1888 / 221 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Verkehrs - Anstalten.

e Dragtita, Tante bebt dente vom 29. August ist a ieben. Grund: des Schiffes in Ostende und Zugverspätung p belgischem

Gebiet.

Hamburg, 29. August. (W. T. B.) Der Posrdowpler oBohbemia* der Hamburg-Amerikanishen Paclketfahrt- Aktiengesellschaft hat, von New-York kommend, beute Vor-

mittag Scilly passirt.

London, 29. August. . (W. T. B.) Der Union-Dampfer „German“ ist am Montag auf der Ausreise in Capetown an- gekommen. Der Dampfer „Spartan“ hat beute auf der Heim- reise Madeira passirt.

Christiania, 25. August. Na dem Beritt der rorwegisben Postverwaltung baben die Einnabmen derselben im Jahre 1887 2 366 267 Kronen, die Ausgaben 2 439 355 Kronen betragen, so daß der Abschluß einen Feblbetrag von 73 088 Kronen zeigt. Die meisten Ausgaben bat die Poftbeförderung auf den unverbältnißmäßig langen Postwegen verursacht, nämli 1224535 Kronen. Die Länge der Doe betrug 35 667 km, wovon 1578 km Eisenbahn, 10 346 km

dwege und 23 743 km Wafserwege waren. Befördert wurden die often über 6 207 445 km. davon 1 946 338 km mit der Eisenbabn, 051 887 km auf Landwegen und 3 269 200 km auf Wafferwegen.

Die gesammte Briefbeförderung belief sich auf ca. 213 Millionen Stüdck; gegen das Vorjahr baben die aus dem Auslande eingegangenen Briefe um 10,1 %/, die nah dem Auslande abgesandten um 2,9 9% und die inländisben Briefe um 3,8 9/0 zugenommen. Ju Jahre 1857 wurden nit ganz 3 Millionen Briefe durch die Pott ktefördert Na dem dem Departement des Innern von dem Telegrapben- Direktor erftatteten Bericht über das norwegische Staat®s- Telegraphenwesen im Jabre 1887 sind 834 895 Telegramme befördert worden, wovon 829496 in: und ausländishe, 274 transi- tirende und 5125 gebübrenfreie waren. Außerdem wurden 7003 dienst- lie Mittheilurgen und wäbrerd der Fischcreipericde in den Lofoten nah 22 Orten von den eröffneten 28 Stationen täglich Wind- und Wettermeldungen von 7 inländisWen und 8 ausländischen meteoro- logtihen Stationen befördert. Gegen das Jabr 1886 zeigen die inlän- dischen Telegramme einen Rückgang von 36431, die ausländischen dagegen eine Zunabme von 15 096, mitbin im Ganzen eine Abnahme von 21 335 Telegrammen. Die ausländiswe Correspondinz war am größten mit Großtritannien und Iclard, nämlih 35,12 %; dann folgt das Deutshe Reih mit 19,51 %, Schweden mit 12,17 %/o, Dänemark mit 8,09 9%, Frankrcich mit 6,35 %, Canada und die Vereinigten Staaten mit 4,68 9/o, Rußland obne Finnland mit 3,02 %/o, Belgien, Holland und Spanien mit 2—3 °/o u. s. w. Die Ein-

rabmen baben, n2ch Abzug der Réfusionen an die ausländischen

Telegrapbenverwaltungen, 838 528 Kronen oder 49626 Kronen weniger als im Jahre 1886 betragen. Die Ausgaben be- liefen fih dagegen auf 1 030486 Kronen, fo daß der Abschluß einen

Feblbetrag von 191 958 Kroren auéíwcist. Die Länge der Telegraphben- linien betrug am S{luß des Jabres 1887 7494 km (davon 371 km

Kakbel) urd die Länge aller Drâbte 13 987 km. Im Laufe des Iahres

waren 149 Stationen in Thätigkeit, nämlich 118 feste, 2 feste Telephon-

ftationen, 21 feste Fischereistationen, 7 Feldfiscereistationen und cine

statt, wobei vier Musikcorps abwechselnd concertiren werden. Direktion arrangirt dazu ferner eine humoristishe Reyue, welche Titel führt: „Berlin vor 50 Jahren“. In dieser Revue wirken 150 onen mit. Die ersten Gesangskünstler treten dies Abend mit dur neuem mm auf. Eine Frei Lotterie bietet Aus auf hübsche .Gewinnste. Das beginnt gon Bie. naD endet um Mitternacht. Eintritt für Theater und annover, 30. August. Der „Hann. Cour.* meldet: Unsere Hofbühne wird am nächsten Sonntag der Scauplay eines hoh- interessanten Versuchs werden: Hr. Albert, das bekannte Mitglied des Münchener Gärtnerplaß-Theaters, der vielgefeierte Darsteller des „Heregotissbnier" und des „Hans im Glück® wird an diesem Abend a

gang vom Volksftück zum klassisten Drama wagen. Laufe der nächsten Woche: wird Hr. Albert noch die Titelrolle in Laube's „Graj Essex“ darstellen. :

Mannigfaltiges.

Zu dem morgen Abend 8 Ubr im Luftgarten ftattfindenden Zaptfenstreich erfolgt die Aufftelung der Musik- und Tambour- corps um 7{ Uhr auf dem Opernpiaß, mit der Front gegen die Schloßbrücke und dem Rücken gegen das Denkmal Friedrih's des Großen. Begleitet von Facelträgern und Mannschaften mit Gewehr rüdcken die Musikcorps mit klingendem Spiel (York her Marsch) na ch dem Lustgarten ab; nah der Aufstellung langer Wirbel. Unter Leitung des Armee-Musif-Inspicienten Vcigt gelangen demnächst folgende Musikfiücke zur Aufführung: 1) Kaiser- ch (Infanterie und Kavallerie), Richard Wagner. 2) Ouverture zum Feldlager in Schlesien (Infanterie), - Meyerbeer. 3) Altpreußister Parademarsh (Kavallerie). 4) Hymne: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“ (Infanterie und Kavallerie), Beethoven. 5) Tanz im Lager aus „Zieten-Husaren“ (Infanterie), Sch{olz. 6) Mars{ der Finländiichen Reiterei (Infanterie und Kavallerie). 7) Fanfare militaire (Infanterie und Kavallerie), Ascher. 8) Coburger Marsch (Infanterie und Kavallerie). Hierauf folgt der Zapfenstreich von der Infanterie, die Retraite von der Kavallerie, und der Abendsegen von der Infanterie und Kavallerie. Zum Schluß : dreimaliger Akkord sämmtlicher Musifcorps und Wirbel der Tambours. Rach SCluß des Zavfenstreibs rüdckden die Musik- und Tambourcorps ftill in ihre Quartiere ab.

