1909 / 48 p. 7 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

ebenfalls fratfrei hin- und demnächst zurückbefördert werden soll. (Bravo!) Meine Herren, die gewaltige Katästrophe Anfang Februar d. I.,

die WestdeutsWland und Mitteldeuütshland betraf, hat die Staats- eisenbahnverwaltung in West- und Mitteldeutshland ftark in Mit- [eidenshaft gezogen. An der Sieg ist bei Heren eine unserer ke- deutendsten Brücken teilweise zerstört wordén, ebenso an der Mündung der Sieg eine größere Flutbrücke bei Troisdorf. Dann ist die Wied- bahbrüde gänzli zerstört worden mit ihren rechts\eitigen Widerlagern, die SaynbaWbrücke desgleichen und die Lahnbrücke unfahrbar geworden. Ih möthte hier kurz auf die besonderen Ursachen dieser ganz auf- fälligen Zerstörungen hinweisen. Es sind Hohwasserwellen zu Tal gegangen, wie sie noch niemals, seitdem überhaupt zuverlässige Auf- zeihnungen gemaht werden, beobahtet sind. Und diese Hochwasser- wellen, die vom Westerwald herunterkamen, trafen den Rhein bei Niedrigwasser; infolgedessen staute das Rheinwasser niht die Neben- flüfse auf, die Hohwasserwelle traf ganz unvermittelt auf unsere Bau- werke, die von Wasser kaum umgeben waren. Wir werden selbstver- ständlih die Erfahrungen, die wir aus dieser Katastrophe ges{chöpft haben, nah allen Richtungen. verwerten, und ih kann mitteilén, daß die Lahnbrüdcke, die heute einen Mittelpfeiler hat, der ins Wanken geraten ist, ohne diesen Mittelpfeiler neu wiederhergestellt werden wird. Die Zerstörungen im Wesergebiet find au erheblich, der Viadukt über die Neete bei Ottbergen ist zerstört, drei Pfeiler sind eingestürzt, und ebenso ist eine sehr bedeutende Brücke über die Leine bei Heiligen- stadt zerstört worden. : Zunächst war meine Sorge dahin gerichtet, daß diese Bauwerke proviforisch mit gcößter Beschleunigung wieder in Betrieb genommen werden konnten. Sie sind an leistungsfähige Unternehmer vergeben ; die provisorishe Lahnbrücke wird von der Eisenbahnbrigade hergestellt. Ich darf hoffen, daß im Laufe des März, spätestens Ende März, die gesamten Provisorien in Betrieb sein werden. Für den Verkehr der betroffenen Gebiete, namentlich auf der reten Rheinseite, find sehr starke Störungen eingetreten. Auch hier ist alles geshehen, was geschehen kann, um die Belästigungen, die den Reisenden erwachsen, auf das geringste Maß zurückzuführen. Selbst- verständlih werden die Reisenden auf dem Umwege zu denselben

Wetterberiht vom 25. Februar 1909, Vormittags 94 Uh,

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Tübingen, das demnächst eröffnet werde. Hoffentlih gelingt es den Vereinen für ärztliche Bi für ihre km Dienste der leidenden Menschheit N rbeit recht viele S EEE zu erwerben. Wer näher über die Minden dieser Vereine unterrihten will, wende fi an die Berliner Missionsgesellhaft, Georgenkirhstr. 2.

Dritte Beilage zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlich Preußischen Staatsanzeiger.

¿ A8. Berlin, Donnerstag, den 29. Februar _ 1909.

Wetter

Rußland.

Die russische Kommission zur Bekämpfung der Pestgefahr hat unter Aufhebung früher ergangener Verfügungen erklärt: Das Don- ebiet für cholerabedroht, wobet jedoch der Kreis Taganrog für oleraverseucht érklärt bleibt, die Stadt Taganrog, den Cen Fed, die Gebiete Kuban, Terek und Akinolinsk für olerafrei.

bededt bededt _ halb bed. halbbed. bededckt bededckt bededckt wolkig bededckt 3/heiter 1\bededt 1\wolkig |_ D__2/Shnee_ NO 3\bedeckt_ NO 3hheiter NO llhetter SO 3[Scchnee

Schnee Windst._

Borkum Keitum Hamburg Swinemünde

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Vergleicht man zunächst den bei der neuesten Zählung*ermittelten Viehstand mit dem in S Fahren festgestellten, so ergibt si olgendes: Es waren vorhanden

