1888 / 196 p. 13 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Uebungen im meister Kays

deutshen Waldbäume und deren forstlihes Verhalten ; K. Reg.- und Baurath Be yer: Wasserbaükunst in A die Landwirthschaft, insbesondere Drainage, Kunstwiefenbau und Deicb- wesen ; in Verbindung damit Feldmessen und Nivelliren mit prak- tishen Uebungen ; injpektor Stein: landwirth\schaftliher Gartenbau.

B. Grundwissenschaften. Experimentalphysik; Uebungen im physikalishen Beobachten und Experimentiren, in Gemeinschaft mit Prof. Dr.

Auerbach.

Feil I.; die Erde als Weltkörper und die kartooraphishe Darstellung ihrer Oberflähe. Geh. Reg.-Rath Experimentalhemie; analytishe Chemie; analytische Uebungen im Laboratorium, in Gemeinschaft mit Prof. Dr. v. Richt

Reg.-Rath Pro

der Nahrungsmittel ,

Dr.

zum

Hinte:

Geh. Reg.-Rat

logie der Pflanzen; mikroskopisher Kursus für Anfänger; im pflanzenphysiologishen Institut ; botanisEes Kolloquium. Prof. Dr. Engler: allgemeine Botanik, mit mikroskopischen Demonstra- tionen; mikroskopishes Praktikum.

Kulturpflanzen, Schneider:

Prof. Dr. von Miaskowski: Nationalökonomie (Volkéwirth- \chaftslehre: a. politik; staatswissenschaftlihe Uebungen. Prof. Dr. Elster: Spe- zielle Volkswirthschaftslehre (Agrar- und Gewerbepolitik und Ver- kehr8wesen); sozialistishe Bewegungen und fozialpolitishe Bestrebungen der jüngsten Zeit; volkswirthschaftlibe Uebungen.

Bezüglich Mathematik, P

züglich mehrerer Vorträge aus der Lehre von der öffentlichen Ge- sundbeitspflege, sowie endlih bezüglich des Unterrichts in der französi- schen, englischen und polnishen Sprache und in {önen Künsten, wird auf das eben veröffentlihte Gesammtvorlesungsverzeihniß der Uni-

versität verwies\

Weitere A Studiums an zeichnete, insbe diese Verbältni

Breslau, im Juli 1888. ord. Professor, Direktor des landwirt \haftlihen Instituts der

Abgere

Ober-Kirchenraths, Wirklihe Geheime Rath Dr. Hermes, nah Westpreußen. °

Angeko Rath,

baden.

Geh. Bergrath Prof. Studium Museums. Dr. Kos8mann: die nutzbaren

irklihe Geheime Rath Dr. von Lucanus; der Vize-Präsident des Evangelischen -Ober-Kirchenraths, Wirkliche Ober-Konsistorial-Rath D. Brückner, aus Wies-

technolcgischen Laboratorium. K. Forst- er: Einleitung in die Forsiwirthschaftsléhre, die Waldbau. nwendung auf

K. O. E. Meyer:

landwirth\schaftlide Baukunst. Garten-

rof. Dr. L, Weber und Dr. Prof. Dr. Part\ch: Allgemeine Geographie,

Prof. Dr. Löwig: anorganische er. Geh. f. Dr. Poledck: analytishe Methoden zur Untersuhung des Wassers und der Luft. Prof. spezielle (ohne allgemeinen Theil). Geologie; Anleitung des mineralogishen Folfilien Schlesiens. natomie und ¿Pluto rbeiten

Mineralogie Dr, Röômer:

der Lehrsammlungen

h Prof. Dr. Ferd. Cohn:

Dr. Pax: Geschichte der für Studirende aller Fakultäten. Prof. Dr. Zoologie der Wirbeltbiere; zoologishes Kolloquium.

allgeméiner Theil); Armenwesen und Sozial-

allgemein bildender Vorlesungen aus den Gebieten der hilosophie, Geschihte, Literaturgeschichte 2c., sowie be-

en. uskunft über die Verhältnisse des landwirthschaftlichen der Königlichen Universität ertbeilt gern der Unter- sondere dur unentgeltliche Uebersendung einer kleinen, se darlegenden Druckschrift.

Dr. Walter von Funke

Universität.

i st: Se. Excellenz der Präsident des Evangelischen

mmen: Se. Excellenz der Geheime Kabinets-

Preußen. Kaiser und König sind gestern Abend 91/5 Uhr von der Reise an die nordishen Höfe mit dem deutschen Geschwader in Kiel eingetroffen und haben Sich alsbald zum Besuch des Reichskanzlers Fürsten von Bismarck nah Friedrihsruh be-

gében. Aus

dungen vor: Kiel, 3

Geschwade

ging die „Hohenzollern“ 8 Uhr 45 Minuten dem S gegenüber vor Anker. Die Kaiser-Standarte auf der „Hohen-

zollern“ fiel Se. Majest

Prinz D e Brie und das Gefolge in einer Schaluppe nach der ossa-Brücke und von da mittelst Wagen direkt nah dem enthufiasi „Se. Majestät wurden überall von dem Publikum

Barbar

enthusiastish

9 Uhr 45 Minuten mittelst Extrazuges.

E 1. August. Se. Majestät der Kaiser Wilhelm trafen Nachts 12 Uhr mit dem aus 9 Wagen be- stehenden Hofzuge hier ein und wurden am Fürstenhause, dessen Eingang mit Drygen-Lampen taghell erleuchtet war, von dem Reichskanzler, Fürsten Bi 8marck, empfangen. Der Kaiser, wel- cer Militärmantel und Feldmüye trug, begrüßte den Fürsten Bis- marck mit herzlihem Händedruck. Das aus allen umliegenden Orten

zahlreih zusammengeströmte Publikum begrüßte mit donnernden 8

Absingen de

Q der Begleitung Sr. Majestät befand taats-Minister Graf Herbert

Sr ] Kaiser haben heute Mittag 1

die Nücreise

Fürst Bismarck, geleitete Se. Majestät bis zum Wagen, wo er sich verabschiedete; Se. Majestät grüßten wiederholt aus dem Wagenfenster, als si Die seit den wartende*Menge, die sh“ durch einen aus Hamburg einge- troffenen Zug erheblih verstärkt hatte, empfing und begleitete den Kaiser mit stürmischen ‘Ovationen.

seßte.

Aus

der Kaiser trifft \ ein und beabsichtigt sofort mittels Tampfers nah Potsdam weiterzufahren.

