1908 / 246 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

ibrem Shäitipunkt

Mittellinie der Solm:straße bis zu und von dort

mit der Mittellinie der Gneisenaustraße T. durch die Mittellinie der Gneisenaufiraße sowie dur derea Verlärgerunz über den Kaiser Friedrich - Plaß (unter Ausf@luß der auf dem leßteren ___stebenden Neuen evangelishen Garnisonkirhe) bis zum Schriitpunkte der Paroialgrenze der Melanchthon - Kirhengemeinte und der Weichbildgrenze von Berlin / :

werden aus der Seilia - Kreuz - Kirh-ngemeinde zu Berlin ausgepfarrt

und zu einer selbständigen Pala Ms vereinigt.

Die vierte Pfarrstelle in dec Heilig-Kreuz-Kirchengemeinde geht mit ihrem derzeitigen Inhaber als zweite Pfarrstelle auf die Paísfions- Kirchengemeinde über. In dieser Gemeinde werden außerdem noch ¡wei Pfarrstellcn (die erste und Dg EEREA errichtet.

In der Passions-Kirhengemeinde gelten bis auf weiteres bie gegenwärtigen Gebührenordnungen der Heilig-Kreuz-Kirhengemeinde.

V.

Die Paísions. Kirchengemeinde hat das unbedingte Recht der dauernden Di ae des zu Mariendorf in der Eisenaßer Straße belegenen Kirhhofes der Heilig-Kreuz-Kirhengemeinde dergeftalt, daß

a. die Verwaltung dieses Kirhhofes allein der Stammgemeinde verbleibt, welhe auch alle Verwaltungs- und Unterhaltungékosten allein zu tragen bat, i : S

“4 die veiügemelüde nur die Stolgebühren für Begräbnifse ihrer Mitglieder auf diesem Kirchhofe sowie die Auslösungsgebühren im Falle der Beerdigung von Mitgliedern auf anderen Kirhhöfen bezieht, während alle übrigen Gebühren der Stammgemeinde zufließen.

Diese Urkunde tritt am 21. Oktober 1908 in Kraft.

Berlin, den 1. Oktober 1908. Berlin, den 6. Oktober 1908.

(L S): - (T. S.)

Königliches Denn Der der Provinz Brandenburg. r; E ipräfiiont Géellung Bérlini Königliche Polizeipräfident

Steinhausen. vonStubenrauch.

Vorstehende Urk:mde bringen wir hierdurch zur öffent- lihen Kenntnis. Zugleih ordnen wir zwecks Ausführung der Parochial-Regultierung folgendes an: ;

1) Die interimiftisGe Verwaltung der ersten Pfarrftelle über- nimmt der Jakaker der dritten Pfarrstelle “an der Heilig-Kreup Kircke,

farrer Schmidt. Der Inhaber der vierten Pfarrstelle an der Heilig- Krzuz-Kirhe, Pfarrer Rhein, tritt mit dem 21. Oftober 1908 als zweiter Pfarrer zur Passion!-Kirchengemeinde über. Die interimistische Verwaltung der dritten Pfarrstelle übernimmt der Hilfsprediger

iwis. i m Die genaanten Geistlihen werden auch tie Anmeldungen der in dem neuen Parotialbezirk wohnhaften wablberehtigten Gemeinde- glieder zur Wählerliste während der durch Kanzelabkündizung noch zu bestimmenden Tagesftunden T der Sakristei der Passionskirhe bezw. in ihrer Wobnung entgegennehmen. E L :

2) Die Zabl der ein wälendüa Kr&enältefien beträgt 12, sodaß nah § 28 K.-G. und S.-O. 36 Gemeindevertreter zu wählen find.

3) Eiwaige bei dem Verw:\ser der ersten Pfarrstelle Pfarrer Shmidi anzubringende Reklamatioren gegen die Wäßkerliste und ebenso etwaige ebenfalls bei dem Verweser der erften Pfarrstelle zu er- bebende Einsprühe gegen die Wabl der Aeltesien und Eemeinde- vertreter sind von diejem dem Vorstande der Kreitsynode Berlin- Kölln Stadt gemäß 88 36 und 40 K.-G. und S.-O. zur Entsceidung vorzulegen, während in beiten Fällen die Entsheidung in der Rekurs- instan; durch uns ersolwe wis da g lr ge an einem Gemeinde- kircenrate der Passions-Kirhengemeinde fehlt. i

0 Die An Erneuerungswahlen der firliden Körperschaften der Passions - Kirchengemeinde baben im Herbst 1909 stattzufinden. Die mit dem Ablauf des Jahres 1909 auss{heidende Hälfte der ge- wählten Aeltesten und Gemeindevertreter ist gemäß § 43 Absay 3 K.-G. und S.-O. rechtzeitig durch Auslosung zu bestimmen.

5) Die der Heilig-Kreuz-Kirhengemeinde aus der auf dem Blatte des im Grundbuch des Königlichen Amtsgerichts Berlin - Tempelbof von der Hasenbeide und den Weinbergen, jeßt von Berlin (Tempel- bofer Vorftadt) Band 37 Blatt Nr. 1267 verzeihneten, hierselbst am Marbeinekeplaz, Ecke Sbleiermacheritraße, belegenen Grundftücks in Abteilung 11 Nr. 2 am 27. Juni 1900 zu ibren Guusten erfolgten Eintrazung zustehenden Re&te und Ansprüche, in8besondere das Recht auf den ungestörten und unentgeltlihen Besiß, Gebrauh und Genuß der auf dem vorbezeihreten Gr:ndstück- errihteten Pasfionskirhe werden der Passions-KirWengemeinde übereignet, sodaß diese mit ihrer Errichtung bezügli aller dieser Neckte und Ansprüche an die Stelle der Heilig Kreuz-Kirhengemeinde tritt und demgemäß dic vorbezeichaete Eintragung im Grundbuche auf sie umzuschreiben ift. :

Eine weitere Auéftattung erbält die Zweiggemeinde von ihrer Stammgemeinde nit. : :

Im übrigen balten wir es, für wünshenêwert, daß fih_ der Ge- meindekirchenrat der Heilig-Kreuz-Kirhengemeinde im Einvernehmen mit dem Pfarrer Schmidt der Armen- und Krankenpflege in der Pasfions- Kirchengemeinde bis zur Einführung ihrer eigenen Aeltesten in ihr Amt arnimmt.

