1931 / 53 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Reichs- und Staatsanzeiger Nr. 53 vo

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strenge Schlußprüfnng sollen dazu führen, einen Beamten- der Beschäftigung der Gefangenen beiz1 nächwuchs zu sichern, der die notwendigen Charaktereigenshaften und die notwendigen Fähigkeiten besißt, die Gefangenen gerecht 1d besonnen und in erzieherischer Haltung zu behandeln.

Bisweilen hören und lesen wir auch den Vorwurf, daß ¡vir in dex Körperx- oder in der Geistespflege in den An- stalten zu weit gingen; etwa in der Zubereitung der Anstalts- verpflegung odér in der Gesundheitspflege etwa in unseren Tuber- fuloseabteilungen oder in der Veranstaltung von Lichtbilder vorträgen, in der Pflege von Turnen und Sport usw. Das sind ¡lles Vorwürfe, die von wenig Ueberlegung und Sachkenntnis zeugen.

Die Verpflegung in unseren Anstalten ist so eingerichtet, wie es nach dem Stande der ärztlichen Wissenschaft nötig ist, um die Gefangenen* gesund und arbeitsfähig zu erhalten. Dazu gehört niht nur Kalorienmenge und Vitamingehalt der Nahrung, sondern auch eine gewisse zur Bekömmlichkeit notwendige Ab- wecslung. (Zuruf des Abgeordneten Obuch.) Auch der Fett- gehalt, selbstverständlith.

Ebenso selbstverständlich wie die Verpflichtung, dem Ge- fangenen genügend zu essen und zu trinken zu geben, ist au die Verpflichtung, für erkra nkte Gefangene zu sorgen. Der erkrankte Gefangene ist zuerst Kranker und dann Gefangener. Heilung geht nah unserer Meinung vor Strafe. Wir können unmöglih dem Gefangenen, weil er Gefangener ist, eine Be- handlung oder ein Medikament vorenthalten.

Aehnliches gilt für die Dinge, die in den Bereich der geistigen Hygiene gehören. Was die seelische und geistige Bildung der Gefangenen fördert, kann dem Strafzweck nicht abträglih sein. Wir sind bemüht, das Strafanstalts\chu lwesen aus- zubauen. Wir fördern vor allem berufsfundlichen Unterricht, wix richten in den Frauenanstalten Haushaltsunterricht ein. Was wir hier den Gefangenen iibermitteln, das sind Werte, die dazu angetan sind, sie als Volksglieder tüchtiger zu machen,

Daß bei der Erziehungsarbeit im Gefängnis auch die Seels- orge eine sehr bedeutungsvolle Aufgabe hat, brauche ih nit besonders zu begründen. Echte Religiosität {ließ ja immer auch den Willen zu sittlicher und sozialex Lebensführung ein.

Und wenn wix schließlih die Gefangenen turnen und Frei- | druckten. Wirklich bungen machen lassen und Gym nastik mit ihnen treiben, so | geeignet, bei der Bereinigung m geschieht auch das in der wohlüberlegten Absicht, sie niht körper- h lich verkümmern und verkommen zu lassen. Denn je {wäther und unbeholfener der Gefangene bei seinex Entlassung ist, um {o sck&werer faßt er draußen Fuß, um so eher droht ihm der Rüfall.

Am wenigsten befriedigen uns die Verhältnisse in den Arbeitsbetrieben unserer Anstalten. Sie leiden ebenso wie die freien Betriebe unter der allgemeinen Wirtschaftskrise. Die Aufträge gehen zurück. Die Löhne sinken. Schon heute sind ausführbar. ; } L etwa 30 vH unserer Gefangenen ohne Beschäftigung. Wenn wir Antrag, Aue G her die Arbeit verlieren, so verlieren wir damit das Fundament Yerichtshilfe vinialtens vis nächsten für den Strafvollzug überhaupt. Ein Strafvollzug ohne Arbeit | ausreichenden Betrag zu bedenken. ist niht nur erziehungswidrig, sondern geradezu sinnlos (sehr |- tung, daß der Unterstüßungsfonds nur rihtig!), weil er die moralishen Mängel des Gefangenen steigert und seine Werte verkümmern läßt. Deshalb werden wir weniger als bisher darauf verzihten können, staatliche Aufträge auf Ge- fängnisbetriebe zu übernchmen. Daneben werden wir versuchen, unsere gärtnerishen und landwirtschaftlihen Betriebe auszubauen (sehr gut!), sei es zur weiteren Deckung des eigenen Bedarfs unserer Anstalten an Lebensmitteln, sei es zur Produktion solcher gärinerishen Erzeugnisse, die heute noch immer in exheblihen | darum Arta e werden. Mengen aus dem Auslande eingeführt werden, deren inländische auch solange in einer ee, en Lag A, : O ] ridten in der Presse, a Produktion also den Fnlandsmarkt bisher nicht zu decken verniohte. sei, Eine r lele Kritik, die

Alles in allem genommen: Auch im Strofvollzug ist unsere Lage heute schr angespannt und äußerst schwierig. Aber ebenso wie wir darauf vertrauen, daß Sparsamkeit und zäher Wille unser Volk und unseren Staat ungefährdet über diese Krisenzeit hinweg- tragen werden, so hoffen wir und haben wix den Willen, auch im Strafvollzug durchzuhalten, ‘bis die Schwierigkeiten hinter uns liegen. (Bravo!)

Abg. Theodore Meh lis (D. Nat.) betont das heute festzu- stellende internationale Jnteresse am Strafvollzug. Die Deut\h- nationalen fönnten aber das Gefühl nicht loswerden, daß in Preußen der Strafvollzug in Gefühlsduselei hinalbgleite. (Sehr wahr! rechts; Rufe links: Das sagt eine Frau!) Fm Haupt- ausschuß habe die Abg. Heßberger (Zentx.) behauptet, alle Ver- vrecher seien besserungsfähig. Dieses Jdeal werde si wohl nicht erxreihen lassen. Besonders die Berufsverbrecher, deren Existenz ja auh der Minister zugegeben habe, dürften nit ohne Ver- geltungsprinzip behandelt werden. Heute sei es modern ge- worden, sein Mitleid den Verbrechern zuzuwenden. Man „solle auch an die Opfer denken. Der Besserungsgedanke sei wahrschein- lich nux bei Fugendlichen anwendbar. Vom Mittel der Ab- \hreckung im Strafvollzug sei nicht abzugehen. (Lärm und Rufe bei den Kommunisten: UÜnerhört!) Der Strafvollzug habe doŸ

| sei ein wesentlicher Teil der

Eie sorgfältige A u 3wahl der Anwärter und eine «4 bereut und wiedergutgemaht werde. j | Entlassenen sei ein besonderes Gebiet

Unterbretungen der Kommunisten fkrit Heranziehung etnes Buches von Jstrati

nisses in Sowjetrußland könne an dem

Sowjetrußland entgegen und erklärt

in T ab. itisie bei der Justizverwaltung und wünscht

Gehalt beziehe, ohne au

Angestellten und Beamten sei sehr zu

schlie e

in die vevolutionären Gewerkschaftsor

um ihr Recht zu finden. Abg. E ihhof f (D.

