1909 / 16 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

kann der Finanzminister do< nicht die Begründung für neue Steuern herleiten, 1ondern er follte fih vielmehr fragen, ob es überhaupt ratjam ift, mit einem solhen System weiterzuwirtshaften. Man sollte wenig- stens Maßvahmen treffen, taß diese Shwankungen auf ein Mindest- maß zurö>geführt werden. Bei einem Etat mit solhen Shwankungen ift eine Quotislerung der Einkommensteuer ganz besonders notwendig. Wir verlangen dicse eiwa niht in dem Sinne, als ob der Finanz- minister ein wilder Mann, ein wüster Spekula! t sei, sondern wir fragen : soll es denn in Preußen ein staatsmäanisher Grundsaß sein, daß niemals eine Steuer nahgelafsen werden kann, foll das in Preußen abfolut unmöglih sein? Sollen denn ein- für allemal die Einnahmen des Staates unbedingt verpulvert weden, au< wenn sie nit nötig sind? Das wäre eine unnôtige Belastung der Gegenwart zu Gunsten der Zukunft. Wir müssen es au< in Preußen möglih machen, daß, wenn Mittel genug zur Verfügung steh-n, eine Steuererleihterung eintritt. Jh bedauere, wenn diese Frage als eine politishe ang-schen wird; sie ist und bleibt für uns eine reine Zwe>mäßiukeitsfrage für die Finanzgetarung des Staates. Wenn wir als finanzielle behandeln, dann wird es au< leiht sein, Regterung zu einer Verständigung darüber zu kommen.

Abg. Freiherr von Zedlitz (freikons.): Die Wahlrechtsfrage werden wir gelegentlih der Beratung der freisinnigen Anträge genügend be- handeln können. Zu begrüßen ift es, daß dieëmal im Etat der Gisenbahnetat hinsichtlich

mit der

zu bewilligen, so muß ih es do< nah wie vor für unnatürlih halten,

zur De>kung eines Defizits no< nahträgli< Steuern zu erheben - Es | ist ja die Frage, ob das Etatsdefizit, wie es si< aus der Gitats- ! aufftelung ergibt, au< bei ‘der Ciatsfeststelung in gleiher Weise , vorhanden sein wird. Bei einer Prüfung der Etatsausstcllung bei j den Uebers<hußverwaltungen komme ih zu dem Ergebnis, daß zu | Die Cisenbahn- A i ; : : senbab | von Zuschüssen, die ‘auf dem Durchschnitte abgelaufener Finanzjahre / beruhien, wir dann aller Voraussicht nah im Vercin mit diesem von 1908 oder wenigstens keinen j

höheren Ertrag liefern wird. Es wird daber unsere Aufgabe sein, nah- } grundlegenden

ernstlihen Eir. wendungen kaum ein Anlaß vorliegt. verwaltung mag vielleiht höhere Einnahmen abwerfen; aber man wird mit der Befürhtung niht zurückhalten können, daß die Ein- kommensfieuer ni<t den Eitrag

zuseben, inwieweit an den Ausgaben wirksamer zu sparen ist. Es ist die Parcle au?gegeben: wir sollen zu altpreußisher Sparsamkeit

zurückkehren; es ist aber cin Unterschied zu machen zwishen den | An allen Unkosten für Kulturaufgaben, die in den ver- !

Ausgaben. siedensten Etats zu finden sind, werden wir wenig kürzen können; das mwâre eine fals<e Sparsamkeit. Dagegen müssen wir au jeßt

wieter die Erfahrung machen, daß in allen Ressorts die Beamten- | j l | : au in s{le<ten Zeiten erbringen löanen, solange wird \tets bet weitergeht. Ueberall sehen wir wieder neue Stellen. Wir werden hier |

vermehrung, wenn au<h ni<ht in dem frühecen Maße, ihren Gang

mit rauher H1nd eingreifen müssen. Solange die Möglichkeit fortbesteht,

immer neue Beamte in allen Ne\ssorts anzustellen, werden wir mit | 2 unserer Forderuna einer Vereinfahung der Verwaltung niemals durh- | wir werken stets in die Lage kommen, im nähsten Jahre erneute Fest- dringen können. Es ift ganz sicher, daß, wo immer man hinrührt, ein | Es ist } eine alte, bekannte Geschichte, daß jeder seinen Zopf für den wichtigsten |

erachtet und, wenn er ihm abgeschnitten | az geh | war. Es werden also die großen Shwankungen, deren Schäden gar

| nicht zu verkennen sind, auch dann, wenn man zu einer Pauschalterung { dieser Zushußrente übergeht, niht vermieden werden können.

Ic kann mich ferner der Sorge nicht verschließen, daß gerade in | , Zeiten heruntergehender Konjunktur und \inkender Vebers<hüfse die | De>kung der außerorden!li<en Bedürfnisse der Staatseisenbahnen nit !

passiver Widerstand in dieser Richtung si geltend macht.

im ganzen Staatétleben werden soll, glaubt, der Staat briht zusammen. Wir müssen mit den seit hundert Jahren angesammelten Zöpfen endlih einmal aufe räumen, wir müssen dazu übergehen, der Regel nah alle neuen Stellen zu streichen und nur diejenigen zu bewilligen, bei denen das dringende Bedürfnis vollkommen klar und überzeugend na<gewiesen ist. Es wird vielfa ein Luxus getrieben in der V-rwendung von höheren

Beamten für Dienstleistungen, die in Privatbetrieben unteren Beamten !

zufallen. Früher war es ein Axiom, daß das Extraordinarium der

beweglihe Faktor in unserem Etat sei und in \{le<ten Jahren |!

geringer dotiert werden könne. Des hat s<h geändert, das Extra- ocdinarium ist jeßt reih doliert, und eine Herabsetzung desselben würde der Industcie und dem Staate haden. Die angefangenen Bauten müssen ohne Rü>siht auf die Finanzlage fortgeseßt werden. Aber mit neuen ersten Raten können wir zurü>haltend sein; dadur< i<ädigen wir au in keiner Weise die Industrie. Bei der Bauausführung i} das rihtige Augenmaß für Ansprüche der Reglerung verloren gegangen; gerade hierbei müssen

wir die Ansprüche wieder auf das Maß des Berechtigten zurü>- | führen. Namentlich kann an Bahnhofébauten ge'pact werden, und !

