1888 / 220 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Dürr, Hauptm. der Landw. Inf. 1. Aufgebots des Lc ndw. Bats. Bezirks Meißen, zu den Res. Offizieren des Jnf. Reg: 3, Nx. 139, immermann, Pr. Lt. des Landw. Trains 1. Anufgèbots des dw. Bats. Bezirks I. Dresden, g den Res. Offiziecen ds Train- Bats. Nr. 12, zurückverseßt, Die Sec. Lts.- der Landw. Inf. 1, Aufgebots: Friedel, Haenle I. des Landw. Bats. Bezirks LYguen, Schneider des Landw. Bats. Bezirks Zwickau, Gro e des Lat&zo, Bats. Bezirks Glauchau, Henkel, Heine des Landw. Bas, Bezirks Il. Leipzig, Chevalier des Landw. Bats. Bezirks Borna; zu Premier-Lieutenants der Geitner, Premier-Lieutenant der Landwehr- Kavallerie 2. Aufgebots des Landw. Bats. Bezirks Plauen, zum Rittm. der Landw. Kav. 2. Aufgebots, Heßler, Sec. Lt. der Landw. Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bats. Bezirks 11 Leipzig, Ploß,. Just, Sec. Lts. der Landw. Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bats. Bezirks Chemnitz, zu Be Lts. der Landw. Inf. 2. Aufgebots, Kaul, Sec. Lt. der Landi. uß-Art. 2. Aufgebots des Landw. Bats. Bezirks Pirna, zum Pr. Lt. der Landw. Fuß-Art. 2, Aufgebots, befördert. v. Traushaar, D Lt. der Landw. Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bats. Bezirks I. E i den Res. Offizieren des Schütßen- (Füs.) Regts. Nr. 108 zurückpverseßt. ; Abschiedsbewilligungen. ImaktivenHeere. 20.August. Goedse, Mor und Bats. Commandeur im Wi Regt. Nr. 107, diesem untèr Verleihung des Charakters als Oberst-Lt, Vogt, uptm. und Comp. Chef im Inf. Regt. Nr. 104, in Genehmigung ibrer Abschiedsgesuhe, unter Gewährung der geseßlihen Pension und mit der Erlaubniß zum Forttragen der Regiments-Uniform mit den vorgeschriebenen Abzeihen, zur Disposition gestellt. Maaß, Sec. Lt. im Inf. Regt. Nr. 104, behufs Uebertritts in die Königl. preuß. Armee, ter erbetene Abschied bewilligt. Penzig, Sec. Lt. à la suite des Inf. Regts. Nr. 103, zu den Offizieren der Reserve dieses Regts. übergeführt. v. Bünau, Hauptmann z. D, in Genehmigung seines Gesuches, unter Fortgewährung der geseßlidben ension und mit der Erlaubniß zum Forttragen der Uniform des chüten- (Füs.) e Nr. 108 mit den vorgeschr. Abzeihen, sowie unter gleihz. Verleihung des Char. als Major, von der Stellung als BE djut. des Lardw. Bats. Bezirks Zwidckau enthoben. v. Der, Major z. D., diesem mit der Erlaubniß zum ra der Uniform des JIâger-Bats. Nr. 12 mit den vorgeschriebenen Ab- zeihen, v. Stutterheim, Hauptm. z. D., diesem mit der Erlaubniß zum Forttragen der Uniform des Inf. Regts. Nr. 134 mit den vorgeschriebenen Abzeichen, unter Fortgewährung der geseß- lihen Pension der erbetene Abschied bewilligt. Im Beurlaubtenstande. 20. August. Burmann, Hauptm. der Res. des Inf. Regts. Nr. 102, diesem mit der Erlaubniß zum 2 der bisherigen Uniform mit Jnaktivitätsabzeichen, Daa j

Freiherr

r. Lt. der Landw. Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bats. Bezirks diesem behufs Uebertritts in die Königl. Württemberg. rmee, Bauch, Pr. Lt. der Landw. Inf. 2. E des Landw. Bats. Bezirks Zwickau, der erbetene Abschied bewilligt. P cht, Pr. Lt. der Landw. Inf. 2. Aufgebots a D, die Erlaubniß zum ragen der Landw. Armee-Uniform ertheilt. : Im Sanitäts - Corps. 10. August. Dr. Rudloff, Stabs- und Bats. Arzt im Inf. Regt. Nr. 103, zu den Sanitäts- Offizieren der Res. mit der Ausfiht auf Wiederanstellung im aktiven Sanitäts-Offiziercorps verseßt. Dr. Roesch, Assist. Arzt 1. Kl. im Carabinier:Regt., zum Stabs- und Bats. Arzt im Inf. Regt. Nr 103 befördert. Dr. Hesselbah, Assist. Arzt 1. Kl. im Inf. Regt. Nr. 107, zum Carabinier-Regt., Dr. Zimmer, Assist. Arzt 1. Kl. _im Inf. Regt. Nr. 102, zum Inf. Regt. Ne. 107, verseßt. XITII. (Königlih Württembergisches) Armee-Corps. Ernennungen, Beförderungen und Versetzungen, Im aktiven Heere. 22, August. v. Sarwey, Oberst und Com- mandeur des Inf. Regts. Nr. 126, zum Gen. Major mit Patent vom 4. d. Mts. befördert und unter Ernennung zum Brig Comman- deur es uh. zur Uebernahme der 52. Inf. Brig. kommandirt. Frkr. v. Faldckenstein, Oberst und Flügeladjutant, kommandirt nach Preußen, zum Gen. Major mit Patent rom 4. d. Mts. befördert und zum General à la suite Sr. Majestät des Königs ernannt. v. Leipziger, Königl. Preuß. Oberst à la suite des Nr. 14, von dem Kommando der 27. Kav. Brig. enthoben.

Kaiserliche Marine.

Ernennungen, Beförderungen, R CRi 21. August 1888. v. Hartmann, Hauptm. und omp. Chef vom See-Bat., béhufs Uebertritts zur Armee, von der Marine ausgeschieden. v. Prittwiß u. Gaffron, Pr. Lt. vom See-Bat, zum Hauptm. und Comp. Chef, v. Bülow, Sec. Lt. vom See-Bat,, zum Pr. Lt., befördert. Pagensteher, Scc. Lt, bisher im Inf. Regt. Nr. 68, mit seinem Patent im See-Bat. angestellt.

lauen,

O A.

VNicchkamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 29. August, Se. Majestät der Kaiser und König begaben Sich gestern früh 73/4 Uhr zu Pferde nach dem Bornstedter Felde, besichtigten dort die 2. Garde-Kavallerie-Brigade und nahmen hierauf in dem Kasino des Leib-Garde-Husaren: Regiments das Frühstück ein.

Nach dem Marmor-Palais zurückgekehrt, arbeiteten Se. Majestät von 12 bis 1 Uhr mit dem Chef des Militärkabinets und nahmen von 1—13/, Uhr den Vortrag des Unter-Staats- sekretärs Grafen Berchem entgegen.

Gegen 6 Uhr Nachmittags fuhren Se. Majestät nah Berlin und statteten Sr. Majestät dem König von Griechen- land im Königlichen Tae B, einen längeren Besuch ab.

Später fand in der Hohenzollern-:Wohnung daselbst ein Souper statt, an welhem Se. Majestät der König und Se. eits Hoheit der Kronprinz von Griechenland sowie die beider e Gefolge A nahmen.

__ Gegen 10 Uhr Abends kehrten Se. Majestät nah Potsdam in das Marmor-Palais zurü.

Nachdem der Legations-Rath Graf von Pourtalès vom Urlaub nah St. Petersburg zurückgekehrt ist, hat derselbe fr die weitere Dauer der Beurlaubung des Kaiserlichen

otschafters von Schweiniß die interimistishe Leitung der dortigen Botschaft übernommen.

A Br O \hwedisc - norwegishe Gesandte am

hiesigen Allerhöchsten Hofe, von Lagerheim, ist vom Urlaub

ur gerenrt und hat die Geschäfte der Gesandtshaft wieder ernommen.

Der General der Jnfanterie, Freiherr von Loën, General-Adjutant Sr. Majestät des Kaisers und Königs, ist hierher zurückgekehrt.

___— S. M. Kreuzer „Habicht“ ist am 28. August cr. in St. Paul ‘de Loanda Mei und beabsichti am 16. September cr. wieder in See zu gehen.

Potsdam, 29. August. (W. T.°B.) Heute Vormittag

Landw. Inf. 1. Aufgebots befördert, *“

us. Regts. |

rch Se. Mafestät den Kaiser und König siatt.

3 Régiment war im offenen Viereck aufgestellt. Punkt 81, Uhr Morgens ershien Se. Majestät zu Pferde, œfolgi von den Generalen von Pape, von Alten, von der Planiß, den General-Adjutanten von Hahnke und : von WittiH und zwei persönlihen Adjutanten, und ritt unter den Klängen des Präsentirmarsches die Fronten ab. Ss, Maiestät der Kaiser, welher inmitten des Vierecks Atfstelung genommen hatte; hielt etwa folgende Ansprache : “Fa soi Sein Wille, dem Regiment zur Erinnerung an die Zeit, wo Ex Commandeur gewesen, ein bleibendes Andenken zu verleiben, gleichzeitig auch zur Erinnerung an die Anerkennung, welhe Sein Hochseliger Großvater dem Regiment bei allen Gelegenheiten habe zu Theil werden lassen. Er hoffe, das Regiment werde alle Zeit seinen alten Ruhm bewahren. Der Commandeur des Leib-Garde-Husaren- Regiments, Oberst von Gottberg, brachte hierauf ein Hoh auf Se. Majestät den Kaiser und König aus, während die Musik das „Heil Dir im Siegerkranz“ intonirte. Es folgte sodann Parademarsh unter den Klängen des „Torgauer Marsches“, worauf Sih Se. Majestät der Kaiser an die Spiße des Regiments seßte und dasselbe nach der Kaserne zurückführte.

D A 28. August. (W. T. B.) Die Königlichen Prinzen, Söhne Sr. Majestät des Kaisers und Königs, trafen heute Nachmittag um 5 Uhr 15 Minuten hier ein und fuhren von hier zu Wagen nah dem Marmor-Palais.

Bayern. München, 27. August. (Allg. Ztg.) Der Prinz-Regent ist von Füssen gestern nah dem Algäu ab- geren, wo Se. Königlihe Hoheit in seinem Jagdhause ei Oberstdorf Wohnung genommen hat. Der Aufenthalt daselbst wird bis in die ersten Tage des September hinein dauern; alsdann begiebt sich der Prinz-Regent nah seinem Jagdhause bei Hindelang. Prinz Ludwig hat si von seiner Villa Amsee nah Oberstdorf begeben, um dort an den Jagden theilzunehmen.

Braunschweig. Braunschweig, 28. August. (K.) Dem hier zusammengetretenen Comité für Errichtung eines Denkmals zu Ehren des Herzogs Friedrih Wilhelm von Braunschweig - Oels Luf dem Schlachtfelde von Quatrebras isst heute von Sr. Königlihen Hoheit dem Prinzen Albrecht von Preußen, Regenten des Herzogthums Braunschweig, ein Beitrag von Ein- tausend Mark aus Höchstdessen Schatulle gezahlt worden. Tief- bewegt und hocherfreut über diesen Akt fürstliher Huld, hat das Comité Sr. Königlichen Hoheit heute telegraphisch gedankt. Welchen Anklang überhaupt der erst vor wenigen Tagen erlassene Aufruf im Lande Braunschweig gefunden hat, beweist am besten die heute in den hiesigen Blättern von dem Comité bekannt gegebene Liste, welhe 1612 #4 50 FZ nachweist. Auf dem Terrain des Herzoglichen Küchengartens, zwischen der Hagenstraße und dem Hoftheater gelegen, wird

emnächst ein neuer Stadttheil erstehen. Gutem Ver-

nehmen nach wird die Herzoglihe General-Hof-Jn- tendantur in den leßten Monaten O Jahres die auf en E belegenen Baustellen öffentlih meistbietend verkaufen.

_Schwarzburg-Rudolftadt. Schwarzburg, 27. August. (Leipz. Ztg.) Der Fürst hat den Staats-Minister von Starck zum Wirklichen Geheimen Rath mit dem Dienst- L Excelley* ernannt.

__ Oesterreich-Ungarn. Wien, 27. August. (Wien. Abdp.) Die Session der Landtage wurde heute insofern bereits er- öffnet, als der steiermärkische Landtag seine erste Sizung hielt, welche den bei Eröffnungsfißzungen üblichen Verlauf nahm.