Anläßlih' der Beschwerde eines nicht regelmäßig éinen Lohnarbeiter beschäftigenden Bautischlermeisters Tehnung' seiner bei dem Vorstande der örtlichen Q TLIE Detusegetro} enshaft bewirkten Anmeldung

elbstversiherung hat das Reihs-Versicherungs-

die Ab

amt unter dem 5, Juni

gesprochen : geñossenscha|

Nichtamtliches.

Deutsches Reich. Berlin, 1. August. Se. Majestät der

„W. T. B.“ liegen darüber folgende Mel-

1. Juli, Abends. Nachdem das Kaiserliche r 8 Uhr 35 Minuten Friedrihsort passirt dane osse

um 9 Uhr 30 Minuten, und es begaben Sich ät der Ka iser, sowie Se. Königliche Hoheit der

begrüßt. Die Abreise des Kaisers erfolgte um

e. Majestät och- und Hurrahrufen und mit dem r Nationalhymne sowie der „Wacht am Rhein“. ih auch der ismardck. August. Se. Majestät der 21/2 Uhr mit Seinem Gefolge Der Reichskanzler,

ichsruh, 1.

nach Potsdam fortgeseßt.

der Zug langsam in Bewegung frühen Morgenstunden am Bahnhof

Spandau meldet „W. T. B.“: Se. Majestät heute Nachmittag 3 Uhr 45 Minuten hier

egen au- zur

3 (Nr. R Folgendes -aus- Die durch die: Statuten der Baugewerks-Berufs- ten auf Grund der 88. 2-Absay 2: und 48- Absaß 1

Ausdehnung der Versicherungspflickt auf Gewerbetreibende, welche niht regelmäßig wenigstens einen Lohnarbeiter beschäftigen (ver- leiche Ziffer 3 der Nachweisung vom 18. Februar 1888, „Amt-

nur auf solhe Gewerbetreibende, welhe, wenn sie Arbeiter in ihrem Betriebe beschäftigten, den Baugewerks - Berufs- genossenschaften angehören würden, und gilt nicht für die- jenigen Gewerbetreibenden, deren Betriebszweige anderen Berufsgenossenschasten getheilt sind, insbesondere also niht für die Gewerbetreibenden, deren Gewerbebetrieb sich auf die Ausführung von Schreiner- (Tischler:), Einseßer-, Schlosser- oder Anschlägerarbeiten bei Bauten erstredt. Es sind zwar die bei den genannten Arbeiten im Regiebetriebe beschäftigten Arbeiter bei den Versicherungs- anstalten der Baugewerks - Berufsgenossenschaften versichert (vergleiche das Rundschreiben vom 12. NovemLer 1887, betref- fend die. Unfallversiherung der Personen, welche im Regie- betriebe mit Schreiner-, Schlosser- 2c. Arbeiten bei Bauten be- \{häftigt werden, „Amtlihe Nachrichten des R.-V.-A.“ 1887 Seite 362); die gewerbsmäßigen Unternehmer solcher Arbeiten aber stehen mit den Baugewerks-Berufsgenossenschaften in keiner Beziehung, und leßtere sind deshalb nicht berechtigt, für sie dur das Statut eine zwangsweise Versicherung zu begründen, oder auch nur sie zur freiwilligen Selbstversiherung bei der in ler Berufsgenossenshaft errichteten Versicherungsanstalt zuzulassen.

Der Bevollmächtigte zum Bundesrath, Herzoglich braunschweigische außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte E Freiherr von Cramm-Burgdorf, ist von hier abgereist.

Der E sächsische außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte inister, raf von Hohenthal und Bergen, hat Berlin auf mehrere Wochen mit Urlaub ver- lassen. Während seiner Abwesenheit wird der Legations- Sekretär von Salza und Lichtenau als interimistisher Geschäftsträger fungiren.

Der Vize-Admiral Graf von Mont s, kommandirender Admiral und stellvertretender Chef der Admiralität, hat \ih nah Swinemünde begeben, um den Schießversuchen, daselbst beizuwohnen.

Bayern. München, 31. Juli. (W. T. B.) Der Pera aus Anlaß der König Ludwigs-Centennar- eier bewegte sich über den Marien- und den Marx-Josephs- Plas, an den Arkaden der Post, dem Hoftheater und dem Königsbau vorüber, in die Residenzstraße, so- dann über den Odeonsplag bis zum Siegesthor, woselbst sich der Zug wandte und über den Odeonsplay abermals nah der Ludwigsstraße begab, wo er vor der, dem König Ludwigs-Monument gegenüber, für den Prinz-Regenten und die Mitglieder des Königlichen Hauses errichteten Tribüne Aufstellung nahm. Nach Einleitung der Feier durch Fest- musik betrat der Präsident der Künstler-Genossenschaft die Rednertribüne und brachte dem König Ludwig die dankende Huldigung der Künstlerschast dar. Nach dem Schluß der Rede Tis der Sängerhor das Walhalla-Lied. Die Künstler legten Lorbeerkränze am Fuße des Denkmals nieder. Hier- auf betrat der Erste Bürgermeister, Dr. von Widenmayer, die Rednertribüne und dankte im Namen der Stadt dem grob König. Die ganze Versammlung sang nunmehr die ayerishe Königshymne, worauf unter Kanonendonner und dem Geläut der Glockên aller Kirchen Kränze am Denkmal niedergelegt wurden. Die erhebende Feier {loß Nachmittags nah 1 Uhr mit dem Absingen der von dem Hofkapellmeister Rheinberger komponirten Huldigungshymne, worauf der Fest-

zug sih auflöste. j

31. Juli. (W. T. B.) Heute Nachmittag fand im alten Rathhaussaal das Feftbanket statt, welchem der gesammte Hof sowie die Spigen der Militär- und Civil- behörden beiwohnten. Die Centennarfeier {loß mit einer glänzenden Jllumination der Stadt. Die Mitglieder des Königlihen Hauses wurden bei ihrer Rundfahrt überall enthusiastisch begrüßt.

Augsburg, 31. Juli. (W. T. B.) Der Kronprinz von Jtalien ist auf der Durchreise hier angekommen.

Württemberg. Schloß Friedrichshafen, 30. Juli. fein f. W.) Der Prinz und die Prinzessin Wil-

elm von Württemberg mit Tochter, Prinzessin Pauline, ind vorgestern Abend, die Prinzessin Katharina heute zum Besuch der Königlichen Majestäten hier eingetroffen.

Der Herzog Maximilian von Württemberg, General:Major à la suite. der Armee, ist heute Nacht in Regensburg verstorben.