die Bahnhöfe, die bis jeßt ausgereiht haben, werden au<h im Jahre 1909 no< ausreihen können. ale Forderungen, deren dringendes Bedürfnis nicht ist, mit rauher Hand zurü>weisen. viele neue Steuern, die die Regierung fordert, ist nicht gewiesen, und wir müssen uns darin in den notwendigen Grenzen halten. Aber wir müssen do< sür die Dauer, nicht bloß für j-t zu einer Ordnung unseres Finanzwesens kommen. Die Beamten- besoldungóvorlaze müssen wir möol'<it bald erledigen ; aber dann foll au< für die Dauer Schluß gemacht werden. Wir sind immer dafür gewesen, daß in der Beamtenbesoloung nicht \{hrittweise vor- gegangen wird, sondern daß mit einem Male ganze Arbeit gemacht werde. Aber ih habe zu erklären, taß wir die Art b: dauern, wie

Ein dauerndes Bedürfnis für so

manche Beamte für die Gehaltserhöhung eingetreten sind, wie sie '

immer nur dana sehen, was eine andere Kategorie bezieht. Ein Plebiszit, ob den Beamten jeyt 100 Mill. Mark mehr gegeben werden sollen, würde zu Ungunsten der Beamten ausfallen. Die Beamten müssen st< der alten Die Stadtverordneten von Berlin haben beschlossen, na der Gehalts- erhöhung alle weiteren Eingaben von Beamten auf 15 Jahre hinaus ad acta zu schreiben. _Daran könnten wir uns au hier ein Beispiel nehmen. Daran, daß die w:rtschaftlihe Wellenbewegung cine fo verheerende Wirkung für unsere Finanzen gehabt hat, find wir selbft

mit s{uld. Wir haben unseren Ausgabeetat auf die gönstigsten Zeiten ! zugeschnitten, wir haben uns einen solhen Äusgabeetat zugele:t, wie

wir ihn dauernd nicht halten können. Wir müssen die dauernden Ausgaben einri<ten nah dem Durchschnitt der guten und {lehten Jahre. Ob man einen Ausgleihsfonds schafft oder nicht, das kommt

alles auf eins keraus; die Haup!sache ist, den Etat nah einem nor-

mal-n Durchschnitt aufzustellen. Danach ist es bere<tigt, der Eisen- bahnve waltu!: g einen dauernden etatsmäßigen Dispositionsfonds von 15 Millionen Mark für Betriebsmittel zur Verfügung zu tellen. Der jetzige Zustand der Reservierung von gestundeten Matrikular- beiträgen is unhaltbar. Eine Reichsfinanzrefo'm ist für das Neich w'e für Pceußen eine Lebensfrage. Wir müssen fordern, daß die geseßgebenden Faktoren des Reichs nach dieser Nichtung ihre Schuldig- keit tun; aber au wir selbst haben alle Veranlassung dazu. Es ist fragli<, ob die Verwerfung der Nahlaßsteuer ohne einen Ersatz der rihtige Weg ist. Für die vielfah unbequemen und außer- ordentlih unerwünshten indirekten Steuern muß ein Ausgleich dur< die Heranziehung der Vermögen gefunden werden

Der größte EStaat, der zum E>stein bei der Gründung des Reiches geworden ist, hat die Ebrenpflicht, seinerseits den Neicbs- gedanken zu fördern und zu pflegen. Wenn im Reiche jeder zu Opfern bereit i, so müssen wir au<h an uns selbst rihten, die kleinen Unter'chiede zurü>stellen

und die gemeinsamen f\taatserhaltenden Gesihtspunkie in den Vorder- | grund stellen, um fo mehr, als wir es mit einem Gegner zu tun haben, '

der den Staatsgedanken stürzen will. Es schadet nichts, daß wir eine Reihe von Sozialdemokraten au in diesem Hause haben; es ist fogar nüßlih, wic werden durch ihre Anwesenheit daran erinnert, daß wir in unseren Taten und Worten au die s<ärfste Prüfung zu bestehen haben. Unsere Verhandlungen, die früher totgeshwiegen wurden, werden jeßt dem Volke bekannt, s auch

daß wir hier mit Pflichtge ühl und Patriotismus arbeiten. Ein großer Vorzug is die Einmütigkeit unseres Staatsministeriums.

fie eine einheitlihe Politik verfolgt und verantwortli< fühlt. J< freue mi<, daß jene Spannung vom November v. J. eine befriedigende Lösung gefunden hat. Die Slärke des preußishen Staates besteht in dem gegenseitigen Vertrauen von

die Frage ledigli ? ï

die berc<tigten |

Wir müssen im Extraordinarium nadgewiesen !

Ad, | zu beshaffe», zu

| elsenbahnen eintritt.

Beamtentreue bewußt bleiben. !

dieselbe Aufforderung ;

die breiteren Schichten sehen, | | aller Betriebsausgaben war es da geboten, der Minderung des

| I ¡Ai t N Qetsaf unt iaat: foi Vie Tieateene ne A Ta O Personalstandes, angepaßt an die gegenwärtige Verkehrslage, besondere

si< einheitlich dafür |

Herrscher und Volk, und die Wolke jener Zeit war nur vorübergebend ;

fann aber niht tas Bedauern unterdrü>ken, daß unsere zum Teil, wenigstens einzelne Blätter, so wenig patriotishes Gefühl, lo wenig Erziehung g-habt hat, um Worte des Katsers in falscher Beleuchtung in die Oeffentlich!eit zu bringen. Wir haben ein

dringendes Interesse daran, daß Worte und Taten unferes Herrschers |

unverändert in reinem Lichte dastehen. Wir sind gute Monarchisten und königstreu, wir meinen, daß ein dur< die Treue und Liebe seines Volkes getragenes preußishes Königtun der wichtigste Anker, die fräfligste Stüße für Kaiser und Reich ist.

