1888 / 296 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

R v e -

S C e N T S

herantreten wird, verschwinden der sozialpolitis@en Wichtigkeit nah sowohl die Reform des Gencssenschaftswesers, wie die cbenfalls an- gekündigte Abänderung der Krankenversicherungegesege, welckbe beide ja ‘nur den Zweck haben, deu mit den geltenden Geseßen ge- machten Erfahrungen zu ihrem Rechte zu verhelfen. Außerdem aber dürfen wohl noch einige Nachträge zur - Unfallversicherung zu erledigen sein. Gelinat es dem Reichstage, diese gewaltigen ihm gestellten sozialpolitishen Aufgaben zu erledigen, was ja um so eher zu hoffen sein wird, als die bezüglicher Vorlagen {on im Anfang der Session ihm unterbreitet werden dürften, so wird \chon damit eine so \{chwerwiegende Arbeit für das deutshe Volk ge- leistet sein, daß die kommende Session zahlreiche andere an Wictig- keit übertreffen würde. Noch mehr aber würde dieses der Fall sein, falls, wie es den Anschein gewinnt, dieser Reichstagssession ferner vorbchaltcn sein solite, einschneidende Beschlüsse über die weitcre Behandlung des Entwurfs eines bürgerlihen Geseßbuhs des Deutschen Reichs und des dazu gehörigen Spezialgeseßes zu fassen. Man darf also auf eine hohwichtige Tagung des Reichstages renen, die freilih laum einen geeigneten Stoff für „große“ Lage der parla- mentarishen Opposition und sensationelle Redeschlachten bieten möchte, dafür aber dem Wobl des Vaterlandes desto erspricßlihere Dienste zu leisten in Aussicht stellt.

Ueber einen neuen Erfolg der deutschen Jndustrie Babe „Norddeutshen Allgemeinen Zeitung“ ge-

rlieven :

Durch einen Privatbrief aus Manila bin ich in die angenehme Lage verscßt, Ihnen von cinem neuen Erfolge unserer deutschen Industrie im Auslande zu berihten, welher um so erfreulicher ift, als er auf dem bisher von den Engländern beherrshten Gebiet des Maschinenbaucs errungen worden. Der Bahnbrecher auf diesem Ge- biet, der Erbauer der Torpedoboote, Geheime Kommerzien-Rath F. Schichau, ist es, dem man jeßt auch in Manila die verdicnte An- erfennung zollt. Auf dieser. größten der Philippinen-Inseln ist die erste Eisenbahn (Tramway) erbaut worden, und für dieselbe hat Scichau die Lokomotiven (4 Stück) geliefert. Der frühere König- lihe Lokomotivführer Gustav Herrlih von Elbing hat diefelben nah dort überführt und ist als Maschinenmeister von der Tramwaybahn- Gsellschaft angestellt worden. Am 29, Scptember fand die Eröffnung der Strecke Manila—Malabonn statt

Kunft, Wissenschaft uud Literatur.

In Carl Heymann's Verlag in Berlin ist soeben das erste Heft des ersten Bandes von dem „Archiv für bürgerliches Recht mit Einshluß des Handelsrecht8s", herausgegeben von Pro- fessor Kohler und Assessor Ning erschienen. In der Einleitung weist Prof. Kohler auf die Zie!lc des neven Organs kin: Dasselbe wird das heutige Ret zwar als bistorishes Ergebniß einer Jahr- hunderte langen Ideenentwi@Lelung begreifen, aber stets der Gedanken- welt unserer Zeit mit Veisiändriß entgegentreten, neu auftauchenden Problemen folgen, die Praxis des Rechtslcbens vornehmlich wider- \piegeln, indessen avch, namentli in Beri{ten über Werke und Zeit- schriften, den Stand der Wissenscaft beleucten. Diesem Programm entsprechend, bhcingt das crste Hest eine größere Abhandlung von dem Amtêrihter Dr. Schwarß: „Die Geschichte der privatre{tlihen Kodifikationsbestrebungen in Deutsbland und die Entfstehunçs- geshidte des Entwurfs eires bürgerlichen Geseybuchs für das Deutsche Reich.“ Dieselkle knüpft an die Rezeption des römischen Reckts in Deutschland an urd bebandelt die Geschichte der Privat- cechtéfodifitationcn und die Kodifikatioreversuche der deutschen Staaten und des Vundes, insbesondere seit dem 18. Jahrhundert, und unter Wiedergabe des Inhalts längst vergessener Schriften den literariscn Kampf um eine Kodifikation des Privatrehts für ganz Deutschlard, wie er seit dem Anfang des 16. Jahrhunderts dauernd geführt worden ift; endlich die genaue Vor- und Entstebungsgeschichte des Entwurfs, Eine weitere Akhandlung von Assessor Ring giett die bisberigen, bercits sehr zahlreichen Beurtheilungen des Entwurfs eines bürgerlichen Gescbu{s unler kritisen Bemerkungen in thun- licher Kürze wieder und stellt eine Zusammenfassung dieser Urthetie von allgemeinen Gesichtspunkten in Aussicht. Das Archiv erscheint in Bänden von 2 bis 3 Heften. (Preis des Bandes 8 M)

Die jet fertig vorliegende fünfzehnte Auslage von Schuster- Regniers' Wörterbuch der deutschen und französischen Sprawe giebt in ihrem, auf Grund der neueslen Sprachforshungen und mit Zugrundelegung der neuen deutschen Orthographie bearbeiteten Inhalt die Bürgschaft, daß dieses bewährte und ge]chößte Wörterbuch in seiner neuen Gestalt wiederum auf Jahre hinaus unter die besten lexikographishen Hülfêmittel gezählt werden darf. Die typographische

K ABETSA

Ausstattung dieses in seiner Art vollständig zu nennenden Wörterbuchs8 (2300 dreigespaltene Kl.-Quartseiten), Papier, Druck und Einband sind nah jeder Seite hin vortrefflid, bei allen diescn Vor- zügen aber das Ganze auch außergewöhnlich preiêwürdig Es sei allen denen empfohlen, welche von einem Wörterbuch etwas mehr als das gewöhnliche beanspruhen: „Es wird nicht versagen®: die Aus- drüde der Literatur und Presse, der Lehr- und Rehtsspracbe, des Kcenversations- und Volkslebens, des Handels, der Industrie, Technik und der gesammten Naturwissenschaften, Gallicièmen und Germanis- men, sprüchwörtlihe Redensarten und figürlihe Ausdrücke haben möglichste T a S gefunden. Der wissenschaftlihe Werth des Buches ist im Lauf der Jahre allseitig anerkannt und es wird denselben in der jeßigen 15. Auflage rah allen Richtungen hin zu bewahren und zu vermehren wissen. (2 Vände in starkem Einbande. Verlag von I. J. Weber in Leipzig. Preis 16 M)

