1866 / 177 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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Saupt-Verwaltung der Staatsschulden.

Der Ober-Buchhalter, Rechnungs-Rath Altmann, ist zum Rendanten der Staatsschulden - Tilgungskasse, der Kalkulator Kerstan zum Ober-Buchhalter dieser Kasse, der Geheime Kal- fulator Loose zum Kalkulator der Kontrolle der Staatspapiere, und der Geheime Secretair Busch zum Geheimen Kalkulator ernannt worden.

Amtliche Nachrichten vom Kriegsschauplaße.

Berlin , 22. Juli. Die Bildung des 2. Reserve - Corps um Leipzig untér dem Befehle Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin is nun beendet, und haben die Operationen desselben gegen Süden begonnen. Die bisherigen glänzenden Erfolge der Main-Armee unter der ebenso umsichtigen als energischen Führung des Generals Vogel von

al>enstein lassen , unter Cooperation jenes zweiten Reserve- orps, in den nächsten Tagen zuversichtlich neue Fortschritte der Armee erwarten. Unsere süddeutschen Gegner sind noch immer getrennt und würden, selbst vereinigt, noch lange nicht die in den Nachrichten aus Frankfurt a. M. angegebene Stärke von 120,000 Mann érreicben. :

Berlin, 23. Juli. Nachdem die preußische Armee Brünn verlassen, hat sie auf allen von ihr berührten Straßen nur feindliche Kavallerie - Spißen vor sich gesehen, die sich bei An- näherung der Preußen zurückzogen. Der Feind hat an vielen Stellen die Brücken über die Thaya und die March zerstört, je- doch scheint ihm die Zeit zu ciner gründlichen Ausführung dieser Arbeiten gefehlt zu haben. Mit Ausnahme einiger Eisenbahn- brücken sind die zerstörten Uebergänge überall innerhalb 24 Stun- den von unseren Pionieren wieder hergestellt worden.

___ Lundenburg, der Punkt, wo die nah Olmügz gehende Eisen- bahn si von der nah Brünn führenden abzweigt, war durch die österreichische Brigade Mondl des 10. Corps beseßt und die- selbe hatte Verschanzungen zur Vertheidigung des Ortes an-

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„gelegt.

__ Als am 15. Juli Abends die Spiyen der Division Horn sich Göding, auf der Stre>ke Lundenburg-Olmüg, näherten, ,um die Eisenbahn daselbst zu zerstören, kehrte ein von Olmüt fkom- mender Militairzug nach jener Festung zurück. Wenige Stun- den darauf fuhr die Brigade Mondl auf bereitgehaltenen Eisen- bahnzügen nach Süden ab, ohne den Versuch zu machen, Lun- denburg zu halten. Jn Göding wurde eine no< im Backen begriffene österreichische Bäckerabtheilung und sehr bedeutende Magazine vorgefunden. ; a

__ Man ermittelte, daß in den leßten Tagen, che die Preußen Göding „beseßten, 39 stark belastete Militairzüge, von Norden nach Süden gehend, jenen Ort passirt hatten. Die lebten sechs ige welche durgingen, sollen sächsische Truppen enthalten

Nichtamtliches.

__ Preußen. Berlin, 23, Juli. Jhre Majestät die Königin wohnte gestern dem Gottesdienst in A Ei kirche bei und besichtigte alsdann in Potsdam die Blumen-

ausftellung zum , Besten der Verwundeten, sowie das große Lazareth in der Kaserne des 1. Garde-Regiments. Nach einem Besuch bei der Königin-Witktroe speiste Jhre Majestät in

S{loß Glinicke.

eute findet im Königlichen Palais ein Diner statt.

_— Folgende Ansprache ist vom General von Falcen- stein an die Soldaten der Main-Armee erlassen: Len

, Soldaten der Main-Armee! Am 14. d. M. haben wir bei Zolsenturs den zweiten Abschnitt unserer Aufgabe erfüllt, Mit diesem Tage ist das re<ke Main-Ufer, so weit unser Arm reichte, vom Feinde gesäubert worden. Bevor wir zu neuen Thaten übergehen, drängt es mi<, Euch allen meine Anerkennung auszusprechen für die 75reudi feit, mit der ZJhr die enormen Strapazen dieser Zeit (Pragen habt, die unvermeidli< waren für unser Gelingen. Gou Pas ist „f ni<t allein, was i< zu loben habe. Eure Tapferkeit is es Ls der Ungestüm , mit welchem dor Euch in se<s größeren und ie 2 fleineren Gefe<hten auf den Feind warfet, jedesmal den Sieg an / re Fahnen fnüpftet und Tausende Umerer ¡Feinde zu Gefangenen Bas et. Ihr ua! in zwei glänzenden Gefechten am 4. d, M. Die ayern bei Wiesenthal und Zelle, Überstiegt das Nhön - Gebirge, um

