1888 / 78 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Dem Magistrat und der Stadtverordnete'’n- Versammlung Berlins ist auf die an Jhre Majestät die Kaiserin Augusta gerihtete Beileids-Adresse folgende Antwort zugegangen :

Die Worte trauernder Theilnahme des Magistrats und der Stadtverordneten der Haupt- und Residenzstadt Berlin, welche an der Bahre des grofen Kaisers an Mi gerichtet worden sind, beantworte Ich dur den tiefgefühlten Dank Meines gebeugten Herzens. Wobl batte kein Ort dieselbe Bedeutung für den Kaiser, wie dieser. Wer in den letzten Jahren Seines Lebens Zeuge sein konnte des rührenden alltäglichen Bildes, wenn Tausende des Augenblicks harrten, um Seiner ansithtig zu werden, der sah und fühlte wobl, daß mit allen Bliten alle Heren Ihm entgéegenflogen. Dieser Vorgang war wie ein tägliher Morgengruß des Volks zu seinem Fürsten, des Fürsten zu Seinem Volk, und beiden war er zur ungern entbehrten Lebensgewohnheit geworden. Mehr brauhe Ich nit zu sagen, um einer Gesinnung gerecht zu werden, die Mich hoffen läßt, daß, wie Mein Leben einer Erinnerung fortan geweiht sein wird, Ih Mich au von einem An- denken trostreih umgeben und getragen fühlen darf in Ausübung des Berufs, der Mir noch verbleibt.

Berlin, den 19, März 1888.

Augusta. An den Magistrat und die Stadtverordneten der Hauvpt- und Residenzstadt Berlin.

Auf Allerhöchsten Befehl finden morgen in den Gar- nifonkirhen Trauergottesdienste statt, und betheiligen sich daran Deputationen sämmtlicher Truppentheile und des Offizier-Corps hierselbst. Zur Theilnahme in der evangelishen Garnifonkirhe sind morgen ausshließlich nur die aktiven Mitglieder der Militärgemeinde und deren Familien berechtigt. Die Predigt hält der Feldpropst der Armee, Dr, Richter.

Der Bundesrath, der Ausschuß desselben für Handel und Verkehr, die vereinigten Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen und für Rechnungswesen, für Zoll- und Steuer- wesen und für Handel und Verkehr, für Rechnungswesen und für Elsaß-Lothringen, und für Justizwesen und für Elsaß- Lothringen hielten heute Sißungen.

Die Adresse, welche der Reichstag in seiner gestrigen (59.) Sißung an Se. Majestät den Kaiser und König zu rihten beschloß, hat folgenden Wortlaut:

Allerdurchlaucchtigster Großmähthtigstec Kaiser und König, Allergnädigster Kaiser, König und Herr!

In tiefster Chrfurcht hat der Deutsche Reichstag Ew. Kaiser- lihen und Königlichen Majestät Botsckaft vernommen.

Wir find erfüllt von Dankbarkeit, daß Ew. Majestät nah dem Heimgange Sr. Majestät, unseres in Gott ruhenden Kaisers, die mit der Deutschen Kaiserwürde verbundenen Rechte und Pflich- ten, alle Hindernisse Überwindend, sofort Übernommen baben, mit dem Entschlusse, die Reichsverfassung unverbrüczlih zu beacten und aufrechtzuerhalten und demgemäß die verfassungsmäßigen Rechte der einzelnen Bundesstaaten und des Reichstages gewissen] aft zu ahten und zu wahren. : :

Mit Cw. Majestät und dem Kaiserlihen Hause trauert ganz Deutschland in bitterem Schmerz um den großen Herrsher, dem Deutschland seine Wiedervereinigung dankt, dessen Leben gewidmet war der Stärkung der für Deutschland gewonnenen Machtstellung als eines Horts des Friedens und der Befestigung des Bandes, welches er um Deutschlands Stämme ges{lungen hatte, der bis an sein Ende unablässig bemüht war, für das Wobl aller Klassen unseres Volkes zu forgen,

Der Reichstag ist ents{lossen, an der Lösung der Aufgaben, welche Kaiser Wilhelm si gestellt und als ein Vermächtniÿ dem deutschen Volk hinterlassen hat, an seinem Theil mitzuwirken, in nie wankender Treue gegen Kaiser und Reich, in unershütterlicher Hingebung an Ew. Majestät und Allerhöchstderen Haus.

Ew. Majestät haben den Willen kundgegeben, Recht und Gerechtigkeit, Freiheit und Ordnung im Vaterlande zu \{chirmen, die Chre des Reichs zu wahren, den Frieden nah außen und im Innern zu erhalten und die Woblfahrt des Volks zu pflegen.

Der Reichstag ist bereit, Ew. Majestät in der Durchführung dieses Willens mit allen Kräften zu unterstützen. Einmütbig hat der Reichstag bewilligt, was zur Erbaltung der Wehrfraft Deutsch- lands erforderli war, in der festen Hoffnung, damit cin Bollwerk zu E, welches, fo Gott will, den Frieden Europas erbalten wird.

Wir leben der Zuversiht, daß das deutshe Volk fest gecint mit scinem Kaiser und den Regierungen der deutsden Staaten einer glücklihen Zukunft entgegengeht und alle Stürme, welche über uns bereinbrechen könnten, siegreich bestehen wird.

Möôge Gottes Segen auf Ew. Kaiserlichen und Königlichen Majestät und unserem Vaterlande ruben.

In tiefster Ehrfurcht verbarrt Ew. Kaiserlichen und Königlichen Majestät allerunterthänigster Der Deutsche Reichstag.

DieSchlußberichte über die gestrigen Sitzungen des Neihstages und des Hauses der Abgeordneten befinden sih in der Ersten Beilage.

