1888 / 57 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

bin, mit denselben oratorishen Mitteln arbeiten zu können wie er, so soll es mir an der Wärme der Ueberzeugung nicht feblen.

F bin sebr dankbar und glüdlich. zum ersten Mal nun offen auêgesproden zu bôren, daß ich zur „schwarzen Reaktion“ ge- bôre, um endli dadur Klarheit dafür zu gewinnen, was das GeFetße in den fortshrittlihen Zeitungen feit einigen Mecenaten bedeutet. Seit dieser Zeit lese ih in d&œ freisinnigen Presse, i „Freisinnigen Zeitung“, in_ der von ihr abbängigen

3 Lekbrerzeitung“ in Spandau, wiederholt im Tageblatt“, noch heute —, daß i ein Knecht der

n bin, also ein Vertreter der \{chwärzesien Reaktion. Als ih af die Diskussion vorzubereiten fuhte und mein Material

tete, fiel mir das „Berliner Tageblatt“ in die Hände mit der Vebersrirnt: „Herr von Goßler und die deutsche Schulreform“, und da finde ih denn am S(&luß des Rätbsels Lösung. Dort beißt es: Hoffentlid währt die Harrer2zeit nit mebr lange. An un'crem Nolfe, an den Wählern wird es ja demnächst sein, zu zeigen, ob es entsélesen ist, diese Harrens cit thuniiäst abzukürzen, oder ob cs die accenrärtige Reaktion roech länger über sid ergeben lassen will, s hang ergicbt, daß Herr von Puttkamer und ich die-

die, wenn das Volk sich aufrafft, endlih von der

den. Meine Herren, wann ih als Minister

crd2, bestimmt Se. Majestät, und ich gebe mit

mit der ib in mein Amt gekommen bin. Aber

Angriff, welcher mich in dém unerschütterlichen

orsam gegen meinen König wanfkfend machen fann. Was die

ze Reaktion anbetrifft, so muß ic sagen: daß ic darin jo

am ‘ein foll, babe ih nidt geglaubt. Diescs Bischen, was Sie

l hoben, das wollen Sie mir als \{wärzeste Reaktion

s G ist cigentlih weiter nits, als eine antizipirte

Zerren Gberty und Webétfy im Wahlkreise x in Thorn kenne ic nit, ih habe ige lit nur in flüchtigen Skizzen aus 1, Ih lasse den S(rôter'schen Fall Urtbeil darüber abjugeben. fen: was hat die Regierung bat sie weiter nichts

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Landra dessen Erlaß na dem Allerhböchïien Erlaß Sr. Maje iensteid bes&worene Pflicht der Vertretung Majestät au bei den Wahlen kate weiter nichts geëört, als der ich weiß nit, ; : unter-

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‘gefchlagen O E tau]T, 1 Sins tut mIr ers 5 r die M irck 3 er die LeDTer I O

in Waldenburg gerade um den

und einem freifinnigen Kan?

ind ja immer die erbittertsten Kämpfe

h nit annehmen, daß ein Beamter,

1 Websky cingetreten iït, um deswillen

ing zu betrachten ist Ich kenne Herrn

1, auÓ daé Ghbarlottenbrunner Thal, ih

1 beraus; ih babe nicht den Ein-

e Wahl des Hrn. Wektsky unter-

len oder reaftionären Mannes kommt.

(t gehört, daß au diejenigen Lehrer

ifes Waldenburg, die in politisher Beziehung mit dem Kre1s-

S buliasvektor differiren, gleichwohl sein warmes, aufrictiges Herz für den Lebrerstand allermaßen anerfkennten.

Ras den Lehrer Sommer anbetrifft, so richtet n

er Mann cin thôrihtes Wort gesproen und iît

fallen gelassen, so liegt es nabe, ibn di

5 i in die Lage kommen soll, unter 68 00

sen Fall Sommer zu kennen, das ist obne Anzeige

l 3 fünf Sachen, welche

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E Q B d C . Meine Herren, das find die P tian f 51 L L L (i Luc ber sagen, nr Lebrer s e A n ; ly 19 At 5 ; nos on wt betrifft, do die KarteüupPparketien, wenn E initelen dars Dit ia arin Lokr holdioih noi H Fch kümmere aterungepPparTcien, Cr De eiden gewelen fu N ummere E on [Cl mont L ; Pir M Loy o T m diese Sachen sehr wenig, aber 1ch welt die Lebrer ebenîo rer Ueberzeugung

, és Es ott ao vht Kah h le anderen Beamten die Fretbei gehabt Haden, Il T u _— 1 werden lte daraus er-

109 S2 r Wie weil S 2, bei den leßten Ab-

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4 L gent, __ daß, ben die Notiz erbaiten hab netenhauswablen, wo ine Kontrole dur die Stimmaktgabe ist, von 80 fatkoliscen Lehrern im Kreise Wongrowig nur 2 für i idaten gestimmt haben. Daß nun er mit einem \chiefen Gesicht

m Herrn Vorredner nicht

1 zugéebêrt. Und nun muß auédrüdlich gesagt wird, Parteiagitation von oben

| vielmebr, der Herr Vorredner hat \uldigung auêgesprocben, daß eine fanati!che Parteiagitation aus angeregt ist. Meine Herren, wenn das meine Perfon dann erwarten Sie nit einen parlamentarischen, bêflicen

¿er angeregt roird ;

«ch bin seit dem Iabre 1881 Minister, und wer will bebaupten, i einer Wabl mit cinem Wort müntlich oder riftli babe, das die Grenze, die Sr. Majcstàät Wille mir

g überschreitet? Jch mathe nit ein Hebl aus meiner nonarGis{en Gesinnung; aber daß ich in die Freiheit, in das sit liche 3oewufkticin der mir untergebenen Beamten jemals cingegriffen habe:

fann irrend gesehen sein mit meinem Wiffen und Willen iema!s.

Alle diese, mein Herz sonst mit Wärme erfüllenden Appelle, die der Herr Vorredner an den Scbluß seiner Rede gestellt bat, erkenne id an. Ich glaube, ic babe allermaßen ausgesprocen, daß der berr- lie Beruf des Lebrerstandes in der Aufrechterhaltung des Idealiémus licgt und daß ih es für cinen Flu unserer Zeit halte, daß dem Lebrerstand immer gesagt wird: * hier ist der Brotkorb; ist er nit

genua gefüllt, so sei unzufrieden und wähle so, daß Du zufrieden wirst!

