalliberaler Seite so dargestellt, daß der Bund der Landwirte durch seine genofsenshaftlize Tätig- keit dem bürgerlichen Mittelstande Konkurrenz und wirtschaftliche Schwierigkeiten bereite. Wir warnen in den Genoffenschaften unsere Freunde ftets, zu weit zu gehen und den ansässigen Kaufleuten Konkurrenz zu machen in den Artikeln, die sie von alters her führen. Das ist an einzelnen Stellen do gesehen, aber ih ftelle fest, gegen den Rat und Wunsch des Bundes der Landwirte. Jh wundere mi, daß ein Abgeordneter, der dem Hause schon fo lange angehört, Dr. Crüger, an der Aus\ließlichkeitsklausel, die zur Gesundung der genofjen- schaftlichen Tätigkeit geführt hat, Ausstellungen maht. Man muß doch wissen, daß ein Genoffe nicht hinter dem Rücken seiner Genossenschaft andere Ges&äftsverbindungen eirgeht, die ihm Gefahr bringen können. Nach den Worten des Abg. Crüger könnte es so aussehen, als ob die Milbzentrale 8 Millionen Schulden hätte, und die märkishen Bauern das alles auf ihre Kappe nehmen müßten. Nichts von dem trifft zu. Lediglih dur die andere Rechtsauffassung des NReichsgerihts, das die frühere geshäftlihe Gevflogenbeit der Milczentrale, Pro- visionen ihrer einzelnen Genofsenschafter einzubehalten, im Gegensa zu den unteren Instanzen niht billigte, ist es gekommen, A diese Schulden buhmäßig entstanden sind, denen aber die gleichen Aktiva durch Grhshung der Geschäftsanteile gegenüberstehen. Es handelt fi also um buhmäßige Schulden, niht um solche, die per Saldo an die Gläubiger au2gezahlt werden müßten. Die ilhzentrale hat in der Zeit vom 1. April bis 31. Dezember 1907 401 083 Æ ausgezahlt. Das Geschäft ist in den gewinnbringenden Landesteilen aufrecht erbalten geblieben. Im übrigen macht die Milch- jentrale die Abschlüsse und besorgt die Verpahtung der Miih. Das ermögliht ihr, jede Woche 20 000 abzuzahlen. Wir hoffen, daß diese Liquidation successive in derselben Weise weiter geführt wird, und daß es niht zu einem Konkurse kommt. Nur die Feinde der Milchzentrale, die den märkishen Bauern diesen Zusammenshluß nicht kTonzedieren wollten, an der Spitze der Abg. Dr. C:üger, möchten tahin wirken, daß es zum Konkurse kommt. Die Aktiva {find bedeutender, als Dr. Crüger glaubt. Nah Abzug der Schulden verbleibt noch ein Plus von 682694 A Jch bitte den Abg. Crüger, in Zukunft nickt falscke Bilder zu entrollen, die die gänzli unzutreffende Meinung erweden, als ob die ungeshickten Geschäftsführer der Milchzentrale die märkfishen Bauern um 8 WVêéillionen gebra@t hätten. Wir haben große Liegenschaften, ein Haus in Düsseldorf, einen Bauplay in Dorts mund und fo weiter. (Zuruf des Abg. Dr. C r ü g e r.) Ich werde mich doch büten, fie Ihnen alle zu unterbreiten, damit Sie nachher im Berliner Tageblatt darüber etwas \chreiben. Die Zentralgenosjenschaftékafse des Bundes der Landwirte wird ebensowenig wie die E Zentral- genofsenschaftékafse etwas verlieren. Wir haben zu der

der Preußenkafse volles Vertrauen und können nur hoffen, daß der Umfang der Geschäfte sich immer mehr erweitert. Das daß sie dur ihre

Hauptverdienst der Prementane ift, Kreditgewährung den einzelnen Landwirt in den Stand geseßt hat, richtiger disponieren zu können und nicht das Grgebnis seiner Ernte im ungünstigen Momert loss{lagen zu müssen, nur um Geld zu bekommen. Die Großbanken haben ihr Kapital immer in steigendem Maße vermehrt. Demgegenüber ift es durhaus notwendig, daß auch die staatlihen Geldinstitute mit größeren Mitteln ausgerüstet werden. Solange der Staat einen Teil seiner Mittel daju ver- wendet, um die Börsenspekulation zu unterstüßen, fo lange ist der bürgerliche Mittelstand berechtigt, immer wieder die Forderung zu er- heben, daß sein Spezialinstitut, die Preußenkafse, stark genug ge- mat wird. Schuld an dem hohen Geldstand tragen unsere Banken,

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eßigen Leitung !