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am 10ten abermals die bayerischen Truppen und zwar an 4 * s ugleih, über die Saale zu“ werfen, bei Hammel urg , in aifntten ei Hausen und bei Waldaschach; überall waret Jhr Sieger Unt shon am dritten Tage nach der blutigen Einnahme von Kissinge hatte dieselbe Division den Spessart überschritten, um nunmehr E achte Bundes - Corps zu bekämpfen. Der Sieg der 13ten Division über die Darmstädter Division bei Laufach am 13. und die Erstün, mung der von den vereinten Bundestruppen, also auch von bu Oesterreichern vertheidigten Stadt Aschaffenburg am 14. waren dit Lohn ihrer Anstrengungen und ihrer Tapferkeit. Am 16. hon wurde &Franfkfurt von ihr beseßt. Jch bin verpflichtet , dieser Division meinen

esonderen Dank auszusprehen. Begünstigt, meist an der Tête dez

Corps, und somit der Erste an den Feind zu sein, war sie sich dieser |

ehrenvollen Stellung bewußt, was ihr t ‘er ¿Führer [li und Energie aus; aen E ae as e Mgen H.-Q. Szaufurt, den. 19, Juli 1866. Der Oberbefehlshaber der Main-Armee. von Fal>cnstein _ Aus Frankfurt a. M.,, 22. Juli, berichtet W. T. Y Es werde beabsichtigt, die süddeutschen Truppen südlich Von! Main zu konzentriren, y __ Der König von Württemberg is na< dem Lager Aa Truppen abgegangen, um \i<h an die Spike derselben zu ellen. P Aus Fkankfurt a. M., 22. Juli, erhält die »Köln. Qta « folgende Mittheilung : In Betreff der der Stadt Srantkfüri âue, erlegten Contribution höre ich, daß am 19. d. wirklich die Summe von 25 Millionen Gulden?2, also mit den zu- erst geforderten 6 Millionen im Ganzen der Betrag von 51 Millionen, verlangt worden ei Die Frist zur Zahlung ist auf vier Tage bemessen, nah deren fruchtlosem Verlauf Execution eintreten soll. Von Seiten der Stadt ist der Se- nator, Syndikus Dr. Müller, nah dem Hauptquartier des Konigs von Preußen abgereist, um eine Ermäßigung der Con- tribution zu erbitten. Der neuc Kommandant von Frank: furt, General v. Röder, ist von Wiesbaden angekommen und übernimmt seine Functionen. Gleichfalls angekommen ist der Landrath v. Diest aus Hannover und der Geh. Ober-Postrath Stephan aus Berlin, ersterer, um hier als Königlicher Civil: Kommissar für die Gebiete des Herzogthums Nassau und der Stadt Frankfurk, so wie der okkupirten Theile des Königreichs Bayern und des Großherzogthums Hessen zu fungiren ; leßterer um die Verwaltung der Thurn- und Tarisschen Post für Rech. nung der preußischen Regierung zu übernehmen. E Die »Bad. Landeszeitung« schreibt aus Heidelberg vom 18, ZUll. »Gestern und heute treffen außer geordneten größeren Truppendurchzügen auch eine Menge größerer und fleinerer versprengter Trupps aller möglichen Waffengat- tungen des bunten 8. Armee-Corps hier ein , welche aus dem hessischen Odenwald fommen und nicht wissen, wo ihre Regi- menter sind und wohin fie {ih wenden sollen. Meistens ziehen sie, nachdem sie sich hier haben- cinquartieren lassen, na< Mos- bach e Adele weiter. S Aus Weinheim vom 19. Juli meldet die » Badische Lan- deszeitung« : »Die Nächstenbacher Eisenbahnbrücke bee À bie Weschniß wurde von badischen Kanonieren und Reservemann- [chaft in Die Luft gesprengt ; die A sollen nur noch wenige Skunden von hier- sein. Die Reserve-Bataillone in und um Ladenburg find marschbereit und s{lagfertig«. Und aus Tauberbischofsheim vom 18, ui: »Heute Nachmittag traf der bayrische Oberst von Schönfeld hier ein und kündigte Bei morgen a E stattfindende Zusammenkunft des n ads on Hessen mit dem Prinzen Karl von Die »Köln. Ztg.« erhält aus Mainz vom *‘ i direk &olgendes:; »Die durch einzelne Blätter verbreitete Dig daß Main von den Preußen belagert sei, entbehrt, wenigstens bis leßt, aller Begründung. Am chesten glaubt man allenfalli an eine Beschießung von den Castel umgebenden Höhen aus, worauf allerdings das Auftauchen von preußischen Rekognoszirungs- Patrouillen in jener Gegend deuten könnte. Die daraus Hat Ua Ras vom gestrigen Tage U: estern 1 er Feind auf dem re N einufer der Festung ganz nahe gerückt und e Patrouillen streifen bis vor die Thore. Es i} damit noch keine förmliche Einschließung der Festung von dieser Seite er- reiht und noch weniger if bis jeßt eine förmliche Belagerun derselben u erwarten ; allein dux Benugzung der Castel s gebenden Höhen is die Möglichkeit einer Beschießung von Castel und Mas wenn eine solche in der Absicht des Feindes liegen follte, auch ohne förmliche Belagerung gegeben, und es ist darum räthlich, den Bewohnern beider Städte jeßt {hon bekannt M geben, wie fie sich für solche hoffentlih aber nicht ein- retende Fälle zu verhalten haben und was alsdann von Seiten der Stadt überhaupt zu ‘geschehen hat.e Gestern Nach- mitfag versuchten mit zwei Schleppern und zwei denselben an- gehängtèn Schiffen größere Abtheilungen preußischer Truppen zwischen Castel und. Biberich auf dem rechten Rheinufer zu