28. August. (W. T. B.) Der Kronprinz und die Kronprinzessin sind heute Abend nah Gmünd (Bayern) abgereist. Der db erzog Karl Ludwig nebst Ge- L werden sich am 30. d. M. zu der Tauffeier nah Berlin begeben, wo ein zweitägiger Aufenthalt in Aussicht genommen ist.

Großbritannien und Jrland. London, 28. August. (A. C.) Die irische Regierung scheint entschlossen zu sein, das Zwangsgeseß nach wie vor streng zu handhaben. Der Unterdrückung einiger Zweige der Nationalliga in verschie- denen Theilen Jrlands folgte gestern die Verhaftung der be- kannten irishen Abgeordneten John und William Redmond in Roßclare. Die Verhafteten wurden dem Polizeirichter Kennedy vorgeführt unter der Anklage, an einer Verschwörung theil- genommen zu haben, welhe bezweckte, den Kapitän Thomas Walker zu zwingen, gewisse Gehöfte, deren frühere Pächter exmittirt worden waren, nicht zu verpachten. Dieses Vergehen egen das Zwangsgesey wurde am 22. Juli verübt. Nach en Verhör wurden die Angeklagten gegen hohe Kautions: stellung auf freiem Fuß belassen. Sn Wexrford wurde gestern der Redacteur und Eigenthümer der dort erscheinenden Zei- tung „People“, Mr. Walsh, und in Meelin, Grafschaft Cork, der zu vier Monaten Gefängniß verurtheilte Pater Kennedy verhaftet. Ersterer ist beschuldigt, Artikel veröffentlicht zu haben, worin er Pächter zum Widerstande gegen die Aus- treibungen aufwiegelte, Leßterer eine unterdrückte Versamm- lung der Nationalliga in Duhallow abgehalten zu haben. Kennedy wurde nah Cork abgeführt, wo er seine Strafe ver- büßen joll.

Wie verlautet, wird das canadishe Parlament wahrscheinlih zu einer außerordentlichen Session ein- berufen werden, um die durch die Botschaft des Präsi- denten Cleveland geschaffene Lage in Erwägung zu ziehen. Es wird. auch eine Petition an die britische Re- gierung unterzeihnet, worin dieselbe angegangen wird, einen nfuhrzoll von amerikanischem Getreide in Großbritannien zu erheben, im Fall Präsident Cleveland seine Repressalien- vorshläge ausführt. Es wird argumentirt, daß Rußland und die britishen Kolonien die Bedürfnisse des Vereinigten König- reihs deden könnten. Mithin würde die Landwirthscha Canadas gehoben und den Cre Gen Staaten Schaden zugefigt werderi, ohne daß England irgend ein Nachtheil ntstehe.

“Der Erbgroßherzog von Hessen, welher längere Zeit der Gast der Königin in Osborne und S ottland e- wesen, trat gestern Abend via Queenborough-Vlissingen bie Rücckreise nad Darmstadt f ser Kleinb

: i ottisher Kleinbauern wird sich demnähst nah Australien, Neu-Seeland und

is im Lustgarten die Uebergabe der neuenStandarten- änder an das Leib-Garde-Husaren-Regiment

Eine Abordnun Indien begeben, um die in jenen Ländern wohnenden Lands-

leute für die Ansiedelung der armen Landbevölkerung zuy interessiren. Der Parlaments- wird die Deputation begleiten. Von einer Reise nah den Vereinigten Staaten wurde im Hirblick auf die dort bevor- stehende Präsidentenwahl Abstand genommen, jedoch soll im nächsten Jahre eine Abordnung aud Amerika besuchen.

Aus Kalkutta, vom 27. August, meldet ein Telegramm des „Reuter'shen Bureaus“:

Lieutenant Justice, der mit 25 Monn entsandt wurde, um eine von den Thibetanern über den Rungpur geshlagene Brücke aus- findig zu machen, fand zwei Bambus-Brücken, die er zerstörte. Zwei Compagnien des Pet iees Regiments kamen am 23. d. M. in Gnatong an, 250 Mann Gurkas am 24. d. M. und eine gleiche Anzahl am nâchsten Tage.

__ Frankreich. Paris, 28. August. (W. T. B.) Nah einer dem „Temps“ aus Toulon zugegangenen Mittheilun wird das Mobilisirungs-Geshwader am Montag auf- gelöst werden und behufs Abrüstung nah Toulon zurückehren.

Der französische Botschafter in London, Waddington, hat gestern dem Bureau der Zuckerkonferenz eine Erklärung eingereiht, nah welcher die französische Regierung im Prinzip der Konvention betrefsss Abschaffung der Prämien zustimmt, die definitive Zustimmung jedoch sih solange vorbehält, bis die Zustimmung der Zuckerproduzenten aller Länder erfolgt und die Erklärung zu Protokoll gegeben sei.

__ Ftalien. Rom, 28. August. (W. T. B.) Der König und der Kronprinz sind heute in Forli ein- getroffen und von der Bevölkerung enthusiastisch begrüßt worden. Die Stadt ist reih beflaggt.

Der Minister-Präsident Cri s pi trifft morgen in Rom ein. Die Kriegsschiffe „Duilio“, „Dandolo“, „Etna“, „Staffelta“, „Saetta“, „Tripoli“, „Colonna“, „Goito“ und „Afffondatore“ sind gestern von Augusto abgesegelt. Der „Tribuna“ zufolge werden dieselben die Reiss nah dem Orient antreten und mehrere Seestädte der Levante besuchen. Die Rückehr nach den italienischen Dn wird gegen Ende des künftigen Monats erfolgen. ie Schiffe „Lepanto“ und „Stromboli“ liegen noch vor Neapel und werden erst morgen absegeln. Ard und „Ztalia“ werden sich in 14 Tagen mit dem Geschwader ver- einigen.

Serbien. Belgrad, 28. August. (W. T. B.) Die Ratifikationen des serbish-türkishen Handels- vertrages sind gestern in Konstantinopel ausgetauscht worden.