Vaden. Karlsruhe, 31. L (W. T. B.) Die gestern vorgenommene Untersuchung der Augen der Großherzogin ergab, daß keine wesentlihe Veränderung eingetreten ist. Das Allgemeinbefinden Jhrer König- lihen Hoheit ga hinsichtlich der Zunahme der Körperkräfte erfreuliche Fortschritte gemacht.

Hessen. Darmstadt, 30. Juli. (Darmst. Ztg.) Der Erbgroßherzog und die Prinzessin Alix sind gestern Vormittag nah London abgereist.

Mecklenburg-Schwerin. Schwerin, 31. Juli. (M. N.) Aus London wird telegraphirt, daß sich das Befinden der Herzogin Paul erheblih gebessert hat.

Elsaß-Lothringen. Colmar, 1. August. (W. T. B.) Der Bezirks-Präsident von Ober - Elsaß, Timme, is} heute früh 2 Uhr gestorben.

Oesterreich - Ungarn. Wien, 30. Juli. (Presse.) Kronprinz Rudolf, welher am 25. d. Abends eine Jnspizirungsreise nah Galizien angetreten hat, begiebt si von dort zu dem gleichen Zweck nah Ungarn und trifft, da die die für zehn Tage in . August

ier ein.

31. Juli. (W. T. B.) Die Kronprinzessin Stefanie U sich heute Abend nah München ‘begeben. Der außerordentliche Gesandte des Sultans, Munir Pascha, ist ‘heute Abend nah Berlin abgereist.

Klausenburg, 30. Juli. (Wien. Abdp.) Fürst Georg Ghika, der {hon mehrere Jahre ‘hier wohnt, ' ist: heute

ussiht genommen is, am

liche Nachrichten des R.-V.-A.““ 1888 Seite 187) bezieht sih f

Großbritannien und Jrland. London, 31. Juli. (W. T. B.) Das Oberhaus hat heute die Lokal-Ver- waltungs-Bill in zweiter Lesung ohne Debatte an- genommen. 1. August. (W. T. B.) Bei der Berathung des ersten Artikels der Bill, betreffend die Parnell' sche Untersuchungs-Kommission, welhe gestern Nahmittag 4 Uhr im Unterhause fortgeseßt wurde und bis heute früh 31/4 Uhr dauerte, wurden alle zu diesem Artikel eingebrahten Amendements abgelehnt und die Weiterberathung sodann auf heute vertagt. (A. C.) Das Kriegs-Ministerium hat beschlossen, die Befestigungswerkebei Portsmouth mit völlig neuen Ge- schüßen t versehen. An Stelle der 100 Vorderladerkanonen werden lauter 32 Tonnen-Hinterladegeshüße treten. Auch soll das Mauerwerk der Forts und Redouten verstärkt werden. Die Bauten werden mit aller Eile betrieben werden. Die englische Kriegs-Marine wurde dieser Tage durch ein neues Kampfschifsf erster Klasse, den „Sans Pareil“, welcher von der Thomas JFronworks Company ge- baut worden, bereiGert. Das Kriegsschiff hat ein Deplacement von 10470 Tons und ist mit Maschinen von 12000 Pferdekräften ausgestattet. Als Bewaffnung wird es zwei 110 Tonnen {were Kanonen, eine 30 Tonnen wiegende Kanone, 12 fünf Tonnen {were Hinterlader, 21 Fbnelbseuernde 3: und 6-Pfünder, 18 White- head’she Torpedos und eine Anzahl Maschinenkanonen er- halten. Mit Ausnahme des „Nile“ und des „Trafalgar“ wird es eines der mächtigsten Schiffe der britishen Marine sein. Die Herstellungskosten belaufen sih auf 814000 Pfd. St. Aus Calcutta, vom 25. Juli, wird den „Daily News“ gemeldet : i Hier eingegangenen Nachrichten aus Gnatong zufolge steht ein neuer Angriff der Thibetaner in Auésiht. Ltîíere stehen egenwärtig in bedeutender Stärke in der Nachbarschaft der Pässe Salep und Pemberingo. Sie sollen auch über Kanonen verfügen und verstärken fortgeseßt ihre Befestigungen in beiden Päfsen.

E Paris, 31. Juli. (W. T. B.) Eine Verjammlung der strikenden Erdarbeiter berieth heute Mittag über die Mittel und Wege, den Strike auc auf die Arbeiter in den Holzpläten sowie auf die Zimmerleute zu übertragen. Nachmittags veranlaßten einige Banden Strikender die Erdarbeiter und die Zimmerleute an einzelnen Bauplägen, die Arbeit niederzulegen. Bis jeßt sind 9800 Strikende im Centralbureau eingezeihnet. Der Gouverneur von Paris beauftragte heute einen Offizier, die angeordneten Vorsichts- maßregeln genau zu kontroliren.

Afrika. Egypten. Kairo, 26. Zuli. (A. C.) Man befürchtet, daß der Wasserstand des Nil in diesem Jahre außerordentlich niedrig sein wird, da in den Gegenden am Aequator kein Regen gefallen ist. Seit vielen Jahren hat der Fluß nicht so wenig Wasser gehabt wie gegenwärtig. Jn Se der großen Hiße und der shlechten sanitären Ver-

oel ist die Sterblichkeit in Kairo jeßt auf 98 per 1000 Einwohner gestiegen.

gt Aus S uakim, vom 26. Juli, wird der „Times“ be- richtet :

Heute kam wiecdcruan eine Anzahl Takruri nach Suakim, welche im Allgemeinen das {hon früher Mitgetheilte bestätigten. Ueber

t vom Khalifen ein Schreiben erhalten, worin der- selbe seine Befürchtungen über das Schicksal der zahlreichen Shaggiyehs ausspriht, welche vor 6 Wochen nach Fashoda abgesandt wurden, um -den „weißen Pascha“ zu bekämpfen. Der Khalif fürhtet sch auch vor der Rückehr Zebehr Paschas aus Egypten. Osman's Abtheilung bei Handub zählt jebt nur noch 600 Jaileen. Auch diese sind unzufrieden und drohen zu desertiren. Das egyptische Kanonenboot „Mokbu“ ist mit einem Bimbaschi und einem Richter an Bord nah Rowayat ge- fahren. Das Wetter ist kühler. Der Handel in Suakim hebt \ich.

Durban, 27. Juli. (A. C.) Die Regierung von Transvaal hat dem Gouverneur von Natal, Sir Arthur Havelod, amtlih die Vereinigung des Transvaal und der neuen Republik angezeigt, zugleih aber erklärt, daß sie in der Zululand- Angelegenheit strenge Neutralität bewahren werde. Alles in Allem stehen jeßt 2000 briti}sche Soldaten im Zululand.