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landen. Von den Kanonen des Forts- Petersau beschossen, gaben sie diesen Plan auf und sind weiter rheinabwarts ge- Jangen e, e, E L L 9 N Pleswig - Holstein. Altoua, 20.. Juli. (A. I) Gestern Morgen wurde der Generalin von Kalik durch den hie- figen Playkommandanfen Major von Dömming die Anzeige gemachk , da Se. Majestät der König von. Preußen gestattet babe DAR E LERNE E N 4 E AiieC gebracht werde. Die Preußen würden die Generalin nebst Dienerschaft und die Leiche zu einem davon benachrichtigten

Corps Oesterreicher geleiten und die Leiche mit den schuldigen

militairischen Ehren auszeichnen L f

Kiel, 21. Juli. Das neueste Stuck des Berordnungs- blattes für das Herzogthum Holstein enthält folgendes Reskript des Oberpräsidiums für Schleswig-Holstein, betressend:

Die österreichische Armee ist der Regierung der Herzogthümer |

Schleswig - Holstein gegenüber zur Zeit eine feindliche, und find deshalb Sammlungen und direkte oder indirekte Uebersendungen von Lazarethgegenständen, Geld 2c. an österreichische Staatsbehor- den und Comités in den mh preußi

C f fa find durchaus unstatthaftf. Es ino entliche [0rderunger zu Sammlungen für Verwundete, sowte die Sammlungen jelbt

polizeilich zu inhibiren, wenn bei selbigen nicht ausdrüclich ange-

geben ist, daß das j hörden, Comités 2.1 resp. Staaten gestellt werden soll. mehr zu dieser Verfügung veranla} Sammlungen tionen unverkennbar 1 Comités zugestellken G preußischen Lazarethen und also auch auf 1 L Qwecks völlig sicher gestellt M Braunschweig, 20. Juli. ffentlichen Sizgung de | <4 er Kom tforeaniag / ade Die Zustimmung 0 der Regierungs- vorlage, betreffend den von Preußen in der Note vom 14. Juni

scherseits oftupirten Territorien

dTnjenigen der mit Preußen verbündeten Das Oberpräsidium sieht sich umso-

zt, als bei den anderartigen ist, weil- die den preupischen Behörden und

befindlichen Oesterreichern zu Gute kommen

(D: R. -Z))

: Leiche ihres Gemahls nach Wien und zwar direlt-

Nassau. Wiesbaden, 20. Juli. Dec Staatsminister

Prinz v. Wittgenstein ist seit gestern seiner Functionen enthoben und der Ministerialpalast durch preußische Wachen gesperrt.

