1888 / 259 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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fälliger Umfiänte eine Verschwêrurg gegen das Leben tes erften Konjuls vereitelt. Der etwas veraltete Stcf mutbete Arfangs fremd an, do entschäâdigt tafür die in ibrer Reinkeit und Herzens- eirfalt überaus irmpatbisde Figur des ehemaligen Lardpfarrers, welde Haase mit Eerzerquickender Natürli&keit und jener Fülle fein- cefüblter urd dœarafkteriftisber Einzelzüge auëstattetc, in welchen er der Meister der Meister ift. Neben der Titelrclle kfemmt eigentli§ nur noch diejenige des Désforrais in LEctraccht, cines überall Komplotte witternden Polizci-Cbefs, wel&e Hr. Eckert ¿war etwas drastisch, aber tarum rit winter erbeiterrd ¿um Auêdruck brachte. Hr. Herbst als Fouckté und Frl. Giscla Schneiter fanten sich mit ibren un- bedeutenden Rollen gut ab.

Haase's „Eonjour“ in Holtei's Fübsdem Genrebild gilt mit

Rcckt als eincs seiner Kabineteftücke. Es ist son einc Reibe vcn Jakbren ‘her, als wir in zum sten Male in dieser Rclle geseben. Doc scheint die Zeit spurics an ibm rorükergegangen zu sein: diesclle Biweglickfkeit, derselte friske fprudelnte Humor ven cbedem, dieselbe Zungenfertigkcit in der Bebandlung des franzö- siicen Jarçcors. Neu mar pvré® tie getreve Kcrizurg eires richtigen Parijer Eamirs in der LVekbartlung der Hecsentasckten, welche ubcrau® ergóotßlich wirkte. Die Murterkfeit und der Wobllaut, mit weldem cr tas „Marlborcugh sen va-t-en guerre“ und die ütricen Ckorfernetten des Inraliden von Waterloo vortrug, riffen as Prblifum wiederbeolt zu lebbaftcm Véitall bei cfener Scere bin. In der -„Mademe Lcrjcur“ dcr Frau Baumeister, welbe den Wiener Dialekt mit einer Zungenfertigkäit sprack, als sci sie mit Dcnarmofier getauft, fand er cine trifflice Partnerin. Au die übrigen Keollcn waren in guten Hönden, die Insceninung büktsch und korrekt. j

Berliner Theater. In ter beute statifirdenden Aufföbrurg der „Braut von Messina“ wird Hr. Artkur Kraufreck, dessen Heiserkeit vellsiändig beboben ift, wicder den „Cajetan® spielen. Außerdem baben einige Neubesctungen stattgefunden: die Rolle ter „Beatrice“ wird durch Frl. Cbristien, die des „Don Maruel*® dur Hrn. Carl Weiß dargestellt werden.

Die keiden Novritäten, welcke gesiern Abend im Wallner- Theater zrr Aufführung kamen, fardin kei dem rolibcsezten Hause die freurtlickste Aufrabwme. An erster Stelle wurde die einaktige Posse „Der dritte Kcpf*, ra eircr englishen Idce ron Franz Wallner, ge- gedcn. Die dramatiscke Kleinigkeit, welwe mit cizem originellen icenischin Einfall mitten im Theater beginnt und sich dann auf der Vüktbre fetrtsitt, errecte urgéetbeilte Heiterkeit, wozu der bumorvolle Eruntgedarke, die Glätte des Diclccs urd die flotte Darstil- lurg gleichcmäfig beitrugen. Durch den fleinen, unterkal- tertcn Sceiz war das Publikum in eine arngenelme Laune versett werden, welche turch die Darficllvrg des folgenden dreiaktigen Sämarks ron Alexarder Visson urd Artorie Mars: „Madame Ecnivard® neo bedeutend gebobcn wurde. Der Handlurg liect aud bier wicder cin übermütbiger Einfall zu Grunde, welcer, obne in den Vereich tes Anstéßigen Einüber zu greifen, zu allerlei wirksamen Sterzcn und kemisck{cn Verwicklungen Anlaß cgiebt, der& welce die Folgen der Cbeisceidurg auf die kbciterste Art persiflirt werden. Ein junger Amateurmusiker, Henri Dural, welch{er mit seiner jungen &rau „Diane“ ziemlich einträchtig lebt, bat Entsctlihes ven seirer Sciegermutter, Biatame E onivard, ciner früberen Tänzerin, zu dulden. Letztere treibt den rer; weifelten Ebemarn zuletzt zur Sceidurg; Duval beiratbet dorn in zweiter Eke cin farftes, lieblides Mêdcen, welcdes aber, wie er sich rorkbcr versichert, rur einen Vater bat; so glaukt cr die S(wiegermutter mit Sicherbcit zu vermeiden. Die Tage vergeben dem Paar in Frieden und Fröbli@keit, , bis der S#wiegervater Vourganeuf von einer langcn Reise cine junge Frau beimbringt, nâmlich Duval’s erfie Frau, Diane, urd în ibrer Begleitung natürli auch die Mutter, fo taß der unglücklide Duval, trcß seiner großen Versit, nun ¿wei Swiegermütter hat, welckde tas Haus auf den Kopf ftellen. Durh eine kleine Intrigue witd der geplagte Ebemann endli von den beiden Frauen befreit, indem ein Freund Duval's Diare, die er längs geliett, mitscmmt der ES{wiegermutteer VBonivard ent- fübrt, welde au die ¿weite Scheidung ihrer To6ter mit Bor1gareuf mit greßer S(lagfertiakeit berbeifükrt. Die Verfasscr baben das ron draftisGem Humcr durbzoccne Stü mit großem Gescbick und auf einer nit gerade urglaubtliwin Grund- lage aufgebaut. Die Scenen entwickeln si folgeri{tig und ungesucßt ; dabei find die einzelnen Figuren mir vielen komishen Veigaben auêgestattet, melde dic Sd wäten ihres Ckarafters in milderem Lichte ersckeinen lafsin. Eeboben wurde das Stück ncch tur die vortrefilide Darstelurs. Dcn von S{ckwicgermüttern verfolgten

Duval gab Hr. Gimnig in seiner obnwäctigen Wuth und lauten Verzweiflurg sehr wirksam. Hr. Alexander erfreute durch seine unterbaltende Wiedergabe des wrerliebten reiten

Dummkopfes, wel{er mit sebenten Augen in das S{wiegermutter- unglück rennt. Der alte furchtsame „Bourganeuf“ wurte von Hrn. Gutbery mit eigenartigcr komisck&er Unbeholfenbeit dargestellt.

