1908 / 251 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

L 2) eine \hriftlihe Versicherung an Eidesftatt, daß der Bewerber e von fremde Beihilfe ausgeführt hat, ,

3) Zeugnisse darüber, daß der Bewerber ein Deutscher ift und zur Zeit der Bewerbung als immatrikulierter Schüler einer der obens- dezeihneten akademi]chen Unterrichtsanstalten dem Studium der Bild- bauerkunft obliegt,

4) ein Verzeichnis der für die Konkurrenz bestimmten Arbeiten auf besonderem Bogen.

Gesuche, denen die vorbezeihneten Schriftstücke und Zeugnisse niht vollständig beiliegen, werden niht berüdsihtigt. Die Einsendung der Gesuche hat ge von den Arbeiten zu erfolgen.

Der Preis besteht in einem Stipendium von 3000 #4 zu einer Studienreise nach Italien.

Der Genuß des Stipendiums beginnt mit dem 1. Oktober 1909. Die Auszahlung der ersten Rate im Betrage von 1500 4 erfolgt beim Antritt der Studienreise; die zweite Rate in gleicher Höhe wird gezahlt, wenn der Stipendiat vor Ablauf von sechs Monaten über den Fortgang seines Studiums an den Senat der Akademie der Künste einen füc genügend erachteten \hriftlichen Bericht erstattet hat.

Während der Dauer des Stipendienjahres wird dem Stipendiaten eins der von der Akademie im Interesse ihrer in Rom studierenden Stipendiaten gemieteten Ateliers mietsfrei überlassen werden, wenn ältere Ansprüche auf solde nicht zu berücksichtigen sind.

{lese Teilung des Stipendiums an mehrere Bewerber ist aus- geschlofsen.

Die Zuerkennung des Preises erfolgt im März 1909; nah trossener Entscheidung kann auf Bestimmung des unterzeichneten ñ E eine ôffentliße Ausstellung der Bewerbungsarbeiten statt-

nden.

Die preisgekrönte Konkurrenzarbeit wird Eigentum der Akademie der Künste. :

Berlin, den 1. Oktober 1908.

Der Senat der Königlichen Akademie der Künste, Sektion für die bildenden Künste. A. Kampf.

Angekommen:

der Staatssekretär des Reichskolonialamts, Geheime Rat Dernburg, vom Urlaub.

Wirkliche

Nichtamtliches.

Deutsches Reid.

Preußen. Berlin, 23. Oktober.

Jhre Majestät die Kaiserin und Königin empfingen heute im hiesigen Königlichen Schlosse im Anschluß an die Audienz bei Seiner Majestät dem Kaiser und Könige den abberufenen großbritannishen Botschafter Sir Frank Cavendish Lascelles.

Die Hoczeitsfeierlihkeiten am Königlichen Hofe.

Die Feierlichkeiten zur Vermählung Seiner Königs- lichen Hoheit des Prinzen August Wilhelm mit Zhrer Hoheit der Prinzessin Alexandra Viktoria zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg im hiesigen Königlichen Schloß begannen, „W. T. B.“ zufolge, estern Nachmittags um 4 Uhr. Nachdem die Schloßgarde- ompagnie auf der Wendeltreppe Spalier gebildet und die Galawachen und Doppelposten des Regiments der Gardes du Corps, der Leibgarde Jhrer Majestät der Kaiserin und der Krongardisten in den Prunkräumen aufgezogen waren, begannen sih die Hofstaaten im Königszimmer und der drap d’or-Kammer zu versammeln, im Weißen Saal die Obersten, die Kapitäne zur See, das Offizierkorps des 1. Garderegiments zu Fuß und eine Deputation des Grenadier- regiments König Friedrich Wilhelm I. (2. Ostpreußischen) Nr. 3. Die weiteren Geladenen, nämlich die Herren und Damen des hohen Adels, des diplomatischen Korps, die Generalität und Admiralität und die Räte erster Klasse sowie die ge- ladenen inländishen Damen begaben sich soglei in die Schloß- fapelle. Die Höchsten Herrschaften und Gäste fanden sich in der boisierten Galerie ein, im Kurfürstenzimmer Jhre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, das Hohe Brautpaar, Jhre Hoheiten der Herzog und die Herzogin Friedrich Ferdinand zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Giücksburg, Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Oldenburg, Jhre Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin, Jhre Königlichen Hoheiten der Prinz und die Prinzessin Eitel- Friedrich sowie die anderen Geschwister des Hohen Bräutigams und der Prinzessin-Braut. Vorher war die Königliche Prinzessinnen-Krone durch Beamte des BauCiheges herbei- a und von einem Offizier und zwei Mann vom egiment der Gardes du Corps bis in ein angrenzendes Ge- mach geleitet worden. Jm Chinesishen Kabinett hatte Jhre Majestät die Kaiserin und Königin die Krone auf dem Haupte der Prinzessin-Braut befestigt, wobei die Oberhofmeisterin Gräfin Brocfdorff hilfreihe Hand geleistet hatte.

Um 41/4 Uhr fand im Kurfürstenzimmer die standesamt- lihe Eheschließung des Hohen Brautpaares durh den als Minister des Königlichen Hauses fungierenden Oberhofmarschall Grafen Eulenburg statt, in Gegenwart der genannten Mit- glieder der engeren Familie des Hohen Brautpaares.