Die Berwaltungs- und Justiz-Behörden find in ungehemunter Thätigkeit. Die preußischen Truppen kaserniren theilweise.

_TVürttembv:rgz. Stuttgart, 22. Juli. (Ueber Paris gekommen.) Die erste und zweite Reserve ist zur Landesver-

| theidigung einberufen worden.

daher vffentliche Aufforderungen

Gesammelte zur Verfügung der preußischen Be- |

der Zweck der unzulässigen öffentlichen Demonstra- aben bekanntlich großen Theils den in den diese Weise die Erreichung des mildthätigen |

In dex heutigen rLandesversammlun g wurde der Konm-

d. J. proponirten Bündnißvertrag empfiehlt, von der Bersamm- |

lung einstimmig angenommen.

5 de der die Bewilligung der von der Regierung | N : 8 Q e ca ber M na I Sebalen Truppencorps s “wegen Mangels an Lokomotiven und Transportwagen. Seil behufs der Proben A gestern Mittag wird die Verwaltung der hiesigen Bahnen von Staats-Minister von Campe, nachdem er bereits vor die- preußischen Beamten geleitet, und wird hoffentlich dadur der Staals- / :

Eben)o wur

anschlagten Kosten in proponirter Maße bewilligt.

er Beschlußfassung die seitherige Verzögerung dieser wichligen l balt T dem eigenen Zugeständm}je der preußischen Regierung erklärt hatte , dem Herzoglichen Truppencorps eine militairische Action so lange zu ersparen, als noch Die A des durch tausendfache Beziehungen mit uns verbundenen han- noverschen Nachbarstaakes 1m Felde ständen , e N Schlusse der Verhandlung die hohe Befriedigung daru er aus, daß sich jeßt wieder die gleiche Einmüthigkeit zwischen, der Her- zoglichen Regierung und der Landesversammlung bewährt habe, mit welcher bereits vor achtzehn Jahren beide bestrebt gewesen, die deutsche Frage einem glücklichen Ziele zuzuführen, S e die Hoffnung , daß aus den gegenwärtigen erneueten Ves M bungen recht bald dem deutschen Vaterlande eine glückliche und ichere ZUk :rwachse. : e R A , 19. Juli, Abends. (Karlsr. Zeitung.) Heute is eine Deputation M N an den Großherzog nach München abgegangen , die jeme bula der Se pbeiden Belagerung erbitten L e pr Fulda, 20. Juli. Gestern Abends traf e ministrator des Kurfürstenthums, Herr von Möl Er L in Begleitung des das Ministerium des Jnnern versehenen eh. Regierungs-Raths Mittler dahier ein und versammelte no< an selbigem Abend die Vorstände der Staatsbehörden L _sich. Wie man hört, beabsichtigt derselbe, Kenntniß von den hiesigen Verhältnissen, namentlih von solchen zu E L die L Fürsorge der Regierung dedürfen. Dle Stad G ermale eine ständische preußische Garnison von etwa 200 an S ‘Frantfurt F 4 e De A FOE Journal ver- l stehende Bekanntm i; E R E Sömalihen Ministerium für die auswärtigen An- dex vorläufigen e a0 n Sis ónigli ivil-Commissars beaustragke : Landra! : Las von mir bevollmächtigt die Administration der E des Herzogthums Nau der Stadt Frankfurt e der E : Theile des Königreichs Bayern und des Großherzogthums H 3

übernehmen. L L: y evciisen ¿mmtliche Militair- und Civil-Behörden werden ang / den Re-uifltionen des Herrn Civil-Commissars, Landrath von Diest,

Folge zu geben. R

a. M., den 21. Juli 1866. : Ste

N rralCimicin General-Adjutant Seiner Majestät des Königs und Ober-Befehlshaber der Main-Armee.

Manteuffe l.

Intervention zur Abwen- |

HDesterreich. Nicolsburg, 21. Juli. (W. T. B.) Die Truppen fahren fort, si auf dem Marchfelde gegen Wien zu fonzentrixen. Gestern ging eine Division uach dem Süden hler dur</ für heute sind no<h weitere Truppen angesagt. Se. Majestät der König besuchte heute das Schloß Eisgrub bet Lundenburg. Gestern war Se. Königl. Hoheit der Kron- prinz zum Besuche hier.