Also i kann nur bitten, meine Herren, wenn Sie noch mebr Anklagen kaben: munter beraus! Ih werde Ihnen Rede steben. Aber sonst kommen Sie nit mit. dem Vorwurf einer s&warzen Reaktion.

Abg. Dr. Windthorst: Es sei do sehr befremdli, daß der Minister so genau wisse, wie die Lehrer im Kreise Won- growiß gestimmt hätten, während er von den anderen Sachen nihts wisse; das lasse tief bliden. Er wolle nit denunziren; es sei ja Manches in der Hitze des Kampfes gel ehen. Aber warum habe man denn Geistliche, die sich am Wahlkampf nit gerade in hervorragender Weise betheiligt hätten, gemaßregelt, namentlich aus den Lofal-Schulinspektionen entfernt? Ein Geistliher am Rhein habe Wahlzettel in vers{lo}senen Cou- verts an einzelne Wähler versandt; er sei der Lokal-Schul- inspektion entsezt worden. Nach den heutigen Erklärungen des Ministers bitte er (Redner) Alle, denen so etwas passire, si an ibn beshwerdeführend zu wenden. Der Kulturkampf könne nur beendet werdén, wenn die Trümmer der Maigeseßgebung beseitiat würden. Namentlih vermisse er im Ressort des Ministers die nöthige Anzahl katholischer Räthe; es würden alle Sachen vom protestantishen Standpunkt aus behandelt. Der Minister sei immer ein Protestant. Der Unter - Staatssekretär und mindestens ein Ministerial- Direktor ® sollten katholish sein, sonst könne der Mi- nister bei den Katholiken nicht das nöthige Vertrauen finden. Früher habe man eine besondere katholische Abtheilung gehabt. Dieser Akt großer Weisheit und Gerechtigkeit fei zurückgenommen worden. Die Katholiken verzihteten aber darauf nit; wenn diese katholishe Abtheilung nicht wieder errichtet werde, dann verlangten sie 9 bis 10 fatholishe Räthe im Ministerium. Das Klostergesez habe dem Minister eine große Machtvollkommenheit in die Hand gelegt; er suche die der Ausführung des Gesezes entgegenstehenden Schwierigkeiten nach besen Kräften zu überwinden, aber es würde ihm besser gedient sein, wenn er einen fatholishen Rath zur Seite hätte. Redner möchte dem Minister ferner zur Erwägung anheim geben, ob er nit die Beseitigung der im Reich bestehenden Kulturkampfgeseße im Staats-Mintsterium erstreben wolle. Jn Preußen sei die Anzeigepfliht noch lange nit definitiv ge- regelt: das Aufsihtsrecht über geistlihe Anstalten aller Art bestehz noch in ausgedehntem Vaß; das Kirchenvermögens- aeses veranlasse viele Beshwerden, es sollte baldigst beseitigt werden, denn seine Handhabung sei eine täglihe Viahnung an den früberen Kulturkampf. Es sei noch immer nicht die Vor- lage übzr die Verwendung des aus den Sperrgeldern ange- sammelten Fonds eingebracht worden, er nehme an, daß dieser Fonds besonders verwaltet und daß ihm der Zinsbetrag alljährlich zugeführt werde. Wie der Fonds verwendet werden solle, wolle erx niht eingehend erörtern; am besten wäre es, wenn der Fonds den einzelnen Diözesen überwiesen würde, damit diese ein Unrecht wieder gut machen könnten, welches nie hätte begangen werden sollen. Die Schulfrage crörtere er béi dieser Gelegenheit niht. Er habe nur die wenigen Bemerkungen gemaht, um dem Minister Gelegenheit zu de- rubigenden Erklärungen zu geben.

Ministerder geistlihen2c. Angelegenheiten, Dr.vonGoßler:

Wenn ih die leßte Aeußerung des Herrn Vorredners ret ver- standen babe, so wün’chte er von mir jeßt sofort eine Er- widerung in Bezug auf Fragen legiélativer Natur. Wir sind Beide darüber wobl derselben Ansi®t, daß die Frage naþ dem KFortshreiten der fkirWenpelitis@en Geseßgebung seit den letzten Norellen auf eine ctwas andere Bahn gedrängt ift durd tie Stellung des Hauptes der katbolishen Kirche, die au für diejenigen Wünsche, welche auf diesem Gebiet herrschen, makgebend ist und maßgebend sein muß für diejenige Partei, welcher der Herr Borredner angebört.

Was das Vermögenéverwaltungsgeseß anbetrifrt, so lieat vielleidt die Sace nickt ganz so klar, als der Herr Vorredner von seinem Standvunkt aus annimmt. Diejenigen Herren, welche der vorjährigen Novelle und ihrer Vorbereitung si entsinnen, werden wissen, welhen sehr bestimmten und entsblofsenen Miderstand die Anträge des Bisofs Kopp innerhalb der Kommission sowobl wie aub in sonstigen Kreisen des Herrenhauses gefunden baben, und daß energishe Bekämpfer dieser Anträge 1ch unter den Glaubenêgencssen des Hrn. Windthorst befinden. Die Stellung der deutschen Katboliken, der Deutschen überbaupt, zu gewissen theoreti]chen, prinzipiellen Auffassungen der rômisch{katholischen Kir&e ift durch eine Jabrbunderte lange Gescbichte vielleiht eine etwas andere ge- worden ; jedenfalls babe ich den Eindruck, daß die Hindernisse, wele

bg. Windthorst als leicht zu beseitigende ansiebt, i au inner- alb ‘einer Konfessionsverwandten nit îo leiht beheben lassen.

Was den Sverrfonds anbetrifft, so bin ich in der Lage, aus den Verbandlungen, die darüber von der Staatsregierung gepflogen worden sind, die Mittheilung zu machen, daß es durchaus in der Ab- @t der Regierung licat, diese Frage zu lôsen und mit einem gesetz aeberischecn Vors{lag in Bezug auf die Verwendung der 16 Mill. Mark so ho, glaube i, ist der Betrag des Fonds zu Gunsten der fkatbolis@en Kirche bervorzutreten. Die Vorsläge, die darüber in der O-cFentlichkeit vorliegen, und die Vori{läge, welhe anderweit gemacht sind, sind allerdings àstaunlich mannig- faltige. Ich glaube aub, ganz so einfach wird sich die Sade nicht maden laïsen, wie der Herr Vorredner vorsblägt. Ich kann aber nur wieder- holen, es entspriht durckaus den Wünschen der Regierung, in dieser Be- ziehung eine geseugeberi!de Vorlage zu machen und nah der Richtung bin den Vorbebalt, welcher in tem Geseß vom 22, April 1875 liegt, zur Ausführung zu bringen.