Die beiten jungcn Frauen fanden in Frl. von Hausen und Br Lebmann lebendige und muntere Vertreterinnen. Den durch- élagendften Erfolg aber erzielte Frau Anna Schramm als gefürhtete Schwiegermutter Vonivard; ibr kecker Uebermuth kbalf auch über die gewagte Balleterinnerung im ersten Akt glänzend fort. Mit Blumen begrüßt, ftattete sie dem Publikum ibren Dank sofort dur ihre vorzügliche Leistung ob. Die Veifallssalven nah jedem aid führten auch Hrn. Direktor Hasemann dtankend vor den orkang. -

Friedri - Wilbelmstädtishes Theater. Die nue Operette „Gräfin Wildfang“ bat auc bei den weiteren Aufführungen vielen Beifall gefunden und erfreut sich :atlreiben Besuchs.

Je nrâker der Tog ter Eröffnung des neuen Burg- Theaters in Wien hberanrückt. desto umfassendcr gstalten sich die Vorbereitungen für dicsen festlichen Akt, für welcken, eirem in voriger Woche berabgelangten Kaiserliben Beschl gemäß, der 14. Okf- tober als unrerrückbarer Termin festgesckt worden ist. Das er- \ckienene Repertoire, {reibt die „N. Fr. Prcsse*, ist das lette, melckcs für tas alte Burg-Tkleater auëgegcben wird, woseltst nur noch wenige Vorstellungen stattfinden trerten. Am Donnerstag, den 11. d., bleibt tas alte Haus ges{lofsen, an diesem Tage findet ivdcm neuen Hoftkeater eine Vorstilluna ror geladenen Gästen statt. Diese Ver- itéllung, bei weder blos „Wallenstein's Lager“ zur Auffübrung gelanat, bat den Zmwreck, einerseits die Ukustik bci ganz vollem Hause z.: erproben, anderersci!s dim Billeteur-, Gatrdercben- und sorstigen Dierstrersonal Gelegenbeit zur praftisch:n Einüburg dcr ihren obliegenden Furfktionen zu bieten. Am 12. Oktober findet als leßte Vorsielicrg im alten Hause eire Auffübrurg ter „Ivbigenie“ ftatt, naw deren Schluß Hr. Scnnertbal cine von Varen Berger in Versen verfaßte Anspracde an tas Publifrm rihten wird. Wern das leßte Wort rerflurgen, {liefen sich für immer die Pforten tècs un- iœeinbaren alten Hauses, in wel&em sich in elf Iabrzebnten ein so bervorragentes Stuck deutscher Kunst abgesvrielt bat. Am fclgenden Tage, ten 13. Oktober, findet im neuen Vurgtheater kei ges{Glofscnen Tbüren und obne Zulafsurg des Publikums eine Kostümrreke statt, bei wel@er Ioscph Weilen's Prolcg urxd Grillparzer's „Esther“ zur Nuffübrung gelangen. Am Soconntag, ten 14. Ofktoker, findet die erste Vorstelurg im neuen Hause statt. Der Zudrarg um Karten ift ein so avßerordenilicker, daß felbst bei dreifach so großem Fassungs- raum das Theater die Zabl der Beweiber nickt aufzunchmen ver- mêhte. Die General-Intendanz bat sib deshalb veranlaft gefunden, tie Sitpreise für die Eröffnunçsvoritellung kteträcbtlih zu erböben, wie ties im Mai 1869 bei Eréffnung des neuen Hof-Opern-

bauses der Fall war. Während jedech damals die er- bébten Eintrit1épreise für die erfien drei Vorstellungen Gel- 1ung batten, bleibt die Erbêbung dieëmal blos auf den ersten Abend beschränkt, so daß tie Normalereise on am zweiten Spiel- abend in Kraft treten. In Fo!ge der am BVurgtkeater berrschenden besonderen Verkältnisie, wie z. V. der befteberden Rechte der Jabres- jewie der Stammsiß-Abernenten, konnten zur Ercfsnung tes neuen Hofichauspielt auses nur die Intendanten der deutscken Hofbübnen eins geladen werden, während die Raumverkältnifie es ni&t gestatten. den Direktoren der zablrei@en Stadttheater eine gleiche Nüdsi&t zu Theil werden zu laffen.

Im neuerbauten Saale der Pbilbarmonie fand gestern das erste Sympbonie-Concert fiatt, das uns mit eincm neuen Werïe des norwegis{cen Komponi!ïten Iobann S. Srventsen bekannt matte. Derselbe, im Konservatcrium zu Leipzig au®tagckildet, woscibst er ipâter auch als Concertmeister tbätig rar, fungirt jctzt in seiner Vater- stadt Chkristiania als Musikdirektor. Seine Sympkonie (Nr. 1, D-dur} in vier Sêten {ließt sich der Form noch an die der klassisten Meister an. Was decn innercn Ausbau betrifft, so ist besonders zu loben, daß überall Klarbeit vorberrsht, die sich fern bält von den in neuester Zeit oft so beliebten erdrückenden Masseneffekien. Dem harmenis{ch und rbvthmish sehr lebendig ge- stalteten Havptmotiv des erstea Satzes ist eine kleine, nur aus drei Tônen bestehende,Melotie entgegengestellt ; beide Themata sind geshickt und interessant durchGgeführt. Das Andante, in elegisher Stimmurg und fehr melodiës gebalter, fesselt besonders gegen den Sc&luß durch die klangvolle Verwendung der Hörner, die das Thema wieder aufnehmen, während die Violinen si in graziôsen Variationtfigurcn béwegen. In dem pikanten Sterzosate find die Stakkatc-Pasfagen der Flöten und Geigen von reizvollster Wirkung. Das Finale sckeint uns ¿zwar in Bezug auf die Dur- führungZart der Motive nit als das Gelungenste des Werkes, entbält aber avch viel Schôncs und ist gegen den Stluߧ bin re&t wirkungsEvell. Die Aurnahme tes Werkes vcn Seiten des zablreih erschicnenen Publikums war eine sehr beifällige, und es galten die lauten Akkiama- tionen zuoleich der fehr präzisen urd \ck{wungvolilen Autführung des von der sichern Hand des Hrn. Kogel geführten Orcbesters. Letzteres bewährte seine anerkannte Tüchtigkeit an diesem Abend noch dur den Vortrag mebrerer Werke von Wagner, Hektor Berlioz und anderen Meistern. Heute, Mittwoch, findet wiederum cin Semvbonie-

Concert ftatt, in wclchem die große C-dur-Symbpkonie von M aufgeführt wird. E

Mannigfaltiges.

