1909 / 66 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Versonalveränderungen.

Königlich Preußische Armee.

Offiziere, Fähnriche usw. Berlin, 13. März. Frhr. v. Dungern, Rittm. und persönliher Adjutant Seiner Kaiserl. und Königl. Hoheit des Kronprinzen, mit dem 15, März 1909 von dieser Stellung enthoben und in das 3. Gardeulan. R zurückverseßzt. y. Esbeck-Platen (Ernst Ulrich), Lt. im Leibgardehus. Regt., auf sein Gesuch zu den Res. Offizieren des Regts. übergeführt.

Die nachgenannten Abiturienten der Hauptkadettenanftalt in der Armee als Fähnriche angestellt : die Portepeeunteroffiztere: v. Haugwiß, im 1. Garderegt. z. F., v. Alt-Stutterheim, im Kaiser Alexander Gardegren. Regt. Nr. 1, v. Bonin, im Gardefüs. Negt., v. Frey- burg, im 4. Garderegt. z. F., v. Koerber, im Königin Augufta Gardegren. Regt. Nr. 4, Herwarth v. Bittenfeld, im Gardegren. Regt. Nr. 5, v. Kraewel, im Gren. Regt. König Friedrich Wilhelm 1V. (1. Pomm.) Nr. 2, Behrenz, im Gren. Regt. König S der Große (3. Ostipreuß.) Nr. 4, v. Nohr, im Gren. Negt.

rinz Carl von Preußen (2. Brandenburg.) Nr. 12, Barchewiß, im Inf. Regt. Herwarth von Bittenfeld (1. Weftfäl.) Nr. 13, Messershmidt gen. v. Arnim, im Inf. Reat. Prinz Friedrich der Niederlande (2, Westfäl.) Nr. 15, Shmock, im Inf. Regt. von Grolman (1. Posen.) Nr. 18, v. Brandis, im Inf. Regt. Groß- Detios Friedrih Franz 11. von Mecklenburg-Shwerin (4. Branden- urg.) Nr. 24, Swat, im Inf. Negt. Fürst Leopold von Anhalts Deffau (1. Magdeburg.) Nr. 26, Preuß, im Inf. Negt. Prinz Louis O von Preußen (2. Magdeburg.) Nr. 27, Kummetß, im

üs. Regt. Graf Roon (Ostpreuß.) Nr. 33, Naaß, im Füs. Negt. Königin Viktoria von Schweden (Pommerschen) Nr. 34, v. Wedel, im Inf. Negt. Prinz Moriy von Anhalt- Dessau (5. Pomm.) Nr. 42, Ritter, im Inf. Negt. Graf Kirhbach a Niederschles.) Nr. 46, Schindke, im 3. Niederschles. Inf. Regt.