durch die enorme Mengen Kapital, das font den Genossenschaften und Sparkafsen zugeflofsen wäre, ins Ausland gegangen find. Die Anforderungen aus den Kreisen des Mittelstandes heraus, die an die Preußenkafse gestellt werden, werden niemals zum Schaden der nationalen Gesamtheit führen. Ich hoffe, daß der Abg. Crüger mit seiner Ansicht hierüber nicht immer noch hinterherhumpelt und nah einzelnen Vorkommnissen sucht, um der Preußenkafse und den Genossenschaften eins auszuwischen, die mit dem vielgehaßten Bund der Landwirte in Verbindung fteßen. Das wird ihm doch niht ge-

oa 5 Die Diskussion wird geschlossen. Persönlich verwahrt fi Abg. Dr. E rüger d den Vorwurf, daß er an der Spitze derer as babe, die den Konkurs der Milchzentrale betrieben hätten. nn der Abg. Dr. Hahn von einer splendid isolation gesprochen habe, E 1s S (Medutr) berzlih froh, daß er sich nicht in seiner Gesell-

finde.

Abg. Dr. Hahn stellt seine Aeußerungen in bezug auf die Milch- zentrale dem Abg. Dr. Crüger ge enüber richtig und bemerkt, daß seine Freude, sfih nitt in der Gesellshaft des Abg. Dr. Crüger zu befinden, noch viel größer sei.

Der Etat der Zentralgenossenshaftskasse wird bewilligt.

Schluß 48/ Uhr. Nächfte Sizung Mittwoh, 11 Uhr. (Kultusetat.)

Parlamentarische Nachrichten.

Dem Hause der Abgeordneten ist der folgende Ent- wurf eines Gesetzes, betreffend die Herstellung einer Eisenbahn- Dampffährenverbindung zwischen Saß- nig und Trelleborg, zugegangen:

8 1. Die Staatsregierung wird ermächtigt, zur Herstellung einer Eisen- babn-Dampffährenverbindung zwishen Saßniy und Trelleborg die Summe von 8 810 000 Á zu verwenden.

8 2. Der Finanzminister wird erma gli den im § 1 bezeihneten Betrag im Wege der Anleihe durch Ausgabe von Staatsschuldver- {reibungen aufzubringen.

An Stelle der S AdWeN Enn können vorübergebend Sgatanweisungen ausgegeben werden. Fälligkeitstermin ift in den ßanweisungen anzugeben. Die Staatsregierung wird er- mächtigt, die Mittel zur Einlösung dieser Schaßanweisungen durh Ausgabe von neuen Schaßanweisungen und von Schuldverschreibungen in dem erforderlihen Nennbetrage zu beschaffen. Die Schaßanweisungen können wiederholt ausgegeben werden.

Schaganweisurgen oder Schuldverschreibungen, die zur Einlösung von fällig werdenden Schatzanweisungen bestimmt sind, hat die t- verwaltung der Staatsschulden auf Anordnung des Finanzministers vierzehn Tage vor dem Fälligkeitstermine zur Verfügung ju halten. Die Verzinsung der neuen Schuldpapiere darf niht vor dem Zeit- punkte beginnen, mit dem die Verzinsung der einzulösenden bs anweisungen aufhört.

8 3.

Wann, durch welche Stelle, und in welchen Beträgen, zu welhem

Sintsuße, ¡u welhen Bedingungen der digung und zu welhem rse die Schuldverschreibungen und die Schaßanweisungen verausgabt werden sollen, bestimmt der Finanzminister.

Im übrigen kommen wegen Verwaltung und Tilgung der An- [eibe die Vorschriften des Meines vom 19. Dezember 1869, betreffend die Konsolidation preußisher Staatsanleihen (Seseßsamml. S. 1197), des Gesetzes vom 8. März 1897, betreffend die Tilgung von Staats- \{hulden (Geseßsamml. S. 43), und des Gesetzes vom 3. Mai 1903, betreffend die Bild eines Ausgleihfonds für die Eisenbahnver- waltung (Geseßsamml. S. 155), pur Anwendung.

Dieses Gesetz tritt am Tage seiner Verkündung in Kraft.

In der diesem Gesehentwurf beigegebenen Begründung wird ausgeführt :

In dem vorliegenden Gesetzentwurf werden Geldmittel zu der im allgemeinen Verkehrsinteresse dringend erforderlihen Einrichtung einer Da Eme innng ¡wishen Saßniß und Trelleborg erbeten.

e Herstellung einer unmittelbaren Fährverbindung zwischen dem preußishen und \{chwedischen Eisenbahnneze ist seit geraumer Zeit Gegenstand der Erörterung nicht nur der beteiligten Erwerbsfceise, sondern auch der staatlichen Behörden beider Länder. Beim Ausbau des Saßnizer Hafens zwecks Einrichtung der Post- Dampfschiff8verbindung mit Trelleborg wurde dieser Plan eingehend erwogen. Er trat in den Vordergrund, als die Regierung von Mecklenburg und Dänemark, veranlaßt durch die in anderen Ländern mit Dampffähren gemachten günftigen Erfahrungen, dazu übergingen, auf der 42 km langen Seestrecke Warnemünde—GSjedser een VENNIRGrendetenos einzurihten, der am 1. Oktober 1903 er- öffnei wurde.