__ Der Deutsche Verein für öffentlihe Gesundhbeits- pflege hat socben das Programm für scine vom 13. bis 16. Sep- tember in Frankfurt a. M. stattfindende Ja hresversammlun'g auégegeben. Der Verein, im Jahre 1873 in Frankfurt a. M. ins Lben gerufen, besucht nunmehr zum zweiten Male diese Stadt, weil im Laufe der leßten 15 Jahre bier cine große Reibe bygienisd hoh interessanter Werke entstanden und ibrer Vollendung zugeführt worden ist : Schwemmkaralifation und Klärbecken, Quellwasserleitung und Grundmwafferleitung, Volkebäder und Schulbäder, Schlacht- und Viebbof, Marktballe, Milchkuranftalt, Krankenbäuser, Scbulen u. a., so daß die Stadt bei ibrer ohnehin so günftigen Lage gewiß auf viele

Feldtelegrapbenftation. |

j

Theater und Musik, |

Im Königlichen Opernhause findet morgen, Freitag, keine Vorstellung statt. Am Sonnabend, den 1. September, werden Hr. Niemann, Hr. Bd und Fr. Satlse-Hofmeister zum erften Male nach den Ferien im „Tanrhbäuser* auftreten. Der Sonntag kringt den „Dóön Juan® mit Hrn. Schwarz und Fr. Pierson als Gästen.

Die nä&ften Novitäten des Könialihen Schauspielhauses sind das vieraktige Lustspiel „Der Herr Major auf Urlaub“ von E. Heiden und Francis Stabl, und das Scauspiel „Lebte Liebe“ von L. Dóczi. Neu einfiudirt wcrden die Bübnenstücke: „Auf der Braut- schau“ und „JIohannistrieb*. :

Friedrich-Wilbelmfstädtishes Theater. Äm Sonn- abend geht die Strauß’s@e Operette „Der lustige Krieg* neueinstudirt und in theilweise neuer Beseßung wieder in Scene. Im Concert-Park findet am Sonnabend das vierte große Parkfest

Ene DeN

284 Lr

| haus.

| ï Wind. | Wetter. | j F. von Sakken.

| Anno. L z ¡L Clement. 6'bededckt 1 heiter 8[Regen 2/Dunst 4 'bedeckt 4 halb bed. 2\wolkenlos 1beiter

| 4halb bed. 3'beiter j 2\wolkig | 15 2\halbbed.)| 13 1\wolfig?) | 13 SSW 3wolkig) | 15 SW 1 wolkig) | 16 |[WNW _2halb bed.) 16 Paris ..….. | 76 |SSW 1halb bed. | 11 Münster. .. | 764 |SSO l1bedelt | 12 Karlsrube . . | 765 |O 1 heiter | 13 Wiesbaden . | 765 | ftillwolkenl.®) | 13 Münten .. | 765 | 3\heiteer | 15 Chemniy .. | 766 | still wolkig) | 12 Berlin. ...| 765 | 1\wolfkig | 14 } Freitag: Wien 764 W Uheiter | 18 4 |

: 49

Stationen.

Glad G l E E t es

in ® Celsius

Bar. auf0 Gr.

u. d. Meeres\p.

red. in Millim. Temperatur y9 G

Mullaghmore | Aberdeen . . | 756 Christiansund | 751 Kopenhagen . | 763 Stodtholm . | 760 Haparanda . | 752 St Petersburg} 764 Moskau . …. | 771

Cork, Queens- town ..…. E e Ds Splt Hamburg Swinemünde Neufahrwafser| 766 Memel .…. | 765

J cen O

W. Ernst.

bund pk pad bert m O S

Sonnabend:

A

Wartburg. von Rich.

dd pan prak b f Va

760 Anfang Uhr. 766 762 760 764 765

park pk O

Sonntag :

Semper.

Breslau . . . | 766 still balb bed. | 15 2balb bed. | 16 2'heiter | 20

767

Tle d’Aix. | 762

| [SSO Nizza .….…. O

Sonnabend:

1) Nachts Gewitter. 2?) Gestern Regen und Sturm- bôen. 3) Thau, Dunst. 4) Thau. *) Nachts Wetterleuhten. €) Thau. 7?) Nebel, Thau.

Uebersicht der Witterung.

Das gestern erwähnte Minimum ift nordwärts nach Nord-Skandinavien fortgeschritten, während ein Streifen hohen Luftdrukes von Südwest-Deutsh- land nah der ostpreußishen Küste ih erstreckt. Ueber Central-Europa ist’ das Wetter rubig, viel- fach heiter und meist kühler. In Deutschland, außer im Osten, liegt die Temperatur wieder unter der normalen. Stellenweise fanden Gewitter statt.

Deutsche Seewarte.

Scauspiel in Lautenburg.

Theater - Anzeigen.

Königlihe Schauspiele. Geschlossen. Wallner - Theater. Reiche der Mütter. In Scene geseßt vom Direktor 2) Die Prüfung. In Scene geseßt vom Direktor Anno. | 3) Castor und Pollux. Lustspiel in 1 Aft von 4) Eine alte Schachtel. ia 1 Akt von G. zu Putliy. Anfang Ubr Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Große romantishe Oper in 3 Akten agner. Wallner-Theater. nalisten. Luftspiel in 4 Akten von Gustav Freytag.

Deutsches Theater. Sonnabend: Zum 1. Male:

Die Hermannsschlacht. Ein Drama in 5 Auf- zügen von Heinrih von Kleist.

Die Hermanusschlacht.

Montag: Der Richter von Zalamea.

