1866 / 162 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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30,000 Tblr. à 1000 Thlr., 40,000 » 500 » 50,000 - » 100 » O » » 50 » E « » 2

"TI0,000 Thaler; : 2 nach dem anliegenden (a.) Schema ‘auszufertigen, mit Hülfe einer Kreissteuer mit fünf Prozent jährli<h zu verzinsen und nach der durch das Loos zu bestimmenden Folgeordnung jährli<h vom Jahre 1880 ab mit wenigstens jährli<h Einem Prozent des Kapitals unter Zuwachs der Zinsen von den getilgten Schuldverschreibungen zu amortisiren sind, dur< gegenwärtiges Privilegium Unsere landes- herrliche Genehmigung mit der rehtli<hen Wirkung ertheilen , daß ein jeder Jnhaber dieser Obligationen die daraus hervorgehenden Rechte, ohne die Uebertragung des Eigenthums nachweisen zu dürfen,

eltend zu machen befugt ist.

s Das ie Breivileginin, welches Wir vorbehaltlih der

Rechte Dritter ertheilen und wodurch für die Befriedigung der Jn-

hâber der Obligationen eine Gewährleistung Seitens des Staats

nicht übernommen wird, ist durch die Gesez -Sammlung zur allge-

meinen Kenntniß zu bringen. : j Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und

beigedru>tem. Königlichen Jusiegel. , Gegeben Berlin, den 18. Juni 1566,

(L. S.) Wiihelm.

von der Heydt. Graf von Jygenplißÿ. Graf zu Eulenburg.

d.

Provinz Preußen. Regierungsbezivk Königsberg. Obligation des Gerdauer Kreises. Lei apo tex HUMET: cer) ile «. - « Thaler - Preußisch Courant.

Auf Grund der unterm bestätigten Kreistags -.Be- \<lüsse vom 17. März und 29. November 1864 wegen Aufnahme einer Schuld bis zum Betrage von. 140,000 Thalern bekennt „sich die ständische Kommission für den-Chausseebau des Gerdauer Kreises, Namens des Kreises, durch diese, für jeden Jnhaber gültige, Seitens des Gläubigers unkünd- bare Verschreibung zu einer Darlehns|<uld von Thlrn., ‘in Buch- staben von Thalern, Preußisch Courant, welcher Betrag von den Kreis baar gezahlt worden und mit fünf Prozent jährlich zu verzinsen ist.

Die Rü>zahlung der fontrahirten Schuld geschieht vom Jahre 1880 ab allmälig -aus einem , . zu. diesem Behufe gebildéten Tilgungsfonds von wenigstens Einem Prozent des ganzen Kapitals. jährlich (unter Zuwachs der Zinsen von den getilgten Schuldverschreibungen.

Die Folgeordnung der Einlösung der Schuldverschreibungen wird durch das Loos it. Die Ausloosung erfolgt . vom Jahre 1880 ab in dem Monate Februar jedes Jahres. Der Kreis behält sich jèdo<h das Recht vor, den Tilgungsfonds dur<h größere Ausloosungen zu verstärken, so wie sämmtliche no< umlaufende Schuldverschreibungen zu kündigen. Die aus- geloosten, so wie die gekündigten Schuldverschreibungen werden unter Be- zeihnung ihrer Buchstaben, Nummern und Beträge, so wie des Termins, an welchem die Rückzahlung erfolgen soll, öffentlich bekannt gemacht. Diese Bekanntmachung etfolgt sechs, drei, zwei und einen Monat vor dem Zah- lungs - Termine im Staats-Anzeiger , in dem Amtsblatte der Königlichen Regierung zu Königsberg und im Gerdauer Kreisblatte,

Bis zu dem Tage, wo solchergestalt das Kapital zu entrichten ist, wird es in halbjährlichen Terminen, am 24. Juni bis 2. Juli und am 28. Dezem- ber bis 6. Januar jeden Jabres, von heute an gerechnet, mit fünf Prozent jährlich, in gleicher Münzsorte mit jenem verzinset.