Berlin, den 12. Oktober 1908.

(L. S.) , Königliches Konsistorium der Provinz Brandenburg, Abteilung Berlin. Steinhausen.

Bekanntmachung. Aus Einkünften der bei der Urioe:sität Berlin bestehenden Fohann Christian Füngken-Stiftung find an Studierende, inSbesondere Söhne Universtitätsprofessoren und von bôheren Staatsbeamten, wenn fie von einer böheren ZBildungafanstalt mit dem Zeugnisse der Reife entlassen sind, während ibrer Berliner Studienzeit und auch über ibre Studienzeit binaus, bebufs Erlangung einer böberen wifsenshaftligen Ausbildung, Unter- ftúzungen von jährli §00—1800 4 zu verzeben. :

Die dem Einzelnen zu gewährende Unterftüßung wird immer nur auf cin Iahr bewilligt, fann jedoch demselben Stiperdiaten, sofern er fih bewäbtrt, 4—5 Jahre hintereinander zuerteilt werden. Zur Zeit der ecftmaligen Fewerbung muß der Antragsteller jedenfalls auf der biesigen Univerfität immatrikuliert sein.

Studierende baben ihrer Bewerbung bas Zeugris der Reife, das Anmeldungsbu, die Abgangs8zeugnifse eiwa früher besuhter Universi- täten und ein Dekanatézeugris, in welWem ausdrüdcklich hervorgehoben sein muß, daß die Prüfung behufs Bewerbung um eine Unterttügung aus ter Iohann Christian Jüngken-Stiftung exfolgt ist, beizufügen. Veber die Vermögens- und Einfommenverhältnifse der Gltern ist ein amtli&es Zeugnis oder eine Erklärung des Vaters vorzulegen.

MWiederbewerber, welte nit mehr auf der biesigen Universität immatri*uliert find, müfsen ihr Reifezeugnis, ihre Universitätszeuarifse

Z-ugnifse über ihre sittlihe Führung und ihre wissenschaftliche Túthtigkeit einreicen. i

)as Kuratorium ift außerdem berechbiligt, von j:d-m Bewerber vor der Verleihung einen eingehenden Bericht über scine wissenschaft- lie Tätigk:it sowie eine Darlegung seiner wissenschaftlichen Ziele zu erfordern, fanr auch im Falle der Bewerbung um eine erneute Ver- Leibung cinen Berit über die Studien des letztvergangenen Ver- [eibur.géjahres verlargen. as

Bewerbungen um die für das Jahr 1. Avril 1909/1910 zv ver- gebenden Unterstüßungen sind s{rifilich an den unterzeihneten Vor- figendea des Kuratoriums bis zum 31 Dezember d. J. einzureichen.

Berlin, den 16. Oktober 1908. -

Das Kuratorium bann Ghriftian Iúngken-S ti‘turc er ¿. Rektor der Universität

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Personalveränderungen.

Königlich Preußische Armee,

Offiziere, Fäbnrihe usw. Ernennungen, Befêördes rungen, Verseßungen usw. Jagdhaus Rominten, 4. Ok- tober. v. Sommerfeld u. Falkenhayn, Lt. im Füs. Regt. Prinz } Heinrich von Preußen (Brandenburg.) Nr. 35, s{eidet am 11. Oftober aus dem Heere aus und wird mit dem 12. Oktober 1908 in der Schußtruppe für Kamerun angestellt. Dr. Liesegang, Stabsarit, } unter Enthebung von seiner Stellurg als Bats. Arzt des IT. Bats. } Inf. Regts. Graf Bülow von Dennewiß (6. Westfäl.) Nr. 55, ein | dreieinhalbjähriger Urlaub vom 1. Oftober 1908 ab bewilliat. : Jagdhaus Rominten, 10. Oktober. Bartsch, Oberlt. im Füs. Regt. Prinz Heinrich von Preußen (Brandenburg.) Nr. 35, bis j auf weiteres zur Dierftleiftung beim Reihékolonialamt kommandiert. Berlin, 14. Oktober. Loerbroks, Major a. D., zuletzt Bezirksoffizier beim Landw. Bezirk Rerdz2burg, mit seiner Perfion | zur Disp. gestellt. Preußer (Arnold), Oberlt. im Ulan. Regt. i Prinz Augufi von Württemberg (Posen.) Nr. 10, von dem Kemmando j zur Dienstleistung bei der Oifierreitshule in Paderborn enthoben. Gr. v. Rittberg, Oberlt. im Kür. Regt Königin (Pomm.) Nr. 2, | zur Dieastleifturg bei der Difizierrei!shule in Paderborn kommankdiert. v. Gerber, Königl. schwed.ckLt. der Nes. a. D., in der Preuß. Armee : als Lt. der Res. des Inf. Regts. Prinz Moriß von Anhalt-Defsau ; (5. Pomm.) Nr. 42 angeftelt und vom 1. November 1908 ab auf ein Jahr zur Dienstleistung bei diesem Regt. kommandiert.

Kaiserliche Marine. ; Offiziere usw. Ernennungen, Beförterungen, Ver- | seßungen usw. 13. Oktober. Ernannt: Kalau v. Hofe, Konter- | admiral, zur Verfügung tes Che‘s der Marinefstation der Ostsee, zum | Inspekteur der I. Marineinsp.,, Merten, Konteradmira?, Inspekteur | der II. Marineinsp, zum Festungékommandanten von Wilkelmshaven, ; Schröder, Konteradmiral, zur Verfügung des Chefs der Marine- | station der Nordsee, zum Inspekteur der Il. Marinetinfp. 4 Befördert: zu Kapitäns zur Sze die Freg. Kapitäns: Kraft, Abteil. Ch-f im Admiralstabe der Marire, Schmidt v. Shwind, | beauftragt mit Wahrnehmung der Geschäfte eines Abteil. Chefs im Reid;smarineamt, unter Ernennung zum Abteil. Cbef in dieser Be- ! bôrde, Bègas, Kommandant S. M. LiniensHiffffes „Wittelstah“, Thbyen, Art. Offizier vom Plat, zugleich Vorsiand des Art. und Minendepots zu Friedrich8ort sowie mit Wahr- | nehmung der Geschäfte des Kommandanten daselb beauftragt; | ¡u Freg. Kapitäns die Korv. Kapitärs: Langemak, mit der Führung ; der I1. Torp-dodiv. beauftragt, unter Ernennuna zum Komwandeur ! dieser Div, Bechtel, Kommandeur der 1V. Matrosenart. Abteil, * Bertram, Kommandant S. M. Küsftenpanzershiffes „Fiuitbjof*, A blert, Kommandant S M. kleinen Kreuzers „Condor“, Hollweg, Kommandant S. M. kleinen Kreuzers „Niobe“, v. Reuter, beaufiragt mit Wahrnehmung der Geschäfte 1 bte Chefs im Reichswmarineamt; zu Korv. Kapitäns die Kapitän- leutnants: West, Erfter Offizier S. M. Linienschiffes „Zähringen“,