Gelegentlich der Verhandlungen über den Abschluß des deutsh- \{wedishen Handelsvertrags im Jahre 1905 hat die schwedishe Re- ierung die Einrihtung einer«Fährv:rbindung mit Trelleborg erneut L Anregurg gebraht. Neben dem allgemeinen Verkehrsinterefse an einer besseren Verbindung mit Deutschland betonte sie das lebhafte Interesse, das die ôffentlihe Meinung in Schweden an einer solchen direkten Verbindung nehme. Eine derartige direkte Verbindung dürfte dazu geeignet sein, die guten zwischen Deutshland und Schweden be- stehenden allgemeinen Beziehungen zu fördern und zu stärken.

Abgesehen von der politishen Bedeutung der Angelegenheit, muß auch vom verkehrswirtschaftlihen Standpunkte auf deutsher Seite anerkannt werden, daß diese Fährverbindung ein geeignetes und dringend gebotenes ittel ift, die Verkehrsbezichungen zwischen Schweden und Deutschland, deren Entwicklungsfähigkeit keinem Zweifel unterliegt, aber durch den Mangel ausreichender direkter Schienenverbindungen gehemmt wird, in der günstigsten Weise zu fördern. Welchen Einfluß eine solche Fährverbindung auf die Ent- wicklung des Personen- und Güterverkehrs auszuüben imstande ift, erhellt aus der Verkehrssteigerung auf der Strecke Warnemünde— Gjedser. Der Personenverkehr hob \ich daselbst von 49832 Reisenden im Jahre 1903 auf 97769 Reisende im Jahre 1906, während er auf der Dampfshiffftrekde Saßniz—Trelle- borg in der gleihen Zeit nur von 28687 auf 37712 ge- stiegen ist. Der Eisenbahngüterverkehr hat auf der Fährstrecke Warnemünde—Gjedser von 1903 bis 1906 jährlich um rund 20 v. H. tigung des Umstandes, daß utshland und Schweden-

¡ugenommen. Hiernah sowie in Berü der gesamte rene ¡wischen

Norwegen nah der deutshen Reichsstatistik m Jahre 1902 . . . . 3243014 t, im Jahre 1905 . . . . 4335979 t betrug, während nah der Güterbewegungéstatistik zwishen Shweden

orwegen einerseits und Deutshland andererseits auf den Eisen-

im Jahre 1902 nur . 13956 t, im Jahre 1905 nur . .- . 16040 t befördert wurden, ist mit genügender Bestimmtheit zu erwarten, taß E geplante AERLURnLunE eine erbeblihe Verkehreentwickiung zur olge wird. In bezug auf den Ausgangspunkt des Fäbrbetriebes auf deutscher Seite haben die Unter ae rae ergeben, daß hierfür lediglich ein

en d d zwar nur bei niz oder Haf an zt Ls ügen, un Saßnitz

und bahnen

kommen fann. von ver- schiedenen Stellen in Vorschlag gfttcoien en bei Barhöft

der ü nverbält bebl Be- C D A E Sin louge 6 Zora

eknickte nur 4,5 m tiefe Baggerrinne würde nur mit mäßiger Ge- \{windigkeit ahren werden können und bei ftürmischem und veseligen Wetter die Sicherheit und Pünktlichkeit des Verkehrs höchst nachteilig beeinflufsen. Die Herstellung der Zufahrtsrinne nach Bar- höft für Schiffe von größerem Tiesgang und geeigneter Hafenanlagen daselbst würde einen erbeblihen Kostenaufwand verursahen, auhch müßte die erforderlihe Schienenverbindung erst gelaffen werden. Bei Arkona if die Küstengestaltung für die Anlage eines Féhri@hisfhasens günstiger. Das Gleiche gilt hinsihtlih der Nebel- und hältnisse. Mit geringerem Koftenaufwande lafsen sih aber au in Saßnigz-Hafen durch Erweiterung der vorhandenen Molen- und eng en Einrichtungen treffen, die einen zuverlässigen Fähr- eb mit Trelleborg ellen. Gegen Arkona und für Saßniyz spriht vor allem der Umstand, daß an leßterem Orte außer dem en auch die erforderlihe Schienenverbindung schon vorhanden ift, während für Arkona eine solche zum Anschluß an die Linie Altefähr— Bergen erst gesGaffen werden müßte.