Die Auszahlung der Zinsen und des Kapitals erfolgt gegen bloße Rückgabe der ausgegebenen Zins-Coupons, beziehungsweise dieser Schuldver- schreibung, bei der Kreis-Kommunal-Kasse in Gerdauen, und zwar auch in der nach dem Eintritt des Fälligkeitstermins folgenden Zeit.

- Mit der zur Empfangnahme des Kapitals präsentirten. Schuldverschrei- bung sind au die dazu gehörigen Zins.- Coupons der späteren Fälligkeits- Termine zurüc{ßzuliefern. Lir die fehlenden Zins-Coupons wird der Betrag vom Kapitale abgezogen.

Die gekündigten Kapitalbeträge, welche innerhalb dreißig Jahren nach dem Rückzahlungs - Termine nicht erhoben werden, so wie die innerhalb vier Jahren , yom Ablauf des Kalenderjahres der Fälligkeit ab gerechnet, nicht erhobenen Zinsen, verjähren zu Gunsten des Kreises.

Das Aufgebot und die Amortisation verlorener odex -vernichteter Schuld- verschreibungen erfolgt nach, Vorschrift der Allgemeinen Gerichts-Ordnung Theil l. Titel 51 $. 120. seg. bei dem Königlichen Kreisgerichte zu Wehlau.

Zins-Coupons können weder aufgeboten, noch amortisirt werden. Doch soll. demjenigen , welcher den Verlust von Zins - Coupons por Ablauf der ciele rigèn Verjährungsfrist “bei der Kreis-Verwaltung anmeldet und den stattgehäbtén Besiß der Zins-Coupons durch Vorzeigung der Schuldverschrei- bung odér sonst in glaubhafter Weise darthut, nach Ablauf der Verjährungs- frisi der Betrag der angemeldeten und bis dahin nicht vorgekommenen Zins-Coupons gegen Quittung ausgezahlt werden.

Mit--diefer Schuldverschreibung sind halbjährige Zins-Coupons bis, zum, Schlusse des Jahres 1870 ausgegeben. Für die weitere Zeit -wer- den Zins-Coupons auf fünfjährige Perioden ausgegeben.

Die Ausgabe einer neuen Zinscoupons - Serie erfolgt bei der Kréis-

Erster (bis

am ….ten Obligation für das Halbjahr vom bis mit

(in Buchstaben) Kasse zu Gerdauen.

der Obligation des Gerdauer Kreises

händigung der neuen KZinscoupons-Serie an den Jnhaber der Schuld- verschreibung, sofern deren Vorzeigung rechtzeitig geschehen ist.

Zur Sicherheit der hierdurch eingegangenen Verpflichtungen haftet der

Kreis mit seinem Vermögen.

Dessen zu Urkunde haben wir diese Ausfertigung unter unserer Unter-

chrift ertheilt.

Gerdauen, den . 18.4: l | Die ständische Kommission für den Chausseebau im Gerdauer Kreise.

Provinz Preußen. Regierungsbezirk Königsberg.

) Zinscoupon zu der Kreis-Obligation des Gerdauer Kreises.

Tit, pas. Mt, eee über Thaler zu fünf Prozent Zinsen über Thaler Silbergroschen.

Der Jnhaber dieses Zins - Coupons empfängt gegen dessen Rückgab“ 18.. und späterhin die Zinsen der vorbenannten Kreis" Thalern

Gerdauen, den ten 15. «. : Die ständische Kreis-Kommission für den Chausscebau im Gerdauer Kreise.