land“, Gr. v. omv. F ed zugleich Kommardant der VI. Ref. Halbflottille bezw. Chef der VI. Halbflottille und der I[. Ref. Flottille, Frhr. v. Bibra, Admiral- ftab8offizier Feim Stabe der Hocbseeflotte, Looff, Adjutart bei der Insp. der Küstenart. und des Minenwesens, Gr. v. Zeppelin, wit der Führung einer Abteil. der 11. Werftdiv. beauftragt, unter Ec- nennung ¡um Abteil. Kommandeur bei diesem Varineteil, Boethke, Kommandant S. M. Sghuls@iffes „Rixe“; zu Kapitärlts. die Oberlts. zur See: Bin df\eil, Flagglt. beim Stabe der Hochsee flotte,

S. M. Torpedobootes . Taku”, Bayer (Albert), Lehrer an Bord

pedodiv.,, Thomsen (Kurt) vom State S. M. großen Kreuzers Stabe S. M. großen Kreu1ers „Victoria Louise“, Dreßler vom Stabe S.M. Linier \ciffes „Lothringen“, Gold\ch{midt vonder 11. Torpedodiv., v. Rabenau von der 1X. Ref. Halbfloitile, Mohr (Wilhelm), vom State S, M. Untenschiffes „Preußen“, Arnold von der

flotiille, Peg vom Stabe S. M. großen Kreuzers „Hertha“;

oberingenieuren die Marineirgenieure: Steubter, zur Verfügung des Neich8marineamt3, Rauch von der Il. Werfidiv. -

Auf ihre Gesue mit der gesetlihen Pension zur Disp. gestellt: Wodrig, Viz-admiral, zur Verfügung des Chefs der Marinestation der Ostsee, v. Basse, Konteradmiral, Inspekteur der I. Marineinfp., Ghrlich, Konteradmiral, Feftungskommandant von Wilbelms- haven, leßtere beide vnter Verleihung tes Charakters als Vize- admiral, Becker, Kopitän zur See, zur Verfügung des Chefs der Marirestation der Vfisee, unter Verleihung des Charakters cls Konteradmiral, Müller v. Berneck, Kapitärlt. IL. Marineinsp.

Der Abschied bewilligt: a. mit der geseßlihen Penfion urd der Erlautnis zum Tragen der bisherigen Uniform:

Ostsee, Gr. v. Saurma-Jelt \ch, Korv. Kapitän, zur Verfügung des Chefs der Marinestation der Nordsee, unter Verleihung Charakters als Freg. Kapitän, Friedlaender, Korv. Kapitän z. D.,

Erlaubnis zum Tragen der bisberigen Uniform und der Aussicht auf An- stellung im Zivildienst: Persius, Freg. Kapitän, ¡ur Verfügung des Chefs der Marineftation der Ostsee, urter Verleiburg des Charakters als Kapitän zur See, Meinardus, Kocv. Kapitän z. D., kommandiert ¡ur Dienftleistung beim Bej¡irkskommando Il Hamburg, uater Ver-

div., unter Verleihung des Charakters a!s Marinestabtingen. Mebler, Lehmann (Friedrich), Reiche (Anton), Fähn- rihe zur See, sämtlih von der Marineschule, ¡ur Marineres. beurlaubt.

Nichtamtliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 17. Oktober.

Seine Majestät der Kaiser und König hörten, „W. T. B.“ zufolge, heute vormittag im hicfigen Königlichen

fabinetts, Vizeadmirals von Müller.

des neuernannten Botschafters Barons Chinda und sodann im

Nizamy Pascha, den abberufenen Großherzogli hessishen Ge- sandten Dr. von Neidhardt, den neuernannten Großherzoglich hessishen Gesandten, bisherigen Provinzialdirektor von Rhein- hessen Freiherrn von Gagern sowie den abberufenen brasilia- nishen Gesandten da Costa Motta.

Kahl.

| Leitung der Gesandtschaft wieder übernommen.

| von Venedig

eines Abteil. ;

Köhler (Erich), Navigationtoffizier S. M. Liniensiffes „Deutsch- * Oeynhaufen, Komv. Führer bei- der II. Torvedotiv., :

EckZolt (veinrih) vom Stabe S. M. Linienschiffes „Preußen“, Kinzel, fommandiert zur Marineakademie, Hasse, Kommandant ?;

S. M. Unienschiffes „zeLürktamberg“, Juakermann von ter I. Tor- :

„Gneisenau“; zu Oberlts. zur See die Lts. zur See: Boehm vom |

I. Torpedodiv., v. Glasenapp (Alfred) von ter X. Ref. Halb- ; Kreuzer Í zum ; Marineftabtingen.: Schilling (Wilhelm) Marineoberingen. vom / Stabe S. M. Linienschiffes „Kurfürsi Friedrih Wilbelm": ju Marine-

pon der ; 1 _Shirmer, i Kapitän zur See, zur Verfügung des Chefs der Marirestation der ! des |

zugeteilt dem Reichémarireamt; b. mit der geseßlichen Penfion, der |!

leiburg des Charakters als Freg. Kapitän, O h m, Marinestabsingen. | von der I. Werftdiv., Assion, Marineobering. von der 11. Wérft-

Schlosse die Vorträge des Staatssekretärs des Reichsmarine- | amts, Admirals von Tirpiß und des Chefs des Marine- |

Jhre Majestät die Kaiserin und Königin empfingen | gestern abend im hiesigen Königlichen Schlosse die Gemahlin |!

Arshluß an die bei Seiner Majestät dem Kaiser und ; König stattgehabten Audienzen den Botschafter selbst sowie | den neuernannten Botschafter der Türkei, General Osman |

Seine Majestät der König der Hellenen traf,

| „W. T. B.“ zufolge, gestern abend auf dem hiesigen Stettiner

Bahnhof ein und wurde daselbst von Seiner Majestät dem Kaiser und König empfangen und nach dem Königlichen Schlosse geleitet, wo er von Jhrer Majeftät der Kaiserin und Königin begrüßt wurde.