Zwischen Vertretern der Regierungen beider Staaten haben kom- mifsarishe Verhandlungen über das geplante Unternehmen stattgefunden, in denen man si auf die Wahl von Saßnig und Trelleborg als beiderseitige Ausgangshäfen einigte. In Verfolg dieser Verhand- lungen ist der gleichzeitig mit dem Gesetzentwurf dem Abgeordreten- kale zugegangene Staatsvertrag unter dem Vorbehalt der Ratifikation abgeshlofsen worden. Nah dem Vertrage foll jeder der beiden Staaten in seinem Hafen für die erforderlihen Einrihtungen sorgen, um einen zuverlässigen Fährbetrieb zu gewährleisten. Auch besteht

ä darüber, daß jede S E E E Was re

E ändnis ; Aehrl@biffe fär eigene Rechnung zu stellen hat.

ahl anbetrifft, so wird fich nah e der Betriebsverhältnifse die Beschaffung von je 2 Fährschiffen durch Preußen und S{hweden niht umgehen laffen. Es kommt hierbei in Betracht, daß die Schiffe häufiger zu Reinigungs- und Reparaturzwecken außer Dienft ellt werden müssen, und daß der Fahrplan die Begegnung iweier iffe auf hoher See bedingt, wovon au bei etwaigen Fahr, PLIARhernmagen niht wird en werden können. Die Ein- ellung nur eines Fährschiffes Reserve für beide Teile würde mit erhebtideen Schwierigkeiten betriebliher und sonstiger Art, namentli auch was die Flaggenführung anbetrifft, verbunden sein.

Die Baukosten sind veranschlagt:

A. für die baulihen Anlagen in Safn en ju. . 4300 000 A B. für die Beschaffung von zwei Fährschiffen zuu . . 4510000 M

Der Gesamtbedarf des Gesetzentwurfs stellt sich somit auf 8810 000 A Dieser Betrag wird durch Verauëgabung von Staats- \huldvershreibungen oder Schazanweisungen aufzubringen sein.

Die Eröffnung des Fährbetriebs ift für den Sommer 1909 in Aussicht genommen. Vorausseßung hierfür ist, daß mit den Baus ausführungen in Saßniß-Hafen zeitig im Frühjahr 1908 begonnen und die Herstellung der beiden Fährschife tunlihft zu gleichem Zeit» punkt vergeben wird.

Nr. 7 des „Eisenbahnverordnungs3blatts“, heraus- gegeben im Minifterium der öffentlichen Ar , vom 6. Februar d. I., hat folgenden Inhalt: Bekanntmahung des Reichékanzlers vom 23. Januar 1908, betr. die dem Internationalen Uebereinkommen über den Eisenbahnfrahtverkehr beigefügte Liste. Erlasse des Ministers der öôffentlihen Arbeiten: Vom 28. Januar 1908 betr. Geschäftsanweisung für Oberbaukontrolleure; vom 31. Januar 1908, betr. Anrechnung von Kriegsjahren. Nachrichten.

Gesundheitswesen, Tierkran?heiten und esundh esen anTeen Absperrungs-

Türkei.

Der internationale Sesundheitsrat in Konstantinopel hat für die Herkünfte von Alexandrien eine ärztlihe Untersuchun verfügt, die im ersten türkishen Hafen, in dem sih ein Sanitätsar befindet, zu erfolgen hat.

China.

Der Kaiserliche Generalkonsul in Schanghai hat unterm 21. De- zember v. J. zur Verhütung der Einschleppung der Pest und der Cholera angeordnet, daß die avs Kobe kommenden und die Häfen von Schanghai und Woosung anlaufenden denten S eecschiffe der gesundheitspolizeilihen Kontrolle unter- egen.

Paris, 11. Februar. (W.T. B.) Wie die Zeitungen berichten, find gegenwärtig im 20. Pariser Bezirk etwa zwanzig Pockenfälle zur Anzeige gelangt. Die Krankheit soll durch spanische Zigeuner ein- geshleppt worden sein, die seit einigen Wochen in der Nähe der Festung8werke kampieren. f

Konstantinopel, 10. Februar. (Meldung des „Wiener K. K. Telegr.-Korresp.-Bureaus“.) Infolge der in Djeddah vorgenommenen Desinfektionen ist der Gesundheitszustand der Pilger in Eltor besser, weshalb die gleihe Maßregel für Janbo durchgeführt wird. In Eltor ist bis zum 7. d. M. kein weiterer Cholerafall vorgekommen. Dagegen wurden dort vier Todesfälle infolge von Beulenpest konstatiert. In Medina hat sich bither kein Todesfall ereignet. In Mekka sind nah dem am 7. d. M. erfolgten Abzug der Pilger vier Todesfälle infolge von Cholera vorgekommen.

Verkehrsanstalten.

In Palau (Palauinseln) ift eine Postagentur eingerithtet worden, deren Tätigkeit sh auf die Annahme und Ausgabe von ge- wöhnlichen und eingeschriebenen Briefsendungen erstreckt.