Dieser Zins - Coupon is ungültig, wenn

dessen Geldbetrag nicht innerhalb vier Jahren, vom Ablauf des Kalenderjahres der Fälligkeit an gerechnet, erhoben wird.

m D L

Provinz Preußen. Regierungsbezirk Königsberg, T:a.l on

zur Kreis-Obligation des Gerdauer Kreises. Der Jnhaber dieses Talons empfängt gegen dessen Rückgabe zu

Lite. ....- M übér Thaler à fünf Prozent Zinsen,

die ..te Serie Zins - Coupons für die fünf Jahre 18.. bis 18.. bei der Kreis Kommunal-Kasse zu Gerdauen, nah Maßgabe der diesfälligen, in der Obligation enthaltenen T

Gerdauen, den „ten e i | Die ständische Kreis-Kommission für den Chausseebau im Gerdauer Kreise,

Haupt-Verwaltung der Staatsschulden.

Bekanntmachung, betreffend die Ersayleistung für die präfkludirten Kassen - Anweisungen von 1835 und Darlehns- Kassenscheine.

Durch unsere wiederholt veröffentlichten Bekanntmachungen sind die Besißer von Kassen-Anweisungen von 1835 und von Darlehns- Kassenscheinen von 1848 aufgefordert, solche behufs der Ersaßleistung an die Kontrolle der Staatspapiere hierselbst; Oranienstraße 92, oder an eine der Königlichen Regierungs-Hauptkassen einzureichen.

Da dessenungeachtet ein großer Theil dieser Papiere nicht einge- gangen ist, so werden die Besiger derselben nochmals an deren Ein- reihung erinnert, Zugleich werden diejenigen Personen, welche der- gleichen Papiere nah dem Ablaufe des auf den 1. Juli 18595 fest- geseht gewesenen, dur. das Geseh vom 15. April 1857 unwirksam gemachten Präklusivtermins an uns, die Kontrolle der Staatspapiere oder die Provinzial -, Kreis - oder Lokal - Kassen abgeliefert und den Ersay dafür noch nicht empfangen haben, wiederholt veranlaßt, solchen bei der Kontrolle der Staatspapiere oder bei einer der Regierungs- Hauptkassen gegen Rückgabe der ihnen ertheilten Empfangscheine oder Bescheide in Empfang zu nehmen.

Berlin, den 21, April 1863.

Haupt - Verwaltung der Staatsschulden. von Wedell. Gamet. Löwe. Meinee.

Amtliche Nachrichten vom Kriegsschauplaze.

Berlin, 7. Juli. Der nachstehende amtliche Bericht Über die Thätigkeit des Detachements Stolberg bringt eine zuver- lässige Darstellung der Vorgänge, über welche bisher viele theils ungenaue, theils zusammenhangslose Mitiheilungen in die Oessent- lichkeit gelangt sind.

»Vor Beginn der Feindseligkeiten war auf Befehl des König- lichen Ober-Kommandos der zweiten Armee, die Grenze scharf zu bewachen, die Diéslocation der diesseitigen-Truppen derartig getroffen, daß innerhalb zwei Stunden das Detachement, in und um Nicolai concentrirt, ein Gefeht annehmen konnte. Starke Vorposten waren bei Myslowiy und Berun vorgeschoben, um die Przemza-Uebergänge zu bewachen. Die südlihe Landesgrenze von Wohlau bis zur Oder beobachtete ein Eclaireur-Corps von 10 Offizieren und 40 ausgesuch- ten Pferden der se<sten Landwehr-Kavallerie-Brigade. :

Am 21. Juni Nachmittags wurde die Kriegserklärung in Oswiecim- überreicht, Am selben Tage gingen, , behufs Ausführung des Befehls des. Königlichen Ober-Kommandos, die Eisenbahn zwischen Oderberg und Oswiecim zu zerstören, 1 Compagnie Infanterie, 1 Compagnie Jäger und 1 Abtheilung Pioniere ‘auf 65 Wagen

Kommunal-Kässe zu Gerdauen, gegen Ablieferung des der älteren Zinscoupons- Serie beigedru>ten Talons. Beim Verluste des Talons erfolgt die Aus-

na<: Sohrau, woohin {on früher von Orzesche a8 2 Escadrons

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Husaren beordert waren. Von Sohrau rü>ten genannte Truppen am 22. 45 Uhr früh gegen die österreihis<he Grenze nah Pilgräms- dorf aus, mit dem Vorhaben, den Eisenbahn-Viadukt bei Pruchna zu sprengen.