Das Herrenhaus hielt heute seine 6. Sitßung- welcher der Vize-Präsident des Staats-Ministeriums, Minister des Znnern von Puttkamer, der Justiz-Minister Dr. von Friedberg, der Minister für Landwirthschaft 2c. Dr. Lucius jowie mehrere Regierungskommissarien beiwohnten.

Der Präsident, Herzog von Ratibor, eröffnete die Sißung um 1 Uhr 20 Min. mit geschäftlichen Mittheilungen.

In die Tagesordnung eintretend, wurde zunächst der Gesezgentwurf, betreffend die Errichtung eines Amts- gerihts in Gnadenfeld, ohne Debatte angenommen, ebenso der Geseßentwurf, betreffend die Abänderung von Amtsgerichhtsbezirken: beide Geseze nah - dem mündlichen Bericht der Justizkommission.

Auf Antrag derselben Kommission wurde eine Petition des Reochtskonsulenten Juschus zu Skaisgirren dur Tages- ordnung erledigt.

Dann berichtete Graf zur Lippe in einmaliger Schluß- berathung liber den Gesetzentwurf, betr. die Abänderung des Art. 73 der Verfassungsurkunde, vom 31. az nuar 1850 (Verlängerung der Legislaturperiode), und beantragte: dem Gesezentwurf unverändert die ver- raungSmäßige Zustimmung zu ertheilen.

Nachträglich hatte der Referent noch den Antrag gestellt, den Eingang des Geseßentwurfs dahin zu fassen: „Wir Friedrih, von Gottes Gnaden 2c.“ Er empfahl auch diese Abänderung, als dur den Thronwechsel geboten, zur Annahme.

__ Herr von Woyrsch befürwortete, den Geseßentwurf mit dieser Abänderung en bloc arizunehmen.

Das Haus genehmigte den Geseßentwurf beinahe ein-

Graf Frankenberg berichtete sodann über die Denk- \chrift hinsihtlih der Ausführung des Gesezes vom 26. April 1886, betreffend die Beförderung deutscher

Provinzen Westpreußen r 1887 und empfahl, die Denk- ür erledigt zu erachten.

Ansiedelungen und Posen, für das Ja shrift durch Kenntnißnahme 1 Ï

Das Haus beschloß demgemäß. (Schluß des Blattes.)

Jn der heutigen (40.) Plenarsizung des Hauses der Abgeordneten, welcher der Justiz-Minister, Dr. von Friedberg, der Finanz-Minister, Dr. von Scholz, der Kriegs- Minister, Bronsart von Schellendorffff, und mehrere Kom- t auf der Tagesordnung: Fort-

missarien beiwohnen, ste Berathung des Staatshaus-

seßung der dritten halts-Etats für 1888/89, Zunähst wird vorweg der Ministeriums ohne Debatte angenommen. In der Fortsesung der Spezialdiskussion des Etats der geistlihen 2c.

des Kriegs-

des Ministeriums Angelegen- heiten beschwert sich bei Kap. 121 _„Elementarunterrichts- wesen“ der Abg. Sperlich darüber, daß durch Verfügung der Regierung in Oppeln in der Gemeinde Jaßdorf in Ober- shlesien, in welher 22 evangelische neben 29 fatholischen Schulkindern vorhanden gewesen, eine besondere evangelische Schule eingerichtet worden sei. 3 die Unterhaltung zweier Schulsysteme hier entständen, würden für die Evangelischen aus dem Polenfonds bestritten, während für die Katholiken eine solhe Zusiherung aus dem Polen- fonds nicht gegeben worden ei. : Regierungskommissar, Geheimer Regierungs-Rath Dr. Kügler, bemerkt: der Umfang der Schule in Jatdorf habe die Anstellung eines zweiten,

Die Mehrausgaben, die dur

und zwar des evangelischen rers neben dem katholischen erforderlich gemacht. Die Regierung e überlegt, ob es.sih empfehle, die Simultanschule hier aufre{t zu erhalten und einen zweiten evangelischen Lehrer anzustellen, ünschen der katholischen Fnteressenten nicht entsprochen hätte, oder ob man die evangelischen und katholischen Kinder trennen und für jede Konfession eine eintlassige Schule ein- rihten folle. Die Entscheidung sei in leßterem Sinne ausê- gefallen. Die von dem Vorredner erwähnten Fonds seien nicht zur Protestantisirung bewilligt, sondern zum Schutz des Deutschthums in den polnischen Landestheilen und zur besseren Ausstattung vorhandener deutsher Schulsysteme in den an die polnischen Bezirke angrenzenden deutschen Landestheilen. Abg. Dr, Windthorst erwidert, daß, wenn man in einer Gegend, in der kein Pole lebe, kein Kind po eine besondere evangelishe Schule errichte, und die Absicht darnach allerdings den Anschein, als sei der Fonds zur Evan- gelisirung der Katholiken bestimmt. Schulsysteme sei an

was den W

lnish spreche, des Geseßes

Gegen die Trennung der sich nichts einzuwenden, aber die evan- gelishe Gemeinde müsse dann in demselben Maße wie die katholishe herangezogen werden.

Regierungskommissax“ Geheimer Regierungs-Rath Dr. Kügler, betont dem gegerl“Her, daß es s dung einer neuen Lehrer\; keiner Seite ein Zweifel Gründung einer solchen

ih hier um die Grün- 62, über deren Nothwendigkeit auf sehe, handele, und zwar um die Stelle aus Stáuatsfonds. werde zur Verbesserung der deutschen Schulen ver- wendet; und der Umstand, daß daraus im Regierungsbezirk Oppeln 38 evangelishe und 38 katholische Lehrerstellen er- rihtet worden seien, beweise, daß der Fonds nicht zur Pro- testantisirung jener Landestheile benußt werde.