Minister der öffentlichen Arbeiten Breitenbach:

Meine Herren! Es will mir ni<t angängig erscheinen, an einer Frage vorüberzugehen, die zwar schon der Herr Finanzminister bet der Ginbringung des Etats grundsäßlih von dem Gesichtepunkte der all- gemeinen Finanzverwaltung behandelt hat, die aber heute nahdrüdlih und mit Wärme von anerkannten Kennern unseres Finanzwesens, den Herren Dr. Fuledberg und Freiherrn von Zedliß erneut behandelt worden ist, die Frage der Festsezung von Zushüfsen, welche die Staalseisenbahnverwaltung für die Bedürfnisse anderer Ressorts, für

i ! { allgemeine S j In eler S i der Einnahmen und Ausgaben so auf- |! A n Staatszwe>e, zu leisten e In einer Zeit, M der tie gestellt worden ist, daß er mehr mit der Wüklichkcit übercinstimmt, | S!ftage der Staateeisenbahnen erhebli< zurü>gehen, die Betriebs- Wenn auch der Abg. von Pappenheim den Vorschlag der Regierung bes |

fürwortet hat, nahträgli<h für 1908 30 Millionen Steuerzusch'äge !

verständlih, diese Frage, deren große Bedeutung ih nicht verkennen kann, im allgemeinen und vom Standpunkte meines Ressorts zu prüfen. Hierbei konnte i< mi freili<h ni<t der Erwägung ver-

Jahre bei der Beratung des Etats des Jahres 1908 die Festsezung

pauschalierter Zuschüsse für die kommenden Jahre beschlossen hätte, |

hohen Hause bereits für das Jahr 1909 eine Aenderung dieser Beschlüsse hätten vornehmen müssen. Herr Vorredner hat ja freili<h ausgeführt, immer nur um Durhschnittsfestsezungen

unter Berü>sichtigung einer längeren Periode

handeln könne

renten nur in folder Höhe festzuseßen, daß die Staatseisenbahnen sie

we<selnder Konjunktur, wenn wir von einer hohen Konjunktur zu etner niedrigen hinabsteigen, die Shäßung si< als unrichtig erweisen,

fegungen vorzunehmen. Es wird si< umgekehrt nah längeren Zeiten tiefgehender Konjunktur das Bild ergeben, daß wir zu Uebershüssen gelangen, die weit über daëjenige hinausgehen, was seinerzeit gewollt

an derjenigen Stelle erfolgen wird, die hierfür an erster Stelle in Anspru< genommen werden muß, aus den eigenen Einnahmen.

Wenn i< au< als Ressoctminister mi unbedingt auf den Stand- | | punkt slellen muß, daß die Bedürfnifse der Staatseisenbahnen in guten und \{le<ten Zeiten befriedigt werden müssen, set es aus dem | ¡ Extraord'narium des Etats, also aus den eigenen Einnahmen, sei es

aus Anleihen, so bin ih auf der andern Seite do< dur<aus über- | i zeugt, daß die De>kung dieser Bedürfnisse der Staatseisenbahnen, so- | layge es angeht, in den eigenen Einnahmen gesuHt werden muß. |?

Ih heg? ferner die Befürchtung, dzß, wenn wir zu einer Pauscha- lierung der Zuschüsse kommen, dann gerade in \<le<ten Jahren die Gefahr besteht, daß wir, um die Mittel aus den cigenen Einnahmen einer unzulässizen Kürzung des Ausgabeetats s<hreitea könnten, oder aber daß, wenn wir diese ver- meiden wollen, aus der Sorge heraus, die Staatsschulden ungemessen zu steigern, eine Retardierung der Erweiterungsbedürfnisse der Staats-

führe, verfolgt habe, würdige, glaube ih doch, daß auf keinem anderen

Wege cine wirksame Abhilfe ¿u {afen ist, als daß man einerseits |

bemüht ift, in guten Zeiten dea Ausgleihsfonds ausreihend und nach- haltig zu dotieren, und anderseits bestrebt sein muß, unsere Etats der Wirklichkeit tunlihst anzupassen.

Ich meine, die Lehren gerade der beiden leßten Jahre, des ab- gerehneten Jahres 1907 und des laufenden Jahres 1908, haben uns erneut vor Augen geführt, wie absolut notwendig es ist, den Etat

| und gerade den Eifenbahnetat in Einnahme und Ausgabe richtig ab- |

zushätzen.

Daß zur Minderung der außerordentlihen Shwank ungen unseres Etats die Wirtschaftsführung der Ressorts erheblih beitragen kann, darüber wird kaum ein Zwetfel beftehen, und daß die Staatseisen- bahnver waltung hierzu wesentli mitberufen ist, davon bin ih voll überzeugt. Jh darf daher mitteilen, daß die Staatseisenbahnen mit dem Gckennbarwerden des Rü>kganges unserer wirls{hazftlihen Kon“ junktur in ein: ihre gesamte Verwaltung durhdrinzende Revision ihres Ausgabebedarfs eingetreten ist. Diese Revision ist zurzeit no< im vollen Gange. E3 handelt < darum, den ri<tigen Mittelweg ein- zuhalten, auf der einen Seite keine Anordnungen zu treffen, dite gegen den eigentlihen Verkehr3zwe>, gegen die Aufgaben, die die Staatseisenbahn1verwaltung im Lande zu erfüllen hat, geri<tet sind,

, auf der anderen Seite keine Maßnahme zu versäumen, die die

/ Wir haben no<h | einen anderen Grund für das Interesse an dec Neich\finanzreform. |

Bewältigung des Verkehrs au für die Zukunft sicher- stellt, festzuhalten an demjenigen, was zur Erhaltung und Förderung der SicGerheit unseres Betriebes unerläßli< ist, und endlih Rü>siht zu üben gegenüber unserem ge- samten Personal, insbesondere demjenigen, wel<es ni<t in Beamtenstellungen tätig ist.

Es würde zu weit führen, wenn ih dem hohen Hause die Maße nahmen im einzelnen auseinanderseßen wollte, die seitens der Staats- eisenbahnverwaltung zur Erreichung dieser Ziele getroffen sind. An- gesihts des außerordentli<h hohen Personalstandes ver Staatseisen- bahnen wir haben für 1999 ein Personal von rund 496 000 Köpfen mit einem Personalaufwand von 801 Millionen Mark = 58 9%

Aufmerksamkeit zu {<-nken. Da die Staatseisenbahnyerwaltung an dem Grundsaße festhält, das ständige Personal, d. h. das- jenige, das niht für bestimmte Gelegenheiten und Zwe>ke aus- drü>li<h angenommen ist, au< in Zeiten des Niedergangs im Dienste

Presse |

| zu halten, so konnte cin Erfolg aur erreiht werden, werdende Stellen infolge Todes, Invalidität, Krank

wieder beseßte. Treydem die Stgatseisenbahnverwalt Uebung festgehalten hat, das von der Fahne zurüd>lehrerde Perso

sofern es vor der Einberufung ständig im Dienst gewesen if und u gut geführt kat, auf Wunsh wieder einzustellen, it es