Am Freitag, den 12. d. M., findet Königliche Parforce- Jagd statt. Rendezvous Mittags 1 Uhr am Jagdshloß Stets

Die Eröffnung des XI. Stutienjahres der Humboldt, Akademie erfolgt morgen, Dornerftag, Abends 7 Ubr, in der Aula des Dorotkcenstättishen Realgymnasiums, Georgenstr. 39/31.

Die Befuter des Post -Museums werden darauf aufmerksam gemaét, daß datfelbe seit tem 15. September fünfmal wöbentlih und zrar am Sonntag, Montag, Diersteg, Donnerstag und Freitag von 11 bis 1 Ubr für das Publifum geöffnet ist.

Stolzesher Stenograpben-Verein. Aufcerordent- liWe Hauptversammlung: Donnirstag, den 11. Oftoker, Abents 8 Ubr, im Restaurant „Zum Eawbrinus“, Friedri®- strafe 80 II. Tageéordnurg: 1) Besprc@ung über die Syîitem-Aenderung und die Stellungnahme des Vereins zu derselben. 2) Sonstige Ver- einéangelegenbeiten.

rorfießenden 600jäbriaen Aubiläumsfeier der t Düsseldorf wird der „RKhein.-Westf. Ztg." gechrieben; dorf, die Kürstler- urd Eaiterstadt, ist augcnblicklich in einer en TEâtigkeit. Wie son mitgetbeiit, soll tie Jubelseier des C0 jâhriaen Vettehers Düfieldorfs als Stadt in den Tagcn vom 13, 1s. Oktober ftatifinden. Aus dem Pregramm, wel@es ein sehr e

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tiacs ist, heben wir cnstweilen die Purkte bervor, weclche das

ercsse baben. Es sind dies der bistorische Festzug und itîpiel im Stadttheater. Der kfislorische Festzug findet am Scnntag, den 14. Oktober, Nacmittags, statt, geht vom Exerzierplayz aus uúid umfafñt folacnde Hauptgruvpen: 1) Allegoris{e Gruvpe, Vater Rbein und die Düsfel von Nixen umgeben. 2) Heimkehrende Krieger aus der Scblaht bei Worringen mit SSlachtwagen (1288), 3) Erktaurng deé alten Shlofies, Prachtwagen. 4) Herzog Adolf F, Gründuno der S@ügtenailde (1335). 5) Brautzug ter Jacoba von Baden, Prabtwagen. 6) Herzog Philipp Wilkelm empfängt den vecrtriebenen König Karl II. von England, Pracktwagen. 7) Gruvello mit dem Modell des Standbiides Jan Willem's, Prachtwagen (17090), 8) Karl Tbeodor mit Gefolge. alte beraisd:e Artilierie mit Ge\{ügen

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(1750). 9) Landsturm und Alliirte (1860), 10) Düfseldorpia mit L Me i : Kurt, Prabiwagen. Die bedeutendften

Handel und Industrie, Künfiler haben fi in den Dienst der Sache gestellt und die Führung der Grurxpen 2c. überrommen. Das Festipiel komnit am 15. Oktober im Stadt:heater zur Aufführung.

Schmiedeberg, 7. Oktober. (S&les. Ztg.) Das Hoch- gebirge zeigt fic seit gestern Nachmittag ¿zum ¿weiten Mal in diejem Herbst in winterlibem S&mrck, und zwar liegt der meiste S nee auf der Kcpve, im Melzeragrunde, auf der Seiffenlehne und am Rande des Großen Teices. Die Temperatur im Thale stand noch beute früh 74 Ukr auf tem Nullpunkt. Das Beobaw- tungébaus auf der Kovve, welches dem Prof. Dr. Ulbre(t aus Berlin im vergangenen Sommer zur Ausführung feiner gecdâtiihen Beobabtungen gedient Lat, bleibt auch iz nädsten Sommer steben. Wie verlautet, soll dasselbe zum Zwette ährnliber Beobachtungen österreihishen Gelehrten überlaffen werdcn, da es darum bandelt, die Lage der Schneekoppe im Verhältniß ¿u Wien und zu Prag festzustellen. Der Wirth auf der Prinz Heinri- B aude gedenkt so lange das vorläufige Restaurant ofen zu halten, als es noch möglich ift, an der Vaude zu arbeiten.

_— Au vem Schwarzwald wird gemeldet, daß ih der Wirter crr.stlich einzustillen beginnt. Die LBergakupvpen sind bereits mit Schnee bedcckt. Die Hornisgrinde bat {on scit mebreren Tagen eincn weit herab reichenden Sck&ncemantel.

Frankfurt a. M., 7. Oktober. (Köln. Ztg) Die Ver- mögenslage der Stadt ijt gegerwärtig eine so günitige, daß der Magistrat keabsichtigt, bei der Fesistellurg des nächstjäbrigen Hauskaltungéplars den Stadtverortneten vorzuschlagen, die Wob n- und Mietbsteuer um 10% des bisherigen Bctrages zu ver- ringern, und bei Woknurgen im Preise bis zu 300 Æ eine Mieth- fieuer überbaupt nicht mebr zu erkeben. Deégleicben sollen künftig die Beiträge der Beamten und Lehrer zu den Wittwen- und Waisenkassen in Wegfall kemmen.

Müncen, 9. Oktober. (W. T. B) Gesiern Abend entstand in der Nestauration der Kunst-Ausstellung im Glaspalaîst Feuer, welches unter Beibülfe der dert ftaticnirten Feuerwebr- Abtbeilung bald gelös{t wurde.