Abg. Szmula wendet ih gegen die sehr erheblichen Strafen für Schulversäumniß, welhe nam \hlesien mit großer Strenge beigetrieben wür gen Lohnverhältnissen daselbst eine sehr unangenehme astung der Bevölkerung darstellten.

Schulstrafen entsprechende

entlich in Ober- den und bei den

Viele Väter fönnten Freiheitsstrafe

von 1825, wonach aus die Kinder daß sie die nöthige Schulbildung t in dem Sinne angewendet werde, daß an die Stelle des Seelsorgers der Kreis-Schulinspektor trete. Man habe Kinder von einen jungen Mann von in die Schule zurückgeführt isse für noch nit genügend gehalte1 Zustände seien unerträglich.

Abg. Rickert: Auf dem Gebiet der Schul tißstände; einen bezüglichen Antrag würde Eine Gleihmäßigkeit der rschiedensten wirthschaft-

Die Schulstrafen wo die Kinder drei

sorger sih überzeugt habe, erlangt hätten, jeß

14 Jahren, sogar ; 18 Jahren wieder zwangsweise , weil der Kreis-Schulinspektor ihre Kennt: 1 habe. Solche strafen beständen wirklich erhebliche V Redner daher gern Strafen für alle Provinzen mit den ve lichen Verhältnissen sei wirkten anders in einer Stadt als dort, zur Schule zurücklegen müßten. ing der Shulzeit nach unten hin sei wünshenswe Jahren weder körverlih noch Redner griff dann noh auf Wahlbeeinflussungen verschie- Sein Vertrauen, daß der Minister sei gerechtfertigt Unterricht s-

unterstüßen. sehr bedenklich. bis vier Kilometer

die Kinder im Alter von 6 geistig genügend entwickelt seier die gestrige Debatte, betreffend die dener Schulbeamten, zurück. veeinflussungen verurtheilen werde, bedenklich , Verhandlungen

die Wahl

verwaltung geordnetenhauses s Abstimmungen Wahlkreisen genau kenne. Das Ver-

Lehrer in Posenschen / Minister unvor-

halten des Hrn. Gregorovius hätte der Herr gemessen genannt; gesezwidrig und verwerflich i Bei Gelegenheit der immer noch aus- zur Sprache

sihtig und unan _gese! würde der richtige Ausdruck gewesen sein. der Prüfung der Elbinger Wahl, die lei

stehe, würden ähnlihe Dinge noch

Abg. Sperlich bemerkt, daß es ein großes Mißverhältniß wenn von 76 Schulen Z 90 Prozent der oberschlesishen Bevöl Regierungskommissar, Geh. Regierungs-Rath Dr. , daß nach der Statistik der Unterricht demnächst veröffentlicht werden evangelishe S gegründet katholische 140 fkatholishe und

katholische seien, kerung fatholish seien. | 940 e jährlih gezahlt werden. Den Hülfslehrern wird, 8verwaltung der Jahre -

| fatholishe und Regierungsbezirk Oppeln Westpreußen

hulstellen im

evangelische, Î Die Shul- Schulbesuh regelmäßiger früher sehr mangel- erung empfinde jett

evangelische.

zu machen, der besonders in Obersch haft gewesen sei, und gerade diese Bevölk

Ra s prr M sie sih noh nit an die neuen und ¿ays den Sebiliern „der sien Feter können ordentliche : L e - / Z T ummen-LeHhrer be}foldet werden. 1 Bei Schluß des Blattes erhält der Abg. Dr. Windthorst E des “Cn D Posen cin il I 4 me e das Wort. Befugnissen des Vorstehers besoldet werden. F. Die obigen Eine Ehefrau, welche die Ehe gebrochen, hat, nah e aita en _finden vom 1. April 1888 ab nur auf die in einem Urtheil des Rei sgerihts, IV. Civilsenats, von Zukunft anzustellenden ordentlihen Lehrer, sowie auf die 9. Dezember v. J., im Geltungsbereih des Preußischen All- ! bereits angestellten Hülfslehrer Anwendung. Jndeß ist den gemeinen Landrechts kein Klagereht auf Ehescheidung auf N Taubstummen-Lehrern zu Posen der Wohnungsgeldzuschuß von

360 A vom 1. April 1888 ab zu gewähren: Hiernah wird der Etat für die Taubstummen-Anstalt in Posen für das Rechnungsjahr 1888/89 f. in Einnahme und Ausgabe auf 83600 s, für die Taubstummen-Anstalt in Schneidemühl im Ordinarium auf 56 400 Á, im Extraordinarium auf 10000 # und in den folgenden Jahren auf 56 400 , für die Taubstummen-Anstalt in Brom- berg auf 26 300 „s pro Jahr festgestellt. IX. Der Kaufver- trag zwishen der Landarmen - Direktion und den Kaufleuten Meyer Hamburger in Posen und Plonek in Kosten über das Grundstück Czarkow Band I Blatt 20 wird genehmigt. Der