Im Uebrigen babe ich den Eindruck gebabt, daß feine Auë- fübrungen vrogrammatischer Natur waren und zwar der Art, daf i ichwer in der Lage bin, unmittelbar darauf verpfliwtende Er- klärungen abzugeten. Allgemein wird er mit mir übereinstimmen, daß, nachdem zur Freude der Regierung ein Zustand der Beruhigung eingetreten ist, eine ganze Reibe von Rücksichten weniger hervortreten und si innerbalb der Verwaltung geltend machen, wie es biéber nothwendig war. Er wird mit mir cinig sein, daß eine ganze Reibe von Fragen nicht zu lêsen waren mit Beamten, die in der ganzen Geseßgebung vielleicht einen Gewifsensdruck emvfanden. -— Ich babe freie Bahn auf einem der witigsten Gebiete geschaffen, auf dem Gebiete deé Ordenégesetes, einer der s{wierigsten Materien, die wir in der vrafktisc;en Auéführung haben, ic babe nit gezögert, einen jeßt leider verstorbenen vortragenden Rath tatbolisher Kon- fession mit der Sace zu betrauen und es liegt au in meiner Absicht, was die Konfession anbetrifft, eine Aende- rung eintreten zu laffen. Aber im Uebrigen möchte ic doch darauf binweisen, daß die einfache aritbhmetishe Ziffer, die für Natbéstellen im Ministerium angegeben wird, do vielleitt nit ganz allein den Auss&lag giebt. Was z. B. die Vorbereitung der tirhenpolitishen Gesetze anbetrifft, so sind do schr viel andere Faf- toren dabei makßgebend und bestimmend gewesen als gerade das Verbältniß zwischen katholishen und evangelishèn Räthen im Ministerium. Ic glaube, was die Vorbereitung der leßten Novelle betrifft, daß es an den zuständigen Mitwrirkern niht gefehlt kat, und daß alle diejenigen Garantien, die für die Gesetzgebung haben geshafen werden können, gegeben sind. Ic glaube, daß dur das freundlide Benebmen zwischen dem preußischen Staat und dem Ober- baupt der fkatholishen Kirche, wie au dur die Mitwirkung der legitimirten Repräsentanten der katholischen Kirche, namentli au

innerbalb des Herrenbauses selbst, dasjenige getroffen ift, wenigftens was die Tendenz meiner Verwaltung angebt, was -der Herr Vorredner von dieser erwartet bat.

Abg. Rickert: Ebenso fest wie der Minister im Dienst des Königs stehe, ständen seine Freunde fest im Dienst der ver- fassungsmäßigen Freiheit des Landes, der sie keinen besseren Dienst leisten könnten, als diejem Unwesen in der Schule entgegenzutreten. An Patriotis?nus ständen sie dem Minister niht nah; sie verlangten, daß er ihnen in dieser Beziehung denselben Respekt erweise wie sie ihm. Wenn ein Beanuiee mit solhen Mitteln, wie es in den geschilderten Fällen geschehen sei, für ihn (Redner) eingetreten wäre, würde er es für seine Pflicht halten, öffentlich dagegen aufzutreten. Daß der Minister in das Gewissen der Lehrer eingegriffen habe, habe er nit behauptet ; derseibe sollte nur solchen That- sachen, wenn sie zu seiner Kenntniß kämen, nicht passiv gegen- über stehen. Billige der Minister es, daß der Landrath von den Lehrern fkräftigste Unteriüßung bei der Agitation ver- lange? Billige er es, daß ein Schulinspektor Gregorovius amtlih zu einer Parteiversammlung einlade? Hoffentlich werde der Minister in der dritten Lesung antworten, nachdem er gesehen, daß es noch Männer gebe, die im Interesse des Dns der Schule diese Dinge mit Aufmerksamkeit ver- foigten.

“Minister der geistlichen 2c. Angelegenheiten, Dr. von Goßler:

Meine Herren! JISH werde ganz kurz noch einmal aus meiner ctzten Ausführung die Bründe zusammenttellen, die mih nach meiner Meinung berechtigt Eaben, mit aller Energie die Angriffe, die von dem Herrn Aktg. Rickert gegen mi erhoben worden sind, jzurüdck- zuwel!en. Erítens: es wurde in der Einleitung der Rede mir vorgeworfen, daß wir uns mit meiner Hülfe in der Periode der sch{wärzesten Neaktion das ist der Ausdruck, der im stenographischen Bericht steben wird befinden; es wurde in oratoris( vollendeter Weise auf die furchtbaren Zeiten von Manteuffel, Müßbler u i, w. bingewiesen und daran die Lebauvtung geknüpft, es sei beute ärger als jemals.

Menn Sie das vielleiht für eine Höflichkeit mir gegenüber halten, f

sind wir verschiedener Meinung. D r r all die

gemeinen Fassung is babe versucht, es wörtlich zu notiren —, fanatisbe Parteiagitation von oben aus angeregt wird. Darauf gesagt: nennen Sie mir etwas, was in der Beziehung mir r den Sgein für ein sol&es Urtheil darbietet. Ich bin Fanatifer font würde 1ch die Kirenpolitik nicht getrieben , das ift nur mit fübhlem Kopf ju leisten gewesen ne Parteiagitation kenne ih nicht. Nennen Sie mir doch die

in deren Dient ih stehe, nennen Sie mir überhaupt einen alaubr, er bat einen bestimmten Einfluß auf mid. er SHrwierigkeit meiner Stellung. Ich halte heute l er Gesetzgeb r TOer Iabre feircn Kultusminister für mögli, d einer bestimmten Partei oder bestimmten Person steht, natürlich die Person auégeschlosseh, die über uns Allen stebt. Das ist Lei wir nit der Fall, meine Herren. Es wäre für mi viel angenehmer, wenn i in eine Fraftionésigung schien und fragen fönnte: wie soll ich meine Politik einri@ten? Das erkenne ich an,

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eine sogenannte varlamertarisbe Regierung ist für den Minister be- guemer. Aber i bin dazu nicht bingestelit worden aus den Posten, um so beguem zu regieren, und ic glaube, es wird feinen Menschen geben. der sagen fann, er habe mi betimmt zu einer Maßregel. Geirrt mag i& mi oft haben, aber dann habe ich selbst geirrt.