Von dem laufenden Jahrgang der Salon-(Großoktav-)Ausgale von „PVeber Land und Meer“ (Stuttgart, Deutsche Verlagé- Anstalt) liegt der erste Band (Heft T bis V) nunmehr abgeschlossen vor. Reicher Inhalt an gediegenen novellistisG@en Schöpfungen wie an gefällig geshriebenen Aufsäßen aus allen Gebieten desjenigen Wissens, das für jeden Gebildeten von Interesse ist, geht hier Hand in Hand mit einer künstlerischen Ausstattung ersten Ranges. Nament- li aber ist den bedeutsamen Zeitereignissen der jüngsten Monate, vom Tode Kaiser Friedrih's an bis zu den großen, einem Triumphzug gleichenden Reisen Kaiser Wilhelm's 11. und den Vorbereitungen für die Regierungs-Jubelfeier Kaiser Franz Joseph's, als deren Vorläufer die großen Wiener Ausstellungen und die Eröffnung des neuen Hof- burg-Theaters gelten dürfen, in Wort und Bild eingehend und glänzend Rechnung getragen. Kunst und Leben reihen si hier die Hand zu inniger Verbrüderung. Dabei wollen wir den ungemein billigen Preis des Jeurnals niht unerwähnt lassen, der für den vorliegenden, auf das Reichste illustrirten Band von fast 700 Seiten nur 5 #, für jedes einzelne Heft nur 1 46 beträgt.

Land- und Forstwirthschaft.

Melbourne, 21. November. (R. B.) Die ia Australien herrs{hende anhaltende Dürre verursaht den Landwirthen und Weidenbesißern großcn Schaden: die Weizenernte und die Woll- produktion dürsten unter dem mittleren Durchschnitt ausfallen.

Gewerbe und Handel.

Wien, 22, November. (W. T. B.) Au®weis der Süd- bahn vom 12. bis zum 18. November 853 463 Fl., Mehreinnahme 57 229 Fl. Ausweis der oüsterreihisch - ungarischen Staatébohn in dec Woche vom 11. bis 17. November 842 248 Fl., Mehreinnahme 39 691 Fl. L

London, 21. Noveniber. (W. T. B.) An der Küste o Weiz en- ladungen angeboten.

New-York, 9. November. (New-Yorker Hdls.-Ztg.) Wochen- bericht. Der Wahlkampf ift glücklih vorüber, und obwohl die Wogen der politishen Erregung in der unit dem beutigen Tage beendeten Woche noch immer hochgingen, so ist doch zu konstatiren, deß das legitime Geschäft in Anbetracht der Verkbältnisse cinen recht zufricden- stellenden, gelegentlich sogcr einen animirten Verlauf ge- nommen hat; letzteres gilt besonders von Baumwolle, ZucLer und Reis, in dencn die Verschiffungen eine relativ bedeutende Höbe errciht haben. Aus Boston, Baltimore, Saran1ab, New-Orleans, dittsburg, Chicago, Minneapolis sowie San Francisco wird größere

hätigkeit im regulären Verkehr signalisirt; die Handelsauëweise dieser Plätze heben sich vortheilhaft von denen der korrespondirenden Periode dcs Vorjahres ab. Unser Plaß will aus seiner Lethargie noch immer nicht recht herauêstreten; doch ist es, unscres Er- ahtens, nur eine Frage ganz kurzer Zeit, daß auc er dem ihm von anderen großen Handelécentren der Union gegebenen Jmpetus wird folgen müssen, Wir ftellen der Weiterentwictelung des legitimen Geschäfts für die restirenden drei November- wochen ein ertlschieden günstiges Prognostikon, hauptsächlich darauf basirt, daß Europa s{licßlich an unseren Uebershuß in Cerealien, Baumwolle 2c. in für uns wirksamer Weise zu appelliren genöthigt sein wird. Spezieller Erwähnung müssen wir noch der Velebung in ver Koks- und Koblenindustrie in Pittsburg, Pa., thun; die Produktion von Anthracitkohlen in den pennsylvanishen Kohlendistrikten bat, bis zum heutigen Tage, die des Vorjahres um mehr als 1200/0 über- stiegen, wobei zu berücksihtigen, daß dieselbe hon damals eine sehr beträchtliche gewesen.

Verkehrs - Ánstalten.

London, 21, November. (W. T. B.) Der Union-Dampsfer „Spartan“ hat heute auf der Ausreise Madeira passirt.

Wetterbericht vom 22. November 158- 8 Uhr Morgens.

Stationen.

in 9? Celsius

5) C. = 4M.

red. in Millim. Temperatur

Bar. auf 0 Gr. u. d. Meeres\p

| | Wind. | Letter f |

7\bedeckt 3 wolkig 1 halb bed. 3 Nebel 2\wolkenles

Mullaghmore | 759 Aberdcen . , | 748 Christiansund | 744 Kopenbagen . | 757 Stocholm . | 750 | Haparanda . | 745 still /bedeckt St Petersburg, 746 |NNW 1 'bedeckt Mosfau.…. | 7592 |\SW 2 |bedeckt Cork, Queens-

town .…. | 768 |WSW Cherbourg . | 769 |NW Oelder. ... | 762 |SW 7599 [WSW

amburg .. | 762 |WSW Swinemünde | 760 |WSW Neufahrwasser| 756 |WSW Memel .….| 753 |W

Mönster. .. | 765 Karlsruhe . . | 770 Wiesbaden . | 769 Seinen A e emniy Berlin. .…. | 763 Breslau... | 761

A s D O S i A p

wolkig | 1 Regen | 1 bededt | halb bed.) heiter?) | wolfig halb bed. balb bed.

|

| bede) | bedeckt“) | |

|

bedeckts) wolfig®) wolkig wolfenlos beveckt

0M D N U A O S D b D js i C C D II O

1) Akends starke Böen. 2?) Gestern Nachmittag starke Böen und Regen. 9) Gestern Mittag Ge- witter. 4) Gestern Regen und Hagel. 5) Gestern Regen und Graupeln. ©) Gestern Mittag Gewitter.