Nunmehr ordnete sich der große feierliche Zug der Aller- höchsten und Höchsten Herrschaften zur Kapelle. Voran \hritten Hoffouriere und Pagen, sodann der Kammerherr Graf zu Rangau und der Kammerjunker von Lekow als adlige Wappenherolde mit den Stäben. Der Oberstmarschall Fürst vonFürstenberg im Galascharlachrock der Gardes du Corps mit dem großen Oberstmarschallstabe schritt den Kammerjunkern und Kammerherren voran, die paarweise, die jüngsten voran, geordnet waren. Der Oberküchenmeister Graf von Pückler und der Schloßhauptmann Graf Hohenthal-Dö kau m das Hohe Brautpaar. Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzen August Wilhelm folgten die zur Aufwartung beigegebenen Herren, der Generalleutnant von Schenck und der ftell- vertretende Hofmarshall Major von Roeder mit den beiden persönlichen Adjutanten; der Prinzessin - Braut die stellvertretende Oberhofmeisterin Palastdame Gräfin von Harrach, der Kammerherr Graf zu Ranßau-Rastorf und wei Pagen. Darauf kam der große Vortritt: die Hof-,

izeoberhof-, Oberhof- und die Obersten Hofchargen, paar- weise, und hinter ihnen Seine Majestät der Kaiser mit Jhrer Hoheit der Herzogin Friedrich Ferdinand zu Schleswig - Holstein - Sonderbur g- Glücksburg. Seiner Majestät folgten der Hausminister, die

ibm eingelieferte Konkurrenzarbeit selbst erfunden und obne |

Generaladjutanten, Generale à la suite und Flügeladjutanten und der Gcheime Kabinettsrat von Valentini. Seine Hoheit der Herzog Friedrih Ferdinand zu Schleswig-Hol- stein - Sonderburg - Glücksburg führte sodann Jhre Majestät die Kaiserin, Allerhöchstwelcher der- Kabinettsrat von Behr-Pinnow, der Kammerherr von Winterfeld und die jugendlichen Prinzessinnen Viktoria Luise von Preußen und Karoline Mathilde zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücks- burg voraufschritten, während die Oberhofmeisterin Gräfin von Brocdorff, die Hofstaatedamen Gräfin von Keller und Arten von Gersdorff, der Oberhofmeister Freiherr von

irbah und zwei Pagen folgten. Den Majestäten \chlofsen sich die anwesenden Fürstlichkeiten an.

Als sih der Hochzeitszug, der fich durch den Rittersaal, die Bildergalerie und den Weißen Saal bewegte, der Kapelle näherte, seßte der Domchor mit Mendelsohns Doppelquartett aus dem „Elias“ ein: „Denn er hat Seinen Engeln befohlen über Dir, daß sie Dih behüten. . . .“ wer Oberhofprediger, Exzellenz D. Dryander mit der Hof- und Domgeistlich- feit erwarteten den Zug am Eingang zur Kapelle und geleiteten das Hohe Brautpaar zum myrtengeschmückten Altar wo Seine Königliche Hoheit der Prinz August Wilhelm sich ur Rechten der Prinzesfin-Braut aufstellte. Seine Majestät er Kaijer mit der Mutter der Hohen Braut trat rets, Jhre Majestät die Kaiserin mit dem Vater der Braut links neben den Altar, die folgenden Gruppen der Hohen Hochzeitsgäste traten abwechselnd rechts und links heran, bis die legte Gruppe der Prinzen dem Altar gegenüber den großen Halbkreis {loß. Die Umgebungen und Gefolge ‘füllten mit den schon anwesenden Geladenen die Kapelle bis in die hohen Nischen hinein.

Nah dem vom Bläserbund begleiteten Gesang der Gemeinde vollzog der Oberhofprediger die Trauung. Fn dem Augenblick, in dem das Hohe Brautpaar die Ringe wechselte, donnerten von der im Lustgarten aufgestellten Leibbatterie des 1. Gardefeldartillerieregiments 36 Kanonen- üsse herüber. Es folgten Gebet, Vaterunser und Segen, worauf der Domchor Gluck-Beckers „Wo du hingehst, da will ih auch hingehen“ sang. Jhre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin beglückwünshten das Hohe Brautpaar mit Kuß und Händedruck, und Gemeinde, Chor und Bläser ver- einigten sich zu dem Liede „Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang“. Unter den schmetternden Fanfaren der alten Weise „Wilhelmus von Nassauen“ verließ der Zug in feier- liher Ordnung die Kapelle. Jm Ausbau der Lildergalerie statteten die Höchsten Herrschaften dem Brautpaar Jhre Glüd- wünsche ab, dann begann die große Gratulationscour im Weißen Saal.

Unter dem Thronhimmel nahmen Jhre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin und das Hohe Brautpaar, dieses in der Mitte Aufstellung; unmittelbar neben Seine Majestät den Kaiser bezw. Jhre Majestät die Kaiserin traten rcchts Jhre L die Herzogin und links Seine Hoheit der Herzog |

riedrich Ferdinand, die anderen Fürstlichkeiten {lossen si rechts und links in zwei langen Linien an. Die Geladenen näherten sich nun von der Kapelle her dem Throne und defilierten vor den Majestäten und dem Hohen Brautpaar unter den Klängen der Musik. Nah Beendigung der Cour meldete der Oberzeremonienmeister Graf zu Eulenburg das Souper an.

Die Allerhöchsten und Höchsten Herrsc,aften begaben sich wiederum in feierlihem Zuge dur die Bildergalerie und die angrenzenden Festräume nah dem Rittersaal zur Königlichen Zeremonientafel. Jn der Mitte der Tafel nahm das Hohe Brautpaar unter dem Thronhimmel Plaß, rechts neben der Braut Seine Majestät der Kaiser und neben ihm die Mutter der Braut, | links neben Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzen August Wilhelm Jhre Majestät die Kaiserin und neben dieser der Vater der Braut; die andern Fürstlihkeiten reihten sich zu beiden Seiten in der für diesen Abend festgestellten Folge an. Gegenüber den Hohen Vermählten saß Seine Kaiserlihe und Königliche Hoheit der Kronprinz zwishen Jhren Königlichen Hoheiten der Prinzessin Eitel-Frieckrich und der Herzogin von Sachsen-Coburg. Bei der Tafel brachte Seine Majestät der Kaiser folgenden Trinkspruch auf Jhre Königlichen Hoheiten den Prinzen und die Prinzessin Auguit Wilhelm aus:

Ih sprehe Euch in Unserm Namen und im Namen Meines Hauses den herzlichsten Glückvunsch aus! Meine liebe Alix! Du kommt vom meerumflosenen Lande zu Uas niht als Unbekannte, denn Du hast viele Wochen Deiner Jugend bei Uns verlebt in ver- schiedenem Alter. In der frühesten Zeit hai sih zwishen Eu das Band geknüpft, das zu dem heutigen glücklichen Tage geführt hat. Ich nehme Dich mit offenen Armen auf bei Uns und mögest Du bei Uns der \{chönen Heimat wenigstens etwas vergessen.