Die vereinigten Ausschüsse des Bundesrats für Justiz-

| wesen und für Handel und Verkehr hielten heute eine Sißgung.

Der Kaiserliche Gesandte in Brüssel, Wirkliche Geheime Rat Graf von Wallwiß if vom Urlaub zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder übernommen.

Der Königlih würitembergishe Gesandte Freiherr von Varnbüler ist nah Berlin zurückgekehrt und hat die Leitung der Gesandtschaft wieder übernommen.

Der Königlih dänische Gesandte von Hegermann- Lindencrone ist nah Berlin zurückgekehrt und hat die

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Freya“ vorgestern in St. Thomas (Westindien) eingetroffen und geht am 28. Oktober nah der Jnsel Trinidad in See.

S. M. S. „Victoria Louise“ geht am 20. Oktober nah Korfu in See. : / E S. M. S. „Leipzig“ ift vorgestern in Nanking ein- getroffen. Í i ; i i S. M. S. „Arcona“ ist vorgestern in Tschifu ein- getroffen und geht übermorgen von dort nah Tschemulpo (Korea) in See.

Sachsen.

Die Wahlrechtsdeputation hat gestern die erste Lesung des Eventualvorshlags der Negierung beendet und die zweite Lesung auf Montag anberaumt. Ueber den Verlauf der: Sißung berichtet das „W. 2B

Der Regierungéerat Heink erkiärte, daß die Regierung unter allen Umsftäaden auf ihrem Vorschlage, betreffend die Häufurg der Pluralstimmen von 1 auf 4 für die privilegierten Wählerkategorien, bevar:e, Die Regierung habe sih mit tiefem Vorschlage zu großen Opfern bereit erïlärt, e:warte nun aber von der anderen S-ite ein gleihes Entgegenkommen. Hierauf erklärte der Abgeordnete Que r- furth, daß ‘die Konservativen troy s&#werer Bedenken gegen die Häufung der Pluralstimmen sich mit dem NRegierungsvorschlage einverftauden erklären. Alsdann wurde die Häufurg der Plural- stimmen rah dem Regierurg8vorshlage von 1 auf 4 angenommen. Mit der Einführung der V-rhältniëwabl in den 5 Großstädten ers klärte man fi einverstanden. Ferner wurde die für d-s aftive Wabl- recht fistgesezte Wohrfrist von 2 Jabren auf 6 Monate herabgesetzt sowie der 20 Ma:k-Z:nsus für die Wéblbarkeit fallen gelaffen, des- aleiten wurde die alle 6 Iahre stattfindende Integralerreuerung der Kammer argenommen.

Württemberg.

Die Volksschulkommission der Zweiten Kammer hat, „W. T. B.“ zufolge, den Antrag der Volkspartei, die Schul- pfliht allgemein und obligatorisch von 7 auf 8 Jahre zu erhöhen, ¿baciehnt und den Regierungs- entwurf, der diese Erhöhung nur fakultativ macht, angenommen.

Lübe.

Unter Teilnahme der gesamten Bevölkerung fand gestern

die Beiseßungsfeier für den verstorbenen präsidie- ' renden Bürgermeister Dr. Schoen ftatt. Dem Be- gräbnis wohnten, „W. T. B.“ zufolge, der preußishe Ge- sandte in Hamburg Graf von Goeßzen, der präsidierende ; Bürgermeijter Dr. Burchard - Hamburg, der Vorsizende i des Bremer Senats, Bürgermeister Dr. Pauli, die in Lübeck wohnhaften Konsuln Rußlands, Schwedens, | Norwegens, Dänemarks, Frankreihs und der Vereinigten | Staaten von Amerika u. A. bei. Der Hauptpastor Linden- berg hielt in der Marienkirhe am Sarge die Trauerrede. Sodann sezte sich der Leihenzug nach dem Kirchhof St. Gertrud -Vorstadt in Bewegung. Am Grabe legte im Auftrage Seiner Majestät des Kaisers Freiherr von Lüttwiß einen Kranz nieder.

Oesterreich-Ungarn.

Der König und die Königin von Spanien haben, „W. T. B.“ zufolge, gestern früh die Rückreise nah Madrid angetreten. i

Der ts{hechische Handelsminister Dr. Fiedler und der | tshehische Landsmannminister Praschek haben, nah einer | Meldung der „Neuen Freien Presse“, infolge der Vertagung

des böhmischen Landtags ihre Demission gegeben.

Der deutsche Botschafter von Tschirshky ist gestern

in der Ofener Hofburg vom Kaiser Franz Joseph in be- | sonderer Audienz empfangen worden und hat ihm, „W. T. B.“ | zufolge, ein eigenhändiges Schreiben Kaiser Wilhelms ¡ Überreicht. e Der Heeresausschuß der Ungarischen Dele- | gation hat gestern das Ordinarium und das Extra- | ordinarium des Heeres unverändert angenommen.

Im Laufe der Debatte erklärte, wie Las ,W. T. B.* berichtet, der Feldmarschall-Leutnäant Krepatin, daß fih bei der sechs Monate lang in den verschiedensten und s{chwicrigsten \hießtaktishen U: bungen dur{geführten Erprobung ? es nevena Geshüßmaterials nit der geringste Anstand ia Beziehung auf die Konstrukiion ergeben habe. Die Nichi- mittel bâtten in bervorragentftem Maße allen taktischen Anforderungen an das indirekte Artilleriefeuer ertsproHen.

Großbritannien und Frlaund. Das Unterhaus seßte in seiner gestrigen Sißung die | Beratung des Schankstättengeseßes fort. Jm Laufe der | Verhandlungen verursachte der sozialistishe Abg. Grayson | wieder cinen peinlihen Zwischenfall. Wie tas „W. T. B.“ berichtet, betrat Srayson,

| Beratung bereits vier Stunden gedauert hatte, das Haus, um agegen | zu proieileren; daß arstatt ter Beratung der Frage ter Beschäf!igungs | losen diejexige des Schankstättergesezes vorgeocmmen werden sei. Er |

nade die

weigerte si, von seinemProteste abzulafsen, und bli-b tre der Befchle des Sprecher bei seinem Standpunkt. Der Premierminister Aequitb ; beantragte daher, daß Gravson von scinem Amt als Deputierter * fuependicrt werde. Der Antrag wuide darauf einstimmig angenommen.

stat!findet.