Debatte sih bisher meist in politischen

Erfolg der kleinen hoffe, daß der Minister

Redner fordert cine au finanzie

wuchses, bessere Ausbildung ent|pre

T Tes und eine Rey

müsse eine besondere Ausbildung in

in Preußen -Erreichten zurückweichen.

tellen anzufordern. Jebt seien gzahlr arbeitern beseßt, die zum Teil höher Beamten. as bringe Unruhe in

beizeiten vertraut gemacht werden. verein gebühre Dank. Der L Richterbundes, die Ge chäftsverteilung

Unterstühungen, die gear würden, amten zu. Es gebe a

wieder kämen und au richtig! rechts.) Bei

erx Kritik der

wortlih sei. Das Geheimnis des Be

auf die Richter des Oberlandesgerith1s

nahme zur müsse. tischen und konfe | : Vertrauen shaffen, das die Justiz

Abg. Dr. Rhode Studienreform und verlangt u. a. weniger brauchbare Assessoren wieder w laufbahn abgeshoben werden könnten.

UL T

z. B, in Hessen-Nassau darin gericht a M pi Notare n dürften.

darüber ergehen Uebertretungen verbunden sind, wegen

\prü

werde,

Fchüpen, aber {on heute würden die Strafanstalten im Volke als cktätten des Vergnügens angesehen. (Erneuter Lärm bei den Kommunisten und Ruse: Lassen Sie sich doch mal einsperren, dann werden Sie shon merken, was daran A Die Seelsorge müsse im Mittelpunkt der Erziehung der Gefangenen stehen.

die angegriffenen Richter.

im Jnteresse des Ansehens der Rechts z. B, Land E AbR t und au

irlich!“ bei den Kommunisten. Besonders segensrei werde | Î R : 4 „Natürlich!“ bei den K N ) L A ch staatsanwälte, wieder selbst an der Gern

ih die Seelsorge bei den weiblichen Gefangenen auswirken; am Get werde sie au pon Frauen weren me, E aa schäftigung der Frauen im Gefängnis müsse der Eigenart der è Lu 4 ; j angepaßt werden; sie sollten besonders in der Hauswirtschaft immer Wert darauf lege, nur Richter arbeiten. Die Ge fange verdienten Unterstüßung. Fm \

Strafvollzug sei vor ü ertriebener „Humanitätsduselei" zu warnen. k Gers hört! links.) Auch in Amerika sei man von as humanen Strafvollzugsmethoden abgekommen! Der Strafvollzug müsse menschlich, aber gereht sein; ohne Strenge sei ein Strafvollzug

undenkbar!

Abg. Letterhaus (Zentr.) widerspricht diesen Aus- führungen. Nur Engstirnigkeit und Lebensfremdheit könne die Größe des Problems untershäßen. Die Gebote „Du sollst“ und „Du sollst nit!“ müßten immer beachtet werden! Vergeltung Und Sühne hätten aber nichts mit Grausamkeit zu tun. An Arbeit und Ordnung müßten die Gefangenen gewöhnt werden; sie müßten sittlih gefestigt werden, daß sie nit rüdckfällig werden. Verhindert werden müsse, daß die Strafanstalt nit für die Freiheit, sondern für den Rückfall erzieht. 7Fm Stufenvollzug (e! das Kernstück richtig. Wer ihn ablehne, verkenne jein Wejen.

c stehe der Sühneidee feineswegs entgegen. Der 2 edner gibt i des Stufenstrafvollzugs. r

Jett hielten sie sich gerade bei großen

sollte man dahin wirken, daß Vorgeseb neuen Staatsform die Auffassung zuruck, als sei

Berufsbeamtentum eingestellt. Die Wi

wenn dank der scharfen leide, dann werde das erwünschte chrl

partei.) Abg. Meyer - Herford (D. Vp.)

im einzelnen ein Bild von dem Wert Richtig sei die Sonderbehandlung der Psychopathen und SFugendlihen. Au Schwererziehbaren gegenüber dürfe man nich: icde Hoffnung aufgeben! Zu begrüßen sei die Arbeit der Schulung souberyor d2s Falles. Die des Personals. Besonderer Wert sei auf die Seelsorge zu legen.

Jhr Ziel müsse darauf gerichtet sein, daß das Unrecht eingesehen,

nicht wieder vorkomme. wünschen aber eine Anpassung in der

werden. Es gibt sehc vie

Besondere

Frzichungsarbeit.

leumder, der in der antibolshewistishen Front st Genossen jeßt in Mosfau abgeurteilt würden. Der sih gegen die Ausführungen der Abg. Mehlis 1 in seinen weiteren Darlegungen die DRERS des Strafvollzugs Der Redner fkritisiert i

fomme, daß, wie es eshehen sei, ein Beamter

5 nur einen Federstrih zu tun. durch planmäßige tizwachtmeister zu gering. terstüßungen bedürftiger Redner Justizverwaltung, ganisationen einzutreten,

sei die starkeve Erseßung von Hilfsbeamten Beamte. Besonders sei die Zahl der Jus Die Herabseßung der Mittel für Un

t mit einem Appell an die Beamten der

Vp.): Der Gesamtheit und Angestellten in der Justizverwaltung müsse, Bahnen b wärmste Dank für v i Arbeit ausgesprochen werden. De

Justizreform lasse sih niht verkleinern. Er j für ihren weiteren Ausbau einseßen und den Widerstand des Finanzministers überwinden werde. besser unterbaute He

hebung der Stellung der Q entspregen Sicherung ihres Nach-

egeordnung.

werden. Bezüglih einer Rechtspflegeordnung, Ländern gelten A dürfe die Regierung keir

ei

rihterlihe Nahwuchs müsse auch mit Jn Dem Vorschlag des

das Ministerium vornehmen zu lassen, sei unzweckmä d. Die Wirtschaftspartei habe den volfsparteilihen

Y zuzulassen, wieder aus- Sie bitte auch, die soziale er mit einem

Jahr wieder Die on Ne Behaup-

da sei, sei absolut falsh. Fm Gegenteil, der a omme den unteren

er, die immer

erdings unbescheidene Bittstell (Sehr

einmal abgelehnt werden müßten. rteile sollte man immer bedenken, daß niemand wissen könne, wer für das Urteil verant- i ratungszimmers und der hen Angriffe Naumburg müßten [hon waltung befinde ih e gegenüber falschen Be- skräftig geworden entweder