Fhr werdet nun Euren Hausstand begründen und das Leben zu- sammen beginnen. Leben heißt arbeiten, arbeiten heißt schaffen, hafen bedeutet wirken für Andere, für das Vaterland, für Unser Volk, wirken in Unserem Hause. Nach den frohen Stunden der ersten Tage und Monate wird auch an Euch der Ernst des Lebens herantreten mit seinen Pflichten, den Pflichten, wie sie in Unserem Hause geübt werden. Wir sehen auf Eu Beide als auf Unsere Helfer in Unserem Wirken. Du, Mein Sohn, hast Unserem Hause Ehre gemacht mit Deinem Examen, welches Dir zu Deiner Zivillaufbahn den Weg geöffnet hat, ‘und Du wirst Meiner Frau hilfreich zur Seite stehen in den Werken der barmherzigen Liebe. Möge für Euch auch das Bild maßgebend sein, welches für uns Menschen von oben gezeichnet ist: Der Strom, der sih zwiefah teilt! Der eine Arm, der belastet wird, der die Schiffe trägt, dem Meere zu, ein Vorbild dafür, daß einem im Leben von oben Lasten auferlegt werden, die gemeinsam getragen werden sollen und daß die Kraft zum Tragen aus dem festen Vertrauen auf dort Oben erwähst und der andere Arm, der Arbeit verrihtet; auf dies Bild greifen wir zurüdck,

|

als ein Bild dafür, daß wir stetig wirken sollen in Werken der Liebe zu den Brüdern, und wirken in stetiger Arbeit für das W)hl des | großen Ganzen und zur Ehre Unseres Hauses! In diesem Sinne er- | beben Wir die Gläser und trinken jegt auf das Wohl Seiner König- | lihen Hoheit des Prinzen August Wilhelm und der Prinzessin August | Wilhelm von Preußen !* ; | Um 8 Uhr fand das Fest in dem feierlihen Fackeltanz | im Weißen Saal nach althergebrahter Sitte seinen Abschluß. | Die Herren und Damen des hohen Adels, das diplomatische ; Koips und die Exzellenzen nahmen auf einem dem | Thron gegenüber errihteten Hautpas Plaß, die übrigen | Damen in der großen Loge. Jm Zuge nahte der Hof. | Wiederum nahmen die Hohen Vermählten und die Majestäten

unter dem Thronhimmel Aufstellung, sämtlihe Fürsten und

| die

! ist seit Räumung des Sandschaks eine lächerlihe Ueber flüfsigk

Prinzen traten zur Rechten, sämtlihe Fürstinnen und Prin- zessinnen zur Linken des Throns. Seine Majestät der Kaiser erteilte den Befehl zum Beginn des Fackeltanzes an den Oberst- marschall Fürsten zu Fürstenberg, dieser näherte sh Jhren Königlichen Hoheiten dem Prinzen und der Prinzessin August Wilhelm und lud durch eine Verbeugung zum Beginn des Tanzes ein. Die hohe Gestalt des Oberstmarschalls- mit dem großen Oberstmarschallstabe schritt voran, zwolf Pagen mit weißen Wachsfackeln gingen paarweise hinterdrein. Nach einem Rundgang des Hohen vermä:lten Paares im Saale, forderten Jhre Königliche Hoheit die Prinzessin Seine Ma- jestät den Kaiser und Seine Königlihe Hoheit der Prinz Jhre Majestät die Kaiserin zum Tanze auf. Es folgte ein neuer Rundgang. Den nächsten Gang machte das Hohe Paar mit Jhren Hoheiten dem Herzog und der Herzogin riedrich Ferdinand von Shleswig-Holstein- Sonderburg- lücksburg. Nach beendigtem Fackeltanze traten die Pagen mit den Fackeln dem Zuge der Fürstlichkeiten bis an den Eingang der für die Hohen Neuvermählten eingerichteten Gemächer vor. Hier wurde die Prinzessinnenkrone den Beamten des Paualages wieder überliefert, die fiell- vertretende Oberhofmeisterin der Braut nahm die Verteilung le rage“ dias vor und Seine Majestät der Kaiser ent- ieß den Hof.

Jhre Königlichen Hoheiten der Prinz und die Prinzessin August Wilhelm begaben sich nah Schloß Hubertusstock; Seine Majestät der Kaiser geleitete das Hohe Paar nah dem Stettiner Bahnhof.

Der Bundesrat versammelte sih heute zu einer Plenar- sizung; vorher hielten der Ausshuß für Handel und Verkehr und der Ausshuß für Justizwesen Sißungen.

Wie Nr. 10 der „Amtlichen Nachrichten des Reihs- versiherungsamts“enthältzunächst einen Nachruf für das an 21. September 1908 verstorbene ständige Mitglied, den Laiser- lihen Regierungsrat Felix Hellwig.

Der Amtliche Teil bringt unter A eine Bekanni- machung vom 5. Oktober 1908, betreffend das Ergebnis der Ergänzungswahlen von aht Stelloertretern der nictständigen Mitglieder des Reichsversicherungsamts aus dem Stande der gewerblichen Arbeitgeber, ferner ein Rundschr 1ven vom 10. Oftober 1908 über die aus Anlaß des VIIT. Jnter- nationalen Arbeiterversiherungskongresses in Rom 1908 her- gestellten Schriften.

Unter B folgen vorläufige Mitteilungen aus der Gewerbe- unfallstatistik für das Jahr 1907.