Und das Dritte ist, das in einer Auéführung mir in fehr warmer Meise vorgehalten wurde, ich bätte meine Misfion vom preußischen Volke. Ich liebe mein vreußisches Volk, aber (Zuruf links) da ist wörtlich gesagt (Widerspruch linis) das preußise Volk haîi| nit das Rer, die Mininter zu berufen; der König bat mi berufen und darum babe ih mit aller Bestimmtheit diesen Stand» | vunkt bier vertreten. Nun die Frage: Billigt dec Minister die Maßregeln ? Meine Herren, ic habe Ihnen schr oft bewiesen, # daß ich mi sehr ungern darauf einlasse, über Sachen hier zu sprechen

ie mir niót genau befannt sind, und fonditionel Beamte zu dié freditiren. Mir stebt der preußishe Beamte zu hoh, als daß ein Minister aus Anast, daß er hier einmal eine unbequeme Abktftimmunç erfätrt oder daß ‘in unbequemes Wort hört, feine Beamter fontitionell deéavouiren sollte. Den eincn Fall mit Gregoroviu? babe id gekannt. be ofen gesagt, daß ich den Vorgang aut der „Germania“ gelesen j ie Regierung hat mir ¿ngezeigt, sit bat ibm die Mißbilligung tarüber autgesprowen ; ih babe der Ne gierung gesagt, sie hade Recht gethan. Der Fall liegt also klar.

Meine Herren, wir werden uns darüber vielieiht nit weite: verständigen, aber seien Sie überzeugt, daß Sie mit diefen allgemeiner Anariffen mich nit erschüttern. Ich balte daran fest, daß dieft ganze Bewegung, welche seit einigen Monaten gegen meine Person ir der Beziehung zum Lehrerstande durch die linké-liberale Presse gebt eine sebr wobl vorbereitete ist und daß dieselbe ihren Abschluß nu: in den näbsten Wahlen finden wird.

Aba. Ostrowicz beschwert sich über die Verfügung det Kultus-Ministers, betreffend den deutshen Schulunterricht, di! schon Gegenstand einer besonderen Jnterpellation gewesen sei Redner behauptet, daß dadurch der Unterricht in den ehemalt! polnishen Landestheilen heruntergedrüdckt sei auf einen hotten tottishen Standpunkt. (Vize-Präfident von Heereman ruft der Redner zur Ordnung.) Man verbiete den Kindern, im Hau! polnisch zu sprehen; man ertheile auch den Religionsunter riht in deutsher Sprahe und zwinge fatholishen Kinder den Unterricht bei protestantishen Lehrern auf. Man ermord!" dur ein solhes Vorgehen die Seelen der Kinder; und wi der Kindermord von Bethlehem als eine Unthat einé!

Despoten gebrandmarkt sei, so werde diese Seite der Geschiht!"*

der preußishen Unterrihtsverwaltung die s{chlimmste sein. D Polen würden nicht die Hände in den Schoß legen, sonder" jedes Haus zu einer Schule machen, in welcher der polnis Hausvater der Lehrer sei.

Abg. Jürgensen protestirt gegen die Wünsche Hoffaungen, welche der Abg. Lassen für Nord-Schleswig au* gedrückt habe. Das könne nur die Abtretung nordshleswigs{ch Gebietstheile an Dänemark sein, wogegen die meisten Nor Schleswiger selbst protestirten. Wenn aber Nord-Shlesw:! bei Deutschland bleibe, dann müßten seine Einwohner aud deutsh lernen; die Eltern wünschten dies in Bezug auf ihr® Kinder ebenso, wie der Abg. Lassen vor 1864 schon selb Deutsch gelernt habe, ohne die danach kommenden Ereignif voraussehen zu fönnen, Die Ausdehnung des deutschen Unte rihts über das nothwendige Maß hinaus geshehe auf Wun der Betheiligten. Wie sei denn aber Dänemark verfahrer Es habe in deutshen Landestheilen den deutschen Unterric" zu verdrängen gesucht. j

Abg. Dr. Freiherr von Schorlemer-Alst : Er wünsche, d: die Regierung den offen ausgesprochenen Wünschen d: Papstes in Bezug auf die kirhlihe Gesezgebung folge, n dem Centrum werde sie dann bald fertig sein. Den Sper* fonds sollte man auf die Diözesen vertheilen zur Verfügur der Bischöfe; man sollte von den Fonds nichts für andt: Zwecke zurüchalten, sondern Alles Deren zurückgeben, den es gehöre. Bei der Besegung der Rathstellen sollte man d Konfession berücksihtigen; am besten könnte man das Verl trauen der Katholifen gewinnen, wenn man die katholis"

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Zweitens ist am Schluß der Ausführungen gesagt worden in n die C c

Wenn die Regierung das

Abtheilung wieder einrihtete. i l dann sollten die Mei-

Rermögensgeseß ändern wolle,

Fnungsverschiedenheiten unter den Katholiken dabei nicht

Jhre Wähler verlangten, daß sie die Be- schwerden hier vortrügen;, ne hätten feine Wahlangst, wie man in den gegnerischen Blättern angebe. „Gegen Rom !“ habe früher die Parole geheißen, welche neben Falk sogar der Minister Graf Roon ausgesprochen habe; jeßt habe man den Mapst bei den Wahlen zur Hülfe gerufen und die Mächtigen des ganzen Erdkreises hätten ihm gehuldigt. Wer würde heute noch einmal ein Sperrgeses machen, um den Klerus uszuhungern? Warum solle man nicht hoffen, daß die kleineren

eberreste der Maigeseße, die noch zahlreih genug vorhanden

Feien, nun endlich beseitigt werden würden?