: fin Jahre Pferde Ninder Schafe Schweine 1010, 2 282 435 8639514 19666 794 4 294 926 1883 . 2417 367 8737641 14752328 5 819 136 1892 . 2 653 661 987521 10109594 7725 601 1897 . 2 808 419 10552 672 7 859 096 9 390 231 1900 . 2923627 10876 972 7001518 10966 921 1902 . 2927484 10405 769 5917698 12749998 1904 . 2964408 11156 133 5 660529 12563 899 1906 . 3018443 11646 908 5 435053 15 355 959 1907 , 3046304 12011584 5408867 15 095 854 1908. . . . 3062895 12075 406 5 292 2566 13 400 506. Bet der Vergleichung dieser Zahlen darf nicht übersehen werden, daß die Viehzählungen von 1873 und 1883 am 10. Januar, alle übrigen dagegen am 1. oder 2. Dezember stattfanden, die ersteren also ein Bild des niedrigsten, die anderen ein solches des- mittleren I während des ganzen Jahres geben. Im übrigen ist der Biehstand des Herzogtums Lauenburg, das erst seit dem 1. Juli 1876 zu Preußen gehört, {hon für 1873 dem preußishen hinzugerehnet worden. /

Bei den Pferden ist die Entwicklung am ruhigsten vor sih ge- gangen ; jede Zählperiode, auch die neueste, hat einen Zuwachs ge- braht, der aber niemals bedeutend gewesen ist, Unruhiger ist die Entwicklung bei den Rindern. Um sie richtig zu beurteilen, tut man bier wie im folgenden am besten, gleichzeitig die beiden nächsten Uebersichten mit zu Rate zu ziehen; in der ersten wird die Ver- \chiebung bei den einzelnen Viehgattungen in absoluten und in Verhältniszahlen dargestelt; in der zweiten find die zwischen den einzelnen Zähljahren liegenden, ungleih langen . nbigue agf durch Berechnung eines Jahresdurhschnitts ausgeglichen worden. Man

_778,6 774,7 776,3

vorwiegend heit _ iemlich hein vorwiegend hej [Nachts Nieders] Nachts Nieder\g] Nachts Nieder\s| i ai Nieders orm. Nieder\4[ Mi _melsi belt, / 11. bis _dtemlih heit 20. Febr. | 20. Febr. | 20. Febr. meist bewöst 1909 1908 ztemlih beîta (Wilhelmshar) meist bewdölît A meist bewöltt

(Wuastrow K) |“ meist bewi (Königsbg, Pr] vorwiegend heitt (Cassel) j Nachts Nieders4l, F (Magdeburg) E

Schauer |ff (GrünbergSehl]

Statistik und Volkswirtschaft.

Ein- und Ausfuhr von Zucker im Spezialhandel vom 11. bis 20. Februar 1909 und imBetriebsjahr 1908/9, beginnend mit 1. September.

Verdingungen im Auslande.)

Que näheren Angaben über Verdingungen, die beim „Netichs- und

taatsanzeiger“ ausliegen, können în den Wochentagen in dessen

Expedition während der P inden von 9 bis 3 Uhr cingesehen werden.

Ftalien.

Postministerium in Nom. 16. März 1909, 10 Uhr Vormittags: Vergebung der Lieferung von 300 000 hanfleinenen nahtlosen Post- säen für den Korrespondenztransport, und zwar: 63 000 Säcken 1. Kategorie zu 3,70 Lire, 99 000 Säcken 2. Kategorie zu 1,90 Lire, 138 000 Säcken 3. Kategorie zu 1,30 Lire. Vorläufige Sicherheits- leistung 8000 Lire; definitive 1/16 der Zuschlagssumme. Näheres in italienischer Sprache beim „Reichsanzeiger“.

Marineministerum îin Rom und gleichzeitig die General- direktionen der Königlichen Arsenale in Spezia und Neapel. 22. März 1909, 11 Uhr Vorm.: Vergebung der Lieferung von Lampen und Lampenständern für elektrishe Anlagen bei der König- lihen Marine. Voranschlag 150 000 Lire, Sicherheitsleistung 15 000 Lire. Anträge um Zulassung sind bis zum 7. März an die Artillertedirektion des - Köntiglihen Arsenals in Spezia zu richten. Näheres in italtenisher Sprache beim „Reichsanzeiger“.

Direktion des Militärkommissariats des 1. Armeekorps in Turin. 2, März 1909, 10 Uhr Vormittags: Vergebung der Lieferung von 10 000 Paar kleinen Stiefeln mit kleinen Schäften für Fußtruppen in 20 Losen zu 500 Stück. Sicherheitsleistung für jedes Los 450 Lire. Zeugnisse sind bis spätestens 1. März 1909 einzureichen. Näheres in italienischer Sprache beim „NReich8anzeiger“.