Unter C (Jnvalidenversiherung) werden gemäß S 161 des Jnvalidenversicherungsgeseßes erlassene Kontroll- vorschriften der Landesversicherungsanstalten Westfalen und der Hansestädte veröffentliht, dann folgt ein Rundschreiben, betreffend das Ergebnis der Abrechnung über die im Jahre E auf Grund des Jnvalidenversiherungsgeseßes geleisteten

ahlungen.

Der Nichtamtliche Teil bringt den Abdruck eines Urteils des Königlih preußishen Oberverwaltungsgerichts vom 20. Februar 1908, worin ausgeführt wird, daß Kranken- kassen, die gemäß S 148 des JInvoalidenversicherungsgeseßes mit der Einziehung der Beiträge zur Jnvalidenversicherung betraut sind, Organe der Versicherungsanstalten sind unb die Be- rechtigung haben, die in § 161 Abs. 2 des Jnoalidenver- E eseges vorgesehenen Nachweisungen zu erfordern, pas Os er Aufsicht der Kassenaufsichtsbehörden unterstellt

eiben.

D

Der Kaiserlihe Botschafter in Rom, Wirkliche Geheime Rat Graf von Monts if von dem ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub auf seinen Posten zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Botschaft wieder übernommen,

Der Bevollmächtigte zum Bundesrat, Großherzoglich E E Oberfinanzrat Dornseiff ist heute von hier abgereist.

Der russishe Minifter des Aeußern von Jswolski ist, „W. T. B.“ zufolge, heute vormittag aus Baden-Baden hier eingetroffen.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Bremen vorgestern in Bahia Blanca (Argentinien) eingetroffen und geht am 2. November von dort nach Punta Arenas (Süd-

Chile) in See. L S. M. S. „Seeadler® ist vorgestern in Mahé (Seychellen) eingetroffen und geht am 30. Oktober von dort nah Daressalam in See.

M. S. „Zltis ist gestern in Kobe (Japan) ein- getroffen.

Oesterreich-Ungarn.

Das Wiener „Fremdenblatt“ bespriht den türkisch- bulgarischen Konflikt und drückt die Hoffnung aus, daß e eine friedlihe Lösung finden werde. Das Blatt schreibt odann:

Oesterreih-Ungarn will, daß ein starkes Bulgarien und eine starke Tüikei ih einander in ehrlihem Vertrauen begegnen, fi nebeneinander felbständig entwickeln und dadurch gegenseitig ihre Befähigung vermehren, Mitgaranten des Friedens auf der Balkanbalbinsel und de3 status quo ¡u werden, der sich in den lezten Jahrzehnten faktish heraus.ebildet bat. Man lese doch in unseren Lelegationsberihten die Reden der Mitglieder aller Parteien über die Türkei. Es ist b-i einigem guten Willen unmöglich, den unbefangenen u1d ungekünfteltin Ton dieser Reden zu überhören, keine Drohung gegen irgend einen anderen Staat und: feine Sorge um urseren Einfluß am Balkan enthalten. Wir drohen nicht, weil wir uns stark fühlen, und wir sind nicht besorgt, weil wir es mit den Balkanvölkern eh:lih meinen und unsere Orient- politik auf dem angeftrebten Gegenseitigkeitsverhältnifse zwischen unserem und threm Vorteile beruht. Die Frage, was wir, wenn wir der Türkei offen entgegenkommen, im Geheimen ihr Abträgliches mer:

; die Frage, welchen speziellen Zweck wir in einem bestimmten Zeitpunkte mit unserer türkenfreundlichen Haltung verfolgen, kann nur aus der unwill- fürlihen Uebertragung von Prinzipien aus dem Geblete eirer anderen Orientpolitik auf die unsrige entstehen, der aber diese Prinzipien wesens- fremd find und einen unannehmbaren Standpunkt beteuten. Unsere freund\shafiliche Gefinnung für die Tülket ift kein plöglih entwickelte®

kein Mittel zum Zweck, kein berehaeter Zug in einer

jefühl ad dor wünschen ae starke Verankerung der Türkei ‘Stürme der Octentpolitik, weil diese Stärke unsere

osition feftigt, weil zwei Anker die von uns

ität besser gewährleisten als einer. enn ünste E L Wag deshalb unsere Orientpolitik auch

R L , aber dies ist eine Selbftsu§ht, die der ff a a e erläßlihften Garantien ibrer Sicherheit und Túrke ft ewährt. Die andere Garantie muß ih die Türkei selbft Bukun Ler werden ihr vielmehr hoffentlih die Jungtürken schaffen r dem sie ihr Land ftark und selbständig machen, selbständig mne e zenúber den Tendenzen, welhe die neue Türkei als Tummel- us Mternationalen Ghrgeizes benügen wollen. au __ Aus Anlaß einer auf den Nordbahnlinien eingetretenen ssiven Resistenz hat der Eisenbahnminister einen Eclaß Is alle Organe der Staatseisenbahnverwaltung gerihtet, in an o W. T. B.“ zufolge, unter Hinweis auf die 1ün ste, E ni "t abgeschlossene Staatsaftion zu Gunsten des Eijen- ahnpersonals die Teilnehmer an der Resistenz auffordert, von uis pflihtwidrigen Beginnen abzulafsen, und den Entschluß ausspricht, der mutwilligen, die wirischaftlichen nteressen der esamten Bevölkerung {wer bedrohenden Auf- lehnun mit allen Machtmitteln zu begegnen und gegen jeden iensteten der Staatseisenbahn, der eine ordnungsgemöäße JAhwicklung des Dienstes, anstatt sie pflihtgemäß Wi fördern, vereitelt, erschwert oder verzögert, fortan unnachsichtlih mit der vollen Strenge der Dienstordnung vorzugehen. Jm Aus chuß für die Auswärtigen Angelegen-