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Wetterbericht vom 10. Oktober 1888, regnerisch. In Hannover sind ‘22, Wiesbaden und Freitag und die folgenden Tage: Madame (Elberfeld—Retn\cheid). Frl. Marie Dromtra 8 Ubr Moraens. Magdeburg 25, Kaffel 27, Berlin 30 mm Regen | Bonivard. Der dritte Kopf. ° mit Hra. Ger.-Afessor Ribard L3H (Allenstein). E Zei j E gefallen. Dextive GiA S Frl. Se Sale mit Hrn. Reg.-Bauführer Hugo |DSZ I eu e Seewarte. . Z 2 etter (Berlin). A |[SEE| S2 Victoria-Theater. Donnerstag: Glänzende Aus- a Oberförster A. Künster mit 1 i j 4 S - & s : A: é N A 13,7 * S: s As Stationen. S2 Wind | Wetter #S I O 0 Iaenide Inscenirung. Die Dragoner big N a S t f n doe L [l | | „S F . é r. Rechtsanwalt Karl Haenschke mit Frl. Magda | 228 | E Theater - Anzeigen. ——————— Cour (Hannover). Hr. Apotheker Heinr. Ben- S2 2 j O S : N : T P L (Ra Bonia Mullagbmore 763 NNV 2a 11 | Königliche Schauspiele. Donnerstag: Opern-| Friedrich - Wilhelmstädtishes Theater, | mder mit Frl. Kätby Shanzleb (LeWenib) Aberdeen 764 W_ 1 wolkig 8 baus. 182. Vorstellung. Tannhäuser und der | Donnerstaa: Mit neuer Ausstattung: Zum 7. Male: Elisabeth Kub (Berlin). Hr. Prem.-Lieut Ghbriftiansund | 762 |OS 1 wolfig 4 | Sängerkrieg auf der Wartburg. Große roman- | Gräfin Wildfang. Operette in 3 Aktea von Eggelirg Frbr. v. Strombeck mit Frl. Alma Kopenhagen . | 755 NNO 9 Regen f tishe Over in 3 Akten von Ri. Wagner. Diri- | Ludwig Ordemann. Musik von Wilbelm Behre. Caefar (Rothenbof). Hr. Lieut. Friedbelm Sioäholm . | 759 |NNO 4 bededt 8 gent : Hr. Kabl. Regisseur : Hr. Salomon. (Tann- | Anfang 7 Uhr. v. Pilgrim mit Frl. Lydia Hammacher (Wic®- Haparanda .| 764 N_ 2 wolfenlos ae: bâuser: Hr. Niemann.) Anfang 7# Ubr. Freitag: Zum 8. M.: Gräfin Wildfang. baden). Hr. Prem.-Lieut. A. Frhr. v. Hof- An LOeroura| S OSO S | : E ne L Ms, Ä C man nmit Frl. Bertha Bode (Naumburg a. S.). Proetaln .. -| S wolkig | Freitag : Opernhaus. . Vorstellung. Emilia _ S Hr. von der Decken-Dffen mit Fel. Frieda Cock, Queens-' | i | Galotti. Trauerspiel in 5 Akten von G. F. Lessing. Residenz Theater. Direktion: Sigmund Tauten- v. Düring (Tessin bei Wittenburg). Hr. Pr.- E 286 R 3 bededt 11 | (Gräfin Orfina: Frl. Pauline Ulri, vom Königl. | burg. Donnerstag* Zum 20. Male: Decorirt. | Lieut. Arcl v. S&ulz mit Frl. Evcline ron E. 0e | still wolkenlos 7 A Dreéden, E A Anfang 74 Uhr. Sia 21 Ie in 3 Akten von Henri Meilhac. | Knoblauch (Ofterboli). : Helder... | 758 !N 3 bededt 19 Schauspielhaus. Keine Vorstellung. n\ang ¿3 Ur. Geboren: Ein Sohn: Hrn. RNewbtsarwalt Splt. N e NNO ans : E De (Hagen i. W.). 2 Hrn. Pfarrer Dr. Claa# Moura .. | (0E N Ttebel!) B E A 1; A S Praust i. Westvr.). Hrn. Bürgermeister Komv Gieiüude | 6 S 4'bedeckt 7 Deutsches Theater. Donnerstag: Die Jüdin | Belle Alliance Theater. Donnerstag: Neu | (Üteratb). A ron Tibirscbfv und Boegen- Neufabrwafser! 756 SSO 1 wolfenl.2) 7 j von Toledo. y etnftudirt : Auf T A Füßen. Poffe mit Gesang dorf (Kobelau). Hrn. von Hatten (Salirar- Memel -. _| 76 [SSW 23kalb bed. 11 Freitag: Graf Waldemar. in 6 Bildern von G. Pobl und H. Wilken. Musik \cienen). Hrn. Oberst-Lieut. Arwed von Prittwiß Paris .... | 762 |[NW 3 bededt 3 Sonnabend: Die Jüdin von Tolcdo. A Ua vtnaE Süßen S ie (MartaG A ) La Münster... | 756 |WS 9! Regen 5 S entag: . oMter: Hrn. Wilbelm Heper (Köln). Hrn. Karlsrube 758 |SW 3 Regen?) [53 : = L e —— Hauptmann Kurt von Zimmermann (Posen). Wiesbaden . | 757 NW 1bedett) | 6 |erpiner Theater. Donnerstag: Marcel. Drama | (e entral-Theater. Direktion: Emil Thômas. | g Orn- Gvmnasiallebrer Gierde (Friedenau). Mür.en 759 |W 5 Regen 4 in 1 Aft von I. Sandeau, bearb. von H. Förster. 2 Á E 1 omas. | G estorben: Hr. Ernst Frhr. von Quadt (Beg? Sbeninib . - | 768 [S 5 wolfigs) Z | Mariensommer. Lustspiel in 1 Aft von Meilhac | Donnerstaz: Zum 57. Male: Schmetterliuge. Ge- | gerow bei Demmin). Hr. Maurermeister Té. i | 56 S 2 bededts) g |u. Halévv, deutsch von Julius Walter. Der ZO. | fangspofie in 4 Akten von W. Mannstädt. Musik | Clemens (Berlin). Hr. Gutsbesißer Robert 1 260 till 'bedeckt 5 A ovemidee. S a in N A von G. Steffens. Anfanz 7# Uhr. S! (U Wusterhausen). Frau Auguste Beda. _| 7657 |S 4 Regen 6 |[mann. Eine Partie Viquet. Lustspiel in E, S Güntber, geb. Voigt (Fürstenwalde a. Spree). Se E 766 D 3 wolfig g | von, Fournier u. Meyer, deutsch von Wittmann. | Adolph Ernft-Theater (früber Louisenftäd- | Hr. Pfarrer emer. Ad. Wilh. Brinkmann (Tilsit). A 70 Jo eeiros | 9 | (riedr, Haase) E ._ | tisches, Dreêdenerstraße 72). Donnerstag: Zum| Or. Lebrer emer. Wilh. Bormann (Neu- Tel 1:0 70 V Reger) | 11 | Bram bon Messtaar (Clara Zul 7 ® Die | 02, Male: Die drei Grazien, Gesanzepese in | baldentleben)