Pictoria - Theater. Freitag: Jenny Wald- maun. Volksschauspiel in 4 Aufzügen von Traugott

Friedrich - Wilhelmftädtisches f Der Bettelstudent. Komische Operette in 3 Akten von F. Zell und R. Genée. Carl Millôcker. Regie: Hr. Binder. Dirigent: Hr. Karellmeister Federmann. ;

Im prachtvollen Park um 6 Uhr: Doppel-Concert. Auftreten erster Gesangs-Virtuosen. Im Theater: D Im Park: 4. großes Parkfest. Vier Musik-Corps (zwei Militär-Kapellen, zwei Civil-Kapellen). Auf- treten der Gesangs-Künstler. Große Frei-Lotterie. Bengalische Beleuchtung des Parkes.

Residenz-Theater. Direktion: Sigmund Lauten- burg. Freitag: Zum 1. M.: Numa Roumestan. 5 Akten von Alphonse Daudet. Deutsch von Otto Brandes.

Die durchweg neuen Dekorationen sind aus èem Atelier der Herren Hartwig, Hinze und Harder.

Kroll's Theater. Königl. preuß. u. K. K. öfterr. Kammersängers Hrn. Ladislaus Mierzwinski und der Fr. Grossi Tell. (Mathilde: Fr. Groffi. Arnold: Hr. Mierzwinski.)

Hvaieniker eine große Anziehungskraft üben wird. Noch mehr aber dürfte dies der Fal sein in Folge tes rei-

! haltigen und anziehenden Programms der Verhandlungen, das diesmal

den Verwaltungsbeamten und den Techniker in no% böherem Grade als den Arzt intereffiren wird. Den erften Eegenstand wird die Woh- nungsfrage, diese für alle Städte jeßt brennendfte Frage, bilden, speziel in der Richtung, wie es möglich sei, niht nur ge- sunde Wobnungen berzustellen, sondern auch deren Benuzung in einer die Ge‘undheit nicht gefährdenten Weise zu gewähßrleisten. Es ist dem Ausschuß gelungen, hierfür zwei Referenten zu ge- winnen, die allgemein als erste Autoritäten auf diesem Gebiet an- erkannt sind, den Ober-Bürgermeister Dr. Miquel in Frankfurt a. M. und den Oker-Baurath Professor Baumeister in Karlsruhe.

_ Kaum weniger wichtig als die vorstehende, ift die zweite Frage, die Reinigung städtisber Abwässer, die den Verein {on wiederholt beschäftigt bat, die aber dieses Jahr von einer neuen Seite in Angriff genommen werden wird, indem aus den Städten, ia denen die versbiedenen Abwäfser:Reinigungêmetboden seit längerer Zeit in Betrieb sind, die Resultate mitgetheilt und unter einander verglichen

Sonnabend :

Freitag: Opern- Täglih: Bei günftigem Werttec s Vorstellung, Abends bei brilianter 153. Vorftellung. 1) Jm

Lustspiel in 1 Aft von | Concert.

Belle-Alliance-Theater. - 58, Male: Das elfte Gebo 3 Akten nach F. F. S. Hierauf :

Lust!piel in 1 Akt von

Lustspiel

147. Vorstellung. | Vor, währcnd und

Großes Doppel-Concert.

(Hr. Niemann.) Anfang 72 Ubr. 154. Vorstellung. Die Jour-

Othello’s Erfolg.

Eentral-Theater. Direktion Freitag: Zum 16. Male:

Emil Thomas.

8s Hermann in „Kleist's „Hermannsschlacht" den Ueber--

ab Erstes Gastspiel der Königl. preuß. Kammersängerin Fel. Marianne Brandt.

leuchtung des Sommergartens: Großes Doppek-

Ï von Albert Teller. Zum 16. Male: Othello's Erfolg. Schwank in 1 Aft von Edmund Alexander Läutner. naw der Auftreten des Kärtbner Damen - Terzetts Alpenveilhen, der Wiener tiften Frl. Wilhelma und Hrn. Friß Steidl, des Austria Trio Männergesangsterzetts und der Gesangs- duettistinnen Geschwister Vanoni, genannt die Gold- amseln. Brillante Jllumination des Gartens. onnabend: Zum 59. Male: Das elfte Gebot.

Sau 8 Y oncert. Auftreten sämmtlicher Sängergesellihaften.

Schmetterling sangspofse in 4 Akten von W. Mannstädt. von G. Steffens. In Scene geseßt vom Direktor

werden sollen. Eine Besichtigung der nun vollendeten Klärbecken- anlage Franffurts wird sich dem ans, iehen.

Die Frage der Verweisung von Fabriken in bestimmte Stadt- tbeile oder der Fernhaltung derselben Fus einzelaen Stadttheilen wird

del in Dresden eli d dritten ch fo wichtige E De Slenbenretatenas E

Stadirath- Verhandlung kommen, für welcbes di Baumeister

Begießung zur Regierungs- und- Stadt- in Braunschweig die Referate übernommen haben.

Für Aerzte und Techniker werden von hbervorragendem Interesse die Mittheilungen sein, die der bisherige Direktor der großen städtischen Krankenbäuser in Hamburg, nunmehrige Professor der inneren Me- dizin ia Leipzig, Dr. Curshmann, über den Einfluß, den die beutige Gesundbeitslebre, insbesondere die neueren Ansichten über Infektions- S L auf Dan, Einritung und Lage ter Krankenhäuser

, geben wird. - ;

Den Tagen ernster Arbeit folgen am Abeud und am Sonntag Festlichkeiten, so eine Festvorstellung in dem neuen Opernhause, ein Besuch des Bades Homburg. eine Besichtigung der Quellen der Frankfurter Wasserleitung im Vogelsberg und Spessart und ein ge- meinsamer Auéflug nach dem Rbein und dem Nationaldenkmal auf dem Niederwald.