Uebersicht der Witterungç.

Ein neues tiefes Minimum * ist nördlich von Schottland erschienen, während die Winde über Großbritannien und dem Nordseegebiet mit ab- n¿hmender Stärke nah Südwest zurückgedreht sind; über Deutschland ist bei rorwiegend trüber Witte- rung die Temperatur meist etwas gesunken und nähert sich wieder ihren normalen Werthen; allenthalben ist Regen gefallen, in München 23 mm, Wilhelmshaven, Münster und Müncken katten gestern

cwitter. Deutsche Seewarte.

Theater - Anzeigen. Vöôniglihe Schauspiele. Opern-

Freitag :

Faus: 222, Vorftellung. Die Quitzo1os. VBater- |

ländis@es Drama in 4 Akten von Ernt v. Wilden- bruch. In Scene geseyßt vom Direktor Anno. (Dietrich von Quißow: Hr. Friedrich) Mitterwurzer, als Gast.) Anfang 7 Uhr.

Schauspielhaus. Keine Vorftellung.

Sonnabend: Opernhaus 223, Vorstellung. Der Freischütz. Oper in 3 Akten von C. M. von Weber. Dichtung zum Theil nah einem Vaolks- märhen: „Der Freishüß“ von Friedrich Kind. (Aennchen : Frl. Herzog, vom Königlichen Hof- und E in München, als Gat.) Anfang

Schauspielhaus. Keine Vorstellung.

BVeutsches Theater.

von Toledo. Sonnabend: Der Pfarcer von Kirchfeld. Sonntag: König Richard der Dritte. Die nächste Aufführung von Göh von Ver- Les findet am Montag, den 26. November, att.

Freitag: Die Jüdin

Berliner Theater. Freitag: 10, Abonnemen:s- Vorstellung. Uriel Acosta. Anfang 7 Uhr.

Sonnabend: Zum 1. Male: Eva von Richard Voß, (Eva: Fr. Hedwig Niemann.) Anfang 7 Uhr.

Sonntag: Eva. (Eva: Fr. Hedwig Niemann.) Anfang 7 Ubr. Í

Wallner-Theater. Freitag: Zum 46. Male:

Madame BVonivard. Schwank in 3 Akten von Vex Bifson und Artonie Mars. Deuts von Emil Neumann, Vorher: Zum 46. Male: Der dritte Kopf. Posse in 1 Akt. Mit theilweiser Benußuvng einer englishen Idee von Franz Wallner.

Sonnabend: Madame Bonivard. Der dritte Kopf. Anfang 7# Uhr.

Sonntag: CEinmaliges Gastspiel des Hrn. Felix Schweighofer: Einer vou unsre Leut. Charakter- bild mit Gesang in 3 Akten (6 Bilder) von O. F. Berg und D Kalisch. Musik von Stolz und Con- radi. (Isaac Stecn: Felix Schweighofer als Gast)

Montag und die folgenden Tage: Madame Bonivard. Der dritte Kopf.

Pictoria - Theater.

Vyrenäen.

Ballet. 1) Bolero. 2) Habanera. Anfang 7 Uhr.

Friedrich -= Wilhelmftädtisches Variser Leben. Komische Operette in 4 Akten nah dem Französischen des Meilhac und Musik von Jocques

Pariser Leben. Operette ron I,

Freitag:

Halévy, von Treumann, Offenba. Anfang 7 Uhr. Sonnabend :

\ Offenbach.

Residenz-Theater.

Durv. # Uhr. : Sonntag: Die Wildente.

Belle-Alliance-Theater. durchweg neuer Ausstattung :

Voranzeige!

Sonnabend, Nachmittags 35 Uhr: Vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Der

Rattenfänger von Hametin.

Central-Theater. Freitag: Jubiläums-Vor- stellung. Zum 100. M.: Schmetterlinge. Ge- sangsposse in 4 Akten von W. Mannstädt. von G. Steffens. 6. Yusftreten

S(rammel’n*. Anfang Uhr.

Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. 7. Auftreten

der „Wiener Schrammel'n“.

Adolph Ernst-Theater. Dresvenerstraße 72.

Freitag: Zum 104. Male: Die drei Grazien. von Leon Treptow,

Gesang8posse in 4 Akten

Freitag : Ausftattung, zum 9. Male: Die Reis: in die Ausstattungsposse mit Gesang und Ballet in 5 Akten und 9 Bildern von Paul Ferrier. | Musik von Louis Varncey. Im 8. Bilde: Großes

Freitag und Sonnabend:

Papa Gustave. Schwank in 3 Akien von Alfred Deutsh von Friß Brentano.

Freitag: Mit

Zum 296. Male: Der Nattenfänger von Hameln. Phantastisches Volksstück mit Gesang in 12 Bildern. Sprenger's GBeschihte und Ehrich's Chronik der | Gestorben: Stadt Hameln, frei bearbeitet von C. A. Görner. Musik von E. Catenhuscn. Anfang Uhr.

Theater und Musik.

Central-Theater. Den Besuchern der morgigen Jubiläums-

Vorstelunn der 100. Aufführung der Gesangöpofse „Scchmetterlinge“ von W. Mannstädt steht noch ein besonderer Genuß beror, indem Direktor Emil Thomas die gefeierten Wiener „Scchrammeln“* zur Mitwirkung in der Vorstellung gewonnen hat. Die trefflichen Musiker werden an diesem Abend cin ganz besonders gewähltes Programm zur Ausführung bringen. : Die Concertsängerin Frl. Thekla Friedländer, welche, früher in Leipzig wirkend, jeßt nah einem mehrjährigen Aufenthalt in England wieder nach Deutsland zurückgekehrt ist, hatte gestern im Saale der Sing-Akademie einen Lieder-Abend ver- anstaltet, in weldem sie etwa 20 Lieder verschiedener Komponisten vortrug. Ihre kleine und zarte Stimme eignet sich nicht für den Concertivortrag in größeren Sälen. Bei aller Anerkennung einer gewissen Lebendigkeit des Ausdrucks merkt man do: gerade in den Momenten leidenschaftliher Erregtheit, wie die hohen Töne ge- zwungen, ja mitunter sehr scharftönend erklingen. Lieder wie Schubert's „Erlkönig“, „Frühblingsnaht“ von Schumann und Rubinsteins „Es blinkt der Thau“ sind deêwegen für sie am wenigsten geeignet, während ihr „Des Baches Geplauder“, neugriehisches Lied von Rubinstein, sowie Eriep's „Unter Rosen“ und „Ich liebe dih“ weit besser gelangen. Auch drei sehr hübsche Lieder von Umlauft, einem jüngeren Komponisten, die ihrer Stimme besonders zusagten, sang die Künstlerin recht lobenswerth, und es irugen ihr diesclben reihen Beifall des zahlreih crshienenen Publikums ein. Der Pianist, Hr. Dr. Ernst Judliczka, durch frühere Concertvor- träge hierselbst bereits vortheilhaft bekannt, unterstüßte den Licder- Abend durch ven fehr gelungenen Vortrag mehrerer Stücke von Tschaikowski, Chopin, Rubinstein und Liszt und erwarb sich durch sein virtuoscs und zugleich schr ausdrucksvolles Spiel lebhafte und wohlverdiente Veifalls8bhezeigungen.