2 Sonzabend : 1} Nachts Regen. 2) Nebel. 4) Gestern anhaltend Regen. ®*) Thau. starker Regen. 7) Na&#ts Gewitier. __ Uebersicht der Witterung. Eire Depression unter 755 mm, von Südosten kommend, liegt über dem westliden Osseegebiete,

3) Nadts Sree. s) Gestern

ra&tdem sie am Abend an der deutsck&en Ostseeküste | Neumann. Vorher: vielfa stürmische nordöstlibe Winde erzeugt hatte. | Kopf. Pofse in 1 Akt.

Ueber Central- Eurcpa ift das Wetter kühl, trübc und

C : Michel Perrin. Paris. (Friedr. Haase.)

Wallner=-Theater. Donnerstag: Zum 3. Male: Madame Vonivard. Alex BViffon und Antonie Mars.

lishen Idee von Franz Wallner.

4 Akten von Leon Treptow.

Musik von Franz Roth. (Novität !)

Landpartie-Duett. Anfang 724 Uhr. Freitag: Dieselbe Vorstellung.

Wiener in

Couplets von Görß.

Im 2. Akt : ; Redacteur: Riedel.

Verlag der Expediticn (S holz).

Berlin:

Schwank in 3 Akten von Deuts von Emil Zum 3. Male: Der dritte

Mit Benutzung einer eng-

Verlobt:

E S O E E E I Familien-Nachrichten.

erlobt: Frl. Toni Hesse mit Hrn. Betciebs- Ingenieur Otto Schleicher (Magdeburg). Frl. Emmeline Scheffner mit Hrn. Dr. Hermann Kempe

Dru der Norddeutshen Bu{druckerei und Verlags- Anstalt, Berlin SW., Wilbelmftraße Nr. 32.

Vier Beilagen (eins#ließlich Bör!en-Beilage).

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

M 259.

Berlin, Mittwoh, den 10. Oktober

S8,

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Land- und Forstwirthschaft.

Mittheilungen über den Ausfall der diesjährigen Ernte in der preußishen Monarchie.

Provinz Ostpreußen.

1) Reg.-Bez. Königsberg: Der erste Shnitt Klee und Heu hatte durch anhaltende Regengüsse sehr zu leiden, und ist der Nährwerth nur gering zu veranschlagen. Rübsen liefert da, wo er ohne Regen abgeerntet werden konnte, einen Durcschnittsertrag. Weizen und Roggen bleiben sowohl im

Stroh, wie im Körnerertrage hinter einer Mittel- ernte zurück. Gerste und Hafer haben einen reich- | lichen Stirohertrag geliefert ; beim Hafer befriedigt |

Die Entwickelung der Erbsen ents- | sprah nicht den gehegten Erwartungen. Bohnen haben viel: fah noch niht gemäht werden können. Wicken haben gänzlich versagt und nur als Rauchfutter Verwendung finden können. Die Kartoffelernte scheint nur eine sehr mittelmäßige zu werden. |

au der Körnerertrag.

Bei Rüben darf, wenn die gegenwärtige günstige Witterung | noch anhält, auf eine gute Mittelernte gerehnet werden. Der zweite Klee- und Heujschnitt ist günstig ausgefallen. Die | Wintersaaten sind gut aufgegangen, die Kleefelder zeigen einen befriedigenden Stand. . e 2) Reg.-Bez. Gumbinnen: Das Ergebniß der diesjährigen Ernte, deren Einbringung in Folge der in den Monaten | Juli und August vorherrschend gewefenen regnerishen Witte- rung eine niht unbedeutende Verspätung erfahren hat, kann im Ganzen als ein durhaus befriedigendes, zum Theil sogar als ein gutes bezeihnet werden. Der Roggen hat sowohl reihlihen Strohertrag, als auch guten Erdrusch in schöner | Qualität geliefert. Der Ertrag des Weizens befriedigt | duriweg, sowohl hinsichtlih des Strohs, als dcs Korns, bei leßterem speziell auch die Qualität. Besonders reie | Mengen an gutem Stroh und vorzüglichem Korn haben Gerste | und Hafer geliefert. Der erste Schnitt der Wiesen und Klee- felder ergab in Folge der kalten Witterung im Frühjahr und der späteren Regenperiode mit wenigen Ausnahmen einen der Beshaffenheit nah kaum befriedigenden, der Menge nah un- genügenden Ertrag, welcher indeß abgesehen von einigen,

in Flußniederungen gelegenen und vom Waßser über- stauten Feldern durch den sehr guten Ausfall

es zweiten Schnitts vollauf ersezt worden ist. Der gegen- wärtige Stand der Kartoffeln läßt nur auf den höher ge- legenen Ländereien eine günstige Ernte erwarten, wogegen in den tiefer gelegenen Feldern ein weniger befriedigender Ertrag in Aussicht steht. Bezüglih der Nüben läßt sich eine gute Durchschnittsernte erwarten. Die Erträge in Hülsenfrüchten haben befriedigt, mit Ausnahme der Erbsen, welche in Folge der anhaltend nassen Witterung nicht die volle Reife erlangt haben. Die Bestellung der Wintersaaten hat erft spät be- | ginnen können, die Entwickelung derselben ift indeß durch das | trodene und warme Wetter der legtverflossenen Zeit wesentlich gefördert worden. Provinz Westpreußen.