Digma

Zeitungsftimmen.

Zur Begrüßung des Kaisers nach der Rückkehr Sr. Majestät schreibt die „Staatsbürger-Zeitung“:

Nach glücklicher Meeresfahrt wieder daheim im theuren deutschen Vaterlande, wo die Herzen ihm freudig bewegt énlgegenlVlagen/ ihm, dem jungen Monarchen, der in frisher Thatkraft bewiesen hat, daß er das Gelübde, ein Hort des Friedens zu sein, welches er vor dem deutshen Volke, vor aller Welt feierlih abgelegt hat, zu halten Willens ist! Das war kein Akt der Courtoisie, kein bloßer Höflichkeits- besu, in welchem ein junger Monarch den älteren Herren auf dem Throne seine Visitenkarte abgiebt, sondern ein Staatsakt von immenser Bedeutung und ungeheuerer Tragweite.

Mit der Reise nach Rußland, Schweden und Dänemark hat Kaiser Wilhelm, wie man wohl sagen kann, eine große Flotten- revue abgehalten, um nun sich auch seinerseits und unter Theilun aller Gesahren des Seelebens zu vergewissern, ob das Deutsche Rei

‘in Betreff der Herstellung seiner Seemaht den Gesammtwünschen des deutshen.Volkes Rechnung getragen hat. Denn das Eine ist wohl unzweifelhaft hervorzubeben, daß alle Ta sobald es sich um die Entwickelung der deutshen Seemacht handelte, einig waren, mochten ihre Ansichten in anderen Dingen auch noch-so weit auseinandergehen.

Wir find nicht so kriegslustig, um zu wünschen, daß der jungen deutschen Flötte einmal Gelegenheit zu einer Kraftprobe im blutigen Seekampfe gegeben werde - Es genügt ‘uns. \{on, wenn sie im Stande ist, unsere Küsten zu s{üßen, und das kann wohl {hon heute mit aller ‘Sicherheit angenommen werden. Zudem giebt gerade die Art und Weise, in welcher der Deutsche Kaiser seine Reise unternommen hat, eine Bürgschaft dafür, daß in ihm der Wunsch des deutschen Volkes nah einer starken Seemacht scinen ersten und wackerften Vor- kämpfer finden wird.

Ohne Motié Feine Kolonialpolitik, das erkannte \{chon der Große Kurfürst als rihtig an. Kaiser Wilhelm wird sich gewiß berufen fühlen, das Vermächtniß des - großen Ahnberrn mit auf ‘das Conto seiner Regierungssorgen zu nehmen, und da dünufen wir mit aller Zu- versiht darauf bauen, daß er auh auf dem Gebiete des Seewesens, dem eisernen Pflichtgefühl. eines Hohenzollern gemäß, dem Deutschen Reih die Stellung \chafen werde, welche dem. mächtigen Staats- gebilde entspriht. Der Kaiser kam zurück, ein neues Leben im Hohen-

ollernhorst zu begrüßen. Möge er stets beides sein, ein gllücklicer amilienvater und der Vater ‘eines beglückten- Volks.

des Bauunf

allversicherungsgeseyes ‘vom 11. Zuli 1887 erfolgte

Morgen plöglich gestorben. | Die Behörde |verständigte hiervon

das : Bukarester Konsulat. . /

Héil Kaiser Wilhelm 1I.!

Sts, sind keine authentishen Nachricbten eingetroffen. Osman . a

Jn einem Artikel über den Besu des Kaisers Wil- heltin Il. an den nordischen Höfen schreibt die „Times“:

Es kann nit bezweifelt werden, daß, obwohl scit der Thron- besteigung des neuen Deutschen Kaisers keine brennende Frage gelöst worden ift, seine Handlungen den s{limmen Tag merklih in den Hintergrund geschoben haben. Die Beforgrnisse, mit denen sein Regie- rungéantritt begrüßt wurde, haben angefangen, zu vershwinten. Seine große Thätigkeit hat die Sache des Friedens, anstatt sie zu gefährden. nur gefördert. Innerhalb 6 Wochen nicht nur den {weren formellen Pflichten, die seiner im Inlande harrten, obzuliegen, sondern drei wihtige Gala- besuhe zu machen, bereit für Andere zu sein, und nit nur durch Wort und That eine Neigung, den Frieden zu fördern, bekundet zu haben, sondern dies gethan zu haben, indem er mögliche Centren der Störung besuchte, heißt sebr viel zur Sicherung dieses Zweckes gethan zu haben Diese Reisen sind überdies interessant infolge des Lichtes, welhes sie auf den Charakter des jungen Kaisers werfen Er ist überdies ein Monarch der Monarchen; er hat die Tra» ditionen der Hohenzollern zu befolgen und mit eigenen Händen zu regieren, nahdem er mit eigenen Augen gesehen. Er glaubt an die Kooperation von Herrschern und er offenbart seinen Glauben, indem er si mit allen europäishen Königen der Reibe nah persönli bekannt macht. Wenn er, wie dies sehr bald der Fall sein wird, den Kaiser Franz Joseph und König Humbert besuht hat, wird er aus erster Hand Cindrücke von dem Charakter sämmtlicher hauptsächlichen fontinentalen Herrscher gesammelt haben, und das ift an si keine kleine LEE für einen, der als König von Preußen und Deutscher Kaiser auf seinen Schultern eine {were und doppelte Vürde monarchis{cher Verantwortlichkeit trägt.