aupt-Etat für das gesammte Landarmen-Korrigenden- und

wangserziehungswesen wird pro 1888/89 auf 398 850 Á. und pro 1889/90 u. ff. auf 383 650 M festgestellt. Es ist zu diesem Etat beschlossen: das Gehalt für den Landarmen- Direktor mit jährli 15000 und die freie Dienstwohnung mit cinem Miethswerth von 2000 # anzuseßzen. Von diesem Einkommen is der Landarmen-Direktor pensionsberechtigt nach den für die Staatsbeamten geltenden jeweiligen Bestim- mungen und tritt der Pensionsanspruch auch dann ein, wenn der Landarmen-Direktor nach Ablauf der Wahlperiode nicht wiedcr gewählt wird. Der Landarmen-Direktor ist verpflichtet, wenn er gleichzeitig zum Direktor der provinzialständischen Kommission für den Chaussee- und Wegebau, der provinzial- ständishen Verwaltungs-Kommission und der Provinzial- Hülfskasse, oder au nur von zweien derselben gewählt wird, diese Aemter ohne besonderes Entgelt zu verwalten. X. Die Jnventarisirung der Baudenkmäler der Provinz Posen wird der provinzialständischen Verwaltungs-Kommission über- tragen. XI. Die Petition des Magistrats zu Posen um FFest- seßung eines besonderen Tarifs für die Erhebung der Feuer- Societäts-Beiträge in der Stadt Posen wird der Provinzial- Feuer - Societäts - Direktion zur Beantwortung überwiesen. XIT. Von den Berichten über den Baufonds der Warthebrüccke bei Schrimm, sowie über die von dem aufgelösten landschaft- lihen Kreditverein zur Einlösung von Pfandbriefen über- wiesenen Fonds nahm die Provinzial-Landtags-Versammlun Kenntniß, ertheilte über die Rechnungen von den Provinzial: Kommunalfonds pro 1884/85 und 1885/86 Decharge und lehnte mehrere Gesuche von Wittwen ehemaliger ständisher Beamten um außerordentliche Unterstüßungen neben dem Wittwen- und Waisengelde, ab.

Hiermit war die Tagesordnung erledigt. Nächste Sizung den 19. März. 20. März. Der 24. Provinzial-Landtag des

Großherzogthums Posen ist nah Beendigung seiner Arbeiten heute ge\chlossen worden.

Grund eines vom Ehemann begangenen Ehebruchs. Klagt der ehebrecherishe Ehemann gegen die Frau auf Scheidung wegen Ehebruchs, so steht ihr weder ein Einwand noch eine Widerklage aus dem Ehebruch des Mannes zu. Sie ist auf die Scheidungsklage des Ehemannes kostenpflichtig zu verurtheilen, und das Eheverbot aus Art. 33 des Reichs-Personenstandsgesezes kann nitt gegen den ehebrecherishen Ehemann, sondern nur gegen die wegen Ehebruhs geschiedene Ehefrau zur Anwen- dung kommen; der thatsählihe Ehebruch des Mannes findet in diesem Fall nur hinsihtlih der Schuldfrage Berücksichtigung.

Die nit ernsilih gemeinte Aufforderung zur Begehung eines Verbrechens ist, nach einem Urtheil des Reichsgerichts, IV. Strafsenats, vom 20. Dezember v. J., nit strafbar, selbst wenn der Aufgeforderte sie für ernstlih gemeint hielt, dagegen ist die ernstlih gemeinte Auf- forderung aus §. 49a Str.-G.-B. zu bestrafen, auch wenn der Aufgeforderte die Aufforderung für keine ernstliche ansah.

Von Seiten des Pfarramts und Presbyteriums der evangelishen Gemeinde Marienbad ist in dem dortigen, ‘ihr zum Mitgebrauch überlassenen evangelischen Bethause, dessen Eigenthum dem König von Preußen zusteht, zum Andenken an des Hochseligen Kaisers und Königs Majestät ein feierliher Trauergottesdienst veranstaltet worden.

Es haben Berlin wieder verlassen : der General der Jnfanterie Graf von Bose, Chef des 1. Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 31, General der Jnfanterie von Schachtmeyer, Chef des Pommerschen Füsilier- Regiments Nr. 34, der General der Jnfanterie Freiherr von Barne kow, Chef des 6. Rheinischen Jnfanterie-Regiments Nr. 68, der General der Jnfanterie z. D. von Nachtigal, die General-Lieutenants Hugo Prinz von Schönburg - Waldenburg, à la suite der Armee, von Winterfeld, Gouverneur von Mainz, von Leszczynski, Commandeur der 11. Division, Freiherr von Gemmingen, Commandeur der 21. Division, von Lewinsfki, Commandeur der 4. Di- vision, von Dincklage, Kommandant von Frankfurt a. M,, der Vize-Admiral Graf von Monts, Chef der Marine- Station der Nordsee.

Eine Deputation des Kaiserlih russischen Infanterie-Regiments Kaluga Nr. 5, bestehend aus dem Obersten und Commandeur von Korobka, dem Hauptmann Frontinsfi und dem Lieutenant von Brümmer sind aus Simbirsk hier eingetroffen.

Danzig, 20. März. (W. T. B.) Der Landrath Jae ckel in Straßburg ist vom Provinzial-Landtage in engerer Wahl mit 31 gegen 21 Stimmen zum Landes-Direktor von Westpreußen gewählt worden.

Posen, 19. März. Jn der am 17. März abgehaltenen siebenten Plenarsizung des 24, Provinzial-Landtages sind folgende Gegenstände zum Vortrag bezw. zur Erledigung gebracht : 1. Der Krankenanstalt der barmherzigen Schwestern in Posen ist eine einmalige Beihülfe von 6000 s, der evange- i lishen Diakonissen-Anstalt in Posen eine folhe von 9000 ( E dem Vaterländischen Frauen-Verein in Posen sind 4500 @, dem Vaterländischen Frauen-Verein zu Bromberg 1000 M be- willigt. 11. Das Gesuch des Elisabeth-Jnstituts für arme ehrbare Wöchnerinnen ist abgelehnt. II1. Dem Posener Kunst- verein und dem Kunstausstellungsverein der Stadt Posen sowie dem Kunstverein zu Bromberg werden je 500 s bewilligt.