Personalstand ni<t unwesentli< herabzumindezn.

mäßige und ruhige Verkehr, den wir im Gegensaz zu den Jahren 19:5

muß. Es ist auf dem Gebiete des Materialverbrauhs, dex Aus der Güterzüge, der ritigen Verwendung der Mascßinen und dr vorgegangen, und es sind zweifellos Erfolge

T x : / | Jahren der übershüsse sinken, war es für mi, den Ressortminister, ganz selbst- | erfahren, der Verkehrslage anzupassen.

nit Gemeingzut geworden, sonst könnte es nit geschehen, daß i 4

Zeiten des Stillstandes und Rü>kganges des Verkehrs dauernd Antrèze L / | auf Ergänzung und Vermehrung des Fahrplans an mich herantret E schließen, daß, wern das hohe Haus mit der Regierung im vorigen | daß noh jüngst eine wesllihe Handelskammer Wünsche äußert, der, E Grfüllung etwa 2 Millionen Mark an Kosten pro Jahr verursagen M | würde. So sehr ih überzeugt bin, daß der Eisenbabhnminister in erst

Linte die Pflicht hat, dem Verkehr die Wege zu ebnen und ibn u E ¡ fördern, so sehr bin i< von der Auffassung dur<drungen, daß diese E

Mei | große Betriebsverwaltung des Staates, ohne ihrer eigentlihen j ein j u

daß es siŸ |

abgesclossener i | Jahre; aber solange nicht in Aussiht genommen ist, diese Zuschuß- ?

ordentlichen |

So sehr i< daher die Bedeutung dieser An- | i träge, die i< mit lebhaftem Interesse, seitdem ih das Ministerium

Selbstverständlich hätte sich au der Personenzugsfahrplan, der in de Howlhkonjunktur eine i

Verkehrsaufgabe und Zwe>ke uneingedenk zu werden,

Ausgestaliung unseres Personenzugsfahrplans zurü>haltend zu zeigen.

mi

Veber das Ergebnis des Jahres 1907, das voraussihtli>de Er. E j gebnis des Jahres 1908 und die Gestaltung des Etats für das Jahr | 1909 hat der Herr Finanzminister so ausgiebige Mitteilungen gemadt, k Ih mötte aber auh E

daß mic ni<t mehr viel hinzuzufügen bleibt. meinerseits ausdrü>li< feststellen, daß der Eisenbahnetat für 1909

mit großer Vorsicht in Einnahme und Ausgabe aufgestellt ist, way E

ja au< die Herren Vorredner anerkannt haben. Es sind voll berüd

| sichtigt worden die Ergebnisse und Lehren der Vergangenhett. Ind F

besondere im Personaletat haben wir un3 den Kopfzahlen der Vor jahre angepaßt, bei sehr mäßiger Vermehrung, einer Vermehrung, die nur der Erweiterung des Staatseisenbahnneßzes im kommenden Zahr entsprehen wird und unter besonderer Berüksichtigung einiger unteren Beamtenkategorien. Eine ruhige Etats wird ergeben, daß die Verwaltung nicht daran gedacht hat, in

ungünstigen Zeiten an unrihliger Stelle zu sparen, daß fie vielmehr E | bestrebt gewesen ist, wiederum unter Berü>ksihtigung der Lehren de |

Vergangenheit die Ausgestaltung des Unternehmens fortzusezen und zu vervollkommnen.

Wenn der Herc Abg. Freiherr von Zedlig in Ueberein stimmung wit dem Abz. von Pappenheim der Meinung Au- dru> gab, daß an den alten Naten des Extraordinariums nichi

{ zu kürzen wäre, daß aber die neuen Raten weit über das Bedürfnl!

hinauszugehen scheinen, so muß ih dem an dieser Stelle entschieden widerspreßen. Meine Herren, wir haben wahrhaftig ernste Lehren iu den Jahren der Hochflut des Verkehrs erhalten. Es ist heute klar ju

erkennen, daß der große Apparat der Staatseisenbahnen an vielen | Stellen si< als unzulänglih erwiesen hat, überras<t von der Wudi | Als ich die Ehre hatte, dieses Ressort zu übernehmen, | habe i< sol<es gewußt; ih habe für den ganzen Bereich ter Staalt- | eisenbahnen damals eine umfassende Feslstellung vornehmen lassen | darüber, was uns not tat, und wir wissen heute auf Grund des Ver | kehrs, den wir zu führen gehabt haben, daß diese Feststellung absolut ] richtig ist, wir wissen ganz genau, an welchen Stellen uns der Schuh Y

des Verkehrs.

drü>kt, und wir Mängel auszugleihen haben, die Würdigung dessen ist au< dieser Etat aufgestellt die Mittel im Extraordinarium angefordert

muß vom Standpunkte meines Ressorta bekennen,

wissen, in wel<hem Tempo wir die

uns no< anhaften. Jun

bei der Arbeitsloseninterpellation hier bekannt gegeben habe.

Meine Herren, daß in Zeiten sinkender Einnahmen und steigend! F Ausgaben die Betriebsübershüsse und die Betriebsziffern, der N triebb- E: koeffizient der Staatseisenbahnen si< vershle<tert, das ist eine Fol( F ersheinung, die dieses größte in sh ges{<lossene werbende Unternehmet M der Welt mit allen werbeuden Unternehmungen teilt, insbesondtt F Wenn i< Ihn! E die Verkehrsziffern der amerikanishen Eisenbahnen aus dem Vorjaht! H mitteilen und diese mit den unsrigen vergleichen wollte Ste würd! F staunen und erkennen, daß wir in Deutschland in weit ruhigeren 1 L

auch mit deuts<hen und außerdeutschen Eisenbahnen.

stabileren Verhältnissen leben.

Es ist zu befürchten, daß au<h für das laufende Etatsjahr unst N dex aue M ordentlihen Belastung des Etats dur< die Besoldungsaufbesseru"l H fiŸ weiter vershle<tert. Aber, meine Herren, es gehört ein gering! A Maß von optimistisher Auffassung dazu, um aufzuspre<hen, daß wit

Betriebsübers<uß und die Betriebsziffer angesichts

boffentli<h alsbald bessere Ergebnisse liefern werden. Denn, mei!