Morgen, Freitag, Ubends 74 Uhr, veranstaltet im großen. Saale der Philharmonie Hr. Reinhold Becker unter Mit- wirkung der Hof - Opernsängerin Fr. Pierson-Brethol , des Königlich sähsishen Kammersängers Hen. Paul Bulß, der Dresdener Liedertafel und des Berliner philgarmonishen Orchesters ein Concert.

Mannigfaltiges.

Morgen, Freitag, den 23. d. M., findet Königliche Parforce-Jagd statt. Rendezvous Vittags 12/4 Uhr zu Sagd\chloß Grunewald, 11/4 Uhr an der Saubucht.

Der Verein deutsher Mashinen-Ingenieure haite für das Jahr 1887/88 zwei Preisausschreiben erlassen, veren ersteres sh auf den Entwurf einer Anlage zur Erzeugung und Lieferung voa Hochdrucktwasser be:cg, wie solche gegenwärtig für Hafenanlagen (Hamburg, Bremen, Frankfurt a. Main, Mainz, Berliner Packhof) end bei Ciscnbahn-Bahnhöfen (Frankfuut a. Main und Berlin) zum Betriebe von Wasserdrul-Motoren, Heben von Lasten u. \. w. aus- gedehnte Verwendung finden, während das zweite eine Abhandlung über das Wassergas und seine Verwendung in der Technik zum Gegenstande hatte. Auf beide Ausschreiben sind die jeßt ausgeseßten Preise ertheilt worden: für die erste Aufgabe (Beuth- Aufgade) den Herren Königl. Regierungs-Bauführer Große in Köln und ÎIngenieur Klausmonn in Düsseldorf, für die zweite Aufgabe Hrn. Ingenieur im Kaiserlichen Patentamt Geitel in Berlin. Der Verein hat von der ihm dur den Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten ertheilten Berechtigung Gebrau gemacht und die Arbeit des Hrn, Große dem tehnischcn Ober-Prüfungsamt zur Anrcechuung auf die Baumeister-Prüfung vorgelegt. Die Abhanèlung, betreffcud Wasser- gas und seine Verwendung in der Technik, wird in „Glaser's Annalen für Gewerbe und Bauwesen“ vom 1. Januar 1889 ab zum Abdruck gelanger ; dieselbe mit über 100 Jllustrationen ausgestattet dürfte kei der immer mehr zunehmenden Bedeutung des Wassergases des „Brennstosfes der Zukunft* —— von allgemeinerem Interesse sein.

Breslau, 21. November. (W. T. B) Bei den heutigen Stadto:crordneten-Wablen der 1. Abtheilung wurden sämmtlichc Kandidaten der Liberalen gewählt.

Bremen, 21, November. (W. T. B) Die Deut sche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger meldct aus Westerland: Am 21. November yon der auf Sylt gestrandeten Kuff „Katharina“, Kapitän Ducken, 4 Personen dur Hülfe der Station Westerland gerettet.

IN:+ Ceuplets von Görß, Musik von Franz Roth, Bt tes Im 2. Akt: Landpartie-Duett. Anfang 75 Uhr. Sonnabend: Diesclbe Vorstellung.

3) Stiergefecht.

Verlobt: Frl, Paula Eck mit Hrn. Architekten Willy Sander (Berlin) Frl. Emny Cramer mit Hrn. Karl Hecker (Berlin —Kl, Lauden). &rl. Pauline Ziegler mit Hrn. Georg Plrlenio (Siewen—Lyck). Frl. Johanna Ebermaier mit Hcn. Rechtsanwalt Eduard Greiff (Düsseldorf— Halle in Westf.). Frl. Luise Reiß mit Hrn. Postsckretär Hugo Reisiger (Oppeln—Breslau).

Verehelicht: Hc. Dr. med. Max Voelsh mit Srl. Therese Neissert (Königsberg). Hr. Adolbert

Yatermann mit Frl. Marie Pfaff (Bonn). Hr. Dr. Ernst Ebel mit Frl. Hedwig Thiedig (Seeburg). Hr. Wilhelm Brügmann mit Frl. Käthe Schock (Kirch1tück). Hr. Fabrikbesizer Max Dehne mit Frl. Emma Minet (Halle a. S.),

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Regierungs-Rath Paul Meyer (Köln), Hrn. Postsekretär Muschner (Breslau). Hrn. Dr, Wilfried Schleicher (Ant- werpen). Hrn. Eduard Welter (Stolberg, Rheinland), Hrn. I. W. Dehn (Berlin), Eine Tochter: Hrn. Felix Penzhorn (Berlin), Hrn. Rittmeister v. Hirschfeld (Hannover).

Nach | Hrn. Major Müller (Mainz).

Hr. Gutsbesißer Hermann Puhan

(Kruschin, Kr. Kulm). Konventualin Frl. Fanny

von Bernuth (Freienwalde a. O.). Hr. Amts-

gerihts-Rath a. D. Gustav Prin (Berlin).

Letzte Kinder- Hk Lehrer Theodor A (Berlin). Hr,

Rechnungs-Rath a. D. Ioseph Köller (Arnsberg).

Hr. Versicherungs-Iaspektor Albert Wegbrett

(Stettin). Hr. Apothekenbesißzer Theodor Hein-

rich Peise (Berlin).