Marienburg, 27. August. Die Wiederherstellungs- arbeiten am Hochschl osse maden, wie das „Dtsch. Tgbl.“ meldet, die erfreuliditen Fortshritte. Eine mit den nationalfarbenen Bändern versebene Ricbtkrone ziert jeßt, nah althergebrahter Sitte, auch das nunmehr fertiggeftellte Dachgerippe des Südostflügels. Stolz ragen die Dachpfosten in die Höbe, und bald wird das Dachgestell mit den verzierten Dachpfanren bedeät werden, um das Innere des großartigen Baues zu \{ühßen. Die Wölbearbeiten des Untergescho}tes im Osft- und Weittheile sind bereits beendet ; bei ihrer Ausführung wurden bei dem Aufreißen der Mauerwerke verschiedene noch im

bunderts vermauert und so der Vergessenheit preisgegeben waren, ent- deckt. Das Hocbsch{loß bietet jeßt in seinem ganzen Umfang aüßer- ordentli viel Jnterefsantes und Sehenswerthes und wäre den Be- suhern des S(lofses zur Besitiaung jeßt ganz besonders zu empfehlen. Im Westflügel befinden si die gegenwärtigen, ebenfalls einer Renovation unterzogenen früheren Gemäther der Tressler, Landmeister, und im Südflügel die der Komturei. Ueberaus interessant sind auch die im unteren Erdgeschoß des West- E gelegenen Kücheneinrihtungen der Landmeister aus dem Jahre 1250 Im Kapitelsaal hat man mit dem Auf- stellen der „Leerbögen®" und Wölbgerüfte zu dem großartigen Kreuzgewölbe begonnen urd sind auch bereits auf die bohen s{hwarzen Granitsäulen die aus weißem Sandstein hergestellten „Gewölbe- anfänger“ aufgeseßt worden. Die Wölkbearbeiten im Kapitelfaal werden noch im Laufe dieses Baujahres in Angriff genominen und im Robbau vollendet werden. In der S{hloßkirhe werden von dcm mit zwei Gehülfen aus Berlin eingetroffenen Historienmaler Grimme die von dem Mürchencr Künstler Weinmeyer begonnenen Freskogenälde weiter auégeführt. Kurzum, überall sieht man thätige Hände, unser berrlihes SWloß, dieses erhabene Denkmal längst entschwundener Zeiten, wieder in mögli{ft treuer Nachahmung des ursprünglichen Baues erstehen zu lafsen.

_ London,.27. August. (A. C.) Die anglo-dänis{e Aus- stellung in Süd-Kensington wurde am 25. d. M. geschossen. Jn Olympia (Kensington), der Stätte der jeßigen irishen Auéstellung, E nâtbsten Jahre eine spanishe Ausstellung veranstaltet werden.

St. Petersburg, 30. August. (W. T. B.) Der „Herold“ erfährt: der englische Dampfer „Phoenix* sei in der vorigen Woche auf dem Jenissei untergegangen. Derselbe sollte mit einem zweiten englisben Dampfer „Labrador“ Waaren durch das Karise Meer nah Sibirien bringen. Der „Herold“ bezweifelt, daß das Karishe Meer in diesem Jahre noch von einem Schiff | passirt werden könne.

Verlobt: Frl. Laetitia Bredow mit Hrn. Prof. Dr. med. Howard A. Kelly (Straußberg—Pbila- delphia). Frl. Marie Shalburg ¡mit Hen. Ernft von Blücher (Grabow i. M) Frl. Ella Mallmann mit Hrn. Dr. Federico (Boppard). Frl. Marie Bauermeifster mit Hrn. Ober- Kontrol - Assistenten H. Weißenborn (Burg— Müteln). Frl. Hedwig Brade mit Hen. Refcrendar Dr. jur. Ludwig Wagler (Drewiß— Freiberg). Fel. Ottilie Shaeemann mit Hrn. Ober-Staatéanwaitschafts-Assiftent. Söhle (Zeller- feld—Celle).

Verehelicht: Hr. Staaisanwalt Hubert Saveles

mit Frl. Klara Gerdes (Arnéberg— Altena i. W.). Duet- Hr. Professor Dr. Johannes Franck mit Frl. Frieverikfe Nelke (Bornn—Berlin).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Gymnasial-Ober- lehrer Peters (Königsberg). Hrn. Amtsrichter Greschupf (Zellerfeld). Hrn. Apotheker?F. Görde Warin). Hra. Bruno Röhrecke (Berlin). Hrn. Richard Möller (Berlin). Hrn. E. von Hohberg und Buchwald (Stweidniß). Hrn. Pastor Wittenberg (Swantow b, Gartß a. R.) Eine Tochter: Hrn. Sttiinai Mclen pon Ramberz (Berlin). Hra. Landgerichis-Direktor v. d. Recken (Neustreliß). Hrn. Reg.-Bau- meisier Max Werrem (Gleiwiß). Hrn. Karl Stimmler (Ravensburg). Hrn. Dr. med. Haase (Oels i. Schl.). Hrn. Wilh. Schoeder

Fidelio. vor und nach der elektris&er Be:

Freitag: Zum t. Schwank in

Vorstellung :

Großes Doppel-

Emil Thomas.

e. Ge- Musik

Theater.

(Berlin). Gestorben: Frl. Nanon Henriette Walcker

Musik von

302]

[28 Am

Großes Hochschule

er lustige Krieg.

in Friedenau.

der Abtheilung für das wesen an.

liher Weise zur Theilnahme an un Regie: Sigmund ofgtes ausgezeichneten, im. b dah

s wahren. Gaftipiel des | Verlin, den 29. August 1888.

Freitag:

Herrmann.

Familien-Nachrichten.

Nachruf. 27. d. M. entshlief plöulich unser Mitglied, der Professor an der techuischen

Herr Dr. Emil Winkler

Herr Winkler gehörte der Akademie des Bau- wesens seit deren Gründung als ordentlihes Mitglied für Ingenieur- und Seine in zahlreichen Schriften bekundete wissenschaftlihe Bedeutung befähigte ihn in vorzüg-

Das Kollegium ift dur den Hintritt diescs dur persönlihe Liebenswürdigkeit und seltene Anspru{s- eten esten Mannegtalter ngeshiedenen Mitgliedes in tiefe Trauer verseßt und wird ihm ftets ein ehrendes Andenken hbe-

Königliche Akademie des Bauwesens.