Herren, die wirtschaftlihe Entwi>klung Deutschlands hat in den leb!" F Jahrzehnten den vollen Beweis dafür geliefert, daß unsere Ver M hältnisse im großen und ganzen fehr gesunde sind. Wenn Ste berü [F

sichtigen, meine Herren, daß die gewalti;en Investitionen, die d Staatseisenbahnen in den vergangenen Jahren zugeführt sind und i den kommenden Jahren zugeführt werden werden, den zweifellost!

Erfolg haben werdea, daß wir erhebli<h wirts<haftliher verwalten E denn darüb?r kann kein Zweifel sein, daß unsere ungenügende Au! [F

rüftung einen Teil unserer wirts{haftlihen Mißerfolge versuld“! hat —, dann werden Sie au< mit mir bezügli der Staatselse!

indem man fre i ( heit, freiwilliz,, D Ausscheidens aus dem Dienste, Einberufungen zur Fahne nig:

ung an der alt, F

Laufe bieses Etatejahres gelungen, langsam und alinatid L j Ein Vergleich, y, F ¿ogen zwis<en dem 1. Dezember 1908 und dem 1. Dezember 1907 E ergibt, daß wir am 1. Dezember 1908 nicht weniger als 10 000 Kz N [ weniger beschäftigten. (Hört!) Gleichermaßen war dem sädlib, . Aufwande Aufmerksamkeit zu s{henken, um so mehr als ja der lig E

1906 und 1207 nunmehr haben, ohne weiteres zu Ecsparnifsen füh, E

[aftun aleiden F erzielt worde E

außerordentliche Ausgestaltun : Aber d'ese Auffassung ist nod E

i F

Zeiten, wie wir sie jeßt durhleben, die Pflicht hat, vorsichtig zu D : | walten und Verbesserungen und Erleichterungen im Verkehr, soweit : nit ein dringendes Bedürfnis vorliegt, auf bessere Zeiten zu ver, E sieben. Jh werde daher genötigt fein, gegenüber Anträgen auf \

zunächst re>t |

und objektive Nachprüfung det |

voller und sind F worden. N | daß h F noŸÿ mehr gewünscht hätte, daß ih mi< aber der allgemeinen Finan f | lage habe fügen müssen und fügen können, um so mehr, als uns al! : den Vorjahren no< erhebliGe Mittel zur Verfügung stehen. D!

steht aber fest, meine Herren, daß die Gesamtbeträge, die uns n Y Extraordinarium gewährt werden, mehr als verbaut werden werden E Solches beweisen auch die großen Bauverwendungsziffern, die i jün!

hahnverwaltung ruhig in die Zukunft sehen können. An dem Willen, die Verhältnisse der Staatseisenbahn zu bessern, fehlt es nit, und an den Kräften, diesen Willen durhzusegen, ebensowenig. (Bravo !)

Hierauf wird gegen 5 Uhr die Weiterberalung auf Dienstag 11 Uhr vertagt.

tere ate

Parlamentarische Nachrichten.

Der dem Reichstage zugegangenen Denkschrift über die Entwi>lung des Schußgebietes Kamerun seien fol- gende Mitteilungen entnommen: Ey

dem die im Jahre 1905 zum Zwe> einer vollständigen Auf- M deutsh-französishea Grenze von Caxmpo bis zum K schadsee (2500 Em) entsandten gemeins{aftli<hen Grenzexpedetionen im Fcühjahr 1907 nah Guropa zurü>gekehrt waren, konnle die Be- arbeitung des umfangreichen Mateials im Berichtsjahre derart ge- fördert werden, daß am 2, März 1908 in Berlin eine ge- mischte Kommission zur definitiven Negelung der Grenze zue sammenzutreten i d ile war V dai Verhandlungen fonnte es si<h weder um eine großzügige Neugestaltung der Grenzen no<h um die Erlangung eines größeren Gebietszuwachses handeln, in Froge fam rur eine Etscßung der im Vertrage von 1894 festgelegten, meist geradlinigen, künstlichen Grenzen durch pnatürlihe, < möglihst den vorbandenen Wasserstrafen ans{ließende. Ferner galt es no, dle gemäß $ 3 des Anhanges zum Vertrage von 1594 von Deutschland zu fordernden Kompensationen für das Gebiet um und südli von Kunde sowie die von Frankreich zu fond:rnde Kompensation für das deutsche Miltagebiet festzustellen. Die astronomishen Ot tsbestimmungen der Grenzexpedilionen hatten nämlih erzeben, daß Kunde mehr wie 10' westlich des 15° v @&r., sowie baß dec Schnittpunkt des 10° n. Br, mit dem Schari um mehr als 10 Bogenminuten ösilich des st. Zt. angerommenen Länçengrades lag. Es war alfo der Fall des $ 3 des Anbanges eingetreten. Die Kompensation deutserseits erfolgte in der Weise, daß tas Miltagebiet, das seiner abgelegenen Lage wegen von j-her der Verwaltung viel Schwierigkeiten gemacht hatte, an Frankrei abgetreten wurde. Frankrei dagegen ents(ädigte Deutschland dur Ueberlassung eines 2500 gkm großen Urwaldgebiets am Sjanga zwishen Bowmassa und dem Njue, einem reten Neber fluß des Sfanga, wobei Deutsh'and gleichzeitig auf den größten Teil der von den frarzösishen Konzessionsgesells<haften im Laufe des Aahres ihres natürlichen Reihtums an Elfenbein und Kauts<uk entäußerten Ge- biete um Kunde zu Gunsten Frankieihs ve1zichtet-.

Hiernah veiläuft die neue deu: \{-französijdje Grenze von der deutsh-spanish-französishen Ede ab, den Ntem und dann den Nkom aufwärts bis zu eirem dem Ajene (Aïna) nä<hstgelegenen Punkt, fo- dann den Aj-ne abwärts, bis zur alten Grenzlinie. Sie fällt mit dieser ungetähr bis Dorgo zusammen und zieht dann in Grweite- rung des deutshen Besißes Ds><ja abwärts bis zu dessen Mündung in den Ssanga. Dem Ssfanga folgt sie 150 km aufwärts bis zum Njuefl 1ß, diesem aufwärts bis 60 km wesllih von Nola, dann führt fie zum Kadeci 30 km östlih von Delele, endli< 50 km westlih an Gaia vortei, nah Kunde, das mit 8 km Nadtus französis< verblieben ist. Non hter läut die neue Grenze nordwärts weiter bis zum Zusammen- flufse des Wina mit dem Mambere; das deuts<e Gebiet 1ü>t hier 65 km nah Often vor. Dann ziebt die Grenze nordwesiwärts nah Lame, nahe westli< von Lame vorbei nah Bipare. Die bisherige E>e nördli von Bipare bei Lere wird zu Gunsten des deuts<hen Be- siyes abgeschnitten. Nördlih des Tuburisumyfes rü>t dic Grenze gegen seither ctwas weiter nah Süden vor. ODestlih vom Logone ist 55 km weit die alte Linie beibehzlten; dann geht die neue Grenze geradeéwegs zur Mündung des Ba-Ili in den Schari, sodaß das süd- T davon Leleaene Miltagebiet an Frankrei< fällt. Von der Mündung des Ba: Ili in den Schari bildet der letztere die Grenze bis zum Tschadsee. E