Theater.

Anfang

Musik

der „Wiener Nedacteur: Riedel.

Verlag der Expedition (Scholz).

Dru der Norddeutschen Buhdruckerei und Verlags- Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Vier Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage).

Berlin:

Erste Beilage

zum Deutschen Reihs-Anzeiger und Königlih Preußischen Skaats-Anzeiger.

M 2986.

Berlin, Donnerstag, den 22. November

1888,

Statistische Nachrichten.

Die Berliner Innungen Ende 188. (Stat. Corr.) Einen werthvollen fiatistischen Beitrag zur Entwickelung des Jnnungs- wesens bietet die für das Johr 18£6 auf Grund der Angaben der íúInnung svorslände aufgestellte und in ciner Extrabeilage des „Kommunal- blattes“ veröffentlihte „Nachweisung über die Verbältnisse der In- nungen u. st. w.*. Es waren hieraach in Berlin 64 Innungen vor- handen, wlche Ende 188% 15 581, Ende 1886 dagegen 16 551 Mit- glieder zählten, sovaß sch im Berichtsjahre cine Vermehrung um 6,22% ergiebt. Die Stärke ver einzelnen Innungen ist natürli eine fehr unglei@e; während die der Schuhmacher 2424, die der Schneider 1422, diejenige der Tischler 1404 und die der Weber 1203 Mitglieder zählten, dicse 4 Innungen zusammen alfo fast zwei Fünftel der Gesauimtzaßl der Innungsmitglieder ausmachten, trafen auf die Seifensieder und die Brunnenbauer nur je 17, auf die Weißzge cber 13, auf die Schwertfeger 8, auf die Tuchscheerer und auf die Zin ngießer nur je © Mitglieder. Verßälinißmäßig schr stark ist die Vermehrung der Mitglieder bei den Gastwirthen (von 188 auf 334); eine Anzahl mcist klei“ InnUngen weist cine Abnahme der Mitgliederzahl auf. Die Bäder, die Barbiere und Friseurs, sowie die Böttcher sind durch je 2 Innungen vertreten.

An Kapitalvermögen gaben 1886 sämmtliche Innungen zusammen 674 065 6 nebst zwei Grundstücken anz; hiervon enlfielen allein auf die Tuchmacher (162 Innungsmitglieder) 419 000 6, auf die Schlächter (551 Mitglieder) 134 000 M, auf die Schucider 39261 M, auf die Weber 15182 #, auf die Müller (65 Mitglicder) 15030 46, auf die Schuhmacher cin Grundstück im Werth von 120 000 A Die Jahresb eiträge der Mitglieder \{wanken im Allgemeinen zwischen 2 und 6 6; bei den Webern, Lackirern, Bürstenmachern, Kammmachern und Klempnern betragen sie nur 1, bei denSchuhmachern 1,2946, dagegen bei den Damenmäntelschneidern 7,80 #4, bei den Gelb-, Kun|t- und Metallgießern 10 M, bei den Zahnkünstlern 12, bei den Bau-, Maurer- und Zimmer- meistern 20, bei den Schornsteinfegern 24 4 Die höchsten im Etat für 1887 auëgeworfenen Ausgaben für Jnnungszwecke haven die Bau-, Maurer- und Zimmermeister mit 9100 4 (bei 227 Mitgliedern), denen fch die Tischler mit 8530 #4, die cine Bäckerinnung (656 Mit- alieder) mit 7974, die Schuhmacher mit 6485, die eine Innung dec Barbicre und Friseurs (764 Mitglicder) mit 6039 S anschließen. Die Gesammtausgaben der Innunge" im Jahre 1886 haben 95 230 M Letragen.

Der verschiedenen Bedeutung der einzelnen Jnnungen und der Eigenthümlic;keit der betreffenden Gewerbe entsprechend, ist auc die Zahl der von den Innungen beschäftigten Gesellen eine sehr ungleiw@e. Am hch sten stchen Ende 1886 die Bau-, Maurer- und Zimmermeister mit 4000 Gescllen; es folgen die Schneider mit ctwa 3900, die Bäcter mit runt 1400, die Gasiwirthe mit eiwa 1000 Gesellen; voll- ständig sind die Angaben hierüber leider nicht.

Was nun die Leistungen der Innungen auf den einzelnen ihnen gesezlich zucewtesenen Gebieten, insbesondere für Fachschulen, Hülfs- kassen alier Art, Meister- und Gesellenprüfungen, Herbergswesen, Nrbeitsna chweis und Innungsausscch{üsse betriffi, so kann es auf ten ersten Bli ck befremden, daß zohlreice Innungen sich auf dem cinen odex anderen dicser Bebiete odec auf mehreren derselben völlig unthätig verhalten haben. Bei näherer Betrachtung findet man aber, daß dies zumeist nur die kleincn und \ck{wochen, unbedeutende Gewerbe um- fassenden Innungen And, während die übrigen in vielen Beziehungen eine reŸht eifrige Thätigkeit auszuüben \{einen, und mit diescr Paßgabe wird man das Bild, welches die naGfolgenden Ziffern an- deuten, als ein ungünstiges im Allgemeinen nit ansehen können.

Fachshulen waren von 24 Innungen errichtet oder unterstüßt, von dea Klempnern deren 2. Die Beiträge der Innungea zu den

der Schmiede, der Schornsieinfeger und der Tap?zierer. P I POIEE 4 M A N P ST I O B Zl B E S D S as m E

Unterkbaltungskofien dieser S{bulen nah dem Etat von 1887 waren vielfa nur gering, am bedeutendsten bei den Shuhmachern mit 1300, den Malern (315 Innungsmitglieder) mit 1200, der einen Bäder- innung mit 1000, der einen Innung der Barbiere und Friseurs, sowie bei den Zahnkünstlern (89 Mitglieder) mit 900 #; an meisten be- sucht war die Fahschule der Barbiere und Friseurs, nämli von 195 Lehrlingen und 63 Gehülfen, im Ganzen 258 Personen, von denen 215 bei Innungsmitgliedern, 43 bei anderen Personen beschäftigt waren; nächfidem folgt die Fahshule dec Bau-, Maurer- und Zim- mermeister mit 251, die der Tischler mit 230 und die der Maler mit 206 Besuchern.