(Berlin). Frau Musikdirektor Julie Christop“, geb. Andreack (Berlin). Frau Rentière Jôr- enfen. geb. Kästner (Berlin). Hr. Gymnafial-

r Krahner (Stendal). Hrn. Pfarrer Hölzle Todhter Elisabeth (Maienfels), Hr. Rechnungs-Rath Seemann (Dreöden) —- Frl. Augufte Folkmitt (Königsberg). Hr. Ritter- gutsbesißer Paul Faige (Szafarnia b. Gollub, Westpr.). Frau Johanna von Borde, geb. Müller els rügge). Hrn. Dr. Meinhof Tochter rud (Pleschen).

Maschinen-

seren Arbeiten.

Redacteur: J. V.: Siemenroth.

Berlin: tr Verlag der Expedition (Scholz).

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags- Anftalt, Berlin 8W., Wilhelmftraße Nr. 32. Vier Beilagen (einshließlich Börsen-Beilage).

durch die Referate der Hrrn. Sanitäts-Rath Dr. Lent in Köln und

Heuser in Aachen und De Bus

besten Zuftande befindlihe Wendeltrepven, die im Laufe des 18. Jahre

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

M 221. |

Königreich Preufsßen.

_ Auf den Bericht vom 26. Juni d. J. will Jh das an- liegende, in Folge der Beschlüsse des Provinzial-Landtages der Provinz Posen vom 20. März d. J. aufgestellte revidirte Statut für die Provinzial-Hülfskasse der Provinz Posen, sowie den ferner beiliegenden Dritten Nachtrag zu dem L E vom 16. August 1871 (G.:S. S. 385), betreffend die Verwaltung der provinzialständischen Anstalten und Einrichtungen für Jrre, Taubstumme und Blinde, sowie zur Unterstüßung angehender Er- zieherinnen in der Provinz Posen, hierdurch genehmigen.

Zugleih lasse Jh Jhnen das dem Provinzial-Verbande der gedahten Provinz wegen Ausgabe auf den Jnhaber lau- tender Provinzial - Anleihesheine bis zum Betrage von 10 Millionen Mark ertheilte Privilegium zur weiteren Ver- anlassung zugehen.

Die Jmmediat-Eingabe der Stände des Großherzogthums Posen vom 20. März d. J. folgt mit den übrigen Anlagen anbei zurü.

Marmor-Palais, den 11. Juli 1888.

Wilhelm R. Freiherr von Lucius. von Scholz.

Für den Minister des Jnnern: von Friedberg.

An die Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten, der Finanzen und des Jnnern.

Revidirtes Statut für die Provinzial-Hülfskasse der Provinz Posen.

Einleitung. Die durch die Königli®e Botschaft vom 7. April 1847 den Abschied an die zum vereinigten Landtage ver- vom 24. Juli 1847 zur Errihtung von Hülfskafssen in den Provinzen Preußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien, Sachsen, Westfalen und der Rheinprovinz zinsfrei ge- währten Fonds sind durch die §8. 8 und 17 des Gesetzes vom 8. Juli 1875, betreffend die Ausführung der §8. 5 und 6 des Geseßes vom 30. April 1873 wegen der Dotation der Provinzial- und Kreisverbände unter Aufhebung des bei der Gewährung gemachten Vorbehalts wegen Zurückziehung derselben bei niht ftatutenmäßiger Verwendung oder nah erfolgtem Anwachsen derselben auf das Doppelte den be- treffenden Provinzial-Verbänden vom 1. Januar 1876 als ein ihnen ge- höôriges Vermögen überwiesen. Demgemäß ist auch der Fonds der Provinzial: Hülfskasse für die Provinz Posen mit dem am 1. Januar 1876 vorhandenen Vermögen und zwar: undationsfkapital . . . 630 000 M insenzuwachs seit 1853 . 483 800 ,„

im Ganzen . . 1113800 M

in das Eigenthum des Provinzial-Verbandes der Provinz Posen übergegangen. Ferner hat der Provinzial - Verband auf Grund der Allerhöchsten Kabinets-Ordre vom 11. Juli 1888 die Befugniß erhalten, für Zwecke des Provinzial-Hülfskafsen- fonds Geld bis zum Höwstbetrage von 10 Millionen Mark anzuleihen und darüber auf den Inhaber lautende, Seitens der Gläubiger un- kündbare Schuldverschreibungen unter der Benennung: „Provinzial-Anleihesheine der Provinz Posen für Zwedcke des R As / auszugeben. z "Endlich ist die Provinzial-Hülfskasse berechtigt, von der Provinz, Gemeinden und Instituten Gelder zur Verstärkung ihrer Betriebs- fonds gegen Verzinsung anzuleihen. L Für die Verwaltung und Verwendung diefer Fonds gelten nach- stehende Beslimmungen.

Verwendung des Fonds.

und sammelten Stände

8. 1. Die Provinzial - Hülfskafse ist dazu bestimmt, Darlehne zu gewähren : ; S O 1) an Kreisverbände und Gemeinden zu gemeinnüßigen Einrich-