Nach einer offiziellen Erklärung besteht, wie das ,„W. T. B.“ meldet, das Ergebnis der in London abgehaltenen Schiffahrts- konferenz in einem für drei Jahre gültigen Abkommen, wonach u. a. bei sämtlihen Gesellshaften während des ganzen Jahres dieselben Fahrpreise für die Kajüte erhoben werden. Ausgenommen davon sind nur die Canadischen Linien, die zum Ausgleich für ungünstigere ceogra- vhishe Lage das Recht haben, während der Wintersaison die Rate um 30 Stilling zu ermäßigen. Die Zwischendecksfahrpreise sowie die Fahrpreise für die erfte und ¡weite Kajüte find im allgemeinen wieder auf die Höbe gebracht, die sie vor dem leßten Ratenkampf inne hatten. Die Fahrpreise für die beiden großen Dampfer der Cunard- Linie „Mauretania“ und „Lusitania“ find böber als die für alle anderen Dampfer. Die Gesellshaften haben ihre Vertreter durch ein Rund- schreiben von dem Abkommen in Kenntnis gesetzt.

Wie weiter bekannt wird, betragen die Fahrpreise für die Dampfer „Mauretania* ued „Lusitania*" in der ersten Klasse 25 Pfd. Sterl. 15 Shilling, in der ¡weiten 12 Pfd. Sterl., für die „Kronprinzessin Cecilie* und „Kaiser Wilhelm 11.“ in der ersten Klasse 24 Pfd. Sterl. 10 S in der ¡weiten Klasse 12 Pfd. Sterl, für die Dampfer „Kronprinz Wilhelm“, „Kaiser Wilhelm den Großen“ und „Deutschland® in der ersten Klasse 24 Pfd. Sterl. und in der zweiten Klasse 12 Pfd. Sterl., für „Adriatic* und „Amerika*® in der erfltea Klasse 22 Pfd. Sterl. 15 Schilling, in der zweiten Klasse 11 Pfd. Sterl. Die Preise für die en Dampfer schwanken zwishen 21 Pfd. Sterl. 10 Shilling und 12 P¡d. Sterl. 10 Schilling in der ersten bezw. 11 Pfd. Sterl. und

9 Pjid. Sterl. in der ¡weiten Klafse.

Zweite Beilage

zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlih Preußischen Staatsanzeiger.

36.

Berlin, Dienstag, den 11. Februar

Verichte von deutschen Fruchtmärkten.

1908.

Qualität i: —— Außerdem wurden 1908 | Durchschnitis.| Am vorigen e Márkttaae S gering j mittel h gut Verkaufte | Verkaufs- pes Markttage (Spalte 1), Februar Marktort Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner 4 a Gi 1 Doppel Ba : nah gung glicher iedrigster | höhster | niedrigster | höchster | niedrigster | höchster ¡entner preis em | Doppelzentner Tag 9 / T Doppelzentner i ; E M M M M t“ (Preis unbekannt) Weizen. 10. S Seide ad a 0E 19,40 20,80 20,90 21,80 |! 21,90 22,50 ¿ d Gin O S e 20 00 20,00 21,05 21,05 -} 22,10 22.10 230 4 830 21,00 21,00 Go 2e * | LWwenberg i. Sl. . .. 21,60 21,80 21,80 2200 | 22,00 22,20 i é es 19,70 | 19,70 | 20,70 20,70 450 8 970 19,93 20,30 8, 2 25 G a p e _— —— 22,20 22,20 | 2 44 22,20 22,08 3. 2e ä Meßkirh . . . 21,20 2120 | fs 4 85 21,20 21,07 3, 2. Kernen (enthülfster Spelz, Diukel, Feseu). 10. ] Babenhaufen e up ave s 22,00 22,00 87 1914 22,00 22,11 4.2 z Jllertifsen . s 0 o 21,70 j 21,70 | 21,80 21,80 | 21,90 21,90 Í n Ï Aalen. . a 6 L S | 21,20 21,60 22,80 23 00 32 716 22,34 22,46 | 3. 2. w E s «ar eee a u 20,60 . 20,60 20,80 21,00 21,20 |- 22,80 206 4 521 21,92 2222 | 3. 2. S D ce e s o S S 21 20 21,20 21,40 21,40 10 213 21,29 2114 | 3. 2 Roggen. 10 Ra R s 18,20 19,70 | 10 1 346 19,22 19,35 | e 2 S reslau . . , s ° 18,30 19,20 j 19,30 19,70 19,80 20,40 ú Strehlen . s 19,40 1940 j 19,70 19,70 20,00 20,00 250 4915 19,66 19,70 T. 2. 3 Löwenberg i. Sl. d s 19.60 1960 | 19,80 19,80 | 20,00 20,00 ¿ i Ï | G Oppeln . 19,60 19,60 19,80 19,80 j 20,00 20,00 30 594 19,80 19,80 | 3. A i z A s a E Ss j 18,40 18,40 | 19,40 19,40 240 4 536 18,90 18,90 | 8, 2. 15 E s s E C a (E 1000 F 180 19,00 19,00 28 527 18,63 m KA Gerste. E C L O 15,30 | 15,40 15,70 15,80 16 00 z u L s o e « Divauderiie 16,50 17,40 17,50 18,00 ; : G ° Strehlen i. Sl... . S E 15,50 15,50 j 16,50 16,50 17,50 17.50 210 3 465 16,50 16,50 T De s Löwenberg i. Sl, . . G 16,50 16,50 j 17,00 17,00 17,50 17,50 ¡ E i a ae C 6 16,60 16,60 |. 16,80 16,80 17,00 17,00 43 723 16.82 16,80 3. 2. é E: os oe 19 00 19,40 î 19,60 19,80 20,00 20,20 388 7 613 19,62 19,72 3. 2 vafer. 10. Posen . O A S S! D S s 5D A pes 16,60 | 16,60 A Mae 10 166 16,60 17,00 | f 2. d Breslau S a S. Se 14,10 14,90 15,00 15,50 15,60- 16,10 : Í Strehlen i. Sl. . s A E 15,60 15,60 15,80 15 80 16.00 16,00 80 1 264 15,80 15,80 T D ó Grünberg i. Sl. . —_ | 16,40 16,40 16,60 16,60 Löwenberg i. Schl. . 14,80 14,80 14 90 14,90 15,00 15,00 : i Z E C An M E 15,60 15,60 15,80 15,80 16,00 16,00 88 1 390 15,80 15,80 3. L * Neuß * . « . * * . » . . . . . s MAEN E e 15,80 16,80 60 972 16,20 16,30 8. À 20 2 Aalen. . E E E 17,680 17,60 18,00 18,20 18,40 18,40 42 758 18,11 18,1L-: 3. 2. 5 s D A t ce Ad: L SO 18,00 18,00 18,80 18,80 19,00 19,00 29 543 18,72 18,43 D, 2. f Meßktr L E e S R 17,80 17,80 18,00 18,00 _— 51 907 17,92 17,98 3.2