Neg.-Bez. Marienwerder: Die Einbringung der Ernte hat wegen der kalten Witterung des Frühjahrs und in Folge der regneriihen Witterung des Sommers sih ungewöhn- lih verzögert. Jm Allgemeinen bleibt das Ernteergebniß bei Roggen und Weizen nicht unerheblih hinter dem Durchschnitts- ertrage zurü, besonders gilt dies vom Stroh. Gerste und Hafer haben bessere Erträge geliefert, sowohl im Stroh, wie im Korn. Erbsen und Wien geben unbefriedigende Erträge, haben vielfach

die Reife nicht erlangt. Die Kartoffeln haben durch Näfse ganz |

bedeutend gelitten und werden zweifelios weit hinter einer Durchshnittsernte zurücbleiben. Die etwas günstiger zu ver- an’hlagenden Zuckerrüben haben nur geringen Zuckergehalt. Sehr unbefriedigende Ergebnisse hat der erste Heuscknitt ge- liefert, wogegen der zweite Schnitt im Ganzen als befriedigend bezeihnet werden kann. Provinz Brandenburg. |

1) Reg.-Bez. Potsdam: Der Roggen hat nur eine shwache Ernte ergeben; der Strohertrag desselben bleibt weit binter einer Mittelernte zurück, der Ertrag an Körnern dürfte 37, einer Mittelernte kaum erreihen. Etwas besser stellen ch die Ergebnisse der Weizenernte. Hafer und Gerste haben im Allgemeinen sowohl im Stroh, als im Korn, eine Mittel- ernte geliefert. Ebenso haben Erbsen und Oelfrüchte den Ertrag einer Mittelernte ergeben. Kle2, Luzerne und Wiesengras sind in befriedigenden Mengen gewonnen und in gutem Zustande eingebracht worden. Die Rüben versprechen eine Mittelernte, die Aussichten für die Kartoffelernte werden neist als niht günstig bezeihnet. Der Obstertrag ist gering.

2) Reg.-Bez. Frankfurt: Die Ernte ist hinter einer |

Mittelernte zurückgeblieben. Der Ertrag des Roggens ift an Stroh gering, an Körnern mäßig, Weizen, Hafer und Gerste haben ein besseres Ergebniß geliefert, doch ist auch hier der Stroh- ertrag s{lecter, als der Körnerertrag. Die Niederungen der Vder, Warthe und Neve haben unter häufig wiederkehrenden Ueber- s{wemmungen shwer zu leiden gehabt, der zweite Heusgnitt ist hierdurch stellenweise vollständig verdorben. Die Kartoffel- ernte scheint, je nah Beschaffenheit des Bodens, recht ver- schieden auszufallen. Die Obiternte ist mäßig; den verhältniß- mäßig besten Ertrag liefern Birnen. Die Herbstbeftellungen sind unter günstigen Bedingungen, aber spät begonnen worden. Provinz Pommern. L

1) Neg.-Bez. Stettin: Von dem Wintergetreide hat der wenige Rübsen und Raps der größte Theil hatte im Frühjahr umgeackert werden müssen zum Theèil einen guten Ertrag geliefert. Der Winterroggen lohui mittelmäßig, sowohl im Stroh, wie im Korn. _ günf die Weizenernte ausgefallen. Das Sommergetreide ist dur- gehends befriedigend, zum Theil gut gerathen; _befondere Hafer, Gerste und auch die Erbsen sind gut im Stroh und werden reihlihen Körnerertrag liefern. Nur Wien und Mengkorn sind sehr zurückgeblieben, haben theilweije ogar

.

| mittelmäßige Ernte gerechnet werden muß.

| ungünstigen Frühjahr erwarten ließ. Roggen und Weizen

| dies au im Stroh etwas besser lohnen. Klee- und Heu-

| Beim Klee und Hzu ist der zweite Shnitt ergieviger aus: |

Bedeutend günstiger ist |

der erste Schnitt durch die nasse Witterung erheblich gelitten, ist sogar stellenweise vollständig verdorben. Hinfichtlih der Kartoffein wird vielfach über geringen Ertrag geklagt. _

2) Reg.-Bez. Stralsund: Das Ergebniß der in Folge kalten und nassen Wetters erst spät begonnenen Ernte ist im Weizen als ein ziemli befriedigendes zu bezeihnen, dagegen ist der Ertrag des Roggens kein genügender. Das Sommer- getreide Halmfrüchte sowohl wie Schotenfrüchte hat eine gute Ernte gegeben, nur die Qualität der ersteren hat durch die starken Niederschläge gelitten. Der erste Schnitt des Wiesen- und Kleeheues hat dur das anhaltende Regenwetter ebenfalls sehr siark gelitten, wogegen der zweite Swnitt des Heues gut eingebracht ist. Der Stand der Rüben | läßt eine Durchschnittsernte erwarten. Die Kartoffeln haben | außerordentlich verloren, so daß im Ganzen auf eine recht

Provinz Posen. : 1) Reg.-Bez. Posen: Der Ertrag der dur anhaltende Nässe verzögerten Ernte ist ein besserer, als sich nach dem

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haben zwar nur einen geringen Strohertrag ergeben, doch wird dies durch den ungewöhnlih reihen Körneransaß und guten Gehalt des Korns wieder ausgeglichen, so daß der Ertrag dem einer Mittelernte im Allgemeinen entsprechen dürfte. Das Gleiche gilt von Gerste und Hafer, die über-

ernte sind in den verschiedenen Gegenden sehr verschieden aus- gefallen, meist ist der Ertrag niht ausreihznd. Auch die Kartoffelernte wird voraussihtlich den mittleren Ertrag nit überall erreichen. Dagegen sind die übrigen Hacffrüchte, fo- | weit sich ihr Stand bis jegt übersehen läßt, gut gerathen. | Obst ist, mit Ausnahme von Birnen, wenig geerntet worden. Der Hopfen hat an Menge und Güte durch ungünstige | Witterung und Jnsektenfraß gelitten. Die Wintersaaten sind | zum Theil schon aufgegangen und haben ein günstiges Aus- |