Rumänien.] Kriegsministeriuum (VI1. Intendanturdirektion) in Bukaresl.

Windst.

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NO 2 2

Neufahrwafser Memel Aachen 768,0 Hannover 770,9 Verlin | 771,7 Dresden _770,3 R e Bromberg _ _773,7 Meg __/767,1 Frankfurt, M. | 768,2 Karlsruhe, B. | 766,8 Münhen | 767,0

ONO O NO SO O

Ausfuhr

e —————— L ——————

Einfuhr

1. Septbr. 1908 bis 20. Febr. 1909

1. Septbr. | 1. Septbr. 1908 1907 bis bis

Gattung des Zuckexs

Stornoway Malin Head Velentia Scilly Aberdeen Shtelds

774,1 wolkig

1 840 989 4

cbrauchszudcker, raffinierter und dem raffinierten gleihgestellter Zucker (176 asi)

21868 121 Ï Rohrzucker (176 a) 9

2|bedeckt

771,8

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|

davon Veredelungsverkehr ret (granulterter), (au}h Sandzucker) 176 b davon Veredelungsverkehr Platten-, Stangen- und Würfelzucker (176c) . . gemahlener Melis (176 d) dayon Veredelungsverkehr ._ 13 428 Stüden- und Krümelzucker o e) 76 170 davon Veredelungsverkehr s gemahlene Raffinade (176 f) 73 062 davon Veredelungsverkehr - : A B

772,1 1631913 1 520 171 351 91117 49

118 125

77474 98 30 435

1273 136 3 948 199 857 118 212

heiter |_ Kübenzu der:

771,2 |8

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wolkig

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774,4 3|bededckt

Do do

Säten, die sie auf dem direkten Wege zu zahlen hätten, an den Ort, den sie erreichen wollen, gebracht.

Auf Antrag des Abg. Kirsch (Zentr.) wird eine Be- sprehung der Jnterpellation beschlossen.

Abg. Bethge (kons.) bittet, s{leunigst an die Beseitigung der Schäden heranzugehen, ehe noch das Frühjahrshohwasser eintritt.

Abg. Cahensly (Zentr.) bespricht die Ueberschwemmungen im Lahngebiet.

Abg. von dem Knesebeck (freikons.): Es fragt si, ob alle Vorkbeugungsmaßregeln getroffen waren. Cine Vermehrung der Eis- breher ersheint als notwendig. Die Bagger sollten mehr Koblen- vorräte haben, damit fie nicht fortwährend Häfen anlaufen müssen. Die Deichverbände sind überlastet, thnen kann man neue Auflagen nicht zumutïen. :

Abg. Dr. Heydweiller (nl. ): In Unterlahnstein is die Hcchwasserkatastrophe besonders groß. Hoffentlich hilft hier die Ne- terung möglichst reihlich. Auh ich danke dem Militär für seine rave, opferwillige Hilfstätigkeit.

Abg. Funck (fr. Volksp.): Meine politishen Freunde werden für den nationalliberalen Antrag stimmen, weil es mit der privaten Wobhltätigkeit allein niht getan ist.

Abg. Borgmann (Soz.): Meine politischen Freunde háben volle Sympathie für die Geshädigten und sind bereit, etwa geforderte Mittel zu bewilligen. Die Hilfe muß aber gegeben werden ohne Ansehen der Person. Auch wir danken denen, die mit tatkräftiger Hilfe unter Einseßung der eigenen Person den Gefährdeten Rettung gebracht haben,

Abg. Hedckenroth (kons\.) dankt ebenfalls den Helfern und den Behörden, die ihre volle Schuldigkeit getan hätten.

10. März 1909, 10 Uhr Vormittags: Vergebung der Lieferung von

Holyhead

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Vorm. Nieders,

verschiedenen

und erhältlich.

anzeiger“ aus. 90 Fr

heit 260 bezw. 708 Fr.

240 000 Fr.). 12 000 Fr.).

Eben daselb. 1200 t Kreofot.

von Telegraphenmaterialten.

Bulgarien.

Bezirksfinanzverwaltung in Sofia. der Lieferung von Schmterseife,

(bezw. 6000,

Lastenheft

Sicher-

6000

Sicherheit 8400 Fr.

Sicherheit 2200 Fr.

Aegypten.”