Die „Berliner Politishen Nachrihten“ bé- merken :

Der deutsche pon gewinnt in den Balkanländern zusehends an Boden. Rationelle Erzeugung, große Anvassungsfähigkeit an die Wünsche der Konsumenten, günstige Zahlungsbedingungen fördern den Absaß unserer Industrie nah jenen Gegenden und verbürgen demselben einen ferneren gedeihliben Aufs{wung. Bemerkenswerth erscheint, daß die einmal entrirte direkte Verbindung dem deutschen Handel fortwährend steigenden Absaß in neuen Waarengattungen eröffnet, In Süd-Serbien z. B. sind Leipzig, Nürnberg, Berlin, Breslau dur sehr ansehnliche Prozente des Gej)ammtumsayzes vertreten. Es kommen aus Deutsch- land nah dem süd-serbischen Handelsgebiet bauptsählich Waaren der Eisen- und Metallindustrien, Rohmetalle, Manufakturen, Glas- und Lederwaaren, Chemikalien, Waaren der Papier- und Textilindustrie, ja Ls ti und überseeische Produkte, endlih Steinkohlen 2c. zum Versandt. E E A

Ueber den Geschäftsgang der Textil-Jnbusirie in Chemniß im Jahre 1887 entnimmt das „Centralblatt für die Textil-Jndustrie“ dem Bericht des Gewerbe- Inspektors in Chemnis folgendes :

In der Textil-Industrie ging die Nachfrage nah den Erzeugnissen der Kammgarn-Spinnerei, welhe zu Anfung des Jahres eine sehr lebhafte war, im Laufe desselben herab, nahm aber gegen Ende des Berichtêjahres wieder zu. Die Flachs\pinrerei ging entschieden zurü. Eine Flachsspinnerei stellte dea Betrieb, mit Ausnahme der Hechelei, vollständig ein und richtete dafür Baumwollen-Färberei ein, während die Besiger „einer abgebrannten Flachsspinnerei keine Neigung zeigten, dieselbe wieder aufzubauen. Eine zweite, ebenfalls abgebrannte Flachsspinnerei wurde dagegen wieder aufgebaut und soll im nächsten Jahre in Betrieb kommen. Eine abgebrannte Flachsbereitungs- Anstalt setzte in anderen Räumen die Arbeit fort, und zwar unter Zuhülfenahme eines Gas- motors. Die Baumwoll-Spinnereien waren hinsihtlich der Menge ihrer Erzeugnisse befriedigend beschäftigt und erfreuten sh gegen Cnde des Jahres einer Preis\teigerung derselben. Die Bleichereien, Färbereien und Appreturen hatten ausreicend zu thun. Im Laufe des Jahres wurde außer einigen Neuanlagen dieser Gattung eine früher Maschinenbauzwecken dienende sehr große Anlage gänzlich ¿u einer Shwarzfärberei für baumwollene Garne und Strümpfe ein- gerihtet. Auch gingen drei Färbereien vom Hand- zum Dampfbctricb über. Die Anlagen für Strumpf-, Handshuh- und Trikotagen- Fabrikation begannen mit günstigen Aussichten, die aber nit allenthalben erfüllt wurden. Massenproduktion, infolge neu ent- stehender und bei mechanishem Betriebe leistungsfähiger Anla erzeugte große Konkurrenz und wesentliche Abminderung des Ver- dienstes. Die Strumpf- und Trikotagen-Fabriken vermehrten sich und machten ihren Betrieb durch Einführung von Elementarkraft lohnender. In der ersten Hälfte des Jahres entstanden au einige Handschuh - Fabriken, Die Fabrikation von Posamenten hatte 1h im Ganzen eines günstigen Geschäftsganges zu erfreuen. Die Weberei „war im Allgemeinen vollauf beschäftigt, und es wurden nur in einzelnen Fällen betreffs gewisser Artikel, die namentlich in ¿wei Orten des Bezirks angefertigt werden, Klagen über einen un- Cesgenden Geschäftsgang vernommen. Bei Erkunbigung über den eschäft8gang der Tertilgruppe erlangte die Inspektion wiederholt Kenntniß von einem Gebahren, nach welchem mandhe Besitzer kleinerer Anlagen und Faktore bemüht sind, den bisher durh größere Geschäfte vermittelten Verkehr zwischen den Einkäufern und Erzeugern der Waaren an sich zu ziehen, ohne hierfür mit den nöthigen Kenntnissen , Erfahrungen und Mitteln ausgestattet zu sein. Es empfinden die größeren Firmen O Konkurrenz um so drückender , als dieselbe aus dem estreben hervorgeht, um jeden Preis in das Geshäft hineinzukommen. Infolge des daraus si entwickelnden unmittelbaren Umganges, den die Ein- käufer, meist Ausländer, mit den Erzeugern pflegen, erlangen Erstere genauen Einblick in die Fabrikation, der ibnen in größeren Geschäften verschlossen bleibt. Im Anschluß hieran ist noch zu bemerken, daß unbetheiligie und auch in gewissem Sinne betheiligte Personen des Fabrikantenstandes sich befremdend darüber aussprachen, daß Ausländer tg QsQulen und Werkstätten E E Me und prak- [e Srsahrungen aneignen, in welhem Umstande eine Gefahr für die Konkurrenzfähigkeit des Jnlandes erblickt wird. d

en,

Centralblatt für das Deutshe Reih. Nr. 31. Inhalt : Eisenbahnwesen: Ergänzungen und Äbänkercagen des Eisen- bahn-Betriebsreglements. RKonsulatwesen: Exequatur-Ertheilung. pu Marine und Schiffahrt: Erscheinen des 11. Nachtrags zur amt- ihen Schiffsliste für 1888, Beilage: Zoll- und Steuerwesen; Neue Redaktion der Anweisung zur Ausführung des Vereinszollgeseges ; E des Begleitschein-Regulativs; des Niederlage-Regulativs ;

rrihtung von Zudersteuerste[len ; Bestellung zweier Stations- ontroleure; Zollanschluß einer Reisstärkefabrik in Bremen. olizeiwesen : Ausweisung von Ausländern aus dem Reichsgebiet,

Amtlihe Nachrichten des Reichs -Versicherungs- amts. Nr. 14, Inhalt: Amtlicher Theil. Verordnung über die Inkraftseßung des Gesetzes, betreffend die Unfalt- und Krankenver-

erung der in land- und forstwirthschaftlichen Betrieben beschäftigten Serionen, vom 5. Mai 1886, für das Fürstenthum Schwarzburg- daenderöhausen. Vom 26. Juni 1888, Bekanntmachung, betreffend s 1ER der Unternehmer unfallversicherungspflihtiger land- un forstwirthshaftliher Betricbe im Herzogthum Anhalt. Vom beepuli 1888, Rundschreiben an die Berufs enossenschaftsvorstände, t reffend die Berechtigung der den Landes-Versicherungsämtern unter- Piel Berufsgenofsensha\ten zur Theilnahme an den blen zum s tihsVersicherungsamt und die Stellung dieser Beruf sgenossen- aften zum Reichs-Versicherungsamt überhaupt. Vom 27. Juni 1888, «V.-A. I. 10.982. Bescheide und. Beschlüsse. Nr. 15. Inhalt : Amtlicher Theil. Bestimmungen über die isen und Rechnungöführung der annover wen landwirthschaftlichen erufsgenossenshaft. Rundschreiben an die Genossenschaftsvorstände

rung von Unfall verzeihnissen. Vom 4. Juli 1888. R.-V.-A. I. 11391, Rundschreiben an die Schiedsgerichtsvorsißenden, betreffend tas persönlihe Erscheinen der Berufungskläger in ten Veérhandlungs- AOUIN e 3. A E J Jos, Uebersicht Uber die de! den Berufsgenossenschaften angestellten Beauftragten. Vom 1. April 1888, Bescheide und Beschlüsse. Res