r. 50, Stieler, im 3. Posen. Inf. Negt. Nr. 58, Hossen- felder, im Inf. Negt. Freiherr Hiller von Gaertringen (4. Posen.) Nr. 59, Dingeldey, im Inf. Negt. Markgraf Karl (7. Branden- burg.) Nr. 60, v. Sodenstern, im 3. Vbershles. Inf. Negt. Nr. 62, Bley, im 8. Rhein. Inf. Regt. Nr. 70, Zirzow, im S Spina, Inf. Meat. Nr. (2, v, Weybe, im Füs. Mear. General - Feldmarshall Prinz Albrecht von Preußen (Hannov.) L. 09, n n 1 Gannop. Ins Neat It (4, Gie m Inf, Neat. Bremen (4. Hanseat) Ny. (0, Maurhoff, v. Heppe, im 1. Kurhef. Inf. Negt. Nr. 81, v. der Lühe, im Großherzogl. Mecklenburg. Gren. Regt. Nr. 89, v. Frobel, im Oldenburg. Inf. Regt. Nr. 91, Quaring, im 2. Oberrhein. Inf. Regt. Nr. 99, Mackle, im 2. Bad. Gren. Negt. Kaiser Wilhelm I. Nr. 110, Weese, im 5, Bad. Inf. Regt. Nr. 113, Müller-Hempfing, im Inf. Negt. Kaiser Wilhelm (2. Groß- herzogl. Hef.) Nr. 116, Bruns, im 3. Westpreuß. Inf. Negt. Nr. 129 Hofmann, im 1. Unterelsäf. Inf. Neat. Nv. 132, Dornblüth, im Köntigs-Infanterteregiment (6. Lothringischen) Nr. 145, Wörmb cke, im 2. Masurishen Infanterieregimert Nr. 147, Walter, im 5. Westpr. Inf. Negt. Nr. 148, Noehl, im 8. Thüring. Inf. Regt. Nr. 153, Duvernoy, im d. Niederschles. Jnf. Regt. Nr. 154, Boie, im 5. Hannov. Inf. Regt. Nr. 165, Goerit, im 8. Bad. Inf. Regt. Nr. 169, Gudertan, im Großherzogl. Mecklen- burg. Jägerbat. Nr. 14, Herr, im Kür. Regt. Herzog Friedrih Eugen von Württemberg (Westpreuß.) Nr 5, Breyer, im Drag. Negt. König Albert von Sachsen (Östpreuß.) Nr. 10, v. Blumenthal, im Drag. Regt. von Arnim (2. Brandenburg.) Nr. 12, v. Müller, im Schleswig-Holstein. Ulan. Regt. Nr. 15, Grauert, im 1. Pomm. Feldart. Negt. Nr. 2, v. Heeringen, im Feldart. Regt. General-Feldzeug- meister (1. Brandenburg.) Nr. 3, Pflieger im Holstein. Feldart. Regt. Nr. 24, Elstermann v. Elster, im Lauenburg. #Feldart. Regt. Nr. 45, Luhmann, im Pusar.: Regt. von Hinderfin (Pomm.) Nr. 2, Böttcher, im Niederschle). Fußart. Regt. Nr. b, Trenk- mann, im 1. Westpreuß. Fußart. Regt. Nr. 11, Berlin, im Bad. Fußart. Regt. Nr. 14, Buzell o, im Pion. Bat. Fürst Radziwill (Ostpreuß.) Nr. 1, Ashenborn, im Eisenbahnregt. Nr. 1, Erx- leben, im Eisenbahnregt. Nr. 2, Burkhardt, im Telegraphenbat.

Nr. 4 Königlich Bayerische Armee.

München, 11. März. Im Namen Seiner Majestät des Königs. Seine Königliche Hoheit Prinz Luitpold, des Königreichs Bayern Verweser, haben Sich unterm 7. d. M. Allerhöchst bewogen gefunden, nahstehende Personalveränderungen Allergnädigft zu verfügen : im Beurlaubtenstande: den Hauptm. der Nes. Neid hardt des 4. Feld- art. Negts. König zum Major (40) zu befördern und dem Hauptm. Nôder von den Landw. Pion. 1. Aufgebots (Nürnberg) ein Patent seines Dienstgrades vom, 7. d. M. (41) zu verleihen; im Sanitätskorps: im aktiven Heere: dem Generalarzt z. D. Dr. Helferich den Rang als, Gen. Major zu verleihen; zu befördern: zum Oberstabsarzt (überzähl.) den Stabsarzt Dr. Lier ch, Bats. Arzt im 6. Inf. Regt. Kaiser Wilhelm, König von Preußen, zu Stabs- ärzten (überzähl.) die Oberärzte Dr. S hu ch des 1. Ulan. Regts. Kaiser Wilhelm I1., König von ago und Dr. Boy des2. Chev. Regts. Taxis, p Oberärzten (überzähl.) die Assist. Aerzte Kosenbach des Inf. eibregts,, Neumayer des 21. Inf. Regts., Dr. Haydn des 22. Fnf. Regts., Riegel des 2. Ulan. Regts. König, Dr. Fischer des 7. Chev. Negts. und Greiner des 5. ‘bel erg Negts. König Alfons XII1I1 von Spanien; im Beurlaubtenstande: zu befördern: zum Oberstabsarzt den Stabsarzt Dr. Sittmann der Landw. 1, Aufgebots (1 München), zu Stabsärzten die Oberärzte Dr. Ober- meier (I Mga Se A a T S LuO Dr. Wa ss\er- mann (I München), Dr. Sch elter (Nürnberg), Dr. Luß (Mindelheim), Dr. Wel cke, Dr. Schneider und Dr. Sr ätorins (1 München) und Dr. Wäldin (Ingolstadt) in der Res, Dr. Werkmeister (Rosenheim), Dr. Hor|ch (Mindelheim), Dr. Müller (Hof), Dr. Betz (1 München), Dr. Berger (Hof), Dr. Teufel und Dr. Knopf (1 München) in der Land. 1. Aufgebots; außerdem: den Professor an der Kriegsakademie mit dem Gehalt der außerordentlihen Hochschul- professoren Dr. Simon zum Professor mit dem Gehalt der ordent- lichen Hochschulprofefsoren vom 1. April d. J. an in etatsmäßiger Weise zu befördern.