Arzneien, Chitninfalzen, Benzin und Vaseline, Holze \{hachteln, Papeterteartikeln, Schnur, Korkpfropfen, S ivencatier h Gefäßen, pharmazeutischen Gegenftänden und Apparaten. ormulare für die Offerten sind bei oben genannter Direktion

Im Ans{chluß an die im „Reichsanzeiger“ Nr. 46 vom 23. d. M. erfolgte Mitteilung, betreffend die Vergebung der Lieferung von Eisenbahnwagenmaterial für die Generaldirektion der bulgarischen Eisenbahnen: Sämtliche auf die gedachte Lieferung bezüglichen Paptere (Lastenheft, Zeihnungen 2c.) liegen beim „Reihs-

15. März 1909: Vergebung Anschlag 1800 Fr.

Ebendaselbst. 16. März 1909: Vergebung zweter Lieferungen Anschlag 5200 und 14 148 Fr.

Ebendaselbst. 15. März 1909: Vergebung der Lieferung von 20 000 eichenen, 40000 buchenen und 60000 fkiefernen Schwellen. Anschlag 480 000 Fr. (eihene 120 000; buchene 120 000; kieferne Sicherheit 24000 Fr.

18. März 1909: Vergebun Anschlag 168 000 Fr. Ebendaselbst. 18. März 1909: Vergebung der Lieferung von 100 t Zink{(lorid. Anfchlag 44 (00 Fr.

Sicherheit

der Lieferung von

und

(Mülihaus, Kli) _dtemlich heiter (Friedrichshbal) vorwiegend heita (Bamberg) meist bewöllt

Isle d'Aix _ Si. Mathieu

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Gris3nez Paris Vlissingen Helder Bodoe Christianjund Skudesnes Skagen Bestervig Kopenhagen Karistad Stodckholm Wisby Hernösand Haparanda Niga

767,7 767,4 (NNOD _| 769,1 |NO A 8 773,2 |[SSW 4 _778,1 Wind1t. 777,4 Windst. 776,9 |ONO 3 | 776,2 |ONO 4 775,3 [NNOÒ 5 780,4 |Windft. 780,2 |D 2 _776,9 |O 4 779,3 |[NNW 2 É O Mga [170,30 I Wilna _| 777,1 [O L Pinsk Ca Petersburg s

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bede bedeckt | wolfkenl. Dunft bedeckt wolkig bedeckt bedeckt dedeckt halb bed. bedeckt bedeckt bededckt wolken. bedeckt

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Brotzucker (176 g)

Farin (176 h)

davon Veredelungsverkehr Kandis (176i)

davon Veredelungsverkehr

anderer Zucker (176 k/n) : | Robrzucker, roher, fester und flüssiger (176K) Nübenzucker, roher, fester und flüssiger (1761)

} anderer fester und flüssiger Zucker (

lih des Invertzuckersirups usw.) (176 Füllmafsen und Zudckerabläufe (Sirup, futter; Rübensaft, Ahornsaft (176 n)

\uderhaltige Waren unter steueramtlicher Aufsicht:

davon Veredelungéverkehr

Gesamtgewicht Menge des darin enthaltenen Zuckers

in- und Ausfuhr einiger wihtiger Waren in der Zeit vom 11. bis 20. Februar der beiden leßten Jahre.

Ausfuhr

Berlin, den 24. Februar 1909,

‘Einfur |

ussige Raffinade, einshließ-

van der Borght.

Kaiserlihes Statistisches Amt.

42 338 21 089 12 432 13

1492 A

1 483 499 428

8 605 14

29 254

56 641 8189

11 060

2 288 522 2 280 464 148

7910 13

25 319

10856

10 218,

ersieht daraus, taß der Rindviehbestand neu

erdings zwar auh noch

zugenommen hat, aber doch wesentlih lan samer als in den leßten Sahren. Als von 1900 auf 1902 zum ersten Male eine Abnahme eingetreten war, scheint dieser Umstand nahdrücklih auf eine vermehrte Einstellung von Rindern in der Folgezeit gewirkt zu haben; denn die Zunahme war von da ab größer als je zuvor. Man kann annehmen, daß hierburch der Bedarf zunächst ziemlich gedeckt wurde, (oan in neuester Zeit ein langsamerer Schritt in der Vermehrung des inds viehbestandes eingeschlagen werden konnte. Allerdings dürften auch die hohen e des Jahres 1908 auf die Verlangsamung der Rinderzunahme nicht ohne Einfluß gewesen sein.