Die »Wiener Abdpost.« vom 19. d. enthält nachstehendo telegraphische Depeschen :

Gänserndorf;, 18. Juli; Nachts. Preußische Truppen sind heute in Dürnkrut eingerückt und haben auch das benachbarte Pyrawart beseßt. :

Korneuburg, 19. Juli früh. Der Feind, welcher bis Sto ce- rau streifte, hat sich zurückgezogen.

Wagram, 19, Juli. Heute haben preußische Vorposten in dexr Stärke von 2000 Mann Gänserndorf besegt. :

Passau, 19, Juli. Der König von Hannover passirt soeben (2 Uhr früh) die Siadt auf der Durchreise nach Linz.

Brünn, 20. Juli, (Schles. Ztg.) Die Truppenmärsche durch Brünn sind als beendet anzusehen und schlossen mit dem 6, Armee-Corps. Der Kronprinz hat gestern Abend um 5 Uhr die hiesige Stadt verlassen, um scin Hauptguartier in Nikols- vurg, vielleicht auch schon in Lundenburg aufzuschlagen. Eine Berbindung zwischen der Avanigarde unseres Heeres Und Brünn besteht fast gar nicht, selbst der Etappen-Kommandant ist nicht 1m Stande, den nachfolgenden OÖffizieren, die zu ihren Divisionen wollen, die Cantonnements anzugeben. Der Eisenbahnverkehr mit Lundenburg is noch nicht hergestellt, theils wegen der gesprengten Brücke über die Thaya, theils

Vexrkehx binnen Kurzem geregelt werden. Die Jgnoranz und theilweise Böswoilligkeit der österreichischen Beamten grenzt ans Unglaubliche, und man muß die Langmuth der preußischen Militairbehörden in diesem Punkte wirklich bewundern. Der Verkehr in Brünn wächst von Tage zu Tage, nur die ländlichen Zufuhren an Gemüse, Fleisch, Butter und Milch sind spärlich. Die Lebensmittel haben dadurch cinen hohen Preis erreiht; man zahlt z. B. für ein Pfund Butter 1 Gulden. Auch die Geld- course sind fortwährenden Schwankungen unterworfen. Wäh- rend der preußische Thaler noch vorgestern 210 Neukreuzer galt, ist er heut auf 195 Neukreuzer dur< Kommandanturbefehl festgestellt worden. Mithin gilt ein Silbergroschen 65 Und 6 Pfennige 34 Neukreuzer. Es giebt. viel heitere aber auch unangenehme Scenen bei dieser Art von Wechselgeschäft, und wir Preußen sind doch die, die das Agio doppelt und dreifach zahlen müssen. Wer die Fertigkeit der österreichi- schen Restaurateure , Kellner und Handelsleute im Kreuzer- berechnen kennt, wird sich nicht wundern, wenn ich behaupte, da

unsere Soldaten gewöhnlich ein Dritttheil mehr, als ihre wirk- liche Rechnung beträgt, bezahlen müssen. Die Requisitionen in Brünn sollen mit dem heutigen Tage geschlossen werden und soll die Verpflegung und der Unterhalt der hier weilenden und noch zu erwartenden Truppen aus den Königlich preußischen Magazinen zu Böhmisch-Trübau und Zwittau bestritten werden. Das Wechsel-Moratorium für Böhmen und Mähren is bis zum 5. August verlängert worden. Fast sämmtliche Woll- Fabriken haben ihren Betrieb eingestellt, oder bis auf Minimum beschränkt, die brotlosen Arbeiter werden größtentheils von Leuten der Stadt beschäftigt und sicht man sehr wenig Müßiggänger auf den Straßew herumziehen.

Von der galizis<hen Grenze, 19. Juli, schreibt man der »Osts. Ztg.« Jn Lemberg ist in voriger Woche ein an0o- nymer Aufruf unter der Ueberschrift »Bacznosc« (Aufgepaßt!) erschienen, an welchem auffällt, daß sein Ursprung, selbst der Druckort, ungeachtet seines durchaus österreichisch-loyalen IaEE in ein tiefes Geheimniß gehüllt ist. Der Verfasser warnt das Land eindringlich vor der »revolutionairen Agitation«, die in Gali- zien immer kühner ihr Haupt erhebe, weist hin auf die Kossuthschen Proclamationen, durch welche die Ungarn 1m Augenblicke des Lertalles des österreichischen »Kaiserstaates« zum Aufstande auf- gerufen worden , sowie auf die in Galizien verbreitete Procla-

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