tungen und Anlagen, zur Verbesserung ihres Haushalts und zu fti entsprechenden

La gen ihrer Bestimmung und ihrem Interesse aven; j 2 ; / 0802 an Genossenschaften, Korporationen und öffentlihe Institute zu rein ages Sine tigen, Anlagen und ihrer Bestimmung ent- rehenden Ausgaben. ; t Tue Gencfsenschaften im Sinne dieses Statuts sind alle die- jenigen eingetragenen und niht eingetragenen Genossenschaften zu verstehen, welche sich der für die Genoffenschaft geltenden Landes- gesegebung unterstellen ; i 3) an Genossenschaften und Grundbesißer zur Förderung ihrer Wirtbschaftszwecke, insbesondere auch zur Förderung der Bodenkultur, zu Obstbaumplantagen und sonstigen Anpflanzungen, zu Ent- wässerungs-, Drainirungs- und Bewäfserungsanlagen, zur An- lage und Regulirung von Wegen, zu Waldkulturen und Urbarmacungen, zur Einrichtung neuer ländliher Wirth- \haften, zu Ufershuyzanlagen, zur Anlage, Erweiterung und Unterhaltung von Deichen und dazu gehörigen Sicherungs- und Me- lioration8anlagen, zur Aleeung, eauers und Unterhaltung von Wasserläufen oder Sammelbecken, zur ellung und flerung von Wasserstraßen (Flößereien und anderer Schiffahrtsanlagen geringerer Art), an Grundbesißer insbesondere au zur Hebung und Verbesserung der wirthschaftlichen Lage im Allgemeinen, zur Abbürdung von Squlden, zur Mng im Grundbesig, zur Erhaltung des Grundbesiges in der amilie; E s 4) an Unternehmer von Gewerbeanlagen, zur Einrichtung, Ver- besserung und Erweiterung der Anlagen und des Gewerbebetriebes. Außerdem können der Provinzial-Hülfskafse aub Anleihen zum Zwecke der Anlage und Erweiterung von Provinzial-Instituten ent- nommen werden. Bezüglich der E Tilgung dieser An- leihen gilt dasselbe, was in den folgenden aragraphen bezüglih der Darlehne verordnet ift. Auszahlung, Verzinsung und Tilgung. 8. 2. i Die Darlehne werden in baarem Gelde oder in Provinzial- Anleibescheinen der Provinz Posen für Zwecke des Provinzial-Hülfs- kFassenfonds nah dem Nennwerthe gegen Beruniena entweder auf

bestimmte Zeit, wobei auch die Rückzahl n Raten vorbedungen L I ermialide Darlehne) oder auf Amortisation (Amorti-

sationsdarlehne) gewährt. sim ü s Darlehn in baarem Gelde é T o mung darüber, ob da e L ROELS Les

Er ste Beilage

Berlin, Donnerstag, den 30. August

8.3. Die Bestimmung der Höhe des Zinsfußes für die terminlihen sowohl, wie für die 6 her P E Da bleibt dec Beschlußfafs ung Seitens der Direktion der Hülfskafse vorbehalten. Ein diesbezüg- lier Beschluß bedarf der Genebmigung des Ober-Präsidenten. Für die Amortisationsdarlehne ist außer den Dia jährlich mindestens ein Prozent des ursprünglichen Darlehnskapitals zur Tilgung der Schuld zu zahlen. : e

Die Verzinsung und Filgung der Amortisationsdarlehne hat derart stattzufinden, daß die Zins- und Amortisationsraten an den Fällig- keitêterminen (S8. 4) von dem ursprünglichen Darlehnskapital berewnet, die Zinsen aber nur von dem jedesmaligen Darlehnsrefte darauf in Anrechnung gebraht und der Uebershuß zur Amortisation ver-

w wird. endet wir 4

‘8.4. Die Zahlung sowobl der gewöhnlichen, als der Amortisations- zinsen A u Calbjäbrlihen gleiden Theilen jedesmal in der Zeit vom 15. Mai bis 1. Juni und vom 15. November bis 1. Dezember

lgen. erige Mete ouds,

Zur Deckung etwaiger Verluste wird ein Reservefonds in Höhe von Z 9% der 9 iafiebenbe Darlehnsforderungen „der Provinzial- Hülfskafse aus\chließlich des {hon angesammelten Betrages von 321 328,75 #, zu welchem der bis zum Inkrafttreten des neuen Statuts angesammelte Betrag binzutritt, gebildet. Derselbe besteht aus dem seither bei der Provinzial-Hülfskasse angesammelten Reserve fonds im Betrage von . . . & und den auf Grund der nachstehenden Vorsriften angesammelten Beträgen. 5 i Von allen Darlehnsnehmern wird außer den gemäß §. 3 Abs. 1 zu zablenden Zinsen ein Zushlag von { /o des ursprünglichen Dar- lehnsbetrages sechs Jahre hindur erhoben und zum Reservefonds veteinnahmt. Von Darlehnen, welche in einer kürzeren Zeit, als sechs Iabren zurückgezahlt werden, ift dieser Zuschlag in gleicher Höhe nur bis zur völligen Tilgung des Darlehns zu erheben. : Die Erhebung des Zuslages zum Reservefonds erfolgt in den gleichen Fälligkeitsterminen, wie die Erhebung der Zins- und Amorti- sationsraten (S. 4.)._ E ; Bei Amortisationsdarlehnen ermäßigt \ich, so lange der Zu- \{lag von 4/6 zum Reservefonds erhoben wird, die jährlihe Amor- tisationéquote um den gleichen Betrag von T °/. A Der Reservefonds ift von dem Stammvermögen und den sonstigen Betriebsfonds der Prom - Hülfskafse getrennt zu halten und in zinstragenden huldvershreibungen des Deutschen Reis oder preußischen Staates, sowie’ inländisher, kom- munaler und landscastliGer Verbändé oder Provinzial-Anleihe- seinen der Provinz Posen für Zwecke des Provinzial-Hülfskassen- fonds sowie in sonstigen auf den Inhaber ausgestellten Papiere, welchen geseßlich Mündelsiherheit beigelegt ist, anzulegen. Die Zinsen werden zur Deckung der Verwaltungskosten der Provinzial- Pülfskafse verwendet. Reichen dieselben zur vollständigen Deckung dieser Kosten nicht aus, so wird der Fehlbetrag aus dem Reingewinn der Provinzial - Hülfskasse entnommen. Ueberfteigen dagegen die Zinsen des Reservefonds den zur Deckung der Verwaltungskoîten nothwendigen Betrag, so werden die demna ih ergebenden Zins- übershüsse ebenfalls dem Reservefonds zugeschlagen. M Am S@luß jeden Etatsjahres ist das prozentuale Verhältniß des Reservefonds zu den ausstehenden Darlebnsforderungen E Ergiebt sich bei der dieobHaglGg E tGnung, daß der Reservefonds die Summe von 39% der ausstehenden Darlehne ausschließlich der 321 328,75 Æ, die hon jeßt im Reservefonds sind, und des bis zum Inkrafttreten des neuen Statuts angesammelten Betrages übersteigt, so ist der überschießende Betrag dem Stammkapital der Provinzial- Hülfskafse behufs dessen allmähliher Vermehrung zuzuführen.