Eray'on latte ironisch und fragte: Wo ist jet die Acbeiterrartei ? Hierauf erhielt Grayson den Befehl, das Haus zu verlassen, und ging mit dem Ausruf hinaus: Ich verlafs- das Haus mit Vergnügen.

Der Erste Lord der Admiralität hielt gestern abend in Glasgow eine Rede, in der er, obiger Quelle zufolge, über die Marinerüstungen sagte:

Es wäre die \{chlechtefe Politik, in unseren Marinerüftungen nahzulafsen, aber die höchste Torbeit wäreæs, die fremden Nationen aufzumuntern, ihre Flotienzusgaben zu vergrößern infolge eines ungerechtfetigten Prunkens mit unserer eigenen überwältigenden Stärke. Wir wollen eine Flotte haten, die stark genug ist, um uns unbedingte Sicherheit zu \{affen.

Frankreich.

Der türkische Botschafter in Paris überreichte gestern dem Minister des Aeußern Pichon eine auch den türkischen Botschaftern in London, Berlin, St. Petersbyrg, Wien und Rom zugegangene Zirkularnote, in der die Pforte auf die außerordentliche militärishe Bewegung hinweist, die in Bulgarien unter dem Vorwande von Vorsicht3- maßregeln stattfinde. Die Türkei, so heißt es, „W. T. B.“ ufolge, in der Note, werde sich {ließli zu ähnlichen Makcüahmen veranlaßt sehen, wodurh ein Zusammen- stoß zwischen den beiden Armcen und ein unnüßes Blut- vergießen herbeigeführt werden könnte. Gleihwohl, so erklärt die Pforte weiter, werde sie in der Erwartung der gerechten Entscheidung der Konferenz - sich enthalten, ihre Armeen auf den Kriegsfuß zu bringen, um der Menschlichkeit zuwider- laufende Ereignisse hintanzuhalten. Zum Schluß werden die Mächte ersucht, bei der bulgarischen Regierung zu intervenieren, damit diese sich auch ihrerseits verpflihte, die gleihe Haltung zu beobachten. i

Der russishe Minister des Aeußern Js wols ki ist gestern abend von London in Paris eingetroffen.

Die Deputiertenkammer beriet, laut Meldung des „W. T. B.“, in der gestrigen Sißung den Bericht der Ünter- juhungskommission, welchze die Ursachen der Féna-Kata- ssttrophe zu prüfen hatte, und besprah verschiedene Jnter- pellationen über Unglücksfälle bei der Marine und dem Heere. Der Berichterstatter der Jéna-Kommission Michel erklärte, er sei fest überzeugt, daß das Pulver „B“ die Ursache der Unglücksfälle sei.

Ftalien.

Der Fnternationale Arbeiterversicherungs- fongreß in Rom ist, „W. T. B.“ zufolge, gestern geschlossen worden. Der nächste Kongreß findet in Amsterdam statt.

Türkei.

Gestern hat beim Großwesir bis spät in die Nacht ein außerordentliher Ministerrat stattgefunden, der ih mit den s{webenden wihtigen Tagesfragen beschäftigte und dem auch der Scheikh ul Jslam beiwohnte.

Die Agitation zur Boykottierung der öfter- reihishen und bulgarishen Waren wird in Kon- stantinopel und in der Provinz eifrigst fortgeseßt, nur wird infolge der Befehle der Pforte und des Komitees die Anwendung von Gewalt vermicden. Wie das „K. K. Tele- graphen-Korrespondenzbureau“ meldet, verweigern derzeit bei- nahe in allen europäish- und asiatish-türkishen Häfen die türfishen Arbeiter und Bootsleute die Ausladung der Lloyd- da:npfer. Die geshädigten Kaufleute, die große Verluste er- leiden, erheben bei den Behörden und dem Komitee Protest und verlangen vergebens die Ausladung der Dampfer.

Serbien.

Nach ciner Meldung des „K. K. Telegraphen-Korrespondenz- bureaus“ begibt fih der Minister des Aeußern Milovano- witsch heute nah Berlin, um mit dem russishen Minister Jswolski zusammenzutreffen. Außer dem Minister des Aeußern werdén sich von einzelnen Parteiführern geführte Deputationen in die Residenzen der Signatarmächte des Ber- liner Vertrages begeben, um für die Jnteressen des serbischen Volkes bei den Großmähten einzutreten.

_ —DieSkupschtina hat, „W. T. B.“ zufolge, gestern den Kredit von 16 Millionen für militärishe Rüstungen bewilligt. Dagegen stimmte bloß der sozialdemokratische Deputierte Karlerovic.

Dänemark.

Der frühere Ministerpräsident J. C. Christensen ist, „W. T. B.“ zufolge, gestern im Folkething zum Ersten Vize- präftdenten an Stelle des zum Minister des Jnnern ernannten bisherigen Vizepräsidenten Claus Berntsen gewählt worden.

Afrika.

_ Nach einer Meldung des „W. T. B.“ haben die franzö- sishen Truppen, die zur Verfolgung der Marokkaner entsandt worden waren, die vor kurzem bei Ain Sefra 500 Kamele geraubt Hatten, bei Ogla Berida, westlich von Jgli, den Feind eingeholt und zerstreut. Jn dem Kampfe ließen die Marokkaner % Tote auf dem Plage ; auf franzüsisher Seite wurden ein etitnant und fünf eingeborene Soldäten verwundet, darunter zwei tödlich.

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Zweite internationale Konfereuz zur Revifion der Beruer Urheberrechtskonventiona.

Gestern nackmittag hat fih die Kommissioa für die Vorberatung der von der deutschen Reichsregierung gemagten Vorschläge zur Ab- änderung der Berner Urheberrehtskonvention unter dem Vorsitz von Louis Renault Paris konftituiert. Man trat, wie ,W. T. B.* be- rihtet, in die Bespreung der Vorschläge zu Artikel 2 ein und be- bandelte die Tragweite der Bestimmungen der Berner Uebereinkunft un allgemeinen, die Au?ebvnung dis zu gewährenden Schutzes ‘und die emesung der Schuypfrist Es zeigten sich jedoch mehrfache cir angöverschiedenheiten, sodaß die toeitere Besprehung bis Montag,

de d. M., vertagt wurde.