. Als die Jnfanterie , die Jäger und Pioniere dort angekomuren waren, ging die Avantgarde, 1 Zug Jäger und 1 Zug Infanterie, vor, durhsuchte den an der Eisenbahn liegenden Wald , Üüberschritt die Eisenbahn und klärte das jenseitige Terrain auf.

Nachdem die Pioniere 2 Pulversä>ke à 5 Ctr. unter dem Bogen des Viadukts aufgestellt hatten, wurden diese angezündet. Die erste Explosion zeigte si< als erfolglos, bei der zweiten erhielt der eine Pfeiler einen Sprung von ca. 4 Zoll Breite von oben bis unten, \so daß die Brücke für die nächste Zeit als unfahrbar ‘betrachtet wer- den fann.

Qugleihh wurden von Patrouillen 2 Holzbrü>ken in Brand ge- ste>t, die Telegraphenstangen und Drähte zerstört und die Schienen an verschiedenen Stellen aufgerissen. Das Detachement verließ hierauf Pilgramsdorf und ward in derselben Weise, wie es gekommen, zurü>- befördert.

In Folge des Eingangs der Depesche vom Königlichen Ober- Kommando, welche den Abzug ‘der \<lesis<hen Armee nah Westen mittheilte, fand am 25sten eine Besprehung der Generale Graf zu Stolberg und von Knobelsdorf in Nendza statt. Dieselbe führte zu dem Uebereinkommen, 3 Escadrons Husaren gegen 2 Compagnieen Füsiliere und 2 gezogene Geschüße auszutauschen. Letztere Truppen trafen am Abend des 2ö5flen in Nicolai ein.

Am 2östen und 26sten fanden österreichische Rekognoszirungen unter spezieller Führung des Generals Trentinaglia “gegen Zabrzeg und Neu-Berun statt, welche allein den Zwe> hatten, den Bahn- hof von Neu-Berun, die Zollhäuser und das Dorf Zabrzeg muth- willig zu demoliren , resp. abzubrennen, was einen Schaden von etwa 20,000 Thlr. verursachte.

Um fich durch eine gewaltsame Rekognoszirung von der Stärke des in Oswiecim stehenden Feindes zu Überzeugen, war bereits am Morgen des 26. die am 27, ausgeführte Unternehmung beschlossen, als am Nachmittage des nämlichen Tages der Befehl vom König- lichen Oberkommando einging, Unternehmungen ins feindliche Gebiet zu machen.

Nach dem Gefecht wurde Lieutenant Graf v. d. Re>ke als Par- lamentair zum General Trentinaglia nach Oswiecim geschi>t, um die Auslieferung unserer Todten zu beantragen, was jedoh mit dem Versprechen abgelehnt ward, ihnen ein ehrenvolles Begräbniß zu bestellen.

Da man am 28. einen Angriff des verstärkten Feindes auf Nicolai erwarten konnte, so wurde dem General-Major v. Kiobels- dorf die militairische Situation des diesseitigen Detachements tele- grapbisc<h mitgetheilt und der General no<h am Abend desselben Tages dadurch veranlaßt , si< mit dem Detachement des Grafe Stolberg in Nicolai zu vereinigen.

Eïn ernstlicher Angriff des Feindes erfolgte jedo< ni<t, und | beschränkte sich dieser auf Demonstrationen gegen die Vorposten bei |

Alt-Berun und Myslowiß.