Bemerkungen. Die verkaufte Menge wird auf volle Doppelzentner und der Verkaufswert auf volle Mark abgerundet mitgeteilt. Der Dur&shnittspreis wird aus den unabgerundeten Zahlen berechnet.

Ein liegender Stri (—) in den Spalten für Preise hat die Bedeutung, daß der betreffende Preis niht vorgekommen ist, ein Punkt (. ) in den legten sech8 Spalten, daß entsprechender Bericht fehlt.

Berlin, den 11. Februar 1908.

Statiftik und Volkswirtschaft.

Statistisches über die öffentlihen höherenMädchenschulen in Preußen im Jahre 1906.

Nah den im Königlichen Statistis Landesamt bearbeiteten Ergebnifsen der leßten shulftatistishen Erhebung vom 20. Juni 1906 ab es im preußishen Staat 1906 270 (im Erhebungsjahr 1901 313) 9 öffentlihe höhere Mädhenshulen mit 71156 (53 480) Sulkindern. An Stellen für vollbeschäftigte Lehrkräfte einshließlih der für festangestellte technishe zählte man 3158 (2323), und zwar 1238 (1059) für Lehrer und 1920 (1264) für Lehrerinnen, außerdem noch 602 (456) nicht vollbeschäftigte Hilfs- [ebhrkräfte, darunter 376 (259) Hilfslehrer und 226 ns ilfs- lehrerinnen. Hiernach “hat sich die Zahl der öffentlihen höheren Mädchenschulen in den fünf Jahren von 1901 bis 1906 um über ein Viertel und die der ulkinder sogar um ungefähr ein Drittel ver- mehrt. Die Zahl der Schülerinnen, die in einer Schule unter- richtet wurden, stieg in diesem Zeitraume von 251 auf 264. T dieser außerordentlihen Zunahme der Shulkinder bleibt der Besu der öffentlihen höheren Mädhenschulen noch immer binter dem der 675 (649) Privatanftalten P Art zurück, die im Ee 1906 einen Bestand von 85797 (73 440) Schülerinnen aufwiesen. Die privaten höheren Mädcenschulen übernehmen sonach die Dur(bildung Des e mene See e der E RE denen die höhere Mädchenshule überhaupt zugäng emacht wird.

Gin noch etwas stärkeres m als bei den ulkindern zeigt sich bei den vollbeshäftigten Lehrkräften, deren Zahl in dem hier berücksihtigten Jahrfünft um 835 oder um 35,94 v. H. zuge- nommen hat. folgedefsen entfallen jegt mehr vollbeshäftigte Lehr- kräfte auf eine Schule (11,70 i. F. 1906 gegenüber 10,91 i. I. 1901), anderseits hat jeyt eine solhe Lehrkraft im D nur 22,53 Schulkinder gegenüber 23,02 vor 5 Jahren zu unterrihten. An dieser Zuname der vollbeshäftigten Lehrkräfte sind die Lehrerinnen un- gleich stärker beteiligt als die Lehrer. Während im Jahre 1901 auf 100 vollbeshäftigte Lehrer 119,36 Lehrerinnen der gleihen Art entfielen, waren es im Jahre 1906 155,09. Auch die Zahl der Hilfslehrkräfte hat sich seit 1901 um fast ein Drittel vermehrt.