Begründung der Potbehnag esuche.

Die Darlehnégesuhe müssen enthalten: / :

a. den ausdrüdlichen A, auf Gewährung eines Darlehns in bestimmter Höbe, zu einem bestimmten, den Vorschriften des §. 1 entsprehenden ZweckE. Sofern das Darlehn von Kommunalverbänden, Genossenschaften 2c. nahgesucht wird, sind die Beschlüsse der zur Ver- tretung legitimirten Organe in urkundlicher Form beizubringen, auch ist, soweit solche Beschlüsse nah geseßliher Vorschrift der Bestätigung einer Aufsihtsbehörde bedürfen, der Nachweis dieser Bestätigung zu

ren; Z A : g b. bestimmte Vorschläge über die Tilgung des nachgesuhten lebns; E E speziellen Nachweis des für den angegebenen Darlehnszweck (vergleiche zu a) erforderlihen Geldbedarfs;_ l , d den Nachweis der vorgeschriebenen Sicherheit (S. 7) für das nachgesuchte Darlehn.

Sicher stellung Fes Darlehne.

S. 7.

Für die Sicherstellung der aus der Provinzial-Hülfskasse zu ge- währenden Darlehne gelten folgende Vorschriften :

I. Kreiëverbände, Gemeinden, Genossenschaften (8. 1 Abs. 2), Korporationen und öffentliche Snstitute erhalten Darlehne in der Regel ohne besondere Sicherstellung durch Hypothek, Grundschuld oder Faustpfand; dieselben haben si 0e bei, Anbringung des Darlebnsantrages über die Ordnung ihres Geldhaushalts auszu-

weisen.

lie Direktion der Provinzial-Hülfskasse ist befugt, von Ge- meinden den Nachweis der Prästationsfähigkeit in geei gnet ersheinender Weise (Attest des Landraths, Bescheinigung über den Betrag der auffommenden direkten Staatssteuern u. dergl.) zu verlangen.

T1. Die den Grundbesißern und Unternehmern von Gewerbe- anlagen zu gewährenden Darlehne müssen sier gestelt werden, entweder: :

1) durch Hypothekbestellung und zwar auf ländlichen Grundstücken innerbalb Os zwei Drittel, auf städtischen Grundstücken inner- halb der ersten Hälfte des Grundstückswertbs, dagegen auf Fabrik-

ndstücken nur innerbalb der Hälfte des Materialienwerths der ebäude und des Werths des Grund und Bodens.

Unter Materialienwerth ist derjenige Werth zu verstehen, welchen die Gebäude behalten, auch wenn dieselben zu Fabrikzwecken nit mehr benußt werden.

"Va Grundstückswerth wird festgestellt : ;

a. bei solchen Ländereien, welche landwirthschaftlich genußt werden, dur eine landschaftlihe Taxe. Diese ist ohne Weiteres maßgebend,

alls nicht etwa seit deren Aufnahme eine wesentlihe Werths- verminderung eingetreten il oes ih die Direktion der Provinzial- ülfsfafse zu vergewissern hat; D T fe A neo sowie bei kleinen Landparzellen, welche zu Ge- bäuden gehören und niht dazu bestimmt sind, landwirthscaftlich enußzt zu werden, dur eine von zwei von der Direktion bestimmten Sachverständigen aufgenommene Werthstaxe. /

Auf eine besondere Werthsermittelung kann Seitens der Direk- tion verzihtet werden, wenn das Darlehn bei Liegenschaften innerhalb des dreißigfachen Grundsteuerreinertrages, wobei der Nu ungêwerth der vorbanberien Gebäude nicht veranschlagt werden darf, bei Gebäuden

aber innerhalb des zehn- bis zwölfeinhalbfahen Gebäudenußungswerths,

1888,

der Feuer-Sozietät der Provinz Posen versichert sind, zu steben kommt. E gänzliGen Tilgung des Darlehns müssen die Gebäude der der Provinzial-Hülfskasse zu Hypothek bestellten Grundstücke bei der Feuer-Sozietät der Provinz Posen sowie die auf denselben befindlichen íInventarbestände und Mobilien bei einer von der Direktion für annehmbar erklärten Versicherungsgesellshaft zu dem höchsten zu- lâssigen Satze versichert werden und bleiben ; k

2) dur Verpfändung von Grundschuld- oder Hypothekenbriefen, wenn dieselben in gleiher Weise, wie zu 1 vorgeschrieben, sicher ge- stellt sind; Z . : S

3) dur Verpfändung von Werthpapieren. Beleihungsfähig sind alle inländiswen Staats- und staatlich: garantirten Werthpapiere, inländishe Pfand- und Rentenbriefe, Provinzial, Kreis- und Stadt- Obligationen und zwar bis zu 109% unter dem jedesmaligen Tages- course. Bei weichendem Course ist die Direktion der Provinzial- Hülfskaïe berechtigt, eine angemessene Erböbung des Unterpfandes zu verlangen oder dea nicht mehr sicher geïtellten Betrag des Dar- lehns zurüczufordern. Wird diesem - Verlangen Seitens des Sculdners niht binnen 3 Tagen entsprocen, so ist die Direktion berehtigt, mit dem Pfandobjekte zu verfahren, wie die §S. 3, 9, 15 der bei der Reichsbank gültigen Bedingungen dies bestimmen ; L

4) auënahm8weise für Terminsdarlehne, welche auf kurze Zeit gewährt werden, auch durch Sculdurkunde mit Vollftreckungsklausel oder Wesel gegen selbstshuldnerishe Mitverhaftung von zwei soliden und sicheren in der Provinz WOYg geen Vürgern.