Nachdem im Vo1jahre an der deuts<-enalishen Grenze die . Zt von der Tschadscegrenzexpedition festgestellten Grenzen an

Ort und Stelle vermaukt worden waren, trat im Oktober 1907 in Nassarana bei Yola eine gemeinsame Grenzexpedition zusammen, um nunmehr au< die Grenze von Yola bis zu den Croßshnillen festzu- legen. Da seitens der Gngländer eine UÜnterbrewung der Arbetten der Expedition für die Regenzeit vorgesehen war, sahen si<h auc die deutschen Mitglieder der Expedition veranlakt, mit Beginn derselben,

im Monat April 1908, ihre Arbeiten einzustellen. Die W'ederauf- vahme erfolgt mit Eintritt der Tro>kenzeit. Die Vermessung der

Grenze kann, soweit es um den Bezirk der Residentur Garua | ; der Eing i, als teil N | thre Kinder in die Schule aufgenommen zu fehen, ist im allgemeinen | groß und tritt besonders au bei den Stämmen des Hinterlandes hervor.

handelt, als teilweise beendet angesehen werden E

Während im Vorjahre besonders im Süden des Schvizgebieis fh Anlaß zu größeren kriegerischen Expeditionen bot, zeigten fi diese Gebiete im Berichtsjahre verhältniémäßig ruhig. Bezirken Jaunde und Ebolova, wo sonst ftets größere oder kleinere Unruhen zu unterdrü>en und unbotmäßige oder räuberis<he Stämme zu bestrafen waren, : in Aktion zu treten. Außer in der besseren Einsicht der Ein- geborenen, die die Uekterlegenheit der europäts@en Kriegsführurg und Waffen nun bereits in baben, is vor allen Dingen der

Haltung der Eingeborenen in dem

Grund für die Umstande zu

friedl:here suchen, daß

ihnen dur< das Einfuhrverbot die Erlangung von neuem Kriegs- | material, Steinshloßgewehren und Pulver unmözli<h gema<ht ist. !

Von allen Dienststellen, namentli<h auch seitens der Angehörigen der Schußtruppe, if der Erfolg dieser Maßnahme anerkannt worden, troßdem bei Einführung des Verbots von verschiedenen Seiten gegen die Wirksamkeit dieses Verbots erheblide Zweifel geltend gemaht wurden. Die Erfahrung hat aber gelehrt, daß Stämme, teren Unbotmäßigkeit und Freiheit früher jedes Maß überstieg, jeßt, wo thnen tie Schhuf waffen fehlen, efügig geworden sind und willig den Anordnungen der Bebörden Folge leisten. Cine Aufhebung des Eirfahrvertots von Kriegs- matertal würde daher den Interessen einer frietlihen Erschließung des Sub gebiets direkt widersp: ehen und kann, da auch der Handel fih \{lißli< mit dem Vabote abgefunden hat, sür die nächste Zukunft kaum mehr in Kraae kommen. Zu erhoffen ist, daß die im Monat April 1908 in Brüssel zur Beratung ter Behandlung des Kriegêmaterials in den afrikanishen Kolonien zusommengetretene Nan eten) zu einem vôlligen Verbot für alle afrikanischen Kolonten gelangt.

Unruhen bra<hen im Berlhtsjahr im Süden des Schußgebiets nyr îm Bezirke der Dumestation aus. Dort malte das Ver- halten der nördlihen Makas ein Eingreifen der 9. Kompagnte er- forderli<h. Der Ausbruh von Unruhen unter den Bafias in der Gegend von Biongele im Jaruar 1907 machte zu Anfang der Be- cihtêéjahrs die Entsendung von zwei Expeditionen erforderlich. Es wird längere Zeit und unter Umständen auch kxriegerishen Ein- \hreitens bedürfen, wenn jene Gebtete für die ungebinderte wirts<aft- lihe Betätigung der Europäer ers<hlossen werden sollen. Im Norden des Shußgebiets mußte im April und Mai 1907 gegen die süd- [ih von Bamenda sitzenden Bamumbu, Bamessong Tschati, Batschir gu, Banti und Folepei eingeshritten werden Die Erhebung dieser Völker- schaften ist gewissermaßen als eine Portieuong der im Vorjayre be- rihteten Unruhen des Bamendabezirks zu betrahten Die Erkundung des nordwestlichen Teiles des Bezirls Bamenda dur< den Stationschef in ten Monaten Jurt und Juli 1907 stieß mehrfah auf bewaffneten Widerfland. Eine größere kriegerishe Unternehmung wurde längs der deutsheenglishen Grenze durhgeführt. Die Expedition hatte den

we>, den Weg für die deutsch, englische Grenzkommission freizumachen. Die in bem im Bezirk Banjo gelegenen Berglande von Gaschaka an- ässigen Alkasim, die als sehr kriegerish galten, sowie die zum Bezirk amenda gehörigen Muntschibergyölker, die bisher jeden Verkehr mit Guropäern abgelehnt hatten, waren eine stete Gefahr für die Grenz- mmission und mußten zunächst unterworfen werden, sollte niht der ganze Grfolg der Arbeiten der Grenzkommission in Frage gestellt