der Regierung

1 und den Okffupationsfredit der osterreihischen

elegation erklärte der Minister des Auswärtigen Freiherr von Aehrenthal gestern auf eine Fusrage des Abg. gramarsch über die politishe Lage, „W. T. B.“ zu- folge: s enwärtig seien zwei Verhandlungen im Zuge, die für Oester- i on besonderer Wichtigkeit wären. Entsprehend seinem bisherigen Standpunkte befinde sich Oesftercei-Ungarn in Unter- handlurgen mit dec Türkei bezüglich Bosniens und der erzegowina und der Räumung des Sand schhaks. Do Berhandlungen nähmen ihren Fortgang. Bezüglich der Konferenz set dem Ausschusse ver Standpunkt der NRegierung bekannt. Sie habe grundsäßlih gegen die Idee einer Konferenz nichts einzuwenden, sofern deren Programm vorber genau festgestellt i und thcer Auffaffung Rehnung trage, Es seien hierüber Vor- preungen zwischen den Mächten eingeleitet ; sie befänden sich aber erst im Anfangsftadium. Gr müsse sich daher, da sie streng ver- traulih geführt würden, in dieser Beziehung eine gewifse Reserve auf- erlegen. Bezüglich der Boykottbewegung in der Türkei erklärte der Minister, daß der Botschafter in Korstantinopel in dieser Richtung sehr nacdrüdcklihe Vorstellungen erhoben habe, die auh Grfolg gehabt hätten. Die Bewegung habe nachzelafsen, und er glaube zuversihtlich aussprechen zu können, daß fie binnen kurzem gänz- li beendet sein werde. Was Serbien angehe, so glaube er, daß fh die Erregung in diesem Lande bald legen werde und daß die gegen Oesterreich-Ungarn gerichteten feindseligen Kundgebungen endlich auf- bôren würden. Er hoffe, daß es dem nah Belgrad zurückgekehrten Gesandten Grafen Forgah gelingen werde, dahin zu wirken, daß Oesterreich-Ungarn fein bisheriges Verhalten Serbien gegenüber weiter beobahten könne. Bei der Verhandlung über den Okkupationskredit erklärte der gemeinsame Finanzminister Baron Burian: Die Voriagen, betreffend mein Reformprogramm für Bosnien, das ih bereits in der Ungarischen Delegation dargelegt habe, werden mit der größtmöglihen Beschleunigung vorbereitet. Ginea deutlihen Beweis dafür, daß der Augenblick für die Annexion richtig gewählt war, liefert deren anftands- lose Durchführung è€ ohne die Fnanspruchnahme außergewöhn- lider Maßnahmen. Die musterhafte Haltung der gesamten Be- völkerung verdient das höchste Lob, Wenn auch die eingetretene Aenderung nicht in allen Schichten der Bevölkerung die gleichen Gmpfindungen au3gelöst hat, so ist doch evident geworden, daß die neue Ordnung der Dinge von der überwältigenden Mehrheit der Einheimishen in richtigem Verftändnis ihrer wahren Interessen niht allein ruhig, fondern auß mit Befriedigung aufgenommen worden if. Die Freude über die Klirung des Schickjals der beiden Länder und die dem Kaiser- liden Willensakte allgemein entgegengebrackte ahtungsvolle Aufnahme ist nirgends im Lande durch einen Mißton getrübt worden. Wir bliden offenen Auges aber auch zuversichtlich in die Zukunft. Was die künftig im Verein mit der neuen Vertretung des Landes zu führende ner eet pan betrifft, so ift es mein Programm, die notwendigen nvestitionen zu machen, gesunde Steuerquellen zu ershließen und dabei das rihtige Augenmaß für die Bedürfnisse, aber auch für die Kräfte des Landes zu behalten.

Der Heeresaus\chuß der Oesterreichischen Delegation beriet gestern das Marinevudget.

Na dem Bericht des „W. T. B." betonte der Marinekomman- dant Mon tecuccoli im Laufe der Debatte, daß die bisher gebauten neren Kriegsschiffe allerdings kleiner seien als die modernsten Bauten anderer großen Marinen, es müsse aber berücksihtigt werden, daß die Pläne dieser Schiffe vor drei Jahren konzipiert worden seien, wo die Mitt-elmeermähte keine größeren Schiffe als mit 14 500 t auf Stapel gehabt hätten. Die jet gebauten Swiffe seien in der Armierung stärker als die französischen der Nepublikklafse. Die nâhsten Schiffe würden bedeutend größer sein, und ihr Deplocement werde sih ¡wischen 18 000 und 19 000 t bewegen. Für diese Bauten werde entweder dur die Höberstellung des betreffenden Budgettitels oder durch einen außerordentlihen Kredit vorgeforgt werden müssen. Gr könne jedo versichern, daß die Fertizitelung der Schiffe dur die Mindereinstellung im Budget keinerlei Verzögerung erfahre. Die Marineleitung habe keine uferlosen Pläne. Die dem Heere und der Marine im richtigen Augenblick- bewilligten Summen fönnten dem Lande tausende Millionen ersparen, die ein unglüdlicher Kriza vershlingen könne. Jedenfalls lehre die Weltgeschichte, daß ein olüdliher Krieg noh kein Land ruiniert habe.

Hierauf nahm der Ausshuß das Marinebudget an.

_ —Jnder Ungarischen Delegation, die in der gestrigen Sizung über das Heeresbudget verhandelte, gab der Feld- marschalleutnant Hoffmann auf eine Anfrage bezüglich der r vug ive der zufolge der Minister des Aeußern- im Klub der Unabhängigkeitspartei geäußert habe, daß angesichts der niht ganz geklärten Lage die südöstlihe Grenze jedenfalls verstärkt werden müsse und es keine über flüssige Vorsicht sei, wenn man die dort stationierten serbishen Regimenter durch ungarische ersezen würde, folgende Ecflärung ab: __ Die Heeresleitung sei von der Ueberzeugung durchdrungen, daß jedes Mitglied der gemeinsamen Armee jederzeit, au in der Zukunft, bereit sei, in die Bresche zu treten, wenn der oberste Kriegsherr dies verlançe. Hätte der Kriegsminister diese Ueberzeugung nit, so dürfte er niht auf feinem Posten verbleiben. Die Heeresleitung hege keinerlei Mißtrauen gegen die Truppen an der Grenze, wozu auch ein Grund vorliege. Die dem Minister des Aeußern zugeschriebenen

ußerungen seien nit gemaht worden. Was die Frage betreffe, ob die xeresleitung Vorsorge getroffen habe, um die Zahl der an der Grenze cfadlihen Truppen verstärken zu können, so teile er nur mit, daß die Heeresleitung fih mit den Regierungen beider Staaten ins Ein- dernehmen geseßt habe, damit Tie Notfall diese Vermehrung unter Beobachtung der Gesetze sofort gesehen könne. Bisher sei eine der- artige Notwendigkeit niht eingetreten und deshalb eine Vermehrung