A

Kunft und Wisseuschaft.

d Am nächsten Mittwochabend 84 Ubr fpricht im Verein für eutsches Kunstgewerbe Direktor Dr. Peter Jessen über die wéstelungen des Sommers 1908: Stuttgart, Darmstatt, München, ien. Lichtbilder und zahlreihe Aufnahmen aus den Auéstellungen

tgleiten den Vortrag, der im großen Festsaale des Künstlerhauses

Die Anthropologische Besellshaft in Stockholm ernannte, ,W.T.B.“ zufolge, Sven Hedin zum Ghrenmitglied und verlieh ihm S A Wablbergs Medaille in Gold.

Deutsche Studierende in Amerika.

An der Hacvard-Universität zu Cambridge U. S. A, ift vom beginnenden Winter ab eine Einrichtung getroffen, die für diz Förderung des deuts - amerikanishen geistigen Austau'hes erbeblice Bedeutung zu gewinnen versptiht. Die Korporation der Universität hat fich nâmlich vom 1. September d. I. auf zehn Jahre bereit erklärt, eine Anzabl fortgeshrittener deutsher Studierender, bis zu fünf im Jahre, die vom p:eußi‘chen Unterrihteministerium empfotlen werden, in allen Abteilungen der Universität von den regelmäßigen Unterrihtsgebühren zu befreien. Da diese Gebühren je nah den Universitätabteilungen 600 bis 800 4 jährli betragen, so darf darin eine wesentliche Erleiterung bes Studiums an der Harvard- Universität insbesondere für folhe Studierende erblickt werden, die fi einem tieferen Studium auf einem einzelnen besonderen Sebict widmen wollen. Es darf gehofft werden, daß von dieser Einrichtung, die dem freundlihen Entzegenkommen der UÜUniversitätsbebörde gegen pee „Olüdlerende entsprungen ist, ausgiebiger Gebrau ge- mat wird.

Bautvesen.

Ein „Seminar für Städtebau“ is an der Königlichen Technischen Hobshule in Danzig neu eingerihtet worden. Die Leitung des Seminars hat der Profefsor Baurat Ewald Genzmer übernowmen, der im Verein mit elf Dozenten der Ho(s&ule in Vor- lesungen und Uebungen das ganze Wissen8grbiet des Städtehaues behandeln wird. Es sind v'‘er Vortragsreihen gebildet und zwar: 1), DieWasserversorgungderStädte“. (Geologische und chemisce Fragen der Wassergewinnung; Hyzienishe Fragen der Wasßerversor- gung. Talsverren ¡ur Wafserversorgung der Städte; Masthinelle An- lagen der Werke; und der Gisenbetonbau bei feiner Anwendung auf Wafsserweke). 2) „Die Entwässerung der Städte“ (Ma- s{inelle Einrichtung der Entwäfserurgsanlagen; Hygienische Fragen der Abwässerbefeitigung). 3) „Der Straßenbau (Der Bau und Betrieb der Straßenbabren). 4) „Bebauungs8pläne und Baus ordnungen“ (Die Kurst im Stadtbauplan; Straßenbahnen, Stadt- bahnen und Vorortbahnen; Städtishe Bodenpolitik; Fluchtlinien- geses, Enteignuneszefes und Erbbaurecht). Daneben werden noch «Grundzüge des Städtebaues" behandelt werden.

Laud- und Forftwirtschaft.

Die Ausstellung der Versuhs- und Lehranstalt für Brauerei in der Seestrafe erfreute si eines außerordentli regen Befuches. Aus aller Herren Ländern waren Vertreter der Brauindustrie sowie der gärungêteGnishen Wissenschaften zum Besuche der Aus- stellung und zur Jubiläumstagung der genannten Anstalt nach Berlin gekommen.

Unter den aus dieser Gelegenbeit getr.fenen festlihen Veranstaltungen ragten besonders hervor: Die Festversammlung am 13. d. M. in der Aula des Saalbaues des Inflituts für Gärungsgewerbe, und das am Abend des gleichen Tages im Landesausflellung8park stattzehabte Festmahl, an dem über 700 Personen teilnahmen. Die früheren Studierenden der Technischen Abteilung der Landwirtschaftli@ten Hochschule hatten eben-

falls außer dem zu Ghren ihres Lehrers, des gleihfalls sein 25 jähriges Iubiläum begehenden wissenshaftlihen Leiters der. Versuh3- und Lehranstalt für Brzuerei, Geheimrats M. Delbrück vera: stalteten Fadelzuges am Akend des 14. d. M. zu einem Fesikommers in

meistens am Vormittag statt. : und die Wirtschaftliche Abteilung ibre Versammlung abgehalten hatten, fand am Mittwoch eine tehnische Versamæœlung der Abteilung für Maschinentehnik, Feuerungstehnik und Transportwesen statt, am Donnerttag eine sclhe der Abteilung für Mälzerei und Sud- bau8arbeit, und NaGmittags eine Versammlung der Abteilung für Obergärung. Am Freitag tagte die Abteilung für Hefe, Gärung und Kellerwirtschaft und am Sonnabend {loß die Sißung der Wifssen- shaftlihen Abteilurg, in der unter anderem Professor Buchner, Geheimrat Delbrück, Professor Lintner, München, Professor Fernbach, Paris, und Professor Petit, Narcy, das Programm der arbeitsreihen Brauerwoche. Nachmittags um 2 Uhr no volkstümlihe Vorträge mit Experimenten und Liehtbildervorführungen im Hörsaal der Ausstellung statt. Darunter am Donnerstag ein Vortrag für die an der Oktobertagung teil- nehmenden Damen über den Haushalt im Lichte der En¡ymfo. {hung von Geheimrat Delbrück und über die Woblfahrtseinrihtungen in Berlin von Dr. med. Frank, Berlin. Am Freiteg und Sonnabend endli waren zahlreihe Führungen durch die Berliner Brauerei- betriebe vorgesehen. am Donnerêtag, den 14., die Brauereimaschinen-, dic Wissenschaftlihe u die Internationale Gersten- und Hopfenauestelung wird morgen geschlofsen.

Ernteergebnisse und Saatenstand in Rußland.