Kaiserliche Marine.

Offiziere usw. 13. März. Befördert: v. Trotha (Adolf), Korv. Kapitän, Admiralstabsoffijier beim Stabe der Hochseeflotte, zum Freg. Kapitän, Schult (Wilhelm), Kapitänlt., Navigattonsoffizier S. M. Linienschiffes „Kaiser Barbarossa", zum Korv. Kapitän, Donner, Oberlt, zur See, Kommandant etnes Schultorpedobootes der IT, Torpedodiv , zum Kapitänlt,, Hartmann, Lt. zur See vom Stabe S. M. großen Kreuzers „Friedrich Carl“, Hersing, Lt. zur See von der 1. Torpedodiv., zugleich 1. Schulflottille, Koop- mann, Lt. zur See von der 11. Torpedodiv., zuglei I. Nef. Flottille, Monj6ó, Lt. zur See von der 11. Torpedodiv.,, zu- gleich 11. Schulflottille, zu Oberlts. zur See, Dr. Gersdorf, Martnestabsarzt vom Stabe S. M. Linienschiffes , Kaiser Karl der Große“, zum Marineoberstabsarzt, Dr. With, Marineassist. Arzt vom Stabe S. M. großen Kreuzers „Gneisenau“, Dr. Kyritz, Marinea\sist. Ar¡t vom Stabe S. M. Lintenschiffes „Braunschweig“, zu Marineoberassist. Aerzten. :

Wallmann, Konteradmiral, zur Verfügung des Chefs der Marinestation der Ostsee, Goebel, Kapitänlt. von der 1. Martine- insp., unter Ernennung zum Direktor der Marinetelegraphenshule, auf ihre Gesuche mit der geseßlihen Pension zur Disp. gestellt.

Der Abschied bewilligt: Schmid (Friedrich), Kapitänlt. von der 1. Marineinsp., unter Verleihung des Charakters als Korv. Kapitän, Czeh, Korv Kapitän z. D., zugeteilt dem Kommando der Marinestation der Nordsee, Knieper, Marineinz. von der 1. Werft- div., mit der geseßlihen Pension, der Autsiht auf Anstellung im

ivildienst und der Erlaubnis zum Tragen der bisherigen Uniform,

r. Runkwit, Marinegen. Arzt und Flottenar;t der Hochseeflotte, |

mit der geseßlihen Pension und der Erlaubnis zum Tracen der bis-

erigen Uniform, Schwarßh (Nudolf), Oberlt. zur See von der j i l herig d 8 E i nehme, in kleinere Ortschaften Garnisonen zu verlegen, ih möchte

11, Marineinsp.

Kaiserliche Shußtruppen. Schutßtruppe für Südwestafrika.

Verf ügung des Reichskolonialamts (Kommando der Schutßtruppen). 18. Februar. Teshner, Unterzahlmstr., mit einem Dienstalter vom 29. Juli 1907 zum Kaserneninsp. ernannt.

26. Februar. Bailleul, Oberintend. Sekretär, am 31. Ja- nuar 1909 behufs Wiederanstelung im Bereiche der Königl. preuß. Heeresverwaltung (bei der Intend. des Gard:korps), aus der Schußz- truppe ausgeschieden.

Deutscher Reichstag. 996. Sizung vom 17. März 1909, Nachmitiags 2 Uhr. (Bericht von Wolffs Tel-egraphi])hem Bureau.)

Das Haus seßt die Spezialberatung des Etats für die Verwaltung des Reichsheeres fort im preußischen Militärkontingent bei dem ersten Titel des Ordinariums der Ausgaben „Kriegsminister 50 000 4“.