Abg. von Stablewski: Das Schweigen der Regierung

¿n Ausführungen seines Freundes Ostrowicz gegenüber fei wohl nur ein Verlegenheits\chweigen. Redner geht_ ebenfalls uf die Handhabung der neuesten Verfügung vom September vorigen Jahres ein, welhe der Germanisirung und Protestanti-

Airung Vorschub leisten solle; die Schulinspektoren seien nur n geringer Zahl Katholiken; es fehle die kirhlihe Leitung es Religionsunterrihts. Und da sollte das Wort des Kaisers erfüllt werden, daß dem Volk die Religion erhalten bleiben müsse!

J Minister der geistlihen 2c. Goßler:

Meine Herren! Es is weder Mißatunga, noG Verlegenheit

Ì wie der Herr Vorredner annabm was mi veranlaßt hat, auf die

Ì Morte des Hrn. Abg. Ostrowicz zu s{chweigen , sondern es ist die ein- abe Rüdsidt auf die Geschäftslage des bohen Hauses, welche mi ) abgehalten bat, in eincr Debatte fortzufabren, welche wir erst vor Kurzem an der Hand der Intervellation des Hrn. Abg. v. JazdzewÜki in sehr autgiebiger Weise gefübrt baben. Damals ist, wenn ih mich

| ret erinnere, ter Hr. Abg. Ostrowicz nit zum Worte gelangt. Ich | areife wobl nit febl, wenn ic sage, daß cr sih beute genau in dem aben der damaligen Interpellation bewegt hat. J bin aber gern

Ì bereit, aub auf einzelne feiner Ausführungen zurückzukommen.

Der Herr Vorredner suht erneut den Standpunkt zu verschieben,

Staatsregierung bei ihrer Maßnahme vom 7. September v. Irs. betreffs des Wegfalls des polnischen Sprachunterrihts inne-

gebalten hat. Ich habe erflärt, und erkläre erneut, daß in der Maß- regel, welcke das Staats-Minifterium Sr. Majestät vorgeschlagen, und

| welde die Billigung Sr. Majestät gefunden bat, die Barantie liegt, daf das Wort unseres Königs: „dem Volke die Religion zu er- | baltcn“, nit irgendwie berübrt und abges@wäwt werde. Dies gegen den sehr empbatis{en S@luß der Rede des Hrn. Abg. Ostrowicz.

Ebenso verfeblt und gänzlich irrig ist natüilich die Annabme, das | mit den Maßregeln, welche die Regierung getroffen bat, irgendwie | eine Einführung der cvangelis{en Konfession befördert werden follte, zu Un..unsten des fatholiïhen Besißstantes. Iw halte da3 für eine fümmerliche Agitation, die in allen polnishen Volkêversammlungen aufs tritt, als ob der Katholizièmus in den Grenzen der Provinz Posen i nur an die Redckichöte des Polonismus anklammern könne. Es ist fals, wenn der Herr Vorreduer den früber oft zurüdgewicsenen Bebaup- tungen erneut dabin Ausdruck giebt, daß cs sich um so und soviel

Millionen Katholiken alias Polen, und um fo und soviel bundert

polnishe Séulen handle. Oft ift darauf hingewiesen worden, daß es

in der Provinz Voîen eine polnis%e Schule überhaupt nit giebt ; es giebt nur preußische Stulen in konfessioneller Gestaltung. Es ist aub ein völliger Irrthum, wenn die Herren “uns glauben maden wollen, daß in dem Negediitrikt, welcer in keiner Weise mit

den groëpolnishen Territorien, welche in den Fahren 1813 bis 1815

mit dem vreußischen Staat vereinigt find, zusammeufällt, die natio-

nalen Verbältnifse alcichartigze seien, daß es fc dort um Schulen und um cine Bevêlkerung handle, wie in den alten groëpolnischen

Theilen der Provinz Posen. Gerade um diese Schulen im Nete-

distrikt bandelt es si aber bei den bier vorgetragenen Beschwerden

wesentli. Auf Grund der Verordnung vom 27. Oktober 1873,

welhe das Staats-Minifterium berathen hat und wele ( . Majestät

in ibren Grundzügen genebmigt bat, haben die Regieru ter Pro- vinz Pescn das Ret, in denjenigen, von Kindern unge besudten Schulen, in welchen das Verständniß und d uh der deuten Spracbe vorgeschritten ist, auf der Mittel- und Ob rítufe den kfatbolis@en Religionsunterriht aut in deutscher Sprache ertheilen zu lassen. Von diesem Recht haben die Regierungen in einzelnen

Fällen bis zum Erlaß der Verfügung rom 7. September rorigen Sahres Gebrau gemacht. Um aber das Miktßwverständniß au8zu- {hließen, als wenn die Autübung diefes Rects im Zusammenhang

mit der Beseitigung des voinishen Sprachunterrits erfolge,

babe ic unter Zustimmung der Staatsregierung angeordnet, daß gegenwärtig von dieser Befugniß der Regierung kein

Gebrau gemacht werden soll. Also alle diese Vorwürfe, die beut

bier erboben werden und früher {on erboben worden sind,

hinderlich sein.

Angelegenheiten, Dr. von

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beziehen ic, soweit sie überhaupt eine thatsählihe Grundlage baben, durchaus auf Fälle, die vor dem Erlaß der Verordnung vom “. September vorigen Jahres liegen.

Wenn der Hr. Abg. Ostrowicz seine Behauptungen durch Bei-

spiele zu bekräftigen gesuht bat, so ist mir einer dieser Fâlle er bat einen volni!chen Namen genannt „Zielonagóra“, in deutscher Sprache heißt der Ort Grünkterg dur einen Aufsaß in dem „Kurver pvoznanéeki* allerdings bekannt geworden. Die Regierung, oder vielmehr der Oberpräsident bat darüber berihtet und mir an- gezeigt, daß alles, was in dem Artikel steht und der Herr Abgeordnete auf diese Autorität bin bier vorgetragen hat, nicht wahr ist. In Grünberg besteht nicht eine Simultanschule, sondern eine evangelifche Scchule, wel&e von 106 evangelisben und 3 fatbolishen Kindern besu@t wird; für die leßteren die Regie- rung besonderen fkonfe|sionellen Religion8unterri eingerichtet, welher von dem Lebrer Alejéeki aus Obersißko ertheilt wird. Das wird wohl zur Richtigstelung genügen. - Dann hat der Herr Abgeordnete Mittbeilungen gemacht über die Shulverbältnifse der Stadt Obersißko. Die Stadt Obersißko ist überwiegend deuts, die Kinder verst ben Deuts, ebe sie in die Schule eintreten. Trotzdem bat die Regierung die Stellung der Schule auf ganz deutscher Grundlage au2gesegt. Wenn der Kreis-Schul-Inspektor obne die erforderlive Genehmigung der Regierung mit Beginn diefes Jahres, im Widerspru biermit, eine Acnderung bezüglich der Unter- ribtssprache getroffen haben follte, so wird die Regierung in diefer Beziehung Remedur {afen Alles unter der Voraussetzung natür- lid, daß diese Anordnung erst mit dem Ianuar dieses Iabres ge- troffen worden ist. Uebrigens ift der dortige Kreis-Schul- Inspektor ein Katholik, und absolut fein Katholik, der nicht mit seiner Kirbe im besten Einvernehmen stände!