Jn der gestrigen Sißung Staatssekretär Sir Edward Anfragen bezüalih der

„„W. T. B.“ zufolge, aus:

_ Das Mächten stattfinden, gehe dahi züglich des Programms für e ohne neue Beunrubigung ju

Ereignifse entstandenen die Türkei, so bemerkte

\chehnifse am s{chwersien get

ausgeübt habe. Die Billigung wendige Vorausseßung für die

geregti worden.

sekretär die von der schläge in klarer Form ausein Edward Grey:

E8 würde verfrübt sein,

Der Zweck der von den Mächten

Nach

zösish-spanishen Note einigten Staaten von

zufolge, der Präsident Falliè

M Marineminister. inisterrat bei, der fih mit

Parlament beschäftigte.

“Der Konig und die K Ministerpräfidenten Maura, Barcelona eingetroffen und Zurufen begrüßt worden.

Großbritannien und Frlaund. /

des Unterhauses führte der Grey in Erwiderung auf einige geplanten Orientkfonfevenz,

iel der Üaterhandlungen,

Schwierigkeiten Grey 1

traue die englishe Regierung, daß daß erste sein werde, Kompenjsationen für die Türkei zu sichern, ihre Interessen zu stüt-n und das neue türkische Regime zu stärken, defsen Einführung so wobltätige Wirkungen auf die Verwaltung des tükishen Reiches der türkishen Regierung sei eine not-

programms, und da die Ansichten der Türkei übet die erfolgten An- regungen noch nicht zum Ausdruck gebracht worden seien, so kônne er eine weitere ‘Mitteilung nicht machen. Der Konferenzvorshlag sei in erster Linie von der Türkei gemacht worden, edanke Korferenz sei um ungefähr dieselbe Zeit von mehr als einer Seite an-

Auf eine Frage des Liberalen Lynch, ob der Staats- britischen Regierung empfohlenen Vor-

über irgendwelWe von einer einzelnen Mat befürworteten Vorschläge irgend welche Aufshlüfse

Ach vor irgendwelchen Veröffentlihungen über die in bezuz auf die

verschiedenen Vorschläge herrschenden Ansichten zu vergewifsern. Frankreich.

einer Meldung der „Agence Havas“ hat die

italienishe Regierung beschlossen, fih der neuen fran-

Amerika haben ihrem Vertreter

in Tanger Jnstruktionen zugunsten dieser Note erteilt. Im Ministerrat unterzeichnete gestern, „W. T. B.“

"Spanien.

die gegenwärtig zwischen den n, einige Uebereinslimmung be- ine Konferenz zu {afen , die erregen, die durch die jüngsten beilezen solle. Da durch die jüngsten Ge- worden sei, so ver-

roffen ; Ziel der Mächte

Annabme eines jeden Konferenz-

aber der Gedanke ana eine

anderseßen wolle, erwiderte Sir

[üfse zu geben. einander gemachten Mitteilungen sei,

anzuschließen. Auch die Ver-

res die Ernennung Picards Picard wohnte alsdann dem der Frage der Tagesordnung im

önigin find in Begleitung des W T. B.“ zufolge, gestern in der Menge mit freudigen

r von

Der Deutsche Landwir engster Füblung mit dem Re

der Kolonien verhandelt worden denen Seine

Verhandlungen, Deutschen

Präsident der der Herzog Johann auf Maßnahmen zur Förderung afrika.

seine Tätigkeit für die Kolonien

Einzelstaaten, beantragt hat.

Koloniales. Die landwirtshaftlihen Interessen unserer Kolonien.

Kolonialgesellshaft die Fö:derung der Landwirtschaft in den Kolonien in sein Arbeitsprogramm aufgenommen. versammlung von 1907 allgemein über die Bedeutung und Entw cklung

Kolonial gesellschaft, Albre

Nachdem der Landwirtschaftsrat t Jahres eine ständige Kommission für die Kolonien gebildet hat, ift

ndem der Deutsh-südwestafrikanische Farmerbund durh seinen Vorsizenden, Rehtëanwalt Erdmann, 1 Deutschen Landwirtshaftsrat als mitberatende und mitbeshließende Körperschaft, ähnlih wie die Lantwirtschaftskammern in den deutschen

ischaftsrat hat seit 2 Jahren in ihsfolonialamt und der Deutschen

Nachdem in der Plenar- erstreckten sich die dietjährigen Kaiser und der

Seine Hoheit t zu Mecklenburg beiwohnten, der Viehzucht in Deutsh-Südwest- bereits am Anfang dieses

war,

Majestät der

jeßt in ein neues Stadium getreten,

den Eintritt in den

gestern gestorben.

Parlamentarische Nachrichten.

Das Mitglied des Herrenhauses Wirklicher Geheimer Nat Dr. JFttenbach ist nah einer Meldung des M T. V

im Schulj

Am 1. Januar 1908 gab Sghulen“, bestehend Seminaren, die \sprehen, 14 Gymnasizn, 4 Lateinabteilungen, ferner 12

umfassend 10 Obecr

Sg@ulen“, Einrehnung

klassen und, mit ohne Oberkiafsen. 4 evongelisch - theologishen S gymnasien 2064, die Realprogymnafien 989 und

mit den preußischen

oder 2 Uaterrichtsklafsen umfa laffen 4936 Schüler. unter den 24913 Schülern f Knabenshulen Württembergs 1 658 Juden und

Hay@ gehörten den glei 567, 117, 33 und 5 an

an sämtlihen gymnasialen, mit Oberklafsen 680 Haupt- übrigen Schulen ohne

Württemberg für 1907.

auŸ nigt erfo

des Kirhen- und Schulwesens.