Annalen der Para ble und Maritimen Meteo- rologie. Organ des Hydrographishen Amts und der Deutschen Seewarte. Herausgegeben von dem Hydrographishen Amt der Admiralität. Sechzehnter Jahrgang. 1888. Heft VII. Inhalt: Der tägliche und jâhrlihe Gang der Windgeschwindigkeit und der Windrichtung auf der Insel Lesina. Von F. Hann. Zweite Mit- theilung (S{chluß). Berit des Kapt. W. Hoffmann von der deutschen Bark „Spica® über seine Neise von Liverpool nayh Ghitta- gong und zurück von Rangoon nach Falmouth vom 17. Juli 1886 bis zum 7. August 1887. (D. S.) Lothungen an der Osft- und Westküste Süd-Amerikas. Die Nordstürme an der deutschen Ost- füste am 12. und 13. März, sowie am 24. und 25. Oktober 1887. Von Dr. E. Herrmann, Assistent bei der Seewarte. (D. S) Bericht über die im Winter 1886—87 auf dem Kaiserlichen Obser- vatorium zu Wilhelmshaven geprüften Chronometer. Kleine Notizen. Tabellen. Kartenbeilage.

Statistische Nachrichten.

Was kostet der öffentliche Unterricht in Preußen? (Stat. Corr.) Was in Preußen für Unterrihtszwecke aller Art öffentlih aufgewendet wird, ist bei der eigenartigen Entwickelung und Eestaltung des Schulwesens nicht leiht und jedenfalls nit mit voller Sicherheit zu ermitteln. Denn nit nur die Vertheilung der ver- schiedenen Schulanstalten über die verschiedenen Ressorts der Staats- verwaltung seßt der statistishen Feststellung jener Thatsachen mannig- fache Schwierigkeiten entgegen, sondern mehr noch die große Vielheit der Träger der Schulunterhaltungspfliht und der Umstand, daß oft leihzeitig der Staat, höhere und niedere öffentlih-rehtlihe Körper- chaften, Private und Vereine, Stiftungsfonds u. \. w. an der Auf- bringung der Kosten des Unterrichts betbeiligt sind, in den betreffenden Quellen (Berichten u. #. w.) auch häufig nur Nettorehnung, d. h. nur der etwa gezahlte Beitrag oder Zuschuß zur Bestreitung der dur eigene Einnahmen nicht gedeckten Kosten der Anstalten erscheint. Gleichwohl ist ein Ueberblick über die Kosten des öffentlichen Unterrichts wün- \henswerth, und zwar um so mehr, als oberflählihe Berechnungen im Schwange sind, die der Berichtigung bedürfen. Will man aber ermitteln, was in Preußen hierfür aufgewendet wird, so darf man von vornherein eine Genauigkeit bis auf einige Hundert oder Tausend Mark nicht ins Auge fassen z_Lücken der statistisch festgestellten That- sachen müssen dur sahgemäße Schäßung thunlichst ausgefüllt, Ziffern aus verschiedenen, nit allzuweit von einander liegenden Rechnungs- jahren zusammengefaßt und nit selten annähernde Minimalbeträge in die Rechnung eingeseßt werden, wo es an genauen Angaben fehlt, In dieser Weise gewonnen, dürfen die folgenden Zahlen über die ge- sammten Unterrihtksosten Anspru auf annähernde Richtigkeit erheben ; zu ho sind die Beträge jedenfalls nirgends. ;

Die Gesammtkosten des îoffentlihen Unterrihts in Preußen

mit Weglassung jedo sämmtlicher Unterrichtsanstalten der Armee und der Marine lassen sich auf mindestens 210 810 000 4 be- rechnen ; wahrscheinli werden der Summe indessen nech 2 bis 3 Millionen Mark hinzugefügt werden müssen. Bei einer Bevölkerung von 28318 470 im Jahre 1885 entfielen also an Aufwendungen für Unterricht8szwecke auf den Kopf 7,444 4 Das ist zweifellos ein sehr hoher Betrag, wenn man ihn beispielsweise mit der gesammten Steuerbelastung oder mit den Kosten der Staatsverwaltung ver- gleit. Das Gesammtaufkommen an direkten Staatésteuern, ferner an Gemeinde-, Schul-, Kirchen-, Kreis- und Provinzialabgaben mag man zur Zeit etwa auf 385 bis 395 Millionen Mark beziffeca können, d. h. auf etwa 13,60 bis 14 M pro Kopf der Bevölkerung. Würden also die Ausgaben für den öffentlichen Unterricht ledigli aus dem Erträgniß der direkten Besteuerung in seiner jeßigen Höhe ededt, so würde nit einmal die Hälfte desselben für alle übrigen ufgaben des öffentlihen Lebens verbleiben. Stellt man die Auf- wendungen für Unterrihtszwecke den Staatsverwaltungsausgaben (nah Abzug der „Betricbs-* 2c. Kosten für die einzelnen Einnahme- aweige) gegenüber (1888/89 708 292 000 4), so sind erstere fast genau gleich drei Zehnteln der leßteren. Diese wenigen Rechnungen veranshaulihen die Höhe der Unterrichtskosten sehr deutlih. Aber sie können mittelbar auch als ein zifermäßiger Beweis für die hohe ea abuns gelten, deren sich in unserem Vaterland die Schule erfreut. Welchen Zweigen des Unterrihts dienen nun aber jene rund 211 Millionen Mark? Wir haben auch auf diese Frage Auskunft zu beschaffen e und geben dieselbe in den folgenden Zahlen. Von den eben bezifferten Kosten des gesammten Unterrichtswesens im preußischen Staat entfielen:

auf

auf den Kopf der Bevölkerung 0,559 M 1,029 , 5,541 ,

von je 100 M 7,51 13,83 74,43

überhaupt Á

Universitäten. . ._, 15 831 500 höhere Lehranstalten . . 29 148 500 Elementarunterrihtswesen 156 903 000 Fahschulen . . 8 927 000 0315 , 4,23