Die Schafe haben sich abermals vermindert, und zwar wieder rasher als einige Jahre zuvor. Nach der Zählung von 1906 und noch mehr na der von 1907 schien es so, als ob die bisher stets rüdck- läufige Bewegung in der Entwicklung des Bestandes an Schafen bald zum Stillstande kommen sollte eine BVermutung, die irrig gewesen zu sein scheint; freilich wird man erst noch die r späterer Mae abwarten müssen, ehe man ih ein [harfes Bild mahen kann. d

gus Hauptinteresse nimmt bei der leßten Viehzählung die Entwicklung des Bestandes an Schweinen in Anspruch. Während fh bis zum Jahre 1902 eine andauernde, allmählich immer rascher werdende Zunahme zeigte, sank die Zahl von 1902 auf 1904 um ein Geringes und hob sich dann von 1904 auf 1906 so außerordentli wie nie zuvor auch nur annähernd (man vergleiche insbesondere die Uebersicht der durchs{nittlihen jährlichen Bewegung). Von 1906 auf 1907 ging die Zahl der Schweine wieder zurück, cine angesichts der durch R are S(hweinefleishpreise hervorgerufenen Masfsen- aufzuht des Jahres 1906 weder bedenkliche, noch auch nur verwunder-

\ i: 1907 1908 fiel der Schweinebestand line Cel Bem g L M er ven von 1902 nur roch um

aber weiter und zwar so stark, daß rund 700 009 Stück überragte. In Verhältniszahlen deutet dies gegen 1907 eine Abnahme von 11,29». t Der aller- dings dur ganz befondere Verhältnisse hervorgerufene estandsgewinn des Jahres 1906 ist damit wieder völlig verloren gegangen. An der Richtigkeit der Zahlen unwesentlihe Korrekturen können natüurlich noch eintreten wird man bei der peinlichen Gewissenhaftigkeit, mit der die Angaben der Erhebungsbehörden im Statistischen Landesamt stets geprüft worden sind, billigerweise niht zweifeln dürfen. Es liegt keinerlei Grund zu der An- nahme vor, daß ein durch Jahrzehnte als zuvye: lässig erprobtes Aufbereitungsverfahren, das immer tadellose Ergebnisse geliefert hat, plöplih versagt haben sollte. Die Tatsache einer sehr starken Abs nahme des Shweinebestandes wird man also wohl hinnehmen müßen - Soll man si aber deshalb der Befürchtung hingeben, die preußische Sc{hweinezuht werde nunmehr, ähnlich etwa wie die der Schafe, dauernd rüdläufige Bahnen einshlagen ? Das wäre denn doch wohl viel zu weit gegangen. Man muß versuchen, den Ursachen dieses Rückganges nahzuspliren. Das Jahr 1908 brachte sehr hohe Futter- preise bei gleichzeitig, wenn auch im allgemeinen nicht gerade sehr tief stehenden, aber doch im Vergleiche mit den leßten Jahren wesentli niedrigeren Schweinepieisen. Beide Umstände zusammen veranlaßten viele, namentlich kleinere Schweinebesiger , die Schwetinehaltung einzuschränken oder selbs ganz aufzugeben. Daß dieses Verfahren über das ganze preußishe Staatsgebiet verbreitet war, geht, wie in der amtlihen Veröffentlihung bemerkt wird, u. a. aus zahlreichen Aeußerungen der Erhebungsbehörden aus den verschiedensten Landesteilen hervor, die dem Stätistischen Landesamte zugegangen find. Auch thnen war der Rückgang der Schweinehaltung aufs gefallen; er wurde übereinstimmend damit begründet, daß viele Per- sonen, namentli sogenannte „kleine Leute“, der hohen Futterkosten wegen das sonst für den eigenen Bedarf gezogene Schwein abgeschafft bezw. kein neues angeschafft hätten und leber ihren Bedarf an Schweinefleisch beim Schlächter deckten. Eine sonderlich große Ver- mehrung der Schweineshlachtungen, die man sonst etwa für den Rückgang des Lebendbestandes zur Grklärung heranziehen könnte, ist im Jahre 1908 beige nuss elegen ; agg nos RRT G Aer E A (6 ç lihen Ergebnifse der achtviekt- un eishbeshaustati! n | adi C T A vier Bierteljahren des Jahres 1908 nur gane 17284 Stü oder 0,18 v. H. Schweine mehr als 1907 ges achtet worden. Die oben angeführien Gründe müfsen also für den Ausfall maßgebend ge- wesen sein, und sie reichen zu seiner G klärung auch hin. Vie Art der Begründung zeigt abet gleichzeitig, daß ein dauernder Rückgang der Schwetnehaltung aus iese Erscheinung nicht herzuleiten ist, Besondere Umstände bedingten ihn; nach ihrem Verschroinden ist ohne weiteres wieder die Rückkehr normaler Verhältnisse zu erwarten. Eins lehrt jene E1scheinung aber jedenfalls, nämlich die unbedingte Notwendigkeit all- jährliher Viehzählungen. Wie außerordentlich große Shwankungen namentli im S{hweinébéstande vorkommen, das hat erft die neueste Zeit, die jährlich zählte, feststellen können, niemand weiß, ob frühere Zeiten niht ähnli stürmishe Bewegungen gebraht haben ; elen sie etwa in Jahre, in denen keine Viehz A L so lieben fie fat völlig unbemerkt. Mögen die starken wankungen ch auch im Laufe der Jahre ausgleihen, Bevölkerung, ifsenshaft und Verwaltung \{chweben über sie gleihmäßig im Dunkeln, solange sich ihr Vorhandensein aus ia Anzeichen wohl vermuten, ihre Stärke aber zahlenmäßig nicht erfassen läßt.