Bulgarien. Sofia, 26. August. (Wien. Ztg.) Reuter-Meldung.) Jn den Distrikt Svete - Kral entsendete ruppen fanden keine Spur von Räubern mehr. Jn der Umgebung von Sofia herrscht vollständige Ruhe. Der ohne Lösegeld in Freiheit geseute Stojanow erzählt, daß die Räuber- bande aus einem Albanesen und zehn Bulgaren bestand. Er wurde zwei Mal nah dem Distrikt Djuma in Macedonien geführt, wo die Räuber sih mit Leichtigkeit verproviantirten. Die Bande zog an der Grenze nahe bei dem türkishen Truppen- piquet vorbei, ohne bemerkt zu werden.

Zeitungsstimmen.

In einem der „Post“ aus dem Süden eingesandten Artikel über die bevorstehenden Landtagswahlen heißt es: __ Angesichts der Wahlen zum preußischen Landtage wurde in den öffentlihen Blättern vielfah die Frage besprochen, ob das Kartell-

verhältniß, welches aus Anlaß der leßten Reichstagswahlen zwischen .

den Konservativen, der Deutshen Reichspartei und den National- liberalen vereinbart worden war und das eine nationalgesinnte Majorität im Reichstage ergab, auch für die preußischen Landtags- wahlen als fortbestehend. und bindend zu erachten sei.

Es wurde Vieles dafür und dawider vorgebracht.

_ Da erschien unerwartet von Seiten einiger maßgebender National- liberalen die Erklärung, daß das Kartellverhältniß nur für die Reichs- tagswahlen Geltung gehabt babe, bei den preußishen Landtagswahlen es jedo jeder Partei überlassen bleiben müsse, sich ihren Wahlkreis zu erobern und selbständige Kandidaten aufzustellen, damit aber nicht auêgeschlossen sei, gegebenen Falls Vereinbarungen in einzelnen Wakhl- kreisen hinsichtlih der aufzustellenden Kandidaten abzuschließen.

Diese Erklärung entsprang offenbar den Gegensäßen, die si gegen SÖ&luß des preußischen Landtages zwishen den Konservativen und Nationalliberalen aus Anlaß des Schulgeseßes und der Legiti- mation der Wahl des Herrn von Puttkamer herausgebildet hatten.

Kurze Zeit darauf subte man in nationalliberalen Blättern die Schärfe der gethanen Aeußerung abzushwächen, nahdem in ultra- montanen, polnischen, deutschfreisinnigen und Deutschland feindli ge- sinnten auêwärtigen Blättern ein höôhnisches Triumphgeschrei über den ero sich erhob, der sih innerhalb der nationalen Parteien heraus-

ilde.

„Endlos sind seit Wochen die Streitigkeiten, Vorwürfe, Vor- {läge und Erklärungen, die durch die Blätter der verschiedensten Parteirihtungen über das Kartellverbältniß und über die bei den be- vorstehenden Landtagëwahlen einzunehmende Haltung der konservativen und nationalliberalen Parteien laufen. Zur Klärung der Lage haben dieselben bis jeßt wenig beigetragen. Erfreulich ist, konstatiren zu können, daß man da und dort zu der Einsicht gelangt, wie nothwendig eine Verständigung zwischen den beiden Parteien für das Wohl des Staats ist, und daß in einzelnen Theilen des Landes eine Verein- barung herbeigeführt zu sein s{cheint.

Die Thatsache wird von Niemandem geleugnet werden können, dem das Interesse für die gedeihlihe und geordnete Entwidelung der staatlichen Zustände Preußens und mit denselben Deutschlands mehr am Herzen liegt als das Parteiinteresse, daß der Gegensaß, der \ih zwishen den konservativen und nationalliberalen Parteien bei den Wahlen herauszubilden droht, von den unheilvollsten Folgen für das Land sein wird und nur den Parteien zum Vortheil gereihen kann, die dur das Entstehea des Kartells bei den leßten Reichstagswahlen um ihre verderbenbringende Macht gekommen sind.

Die Auslafsungen der Richter'shen und der ultramontanen Heß: presse, sowie der ausländischen zeigen jedem Unbefangenen, auf nationalem Boden Stehenden, welche Kämpfe und Gefahren wir zu

ewärtigen haben werden, wenn im preußischen Landtage die deutsch- reisinnige, ultramontane, polnishe, welfishe, sozialdemokratische Koalition die Majorität erlangt.

Sie wi e erlangen, wenn bei den Wahlen die Konservativen und Nationalliberalen getrennt handeln oder gar \sich die Mandate streitig zu machen suchen.

Eine Verständigung der Deutschfreisinnigen mit dem Centrum und den Sozialdemokraten wird denselben ungemein leiht, wenn es gilt, das heißersehnte Ziel zu erreihen: Fort mit Bismarck! Wird die preußische Regierung mit einem \o zusammengeseßten Landtage auf die Dauer regieren können, wird der König die Ziele verierges können, die er si zum Frommen des Landes vorgeseßt hat ? das nicht zum Konflikt zwischen der Regierung und Volksvertretung führen? Welche Gefahr liegt aber hierin auch für unser Gesammt- vaterland!

Glaubt man etwa, daß das Er A: der preußischen Landtags- wahlen nicht von Einfluß auf die bevorstehenden Reichstagswahlen

eordnete Dr. Macdonald

sein wird? Wird die Verbitterung, die ia nach dem Ausfall der Wahlen zwischen Konservativen . und Nationalliberalen Play greift, nicht nahwirken auf die Wabl zum Reichstage, und das nit allein in Preußen, sondern ganz Deutschland? Ist Deutshland angesichts der Eifersucht seiner westliwen und östlihen Nachbarn in der Lage, die Zusammensetzung eines Reicbstages ohne größte Gefahr für seinen QUO, wie solhe vor den leßten Wahlen bestanden hat, zu er- ragen ? S Í : |

Ein Reichstag wie ein preußischer Landtag, in denen den extremen Parteien die Majorität zufällt, werden gleich verderblih für die be- treffenden Staatengebilde sein. Jede \taatlihe Existenz kann nur dann si eines gesunden Wachsthums erfreuen, wenn die gemäßigten Par- teien der Regierung eine feste Majorität in den geseßgebenden Körper- schaften zu bieten vermögen. Eine ultrakonservativ-ultramontane oder eine deutschfreisinnig - ultramontane Majorität werden eine monarchishe Regierung in Deutschland niemals auf die Dauer fruchtbringend unterstüßen können, sie wird sih nie fest auf dieselbe verlassen können, weil deren Zusammenseßung eine bete- rogene ist und ihr in sich selbft der nöthige Halt fehlt. Im Charakter der extremen Parteien ift es gelegen, daß das Interesse der Partei dem itaatlichen vorangestellt wird.