Hierzu sind zwei Resolutionen eingebraht: 1) vom Zentrum wegen Abänderung der Wehrordnung von 1888 in der Weise, daß die Kontrollversammungen der Personen des Beurlaubtenstandes alljährlich nur einmal stattfinden; 2) von der linksliberalen Fraktionsgemeinshaft (Dr. Ablaß und Genossen): „den Herrn Reichskanzler wiederholt zu ersuhen, nah den Beschlüssen des Reichstags vom 21. März 1905, vom 31. März 1906, vom 265. April 1907 und vom 5. Februar 1908 die Reform des gesamten Militär- strafrehts, des Beshwerderehts und des ehrengerihtlihen Ver- fahrens gegen Offiziere in die Wege zu leiten“.

Abg. von Byern (d. kons.): Zu meinem Bedauern muß ih hervor- heben, daß die Worte, die gestern der Abg. Häutler gesprochen hat, niht in diesen vier Wänden verhallen, sondern wie alles, was hier

esprochen wird, im Inlande und Auslande eifrig verfolgt werden. Nach den Aeußerungen des Abg. Häusler könnte es scheinen, als ob in der deutsch:n Armee nicht alles in Ordnung wäre, als ob bloß Parademarsch geübt würde. Ih kann sagen, das Aus- land beneidet uns um eine Armee, wie wir sie besitzen, shlag- fertig zu jeder Zeit. Dem Abg. Häusler schien es, als ob die Haupt- dienstaufgabe darin bestände, Griffe und Parademarsch zu üben. Wodurch haben wir denn unsere Disziplin erce.cht ? Mit durch den Drill und den Parademarsh. Es ist gerügt worden, daß die Kasinos nicht mehr die einfahen Stätten für die Erholung der Offiziere seien wie früher. Gewiß find sie besser ausgestattet als früher; aber ist nicht überall auch in ten zivilen Verhältnissen der Luxus gestiegen ? Man hat sie etwas wohnliher und behagliher eingerichtet. Wenn bei den Liebesmahlen und überhaupt nicht mehr so viel getrunken wird wie früher, jo möchte ih fast sagen : leider! Früher liebte man einen frischen, fröhlihen Trunk, jeyt trinkt man womözlich Limonade und Apfelwein. Auch dem Kollegen Häusler wird bekannt sein, daß. von obz:n auf Einschränkung der Geschenke beim Abschied von Vorgesetzten usw. gewirkt wird, und daß die Truppen diefer Ein- wirkung gern folgen. Die Kavallerie hat ihre Unentbehrlichkeit und ihre auss{hlaggebende Bedeutung am 16. August 1870 zur Ge- nüge bewiesen ; heute ist jedenfalls niht der geeignete Zeitpunkt, eine NBerminderung der Dienstzeit für die Kavallerie zu befürworten. Der Kavallerist muß ebenso gut wie der Infanterist niht nur mit dem Pferde, sondern auch mit der Feuerwaffe ausgebildet werden; die Kavallerie muß mit der Infanterie konkurrieren können. Der Ka- vallerist muß lernen, Ortschaften zu befestigen, die nzhher von der Infanterie verteidigt werden müssen. Er muß lernen, Karten zu lesen; er muß auch Verständnis haben für die Gefehtsmethoden anderer Waffen. Wir sind froh, wenn der Rekrut am Ende des ersten Fahres mit seinem Pferde umzugehen gelernt bat. Jede Kavallerietruppe muß im Jahre mindestens ein- bis zwetmal Shwimmübungen abhalten. Bei der Ausbildung des Pferdes kann man nit bloß mit geschickten Mannschaften, sondern man muß mit der großen Masse rechnen; erst im zweiten Dienstjahre kann man den Rekruten zeigen, wie cin Pferd zugeritten werden muß. Aus allen diesen Gründen ergibt sich die ab- folute Unmöglichkeit, die Dienstzeit der Kavallerie von 3 auf 2 Jahre zu vermindern. Auch Frankreih hat sih gehütet, das zu tun. Der Militäretat ist für 1909 um ca. 30 Millionen niedriger veranschlagt