Der Kaiserlihe Konsul in Charkow berihtet unterm 7. d. M.: Die im Laufe des Sommers für den Ausfall der diesjährigen Getreide- ernte im Konsulatsbezirk gehegten Befürhturgen haken \ich nit in vollem Maße verwirkliht. Die im Juli eingetretene trockene und warme Witterung hat es ermöglicht, daß das Getreide ausreifen und, wenn auch etwas verspätet, doch gut eingebraht werden konnte. Gleih- wobl kann der Ausfall im ganzen der Beschaffenheit nah ¡war als

werden. Durchweg befriedigend ist die Ernte in Winterweizen und Roggen; in Sommerweizen im allgemeinen befriedigend, im Charkowschen (Souvernement und in einigen Kreisen des Gouvernements Jekaterinoslaw, Kursk und Wo-onesh über mittel, an einigen Stellen des Doogektiets aber unter mittel. Auch in Gerste und Hafer ist die Ernte fast durchweg befriedigend, stellenweise sogar gut.

verhältni L der Saaten waren bisher vom Wetter begün

Jagd.

___ Montag, den 19. d. M., findet Königliche es jagd statt. Stelldichein: Mittags 12 Uhr 30 in Ferbig.

tigt.

Theater und Mufik.

Kammerspiele des Deutschen Theaters.

Nachdem das Königliche Schauspielhaus vor kurzem Goethbes „Clavigo“ in reuer Einstudierung gebraht, ist das Trauerspiel gestern aub zum ersten Male über die Bühne der Kammerspiele des Deutsen Theaters gegangen. Eewifse Symptome deuteten auf ein kleines Ereignis hiv; war dcch für den gestrigen Abend wieder die Anwesenheit jener Zuhöre1schaft beme1ken8wert, in bezug auf die der Ditter des Werkes die Worte gevrägt : ich cin Fest“. Und diese Erwartungen wurden in ter Tat au nit getäusht, vielmehr bewies die gestrige Wiedergabe des Werkes, daß die Anforderungen, die die oft mehr als bedenk- liGe literarishe Produktion unserer Tage an die künstlerische Eigenart der Darsteller unserer Bühnen stellt, ohne Nachteil für die Darstellung geblieben find. Um zunächst den Gesamteindruck zu \fkizzieren, suhten die Künstler durch entsprehendes Zusammenspiel der Goetheshen Dichtung gerecht zu werden und dafür Sorge zu iragen, daß die Handlung si in threr vollen Natürlikeit vor den Augen des Zuf 3 “bspiele. Hierbei lag die Titelpartie in den Händen

des Herr accy Walden, der sich seiner Aufgabe im allgemeinen in

der Philharmonie geladen, der einen glänzenden Verlauf nahm. | Die mit der Jubiläumstagung verbundenen Verhandlungen fanden ! Nachdem am “Montag die NRohstoffs |

_referierten, Dazwischen fanden |

Die Pferdeausstellung {loß ihre Tore bereits |

fefriedigend, der Menge nah aber nur als unter mittel bezeichnet |

E End ift rehtzeitig und unter günstigen Witterungs- ! en vor sih gegangen, auch der Aigang und das Wachstum !

„Und jedermann erwartet |

j anerkennenêwerter Weise entledigte. Mitunter {ien seine Darsiellung j ein wentg zu gemessen zu fein, und man hatie dea Eindruck, als. ob | es ibm in folhen Augenblicken an der rihtigen Wärme feble;. am nat- haltigsten wirkte er in solhen Szenen, in der das Mimische einen Haupts- anteil an der Darstellung batte, z. B. in der ersten Auseinandersezung zwischen ihm und Beaumarchais. Der Darfteller dieser leßteren Rolle, Herr Beregi, fand \sich nantenilich in dem ersten Teil der Dihtung mit seiner Rolle gut ab, während er im vierten Akt ein wenig zur Uebertreiburg neigte, von der sich dieser Künstler überhaupt noh nit ganz frei zl mahen weiß. Auh die Nolle des Carlos lag în guten Händen, wenn auch Herr Abel das kalte, berebrende Naturell dieses Höflings hin und wieder preisgab und ftatt dessen ein aewisses Pathos hbervorkehrte. VorzügliŸes boten die Damen Gertcud Eysoldt als Marie und Hedwig Wangel als Sophie; die erste brachte die „leine, hobläugige Franiöfin, der di? Auszehrung aus allen Gliedtrk spricht“, in ergreifender Weise zur Darstellung. Au die Vertreter der Nebenrollen, die Herren Dumont (Guilbert), von Jacobi (Buenco) und Momber (Saint- George), taten ihre Schu: digkeit. Die Auésftatturg war dem Ganzen angemessen.

Komische Oper.

Das älteste von den hier aufgeführten Werken ¿Nein is, „Manon Lescaut*, wurde gestern abend zum erften Male in der Komischen Oper gegeben. Der Verglei mit der Mafsenetschen Oper „Manon“ liegt auf der Hxnd. Die tertlihe Unterlage beider Werke ift ja aus der gleihen Quelle, d-m Roman des Abbé Prévost, ge- {öpft. Während aber die Hardlung bei Massenet geshlofserer auf- iritt und starker Bühnenwirkung nicht entbehrt, reiht Puccini nur einige Szenen sprunghaft _aneinander, die wenig geeignet find, den Zuschauer in ihren Bann zu zwingen und die Spannung bis zum Schluß zu erhalten und zu steigern. Auch seire Musik bat nicht den heißen dramatischen Odem Mafsenets, dafür if sie aber in mancher Beziehung iuterefsanter. Seine hohentwickelte Instrumen- tierungsfunst, die immer fesselt, zeitigte auch gestern Wirkungen von unvergleiclichem Reiz, so z. B. die entzückende Tanzmusik im zweiten Akt. Denroh wollte fih der Eindruck nicht verwischen lafsen, daß der t:ils derbe, teils sentimentale Charakter der Musik einer früheren Periode noch nicht auzsgereifter Künstlershaft des talienishen Meisters entsprungen i; „Bobème“ und „Madama Butterfly®* stehen weit höôber. Aber die in den lezten Jahren sehr gesteigerte Werts{häßung Puccinis fand gestern doch in dem wohlgemeinten Beifall ihren Ausdruck, aus dem man freiliH eine warme Begeisterung und Ergriffenheit diesmal nicht heraushören konnte. Nur bei dem Vorspiel zum leßten Bild brach cin Sturm ursprüngliher Zustimmung los, die sowobl dem Tondichter, als au der durGweg tüchtigen, teilweise sogar sehr ges{madckvollen musikalischen Leitung des Kapellmeisters Tango galt. Die Aufführung hätte einen gelinderen Gesamtton an- {lagen können, mantes Laute und NRobuste besser mildern und andrerseits zartere Wirkungen hervorkehren können. Nicht ganz au8rei@end, sowohl stimmlih wie darstellerish, ershien Henny Linken- bach in der Titelpartie. Herr Marak war dieêmal allzusehr darauf bedacht, seinen {önen Tenor voll ausstrahlen zu lassen. Er bätte aber die Wirkung des Sanzen mehr gefördert, wenn er feiner zu nuancierea bestrebt gewesen wäre. Geschickt fand sh Herr Zador mit der Partie des Leëcaut ab, die er in leßter Stunde für den erkrankten Herrn Egeniefff übernommen hatte, und sehr sympatbisch war Herr Bôtel als Student Edmond. Die Rolle des Steuerpächters Geronte de Ravoir war bei Herrn Mantler in den besten Händen.