In déñ |

brauchte diesmal keine kriegeris<e Erpedition |

allzu vielen Fällen kennen gelernt |

- werden. Ebenso waren die seinerzeit am Anyangaufstande beteiligten Baschostämme, deren Bestrafung für die Teilnahme am Aufstande no< immer nit erfolgt war, no< keineswegs als friedli<h anzusehen. Ende Mai baten sämtliche bisher feindlihe Stämme um Frieden, der ibnen nah Annahme der Friedensbedingungen und Bestrafung der \{uldigen Häuptlinge gewährt wurde: Auh die Bezirke der Residenturen Garua und Kufsseri wurden im Berichtéjahre von Unruhen nit vers<ont. Vor allem ist hier ein plößlides Aufflammen des Mohammedanismus zu erwähnen, das indessen sofort im Keime er- sti>t wurde und so cinen arößeren Umfang niht nehmen konnte. Abgesehen von diesen V:rwi>klungen kann das Verhältnis zu den Eingeborenen als ein gutes angesehen werden. Alle Dienst- stellen sind nah wie vor von dem Bestreben erfüllt, sh immer mehr das Vertrauen der Bevölkerung zu erwerben, und wenn die Fortsch:itte au niht von einem Jahre zum andern ins Auge treten, so kann ein allmähli{er E: folg do nicht geleugnet werden. Die Anforderungen, die fowobl von der Regierung wie von Pflanzungen und Kausleuten an die cinzelnen Stämme wegen der Gestellung von Trägern und Arbeitern gestellt werden mußten, waren* im Berichtsjahre no< ver- mehrt dur< den Arbeiterbedarf beim Baue der PVanengubabahn, bei welchem dur<s<hnittli< 2000 Arbeiter beschäftigt wurden. Doch konnte im allgemeinen diesen Anforderungen, und zwar ohne große Swierig- keiten genügt werden. Um nicht einzelne Bezirke mit Arbeiter- anwerbungen unverhältnismäßig zu belasten, wunde in den unter Beiwaltung genommenen Bezirken eine Bevölkerungsfstatistik cufgenommen, Dieselbe ergab für sämtlihe Verwaltunçs- bezie mit Ausnahme _dex Residenturen eine Bevölkerung von rund 1300000 Seelen. Die Zahl der für Plan- tagen, Eisenbahnen usw. abkömmli<hen erwasenen männ- l'hen Einwohner wurde unter Abzug der für das Wirtschaftsleben der einzelnen Bezirke selbst erforderlihen Arbeitskräfte auf rund 21 000 Mann ermittelt. Es muß daraus gefolgert werden, daß bet ri<tiger Verteilung der Arbeiterarwerbungen auf die einzelnen Be- zinke das Schußzgebiet ohne Schwlerigkeit in der Lage ist, die für be- stehende und no< l'ommende wirtihaftlihe Unternehmungen erforder- lichen Arbeiiskräfte selbst zu stellen, zumal in den friedlihen Bezirken des Binnenlandes der Bevölkerungëzuwachs fortdauernd ganz bes deutend ist. H Die Gesamtzahl ter weißen Bevölkerung beirug am 1. Januar 1908: 1128 gegen 1010 am 1. Januar 1907. Hiervon waren männlihe Personen 987 (887), weiblihe 141 (123). Unter 15 Jahren waren 22 mänrlihe und 29 weiblihe gegen 20 bezw. 26 im Vorjahre. Vie Zunahme beträgt daber im ganzen 100 männlie und 18 weibliche Personen gegen 93 bezw. 21 im Vo:jahre. Deutshe NReichsangehörige waren am 1. Januar 1908 vorhanden 971 (860), vcn den übrigen waren 48 (58) Engländer, 3 (2) Kolontalengländer, 24 ‘(16) Schweizer, 39 (43) Amerikaner, 13 (6) Oesterreicher, 5 (0) Italiener, 5 (3) Russen, 3 (3) Niederländer, 3 (2) Spanier, 1 (0) Luxemburger, 3 (8) Porlugiesen, 2 (3) Franzosen, 3 (0) Türken, 3 (4) Schweden, 1 (2) Norweger, 1 (0) Belgier. Die Zahl der Pflanzer ift von 86 auf 105 gefiiegen, desgleichen die der Kaufleute von 347 auf 381 und die der Handwerker von 36 auf 47. Geburten sind 19 gegen 22 im Borjahre zu verzeichnen. Die Zahl der Todesfälle ist von 32 auf 34 gestiegen. : . gel Üm Unterlagen sür die bevorstehende Besteu-rung der Einçe- borenen zu gewinnen und um ferner feststellen zu können, wieviel Ar- beiter die einzelnen Stämme zum Plantagen-, Wegz- und Bahnbau zu stellen imstande sind, haben umfangreihe Zählungen und Schäßungen der eingeborenen Bevölkerung in den einzelnen Bezirken stattgefunden. Hiernawß wurden gezählt im Bezirk Duala: 52 420 Einwroohner. Hier is im Berichtejahre eine erheblihe Verminderung, anrähecrnd um etwa 5000 Köpfe zu ver- zeichnen. Ihren Grund hat dieselbe haupt\sähli< darin, daß eine große Anzahl b'sheriger Dualasklaven in ihre Heimat zurü>, erx andert ist. Gezählt wurden ferner im Bezirk Victoria 7234 Ginwohner, in Buea 9979, Ossidinge 23 540, Krikti 34 042, im Jaundebezirk wurden gezählt 16 982 Männer, dur< Schäßung ermittelt 40 000, insgesamt also 56982 Männer, ebenso im Campobezirk 8083 gezählt und 2000 geshäßt. Dur Schäßung wurde ferner die Zahl der Einwohner ermittelt in den Bezirken Nio-del-Rey (30 500), JFohanr- Albre<tshöhe (60 000), Ioko (9120 Männer), Banjo- Stadt (10 000 Einwohner), &bolova (180 000), Lomie (60 000), Fabassi (1809 000), Dume (30 000 Männer), Dschang (9000 Männer). Die Gesamt- bevölkerung in den unter Vecwaltung stehenden Bezirken mit Aus- nabme der beiden Residenturen ist, wie {hon erwähnt, auf rund 1 300 000 Seelen zu s{ätßen. : Der Schulbesuch blieb in den Regierungss{hulen annähernd auf derseiben Höhe wie im Vorjahre. Der Wunsch der Eingeborenen,

Das Verhältnis der im Schuygebiete tätigen Misstonen zur Ne- gierung war au< im Berichtéjahr ein gutes. Die Missionen find stets bestrebt gewesen, ihren Einfluß auf die Eingeborenen geltend zu machen, um in ihnen ein Verständnis für die Absichten und Ziele der Eingeborenenpolitik der Regierung zu erwe>en nnd sie für. diese zu ewinnen.