Die meisten Berliner Innungen sind mit einer Kranker-, Sterbe- oder Unterstützungskasse für Meister oder mit mehreren solchen Kassen verschcn; Krankenkassen für die Gesellen besaßen nur 3, näm- lid die eine Innung der Barbiere und Friseurs mit 1109, die Damenmäntelschneider mit 2000, die Glaser mit 254, die Pfeffer- fühlcr mit ctwa 150, die Schmiede mit 789, die Schornsteinfeger mit 181 Mitgliedern, sowie die Sirumpfwirker und Weber. —- Fast alle größeren Innungen haben Gesellenprüfungen, ein grozer Theil von ihnen auch Meisterprüfangen veranstaltet.

Von den 64 Innungen besaßen 40 eine Herberge; die Auf- wendungen für dieselben aus Innungsmitteln sind wieder vielfach schr gering. An der Spitze steht die eine Innung der Barbiere und Fris urs mit 2400 4 (einshließlich des Beitrags für den Arbeits- nac;twets), sodann die Shmiede mit 1000 4; die Herberge der einen Bäkerinnung hat im Jahre 1836 zusammen 5475, die der cinen Barbierinnung 4015 Gesellen heherbergt. Einen Arbeits- nachweis besaßen 47 Innungen; von denjerigen, welche 100 Mit- alieder und mehr zählten, waren nur die Damenmäntelschneider, die Süriler und die Tischler welhe auch keine Herberge be- saßen ohne Arbeitsnachweis; bei 22 Innungen war leßterer mit ver Herberge verbunden, bei 25 f-lbständig. Bei den meisten Snnungen sind die Kosten des Arbeitsnahweises nur geringfügig oder glei Null; aufer den Barbieren und Friseurs macen nur die Bäcker (2100 bezw. 730 46), die Schuhmacher (1000 4), die Schneider (400 M), die Tapezierer, scwie die Weber, die Stell- und Rademnatzer (je 200 4), endlih die Glaser (125 6) nennens- werthe Ausgaben für denselben. Einnahmen aus dem Arbeits- nachweis verzeihnen nur die beiden Bäckerinnungen (mit 50 -Z für die Meldung und 1994 bezw. 1107 F Gesammteinuahme), die Schuhmacher (mit 20 H vom Meister, 10 « Z vom Gesellen, 589 6 Gesammiüeinnaßme), die Tapezierer (20 «Z für die Mel- bung, 300 4 Gesammteinnahme) und cie Goldshmiede (15 4 Ge- famniteinnahme). An Meldungen bezw. Nachweisungen zählten die Arbeitsnaweis-Bureaux bei der einen Bäckerinnung 3706 bezw. 2964, bei der zweiten 2215 bezw. 2150, bei den Barbieren und Friseurs 2654 bezw. 2568, bei den Klempnern etwa 2000 bezw. 990, bei ben Malern 3593 bezw. 3440, bei den Schlächhtern 3000 bezw, 2400, bei den Schmieden 2000 bezw. 1810, bei den Schneidern 1060 bezw. 845, bei den Shuhmaßern etwa 20009, bei den Stell- und NRademachern 1058 bezw. §53 und bei den Tapezierern 1680 bezw, 1500,

Die Frage, ob \äwmtlihe Innungsaus\Hüsse, namentli® au der Gesellenaués{uß, foustituirt seien, hatten 42 Innungen mit „ja“ beantwortet, die Hutmacher und die Kammmacher mit dem Zusate, daß die Gesellen ihr #mt wieder niedergelegt häiten. Das Privi- legium des §. 100€ der Gewerbeordnung (des Lehrlingsparagraphen) besaßen 9 Innungen, nämlih je eine von den Bädern, fowie den Barbieren und Friseurs, ferner die der Bau-, Maurer- und Zimmer- meister, der Meler, der Perrückenmacher, dcr Sattler und Riemer,

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i. Stebriefe und Untersuchungs-Sachen.

23. Zroang8vollstreungen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl, 2 Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen 2c.

4. Berloosung, Zinszahlung 2c. von sffentlichen Papieren.

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1) SteŒ&bricïe Î

aus Graudenz, geboren am 31. Mai 1865, zul:8t | [43175] - i L Nach heute erlassenem, seinem ganzen Inhalte nah

lichex Auzeiger.

Gewerbe und Handel.

Bericht über den Handel mit Stärke, zusammengestellt nah Mittheilungen der Vertrauensmänner des Vereins der Stärke» Interessenten in Deutshland. (Woche vom 14. bis 20. November 1888.) Die günstige Stimmung, welche für Kartoffelfabrikate in der vorigea Berichtswoche herrschte, dauerte auch im Laufe dieser Berichtswoche weiter fort. Für Ia, Kartoffelstärke und Mehl wurden abermals höbere Preise erzielt, während viele Abgeber noch mit Absc{lüssen zurücktalten. Jn Prima-Kartoffelmehl wurden uns Verkäufe zu 28,40 Æ frei Stettin ab Station in der Neumark (200 Sa), zu 27 4 ver Cassa ab Station im Reg.-Bez. Königsberg (100 Sack), zu 29,50 M frei Bahnhof Hamburg (200 Sack) und ¿u 27 X. srei Kahn in der Provinz Posen gemeldet, während Gebote von 27,75 4 frei Station im Reg.-Bez. Merseburg Seitens der Produzenten zurücgewiesen wurden. In trockener Ia. Kartoffelstärke wurden gleich zu Anfang der Berichtswoche 200 Sack zu 27 6, li:ferbar Dezember- Ianuar, frei Station der Berlin-Anhalter Bahn verkauft, dagegen dieser Preis ab derselben Station für Februar-März-Lieferung ab- gelehnt. Im Laufe der Woche wurden uns dann weiter Verkäufe zu 26,50 6 ab Station in Niederschlesien (200 Sa), zu 27,90 frei Breslau”, lieferbar zu Februar-März (100 Sack), zu 27 4 (1000 Sack sofort lieferbar und 500 Sack lieferbar bis ult. Dezember) ab Station in Niederschlesien, zu 28 46 frei Station an der Berlin- Anhalter Bahn, lieferbar Dezember, und zu 28 4 netto Cassa frei Magdeburg, lieferbar November-Dezember (200 Sack), gemeldet, während wiederum andererscits Gebote von 27,590 \( frei Station in Niederschlesien nicht acceptirt wurden. Für feuchte Stärke waren die Preise in der Berichtswoche schwankendez bald boben sie sh, bald sanken sie wieder; im großen Ganzen erhielten sie fich auf der Höhe der in der vorigen Woche ge- meldeten. Verkauft wurden zu Änfang der Berichtswowe 200 Sack zu 13,75 und 13,20 4 ab Station in Hinterpommern = 14,79 und 14,84 A6 Parität Berlin, 200 Sack zu 14,75 # frei Station der Berlin-Anhalter Bahn, 309 Sack zu 13,70 4 netto Cassa ab Station der Berlin-Stettiner Bahn = 13,96 6 Parität Frankfurt a. O. und 19,91 M6 Parität Küstrin, 500 Sack zu 13,68 4 ab Station an der Niederschlesi\{-Märkischen Bahn, cbhenfalls 500 Sack zu 13,75 (6 frei Frankfurt a. O., lieferbar November-Dezember, und 3 Waggons zu 14,35 ab Station im Mecklenburgischen; späterhin 3 Waggons zu 13,80 M frei Station in der Uckermark = 14,30 6 Parität Berlin, 300 Sa zu 13,75 46 ab Station im Neg.-Bez. Frankfurt a. O., zwei Posten zu 13,40 (M ab Station in der Neumark = 14,30 4 Parität Berlin, 100 Sack zu 14,10 ( ab Station in Niederbarnim = 14,25 4 Varität Berlin, 200 Sack zu 14,19 4 ab Station in Niederschlesien, 113 Sack zu 1450 4 frei Bexclin ab Station in Vorpommern, 300 Sack zu 14 M frei Station in Neg.-Bez. Frankfurt a. O. == 14,37 M Parität Berlin, 5 Waggons zu 14,29 4 frei Station in der Neumark, 100 Sa zu 14 6 ab Station in Niederschlesien, 100 Sack zu 14,25 46 frei Fabrik zu Frankfurt a. O. und zum Schluß 200 Sa zu 14,30 4 frei Station in der Prignit. Da- gegen wurden Bebote von 12,80 6 ab Station in der Neumark = 13,55 ÁÆ Parität Berlin, fecner von 12,60 46 ab Siation in Hinterpommern und 1425 A ab Station in der Neumark Seitens der Produzenten abgelehnt.