In Folge eines dur< Parlamentair überbrachten Briefes des Generals Trentinaglia, welcher die Beerdigung unserer Todten noti- fizirte, die Auslieferung des Dr. Friedländer ader verweigerte, wurde Lieutenant von Wißleben als Parkamentair nah Oswiecim und Chrzanow entsendet. Derselbe Überreichte dem General Trentinaglia ein Schreiben, das in Bezug auf die verweigerte Auslieferung wie {olgt lautete:

»In Betreff des Dr. Friedländer erlaube i<h mir Ew. Excellenz mitzutheilen, daß derselbe auf speziellen Befehl seines Regiments®- Commandeurs auf dem S{lächtfelde zurückgeblieben is, um den gefallenen österreichischen Ulanen den dringend nöthigen, ersten ärztlichen Beistand zu leisten. Dies geschah in der Erwartung, daß der 21. Friedländer als neutrale Person angeschen werden würde, und în der Befolgung eines Befehls Sr. Majestät des Königs, meines erhabenen Herrn, nach welchem die preußischen Truppen gemäß den in der Genfer Convention von 1864 slipu- lirten Grundsäßen zu verfahren haben, wenn au<h Se. Majestät der Kaiser von Oesterreich dieser Convention no<h nicht bei- getreten sei. «

Eine Antwort bierauf ist bisher nicht rfolgt.

__ Inzwischen hatte der Feind am 28sten Abends die Stellung bei Oswiecim verlassen, die Eisenbahnbrücke bei Breschköwiß und die Uebergänge bei Chelm zerstört und si<h na< Chrzanow zurü>gezo- gen. Da nunmehr kein feindlicher Angriff unmittelbar zu gewärti- gen stand, ging General'- Major von Knobelsdorf am 30sten mit seinen Truppen nah Ratibor zurü>.

Da behufs Formirung der 4. Bataillone auf Grund der A. K. O. vom 25. d. Mts. zwei Bataillone der Landwehr nah Breslau und Neisse am 30. Juni abgingen , der Abmarsch der übrigen Bataillone der Brigade ‘von Gillhausen zu gleichem Zweck bevorstand Und eine feindliche Invasion bei Myslowit Seitens der bei Chrzanow kon- zentrirten 6—7000 Mann starken Oesterreicher dur<h die Landwehr- Kavallerie-Brigade und die Jäger-Compagnie ni<ht verhindert werden

konnte, marschirten am 2. Juli die lehten Truppen na< PVleß, utæ dur< Expeditionen na< Kenty, Biala , Bilih Stort Ed 14 und Umgegend die auf der Kaiserstraße gehenden Transpotte aufzu- En e für die in Zabrzeg verübten Gewaltthätigkeitzn Repressa- ien zu üben. «

__ Verlín, 8. Juli. Neuere amtliche Nachrichten liegen hier nit vor. Die Telegraphenlinien in Böhmen werden dut<h ösiér- reihishe Telegraphen- und Eisenbähn-Beamte, die s{< im Lande umhertreiben, häufig unterbrochen. :

Nichtamtliches.