Wiesbaden, 19. März. In der heutigen dritten Plenarsißung des Kommunal-Landtages beantragt der Vorfigende vor Eintritt in die Tagesordnung den Erlaß von Adressen an Se. Majestät den Kaiser und Jhre Majestät die Kaiserin Augusta. Der Antrag wird einstimmig angenommen und das Bureau des Kommunal- Landtages mit Abfassung der Adresse beauftragt. Die bis- herigen Eingänge werden an die inzwischen gebildeten 5 Koms- missionen: 1) cine Finanz-Kommission, 2) eine Wegebau- Kommission, 3) eine Eingaben-Kommission, 4) eine Nehnungs- prüfungs--Kommission, 5) eine Kommission für die Vor- berathungen des Geseßentwurfs , betreffend den Gemeinde- Wegebau im Regierungsbezirk Wiesbaden, vertheilt. Ein An- trag Olfenius, den Eïat zunächst einmal im Plenum zu be- rathen, wird angenommen.

IV, Die Gesuche der Herbergen zur Heimath in Posen und F _Vayern. München, 20. März. (W. T. B.) Die Bromberg sind nicht berüdcksichtigt. V. Dem Provinzial-Verein M Session des Landtages ist bis zum 21, k, M. ver- für entlassene Strasgefangene wird eine einmalige Beihülfe © länaert worden. von 300 6 bewilligt. VI. Die Gesuche des Vereins # Würzburg, 20. März. (W. T. B.) Der auf heute Zoologischer Garten“ und des Vorstandes der historischen G- # angese te neue Wahl A O ¿F ¿1 ILOLDSUIEr Garten Und des D E foino L Angejeble neue Wahlgang im Landtagswahlkreise sellschaft für die Provinz Posen um Beihülfen fanden feine "F Würzburg 1 fam nitt zu Stande, da die ultramontanen Berücksihtigung. VII. Ein Antrag der Provinzial-Feuer- © Wahlmänner nicht erschienen waren. De nächste Wahl- sozietäts-Direktion auf Abänderung des 8. 70 des Neglements, © gang ist auf den 5. April anberaumt.

betreffend Aufhebung der Wittwen- und Waisengeldbeiträge,

wird zur Zeit abgelehnt. VIIT. Der 8. 7 des Reglements Sachsen. Dresden, 20. März. Der Großherzog

für die Taubstummen-Anstalten wird dahin abzuändern b- von Oldenburg ist von Berlin hier eingetroffen und im schlossen: Die Dauer des Aufenthalts der Zöglinge ‘in der An- Hotel Bellevue abgetreten.

stalt beträgt, wenn es die Rücksicht auf die notirten Anwärter U: J _Von mehreren zum Landtage in Dresden anwesenden läßt, 8 Jahre, jedoch bildet das 16. Lebensjahr in der Regel den Bürgermeistern war alsbald nah dem Ableben Sr. Majestät Sdluß des Kursus. Die Gehälter der Lehrer an den Taub- {(* des Kaisers Wilhelm Anregung dazu gegeben worden: stummen-Anstalten werden, wie folgt, festgestellt: A. Gehälter N es möchten die der revidirten Städteordnung unter- und Remunerationen: Das Gehalt des Direktors in Posen # stellten 73 größeren Städte des Königreichs

Sachsen an Se. Majestät den Deutschen Kaiser ¿erledrih eine gemeinschaftliche Beileids-Adresse er- lassen. Dieser Anregung ist von den Raths- und Stadtver- ordnetenfollegien aller dieser Städte ¿Folge gegeben, die Adresse auh bereits am 17. d. M. an die Königlich sächsische Ge- )andtshaft in Berlin mit der Bitte um deren Beförderung an Se. Majestät den Kaiser abgesendet worden.

auf 3600 M bis 4800 s Das Gehalt der Vorsteher und ersten Lehrer zu Bromberg und Schneidemühl auf 2700 1 bis 3300 f Das Gehalt der ordentlichen Lehrer auf 1500 bis 2700 & Die Remuneration der Hülfslehrer : a. welche die erste Lehrerprüfung abgelegt haben, auf 950 M, b. mwelhe die zweite Lehrerprüfung ab- gelegt haben, auf 1050 F und jährlih eine Gehalts- zulage von 50 s bis zum Höchstbetrage von 1150 M, c. welche die Taubstummen-Lehrerprüfung abgelegt haben, auf 1200—1400 / B. Gehaltszulagen. Der Direktor in Posen und die Vorsteher und ersten Lehrer in Bromberg und Schneidemühl erhalten nah je 3 Jahren, der erste Lehrer zu Posen sowie die sämmtlichen ordentlihen Lehrer nah ije 9 Zahren 300 s bis zum Höchstbetrage ihrer Gehaltsstufe. Die Hülfslehrer, welche die Taubstummen-Lehrerprüfung abge- legt haben, jährlih eine Zulage von 100 4 bis zun Höchstbetrage ihrèr Gehaltsstufe. C. Dienstwohnungen und Wohnungsgeldzuschüsse. Den ordentlichen Lehrern einschließli des ersten Lehrers in Posen, wenn ihnen niht Dienst- wohnungen überwiesen werden, kann in Posen und Bromberg ein Wohnungsgeldzushuß von 360 M, in Schneidemühl von

Hessen. Darmstadt, 20. März. (Darmst. Ztg.) Die heutige Sißbung der Ersten Kammer eröffnete der zweite Präsident, Fürjt zu Zsenburg und Büdingen, mit einer An- \prache, in welcher er in warmen Worten des Hinschei- dens Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm und der Thronbesteigung Sr. Majestät des Kaisers Friedrich gedachte. Darauf begann das Haus die Etats- berathung. E

À Sachsen-Weimar-Eisenach. Weimar, 20. März. (Th. C.) Ler Großherzog kehrt heute von Berlin hierher zurüdck, Der Erbgroßherzog ist am Sonntag von dort wieder hier eingetroffen.