Abstimmung müsse gewahrt bleiben. Die summaris ie Justizver

3 das Ürteil nicht ret in allen marxistishe oder faschistishe Gesinnung zum Ausdruck kommen sehe, werde sih leßten Endes immer als wertlos herausstellen. Der Redner Jae mit der Erklärung, wu an der Stellung- rsonalpolitik des Ministers

Nur eine Merlien Beet die sih von se

i

(Wirtsch. P.) rüfung

noch gegen partikularisti che Erscheinungen in der Eu ge | eigten, daß die beim Oberlandes- Provinz arbeiten ine klare Anweisung müsse das inisterium auch noch lassen, in welchen Fällen Vergehen, die mit Geringfügigkeit einge ih bisher, Verfahren Vergehen als Delift an manchen Urteils- n den Laien überstimmt orher auf einem

t in der ganzen

werden könnten, denn die Gerichte sträubten f wegen Vergehen einzustellen, weil sonst das aar ing verschwinden würde. Die Kritik en übersehe, daß oft der Richter vo von jenen Latenbeisigern, die vielleicht v Ven S irn ee führte (Pôrt, E Ee S : Tos Boyölker j z Die dauernden Angriffe auf Richter ührten dazu, da ichter auch den Zweck, - die ehrlihe Bevölkerung vor Uebeltätern zu schon vor dem urteils\spruch als befangen ‘a : mand von der vorgesezten Be örde aber stelle sich s{chüyend vor ex ohne Recht Ri dürfe von der Justiz nicht milde behandelt werden. flege die höheren Ri die Ober- und General- sbarkeit aftiv teilnehmen. rozessen im Hintergrund, gehen. Wenn man jeßt und Staatsanwälte änzu- dann dürfe man unter Auch

um derx Kritik und den Angriffen zu ent

tellen, die zur neuen Staatsform stehen,

ngriffe das J

Finzelhaft ist ein wicht es Strafvollzuges und nr nicht bloß zur Beobachtung gebraucht e Gefangene, die aus ihrer |

m 4. März 1931.

messen.

der fkaritativen

ationen; durch ihre Tätigkeit werde au der Staat entlastet. er Frage der Bewährungs\rist und des Gnadenerwei|es der eingeshlagene Weg weitergegangen werden.

isiert dexr Redner den russishen Stra

zug und erklärt, das Vorhandensein vielleicht eines Musterge

Jsradi ‘für einen

ie Beamtenverhältnisse Auskunft, wie es 3. sein volles Nötig

bedauern. Der

end ihres erweiterten Be- Die heutigen Rechtspfleger seien in ihre jevigen Arbeiten hineingewachsen und hätten praktishe Erfahrung mitgebracht.

Wenn jeßt an die

bezahlt würden die Beamtenschaft.

für die

Urteilen

erörtert die

einen Umständen vom Grun [ab der Tüchtigkeit abgehen. ; ( : Z te ihre Untergebenen nit

in einer Weise shikanieren, die alles andere als Liebe auch zur zu erwecken geeignet ist. die Ste aftspartei gegen 6 aftspartei betrachte die Richter als das Bollwerk des Berufsbeamtentums daß der Minister si e vor dieses Bollwerk stelle; y ustizveamtentum Schaden

1 erwur iche, unbestehlihe Berufs- beamtentum überhaupt Ögefährdet. (Beifall bei der Wirtscya]ts-

ct

_Abg y_ erklärt, daß man bei der Besserung der Straf efangenen, die die Hauptsache bleiben müsse, doch nicht völlig außer acht lassen dürfe, au eine ernste Sache sei, die abshrecken solle. frist solle dazu dienen, daß eine Wiederholun ir halten an ihr

|

diesen Angriffen gegen i Ver- ehe, und dessen Redner wendet (D. Nat.) und lehnt

der Beamten auch wenn die ewegt habe, der c große

raus=-

Für den Nachwuchs die Laufbahn eingebaut die auch in anderen jen Schritt von dem Be- reinigung der Grundbücher herangegangen werde, dann gene man sih von falscher Sparsamkeit nicht verleiten lassen, die halb zu tun. Beseitigt werden müßten alle Bücher mit alten eistungsfähige Rechtspflege seien tzuarbeiten. Ve abe zu lange gewartet, um Anwärter für die mittleren 2 i che Stellen mit Hilfs- als die Der Verwaltungsaufgaben Preußishen Richter- republikanischen bei den Gerichten durch ßig und un-

Sache nur Vor- durchaus er Yinaugminihee

eamten-

eren Beamten llergrößte Teil der Be-

étgcatien werden ex parteipoli- onellen Le freihalte, könne das hre ruhige Arbeit brauche. jur:

der Frage, ob nic ie Me in die Sekretär- Der Redner protestiert istiz, die sih

iht

stellt

bgelehnt würden. Nie-

ihter angreife, Auch müßten

Der Redner weist

und verlange, denn

daß die Strafe do Die Bewährungs- der Straffälligkeit est, erklärte Redner, Durchführun an die iges Mittel

eelishen

S. 4.

Bedeutung sei 1 Verfassung heraus feine Berührung mit den anderen Gefangenen Richtige Arbeit | Die Fürsorge der- | Organi=-- | Jn müsse Unter lebhaften unter voll- äng- vernihtenden Urteil über den russishen Strafvollzug nichts ändern. Abg. Ka s per (Komm.) tritt erregt

Cu

ter,

das

Be-

Mer in das Stufensystem aufgenommen werden kann, darf doch nicht fallen gelassen werden. Ernst E jedem Strafvollzug sein. Die Seelsorge darf nicht vernachlässigt werden.

wünschen

Srfte Beilage m Deutschen Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger 1931