Dem Religionsbekenntnisse nah wurden die öffentlichen deren Mädchensulen von 56 382 (41 965) evangelishen, 7415 (4720) atholishen und 7080 (6494) jüdishen Schülerinnen besucht. Obschon hiernah die katholischen Schülerinnen seit 1901 verhältnismäßig am meisten zugenommen haben, übersteigt ihre Zahl dohch kaum die der jüdischen und bleibt noch hinter einem Siebentel des Anteils zurück, der auf die evangelischen entfällt. T allende Erscheinung läßt s vießKeiht aus der Abneigung katholisher Eltern erklären, ihre

öhter den von La!en geleiteten öffentlichen Grziehungsanstalten an- ¡uvertrauen.

Gine außerordentliche Unterhaltungskoften- der ô mit Ausschluß der Kosten für Neu- und Erweit rend des verflossenen Jahrzehnts auf. Sie beliefen sich im Jahre 1896 auf 6018 469 4, ftiegen bis zum Jahre 1901 auf 8379874 und bis zum Jahre 1906 sogar auf 12263 696 4 Es kommen sonah an laufenden Unterhaltungskosten

Steigerung weisen die laufenden tl öheren Mädchenschulen 4 iben : erungsbauten A.

Alle in Klammern beigefügten Zahlen dieses Artikels beziehen fb _adf das Erbebunggiahr 1901.

Kaiserlihes Statiftishes Amt. van der Borght.

auf je 1896 1901 1906 eine Shule . 2869 3932 A 45421 M eine Schulklafse 3475 4315 4804 , ein Schulkind . 134: 2 V. E ¿s

Von diesen Gesammtausgaben entfällt der arößte Teil auf das Einkommen der Lehtkräfte, für das im Jahre 1906 10 200279 # verrehnet wurden (7 223 704 i. I. 1901 und 5051236 i. I. 1896), während \ih die sächlihen Ausgaben außer den Baukosten nur auf 2 063417 M beliefen (1 156 170 i. I. 1901 und 967 233 i. I. 1896). Das Diensteinkommen der vollbeshäftigten Lehrkräfte erforderte allein eine Summe von 9 063 178 Æ, fast neun Zehntel der gesamten per- sönlihen Kosten (6516 517 i. J. 1901 und 4827 348 i. J. 1896). Das durchschnittliche M ommen cunrns

ür

1901 1906 vollbeshäftigte Lebrer . 3283 A 83986 A 4354 vollbesckäftigte Lehrerinnen 1597 , 1816 , 1913 „3;

das bedeutet für die ersteren eine Aufbefserung des Einkommens um Qu O und für die letzteren um ein Fünftel während des jüngsten abrzehnts.

Die Lehrbefähig ung der an den öffentlichen höheren Mädthen- \{ulen angestellten Lehrer und Lehrerinnen, welche hier nah der höchsten Lehramtsbefähigung des einzelnen zusammengefaßt sind, is folgende: Von 217 Anstalt8leitern hatten 139 die Prüfung für das höhere Lehr- amt, darunter 12 gleichzeitig die für das geistliche Amt, 23 die Prü- fung allein für das geistliche Amt und 55 die Rektoratsprüfung be- standen. Von den 50 Leiterinnen hatten 2 die Oberlehrerinnen- und S@Wulvorfteherinnen-Prüfung, 40 allein die Prüfung als Schul- vorsteherin und 8 die Prüfung für den Unterricht an mittleren und Höheren Mädchenshulen abgelegt. Unter den vollbeshäftigten Lehrern befanden sich 370 akademish gebildete Oberlehrer (d. h. solche; die entweder die Prüfung pro fac. doe. oder beide theologishe Prüfungen bestanden hatten); 69 Oberlehrer waren nur seminarisch vorgebildet. Von den ordentlichen Lebrern waren 8 akademisch vorgebildet, 172 hatten die Bri als Rektor abgelegt; die übrigen 285 besaßen nur semirarische Bildung; an sonstigen vollbeschäftigten Mittelshullehrern zählte man 15 und an anderen nit voll befäbigten, aber noch vollbeshäftigten Lehrern 60. Unter den vollbeshäftigten Lehrerinnen befanden \fih 17 mit dem Oberlehrerinnen- und Sthulvorfteherinnenzeugnis, 130 hatten allein das Oberlehrerinnenzeugnis und 61 das der Schulvorsteherin er- worben, 1327 besaßen tas Befähigungezeugnis zum Unterricht an mittleren und höheren Mädchenschulen, 37 nur das Befähigungs- zeugnis für den Unterricht an Volkss{hulen und 9 das Sprach- lehrerinnenzeugnis. (Stat. Korr.)