Die Leidenschaftlichkeit, die sih in jeder extremen politishen Rich- tung auêspriht, verhindert unwillkürlich das kühle Abwägen \taat- licher Interefsen, und muß jeden Staat, er mag monarcisch oder republikanish sein, an den Rand des Verderbens führen. Die Ge- {ichte lehrt uns das hundertfacy.

_Erwägen wir alle Gefahren, die ein getrenntes Vorgehen der national gesinnten Parteien, der konservativen und der national- liberalen, bei den kommenden preußishen Landtagéwahlen in si birgt, so jollte man meinen, daß jeder, der Einfluß auf das Ergebniß der Wahlen auszuüben vermag und diesen Parteien angehört, vor der un- geheueren Verantwortung zurücks{recken muß, die er auf sich nimmt, wenn er nicht Alles aufbietet, um den unheilvollen Riß zu verhüten, der urter den sogenannten Kartellparteien einzureißen droht. ,

Wenn es möglich war, bei den leßten Reichstagswahlen eine Vereinbarung herbeizuführen, die Deutshland vor Krieg und schwerem Unglück bewahrte, so müßte es auch bei den bevorstehenden Landtags- wahlen den si jeßt noch zum Theil gegenüberstebenden Parteien bei ernstem Willen gelingen, die Gegensäße zu beseitigen, die jeßt noh trennend dazwischen stehen, um dem künftigen preußischen Landtage eine feste gemäßigte Majorität zu schaffen, wodurch Preußen unter der Führung seines jungen Königs seinem geschihtlihen Beruf in Deutschland und Europa gerecht werden kann.

Die „Danziger Allgemeine Zeitung“ schreibt:

Der Abgeordnete Richter sprach neulich in einer Berliner Wähler- versammlung wieder einmal von der „Belastung nothwendiger Lebens- mittel“ und von Monopolen und Besteuerungen zu Gunsten einzelner Interefssentenklassen. Als Beispiel cines ganz ungewöhnlichen Er- werbêmonopols, welches alles Acbnlihe weit in den Schatten stellt, fenen wir in unserem wirthshaftlihen Leben aber nur das Börsen- geschäft; hier erwirbt eine einzelne Interessentenklasse na- türlih doch nur durch die Belastung und Ausbeutung anderer Vermögen, die in einer anderen Weise so \hnell, in _ soldem Umfange und so mühelos ohne einen eigenen Shweißtropfen überhaupt niht gewonnen werden können. Hat Herr Richter das „\{chwere Unreht gegen das Volk“, welches in dem Bestehen eines solchen Instituts in seiner gegenwärtigen Gestalt liegt, im Auge und will er auf eine Abhülfe dieser „Begünstigung einer einzelnen Interessentenklasse“ mit uns bedacht sein, so soll er unser Mann sein. Denkt er dagegen, wie anzunehmen, einmal an die Getreidezölle, so müssen wir bestimmt betonen, daß dur diese weder eine ungerechtfertigte Begünstigung eines einzelnen Interessentenkreises, noh auch cine Vertheuerung der Lebensbedürfnisse herbeigeführt ist. Durch die Getreidezölle ist lediglih ein e Ts hoher Gewinn des Auslandes, an dem wir doch kein Interesse haben, ver- kindert und andererseits der Ruin unserer Landwirthschaft hintenan- gehalten, der den Ruin auch der Handwerker, Kaufleute und sonstigen Gewerbetreibenden in unseren kleinen Städten und den \{chweren Schaden unserer Industrie insgemein nah sich ziehen würde. Die Getreidepreise aber stehen nah der Einführung und na der Erhöhung des Getreidezolles noch immer niedriger als in den 50er, 60er und 70er Jahren, wie das ja au erst ganz vor Kurzem in dem Jahres- beriht des gewiß nicht im Verdaht \{ußzöllnerisher Tendenzen e 4 neb nann unserer Danziger Kausmannschaft konstatirt worden ist.

Was aber die Branntweinsteuer betrifft, so ist doch im Auge zu behalten, daß eine Steuer, die niht irgend Jemandem ein Opfer auferlegt, überhaupt niht denkbar ist. Da ift es doh aber jedenfalls am verständigsten, wenn sie niht auf ein nothwendiges Lebens- bedürfniß und das ist der Branntwein nicht —, sondern auf ein Genußmittel gelegt wird, und wenn gerade dur die Erhöhung des Preises für dieses Genußmittel ein Anreiz gegeben wird, in seinem Gebrauch Mäßigkeit zu beobahten. Durch die Branntweinsteuer ist aber thatsählich \{chon eine Ver- minderung des Branntweinkonsums und der Trunksucht herbei- geführt, ein Erfolg, über den si alle wahren Volksfreunde nur freuen können. Andererseits soll aber für die Belastung des armen Mannes dur die Branntweinsteuer diesem nah der Absicht der Konservativen in jeder Weise und auf verschiedenen Wegen ein voller Ersay geboten werden, durch Befreiung von den auf ihn drückenden direkten Steuern, durch kostenfreien Unterricht seiner Kinder in guten Schulen, durch Veranstaltungen der Vorsorge für die Zeiten seines Alters und der Arbeitsunfähigkeit, zu deren Kosten au das Reich beiträgt, 2c.

Veröffentlihungen des Kaiserlihen Gesundheits- amts. R 35, L Inhalt : Eesundheitsstand. Volkskrankheiten in der Berichtêswohe. Flecktyphus in der Nähe von Warschau. Bewegung der Bevölkerung im preußischen Staate. Sterbefälle in deutshen Städten von 40 000 und mehr Einwohnern. Desgl. in größeren Städten des Auslandes. Erkrankungen in Berliner Krankenhäusern. Desgl. in deutshen Stadt- und Landbezirken. Medizinal- und Sanitätswesen im Regierungsbezirk Minden 1883 bis 1885. Ansteckende Krankheiten in Mailand. erng Zeitweilige Maßregeln u. |. w. Veterinärpolizeiliche aße regeln. Medizinal-Geseßgebung 2c. (Preußen. Liegniß). Desinfektion in Beschlagshmieden. (Schwarzburg - Rudolstadt.) Errichtun öffentliher Schlahthäuser. (Reuß i. L.) LaGenvesorberung au Eisenbahnen. (Oesterreih.) Verhütung der Weiterverbreitung übertragbarer Krankheiten dur Schulen (Jtalien.) Anlegung von Kirhhöfen. (Schweiz.) Berufsausübung der an der Grenze wohnenden Medizinalpersonen. (Belgien.) Trunksucht. (Spanien.) Vertrieb von unreinem Alkohol. Rechtsprehung. Verantwortlih- keit der S a für E P A an e e Bee Kongresse, Verhandlungen von geseßgebenden Körper j s einen d \. w. 61. Versammlung deut)her Naturforscher und Aerzte. Geschenkliste.