Berlin, Mittwoch, den 4. März

tre bei den Kommunisten: Sorgen Sie lieber für den Leib!) / r. 53. R werden uns darüber hem S a E, L Bedauerlich ist, daß die p er Arbeitstage bei den Gefangenen Ï S erheblih gesunken ist. 2E ulicherweise sind Klagen liter Kon- (Fortsevung aus dem Hanptblaitt.) kurrenz gegen das Handwerk in leßter eit niht mehr laut ge- die Marktverhältnisse eingegriffen würde, da der Handel viel worden. Jm Falle Celle ite der Anstaltsdirektor genau das ld verloren habe. Diese Zusage sei aber nicht erteilt worden. Manuskript der Rede, dur die der Tumult hervorgerufen sei, er liege der Kern der ganzen gegen ihn, den Zeugen, gerihhteten vorher prüfen sollen. Bei jeder Rundfunkrede werde das auch grie Vors.: Wie groß war Jhr Besiy an Aktien der vérlangt. (Zurufe bei den ommunisten.) Ueber das Christen- F C. und der Deutschen MiiCirmerenrgung, Wann, zu tum und die in Celle gewagte Gleihseßzung von Christus und lchen Preisen und von wem haben Sie gekauft? Bann und Rosa Luxemburg werde er sih mit den Kommunisten niht aus- welchen Preisen und an wen Papen Sie solche Aktien ver- einanderseßen. Der Redner bespriht einzelne Beamtensragen. ift? Zeuge: Jh habe bei der Gründung der Mühlen- Die Vor- und Nachfürsorge für die Gefangenen dürfe niht ver- einigung ‘1927 zusammen mit Stheuer-Aktien gezeichnet, und nahlässigt werden. ar 75 Aktien À 1000 Mark. Jh habe meinen Besiy an Aktien Abg. Rosa Helfers (Soz.) betont die Notwendigkeit, dem feiner Zeit verändert Diese Aftien r dann mitverkauft Strafvollzug den Erziehun scharakter noch mehr zu geben. Das rden; sie waren ein Teil des Drei-Millionen-Paketes des bedeute aber zuglei Erhöhung der Ansprüche an die Gefängnis- nfkentonsortiums. Bezahlt habe ih die Aktien zum Emissions- beamten. Deshalb müßten diese Beamten noch erheblich besser s in bar mit 105 Prozent. Vo r st.: Haben Sie jemals Aktien ausgebildet werden als bisher, zumal wir seit 1924 rund 39 vH - G. J. C. und. der Mühlenvereinigung erhalten, ohne einen Gefängnisbeamten weniger hätten. Die Rednerin erörtert dann genwert zu bezahlen? Zeuge : Nein, G. J. C.-Aktien habe ausführlich die Behandlung der Strafgefangenen und meint, daß überhaupt nicht gehabt. Abg. Stubbendorff (D. Nat.): die großen Gemein chaftsräume Brutstätten des Verbrechens seien. ann sind Ste Vorsitzender der Mühlenvereinigung geworden? Notwendig sei, daß die Gefangenen mit produktiver Arbeit be- uge: Bei der Gründung. Jh Habe bei der Gründung ein- schäftigt würden und daß auch eine gute Entlassenenfürsorge hende Verhandlungen mit der Landwirtschaft geführt, daß diese eingerihtet werde. Jm Stufenstrafvollzug müßten auch für die beteiligen möchte. Abg. Stubbendorff (D. Nat.): Jt Dissidenten Erbauungsstunden eingeführt werden. Schmerzlich hnen eine Fälshung der Bilanzen einiger Mühlen bekannt- müsse es berühren, A Frau Mehlis (D. Nat.) den Wert der orden? Zeuge: Jch muß nahdrücklich bestreiten, Frauenarbeit in den esängnissen herabgeseßt habe. (Beifall ß, während ih Aufsichisratsvorsibender war, bis zum bei den Sozialdemokraten.) E E E E arg g vorgekommen find. Dami i j meine Aussprache g. S1UD L . Nat.): Die Fälshungen der Bi E L erti L Ee Gul d folgendeemaen vorgenommen add: Die —Srcpnity S - Jer ¿rtun( ; Abg. D R e Unterbilanz hätten ausweif uss ; : Neukölln (Komm.) dagegen, daß der Abgeoxdnete Letterhaus G ausweisen müssen, wurden mit kleinem

berschuß ausgewiesen, für diejeni ü ; (Zentr.) versucht habe, Aeußerungen des Schriftstellers Jstrati en n Ra p l Ed Ton ‘der Mühlenvereini Es gegen Sowjetrußland auszuwerten. Jstrati habe selbst glühende clin direkte Barbeträge überwiesen worden, um aus G DE Lobhymnen auf Rußland gesungen und ein andermal das Gegen- vidende zu bezahlen. Das ist in der Hauptsache der Fall bei teil behauptet. Jstrati habe von sich selbst gesagt, er sei ein 1 Bilanzen vom 30. Juni 1928. Jh habe bereits verleitet A er R kein e p fönne also die politishen Dar- Direktoren der Mühlenwerke, außerdem Direktor Moris egungen Jstratis nicht ern tnehmen. agner, als Zeugen geladen werden. Es ist bei der Qref Abg. Lekterhaus (Zentr.) betont, daß er sich allein an ühle per 30. Funi 1928 ein Gewinn von 41850 M A iee die Ausführungen Fstratis gehalten habe, die {rof} gegen das ese Vilanz ist gefälsht, denn per 30. Funi 1928 war bereits Sowzjetregime sih wandten, und daß JFstrati als Arbeiter zweifel- “der Mühle ein Verlust ‘von mehx als 100000 M vorhanden, los politis zu werten sei. : T a ile s Sli O 84 000 Æ aus- ; Gu Ax oustizctats sollen M Cen. En: iese Bilanz ist gefälsht. Jh beantrage erneut Die Abstimmungen zur 2. Lesung des I ats e ! Wr efior Weiß Über diese Frage zu verne men. Jh Seueane au am 18. März erfolgen. Die Einzelberatung wir auf Mitt ‘chzeitig Zeugen, daß die L laintei L e A L mie Mot ves außerdem: 2. Lesung der preußischen Real- bit, die, der Prenßenkasse beim Verkauf ‘vorgelegt E i / 6: j r höheren Wert vorzutäuschen, genau jo wie di Um 1824 Uhr vertagt sih der Landiag auf Mittwoch lanzen der Mühlenwerke gefälsht waren, daß Herr Präsident 12 Uhr. epper dieser Fälshung erlegen ist und daß nur so die unge- ¡ere Ueberzahlung der ganzen Mühlenwerke möglih war. Es das gleiche, wie Raiffeisen Urallzeff, die Preußishe Staats- Parlamentarische Nachrichten. uf den Varinars aud A ie Bab F Î t . dur mhastmachun Der Roggenstüßungsuntersuchungsausschuß des Reichstags Zeugen beweisen, Vor allem lege ih Wert darauf, daß Morib seyte am 3. d. M. seine Verhandlungen fort. Der Vorsigende Abg

hen, die in diesem Saal gemacht worden find, auf meine Ver- lassung auch die Staatsanwaltschaft beschäftigen werden. g. Hanemann (D. Nat.) kritisierte, daß der Vorsivende sich t shriftlihen Angaben von Zeugen begnügt, statt jie unter d zu vernehmen. Vorsißender hält dem entgegen, daß er der- tige schriftliche Aeußerungen für wünschenswert gehalten habe,