In der Generalversammlung des Märkisch-Westfälischen Bergwerks-Verein3 wurden der Geschäftsbericht, die Bilanz und das Gewinn- und Verlustconto genebmigt, und die Dividende auf 12% festgeseßt. Ueber die Geschäftslage des lauferden Jahres wurden sebr erfreulich?2 Mittheilungen gemacht. Der Berein verfügt über cin Bankierguthaben von 690 000 4 und gedenkt per 2. Januar 1890 die gesammte Grundschuld von 600000 46 zu kündigen, eventuell bereits jeßt mit fleinem Agio die Grundshuldbriefe anzukaufen.

5, Kommandit-Gesellschaften auf Aktien u. Aktien-Gefelsch. 6. Berufs-Genossenschaften.

7. Wochen-Ausweise der deutschen Zettelbanken.

8. Verschiedene Bekanntmachungen.

[37307] ufgebot. Die Erben dcr zu Körnbah, Reg.-Bez. Kassel,

¿89 Untersuchungs - Sacheu.

[43134] Steckbrief.

Gegen den Weber Nlois Foseph, geboren am 14. September 1869 zu Wiesa in Ober-Sclesien, z3. 3. unbekannten Aufenthalts, welcher flüchtig ift, ist die Untersuchungshaft wegen vorsäßlicher Körper- verlezung mittels ciaes Messcrs in den Akten J. 2020/38 verhängt.

Es wird ersucht, derselben zu verhaften und in tas Gerihtégefängniß zu Potsdam abzuliefern.

Potsdam, den 15. November 18838.

Königliche Staatsanwaltschaft.

Beschreibung : Alter 19 Iabre, Größe mittel, Statur s{chlank, Haare roth, Nase und Mund ge- wöhnlich, ohne Bart, Kiun spiy, Gesicht oval, Sprache deuts. Besondere Kennzeichen: Scielt mit einem Auge.

[43131] Steckbriefs-Erledigung. :

Dec gegen den Hausdien?:r Gustav Wilhelm Julius Aleidt wegen Unterschlagung unter dem 4. Suli 1888 in den Akten V. R. 1. 307. 88 erlasscne Steckbrief wird zurückgenommen.

Verlin, Alt-Moabit Nr. 11/12 (NW.), ten 17. November 188. :

Der Untersuchungsrichter beim Königlichen Landgericht I. Fohl.

[43133]

„Der gegen den Cigarrenmacher, früßeren Buch- Händler Karl Albert Alexander Pahseckel wegen unbefugter Veranstaltung einer öffentlichen Lotterie in den Akten T. 11] e. 756/81 unter dem 24. No- vember 1881 erlassene Steckbrief wird zurück- genommen.

Verlin, den 13. November 1888,

Königliche Staatsanwaltschaft. I.

[43132] Steckbriefs-Erledigung.

Der unterm 14. April 1888 binter den Maschinen- bauer (auh Schlachtergesellen und Seemann) Gustav Robert Max Fingerhut, geb. 4. oder 5. März 1867 zu Magdeburg, erlassene Steckbrief (Stük Nr. 62 379 de 1888) ift erledigt.

Altona, den 19, November 1888,

Dor Erste Staatsanwalt.

[43163] Veschluf. ; Auf Antrag der Königlichen Staatsanwaltschaft wird gegen den Kellner Georg Franz Adalbert Rodd

in Hannover, jetzt unbekannt wo, welcher hinreichend verdächtig erscheint, als Wehrpflichtiger in der Ab- sit, sich dem Eintritt in den Dienst des stehenden Hecres oder der Flotte zu entziehen, ohne Erlaubniß das Bundesgebiet verlassen und nach erreichtem militärpflichtigen Alter sih außerhalb des Bundes- gebiets aufgehalten zu haven, Vergehen gegen §. 1401 dés St. 8, Bs.

das Hauptverfahren vor der Strafkanimer T. des Königlichen Landgerichts hierselbst eröffnet.

Das im Deutschen Reich befindliche Vermögen des Angeschuldigten wird in Gemäßheit des §. 326 der Si. P. O. mit Beschlaz belegt. —- II1. M. 117/88,

Hanugover, den 13. November 1888.