Statistische Nachrichten.

Bierverbrauch in Großbritannien. (Soz.-Corr.) Aus dén ftatistishen Mittheilungen des Handelsamts geht hervor, daß au im ersten Halbjahr 1888 der Bierverbrauch im Vereinigten Königreich gewachsen ist. Folgendes sind für die erften Halbjahre von 1888, 1887 und 1886 die Summen der verbrauhten Barrels

(ein Barrel = 1634 1). 1887 1886

117270566 11346897 En “ia E ; 550 096 511 699

1888 . 11 736 560 è 576 416 1 113 965

/ m ganzen Jahre und im ganzen Königreich wurden verbraucht 1805 27 101 238 Barrels, 1886 27 134 114, 1887 27726 117. Man sieht: die Zunahme des Bierverbrauchs war in den leßten Jabren stetig, aber gering; sie entspriht ungefähr der Zunahme der Be- völkerung. Das muß erraschen bei dem eifrigen Kampf, den die Tewperenzler gegen alle alkoholishen Getränke führen, und bei der wachienden Zahl der Temperenzler, und do erklärt sih die Nicht- abnahme des Biertrinkens z. Th. gerade aus der Mäßigkeitsbewegung. Denn viele Trinker haben sich durhch dieselbe bewegen lassen, den ge- brannten Getränken zu entsagen und zum Bier überzugehen, dessen Nährwerth sie vorscküßen können, und andererseits haben viele große Brauer ihre Geschäfte in Aktiengesellschaften umgewandelt, weil sie den Temperenzlern Erfolge zutrauen, und so ist eine große Zahl großer und kleiner Geldmänner an dem Gedeihen des Bierge\häfts betheiligt, was natürlih der Mäßigkeitsbewegung empfindlih adet.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Der Professor an der Technischen Hochschule, Dr. Emil Winkler, ist am 27. d. M. in Friedenau verstorben. „Ein Spaziergang um die Welt“, vom Freiherrn Alexander von Hübner (ehemal. K. K. österreih. Botschafter in Paris und am päpstlichen Hofe). Mit 317 Jllustrationen. 2. unveränderte Auflage. Verlag von Schmidt u. Günther in Leipzig. 6.—8. Lieferung. (Pr. d. Liefer. 50 Z.) In der sehsten Lieferung des Werks werden die Schilderungen tes Mormonenstaats zu Ende ge- braht. Dann führt uns Freiherr von Hübner nah Corinna, wo wir die berübtigten Rowdies des far West kennen lernen, und. demnächst gelangen wir auf der Central-Pacific-Babn zu der Königin des Stillen Oceans, der E des Goldlands, nah San Francisco, Wir erwähnen hier einige der interessantesten Text-Jklustrationen, als: Brigham Young, der Präsident der Mormonen; Die Salzfee- stadt; Aelteste und Bischöfe der Mormonen; Der Mormonen- tempel ; Corinna; Indianer-Häuptling der Pah-Yutes ; Die große amerikanische Wüste; Indianer vom Stamme der Punies; Männer und Frauen der Sioux; Schneeshußdächer der Central-Pacific-Bahn am Uebergang der Sierra-Newada; Die Sacramento- und die Mont- gomerystraße in San Francisco; Ein Hüttenwerk in Silver-City 2c. fene enthalten diese drei Lieferungen folgenden größere Holzschnitte : ine Karawane von neubekehrten Mormonen auf dem Wege nach der Salzseestadt ; Der westlihe Theil der Salzseestadt; Rowdies®in den Straßen von Corinna; Der nord-amerikanische Wapiti-Hirsh; Ein kalifornisher Goldarbeiter u. \. w. : : „Lieben und Leben.“ Unter diesem Titel hat Jean Bernard (Muschi) eine Reihe Novelletten veröffentliht. (Magdeburg, Creny’\{e Verlagsbuchhandlung.) Der Umstand, daß dieselben bereits in dritter: Auflage ersceinen, zeigt, daß sie in Leserkreisen willkommen gewesen sind und auch fernerhin fein werden; es s\pricht aus ihnen ein erfreulihes Erzählertalert. ; j A /

In I. J. Heine’s Verlag hierselbst erschien die 3. Lieferung des Werks: „Die Rekurs-Entscheidungen, Bescheide und Beschlüsse, fowie sonstigen Veröffentlihungen des Reichs- Versicherung8amts, als Erläuterungen zu dem Unfall- Versicherungêgeseß vom 6. Juli 1884 und dem Geseß über die Aus- debnung der Ünfall- und Krankenversiherung vom 28. Mai 1885, be- arbeitet von Dr. jur. Richard Freund, Magistrats-Assessor zu Berlin“. (Preis d. Lief. 1,20 (4) Das ganze Werk (9 Lieferungen) wird für die Subskribenten höchstens 6 kosten; nah dem Erscheinen der lebten Lieferung tritt cin erhöhter Ladenpreis cin.

Land- und Forstwirthschaft.