das Verfahren zu bes zleunigen; der Ausshuß könne aber jerzeit über die Vernehmung von Heugen beshließen. Auf itere Fragen erklärte Staatssekretär a. D, Hagedorn es - unrichtig, daß er an dert Geschäften Scheuers zu 50 vH be- ligt gewesen sei, Der Bilanzsißzung der Mühlenvereinigung 1928 be er beigewohnt, die Bilanz sei durch Revisoren geprüft worden, g. Freybe Mert. Ey: Sie konnten sih doch nicht als ivatmann in der Renten ank fühlen, Fhre Stellung dort war ) eine vffeutlich-rechtlice. Staatssekretär a. D. Hagedorn: ) hatte im Verwaltungsrat keine andere Stellung als andere ivatmänner. Es ist bei der Uebernahme auch nicht über meine ien verhandelt worden, sondern über das Aktienkapital der F. C., das die Mehrheit bildete. Abg. Freybe (Wirtsch. P.): nd vielleicht mit bestimmter Absicht bei den Verhandlungen re Aktien zunächst niht erwähnt worden? Hagedorn : Z3ch n darüber deshalb nihts sagen, weil ich ja an diesen Ver-

Dr. Weber teilte, dem Nachrichtenbüro des Vereins deutscher Zeitungsverleger zufolge, zunächst mit, daß ex an Bankdikektor Andreae von der Firma Hardy U. Co. ganz präzise Fragen ge tellt habe, um eine vollständige Klärung herbeizuführen über die Ent- schädigung, die Direktor Scheuer bei seinem Ausscheiden aus der G. J. C. erhalten hat. Direktox Andreae bestätigt in seinem -von dem Vorsizenden wörtlich verlesenen Antwortshreiben die Be- fundung Scheuers, daß shon im Dezember 1926, als die Firma Hardy u. Co. die Aktienmehrheit des Scheuerkonzerns übernahm, mit Herrn Scheuer ein Abkommen getroffen wurde, daß Scheuer entschädigt werden sollte, falls die Aktienmehrheit später verkauft und Scheuer dabei seinen Anstellungsvertrag verlieren oder ge- zwungen sein sollte, den Vertrag seinerseits zu kündigen. Die Entschädigung sollte bestehen in einer Erhöhung des Kaufpreises der im Dezember 1926 von Scheuer duxch Hardy u. Co. erworbenen Aktien nah Maßgabe des Gewinnes, den die Firma Hardy bei der Weiterveräußerung dieser Aktien erzielen würde. Dieses Ent- \hädigungsabkommen wurde teils s{chriftlich, teils mündlich ge- troffen. Nachdem die Preußenkasse und die Rentenbank die, G. J. C. erworben hatten, habe Scheuer zunächst seine Stellung U words leh Si Érwerb is T Radi E a und Rentenbank habe Scheuer gar nicht die 3 sicht geäußert, aus- 9 : ; - diejen zuscheiden. Erst geraume Zeit später, im ebruar 1928, als für "ia E L “Rit PREE, O die Fragen Scheuer feststand, daß seine ursprünglichen 2 läne in der G. J. C. etär| a S Sagehorn mrs E E Se Staats- niht verwirklicht werden konnten, habe er unter Berufung aus einshaft der Mühlen jei Ga teen a e _&nteressen- das Abkommen von 1926 die vereinbarte Entschädigung für jen ada Wetreidepreipolitik T Aus A N eine oe A beim Aufsichtsratsvorsienden Andreae verlangt und dete sich während der Vernehmung ‘des Staatésedreiórs a. D. erhalten. Abg. Stubbendorff (D. Nat.): Herr Scheuer M edorn ein Getreidehändler Reifner, mit Le Bille, Uieté S hat in seiner ersten Aussage erklärt, daß seine Entsagung ih n richtigstellen zu dürfen Reikner eke Ser Mot fa zentual aus dem Gewinn exrechnete. Diese wichtige Erklärung Enden als Sachverständiger vereidigt. Er teilte ha ehlt in dem amtlichen Protokoll der Vernehmung. J , Staatssekretär a. D. “Hagedorn babe feieczeit ein Reichstagsbüro sofort die Wiederherstellung de: Men im Esplanade-Hotel S caulieltet, M des Vis

“e Protokolls verlangt. Jm übrigen darf il teren Käufex des Scheuer-Konzerns die Vertreter Schreibens aussprechen, daß die Provision, d! Neuicibail us Dex Preaßentasse eden Wav bekommen bat Wie Mix inzwishen belanutge- unter auch Präsident Kleppec und heimrat Kießl worden ist, eine runde Million betragen hat. Vorsizender Wige Hagedorn erwiderte, er habe dauernd cit allen Mitteln Dr. Weber: Einstweilen können wir wohl, vorbehaltli4 sucht, die Vertreter der Landwirtschaft zum Anschluß an die weitever Vernehmungen, die Angelegenheit als erledigt betrachten. Wihlenvereinigung zu bewegen. Diesem Ziel, das im JFnuter- Staatssekretär a. D. Dr. Hagedorn, der darauf als Zeug? der Getreidewtrbschaft lag, habe auch die Zusammenkunft im vernommen wird, erklärt auf die Frage, ob ihm. nicht der Ge-Wlanade-Hotel gedient. Sachverständiger Reißner erklärte ter, der Getreidehandel habe sih dagegen gewandt, daß Herr

danke gekommen sei, daß ex als Delegierter des Reiches bei der Rentenbankkreditanstalt und gleichzeitig als Aufsichtsratsvor-Wheuer mit dem „Geschäft betraut wurde weil Scheuer vorher : mit Gerste gehandelt hatte und von Roggen nichts verstand.

sizender der Deutschen Mühlenvereinigung mit sih selbst kor trahiert habe, die Deutsche Mühlenvereinigung sei niht Subjek; Wg. Hoernle (Komm.): Zu welhem Zeitpunkt hat das Essen Esplanade-Hotel stattgefunden? Zeuge Hagedorn: Ende

ee Objekt der Verhandlungen gewejen. Er sei A nas einer Auffassung nicht Delegierter des Reiches, sondern Privat 5 Un ang 1926, also zu einem Zeitpunkt, wo vom Verkauf der J. C.-Aktien noch gar nicht die Rede sein konnte. Auf den

mann bei diesen Verhandlungen etr Auf weitere Frage? 1

antwortete der Zeuge, er selbst habe Austräge an die G. J, C. zunMauen Termin kann ih mi nicht festlegen. Direktor Schaub l, E Ftenhensa] e: Jh bitte gea Reißner, der hier als

erständiger geshworen hat, doh unparteiish auszusagen und

Kauf von Getreide nicht erteilt, es sei aber rihtig, daß in

Januar-Februar 1925 die G. J.C. ‘für die Reichsgetreidestellt die besti 1 die bestimmte Frage vorzulegen, ob das Essen, von dem er cht, mit dem Verkauf der G. J.C. in E tubaata ge-