Soviel zur Charafkterisirung der vorgeführten Beispiele.

__ Was nun die Germanisirung und die Protestantisirung betrifft, so werde ih vielleiht bei einem anderen Kapitel des Kultusetats mi darüber mit Ihnen unterbalten und Ibnen den Beweis liefern können, daß, wenn überhaupt der Schulverwaltung ein Vorwurf in konfessioneller Beziehung gemacht werden kann, dies nur, wie es in Westpreußen gescheben ist, in der Richtung gescheben kann, daß viel- fah sehr zum Nachtheil der evangelischen Kirche die Shulen auf dem platten Lande organisirt worden sind. Die Ziffern bin ich bereit Ihnen zu nennen und Sie werden erstaunt sein, wie außerordentlich auégiebig im Laufe der leßten Jahre gerade den katbo- lishen Schulbedürfnifsen dort Rehnung getragen ift.

_ Hiernah verstehe ih gar nicht, wie man die Maßregel der Königlichen Staatsregierung vergleiden kann mit Handlungen, die an einen Herodes und ih weiß nicht, was sonst, an die Ne et caetera erinnern, das verstehe ich absolut nit. Bir haben durchaus nicht die Absicht, wie der Herr Vorredner meint, die polnishen Kinder den Eltern zu entfremden, wobl aber den

Wuns, die Kinder fähig ju maten, selbständig auf ihren eigenen Füßen zu stehen und ibre Pflichten als Deutsche und als Preußen zu erfüllen. Wir sind aber nicht verpflichtet, die Intereffen zu befördern, welche die polnisbe Agitation an die Spiße ihrer Bestrebungen stellt.

Der Herr Vorredner bat darüber Klage ge¡übrt, daß die kir ch- lie Leitung vielfah dem katholischen Religionsunter- richt in der Provinz Posen feblt.

_ Das kommt mir wirkli einigermaßen eigenartig vor. Sie wissen aus den Zeitungen, daß der Herr Érzbishof von Posen eine allgemeine Verfügung an alle Dekane erlaffen hat, wonah sie, anknüpfend an früber ergangene Ministerialverfügungen, mit ibren An- trägen an die Königliche Staatsregierung bervortreten sollen, damit den fkatbolishen Pfarrgeistlihen die Leitung des RMeligions- unterrihts wieder ermöglicht werde. Gegen diese Cirkularverfügung des Herrn Erzbischofs ist, wie Sie aus offentliwen Blättern wifsen werden, eine erstaunliche Agitation eröffnet worden. Es haben drei Dekane, wie fie selber sagen, im Auftrage aller Uebrigen wegen dieser Verfügung an den Herrn Erzbischof eine große Adreïse gerichtet, in welcher sie in den s{roffsten Ausdrücken ih gegen die Zumutbung verwabren, in die Schulen als Leiter des katholischen Religionsunterri®ts einzutreten. Dagegen hat die Königliche Staats- regierung, wenn sie si auch der Schwierigkeit der Lage bewußt ist, bisher durbaus die Absicht und A-.ordnungen getroffen, den Wünschen des Herrn Erzbisbofs, soweit es möglich ift, zu entspreben. Sie ift aber ni&t sither, ob diejenigen Herren, die an den Herrn Erzbischof mit ibrem Mißtrauen berangetreten sind, nun na den Werten des legten Herrn Redners auc geneigt sein werden, in die Schulen als Leiter des Religtonsunterribts einzutreten, ohne dabei irgend eine Nebenabsicht zu baben. Damit der Herr Vorredner niht etwa glaubt, daß ih nur nab Zeitungsberichten rede, will i einen Saß aus jener Adref!e der Dekane vorlesen, und er wird dann das Uebrige fich denken können, was ic weiß. Also die Dekane {reiben :

„Wenn also die Regierung uns den Zutritt in die Schulen ge- stattet, so geschieht dies nur zu dem Zweck, uns als Werkzeug ihrer Politik zu benußen, uns zu schänden und zu verderben.“

Und nun, meine Herren, ¡ieben Sie die Nuganwendung von dieser Vorstellung der Dekane auf die Worte der beiden Herren Vorredner.

Abg. Freiherr von Minnigerode: Hr. Rickert habe eine seiner gewohnheitsmäßigen Wahlreden gehalten, namentlich ih über den Druck beschwert, der auf den Lehrern lastete. Ein höherer Lehrer habe fortschrittlich bei den Schullehrern auf dem Lande agitirt, ein anderer Lehrer habe forlscrittliche Wakhlzettel an die Eltern dur die Kinder spedirt. Der Lehr- meister auf dem Gebiet der Wahlagitation sei der Fortschritt

ewesen. Die Mehrzahl der Lehrerwelt habe dieselben politi- hen Umwandlungen durhgemacht, wie andere Klassen der Be- völkerung; man sollte daher den Lehrern deswegen doch nit das seltsame Kompliment machen, daß sie Heuchelei treiben müßten. 1861 habe das damals fortscrittlihe Haus in einer Adresse die Hoffnung ausgesprochen, daß eine einheitliche Re- gierung eingerichtet würde; d. h. also: Wehe dem Beamten, der niht mitmace! Aehnlih habe es in einem Wahlaufruf geheißen, wona die Grundsäge der Regierung unnathsihtlih den Beamten gegenüber geltend gemaht werden sollten. Nach folhen Vorgängen könne man es der gegenwärtigen Regierung niht verargen, wenn fie nah denjelben Grundsäßen ver- fahre. Glaube der Abg. Rickert wirklih, daß folhe Wahl- agitationen getrieben würden und daß ohne solche Dinge die Freisinnigen bessere Erfolge haben würden? Die Herren sollten niht mit dem Schifjal hadern, fondern ledigli mit si selber.