In dem Jahre vom 1. August 1886/87 sind 174382 Jagd scheine im preußishen Staat ausgegeben worden. Von diesen ent- fielen 12 211 auf Ostpreußen, 7592 auf Westpreußen, 19361 auf Brandenburg mit Berlin, 9789 auf Pommern, 9862 auf Pofen, 19512 auf Schlesien, 21530 auf Sachien, 12124 auf Schleswig- Holstein, 13 558 auf Hannover, 8159 auf Hessen-Nassau, 23 089 auf Rheinland und 395 auf Hobenzollern. Von den _in den einzelnen Provinzen ausgegebenen Jagdscheinen kam je 1: in Schleswig-Holstein auf 48, in Sachsen auf 56, in Brandenburg mit Berlin auf 60, in Westfalen auf 65, in Pommern auf 75, in Ostpreußen auf 77, in E auf 80, in Hohenzollern auf 81, in Posen auf 84, in estpreußen auf 92, in Rheinland auf 94, in Ms - Nafsau auf 95 und in Schlesien auf 101 männlihe Einwohner. | Die Nr. 44 (1888) der „Deutschen Jäger-Zeitung“ Organ für Jagd, Fischerei, Zut und Dressur von Jagd- unden, herausgegeben und redigirt unter Mitwirkung hervorragender Waidmänner, Kynologen und Naturforscher ; offizielles Organ des Jagd- \chutvereins der Rheinprovinz und des Vereins zur Züchtung deutscher Vors\tehhunde; Verlag von J.Neumann, Neudamm) hat folgenden Inhalt: Schulze- und andere Nitro-Pulver. Von E. Thiel. Jagdiiche laudereien. Von Waldau, IV. In der Brunft. Deutsche aidmannésprahe. Mit Zugrundelegung des gesammten Quellen- materials für den praktischen Jäger bearbeitet von Ernst Ritter von Dombrowski. Ein Birscherlebniß. Von E. Neugebauer. Festes Brüten einer Rebhenne. Von P. Dublette auf Groß-Trappen. Von A. v. Kt.-K. Eröffnungstermine der Jagd auf Rebhühner, Hasen 2c., zusammengestellt nah amtlihen Bekanntmachungen. Ueber die Zähigkeit der Rebhühnereier. Von R. Klose. Böhmens Wildreihthum. Den 1100\sten Bock gestreckt. Von Knapp. Aus dem Jagdschuß. Brief- und Fragekasten. / London, 27. August. . C.) Nach „Gardener's Magazine“ breitet sih die Kartoffelkrankheit allgemein über England aus. Bis jeßt haben die Pflanzen freilich noch nicht sehr stark gelitten und steht immerhin noch zu hoffen, daß sie bie günstiger Witterung noch einigermaßen davonkommen werden.

Gewerbe und Handel.

In Portugal ist die Einfuhr von Saccharin oder von mit diesem Stoff verseßten Nahrungsmitteln laut einer im Lissaboner „Diario do Governo®“ vom 17. d. M. veröffentlihten Verordnung aus gesundheitspolizeilihen Gründen verboten worden. Ausnahmen dürfen zu pharmazeutishen Zwecken gestattet werden. :

Die „Rhein.-Westf. Ztg." berihtet vom rheinisch-west- fälishen Metallmarkt: Der rheinish-westfälishe Eisenmarkt war im Verlaufe der lezten Woche verhältnißmäßig ill, namentli in Robeisen. In Rheinland-Westfalen ist die Erzförderung no immer lebhafi, und in der Ea haben sich die Mee ziemli gut behauptet. In Spiegeleisen ist das Geschäft im Allge- meinen stil. Der augenblickliche Preis, 54 M für 10—12 % manganhaltige Sorten, ist zwar niedriger als vor einigen Wochen, jedo fest. Bei der jeßigen wenig regen Nachfrage und dem augenblicklichen Mangel an Exportaufträgen nah Amerika gestattet jedo der mäßige Preis den englischen Konsumenten, wiederum ihren edarf in Deutsch- land zu decken: Die Lagervorräthe sind im Ganzen Ps gleich- bleibend und die vorliegenden Aufträge erstrecken sih zum Theil bis zum Ende des Jahres. Jn Puddelroheisen entwickelt sich das Geschäft rubig, jedoh im Ganzen fester als bisher; eine wesent- lihe Preisaufbesserung ist zwar noch nicht erfolgt, doch haben zum wenigsten die in letzter Zeit vielfach gemeldeten billigen Preisstellungen aufgehört. Gießereiroheisen findet gleih- mäßigen und stetigen Absay zu den bekannten Verbands- preisen. Thomaseisen geht im Verhältniß zu den übrigen Eisensorten noch immer am flottesten ab und behauptet sih fest im

reise. In Stabeisen hat für das Inland die bisherige Nach- K angehalten; erfreuliherweise sheint dieselbe auch vom Auslande jeßt reger zu werden. Bei einzelnen Werken war dieselbe bereits ziemli lebhaft. Die bis jeßt gebuchten Aufträge reihen durh- Lat t b s piere H ee Preise bältniß L f

nreihend lohnend und stehen auch in besserem Ver i Rohmaterial als früher. In Bandeisen sind die Preise in

boten. Die ausländischen Aufträge sind nur mit bedeutenden Opfern zu erlangen, während die aus dem Inlande einlaufenden Aufträge für den regelmäßigen Betrieb kaum ausreichen. Die Façoneisenwerke find anhaltend flott beschäftigt und die einlaufenden Aufträge sichern einen regelmäßigen und lohuenden Betrieb. Au in Grobblechen sind die Werke lebhaft beshäftigt. In Feinblechen wirkt der immer stärker werdende Weltbewerb hemmend auf die Entwickelung des Geschäfts; doch wird die Marktlage jedenfalls mit dem Inds- lebentreten des Syndikats, welches am 1. September die beiden Ver- faufsstellen in Dortmund und Siegen eröffnet, eine bessere werden. Im Walzdraht- und Drahtstiftenge\schäft sind wesentliche Aenderungen niht zu verzeihnen. Die Eisengiepereten und Maschinenfabriken sind durchweg befriedigend beshäftigt und die Gesammtlage ist, wie auch auf der in Leer stattgehabten Versamm- lung der Moe Gruppen des Vereins deutscher Eisengießereien bestätigt wurde, eine günstige. Für den Fall einer weiteren Steigerung der Nachfrage wurde von der betreffenden Gruppe eine angemessene Erhöhung der Verkaufspreise auf Handelsgußwaaren ins ti gefaßt. Die Waggonfabriken sind anhaltend rege eshäftigt. : ; Dresden, 29. August. - (W. T. B.) In der heutigea Sihung des Aufsichtsraths der Aktiengesellschaft Lauchhammer, ver- einigte vormals Gräflich Einsiedel’she Werke zu Riesa, wurde von dem Vorstand der Abs{chluß des Geschäftsjahres 1887/88 vor- gelegt. Derselbe ergiebt nah Abzug der üblihen Abschreibungen einen Reingewinn von 550 964.60 A Der Aufsichtsrath genehmigte die Vorschläge des Vorstandes, eine Dividende von 7% an die Attionäre zu vertheilen und nach Abrechnung der statutenmäßigen Tantième, sowie der geseßlichen Dotirung des Reservefonds 55 000 4 an die außerordentli%e Reserve zurückzustellen und 20 215,15 #4 auf das neue Jahr vorzutragen. :