Statistik und Volkswirtschaft. Höhere Knaben- und Vorshulen in Württemberg

aus 4 den oberen Klassen 4 Progymnasien,

5 Realgymnasien und 7 Realprogymnasien,

Davon zählen die Gymnasien mit Einschluß der die Oberrealshulen 5541, die Progymnasien 454,

klassen 4958, mithin sämtliche 65 Schulen mit Oberklafsen, die allein böberen Schulen in Bery können, 18 380 S&tüler. Auf die Lateinschulen, die in der Regel nur 1

noch 1597 und auf die gee und Bürgershulen ohne Ober- Dem Religionsbekenntnisse nah befanden sich

45 Zugehörige zu sonstigen Bekenntnifsen. Nimmt man die Schüler der Oberklafsen für ih in den Oberklafsen der ESymnasien und 756 fatholisch, 47 jüdisch und 3 son 722 Schülern in den realgymnafialen und realprogymnafialen Ober- n Bekenntnissen in derselben Reihenfolge und von den 1824 Schülern in den Ober- klassen der Oberreal- und Realschulen 1411, 366, 40 und T Ohne Einbeziehung von 44 Vikars- und Repetentenftellen gab es realgymnasialen und realiftischen Schulen

berklafsen noch 243 bezw. 23 folher Stellen.

*) S'atiftik des Unterrichts- O Veröffentliht vom K

ahre 1907/08.*) es in Württemberg 80 „gymnasiale

niederen evangelisch - theologischen eines Gymnasiums ent- 54 Lateinshulen und „realgymnasiale Schulen*, nämlih und 100 „realistische 21 Realshulen mit Ober-

ealschulen, 69 Realschulen

von 2 Bürgerschulen, eminare 4374 Schüler, eal- die Real|hulen mit 1 oder 2 Ober- leich gestellt werden

en, und die Lateinabteilungen entfallen §160 Goangelishe, 6050 Katbolifen, so waren von 1801 Schülern

rogymnasien 995 evangelisch, igen Bekenntnifses, von den

und 88 Hilfslehrstellen und an den

c

Kandidaten des humaniftishen Lehramts waren am 1. Januar 1908 50, Kandidaten des realifti\chen 149 vorhanden. Von deu -ckersteren waren 38 und von den letzteren 86 im Schuldienst verwendet.

Die sogenannten „Elementar ilen“ Wüttembergs entsprehen unseren Vorschulen, intem sie Knaben in zwei bis drei Jahrgängen zum Eintritt in die höheren Schulen vorbereiten. Solcher Element ar- \chulen zählie man am 1. Januar 1908 19 mit 101 Lehrstellen (darunter 29 provisorischen) und 4015 Schülern, von denen 3277 evangelisch, 623 katholis, 100 jüdisch waren und 15 noch anderen Bekenntnifsen angehörten. )

Deutsche in der französhen Fremdenlegion.

Nach „La France militaire“ (Nr. 7444) befinden ih unter den Mannschaften der etwa 12000 Maxnn zählenden französishen Fremdens- legion vom Hundert: 49 Elsaß-Lothrinaer, 12 andere Deutsche,

8 Schweizer, 7 Belgier, je 5 Franzosen, Spanier und Italiener, je 4 DOesterreiher und Holländer, sowie 5 Angehörige verschiedener Nationalitäten. Die Deutschen find “nit 1600 bis 1700 vertreten, Fhre Zahl war von jeher beträhtlich, au vor dem Jahre 1870 bildeten fie die Mehrheit.

Die Bevölkerung Chiles 1907.

Nach einem im „Diario Oficial’ veröffentlihten Berit über die in Chile am 28. November v I. vorgenommene Volkszählung, den die hierfür eingesezte Kommission der Regierung erstattet hat, betrug die Einwohnerzahl des ganzen Landes einschli-ßlich des Magallanes8- Territoriums 3 249 960 gegen 2712145 im Jasre 1895 (bei der vorleßten Zählung) und somit die im wesentlichen auf Geburtenübershuß zurückzufühcende Zunahme jährli 1,51 9%. (Bericht des Kaiserlichen Generalkonsulats in Valparaiso.)

Wohlfahrtspflege.

Der freiwillige Erziehungsbeirat für shulentlassene Waisen in Berlin hat soeben einen Bericht über seine Tätigkeit in den Jahren 1906 und 1907 erstattet. Dana wurden in der Berliner Kinderbeil stätte Dyroß in 4 Freistellen i. J. 1906 29 Mädchen, im Jahre darauf 28 Mädchen längere Zeit verpfl-gt. Im Erholungs- heim Miersdorf fanden 44 bezw. 52 Pfleglinge Aufnahme. Die Ausgaben für Miersdorf betrugen 3045 beiw 29124. Die Kom- mission für Unterbringung schwählicher Pfleglinge auf dem Lande konnte i. J. 1906 32 Knaben und 30 Mädchen, im folgenden Jahre 36 Knaben und 39 Mädchen aufs. Land zur Er- bolung \chicken; es wurden dafür 1286 bezw. 1134 # veraus- abt. Dur den neu bearündeten Krüppelbeil- und E ürsorgeverein erwuchs dem Verein eine weitere Möglichkeit zur Ünterbringung von Pfleglingen, die durch körperliche Mängel an dem Ergreifen eines Berufs gehindert sind. Das im Oktober 1905 eröffnete interkonfessionelle Lehrlincsheim mußte nah eiojährigem Bestehen ges {lossen werden; es wird urter konfeisioneller Leitung fortgesetzt. Die Unterstüßungskommission bewilligte i. F. 1906 auf 710 von 816 eingegangenen Gesuchen 17294 4; es wurden 431 Kinder unter- fiüßt. Im Jahre 1907 konnten von 766 Gesuchen 859 berüdcksidtigt werden; es wurden 428 Kinder mit 15203 # unterftügk. Die Abteilung für Lehrstellennachweis konnte im Zusammen- arbeiten mit Verbänden und Handwerkskammern fortgeseßt ausgebaut werden. Im Jahre 1906 wurden 1525 Knaben und 1633 Mädchen, im Jahre 1907 aber 1465 Knaben und 1629 Mädchen aus den St&ulen bei der Nahweiseabteilung angemeldet. Die genaue Zahl der untergebrahten Pfleglinge läßt sich nit angeben. Im Zertral- bureau des Vereins waren vollständig geführte Akten über neu hinzu- gekommene dauernde Pflegshaften vorhanden: 1905 über 649, 1906 über 546 und 1907 über 618. Da die dauernden Pflegshaften vier Fahre währen, hat das Zentralburcrau zur Zeit rund 2500 in Kontrolle. Aus dem Kassenbericht für 1907 seien noh folgende Zahlen mitgeteilt. Die ordentliGen Einnahmen betrugen 34113 4, die Ausgaben 30 109 46. Das Generalkónto betrug nach Vereinnah mung einiger Legate 115654 #. Der Gesamtbesig des Vereins betrug am L. Januar 1908: 155 798,34 M.