Sachsen - Coburg - Gotha. Coburg, 16, März (Magdeb. Ztg.) Der auf gestern hierher berufene Landtag wurde vom Präsidenten Muther mit einer Ansprache erossnet, in welher der Trauer über das Hinscheiden

f ; : S (A en H des Kaisers Wilhel d der Hoff Aus Gehaltss\falen bilden nur die allgemeine Grundlage für die atjers Wilhelm und der Hoffnung Ausdruck gegeben N N 3 R wurde, daß die inbrünstigen Gebete für die volle

Beschlüsse der Verwaltungskommission, deren freiem Ermessen E, b [U _De ; i die Feststellung der Gehälter in jedem eiuzelnen Falle über- luna es Kaisers Friedri) zum Heil lassen ist. Kein Beamter hat einen Rechtsanspruch R , Vaterlandes „Erhörung finden möh- auf Gehaltszulagen. Vorbedingung jeder Gehaltszulage ist [W Arbe: Oterauf G theile der Präsident mit, welche vorwurfsfreie Dienstführung. E. Aus den Gehältern Zu Pen dem Landtage obliegen. Unter den Regie- der ordentlichen Taubstummen-Lehrer können Hülfslehrer ungsvorlagen sind die bemerkenêwerthesten: eine

falls ihnen im Anstaltsgebäude eine Wohnung nebst Be- heizung eingeräumt Ut, hierfür der Betrag von 100 A von ihrer Remuneration einbehalten. D. Die oben festgesetzte:

Bau”ordnung, Bestimmungen zur Organisation der Domänen-

verwaltung, ein Geseßentwurf über die Entei

L EES : E gnung von Grund- besiß, die Forderung einer Bewilligung

zur thüringishen Arbeiter- A als unverzinslihes Darlehen, die Neu- | ein Geseßentwurf über Jena und eine neniteuerstufen.

März. (Lds.-Ztg. s Sr. Majeität erhirtliche

folonie mit 7500 l rzin herstellung von Grundsteueranschlägen, Verabfolgung von Leichen an die Univ Vorlage, betr. Steuernahlaß der unteren Kla

Elsaß-Lothringen. Straß burg, 19. f. Els.-Lothr.) Das anläßlich des Hinscheiden Hochseligen Kaisers : Ausschreiben des Bischofs von Straßbu gestern in den Kirchen der Diözese verles wie folgt:

Geliebteste! Das Gefühl großer Trauer durchwe des deutsden Vaterlandes, seitdem die drückende ser Wilhelm I. ift todt! eitlihe gesegnet und ift in die E bes Alter und die {weren Prü sol&en Ausgang befürten ließen, so lebte daß auch diesmal wieder der greife M und der Liebe feines Volkes würde erhalten bleib feinen unergründlicen Rat1hshlüfsen anders bes! das deutsche Volk in tiefster Wehmuth vor dem ofe; Hötstseligen Regenten, welcher seinen Unterthan Vater war, der ihte ¿ârtliher und edelmütbi Au batten Alle, ohne Untershied des Ran ibrem tbeuern Herrscher mit der tiefsten Verehr Ankbänglichkeit Prüfungen bewnährt hat. Wehmuth Katholiken

en wurde,

cht alle Gauen Botschaft ergangen : er hat nach furzem ‘wigfeit gegangen! Wenn rungen Leßterer Zeit einen

man do der Hoffnu onarch dem Todesen 3 en. Gott hatte es in und nun stebt ten Grabe des ( en immerfort ein ge- in trüben wie in freudigen Olingebung geleitet hat. S Und der Konfessionen, ung eine unerschÓütter-

Se. Majestät der Kai

Darum aub trauern mit d Andersgläubige welhe ihren Herzen durch die Hand des {lagen wurde.

Wir weiden decn Gefühlen unserer wir dem König aller Könige innigft d ewigten bei Lebzeiten verliehenen Gnaden i mittelung dem Vaterlande erwiesenen W der Ort, ausführlih zu erörtern, was der Höcstse onbesteigung und besonders n

Herzen Ausdruck geben, irdem anfen ob der dem boben Ver- 1nd der dur seine Ver- Es ift bier nit lige Monar vor aher für die deutsbe Nation beinahe ein ‘volles Jahrhundert bindur Oingebung gearbeitet, und )einer Regierung herbe

geleistet bat. deren Wohl und Entwickelurg mit völliger wenn auch die Kirhe Deutschlands Stunden der Prüfung erlebt, so dürfen wir seiner Friedenéliebe zugeschrieben werden muß, für die deutschen Katholiken eingetreten sind: gessen, daß er in den beutigen Tagen, bereits Alles durchGweht, stets an die Religion balten und den ihr gehörigen Rang einzuräumen befli} Anerkennung spendete ihm jüngst

heil. Vater Leo X1IIL., mit dem er ftand und zu dem er die ] balb für uns cine beilige Pflikt, Gott, dem S dafür aufrihtig zu danken ; denn von ibm, fommt alle Gewalt, von ibm auch die zum allgemeinen Nutzen zu handhaben. dem boben Verblichenen jene väterliche mit der er den Geringsten gleihwie

Unterthanen begegnete; von Gott dem H gebung, mit welcher er das Wobl feines von Gott dem Herrn jene Ehrfurcht jener Wablspruh: „Jch und mein Haus wollen Für alle diese reihen Herrshergaben und Re