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sehen

2) Reg.-Bez. Bromberg: Jn der Fuderzahl ist die

Noggenernte hinter der vorjährigen Ernte zurüdckgeblieben, | wogegen ter Körnerertrag sich günstiger stellt. Der Gesammt: ertrag des Weizens ist einer Mittelernte gleich zu schäßen. Von den Sommerhalmfrüchten erreihten die späteren Sorten auf beserem Boden die normale Höhe und entwickelten fh stellenweise sehr üppig, besonders der Hafer. Dasselbe war bei Erbsen, Wicken und Lupinen der Fall. Das zeitig gesäete Ge- menge lieferte gute Erträge, die späteren Saaten find jedo faum reif geworden und harren zum Theil noch der Ernte. Das Gleiche ift hinsihilih der Lupinen und Bohnen zu erwähnen. Buchweizen und Mais sind meist kurz geblieben. Sehr schön ist die Seradella gediehen, der Körneransag ist jedoch auch hier ein mäßiger. Die Früßkartoffeln haben einen guten Ertrag geliefert. Bezüglich der späteren Sorten läßt | nich das Gesammtresultat noch nicht mit Sicherheit übersehen. Die Nüben sind in Folge der Kälte im Sommer sehr zurück- aeblieb:n und verspre&en nur einen geringen Zuckergehalt. Auch der Hopfen entspriht niht den gehegten Erwartungen.

gefallen, als der erste. Samentlee ist wenig geerntet. Der Obstertrag ist im Allgemeinen mäßig, nur die Birnenernte it reich. Die Besiellungsarbeiten haben in Folge günstiger Witterung sehr gefördert werden können und sind nabezu beendet. Die ersten Saaten sind gut aufgegangen.

PRrovinz Schlesien.

Nea.-Bez. Oppeln: Durch die regnerishe Witterung der Monate Juli und August ist die Beendigung der Ernte fehr verzögert worden. Roggen hat nur in wenigen Kreisen eine Mittelernte erreicht; im Allgemeinen ift er um 1/z unter einer solchen geblieben und hat besonders im Stroh nicht befriedigt. Weizen hat durchweg eine Mittelernte, zum Theil darüber

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gebraht. Hafer und Gerste sind auf s{hwerem Boden ebenfalls zu einer Mittelernte gediegen, auf leihterem Boden dagegen erhebliÞ darunter geblieben. Raps

ergab eine Mittelernte, Erbsen und Rüben etwa 80—85 Proz. einer solhen. Grummet war in Folge des nassen Wetters qut gewachsen, konnte aber bei der Fortdauer desselben bis zur Erntzzeit nur in verringerter Qualität geborgen werden. Kartoffeln haben dur die anhaltende Näße fehr gelitten, nur stellenweise sassen sie eine Mittelernte erhoffen. Der Stand der Saaten, soweit diesze:ben bereits aufgegangen find, it zufriedenstellend. s : Provinz Sachsen.

1) Reg.-Bez. Magdeburg: Der dem kalten und trocknen Frühjahr folgende außergewöhnlich fühle und regnerishe Sommer ist der günstigen Entwickelung der Früchte vieifah hindernd in den Weg getreten. Rogaen und Weizen haben nur einen geringen Sirohertrag ergeben. Roggen hat überall recht shleht gekörnt, während Weizen einen befriedigenden Körner- ertrag geliefert hai. Von den Sommerfrühten ist die Gerste zwar gering im Stroh, aber gut im Korn, wogegen der Hafer im Stroh wie im Korn gut autgefallen is. Auch die Erbsenernte hat durchweg befriediat. Von d¿n Hackfrüchten haben die Kartoffeln ab- aeszhen von den fruGtbaren Böden meist sowohl in Quan- tität wie in Qualität befriedigende Ernte geliefert. Die Nüben, insbesondere die Zuckerrüben, baben zwar quantitativ nur eine geringe, qualitativ, dagegen eine gute Ernte geliefert. Auch die Cichorienernte ist durhchweg befriedigend. i Schnitt der Futterkräuter und Gräser ist im Allgemeinen dürftig ausgefallen. Die Obsternte ist durhweg eine gute, namentlich find die Pflaumen quantitativ ausgezeihnet ge- rathen. Die Neubestellung der Wintersaaten ist bei der großen Härte des Bodens eine schr schwierige und zeitraubende.

2) Neg.-Bez. Merseburg: Jn Folge der ungün}tigen Witterungsverhältnisse im legtverflossenen Quartal haben fi | die Hoffnungen auf eine gute Ernte nicht erfüllt. Die Ge- treideernte ist vor allen Dingen stroharm, und wenn der Körnerertrag au E gut genannt werden muß, so wird der große Ausfall an Schoden durch ihn doch nicht

etwas besser als die Getreideernte, jedoch wird viel- fach über Fäulniß geklagt. Die Rübenernte wird gering, und mit wenigen Ausnahmen wird der Hektar nur

400 Centner ergeben, wogegen der Zueergehalt der Rüben gut zu nennen ift. An Obst ist im Allzemeinen viel geerntet worden, nur der Ertrag an Aepfeln ist gering. Die Herbst- bestellungsarbeiten sind überall aufgenommen. Der Roggen ist mehrfah schon aufgegangen und sieht gut aus. Die Raps- felder sind großentheils von den Erdflöhen heimgesucht und haben deshalb umgepflügt werden müßen. - L

3) Reg.-Bez. Erfurt: Die Roggenernte ut ungünjtig ausgefallen, der Körnerertrag ist ungenügend. Der Gewinn an Stroh ist noh geringer und erreiht kaum die Hälfte einer Mittelernte. Die Gerste ist im Stroh zwar kurz geblieben,

| doch sind die Körner gut entwickelt und geben einen reichen

Ertrag. Die Weizen- und Haferernte kann als recht gut bezeihnet werden. Jn Raps ist die Ernte gering, dagegen beim Rundgetreide (Erbsen, Bohnen, Linsen und Wicken), den Rüben und Zudckerrüben, sowie beim zweiten Schnitt der Futterkräuter im Allgemeinen befriedigend aus- gefallen. Bezüglich der Kartoffeln wird mehrfah über Krank- heit und Fäulniß geklagt. Der Ertrag an Aepfeln ist ein geringer, dahingegen an Birnen und Pflaumen fast durchweg ein reithliher. Mit der Winterbestellung hat nur erit ver- einzelt begonnen werden können. Provinz Westfalen. :

1) Reg.-Bez. Münster: Die Ernte is im Allgemeinen eine faum mittlere. Der Strohertrag beim Weizen und Roggen ist gering, der Körnerertrag verhältnißmäßig zufriedenstellend. Die Somm«:rfrühte, Gerste, Hafer und Buchweizen haben meistens eine gute Mittel- ernte ergeben, dagegen haben die Kartoffeln unter der Nässe des Sommers sehr gelitten. Die Herbsifrüchte find der jpäten Ernte wegen noch zurückgeblieben. Der erste Gras- und Kleeshnitt war nicht fehr ergiebig, der zweite Schnitt verspriht aber im Ganzen gut zu werden. Erbsen und Bohnen waren ziemlih gut. Von Obst haben nur die Birnen einen reihlihen Ertrag geliefert. Die Winterbestellung hat

| erst spät begonnen werden fönnen.