Concordia, Zeitschrift der Zentralstelle für Volks- wohlfahrt, herausgegeben von Profeffor Dr. H. Albrecht, Ge- \häfteführer der Zentralstelle für Volkswohlfahrt, Profefsoz Kon. Hartmann, Geheimem Regierungsrat und Senatsvorsitzeridem im Reichsversiherung2amt, Dr. N. von Erdberg und Dr. J. Kaup (Karl Heymanns Verlag, Berlin; Preis halbjährlih 6 4), enthält in den Nummern 17—19 des XV. Jahrgangs folgende Beiträge: Woblfahrtspflege: Sozialpädzgogik und Neuidealismus; Aer¡tetag und Soiialbygiene; Frauen in der Wohlfahrtspfleze ; Amerikanishe Volksparke; Die Neuordnung des böberen Mädchen« s{ulwesens in Preußen unter sozialen Gesichtspunkten; Die Bibliothek Scherl ; Die Jugendfürsorge auf der Eisenacher Tagung des Deutschen Vereins für Armenpflege und Woßbltätigkeit (1907); Erholungéheim Berkböpen, eine neuere Woklfahrtseinrihtung der Ilseder Hütte und des Peiner Walzwerks; Bericdte und Korrespondenzen : Allgemeines, allgemeine Gesundheit8pfl-ge, Volksparke, Heimatschug, Arbeiteraus- \hüfse, Arbeitsnahweis, Arbeitslosenbeshäftigung, Dienftbotenfrage, Jugendfürsorge, Wanderarbeitsstätten, Wohnungswesen, Wohlfahrt3- Hronik, Vereins- und Kongreßnachridten; Zeitschriftenüberficht. Gewerbebygiene und Unfallverhütung: Mechanische Kammerentleerung in Superphosphatfabriken ; Besondere gewerbe- hygienische Arbeiten der englischen Gewerbeinsvektion im Berichtsjahre 1906; Berichte und Korrespondenzen; Uebersicht von Zeitschrifteri- artikeln. :

Kunft und Wissenschaft.

Ueber des Wirklichen Geheimen Rats, Profeffors Dr. Koh Standpunkt zur rage der Beziehungen ¡wischen Menschen- und Rindertu berkulose beim Tuberkulosekongreß, in Washington teilt der Profefsor Dr. Panuwit, der Generalsekretär der Inter- nationalen Vereinigung gegen die Tuberkulose, folgende, von Koch selb nahgeprüften Schluß]äße mit: 1) Koch steht nach wie vor auf dem von ihm in London 1901 vertretenen Standpunkt, daß die Rindertuberkulose auf den Men'hen ¡war übertragbar sei, daß aber schwere Erkrankungen dur sie sehr selten hervor- gerufen würden. 2) Koch behauptet und niemand konnte iu Washington diese Behauptung widerlegen —, daß die Lungentuberkulose des Menschen, welche den Hauptangriffépunkt für alle Maßnahmen der Tuberkulosebekämpfung bildet, niht durch den Bazillus der Rinder- tuberkulose, sondern durch den Bazillus der Menschentuberkulose verursaht wird. 3) Koch will die Maßnahmen, welche der Belämpsrug der Menschentuberkulose dienen, dieser Tats2he angepaßt wissen und nih die Blicke von dem Hauptangrifspunkt abgelenkt sehen 4) Koh wendet ih deshalb dagegen, daß man die aus landwirtschaft- lichen und ôkonomischen Gründen gewiß notwendlge Berns der Rindertuberkulose ohne Not mit derjenigen der 2 enshentuberkulose verquicken will. 5) Koch hat selbftverständlich sih niemals gegen Maß- nahmen ausgesprohen, welche die Versorgung mit Milch und M produkten betreffen, die frei sind oder freigemaht sind, {hon aus dem Grunde, weil durch infizierte Mil mancherlei Krankheiten, wie Typhus usw., übertragen werden können. Er wendet sih nur dagegen, daß diese an sich nüßlihen Maßnabmen bei der Bekämpfung der Tuberkulose in den Bordergrund gestellt werden. Dabei weist er darauf hin, daß ja au die bisherigen Maßnahmen, wie Einrichtung von Sanatorien, Tuberkulosebospitälern, Verbesserung ver Wohnungen, Spuckverbot usw., gegen die Verbreitung der mens{lichen Tuberkels bazillen geri{tet Énd und \chon recht beträhtlihe Erfolge gezeitigt baben. 6) Koch hält zum weiteren Beweise der Richtigkeit seiner Behauptungen ausgedehnte Untersuhungen nah den von ibm auf»

und Scthurggweens im Königreich niglihen Minifterium Stuttgart 1908.

orderli. 7) Die Robert Koch-Stiftung “g Vingungen e entli wichtigen umfangreihen Untew