zusammen 210 510 000 7,444 M6 100,90

Daß der größte Theil der Aufwendungen für das Unterrichts- wesen fast genau drei Viertel derselben dem Elementarunterricht zugute kommt, ist natürlih; auffallend aber erscheint, daß das Fach- [hulwesen gegen das höhere Unterrichtswesen so sehr zurücktritt. Zu- gegeben muß freilich werden, daß Vollständigkeit der Zahlen gerade hier am wenigsten zu erlangen war. Aber wenn man die 8,9 Mil- lionen auch auf 10 oder 11 Millionen abrundete, so würde es immer noch den Anschein haben, als ob für die technische Bildung in den ean Schichten der Bevölkerung nicht ein hinreichendes Verständniß obwalte, um zu bedeutenderen Ausgaben hierfür an- zuregen. In der That wendet der Deutsche vorwiegend dem „höheren Schulwesen“ sein Interesse zu, d. h. der allgemeinen Bildung, die in [chulmäßigem Abschlusse dann den Eintritt in die Universität ver- stattet. Dort Untershäßung, hier Ueberschäßung! Fragen wir nun weiter, aus welchen Quellen die gesammten Ausgaben für den öffentlichen Unterricht ge\{chöpft werden, \o ergeben unsere Nachforschungen, daß von den oben bezifferten 210 810 000 4 aus Staatsmitteln . . . , . 65459 600 M oder 31,05 %%,

die Kommunalverbände . 97373100, , 46,19% und

eigene Einnahmen, Stif- tungen, Zuwendungen 2c. . 47977300 , ,„ 22,76 9% aufgebracht werden. Die vorstehenden Verhältnißzahlen können über- rasen. Im Allgemeinen hegt man die Vorstellung, daß der Antheil des Staats an den Gesammtaufwendungen für öffentlihen Unter- riht erheblich niedriger, derjenige der Gemeinden (mit Einschluß der höheren Kommunalverbände) dagegen wesentlih höher sei, als hier nahgewiesen. Es wird sih daher lohnen, die Staats- und Gemeinde- ausgaben für Unterrichtszweckde noch etwas näher zu betraten.

Nah einer soeben veröffentlihten amtlihen Statistik betru die Zahl der feststehenden Dampfkessel im KönigreibSahfen am 1. Januar 1886 6550, ge en 4974 am 1. Januar 1879; dieselbe ist also in den 7 Jahren der Zwischenzeit um 1576 oder 31,68 %/ ge- wachsen. Seit dem 1. Januar 1862 (2050), also in 24 Jahren hat die Lal der seststehezden Kessel um 4500 (219,51 9%) zugenommen, was für die ntwickelung aller derjenigen Industriezweige spricht, die in ihren Betrieben die Dampfkraft benußen. Von obigen 6550 Dampfkesseln kamen auf die einzelnen Kreis- hauptmannshaften:; Baußen 652 (9,95 9/0), Dresden 1585 24,20 v/0), Leipzig 18318 (20,12 0/0), Zwidau 2995 (45,73 9/0), Letterer Bezirk mit den Industriestädten Chemniß, Meerane, Glauchau,

dur dur

der landwirthshaftlihen Berufsgenossenschaften, betreffend die Füh-

die erste Stelle ein. Von den drei größten S1ädten des Landes steht Chemniß mit 409 Kesseln voran; dann folgt Dresden mit 371 und Leipzig mit 255 Kesseln. Von den 28 Amtshaupt- mannscaften hat die meisten Kessel aufzuweisen Zwickau (919), die wenigsten Dippoldiswalde (31). Auf die verschiedenen Gewerbes gruppen vertheilt sih obige Zahl so, daß auf die Textilindustrie 1783 oder 27,22 °/o aller vorbandenen Kessel kommen und die anderen sih in nachstehendem Verhältniß anreihen: Nahrungs- und Genußmittel 1103 oder 16,84 9/a, Bergbau, Hütten- und Salinenwesen 823 oder 12,97 9%, ¿Maschinen, Werkzeuge 2c. 495 oder 7,56 9%, Papier und Leder 439 oder 6,70 %; die übrigen Gruppen bleiben alle, zum Theil ganz erbeblich Hinter diesen Zahlen zurück. Wichtig für die Statistik der feststehenden Dampfkessel ist die Er- mittelung der Heizfläche, d. h. der vom Wasser benetzten Wandflächen der Kessel. Dieselbe bestimmt die quantitative Leistungsfähigkeit der Dampfkessel, da mit dem Wachsen der Heizfläche au die Dampf- menge zunimmt, welche die Kessel in der Zeiteinheit zu erzeugen ver- mögen. Am 1. Januar 1879 betrug die Gesammtheizflähe aller fest- stehenden Dampfkessel im Königreich Sachsen 156 630,25 qm, am 1 Januar 1886 aber 243 169,17 qm, ift also um 86 538,92 qm oder um 959,25 9% gestiegen. Da nun die Zl der Kessel in der- selben Zeit nur um 31,68 % gestiegen ist, so muß die Dur{s(nitts- größe der Kessel zugenommen haben. Vergleiht man die Gesammt- heizfläche von 243 169,17 qm mit der Heizflächensumme, welche die am 1. Januar 1862 vorhanden gewesenen feststehenden Dampfkessel ergaben und die im Ganzen 34169,12 qm betrug, so hat in dea 24 Jahren, 1862—1886, eine Zunahme der Heizflähe um rund 209 000 qm „oder 611,66 9% stattgefunden, woraus folgt, daß bei allen Industriezweigen im Königreich, welche zu ihrem Betrieb Dampf nôthig haben, ein ganz erheblicher Aufshroung zu verzeichnen ift. In der Zeit vom 1. Januar 1879 bis 1. Januar 1886 betrug die Zunahme der Heizfläche bei der Grupre: Land- und Forstwirthschaft 229,33 9/0, Chemische Industrie 141,80 9%, Bekleidung und Reinigung 113,50 9%, Heize und Leuchtstoffe 97,95 9%, Metallverarbcitung 95,19%, Papier und Leder 79 81 °%/0o, Polygraphishe Gewerbe 70,33 0%, Textil- industrie 69,68 9/6, Maschinen, Werkzeuge 2c. 67,66 "/, Steine und Erden 58,97 %. Bei den übrigen Industrie-Gruppen blieb die Zunahme hinter dem Durchschnitt von 55,25 % zurück, während die Gruppe „Bergbau, Hütten- und Salinenwesen*® nur eine folche von 29,02 %%/% aufzuweisen hat. Von den am 1. Januar 1886 in Sachsen vorhandenen feststehenden Dampfkesseln stammten 6272 oder 99,75 9% aus Deutschland, 30 oder 0,46% aus dem Auëlande, während 248 oder 3,79 9% unbekannten Ursprungs waren.