An des Hoben V Sohn berufen, Majestät der Großmätt von Preußen und Deutscher Kaiser. mächtige Gott in leßter Zeit beißes Fleßen und inbrünstiges n Vaterlandes gestiegen, auf daß der dem Lande erbalten bleibe. n fortfahren, auf daß Kaiser Friedri

wenn bessere Zeiten wir dürfen nicht ver- Beist der Gottlosigkeit em Bolke ge-

noch unser glorreich regierender freund\chaftlicher aufrichtigste Verehrun Es ift des- _Spender aller Gnaden, sagt der beilige Paulus, Oberherr' haf _ Von Gott dem Herrn kam Liebe und herablassende Güte, den Vornebmsten errn jene edelmüthige Hin- olfes zu befördern wußte : reliziófe Gefübl dem Herrn dienen !“ gententugenden fei Gott

erewigten Stelle bat nun Gott Scinen Erlausten dem verwaisten Thron sitzt nunmehr Se, Friedrich III, König Schwere Prüfungen bat der all- über den neuen Monarcen verhängt; Gebet ift deéhalb aus allen Theilen für den Hohen Kranken zum Himmel emvor- Sinn fo rei begabte Fürit ken Deutschlands werden zu der allaütige Gott den jeßigen König und ne, unter seine Obhut nehme und auérüste mit den zur segen8reihen Regierung nothwendigen Gaben, den Ermaknungen des gro wir Bitten, Obrigfeiten, damit wir ein ruhig aller Gottseligkeit und Ebrbarfeit : vor Gott un}erem Heila Pflicht nadzukommen, hat der deutsche Evisko

igste Fürst und Herr,

mit ritterliem : Die Katholi

Ben Weltapostel3s naGkommen, der da Danksagungen für alle stilles Leben führen mögen, in in dieses ift gut und 1

Um dieser Trauerfeiecli{keit beiligen Stuhles, in äbnli

Demgemäß baben wir Domtkapitels, verordnct und v

er Weise im Neichslande stattfinden ollen, nah Anhörung rdnen wie folgt: u. \.

bohwürdigen

Oesterreih-Ungarn. Wien, 20. erordnungsblatt“ zufolge ernannte der Kai vom 18. d. M. den Kronprinzen Nudol rie als Hauptwaffe des Heeres einen Bewei zu geben,

in einem Befehl um der Jnfante seiner be*fondere Jnfanterie-Jnspektor. das „Armee-Verordnungsblatt“ meldet, ist der Kom- des 9, Armee-Corps (Josefstadt), Kommandanten und zum kommandirenden General von W \ Philipp Grünne zum Armee-Corps ernannt worden. p.) Der Budgetaus schuß des Abge- hielt gestern eine Sizuna, in wel Mattus den Bericht über das Danach betragen die Ein- 938 945 Fl.

General

Armee-Corps der Divisionär Gra Komman- danten des 9,

(Wien. Abd ordnetenhauses Generalberiterstatte Budget pro nahmen 516 716 585 FL., Ge)ammtabgang B. L. B mit großer Majorität di ug des Abg. Schoenerer wege in die Redaktionszimmer de der Angelegenheit des aufgelösten Schoenerer erging \ih hierbei in en die Presse; er wurde wiederholt zur ließlih wurde ihm das Wort entzogen. zattai und Tuerk auf Rüverweisung der huß wurde mit allen gegen 15 Stimmen

r Abg. Dr. 1888 vorlegte. die Ausgaben beläuft sih demnach auf 21 Das Abgeordnetenhaus ertheilte e Genehmigung zur gerichtlichen n des gewaltsamen

Verfolgu „Neuen Wiener

Eindringens Tageblat1s“ Kommerses der „Teutonia“ heftigen Ausfällen Ordnung gerufen, n Antrag von P Sache an den Aus abgelehnt.

Großbritannien und JFrland. T. B.) Jhre Majestät die in außerordentliher Mission etroffenen General Freiherrn von Loë, g Sr. Majestät des Kaise

und wegen

. London, 21. März, Königin empfing gestern

rof) welcher die Thron- esteigun rs Friedrich an- parlamentarische , welheErhebungen über dieEin- loser Ausländer in England an- Der Kommission gehören u. A. die Unterhaus-

(A. C.) Die Regierung hat eine mission ernannt wanderung mittel stellen soll.

Mitglieder Baron Worms, Baron Ferdinand Rothschild und Mr. Bradlaugh an. Z

Wie die „World“ mittheilt, hat die Regierung beschlossen, die Jnsel Ascension als Flottenftation, d. h. überhaupt aufzugeben.

Frankreih. Paris, 20. März. (W. T. B.) Heute Mittag fand in der Kirche Saint Philippe die Trauerfeier sür den verstorbenen Senator Carnot statt. Der Prä- sident der Nepubl if mit seiner Familie, die Minister, das diplomatishe Corps und zahlreiche Freunde des Verstorbenen aus politischen und literarischen Kreisen wohnten der Feier bei

Nach einem Telegramm der „Agence Havas“ aus Dün- irhen ist die Reise des Präsidenten Carnot auf den 9 bis 27. d. M. festgesezt. Derselbe wird Dünkirchen, ‘ille, Maubeuge und Brüssel besuhen. Das Kanal - Zeshwader wird ihn in nfirchen aufsuten.

n der heutigen Sizung der Depu tirtentkammer erklärte Cassagnac, daß er fein Anhänger des Generals Boulanger sei. Boulanger sei übrigens in feiner Weise dur sich selbst mächtig, nur di2 Shwäche der Regierung und die Unpopularität der Kammer machten ihn populär. Uebrigens wür- den Maßregeln gegen Boulanger die Absichten des Landes, welches einen Helfer erwarte, nicht ändern. Der Minister- Präsident Tirar d rechtfertiat die Maßregeln gegen Boulanger und be- steht auf der Nothwendigkeit, die militärische Disziplin aufrecht zu erhalten. Boulanger habe si in Widerspruch geseßt mit den bestehenden Gesetzen; er, der Minister, verlange die einfache

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erselben innigsten | Tagesordnung. Nachdem Laguerre die Vertheidigung Bou-

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langer’s ergriffen hatte, sagte Tirard, die Regierung habe, nac- dem sie Fafkta der Jndisziplin von Boulanger konstatirt, be- s{lossen, ihn einem Untersuhungsgeriht zu überweisen. Es sei nichts hinzuzufügen, da man nicht den Sein erwecken wolle, als wünshe man auf die Entschließung der Untersuhungs- kommission einzuwirken; er bitte um Annahme der einfachen Tagesordnung. Jm weiteren Verlauf der Sizung warde die von der Regierung verlangte einfache Tagesordnung mit 549 geaen 93 Stimmen angenommen.