Abg. Rickert : Nicht den Minister von Goßler habe er als den Urheber der shwärzesten Reaktion bezeihnet, sondern er habe selbsi gesagt, er nehme an, daß der Minister diese Agitationen nicht billige. Er habe nicht davon gesprochen, daß der Minister seine Mission vom Volk habe, sondern nur, daß ihm ein theures Gut, die Kinder, anvertraut sei. Der Abg. Freiherr von Minnigerode berufe sih auf zwei Lehrer, die fortschrittlich agitirt hätten; er möge doch die Namen und die Zeit nennen, wann sie gelebt hätten. Er (Redner) habe den Lehrern nicht das zweifelhafte Kompliment gema@ht, daß sie Heuchelei trieben, sondern nur das System als verwerslih bezeichnet, welhes zur Heutwelei veranlassen wolle. Seine Partei fühle sih niht unbehaglih; es gebe aber Leute, die sih sehr unbehaglih fühlten, trogdem sie in der Mehrheit seien. Der Schöpfer der Wahlmache sei das Ministerium Manteuffel gewesen, welches alle Beamten zu Wahlagenten herabgewürdigt habe.

Abg. von Cynern: Er müsse doch dagegen protestiren, daß das Programm des Abg. Freiherrn von Schorlemer allseitige Billigung finde. Seine Partei werde der Einrihtung der fatholishen Abtheilung widersprehen; auc der Anstellung der Räthe im Ministerium nach ihrer Konfession, niht nach ihren Kenntnissen, müsse er widersprehen. Weder der Antrag Windthorst, der einen heftigen Prinzipienkampf heraufbeschworen habe, noch die Reden, die heute gehalten, zeigten ein großes Friedensbedürfniß des Centrums.

Abg. Dr. Windthorst : Jhm scheine es fast, als wenn das Friedensbedürfniß in den Reden seiner Freunde zu stark betont gewesen sei. Daß die anzustellenden katholishen Räthe au die nöthige Kenntniz haben müßten, sei selbstverständlich. Wenn der Minister verspräche, daß er alle die Katholiken be- treffenden Geseße mit der Kurie vereinbaren wolle, dann könne seine Partei zufrieden sein; sonst aber müsse sie ver- treten sein in allen dieselbe betreffenden Dingen.

Um 4 Uhr wird die weitere Berathung bis Freitag 11 Uhr vertagt.

Reih8-Postamts. Nr. 7. Inhalt: Austausch von Briefen mit

Amtsblatt des Verfügungen: vom 21. Februar 1888. Wertbangabe im Verkehr mit Salvador.

Beröffentlihungen des Kaiserliben Gesundbeits amts. Nr. 9. Inhalt: Gesundbeitsstand. Volkskrankbeiten in der Be- richtéêwobe. Medizinalstatistik in Baden 1885. Sterbefälle in deuts&en Städten von 40000 und mebr Einwohnern. Desgl. in größeren Städten des Auslandes. Erkrankungen in Berliner Kranfenbäusern. Desal. in deutshen Stadt- und Landbezirlen. Gesundbeit2zustand in Elsaß-Lothringen 1885. Witterung. Zeit- weilige Maßregeln 2c. Tbierseuhen in der Schweiz, November und Dezember 1887, Veterinär - polizeiliGe Maßregeln. Medüinalgesezgebung 2c. (Preußen. Stadt Köln.) Freibank in der Fleischballe. Entwässerungs-Anlage. (Württemberg.) Arzneitaxe. Rewtspre{ung. (Landgericht Koblenz.) Herstellung von Fleisch- wurst. Kongresse, Verbandlungen von gesetzgebenden Körper- schaften, Vereinen 2c. 111. Oesterreihisher Weinbaufongreß. (Schluß) Vermischtes. Aus den JIahresberihten der mit Beaufsichtigung der Fabriken betrauten Beamten für 1886. Medizinishe Schule für Chinesen in Hongkong. Geschenkliste.

Centralblatt der Bauverwaltung. Nr. 84. Inhalt: Der gesundheitliche Werth einer möglichst keimfreien Luft. Zur Frage der Verwendung des Flußeisens für Baukonstruktionen. (Sé&luß.) Vermishtes: Preisbewerbung für die Hochbauten des Central-Personenbabnbofs in Köln. Wettbewerbung um ein Ge- sellshaftshaus in Breslau. Bau eines Palastes für den Kongreß der Argentinishen Republik. Normalformat für Dachziegel.

| Klassen von

| uns zu diesem Zweck folgende

Beitrag zum Studium des s beim Eisen und Stabl. Dar- stellung des Spannungs- und Formänderungs-Zustandes im Innern eines Körpers. Bücherschau.

Statisftis if che Nachrichten.

_ Die lehrplanmäßigen Einrichtungen der öffent- liven Volksschulen in Preußen 1886. (Stat. Corr.) Der lebrplanmäßige Ausbau der öffentlihen Volkëshulen in Preußen ist cin überaus verschiedener, weniger zwar in den idealen Zielen, als in dem äußeren Umfang der Volksschule. Die vollausgestaltete sech3- flassige Gemeindeshule in Berlin und die einklassige Volksschule eines kleinen Fischer- oder Gebirg#dörfchens verfolgen dasselbe ideale Ziel allgemeiner Volksbildung, aber mit ganz ungleih- werthigen äußeren Mitteln und das E r 0 natürlichG mit gewiß nit gleitem Erfolg. In Rüd- siht hierauf hat eine statistishe Betrachtung der Organisation unserer öfentliwen Volksschulen obne Frage eine weiter gehende Be- deutung. Gliedert man die VolkssGulen nab denjenigen Gesicht3- punkten, welde für normale Veolksshul-Einrihtungen in der „Allgemeinen Verfügung über Einrihtung, Aufgabe und Ziel der preußishen Volkss{ule vom 15. Oktober 1872“ niedergelegt sind, fo baben sid während der bizherigen WirkungSdauer dieser Bestimmungen die Sóuleinri&tungen der öffentlihen Volksschulen im gesammten Staatsgebiet folgendermaßen gestaltet. Es bestanden nach den beiden leßten einschlägigen Erhebungen: t B Ausstattung : S@ulanstalten mit Klaffen