Aufträge ausgeführt habe, und zwar gemeinsam mit der Fir

Hermann Jacobi und mit den damaligen Vorsiyenden d

Berliner Produktenbörse. Er habe diese Aufträge nicht perfönlid den hat. Reißner: Das Diner, das ih meine, hat etwa p15 S unte vor Abschluß des Geschäfts stattgefunden. Jh zufällig im Cas ewesen und habe die Herren dort in

gegeben, habe sie aber mit veranlaßt. Er habe auf die Reihé

etreidestelle dahin eingewirkt, day Me Getreideindustrie zu dieje n besonderen Raum gesehen. Vor. : Das ind aber d age Dinge. Reißner: Es mag ja Zufall sein, mix ist

ufträgen herangezogen werde. Er sei dazu gekommen, weil Scheuer, mit dem er seit 1915 zusammenarbeitete, aufmann und Organisator kennengelernt habe. De es en N err Staatssekretär Hagedorn dabei war. ührlih über die Lebensmitte en.) Vor}. : Wenn Sie keine genauere Kenntnis von den rie djeit bei der ihm Scheutl S: haben, dann muß ich Sie do darauf aufmerksam machen, aufsaktion von GetreidE St gs doch niht unter Jhrem Sachverständigeneid an Akti elle behaupten können, daß dieses Essen mit dem Berkauf n ienpaketes in irgendeiner Beziehung stand. Fh bitte Sie, : ed Ser zu sein. Sie sollen als Et REE unter prü E doch nicht Vermutungen zu Protokoll geben, die nit üfbarx find, Dazu können wir als Ausschuß uns nicht her-

habe beim vollständigen troy des Scheuer

Herrn tüchtigen Zeuge verbreitete sich dann au versorgung Berlins während der sehr E E deen E: Bei der An E er sih in vollem Finverständnis mit dem Minister befunde Damals sei auch der Vorstand des Reichsbundes des Deutsch! Handels bei dem Ernährungsministerium vorstellig geworden m? dem Verlangen, daß in keinem Falle wieder von der Regierun

agner seine Aussagen unter Eid macht, weil verschiedene Aus-"

solche Gerüchte entstehe, sei geeignet, die Autorität des Ausschuss in der Seffentlichtel zu vermindern, die notwendig sei, pan Sassuh päter wirklich an seine eigentliche Aufgabe herangehe. r. Schindler: Fm leßten Winter haben in bestimmten Fntervallen regelmäßig solhe Essen im Hotel Esplanade statige- funden, an denen Vertreter der Jndustrie und der Landwirtschaft teilgenommen haben. Daran hat auch Staatssekretär Hagedorn teilgenommen, Jedoch war die Preußenkasse nit vertreten. Ueber die hier in Rede stehende Transaktion ist bei diejen Essen nit ge- sprochen worden. Sachverständiger Reißner: Jch möhte noch eine Frage stellen. Vors. Dr. Webe r: Nein! Jch kann Fragen von hnen nit iminer wieder zulassen, besonders nah dem Sah- verständigenurteil, das wir Coilén gehört haben. Diese Diner- angelegenheit ist jeßt wirklih erledigt, Leider kennen wir das A nickt, sonst hätten wir wenigstens daran eine Freude ge- s Abg. Stubbendorff (D. Nat.) beantraat hierauf die Vernehmung einer ganzen Reihe von Zeugen, deren Namen er schriftlich überreiht. Es handelt sih dabei um Leiter von Mühle4- Ke, die bekunden sollen, daß die Bilanzen threr s ühlen gefälshi waren. Als Abg. Stubbendorff die nochmalige adung des Direêtors Hirsh verlangte und erklärte, die Angabe daß „Direktor Hirsh im Auslande sei, treffe niht gzu, erklärte Vors. Dr, Weber, Direktor Hirs sei doch im Auslande. Es gee „nicht an, daß hier in Form von Anträgen allen möglichen : tenshen etwas angehängt werde. Abg. Stubbendorff: Als Direktor Baade behauptete, Direktor Hirsch sei im Auslande wax er auch im Fnlande. Vors. Dr. Weber : Nein, au da wac er im Auslande, was sollen denn diese Verleumdungen? Direktor Hirs ist wegen seiner Geschäfte fortwährend im Auslande. Abg. Gi u b endorff: Jch verwahre mih gegen den Ausdruck „Verleumdung“. (Zuruf von den Sozialdemokraten; Dieser Aus- druck war- durchaus berehtigt.) AvGg. “rere Fh beantrage die Ladung von Direktor Hirsch und anderer Herren darüber, daß auch die Bilanzen der G. J. C. gefälscht sind. Abg. Hoernle (Komm,) legte Verwahrung dagegen ein, daß der Vor- sibende Aus\{hußmitgliedern vorwerfe, sie wollten anderen Leuten etivas anhängen. Vors. Dr. W eber : Die Herren wissen {hon, was ih damit sagen will. Wir gehen jeßt endlih zu unserer Hauptauf- gabe zurück, nämli zur Par winn der E cgertltpmgtattion. Ns, Dr. Zielenziger außerte sih hierauf zu den Ver- rägen. Ex bemängelte an dem Vertrag vom 10. nt, 1930, daß ae E außerordentlich niedrig, nämlich auf 0 Mark pro Tonne, festgeseßt war. Auch die übrigen Bedin- gungen der Kreditgeber seien niht so günstig gewesen, daß man deswegen der G. J. C. als E ein Aus\chließlichkeits- recht geben mußte. Kommerzienrat Zielenziger bat, darüber u irektor Hoffnung zu vernehmen. Direktor Schaub von er Preußenkasse erklärte, die Beleihungsgrenze sei im ersten Ver- trag so niedrig gewesen, weil der Roggen zu einer Zeit beliehen nee en sollte, in der seine Qualität zu leiden beginnt, nämli in dts Fee Es bestand zur Zeit des Vertragsabschlusses auch e Möglichkeit, daß die Einfuhrscheine gesperrt wurden. Kom- Urs) Zielenziger erwiderte, auch bei Berücksichtigung Nele Umstände erscheine ihm die Beleihungsgrenze zu niedrig. O E On Baade erklärte, die Verhältnisse auf dem E pt di Hätten “damals eine günstigere Beleihung8grenze eider nit erzielen lassen, Vors. Dr. Weber : Die Fehler des ersten Vertrags sind ja au nah Meinung des Sachverständigen im gweiten Vertrag beseitigt worden, Direktor Hoffnung verlas ein Kreditangebot an die D. G. H. HG,., das nah seiner Auffassung günstiger geren sei als die anderen Angébote, zumal sein Konsortiuan keine Führungs- und Vermittlung8provision und vox allen Dingen keine Einkaufs- und Verkaufsprovision verlangt abe. Dié D. G. H. G. habe aber geantwortet, daß sie voraus- ihtlich für längere Zeit genügend nit Mitteln versehen sei. Der Vorsibende gab un Kenntuis von verschiedenen anderen Kreditangeboten. Um über den Wert diesex verschiedenen Angebote Aufklärung zu erhalten, wird Kommerzienrat Zielen- ziger gebeten, ein Gutachten auszuarbeiten, Direktor Hoffnung ertlärtie u. a., es sei niht angängig gewesen, sich mit einéx ein- Belia Zusage Dr. Baades zu begmigen, daß der Händel bei den eshäften der G. J. C. herangezogen werden solle, weil Zusagen des Ministeriums anläßlich ‘der deutsch-polnishen Roggenver- handlungen durch Dr. Baade in einer für den Handel ungünstigen Weise interpretiert worden seien. Reichskommissar Dr, Baade wies derartige Vorwürfe zurück. Er sei nie befugt gewesen, Zusagen des Ministeriuñts zu inter retieren. Er ging dabei des weiteren auf die deutsh-polni hen Berbendian en ein und erklärte ließli, daß das Angebot von Direktor Hoffnung unanne r Ee sei, da es sih darauf gestüßt habe, unechte Rembours- redite zu fabrizieren. Es sei auch ganz unmöglich gewesen, bei derartig umfangreichen Geschäften mit Privatbankiers zu arbeiten. Staatssekretär Dr. Heukamp wies die Behauptung zurüdck, daß die pom Ministerium dem Handel gegebenen Zusagen nicht ge- halten worden seien. Direktor Hoffnung habe bei den Verhand- lungen au die gleichen Pre Baye gestellt, wie fie der G. L C. bewilligt waren, Direktor Hoffnung erwiderte Dr. Bade, er habe nicht, wie die G. J. C., das Ausschließlichkeits- recht der Kredithergabe verlangt, er be. auch nicht verlangt, daß Lagerscheine vorgelegt wurden, sondern er habe sich auch mit Warendokumenten begnügt. Es habe sich bei seinem Angebot niht um unechte Rembourse gehandelt. Vors. : Jn einem deutschnationalen Antrag wird verlangt, „den durch die Verhand- lungen des Roggenstüßungs-Untersu ungsausshusses schwer be- lasteten Dr. Baade“ aus allen Reichsämtern zu entfernen. Das mag ja der Wunsh mancher Kreise sein, aber von einer schweren Belastung Dr. Baades kann ih hier noh nichts feststellen. Direktor Schaub ersuchte den Sachverständigen Hielenziger, bei seinem Gutachten über das Hoffnungsche Kreditangebot auch die Tatsache pl würdigen, daß zwischen dem Angebot und der tatsählichen Kreditaktion der Rüdcktritt des damaligen Reichsbankpräsidenten Schacht lag. An die öffentliche Verhandlung, die am 4. d. M. fortgeseßt werden soll, s{chloß sich noch eine vertraulihe Sibung.