2) Reg.-Bez. Minden: Die außergewöhnlich ungünstigen Witterungéverhältnisse haben auf die Entwicktelung der Feld- früchte sehr shädlih eingewirkt. Das Ernteergebniß ilt nur bei Hafer, Gerste und Bohnen gut zu nennen. Bei dem Roggen ist dagegen der Ertrag an Körnern und an Stroh gering, bei dem Weizen kaum mittelmäßig. Der zweite Gras- und Kleeschnitt ist vielfah erhebl:ch besser gerathen, wie der erste. Rüben stehen im Allgemeinen gut. Erbsen und Buch- weizen sind ziemlih gut gerathen. Die Kartoffeln haben durch die große Feuchtigkeit sehr gelitten. Die ODbibäume haben, mit Ausnahme der Birnen und Zwetshen, welche fehr gut gerathen find, einen geringen Ertrag geliefert. Die Herbistbestelung har überall begonnen. ;

3) Reg.-Bez. Arnsberg: Der in Folge der falten Witterung im Mai dürftig gebliebene Graëwuchs hat der regnerishen Witterung des Juli und August wegen nur müh- sam eingebracht werden können. Es ist viel Hzu, namentlich in den Gebirgsthälern, verdorben. Die Roggenernte it nur im höheren Gebirge besser ausgefallen. Die Weizenernte ist leidlic, die Haferernte im Durchschnitt gut. Der Ertrag an Grummet ist befriedigend. Die Frühkartoffeln sind start gefault, die späteren Sorten lassen dagegen einen leidlihen Ertrag erhofen. Der Ertrag an Zucker- und Futterrüben is qualitativ und quantitativ ein mittelmäßiger, ebenso verhält es nch mit dem Weißkohl. Gemüse ist reihlich in den Gärten vorhanden. Die Obsternte ist, soweit Birnen, Aepfel und Zwetschen in Betracht kommen, eine reihlihe zu nennen.

Rheinprovinz. S

1) Reg.-Bez. Koblenz: Roggen, welcher in Folge des ungewöhnlih trockenen Frühjahrs dünn bestockt war, ist jowohl im Stroh, als im Korn unter mittel geblieben. Wetzen war durhgängig etwas besser und erreichte fast eine Viittelernte. Hafer und Gerste lieferten meist einen guten Ertrag an Stroh und Körnern. Während der erste Gras- und Kleeschnitt, wie nnd,

auch die Heuernte quantitativ spärlich ausgefallen : hat der zweite Snitt und die Grummeternte mit

wenigen Ausnahmen ein günstiges Resultat geliefert. Knollen- und sonstige Futtergewähse werden im Durchschnitt niht mchr als eine Mittelernte erreichen. Frühkartoffeln haben durch Fäulniß stark gelitten, an Spätkartoffeln wird durch: shnittlih nicht mehr als eine Mittelernte erwartet werden können. Zweilshen und Birnen liefern durchgängig eine volle, Aepfel nur strihweise eine Mittelernte. Vom Wein steht im Dur&schnitt quantitativ keine Mittelernte in Ausficht, auch wird die Qualität, soweit ein Urtheil für jeßt zulässig, felbst in den besseren Lagen niht über Mitteljahre hinausgehen.

2) Reg.-Bez. Düsseldorf: Jn Folge der lang an- dauernden Regenperiode ist die Ernte der Winterfrüchte im größten Theil des Bezirks eine recht s{hlechte geworden. Dies gilt besonders vom Roggen. Die Erdruschproben haben im Allgemeinen einen Ertrag von 70 bis W Proz. einer Mittel- ernte ergeben, die Strohernte wird bedeutend medriger zu veranshlagen sein. Weizen is etwas beser gerathen, even)o Gerste. Günstiger hat sich die Ernte der Sommerfrüchte, namentli die Haferernte gestaltet. Au Buchweizen, 1owie Bohnen und Wicken haben 100 Proz. und mehr von einer Mittel-

ator oss

Der zweite | ernte geliefert. Frühkartoffeln müssen als mißrathen bezeihnet

werden, während die Ernte der Spätkartofeln auf 8 bis 90 Proz. einer Mittelernte zu shägen ist. Bei Klee, Luzerne und andern Futterkräutern, sowie Wiesengras uit der erîte Sghnitt nicht gut gerathen, wogegen der zweite Swnitt 10 günstig ausgefallen ist, daß der Minderwerth des ersten wieder gedeckt ist. Zuckerrüben haben sich in leßter Zeit noh gut

s Kohlfrüchte, Möhren und alle Gemüjearten , auch Obst, besonders Birnen, sind gut gediehen, Flahs und Taback

dagegen großentheils mißrathen. Die Herbstbestellung ist bei gutem Wetter bis jeßt gut von Statten di rg

3) Reg.-Bez. Köln: Der Roggen hat in seinen Er- trägen weder nah Qualität noch nah Quantität befriedigt und

die Reife nit erlangt. Der erste, wie der zweite Schnitt des Klees und des Wiesenheues war reihlih zu nennen, do hat

edeckt. Am shlehtesten ist die Roggenernte ausge- fallen. Dann kommt die Gerste, hierauf der Weizen und zulegt der Hafer. Die Kartoffelernte ist zwar

ist hinter einer Mittelernte niht unbedeutend zurüdgeblieben. Achnlih verhält es sh mit dem Weizen, jedoch hat dieser