Lustspielbaus.

_ Das Lusispielhaus dürfte aller Sorgen um die zukünftige Ge- staltung seines Spielplans für längere Zeit enthoben sein, denn der neue Shwank „Die Tür ins Freie“ von Blumenthal und Kadelburg, der gestern dort seine Erstaufführung erlebte, wird den Winter gewiß ü erdauern. Die beiden in der Unterhaltung ihres Publikums fîtets glücklihen Verfasser haben der Handlung ihres | StüdLs die schon öfter, aber noch nie so. lustig au8gebeutete Jdee zu i Grunde gelegt; daß eine Anzahl langjähriger Eben infolge j eine8 bei der Ehesließung begangenen, \pät entdeckten Formfehlers i ungültig werden. Das ist die „Tür ins Freie“, die sh plöulih einer | Anzabl von Männern und Frauen der sich mit ihrem glücklichen | Familienleben brüstenden Gesellschaft des Städthens Buchenau öffnet. } Hier entwidelt sih nun ein lustiger Krieg zwishen dem männlichen und dem weiblichen Teil der betroffenen Bevölkerung, der mit dem Auszug j der Frauen unter der Führung der resoluten Frau Stadtbaumeister Vogt | ins Yotel beginnt und s{ließlid, nah mannigfachen taktishen Winkel- | zügen im einen wie im anderen Lager, mit einem allgemeinen Friedens- | \chlufß endet, bei dem der eine oder andere günstigere Bedingungen für

den zweiten Teil der neuzugründenden Ehe für ih herauêszuschlagen | fuht. Der genden Schärfe der Gesellshaftssatire, zu der | der Stoff genug Gelegenheit bôte, sind die Verfasser wohl | geflifsentliß aus dem Wege gegangen, um sich desto freier auf dem Gebiet harmloser Fröhlichkeit zu bewegen; und | das ist ihnen, von einigen kurzen ôden Strecken abgesehen, von | Anfang bis zu Ende au gelungen. Eine überaus flotte Darstellung | unterstüßte ihre Absiht auf das wirksamste. Kein Wißtwort, keine | au noch fo leise angedeutete Pointe fiel dabei unter den Tisch, und j man kayn fich füglich mit einem Gesamtlob aller Darsteller und Dar- stellerinnen begnügen. Die Hauptrollen lazen in den Händen der Damen Serda, Cerigioli, Wendt, Hiller, der Herren Paul, Schön- feld, Ba, Bekmann und Impekoven.

Opernhaus bringt Montag Mozarts

Das Königliche | „Zauberflöte“. Die Pamina singt Fräulein Destinn, die Königin der Nacht: Fräulein Hempel, die Papagena: Fräulein Dietrich, die drei Damen: die Damen Rose, Rothauser und Goetze, den Pamino : per Sommer, den Papageno: Herr Hoffmann, den Sprecher: Herr

nüpfer, den Monostatos: Herr Lieban. Den Sarastro nat Herr

Johannes Fönß vom Hoftheater in Mannheim als Ga erner find in dieser Vorstellung die Damen von Scheele-Müller, Parbs und Lindemann, die Herren Krasa und Alma beschäftigt. Dirigent ist der | Generalmusikdirektor Dr. Strauß.

Das Königlihe Schauspielhaus bleibt morgen anläßlih des Geburtstacs Kaiser Friedri&s geshlofsen. Am Montag wird, neueinftudiert, Arzengrubers „G'wifsser8wurm“ in folgender Besetzung aufgeführt: Grillyofer: Herr Pohl ; Dusterer: Herr Sommersto1f ; Wastl: Herr Zimmerer; Horlacherlies: Fräulein May; Poltner : | Herr Vollmer; sein Weib: Frau Bute; Natl: Herr Mannstädt; Panns: Herr Geisendörfer; Michl: Herr Winter; Rose: Fräulein von Mayburg; Annemirl: Frau Meißner; Leonhardt: Herr Nesper. Die Regte führt Herr Patry.

Im Deutschen Theater wird am Mittwoh zum ersten

© Male Schillers Trauerspiel „Die Vershwörung des Fiesco zu

Genua“ aufgeführt. Wiederholungen dieses Werkes finden am Freitag und nächsten Sonntag statt. Dienstag wird Shakespeares Lustspiel Ein Sommernachtstraum* gegeben, und für die übrigen Tage der Woche, Montag, Donners:ag, Sonnabend, if „König Lear“ angeseßt. Goethes „Clavigo“ wird in den Kammerspielen des Deutschen Theaters am Dienstag, Mittwoh, Freitag und Sonntag j gespielt. Morgen, Sonntag, sowie am Donnerstag und Sonnabend wird „Frühlingserwah:n“ von Frank Wedekind gegeben. Am SN steht Arno Holz? Komödie „Sozialaristokraten“ auf dean pteipian.

Im Neuen Schauspielhause wird morgen, sowie am Dienstag, Donnerêtag und nächsten Sonntagabend die Komödie „Das Fräulein in Schwarz“ wiederholt, Montag wird „Judith“, Mittwoch und Sonnabend (74 Uhr) „Faust" (1. Teil) gegeben. Am Freitag findet wieder eine Vorstellung zu ermäßigten Preisen (,Die Kinder der Exzellenz“) statt.

Im Berliner Theater werden morgen und am Mittwoch

die beiden Lustspiele von Gustay Wied, „Erotik“ und „Erinnerungs- fest“, wiederholt. Dienstag und Donnerstag wird „Der Traum ein