als sein Vorgänger; auch der Neichéschaßsekretär hat das lebhaft an- |

erkannt. Troßdem hat sih die Budgetkommission bemüht, noch weitere Ersparnisse zu machen. Jh kann diese nicht anerkennen. So sollen am Aggregiertenfonds von 400 000 4 100 000 Mark abgeseßt werden; wir beantragen die unverkü: zte Bewilligung. Weiter soll vom 1. Oltober das reitende Feldjägerkorps ein- gehen. Ich bedauere das außerozdentlih, weil dabet das Reich

auf keinen Fall eine Ersparnis mahen wird; wir werden au hier |

den Antrag auf Wiederherstellung einbringen. Beseitigen wir dieses Korps, so müssen wir doch Ersay haben für die Wahrnehmung der

von den reitenden Feldjägern bisher besorgten Funktionen, und ob uns | Ich môchte auch dringend |

das billiger wird, ist doch schr zweifelhaft. bitten, von einem Abstrih an den Militärmusikern Abstand zu nehmen. Ich bin auch für Ersparnisse, aber wenn auch hier nicht

der Play is, patriotische Reden zu halten, so muß ich doch auf |

unsere Kriegsgeschihte verweisen. Wie steht es im Kriege? Man hat vorgeschlagen, sogar die Trommler fallen zu lassen. Auch der Trommler macht seine Musik, und ¡war am rechten Octe; er geht voran beim Sturm auf die feindlichen Höhen: er hat seinen Teil an dem Dankgebet, welches die Truppen nah gewonnener Schlaht zum Himmel ershallen lassen. Wer in seinem Leben noch nicht gebetet hat, tut es in einem solchen Moment. Das Zenirum möchte ich bitten, dafür einzutreten, daß an Schla@t- tagen der religidßse Sinn des Soldaten durch Mußk gehoben wird, wie durch die Orgel in der Kirche. Stellenzulagen will der Kctegsminister im nächster Jahre vornehmen wir wollen das Weitere abwarten. Mit der Einrichtung der Bekleidung8ämter sind wir sehr zufrieden, sie haben sch bewährt, und wir wnen ¡2 aufrecht zu erbalten. Die Uniformen werden viel billiger hergestellt als die für die Pt. In Königsberg soll in diesem Fahre ein neues Bekleidungsamt errichtet werden; wir begrüßen dies. Die Militärgefängnisse könnten zusammengelegt und dadur gespart werden; hier sollte nur das ablo!ut Notwendige aufgewendet werden. Nationen sollten nur die Pferde in der betreffenden Zahl halten. Kürzt man aber die Rationen, fo muß man den Offizi. ren au Pferdegelder geben. Dte Hauptleute bei den Unteroffiziervorshulen bekommen überhaupt ketne Nationen; auch sie verdienen eine. Da3 Futtern mit Kartoffeln ift wohl bei Arbeitspferden aagebraht, aber nicht bei Reitpfecden ; das Neitpferd würde sich \chwer taran gewöhnen; ih möhte also dringend davor warnen, diese Versuche anzustellen, Die Kantinen sollte man nicht zu einem zu hohen Preise verpachten, und nur an Männer, die eine gute Vergangenheit haben. Ist die Pt nicht zu hoch, so wird der Wirt auch billiger liefern können, die Uebershüfse aber sollten der Truppe verbletben. Die Budgetkommission hat große Abstrihe gemaht, zum Teil waren fie berechtigt, z. B. beim Hetlzungsmaterial. Entschieden möchten wir uns dagegen verwahren, daß man den Büchsentnatern eine p:tvate Tätigkeit verbieten will. Wollte man die Privattätigkeit den Büchsenmachern verbieten, dann müßte man auch den Militärärzten, Veterinärärzten usw. etne solche Tätigkeit verbieten. Mancher Büchsenmacher hat {hon eine sehr \{öne Erfindung gemacht, das Verbot der Privattätigkeit würde dies unterbinden. Wir begrüßzn es, daß die Verwaltung für die erkrankten Offiziere eintritt durch die Schaffung etnes Erholungsheims. Ein Antrag des Kriegsministertums, die Unteroffiziervorshule von Biebrich nach Weßtlar zu verlegen, ift leider abgelehnt worden. Wir werdeü die Wiederherstellung der Position beantragen, Wir möchten unsere Bitte wiederholen,