Wien, 28. August. (W. T. B.) Internationaler Saaten- markt. Die Kauflust ist in Folge schwächerer Auslandsnotirungen abgeschwäht; andererseits beharren Verkäufer auf vollen O Roggen, Gerste, Hafer, Mais unverändert, Termine matt. eschâft äußerst geringfügig. Weizen per Herbst 8,16 Gd., 8,20 Br., per Frühjahr 1889 8,96 Gd.,, 9,03 Br. Roggen per Herbst 6,25 Gd., 6,30 Br., per Frühjahr 1883 6,68 Gd., 6,73 Br. Mais per Juli- August 7,40 Gd., 7,50 Br., per Mai-Juni 1889 5,69 Gd., 5,72 Br. Hafer per Herbst 5,75 Gd., 5,78 Br., per Frühjahr 1889 6,16 Gd.,

6,18 Br. (W. T. B.) An der Küste angeboten

London, 28. August. 2 Weizenladungen.

Manchester, 28. August. (W. T. B.) 12r Water Taylor 6f, 30r Water Taylor 8}, 20r Water Leigh 7#, 30r Water Clayton 8, 32r Mock Brooke 83, 40r Mayoll 83, 40r Medio Wilkinson 9, 32r Warpcops Lees 8, 36r Warpcops Rowland 82, 40r Double Weston 98, 60r Doukle courante Qualität 113, 32" 116 yds 16 K 16 grey Printers aus 32r/46 166. Fest. | New - York, 27. August. (W. T. B.) Weizen-Ver- \chiffungen der leßten Woche von den atlantishen Häfen der Ver- einigten Staaten nach Großbritannien 58 000, do. nah Frank- rei 42 000, do. nah anderen Häfen des Kontinents 11 000, do. von Kalifornien und Oregon nab Großbritannien 32 000, do. nach anderen Häfen des Kontinents 16 000 Qrts.

Submissionen im Auslande.

I. Egypten. :

23. September. Alexandria. Verwaltung der Eisenbahnen, Telegraphen und des Hafens : Lieferung der Register, Drucksachen 2. für 1888. Voranschlag 250 000 Fr.

II. Niederlande. l

1) Montag, den 3. September, Mittags 12 Uhr. Deichverwal- tung des Polders Zestienhoven und Oudendyfk zu Overshie: Lieferung von 500 bis 800 11 deutscher Steinkohlen für die

Dampfmühle des Polders. É

Auskunft bei dem Vorsitzenden P. Hoogerbrugge Jz. daselbst.

2) Mittwoch, den 5. September, Vormittags 11 Uhr. Marine- Ministerium, im Direktionsgebäude zu Amsterdam: :

Lieferung von Gefäßen, Stearinkerzen, Kupfer-, Eisen- und Blechwaaren, Bürsten, Leder und Kork, Manufakturwaaren. Bureau-Utensilien, elektrishen Vorrichtungen.

Auskunft an Ort und Stelle.

3) Sonnabend, den 8. September. Verwaltung der Landi: 0n- wer s-Vereeniging „Eigen Hulp“ zu Hontenisse (Zeeland) im Hause der Wittwe Verbist :

Lieferung von 6800 kg Superphosphat.

Auskunft an Ort und Stelle.

4) Montag, den 10. September. Opsterland : : Lieferung von 81 000 kg grober Steinkohlen. :

Bedingungen käuflih für 25 Cents bei dem Sekretariat zu Beesterzwaag. A :

5) Mittwoch, den 12. September, Nachmittags 1 Uhr. Kolonial- Ministerium, im Lokale der „Maatschappy tot Nut van’t Algemeen N. Z. Voorburgwal“ zu Amsterdam: :

Lieferung von Geräthschaften, Eisen-, Stahl-, Kupfer- und B eiian Manufaktur- und Lederwaaren, Farbewaaren, iegelsteinen, in 64 Abtheilungen. :

Bedingungen käuflih für 20 Cents bei den Gebrüdern van Cleef

aag.

P ITI. Rumänien. :

5, Oktober. Bukarest. Ministerium der öffentlihen Arbeiten : Arbeiten zur Vertheidigung der Oltubrüccke bei Slatina.

IV. Spanien.

1) 10. Oktober. Direccion general de obras publicas. Madrid : Erbauung eines Molo oder Fangdammes in der Bai von Bilbao. Voranschlag 22 257 571 Pesetas. Kaution 222 575 Pesetas.

2) Junta de Administraccion y Trabajos del Arsenal de Ferrol. Materialien und Gegenstände für die Kreuzer: „Reina“, „Christina“, „Alfonso X1I1.*, „Jsabel I1.* in 2 Loosen Nr. 4 und 5. Dorontroy De das 4. Loos = 1777,94 Pesetas, für das 5. Loos = 1873,1

esetas.

Kaution für das 4. Loos = 170 Pesetas, für das 5. Loos = 189 Pesetas.

Näheres an Ort und Stelle.

V. Ungarn.

18, September, Mittags. Pest. Direktion der Staatsbahnen. Lieferung der eisernen Brücken auf der Strecke Neu-Gradiska—Brod. Kaution: 8000 Fl.

Gemeindeverwaltung von

im

Verkehrs - Anstalten.

Die Post von dem am 18. Juli von Sydney abgegangenen Reichs-Postdampfer „Habsburg“ ist in Brindisi einge- troffen und wird für Berlin vorausfiGtli am 1. September früh zur Ausgabe gelangen.

Norddeutscher Lloyd in Bremen.

(Leßte Nachrichten über die Bewegungen der Dampfer.) New-York- und Baltimore-Linien : estimmung Bremen Bremen Bremen

New- Vork 2

27. August in Bremerhaven. 2, August von New-York. . August von New-York. . August in New-York. s Ae von Southampton. . August von Southampton. . August von Southampton. . August von Baltimore. . August in Baltimore. . August Lizard passirt.

New-York New-York Bremen Baltimore Baltimore

Irland . 1115 241 1 008 846

Zusammen 13 426 941 13392393 12867442

leßter eit zurückgegangen, hauptsählich weil die nicht a Wäliwerksderband gehörigen Werke im übrigen unter-

Baltimore . August Dover passirt.