_Der Prozeß gegen General Caffarel und Frau Limousin wegen Handels mit Ordens-Dekorationen wurde heute vor dem Zuchtpolizeigeriht zu Ende Ge Das Gericht nahm bei General Caffar- [l mildernde Umstände an und verurtheilte denselben nur zu 3000 Fr. Geldbuße; ¿Frau Limousin wurde zu 6monatlihem Gefängniß verurtheilt.

o ŒW T B) Suert Mitglieder der Nechten enthielten sich bei der gestrigen Abstimmung über die von der Regierung verlangte einfach? Tagesordnung ihrer Stimme. Die Majorität bestand aus 268 Mepubli- fanern und 71 Abgeordneten der Mete Die Blätter billigen meistentheils die Abstimmung der Kammer. _ Dem „XIX. Jahrhundert“ zufolge erklärte der General Boulanger, daß, da er dur keine militärish2.n Nücksichten mehr zurückgehalten sei, er sih der Wahslagitation seiner Freunde anschließen werde. j

Maa M E D) Felix Nyat verweigerte zu Gunsten Boulanger's seine Kandidatur zurückzuziehen.

Jtalien. Rom, 20. Ma W. G B) Die De- putirtentammer genehmigte in ihrer heutigen Sitzung das Budget des Ministeriums des Auswärtigen mit 178 gegen 37 Stimmen.

Schweiz. Bern, 2. März. (W. T. D Dex Nationalrath hat heute, entsprechend dem Antrage der mit der Vorberathung betrauten Kommission und nach Befür- wortung durch den Bundesrath Droz, den vom B undesrath sür eine bessere Organisation der politischen Polizei geforderten Kredit ohne Diskussion und einstimmig bewilligt L Schweden und Norwegen. Sool 0 März. Bei Beginn der heutigen Sibung des Reichstages gaben die Vorsizenden beider Kammern der Antheilnahme der s{chwedishen Repräsentation an der Trauer Ausdru, die das deutshe Volk durch das Hinscheiden Kaiser Wilhelm's betroffen. Der Vorsitzende der Ersten Kam mer,

Graf Lagerbjelke, sagte: „Jh weiß wohl, daß ih dem nur Worte verleihe, was jeder unter uns selbst tief fühlt, wenn ih der warmen Theilnahme Ausdruck gebe, mit welcher das schwedische Volk die Nachricht von dem Hinscheiden des großen Monarchen aufgenommen hat, um dessen Staub jevt das deutshe Volk trauernd steht. Hier ist nit di

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geeignete Zeit und der Ort, um die großen Thaten des heimgegangenen Kaisers und feinen Einfluß auf die Mit- und Nachwelt zu schildern; aber es mag mir doH gestattet sein, zu sagen, daß unser Volk immer mit Bewunderung zu den hoben Eigenschaften und den Tugenden des großen Kaisers hinauf- blicken wird; immer wird dieses Volk sich mit aufrichtiger

Theilnahme über das Gute freuen, das seinzn Lebenswerken

entsprießen kann“. Der Präsident der Zweiten Kam mer, Herr Wigk, äußerte: „Die gestern eingegangene Nachricht, daß der ruhmgekrönte Deutshe Kaiser sein thatenreihes Leben beschlossen hat, hat das deutshe Volk mit tiefer Trauer und alle denkenden Sinne mit Wehmuth crfüllt. O bin überzeugt, daß das schwedische Volk innigen Antheil nimmt an der Prüfung, die seinen Stammverwandten jeßt beschieden ist, und bin überzeugt, daß es mit warmen Wünschen den

Nachfolger begleitet, der jeßt unter besonders schweren Ver-

hältnissen das Kaiserscepter übernimmt. Möge der Allmächtige ihm Leben und Kraft verleihen, um die Nuhe und den Frieden zu erhalten und zu sihern, welhe den Lebensabend des heim- gegangenen Kaisers vershönten.“

14. Värz. Der König is heute Vormittag von

Christiania hier wieder eingetroffen. Die Reise nach dem Auslande, welhe Se. Majestät am 3. April anzutreten ge- dachte, ist, wie „Aftonbladet“ meldet, wegen des Hinscheidens des Kaisers Wilhelm auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Christiania, 13. März. Professor P. O. Schjött ist

zum Staatsrath ernannt worden und wird an Stelle des zurügetretenen S“aatsraths Astrup in die Staatsraths- Abtheilung in Stockholm eintreten. Staatsrath Haugland hat aus Gesundheitsrüsihten Urlaub genommen, und es ist an seiner Stelle der Expeditions-Sekretär O. Olsen als Staats- rath fonstituirt und ihm die Verwaltung des Finanz-Departe- ments übertragen worden. :

Gothenburg, 14, März. Aus Anlaß des Hinscheidens

des Kaisers Wilhelm haben die hier ansässigen Deut- schen gestern ein Comité gebildet, welches heute folgende Anzeige macht:

Gedächtnißfeier, Anläßlich des Hinscheidens S r. Majestät