Königliches Laudgericht, Strafkammer 11a. gez. Meder. Lindenberg. Bro»mann. Die Richtigkeit der Abschrift beglcubigt :

(L S8) Mandel, : Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.

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2) ZwaugsvollstreŒungenu, Kufgebote, Borladungen u. dgl, [43172 -

Nach heute crlassenem, seinem ganzen Inhalte nah durch Anschlag an die Gerichtstafel bekannt gemahtem Proclam finden zur Zwangsversteigerung. des zum Nachlasse des Hauszimmergesellen Keller ge- hörigen, in der Blücherstraße hieselbst unter Nr. 1987 belegenen Hauses Termine: i L

1) zum Verkaufe nah zuvoriger endlidjer Regu-

lirung der Verkaufsbedingungen, sowie zur Anmeldung dingliher Rechte an das Grund- \tück und an die zur Immobiliarmasse des- selben gehörigen Gegenstände am Montag, den 4. Februar 1889, Vormittags 11è Uhr,

2) zum Ueberbot am Montag, den 25. Fe-

bruar 1889, Vormittags 115 Uhr, A Ne. 8 des hicsigen Amtsgerichtsgebäudes att. Auslage der Verkaufsbedingungen vom 19, Ja- nuar 1889 an auf der Gerichts\hreiberei.

Die Besichtigung des Hauses ist nah vorgängiger Anmeldung bei dem Sequester, Mandatar P. Schroe- der hieselbst, gestattet.

Wismar, den 17. November 1888. ; Großherzogl. Mecklenburg-Schwerin\hes Amtsgericht. Zur Beglaubigung:

Der Gerichtsschreiber E. Guth, Akt.-Geh.

durch Ansclag an dke Gerichtstafel und dur Ab- dvruck in den Mecklenburgischen Anzeigen bekannt gemachtem Proclam finden zur Zwangsversteigerung des auf den Namen des Fritz Asmus verlassenen Wohn- hauses Nr. 222 mit Zubehör zu Sülze Termine statt 1) zum Verkaufe na zuootriger endlicher Negu- lirung der Verkaufsbedingungen am Moutag, den 11. Februar 1889, Vormittags 11 Uÿr, 9) zum Ueberbot am Montag, den 4. März 1889, Vormittags 11 Uhr. Auslage der Verkaufsbedingungen vom 27, Januar 1889 an auf der Gerihts|chreiberei. Sülze, den 20, November 1888, Großherzouliches Amtsgericht.

[43209] i In Sachen der Ehefrau des Maurers Wiedenbein, Johanne, geb, Wöhler, bierselbst, Klägerin, gegn den Dachdecker Heinrih Luße hierselbst, Beklagten, wegen rückständiger Kosten, wird, nachdèm auf An- trag der Klägerin die Beschlagnahme des dem Ve- klagten gehörigen, sub No, ass. 630 in der Kreuz- breite hierselbst belegenen Wohnhauses nebst Zubehör zum Zwecke der Zwangsversteigerung dur Beschluß vom 8. November cr. verfügt, auch die Eintragung dieses Beschlusses im Grundbuche am 8. November cr. erfolgt i\t, Termin zur Zwangsversteigerung auf Freitag, den §8. März 1889, Morgens 11 Uhr, vor Herzoglichem Amtsgerichte Blanken- burg angeseßt, in welhem die Hypothekgläubiger die Hypothekenbriefe zu überreichen haben, Blaukeuburg, den 15. November 1888, Herzogliches Amtsgericht. Ribbentrop.

[35496] Aufgebot, ; j

Der Müller Eduard Reinhold Barth in Parchanie hat das Aufgebot des auf seinen Namen ausgestellten Sparkassenbuchs Nr. 3813 der Kreissparkasse zu Inowrazlaw, welches Ende 1887 auf den Betrag von 154 33 9 lautete, beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf den 11. Mai 1889, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Aufgebots- termin seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.

Jnowrazlaw, den 8. Oktober 1888,

Königliches Amtsgericht.

verstorbenen Elisabeth Trost, vertreten dur den Schmied Joseph Busold zu Oberufhausen, haben das Aufgebot des Quittungsbuches Litt. B, 7 Fol, 325 der städtishen Sparkasse zu Köln, ausgestellt auf den Namen „Troft, Elise, Köchin, Breitestraße 108“, und lautend zur Zeit des angeblichen Verlustes Oktober 1886 -— über einen Betrag von 1196,27 4, berechnet auf den 1. April 1882, beantragt. Der Inhaber des Sparkassenbuches wird aufgefordert, spätestens in dem avf Dienstag, den 21. Mai 1889, Vormirtags 11 Uhr, vor dem unter- zeichneten Gerichte, an ordentliher Gerichtsftelle, an- beraumten Aufgebotstermin seine Rechte anzumelden und das Sparkassenbuch vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung desselben erfolgen wird. Köln, den 15. Oktober 1888. Das Königliche Amtsgericht. Abth. XI.

[43173] Aufgebot.

Der Former Claus Scheer aus Rickert hat das Aufgebot folgender auf seinen Namen ausgestellten O der Spar- ‘und Leihkasse zu Büns- dorf:

1) Nr. 4227 vom 2. Januar 1883 über 100 A,

2) N-. 4430 vom 2. Januar 1884 über 100 A, beantragt. Die Inhaber der Urkunden werden auf- gefordert, spätestens in dem auf Dienstag, den 18. Juni 1889, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Aufgebots- termine ihre Rechte anzumelden und die Urkunden vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunden erfolgen wird.

Eckeruförde, den 16. November 1888, Königliches Amtsgericht. I. gez. Mommsen.

Veröffentlicht: Schröder, Erster Gerichts\creiber.

[43170] Aufgebot. :

Das Sparkassenbuch des Vorschußvereins zu Wansen eingetragene Genossenschaft über 198 95 e, ausgefertigt für die verehelihtie Caroline Gieshler zu Gusten ist angeblich verloren gegangen und soll auf Antrag der Cigenthümerin, nämli der verehelichten Caroline Gieshler im Beistande thres Ehemannes Gottlieb Gieschler zum Zwecke der neuen Ausfertigung amortisirt werden.

Es wird daher der Inhaber des Buches auf- gefordert, spätestens im Aufgebotstermine den 12. Juni 1889, Vorm. 11 Uhr, bei dem unter- zeichneten Gerichte feine Rechte anzumelden und dag