Der Strafrehtsausschuß des Reichstags erörterte am 3. d. M. den Antrag der fommunistischen Fraktion, einen besonderen Ab- schnitt über den Schuß der Arbeitskraft- in das Straf- ius selbst aufzunehmen. Nach einem schon ‘früher gefaßten eschluß wurde bei Anerkennung aller Notwendigkeit, die Arbeits raft gu shüßen dieser Anirag abgelehnt, aber anderer- E vorbehalten, in späteren Bestimmungen die Maßnahmen des inzelschubes der Arbeitskraft energisch aufzunehmen. Jm weiteren ging man an die Erörterung der Amtsdelikte (Beamtens-, Richterbestechung, Rehtsbeugung usw.), bei denen es üm großen und ganzen bei den Beschlüssen der früheren Lesung verblieb.

Handel und Gewerbe. Berlin, den 4. März 1931.

en. Auf weitexe Fragen des Abg. Freybe (Wirt , . P.) er- e L LITEN nde, der Ausshuß dürfe nicht E R weg R ontrollierbare Gerüchte zu verbreiten und Anwürfen S G möglichen Persönlichkeiten eine Tribüne zu schaffen. E E Ly ferer (D. Vp.) wandte sih gleihfalls scharf da- % nd. x Aus\{huß sich hier mit solhen Gerüchten über Hotel- di äftige. unn Juteressenten sich über ein Geschäft ver- l gen, jo komzne es nit darauf an, ob das bei einem Essen

erôwo ges(ehe. Der Eindrufck, der aus der Debätte i

(Fortseßung in der Ersten Beilage.)

Verantwortlich für. Schriftleitung und Verlag: Direktor Mengering in Berlin,

Druck der Preußischen Druckerei und Verlags-Aktiengesell af Berlin, Wilhelmstraße 32.

Fünf Beilagen (einshließl. Börsenbeilage und zwei Zentralhandelsregisterbeilag h

Die Elektroivtfkuptiernotierung der Vereinigung für deutiche Clektrolvtkuvfernotiz ftellte fi laut Berliner Meldung, a: S LOO T am 4. März auf 101,25 4 (am 3. März auf 101,25 4)

Wagengestellung für Koble, Koks und Briketts 3. März 1931: Ruhrrevier: Gestellt 18 747 Wagen. s s

L

Telegraphische Auszahlung.

4, März Geld Brief 1,396 1,400 4 203 4211

Buenos-Aires . Ganada

Fitanbul . . S -. »

1 Pay.-Pes. . j 1 fanad. § „11 túrf. L -—— ] „f 1 Yen 2,081 2,085 Kairo . « « - «/ 1 ägypt. Pfd. | 20,93 20,97 London . . .11£ 20,417 20457 New York . . .|18 4,2035 4,2115 Nio de Janeiro | 1 Milreis 344 0346 Uruguay . . . .| 1 Goldpeso 3037 3,043

Amsterdam- Rotterdam ./ 100 Gulden |} 168,48 168,82 100 Drachm. 5,445 5,455

Athen Brüssel u. Ant- werpen „j 100 Belga 58,70 „1 100 Let 2,909 .| 100 Pengs 73,40