überall als berechtigt |

| Welt liegen

Die Regelung der Frage der |

daß der Kriegsminister mehr darauf Bedacht | instruktionsstuide gehalten.

für meine Kreisstadt insbesondere hier ein Wort einlegen, Die Kontrollpläß? sollten im Interesse der Landbevölke- rung niht zu weit vom Wohnorte gelegt werden. Die Militär- gerihtsbarkeit nux für die Dauer der Kontrollversammlung best:hen zu lassen, möchte ich im Juteresse der Mannschaften nit befürworten. Erfreulicherweise hat der Kriegsminister unterm 25. Juli vorigen Jahres verfügt, daß möglichs Innungen zu Lieferungen an die Militäcverwaltung zuzulassen sind. Wir erkennen dies sehr an und freuen uns, daß durch Vermittlung der Handwerkskammer in Koblenz den dortigen Schneidermeistern eine große Lieferung von Waffenröcken übertragen worden ist. Auh die Schneiderinnung in Liegni ist mit fsolhen Lieferungen bedaht worden. Auch anderen JInnungen sind Aufträge zu teil geworden. Leider sind nicht alle Be- fleidungsämtec dem Wunsche des Kriegsministers nahgekommen. Die Schneidergenossenshaft in Stettin hatte im vorigen Jahre einen Aufs trag erhalten. Als es sich aber um eine Neuvergebung handelte, erhielt die Innung ablehnenden Bescheid, da sämtlihe An- fertigungen Strafanstalten übergeben seien. Das ist dohch nicht zu billigen. Es ist der Wunsh geäußert worden, daß verab- \hiedete Offiziere Beamtenstellen erhalten. Der Kriegsminister ist bemüht, diesem Wunsche zu entsprehen. Verabschiedete Offiziere könnten u. a. verwendet werden als Turnlehrer bei staat- lihen Anstalten, als Revisoren bei Alter3- und Invalidenversicherungss anstalten, bei Militärgefängnissen, Artillertedepots, Proviantämtern, Konstruktionsburceaus, bei noch mehr Postämtern, beim Zoll- und Steuerfach, bei der Eisenbahn, als Lotterieeinnehmer. Vor der Be- seßung der dritten Leutnants\telle durch Feldwebelleutnants möchte i warnen. Diese Feldwebelleutn2znts würden sih au in solchen Stellen niht wohlfühlen. Schließlih muß auch ein solher Leutnant pensioniert werden, und dann ift er zu alt, um eine andere Stellung zu bekommen. Leider ist das Projekt, am 1. Apuil das Veterinäroffizierkorps3 auszudehnen, an dec Finanzverwaltung gescheitert. Hoffentlich tritt die Maßregel am 1. April 1910 in Kraft. Die jungen Leutnants sind mitunter in einer Weise angezogen, die auch ein konservativer Mann tadeln muß. Die Offiziere mah n die Mode der Ziviljugend mit, fie tragen zwishen Mund und Nase etwas, wovon man nicht weiß, ist es etn Bart oder eine abgebrohene Zahnbüste. Man sieht Kragen bis ans Kinn, man sieht vershiedenes Tuch bei demselben Regiment und vershiedene Säbel usw. Im übrigen können wir stolz auf unsere Armee sein. Die Vorgeseßten müssen sh aber immer stets vor Augen halten, daß der Soldat nicht Dienst tun foll, weil er muß, sondern weil er es gern tut. Der politish: Horizont hat ih vecfinstert, die politish? Lage zwingt uns, unser Heer schlagfertig zu erhalten. Ich schließe mit den Worten eines militärishen Schrift- stellers, dessen Ansichtea ih sonst nicht teile: Die Furcht vor unserer starken Waffe ist mir die beste Versicherung für den Frieden.