« Zur Arbeiterbewegung.

In Düsseldorf find, der „Köln. Ztg.“ zufolge, die organisierten BuwGbinder in eine Lohnbewegung eingetreten. Sie haben am Sonnabend die Kündigung eingereiht. s

In Leipzig nahmen, wie die „Lpz. Zig." berihtet, über 200 Gräteltatides. Bierfahrer, Hof- und Kellereiarbeiter am Sonntag Stellung zu einem neuen urf. Nach diesem Tarif soll die tägliche Arbeitszeit für das Fahrpersonal aus- \chließlih der Pausen 10, für die anderen Arbeiter 9 Stunden be-

en. Für die Flaschenbierfahrer wird ein Grundlohn von 26

w dals ur den Umsaß von ‘je 1000 Flaschen 2,50 „G Sfacdeit: E i Dein E E G

destwochenlohn von 35 c gewähr-

leistet ist. Die übrigen Arbeiter sollen Mindeftwochenlöhne von 27 bis 32 #, die Arbeiterinnen einen solhen von 18 A erbalten. Den Arbeitern, die bereits jezt solhe Löhne haben, soll ein E von 10 9%/5 bewilligt werden. Außerdem wird für Ueberstunden-, Nacht- und Sonntagsarbeit ein Zushlag von 25 bis 50% und die iFreis gabe des 1. Mai gefordert. Die Versammlung stimmte dem Tarife ps beschloß, defsen Ein- und Durchführung mit allen Mitteln zu

eiben.

Die Direktion der Lokomot ivfabrik der Wiener Neuftadt e Bre sämtlihen 2800 Arbeiter nunmehr ausgesperrt. (Val. Nr. 35

Wie in Bern, so haben, wie die „Voss. Ztg.“ erfährt, nun auch in Zürich die Schreinermeister nach jahrelangen Lohns ftreitigkeiten die Aus\perrung beshlofsen und gestern durhgeführt. Von der Maßregel werden etwa 600 Arbeiter betroffen.

Wohlfahrtspflege. Frauen in der öffentlihen Armenpflege.

Von Breslau aus, wo die praktische, stimmberechtigte Mitwirkun

der Cs in der ftädtishen Armenpfl-ge vorbildlih organifiert. E und in dem JIahresberiht des „Armenpflegerinnenvereins*“ auch nach aufen bin ein Bild ihres verdienstvollen Wirkens gibt, wird die deutsche Fachliteratur dur eine Schriftenserie bereichert, die eine Fülle von Anregungen für die gemeinnützige Tätigkeit der Frauen im öffentlihen Leben zu geben verspriht. Die Herau8geberin dieser „Arbeitsgebiete der Frauenbewegung“ betitelten Serie (étiaa von B. G. Teubner, Leipzig und Berlin), Marie Wegner, handelt im ersten Heft die Armen- und Waisenpflege. Das Schriftchen bietet in knapper, übersichtliher Form einen Ueberblick über Wesen und Einrihtung der öffentlichen Armen- und Waisen- pflege und zeigt, daß die Verfasserin sowobl mit den einshlägigen Bestimmungen, als auch mit der umfangreichen Literatur dieser Gebiete voll vertraut is. Als Armen- und En erin praktis tätig war die Verfafserin seit 1900, zunächst in einer en, dann in einer Mittelstadt und gegenwärtig in der Großstadt Breslau. Sie hat also seit Beginn des Strebens, au weiblihe Pfleger anzustellen, mitten in dieser Bes wegung geftanden, und es daber ibren Ausführungen der Wert eines praktishen Leitfadens voll pemessen. Dieser wird ers höht durch die Mitteilung der Grgebnifse einer von ter Verfasserin im Oktober 1907 bei 300 deutshen Städten, die zumeist mehr als D E blen, E uses f Dues da dame der egen gung rauen in der öôffen rm €. Aus den Ft vollzählig tf mig amtlichen ntworsSreiben ing hervor, daß in 212 Städten Frauen ehrenamwtlich t d, und zwar in 74 Städten mit gleihen Rehten und Pflichten un tigt wie die Männer. diesen 74 Städten find als

Armen- und senrsl nnen 4630 Frauen ehrenamtlich angeftellt. Davon find in 13 Städten 22 Frauen in der Armendirektion: in Biebrich 2, Bonn 2, Bremen 2, Caffel 1, Charlottenburg 3, Danzig 3, rankfurt a. M. 2, Lennep 1, Mannheim 2, Marburg 1, Ratibor 1, tolp 2, Zeiß 1. In 4 Städten find Frauen in den Armen- rem für das Waisenhaus oder das Bekleidungsamt, und ¡war in U Tottenburg 3, in Danzig, Mainz, Wattenscheid 5. In 15 Städten

auen im Waisenrat: in Altenburg, Charlottenburg 3, Cöln 2,

Danzig, Defsau 9, Eisenberg 1, eld, Effen 3, Mannheim 2