Darlehne an Privatpersonen darf dic Provinzial-Hülfskafse in der Regel nur na eingeholtem Gutachten einer kreisständishen Kom- mission bewilligen. Es sind zu diesem Zweck in jedem landräthlichen Kreise 6 bis 12 sachverständige Kommissarien zu erwählen. Die Wakl derselben ist nit auf Mitglieder des Kreistages beschränkt. Die Kommission ist für jeden einzelnen Fall aus dem Landrath und zwei von demselben aus der Zahl der gedachten Kommissarien zu be- rufenden Mitgliedern zu bilden. : i; E Darlehnégesucbe können nicht bloß direkt an die Direktion der Provinzial-Hülfskafse, sondern auch an den Kreis-Landrath gerihtet werden, welcher sie, insoweit sie von Privatpersonen herrühren, von der Kommission begutahten läßt und demnächst mit den zur Ent- scheidung nöthigen Unterlagen an die Direktion der Provinzial-Hülfs- kasse weiter befördert. l ö

_Für die Stadtkreise tritt der Magistrat an die Stelle der Kom- mission. : B Direktion der Provinzial-Hülfskasse bleibt überlassen, die- jenigen Voraussetzungen zu bestimmen, unter welchen von dem Er- forderxiß der vorherigen Begutachtung von Darlehnsgesuchen der Privatpersonen dur die fkreisständishe Kommission ausnahmsweise Abstand genommen werden kann.

8. 9. S Die Direktion der Provinzial-Hülfskasse (§. 26) prüft innerhalb der vorstehenden Bestimmungen die Sicherheit nah freiem Ermessen. Dieselbe ist befugt, aus besonderen Gründen die Hergabe des Dar- Iehns abzulehnen, auch wenn die dur das Statut vorgeschriebenen Förmlihkeiten Seitens des Darlehnssuchers erfüllt sind. Die Direktion ist nit verpflichtet, diese Gründe anzugeben.

Besondere Bestimmungen für Darlehne an Grund- besißer zu Drainage-Anlagen. 8. 10. :

_ Bei Darlehnen, welche an Grundbesißer zu Drainanlagen ge währt werden, kann bei Prüfung der Sicherheit dem Grundstüds- werth der dur eine besondere Taxe zu ermittelnde Werth der be- absibtigten Melioration hinzugerehnet werden. In diesem Falle ist die Sicherheit als vorhanden zu erachten, wenn das Darlehn inner- halb der ersten zwei Drittel des ermittelten Gesammtwerthes der Liegenschaften einschließlich des durch die Melioration zu erzielenden Mehrwerthes oder innerhalb der ersten drei Viertheile des durch land- schaftliche Taxe ermittelten Werths des Grundstücks in seinem gegen- wärtigen Zustande (§. 7 1I 1a) zu stehen kommt. ;

Derjenige Betrag des Darlehns, welcher nit innerhalb der ersten drei Biertheile des Werths der Liegenschaften in deren zeitigem Zustande oder innerhalb des dreißigfahen Betrags des Kata tral- reinertrags zu stehen kommt, darf erst nah planmäßiger Ausführun des Unternehmens gezahlt und muß dann mit mindestens 4 %/ jährli getilat werden. : E

Der Darlebnssuhher hat sh bei Aufstellung: des Meliorations- projekts und Kostenanshlags, bei der Ausführung und Unterhaltung der Drainanlagen einer eingehenden Kontrole zu unterwerfen, Die ck dur die besondere Werthtaxe, die Prüfung des Projekts und die Kontrole der Ausführung erwachsenden, von der Direktion der Pro- vinzial-Hülfskafse, mit Ausschluß des Rechtsweges, festzuseßenden Kosten hat der Darlehnsnehmer A G

Die Anträge auf Aufnahme einer Taxe, behufs Ermittelung des dur die Drainage zu erzielenden Mehrwerths sind bei der Direktion der Provinzial-Hülfskasse oder beim Kreis-Landrath anzubringen, welcher Leßtere diese Anträge dann der Direktion der Provinzial- Hülfskasse zu unterbreiten hat. e :

Der Mehrwerth wird von der kreisftändishen Kommission (8. 8) abgeschäßt, von einer Revisionskommission geprüft und von der Di- rektion der Provinzial-Hülfskasse NNSeNENE,

Dem Antrag auf Abshäßung des Mehrwerths sind beizufügen :

1) ein vollständiger Plan der beabsihtigten Anlage, in welhem auch die Zeit angegeben ist , binnen welcher die Anlage ausgeführt werden soll; L: ¿

2) ein van einem Sachverständigen gefertigter Kostenanshlag nebst Drainplan. /

rür die Anfuhr von der nähsten Bahn- oder Wasserstation, das Auf- und Abladen der Materialien, sowie für die Fertigung des Anschlags und Drainplans dürfen Kosten niht in Ansaß gebracht werden; 3) ein beglaubigter Auszug aus der Grundsteuer-Mutterrolle ;

4) eine beglaubigte MOiE der Grundsteuerkarte ;

5) eine beglaubigte Abschrift des Grundbuchblattes; :

6) sofern das Grundstück landschaftlich Que! ist, eine Be- scheinigung der General-Landschafts-Direktion über die Höhe und den Zeitpunkt der letzten landschaftlihen Taxe ; ¿

7) eine Bescheinigung, daß die auf dem zu verpfändenden Grund- stüde etwa vorhandenen Baulichkeiten bei der Feuer-Sozietät der B Posen, die Inventarbestände und Mobilien bei einer von der

irektion für annehmbar erklärten Versicherungsgesellschaft gegen Feuersgefahr versichert sind.

. 13.

Die kreisständishe Kommission (bestehend aus dem Landrath und wei landwirthschaftlihen Sachverständigen, veral. §. 8) hat #ch bei Abgabe ibres GutaŒchtens an die landschaftlihe Taxe und wenn eine solche nit vorhanden ist, an die Flächenbezeichnungen der Grundsteuer- Mutterrolle anzuschließen und sich namentlich eingehend zu äußern: :

1) über den allgemeinen Zustand der ganzen Wirthschaft ;

2) darüber, ob sich das Grundstück seiner Bodenbeschaffenheit nah überhaupt zur Drainage eignet ; i

3) ob die veranschlagten Säye für Röhren, sonstiges Material,

bleibt der Vereinbarung der Darlehnsnehmer mit der Direktion der Hülfskasse überlassen.

ial-Anleihesheinen der Provinz P Provinzial-Hülfskassenfonds zu gewähren ift,

resp. innerhalb der ersten Hälfte der Summe, mit welchen die elben bei

Tagelöhne und Akkordarbeiten ‘den ortsüblichen Preisen entsprechen ;