Abg. Dr. Müller- Meiningen (fr. Volkep.): Die Ausführungen des Vorredners waren mir in einem Punkte sehr interessant. Ih erinnere mich noch fehr gut etner fiüheren Erörterung beim Militäretat, wo seitens der Linken ähnlihe Kritik, aber in viel weniger drastischer Weise, als es heute mit der abgebrochenen Zahnbürste der Fall war, geübt wurde, und wo darauf ein Entirüstungssturm seitens der Rechten antwortete. Es freut mich, daß das heute anders war; das ist unzweifelhaft der veredelnde Einfluß des Blockes; Sie haben noch viele Gelegenheit, derartige Veredelungen an sich vorzunehmen. Der Abg. Häusler hat gestern sämtlihen Mehrheitsparteien den Vorwurf gemacht, daß sie die Sparfamkeitsbestrebungen des Zentrums nicht unterstüßt hätten. Für uns lehne ich diesen Vor- wurf als unberehtigt ab. Zahlreiche Abstriche sind auf unseren Antrag erfolgt, oder entsprehende Resolutionen entstammen unserer Initiative. In andez:en Punkten hat uns das Zentrum im Stiche gelassen. Wenn der bg. von Liebert aber glaubt, dem Kriegsminister dafür danken zu müssen, daß er nicht die Nuße und den Gleihmut verloren habe gegenüber diesen Abstrichen, so {eint dieser Dank etwas überflüssig. Wa um sind die Herren um ben Aba. von Liebert fo zarifühlend in dieser Richtung? Gegenüber dem Kollegen des Kriegsministers vom Kolonialamt waren fle nicht so übermäßig zuvorkommend; dessen Ruhe und Gleihmut haben fe auf die Folter gespannt. Es würde um die Feldherrneigenshaften des Krciegsministers sehr \{lecht stehezn, wenn die verhältnismäßig kleinen Abstrihe ihm bereits die Nachtruhe rauben würden. Jch glaube, daß ter Abg. von Byern etwas zu ängstlich für den Kriegsminister war. Alle Par- teien des Hauses waren von dem festen Willen beseelt, möglichst große Abstrihe zu machen ; aber es läßt fich niht leugnen, die Schwterig- keit liegt in der Materie selbst, die dem Laten sehr wenig Einblick gewährt. Ausgerechnet gerade immer die Stelle, die abgestrihen werden soll, gefährdet nah der Erklärung der Kriegsverwaltung die Wehrhaftigkeit des Deutschen Reiches. Keine bürgerlihe Partei will die Wehrkraft des Neiches schädigen. Meine politischen Freunde würden das mit dem allershärfsten Protest zurückweisen, aber es läßt sh doch nicht leugnen, und der Eindruck bleibt au heute bei der großen Mehrheit des Hauses, daß der gute Wille nicht beim Kriegsminister, sondern bei den anderen Instanzen, die hier in leßter Linie in Frage kommen, fehlt, der absolut notwendig ist, wenn

| wirklih eine derartige Sparsamkeitsaktion zu einem Erfolge führen

soll. Die Militärverwaltung sollte in d'eser Beziehung etwas mehr auf die Stimmung im Lande geben wie bisher. Ohne diesen guten Willen werden wir uns ganz umsonst mit der so- genannten Finanzreform herumquälen, Wenn von der Militärver- waltung für die nächsten Jahre nicht mehr Entgegenkommen ge- zeigt wird, werden wir in wenigen Jahren, auch wenn die Finanz- réform zu ftande kommen sollte, genau dasselbe Finanzelend haben. Wesentliche Erfolge werden wir nur durch große organisatorische Aenderungen erreihen können. Solche Aenderungen halten wir für nôtig im Pensionierungssystem, in der Gewährung weitgehenden Dis- position8urlaubs an alle Waffengattungen und in erster Linie in der Herabsetzung der Friedenspräsenzstärke nah Ablauf des Quinquennats. Allerdings wird es sich fragen, wie die Verhältnisse in der ganzen Aber ohne solche großen organisatorishen Maßnahmen lassen wir bei der ganzen Finanzopzration ledizlich Wasser i1 ein Faß ohne Boden. Ich beklage, daß bei einzelnen Posten der Wille zum Sparen bei der Militärverwaltung nit gezeigt ist. Ich will auf die Frag? der Adjutanten niht eingehen, da sie auf Konventtonen beruht. Aber die Kommandanturen sind vielfah Sinekuren, so vor allen die in Breslau, Swinemünde und Glogau, Hinsichtlich der Pensionierungen hat Eugen Richter schon vor Jahrzehnten auf die Unhaltbarkeit dieser Zustände hingewtesen.