Prenßen. Berlin, 8. Juli. Aus Gitschin, den 3. Ju

Abends 8 Uhr, wird uns tee: M O

_ Nachdem Se. Majestät der König si< Heute fünf Uhr früh zu den sudli< von Horig aufgestellten Truppen begeben hatte, hörte man hier um 8 Uhr den Kanonendonner eines sehr heftigen Gefehtes beginnen, welcher bis gegen 12 Uhr an- dauerte und um diese Zeit so heftig wurde, daß sih eine Schlacht entwi>elt haben mußte. Von 12 bis ungefähr 32 Uhr trat eine Pause ein, so daß man glaubte, es habe \{< nur um ein ähnliches Gefecht wie bei Sihrow, Gits<hin und Scaliß zwischen einzelnen Armee-Corps gehandelt. Dann fing aber das Kanonenfeuer und zwar {hon in größerer Entfernung wieder an und dauerte, wenn auch s{wächer herübertönend , bis gegen 7 Uhr fort. Nachrichten kamen gar ni<t, oder so unbestimmt und über- trieben, daß man ihnen keinen Glauben s{henken konnte. Gegen 4 Uhr traf der Befehl ein, die Feld-Lazarethe vorzusenden , wie {hon den ganzen Vormittag 15 Munitions - Kolonnen dur< Gitschin vorge- zogen worden waren. Man hörte wohl, daß die Schlacht lange hartnâ>ig stand, daß Se. Majestät der König wiederholt selbs im schärfsten Feuer gewesen sei, da aber bis 8 Uhr Abends gar keine Nachrichten eintrafen , und selbst das Hauptquartier ohne Nachricht blieb, ob es nachkommen sollte, oder ob Se. Majestät dèr König zurückkommen würden, so begann eine besorgte Stimmung sich zu verbrei ten. Gegen 5 Uhr war auch Se. Hoheit der Herzo gErns vonSachsen Coburg-Gotha zu Pferde von Turnau her hiér eingetroffen. Endlih um 8 Uhr Abends kam die telegraphishe Depesche vom Kampsfplaye selbst, welche sofort in der ganzen Stadt bekannt und von den Preußen mit unendlichem Jubel aufgenommen wurde, daß ein glänzender Sieg na<h hartem Kampfe bei König- grähß, also beinahe zwei Meilen hinter dem Anfangspuütikte der Schlacht, und zwar über die ganze österreichische Nord» Armee erfochten worden sei, daß die Verluste auf beiden Seiten sehr bedeutend und die eroberten Trophäen der Zahl nah noch gar ni<t zu übersehen seien, so wie daß im Augenbli>e des Abgangs der Depesche die Versolgung no<h fortdauete. Von den Details der Schlacht konnte natürlih no< nichts bekännt sein, auch ist Se. Majestät der König jeßt 10 Uhr no< ni<t vom Schlachtfelde zurückgekommen , und wird vielléiht in der Nähe der Siegesstätte übernachten. (Js geschehen.) Die Freude war besonders groß, daß die Truppen diesen glänzenden und vielleicht entscheiden- den Sieg unter den Augen des Königs erfochten und Allerhö<{st* derselbe selbst den Gang der Schlacht geleitet. Eben fahren lange Wagenkolonnen zum Abholen déèr Verwundeten auf das Schlacht- feld, und die Ankunft vieler Gefangenen tsst angemeldet. Mit fieber- hafter Unruhe sieht man den Details dieses für Preußens Zukunft \<1werwiegenden Ereignisses entgegen.

Aus Horißt, 5. Juli, (Hauptquartier Sr. Majestät des Königs in Böhmen) wird uns mitgetheilt: Da es näch Beendigung der vorgestrigen Schlaht und nah der Begegnung Sr. Majestät des Königs mit Sr. Königlichen Hoheit dem Kronprinzen, Höchstwelher von seinem Königlichen Vater in Anetkeänung des Erfolges der 11, Armee, auf dem Schlachtfelde den Orden pour le mérite erbalten hatte; zu spät geworden war, um nah Gitshin in das am Morgen verlassene Hauptquartier zurü>- zukehren, so geruhte Se. Majestät das Anerbieten des Prinzen Friedrih Karl Königliche Hoheit anzunehmen, und brachte die Racht in dem Horißer Schlosse; dem Hauptquartier des Ober- Kommando's der 1. Armee, zu. Dienershaft und Gepä> kamen, dur den Telegraphen berufen, erst am 4. 3 Uhr Morgens bier ánñ. Im Laufe des 4. und au<h no< heute, stellte es si< beraus, daß die Schlacht bei Königgräh sehr viel bedeutendére Resultate ge- habt, als man am Abeñde nach derselben und erst beim Beginnen der Verfolgung hatte übersehen können, wo glei<wohl die “erste Depesche Über den Gewinn der Schlacht abgehen mußte. Die Zahl der Gefangenen und zwar nur der gesunden, noch dienstsähigen, war gestern im Laufe des Tages bereits auf 15,000 gestiegen, wurde aber durch beute früh ein- gelaufeñe offizielle Verzeichnisse no< um 4000 vermehrt, so daß in diesein Augenbli> 19,000 Mann aller Waffen und Grade konstätitt