=ös 208

Nebel

W ausgedrüdt, be-

Abg. Gerhardus (Zentr.) begrüßt die Energie, die die Re- gierung beim Eintritt der Katastrophe gezeigt habe. Der Redner versuht dann, eine anscheinend sehr umfangreihe Rede abzulesen, wird aber vom Präsidenten darauf hingewtesen, daß das Ablesen von Reden nicht gestattet sei.

Abg. Lüders (freikonf.) bittet das deutshe Volk, über anderer Unglück nit die Katastrophen im eigenen Lande zu übersehen und auch hier die milde Hand aufzutun.

Abg. von Stockhausen (kons.): Auh wir sind der Ansicht, daß staatliche Hilfe nötig ift. j

Abg. Krause - Waldenburg (freikonf.) fragt, was hinfihtlih der öffentlihen Gesundhettspflege angeordnet sei.

Abg. Dr. von Woyna (frkons.) {äßt den Schaden in Hannover, abgesehen vom Elbegebiet, auf 2 Millionen Mark. Die Katastrophe sei eine Lehre für die Zukunft. Die Vorfahren seien, wie die alten Bauten zeigten, viel vorsihtiger gewesen als wir.

Die Besprechung wird geschlossen.

Abg. Dr. Lohmann (nl.) dankt im S{hlußwort der Regierung und den einzelnen Parteien für thre Bereitwilligkeit, den Geschädigten tatkräftig beizustehen.

Der Antrag der Nationalliberalen wird der Budget- kommission überwiesen.

Darauf vertagt sih das Haus. Nächste Sizung: Donners- tag, 12 Uhr: Landwirtschaftsetat (Fortsezung), Gestütsetat, Domñänenetat.

Schluß 11 Uhr Abends.

770,0 1 770,9 |NO _1/Nebel

755,0 |[SW 3|bedeckt 5,2 755,9 de 3[Regen | —1,6 772,5 “—7,7 773,6 L L A, 5 770,3 2,0 767,3 |9 _—72 _769,1 |DSO A\wolkenl.| —3,0 756,8 |Windst. [wolkig | —2,0 772,3 [O 1/Schnee | —7,7 771,8 /NO L2\bedeckt | —7,9 771,3 |SO lhheiter |—18,2 759,2 |ONO 9sbedeckt | —3,4 757,0 |D 1\wolkenl.| 3,7 bedet | —5,1 Nebel | —9,0 bededt | —42 Schnee |—10 1 Schnee | —7,9 bedeckt | —3,0 halb bed —18,0

Hafen- und Leu(thausverwaltung in Alexandrien. 15. März 1909: Vergebung der Lieferung von Stiefeln und Schuhen für die Jahre 1909 und 1910. Lastenheft beim „Reichsanzeiger“. Unterrichtêministerium in Kairo. 10. April 1909: Vergebung der Lieferung ciner Bohrmaschine für Musterwerkstätten in Boulac. Lastenheft beim „Reichsanzeiger“.

Ministerium des Innern (Gefängnisabteilung) in Kairo. 15. April 1909: Vergebung der Lieferung von 200 weißen Decken (laut Muster). Lastenheft und Muster beim „Reichsanzeiger“. A n dVerfkehrsanstalten. Der Zentralverein für deutsche Binnenschiffahrt mit dem Siß in Berlin hält am 3. März, Abends 6 Uhr, im Ab- geordnetenhause (Obergeschoß, Saal 15) seine diesjährige ordentliche Hauptversammlung ab.

Wien _ Prag Rom Florenz Cagliari Warschau Thorshavn Seydisfjord Cherbourg Clermont Biarrigz Ep Krakau Lemberg Hermanstadt Triest Brindisi Livorno Belgrad Helfingfors Kuopio Züri

im Spezialhandel

MWarengattunug

dz = 100 kg

1909 17 253)

10 698)

4 664 34| 275)

| 471

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8| 985 533 4

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Die vorläufigen Grgebnisse der außerordentlichen Vieh- zählung vom 1. Dezember 1908 für den preußishenStaat.