1882 1886 1886

Sctulen mit einem Lebrer . 23071 23 152 28 561

darunter Halbtagesculen . 2 989 5 409 10 818

Schulen mit zwei Lebrern 5 406 714 14110

darunter mit drei Klaffen 1 847 2 682 8 046 mehrklassige S(ulen mit drei

und mebr Lebrkräften 4 563 5 150 32 426

j zusammen 33040 34016 To 097

Die Veraleichung beider Iabre ergiebt eine geringe relative Ab- rabme der einfadsten S{ulorganiémen, der S(ulen mit einem Lehrer, dagegen eine Zunabme der mebrkiassigen Schulen mit drei und mehr Lebrkräften ; unter 109 S{ulen waren im I 1882 69,83, im Fahre 1886 noch 68,06 Sétulen mit einem Lbrer, und deren Klafsen- ¡abl betrug 39,59 bezw. noch 38,03 °/% fämmtliher Klaffen; dagegen war der Antbeil der mebrklassigen Schulen mit drei und mebr Lebrern im Jahre 1882 von 13,81 % auf 15,14 °% und der Antheil der Klasen in diesen SGulen von 41,31 auf 43,21 9/9 gestiegen.

Die vollkommenere Einrichtung der mebrklassigen Volksschule mit drei und mebr Lebrern wiegt in den Städten fo sehr vor, daß 72,62 % aller städtishen Schulen und 93,04% aller städtishen Schulklassen auf diese Gruppe entfallen. Hier aber hat sich von 1882 bis 1886 ein Rüdcgang bemerkbar gemacht, welcher wegen mebrerer, 1886 in die Erhebung einbezogener, 1882 nit berücksich- tigter fleineren Stulen tbeilweise allerdings nur ein scheinbarer ift; denn 1882 waren noch 75,59% aller städtishen Schulen und 93,63 °/o aller Klassen der Gruppe der vollkommeneren Sculorganismen ju- zurechnen, während der Antheil der Schulen mit einem Lehrer von 14,77 im 1882 auf 17,29 im Jahre 1886 und der ihrer uf 3,17% gestiegen ift. Gerade das Umgekebrte

attgefunden. Dort ist in dem zwischen beiden 4 en Zeitraum der Antheil der Schulen mit einem Lehrer von 76,02 auf 74,26, derjenige der Klafsen in denselben von 55,72 auf 53,7 gefallen, dagegen der Antheil der Schulen mit drei und m ? 1 von 6,87 auf 8,08 und derjenige der Klaffen von 18,30 auf 20,68 °/o gestiegen. sehen wir denn au auf dem Lande, und zwar nicht immer blos

in mittleren Gemeinden, daß die b ichen Opfer für Einrihtung mebrklassiger Schulen nit gescheut w mebr als ein Fünftel

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bat auf dem Erhebungen |

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an. Um so mebr ist die oben für die Städte angedeutete rückläufige Bewegung eine auffällige Erscheinung. 24 Die bisber targestellte Organisation der Scbule ist das Mittel zur Erfüllung der unterrihtlihen und erziehlihen Aufgaben der Bolks\{ule, welhe sich an der Schulbevölkerung zu betbhätigen baben. Desbalb ist es ebenso von unterrihtlicem wie von statiiti- \hem Intereise, die Bruchtheile der Shulbevölkerung kennen zu lernen, welche in den einfaheren oder in den günstigeren Schulorganiësmen Unterricht erbalten. Die Ermittelungen von 1882 und 1886 [liefern vergleihende Zablenreiben. Es wurden

| der Klaÿsen der Landshulen gehört bereits jeßt größeren Sculkörpern

unterrichtet :

auf dem Lande

1882 | 1886

1647544 1682181

zusammen 1886 05 1718076

¿n S6ul in den Städten in Sdulen

mit einem Lebrer davon in Halb- tagésculen mit zwei Lebrern davon in Schulen i mit drei Klassen 90 395654 mit drei und mehr Lehrern 1414514 s 336 150390613072

571474 901888

436772

333883 563164

791417 848391 344742

7691827409 2218283 4339729 4838247

mit einem Lebrer A 39 51 avon in Halb- tagsshulen .. 0, mit zwei Lebrern 3,56 davon in Shulen

mit drei Klasen 1,77 mit drei und mebr Lbrern| 94,21 94,05 Diese Zablen sind sebr lehrreich. , daß von der ge- sammten dermaligen S@ülergeneration, wel öffentlichen Volks- ihulen angebört und das find 92,58 °/o 8, bis Vierzehn- jährigen rund 469% den gualitativ erbalten oder erbalten werden; 352% aber f ì f denjenigen Grad der Vertiefung ibrer Volks\chulbildung beschränkt, welben die theilweise noch unter ungünstigen Verbältniffen de Volkéschule mit einer Lebrkraft zu gewähren vermag. ? dtisbe Schul- bevölkerung liegen die Verbältniffe allerdings sek günstiger, und bier ist, troß des schon berührten und au in den z t vorgeführten Relativzablen wiedereriheinenden Rüdckganges, bereit ein fehr voll- kfommener Zuftand erreit. L: Die ländlihe Bevölkerung dagegen mus 1 mit den einfabsten S&ulorganismen begnügen, und noch nit ganz ein Viertel der Landsulbevölkerung genießt die bessere und beste Durébildung, soweit diese von den Stuleinrihtungen abbängig ift. Doch zeigt sih auch auf dem Lande, zum Tbeil wenigstens, eine Ribtung zur Besserung der Verbältnifse, welche in beträctlihem Umfange bereits erreiht zu haben, ein ebrendes Zeugniß für die städtishen Sculverwaltungen ift. Indessen darf bei Beurtheilung der Verbältnisse auf dem Lande nicht vergessen werden, daß gerade auf unterrihtlihem und erziehlihem Gebiet der Persönlichkeit des Lehrers gar bâufig eine größere Bedeutung zukommt, als dem Regle- ment und dem Stbema des Organismus. Und deshalb begegnen wir der erfreuliben Thatsache, daß auch die einfaheren Shulen auf dem Lande, Dank dem Geschick, der Ausdauer und der Berufsfreudigkeit des Lehrers, vielerorten völlig befriedigende, nicht selten au vorzüg* lihe Unterrictserfolge zeitigen.

11,81 15,64

10,06

42,11! 45,85

si zur vollen Hälfte