s In den allgemeinen Produktions- urrd Absaßverhält- nissen ist eine Aenderung gegen die Vorjahre nicht eingetreten, fie kann im allgemeinen au<h nit früher erwartet werden, als der Ein-

| fluß der Eisenbahnen auf die wirtshaftlihe Entwi>klung der Schuß-

gebiete sich geltend gemaht hat. Erst dann werden an Stelle der jeyt die Haupthandelsartikel bildenden Urprodukte: Kautschuk, Elfen- bein, Oel, Kerne und Kola, die dur< Anbau gewonnenen Kultur- produkte, wie Erdnüsse, Mais, Reis, Baumwolle, anfangen, an Be- deutung für das wirts<aftliße Leben der Kolonie zu gewinnen. Bezüglich der Produktion der Cingeborenen wid in der Denkschrift ausgeführt, daß sich der Farmbau der Eingeborenen nah wie vor in der Hauptiche nur auf den Anbau der für den eigenen

| Bedarf erforderli<en Landesprodukie: Mais, Kassada, Makabo, Jams | (Süßkartoffeln) bes{ränkt.

Die Bemühungen der Behörden, dur Samen und Pflänzltngen und durch direkte Anordnung eine Ausdehnung der landwirtschaftlichen Produktion zu fördern, haben im allgemeinen nur an wenigen Stellen wirkli<h dur>greifenden Erfolg gehabt. Mehrfach hat man beobachten können; daß Versuche, die in den Vorjahren viel Erfolg versprachen, mit ter Zeit wieder eingeshlafen oder wenigstens nit weiter ausgedehnt sind. Schuld an diesen teilweisen Mißerfolgen trägt der Charakter des Negers, der sh nur shwer zu Neuerungen versteht, dann aber au< die stetig si< mehrende Gelegenheit, dur Träger- und Arbeiter verdienste, vielfah au< im Handel ih lehten und guten Verdienst ¿zu vershaffen. Manche Versuche sind endli<h daran gescheitert, daß eine Möglichkeit, die angebauten Produkte zu verwerten, nit gegeben war !nd somit ein Interesse am Weiteranbau ni<t vorlag. Es ist deshalb Voikehrung getroffen, daß in Zukunft die auf Betreiben der Regierung angebauten Produkte, wie namentli Mais und Res, erforderlichen falls zu einem argemessenen Preise von den Verwaltuncsbehörden angekauft werden. Auch hier wird erst die Erschließung des Landes dur<h dle Eisenbahnen eine grundlegende Besserung herbeiführen. Denn bevor nicht die hier in Frage kommen- den geringwertigen Produkte der tropischen Landwirtschaft als Masfsen- produkte gezogen werden und mit billigen Transportmitteln zur Küste ges<hafft werden können, wird fih der Handel mit ihnen nicht oder nur wenig befassen.

Für den Handel war das Berichtsjahr, wte die zunehmenden Zahlen der Handelsstatistik zeigen, im allgemeinen ein günstiges. Nur der geaen Ende des Jahreo 1907 eintretende Cm ür Kautschuk brachte dem Handel des Südbezirks großen Schaden. Vie Preise sanken von 8 4 auf unter 4 4 \ür das Kilogramm Kautshuk und lassen auh jeßt no< keine Ste'gerung erwarten, Die Folge war, daß von den Firmen des Südbezirks der Handel erbebli<h einges{hränkt wurde, viele Faktoreien mußten geshlossen und die Angestellten

Belehrung, Ausgabe von

und Händler entlassen werden. Eine weitere Folge des Niedergangs des Handels war eine von den Interessenten ape ia Vereinbarung, die mit der Zeit zu einer ungesunden Höhe gestiegenen Einkaufspreise

und die Trägerlöhne gemecins<aftli<h kerabzuseten.” Im Südbezir hatte bereits vor einigen Jahren eine Handelskammer beftanden ; diese war jede< nur wenig in die Ersheinung getreten und hatte < s<ließli< stills<weigend aufgelö. Am 20. Oktober 1907 <lossen fsi< die Interessenten erneut zusammen und gründeten in Plantation die Handelskammer für den Südbezirk, der fast alle Firmen ter Batangaküste beigetreten sind. Das Eouvernement hat grundsäßlih die Handelskammer Duala und die des Südbezirks bei allen wichtigen, den Handel und die sonstige wirtshaftlide Entwi>klung des Schußzgebiets betreffenden Fragen gutachtli< gehöri und hat ihnen au< je einen Siß im Gouvernementsrat eingeräumt. Mit einer Steigerung von 9 936 548 4, d. i. von über 42,5 9/6 gegen das Vorjabr, hat der Kameruner Handel seit dem Bestehen des Schutzgebiets innerhalb eines Zeitraums von einem Jahre den größten Aufs<hwung genommen. Von dieser Summe entfallen auf die Einfuhr 3 991 033 „46, auf die Ausfuhr 5 945 515 4.

Statistik und Volkswirtschaft.

at Deutsche Seeftischereistatistik für Dezember 1908.

Den Gewichtsmengen sind die Stü>kmengen zuzurehnen, sodaß die angegebenen Werte si< auf beide beziehen.

Ositseegebiet

Mengen | ferner | Stü> |

Seettere und davon gewonnene Erzeugnisse E

Nordseegebiet Mengen | Wert ferner

Stüd M kg I. Fische.

60 407 91 410 78 661 197 089 11 814 46 097

Wert A

Schellfisch, GIOR b L1OLGTS Mittel l 264903 éin... E DL10/6a6 1V./V.Sorte [1218 342 Weißlinge . 90 010 Ssländer . . | 140 376] ou “val |

ezeih- i na 2 300

Kabliau, E OTOR l 024160 mittel, klein (Dorsch) Isländer . . 594]

N «0 170/708

Seebeht 35 239

Scholle(Gold- | butt, Butt), d

roß, mittel | 49 673) 24 018 flein E SOTOASE 65 106 lebénd: 35) | 11 obne nähere | Bezeich- A S Huld e. 242) | 3 655

Knurrhahn, | grauer (au< Seeshwalhbe)

Petermann

R ènurrhahn) Petermann,

E 50 Köhler und Pollak(Blau- fish)

Skr a E

Ov Rotzunge,

roß, mittel

E Stör deilbutt .. Seezunge,

GIDR ¿s

mittel, flein Steinbutt

(Turbot), |

groß, mittel 21 848)

Tel o 36 559!

ohne nähere |

Bezeich- nd . « Glattbutt

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