Kunft, Wissenschaft und Literatur.

Die „Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Alterthumskunde“ (herausgegeben im Namen S von dessen erstem Schriftführer Dr. Ed. Jacobs; Wernigerode, Selbstverlag des Vereins; in Kommission bei H. C. Huch in Quedlinburg) bietet in der fürzlih versandten ersten Hälfte XXRI. Jahr- gangs 1888 nachstehende größere Beiträge : Die Cistercienser und die niederländisden Kolonisten in der goldenen Aue (im XII. Jahr- hundert), mit einer Karte, von Dr. Richard Sebiht; Die Ebersburg, mit einem Grundriß der Burg Schadewald und ihrer Wallvorburg, von Karl Meyer in Nordhausen; Alter und Ursprung der gräflichen Dienerschaft zu Wernigerode, von Ed. Jacobs; Johann Christian Ruberg, ein Beitrag zur Geschichte der Goldmacherei am Harz, von demselben ; Heinrich Georg Neuß, geboren zu Elbingerode am 11. März a. St. 1654, gestorben zu Wernigerode am 13. September 1716, von demselben; Das Gnadenbild zu Elende, von Dr. Julius Schmidt; Zur Entwickelung der sähsishen Wergelder, von Freiherr L. v. Bor. Dann folgen die Rubriken „Ausgrabungen“ : Die deutschen Haus- urnen, von Pastor Becker in Wilsleben, mit zwei Tafeln Abbildungen ; „Vermischtes“: Grabstein der Frau Anna (von Gittelde) geborenen von Boventen; Werbewesen im dreißigjährigen Krieg und Ueberfall durch die Harzbauern zwischen Hüttenrode und Blankenburg 1627; Wasserreise in der Neustadt Wernigerode, angelegt 1649; Aberglaube als versuhtes Hülfsmittel vor Gericht 1623; Auswanderung eines wegen des Trauerjahres erwerblos gewordenen wernigerödischen Musikers ; Namenstagsfeier (1670); Zwei Kleinodienverzeichnisse des Hospitals S. Cyriaci und des Altendorfklosters zu Nordhausen; R e O e R der Orts- namen Waldau, Frose, Sülze un aalberge; ücheranzeige un Vereinsberiht von Juli 1887 bis dahin 1888 A s Der Stolz deutscher Hausfrauen, der wohlgefüllte Wäsche- \{rank, findet in dem soeben erschienenen 15. Heft der „Wiener Mode“ eingehende Würdigung. Unter dem Titel „Wiener Wäsche- beriht“ erörtert eine sachkundige Feder alle einshlägigen Fragen in anregendster Weise. Daneben wird aber auch der eigentlihe Mode- theil voll berüdsichtigt, wie niht minder die diesmal besonders reih ausgestattete Rubrik der Handarbeiten, sodaß man mit Recht fagen kann, daß dieses Heft jedem Geshmack und Bedürfniß gerecht wird. In dem Beiblatt , m Boudoir“ beginnt eine Novelle des Dichters Ferdinand von Saar: „Die Troglodytin“; ferner finden wir land- schaftlihe Ansichten aus Madonna di Campiglio, dem durch den Aufenthalt Ihrer Majestät der Kaiserin Friedri berühmt gewordenen S e M e ae F E

ie Nr. 31 von , orer's Familienblatt*" (red. von Dr. Franz Hirsch) hat folgenden Inhalt: Der Gruß bei den ver- schiedenen Völkern, Im Bann der Liebe. Roman von Sara Hußtler (3. Fortseßung). Zu einem alten Liede. Von Osfar Il1., König von Schweden und Norwegen. Autorisirte Ueberseßung von Emil Jonas. Ausgestoßen. Erzählung von M. Lenz (5. Sorte ung). Knaben- handarbeit und Erziehung. Von Julius Rosenberg. Mit Jllustrationen von L. Dettmann. Friß Reuter als Burshenschafter. Von Karl Theodor Gaederß. Mit Abbildung des Reuter-Denkmals in Jena. Kunstblätter: Der Brand von Rom. Nach dem Panorama im Berliner Ausstellungspar? ezeichnet von R. Dee: Holländi- S O Nach einer Radirung von Ph. Zilcken. Plauderecke. Beilage.

Land- und Forstwirthschaft.

,_ Der schon erwähnte Bericht des Ministers für Land wirthschast, Domänen und Forsten an Se. Majestät den Kaiser und König ist unter dem Titel: „Preußens Land- wirthschaftliche Verwaltung in den Jahren 1884, 1885, 1886, 1887“ (zwei Theile in einem Bande) soeben im Verlage von Paul Parey hierselbst ershienen Wir kommen auf denselben noch eingehend zurüdck.

Gewerbe und Haudel.

, Unter der Firma „Passage Panoptikum* hat f ier eine Aktiengesellshaft mit einem Grundkapital von 400 V0 e bildet, Der Zweck der Gesellschaft it, in den bisher von Caftan's eng in Berlin benußten oder in anderen Räumen sowohl in erlin wie an anderen Orten Schau- und Ausstellungen aller Art und Musikaufführungen zu veranstalten. Dortmund, 29. Juli. (Köln. Vlksztg.) Auf dem Kohlen- markt herrscht troß der für das Kohlengeshäft sonst so ungünstigen Jahreszeit fieberhafte Thätigkeit. Die meisten Zechen, namentli die rößeren und leistung8fähigeren, sind mit Aufträgen so reihlih ver- ehen, daß sie troy L egter Uebershihten genöthigt sind, manche estellungen zurückzuweisen. Die Folge davon ist ein sich stellenweise empfindlih fühlbar macender Mangel an brauchbaren Arbeitskräften, der eine Grhöhung der Löhne nothwendig gemacht hat. Dazu kommt, daß die Preise für Grubenmaterialien bedeutend estiegen sind und noch fortwährend steigen, so daß, troy des flotten Absatzes und der erhöhten Koblenpreise, viele Zechen doch nicht in der Lage sind, Ausbeute zur Vertheilung zu bringen. Ueberhaupt zeigt sih au au dem Kohlenmarkt neben Liht noch viel Schatten. Defsen

Krimmitschau, Werdau 2c. und seinem Kohlenbergbau nimmt naturgemäß

ungeachtet ist die gegenwärtige Lage der Kohlen-Industrie befri und berehtigt zu guten Hoffnungen. Soweit a Veciacdt igen