Die Notwendigkeit der Erfassung des rasch wechselnden BVieh- standes in möglichst kurzen Zwischenräumen wird von allen sahkundigen Seiten immer mehr anerkannt. So kam es, daß der zwischen den einzelnen Zählungen liegende Zeitraum, der früher mehrere Jahre betrug, immer mehr verkürzt wurde. Bon 190€ bis 1906 wurde alle zwei Jahre, von da ab jährli gezählt. Der erhebliche Auf- wand an Zeit und Mühe bei der Aufnahme und Aufbereitung und die bedeutenden Kosten führten indessen dazu, die zwischen die größeren Reichsviehzählungen E preußishen Zwischenzählungen nur als solhe fleineren Umsangs einzurihten, d. h. es wurden in der Regel nur Pferde, Rinder, Schafe und Schweine, mitunter auch noch Ziegen und stets nur mit den wichtigsten Unterabteilungen hinsicht- (7490| 18036 | lih des Alters und des Geschlechts gezählt. Eine solhe Zählung 2 427 6 2s kleineren Umfanges war auch die vom 1. Dejember 1908, deren vor- 65427) 48 läufige Ergebnisse das preußische Statistische Landesamti sett in der E „Sratistishen Korrespondenz“ veröffentliht hat. Die endgültigen Er- E Ae gebnifse, mit deren Aufbereitung das Statistische Landesamt zurzeit Ms E beschäftigt ift, werden allen früheren Erfahrungen zufolge von den 7 al vorläufigen in keinem wesentlichen Punkte abweichen, ap man sich 70 082, über die im Viehstande neuerdings eingetretenen Berschiebungen 9: 690 {on heute ein zutreffendes Bild machen kann. Der Wert des end- Is e j gültigen Grgebnifses gegenüber dem vorläufigen a nämli in der L 487 Hauptsache nur in der Feststellung der Unterarten bei den einzelnen Biehgattungen, die nach der Technik der Erhebung und Aufbereitung für das vorläufige Ergebnis noch nicht in Frage kommen können.

| 1908 20 335

4 8835

1909 1908 193 271|

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SO 1\bedeckt Windst. |bedeckt Windst. [halb bed. N 5|\bededt

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Baumwolle 214874

las, gebrochen , s{chwungen usro. danf, gebrochen, E schwungen usw. . . [Jute und Jutewerg . - Merinowolleim Schweiß Krevzzuhtwolle im S@weiß CGisenerze . y Steinkohlen . Braunkohlen . Erdöl, gereinigt . Chilejalpeter . R a6 | Robluppen, Rohschienen, A | Rohblôcke usw. : 1 770) Ea 76) Eisenbahn-, Zahnrad-, | Vlattschienen . . p Esenbahnshwellen aus Eisen. g —_— } Kupfer 35 874

Berlin, den 24. Februar 1909. Kaiserliches Statistisches Amt. van der Borght.

ol! O [Sj

ge 23 538 8617 53 335 39719

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Verkehr deutscher Schiffe in ausländischen Häfen während des Jahres 1908. Eingang : Zahl Raum- darunter Zahl darunter

Häfen der gehalt Schiffe in der in Schiffe MNMegistertons Ladung Schiffe Ladung Oskarshamn . . 8

4 076 6 6 3 Krederikshald . 10 2 422 2 10 9 Fredrikstad . . . 25 24 487 15 25 23 Sannesund .. 1 68 1 1 en M 2 1 665 2 92 Genf Frederikshavn . 12

2773 12 12 Lugano Barrow tn Furneß 5 5 934 5 5 3 Sristol 7 ‘20 Sántis 991,9 /ND 4

25901 29 - 29 Ei Bunt ets 208 127291 73 Dunrofneß 1 E R L et a E 912 21 ortland Bill| 771,3 |N 3 0 t tstellung gezählt: eith 101 32 834 101 E Eine Depression hat ch vom Mittelmeer weiter nordwärts ge Bei der Erhebung vom 1. Dezember 1908 wurden nun nah vorläufiger Festste H N C 12 10783 12 gebreitet bis zum Süden der Nordsee und Ostsee; ein Hochdrudfge M e —— S N C T 1 Dg Lowestoft as Md 5 938 13 von 782 wmm reiht von Jnnerrußland west wärts bis zum L __ Gehöfte haltende tontrate N i 1s r 2 seine Höhe ist wenig verändert. In Deutschland hat bei wah Staal. Haus- os S ) 4484 S Dstwinden der Frost meist zugenommen; teilweise il S L Provinzen haltungen E “A r A y e N Roe 6 1586 : 6 fach ist auch etwas Schnee gefallen. Deutsche Se Dans is vis: 000A 14 682 24 a Rotelle . . 7 5 350 7 101 191 831 100 100 111 010 99 163 680 947 163 28 25 9516 28

Braunschweig) 1 1195 1 San Fra: cisco . 54 153 053 53 San Pedro 3 5 317 c 3 Nedoûdo . . - 1 2(84 1 E 1 3 087 1 Pará 119 017 E 44

*) Nicht nahgewiesen. **) Außerdem 25 Postdampfer von 204 385 Regiftertons in regelmäßiger Fahrt. (Nah den Schiffslisten der Kaiserlichen Konsulate.)