E 58 58 Bucarest . . « Danzig . « » « «{ 100 Gulden 81,80

2,499 73,26 81,64 10,577 22,02

7,388 41,98

112,42

18,84 112,43

16,461

12,45L

92,10 80,91 80,91 3,043 45,00

112,58

111,94 99,06

2,504 73,40 81,80 10,596 22,055

7,399 42,04

112,65

Budapest

Helsingfors 100 finnl. 4 10,597 Jtalien . . .] 100 Lire 22,06 Jugoslawien. . | 100 Dinar 7,402 Kaunas, Kowno 100 Litas 42 06 Kopenhagen . .{ 100 Kr. 112,64 Lissabon und :

Oporto

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10,576

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7,385 41,96 112,43

100 Eécudo 100 Kr. 100 Fres. 100 Kr.

18,88 18,

11265 | 112,4: 16,501 | 16,464 12471 f 12,451

100 il. Kr. 100 Latts 100 Frs. 100 Leva 100 Pejeten

(Island) Me 9 Schweiz . « Sofia . «« Spanien . . « « Stockholm und

Gothenturg.. { 100 Kr. Talinn (Neval,

Estland). .| 100 estn. Kr. Wien. - » « «{ 100 Schilling

92,28 81,07 81,07 3/049 45,10

112,80

112,16 99,18

92,10

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80,93 La J p) 3,043

44,81 112,58

111,94 99,06

{12,80

112,16 99,183

Ausländishe- Geldforten und Banknoten.

: - 4. März

Geld Brief 20,60 20,68

3, März Geld Brief 20,60 20,68

424 4,26 42% 4M 4,194 4,214 1214

4,183 4,203 4,201 ao eti 1/395

Notiz für 1 Stück

20 Fres.-Stüke | Gold-Dollars . | Amerikanische: 1000—s Doll. 2 und 1 Doll. Argentinische . Brasilianische . Canadiiche

Sovereigns .. }

d 418 4,20 | En che: große 20,38 20,46 20,46 1Z u. darunter 20,372 20,452 20,365 20,445

Türkische. « - » . Pfd. i 1,94 Belgische. . s Bulgarische eva 112,18 112,62

Dänische . Danziger . « 100 Gulden 81,46 81,78 Gstni1che « 100 eftn. Kr. innische. « 100 finnl. Æ L q ranzösische 100 Frs. 16,447 16,507 olländische « | 100 C ulden 1 168,16 168,84 taliemsche: gr. j 100 Lire 2 2213 100 Lire 22,06 22,14 10 Las

100 Lire u. dar. Sugoslawische „| 100 Dinar 100 Latts a

Lettländische . . Litauische . . | 100 Litas Norwegische . « 100 Kr. 112,18 Oesterreich.: gr. | 100 Schilling | 98,92 100Sé. u. dar. | 100Swhilling | 59,00 Rumänische: | 1000 Lei und neue 500 Lei | 100 Lei —— unter 500 Lei | 100 Lei Schwedische . . 100 Kr. 112,37 112,81 S@weizer: gr. | 100 Fres. 80,72 81,04 100Frcs.u.dar. 100 Fr. 80,72 81,04 Syanische . . . | 100 Peseten 45,56 45,74 Tschecho - \low. | T4 12,45 12,415 12,475

112,62 59/16 59 24

112,38 80,74 80,76 44,66

12,40 73,07

81,06 81,08 44,84 12,46

73,37

5000 u.1000K. | 100 Kr. 500 Kr. u. dar. | 100 Kr. ungarische . « :| 100 Pengs

Berlin, 3. März. Preisnotierungen für Nah rung83- mittel. (Einkaufs8preise des Lebensmitteleinzel« handels für 100 Kilo frei Haus Berlin in Originalpa@Fungen.) Notiext durh öffentli angestellte beeidete Sachverständige der Industrie- und Handelskammer zu Berlin und Vertreter der Vers braucbershaft. Preise in Reichsmark: Gerstengraupen, unges{liffe g 36,50 bie 38,50 #6, Gerftengrauven, ungeschliffen, mitte! 4050 is 50,50 Æ, Gerftengrütze 34,50 bis 35,90 M, Haferflocken 36,00 bis 37,00 4, Hafergrüße, gesottene 38,50 bis 40,00 Æ, Roggenmehl 0—60% 30,00 bié 31,00 #4, Weizengriefß: 50,00 bis 51,00 4, Hartgrieß 46,00 bis 47,00 #4, 000 Weizenmehì 38 00 bis 44,0) 4, Weizenauszugmeb[ in 100 kg-Säden br.-f.-n. 48,50 bis 53,00 Æ Weizenauszugmebl, feinste Marken, alle Packungen 53,00 bis 62,00 , Speiseerbien, feine —,— bis —,—-, Speiseerbjen, Viktoria 30,00 bis 34,00 Ms Speiieerbîen, Viktoria Riesen 34,00 bis 38,00 4, Bohnen, weiße, mittel 30,00 biÒ 32,00 #4, Langbohnen, ausl. 36,00 bis 42,00 M, Linsen, kleine, legter Ernte 28,00 bis 34,00 4, Linjen, mittel, legter Ernte 35,00 bis 43,00 4, Linsen, große, leßter Ernte 45,00 bis 80,00 M, Kartoftelmebl, suverior 30,00 bis 31,00 #, Makkaroni dartgriesware, Iote 76,00 bis 92,00 4, Mehblichnittnudeln, [ote 64,00 je 68,00 #4, Eierschnittnudeln, lose 80,00 bis 88,00 #, Bruchreis 24,00 bis 25,00 é, Rangoon - Yeis, unglafiert 31,00 bis 33,00 Stam Patna-Reis. glasiert 45,00 bis 55,00 4, Java-Tatelreis, glasiert 54,00 his 66,00 Æ, Ningäpfel, amerikan. extra choice 128,00 bis 138,00 M, Amerik. Pflaumen 40/90 in Originalkistenpacktungen 78,00 bis 84,06 #, Sultaninen Kiup Caraburnv # Kisten 112,00 bis 120,00 4, Korinthen coice, Amalias 74,00 bis 76,00 46, Mandeln, süße, courante, in Ballen 202,00 bis 212,00 4, Mandeln, bittere, courante, in Ballen 170,00 bis 197,00 #Æ# Zimt (Cajîsia vera) aus8ges wogen 215,00 bié 995.00 4, Pfeffer, schwarz, Lampong, auß gewogen 239,00 bie 260,00,4, Pfeffer, weiß, Vuntof, ausgewogen 300,00 bie 350,00 Æ, Nobkaftee, Santos Suverior bis Extra Prime 336,00 bie 360,00, Nobfaffee, Zentralamerikaner alier Art 408,00 bis540,00, Nöstkaffee, Santos Superior bis Extra Prime 422,00 bis 454,00 #,

Röstkaffee, Zentralamerikaner aller Art 510,00 bis 670,00 #, Röstroggen,

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