Ausgang

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1 759280 6 767,2 NW 1 _781,9 /ND 1 | 781,1 |WSW 1

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1 [elo]

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs- maßregeln.

Ueber die Verwendung von Aerzten in der Mission machte kürzlih der Dr. med. Seher, Geschäftsführer des Berliner Vereins für ärztlihe Mission, interessante Mitteilungen. Er schilderte zunäckst, wie die Engländer und Amerikaner \chon fei 70 Jahren ihre Pflicht den Bewohnern der Schußgebiete gegenüber erkannt und großartige Einrichtungen getroffen hätten, um eine gründ- lie Ausbilduna von Aerzten für Missionegebiete herbeizuführen. Das große ärztlihe Institut in Cdinburg und das Livingfston College in London hêtten nicht nur Tausende von Aerzten und Missionaren für den Heilberuf ausgebildet, sondern auch die heimishe Wissenschaft durch Bekanntmahung mit den Tropenkrarkheiten bereihert. So standen k B, 1907 636 erglishe und amerikanische Aerzte im Dienste der Mission und durch fie wurden 14 Millionen Patienten in 348 Hospitälern und vielen hundert Polikliniken behandelt. Dem- gegenüber sei die Zahl der deutshen ‘Missicnsärzte verschwindend gering; gäbe es dech z. Z. nur 17, ja in den deutschen Kolonien nur zwei. Sei auch der Mangel an geeigneten Aerzten dur die Anwesenheit von Regierungs- und Militärärzten etwas weniger fühlbar, so fäme do in unseren Kolonien auf 240 000 Bewohner nur 1 Arzt. Da habe nun die freiwillige Liebestätigkeit eingeseßt, und die ver- eden Vereine für ärztlihe Mission, die in- Württemberg,

heinland und Brandenburg entstanden seien, hätten die Propaganda für diese wichtige Arbeit in die Hand genommen. Ein erstes siht- bares Zeichen sei das neuerbaute Institut für ärztlihe Missicn in

« it Pferde überhaupt Viehftand

5 262 296

432 107 482 626 3 395 640 394 1015 797 391 109 265 982 691 722 211 824 617 449 164 269 216 693 113 64 b 2

13 400 506

1 000 769 788 407

5 596

1 129 132 1 085 058 975/078

1 085 551 1415 377 980 088 2 200 351 1 131 026 615 301 961 015 27 Tb7.

12 075 406

1188 385 727 813 12 545 904 368 816 435 977 903

1 617 496 839 020 1086 350 1 300 286 722 547 612 152 1222 893 47 218

3 062 895

468 605 296 2359

51 047 304 659 229 584 287 557 331 407 220 321 193 113 257 623 164 062

87 338 206 024

3134775 250 119

38288944 2611697 203 974 165 083

28 910 303862 166 975 197 007 442 849 347 815 186 951 359 784 374 885 261 517 776 303

18 479

B. Provinzen. . Ostpreußen I1. Westpreußen HI, Stadtkreis Berlin IV. Brandenburg

VI,

r 1. Sathsen

IX. Schleswig-Holstein X, Hannover X1. Westfalen . U, «¿Nafsau Zu. einland ,

V. Hohenzollern.

Mitteilungen des Königlihen Aöronautishen Observatoriums Lindenberg bei Beeskow-,

veröffentlicht vom Berliner Wetterbureau.

Drathenaufstieg vom 24. Februar 1909, 8 bis 114 Uhr

Station Seehöhe. ... . | 122 m Temperatur (0°) | 5,1 | 6,2 | 8,4 | 9,7 |— 11,5 Rel. Fi E. (0/0) | 100 100 100 100 10 Wind- (tung . NNO | NO | NO | ONO | ONO| ÿ Geshw.mps |‘ 4 12 [17bis18| 18 22

he Trübe, leichter Schneefall, untere Wolkengrenze in 280 m 9% wischen 880 und 1230 m überall 8,4, zwishen 139" ue tis 0 emperaturzunahme von 9,4 bis 8,7 ®. Am Dra

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