| Die Gehaltsverhältnisse bemüht man sich überall möglichst über- u | ichtlih zu geftalten. VDifiziere bekommen, die die |

Im Militäretat aber machen die Dienstzulagen den größeren Teil der Gehaltsbezüge aus. Es muß Klarheit in den Etat kommen und vor allem dieses Dienstzulagewesen aufhö:en. Wer hat denn sonst sole Zuschüsse in der Staatsverwaltung? Wir erwarten, daß man nicht etwa versucht, bei der bevorstehenden Gehaltsregelung neue Privilegien, die dem System der Sparsamkeit zuwider sind, einzuführen. Jn einer Reihe von Fragen \imme ich mit dem Kollegen Häusler überein, vor allem bezügli der Unübersichtlihkeit des Mèilitäretats. Es fi1den fich eine Menge von unklaren Sammel- und Dispositionzfonds, besonders die Personal- und Realexigenz ist vollkommen verwisht. Der Mangel an Aerzten wird auch von uns sehr bedauert. Aber der Grund dafür, daß wir im Neservestand viel zu wenig Aerzte haben, liegt in fkleinliher konfessioneller Engherzigkeit. Es ist bekannt, daß die jüdischen Aerzte noch fehr zurückgesetzt werden. Solche Kurzsihtigkeit wird ch im Falle eines Krieges rächen- Die Militärrichter beschweren sih darüber, daß über ihre juristische Qualifikation Offiztere zu befinden haben, denen die Urteils\ähigkeit darüber fehlt. Die Wünsche der Veterinärbeamnten können wir vollkommen unterstüzen. Wir haben deren Interessen stets auf daë allerwärmste vertreten, Sie klagen vor allem über ein schlechtes Ayancement. Mit 35 Jahren haben sie erst ein Einkommen von faum 2100 46. Wic sind diesem ebenso wichtigen wie tüchtigen Stande eine weitgehende Berücksichtigung seiner Wünsche \{uldig. Der Abg. von Byera hat uns eine Kavallerierekruten- Wir sind ihm dafür dankbar ; aber troßÿ- dem wünschen wir eine Beschränkung der Dienstzeit der Kavallerie

Sund

N Quelle der b M wieder beklagen müssen. M Nesolution an. 1 | n aht die erdrückende Mehrheit des Neich9tages. E Nechten sind die einzigen, die gegen eine derartige Anregung im E Gegensatz zu den Schlußausführungen des Vorredners gestimmt haben. S F83 wâre an der Zeit, 9h T Militärverwaltung Gehör S fommen. E mißhandlungsprozt ffen gehabt. J E Biermann-Holzapfel und Genossen. S nit eingehen. Penn l burg: Es sind Einzelfälle. Tun wir es nicht, so sagt er, wir N müßten wohl gar kein Material haben. Y Zeitungen liest, weide ih heu'e auf Einzelheiten verzichten. Ï genannte Aufruhrprozeß in Darmstadt zeigte wieder, daß die Vor- : schriften unseres Militärstrafg-seßbuchs, vor allem die ungeheueren Ï Strafminima unter keinen Umständen aufrecht zu erhalten sind. Es Ÿ wurde hinterher auf so viel Monate erkannt, wie vorher auf Jahre. Ï Die Gerichte müssen künstliche juristishe Konstraktionen machen, um Ï iber die hohen Strafminima hinwegzukommen.

| juschaffen, erhielt zwet Monate Gefängnis. Ja F Falle, in einem sächsishen Regiment, erhtelt ein Unteroffizier, weil

Y rage, 2 Mea wurde weg?n A§tungs9verleßung zu zehn # Arrest verurteilt. Mittelarrest. E versammlyngen, sind wtr bereit anzunehmen. Es scheint uns wichtiger, E daß bei den Kontrollversammlungen mit mö.lichster Nücksicht gegen D die Reservisten vorgegangen wird. N Judikatur von enigen Gerichten beseitigt ift, die entschieden haben, daß E die Reservisten nur während der Kontcollversammlurg selbst der E Militärgerihtsbarkeit untersiehen. M Häusler über N sympathisch. Das vorxzüglihste Mittel gegen die Militärmißhand- Y lungen ist und bleibt die Bekämpfung der körperlihen Shwerfällig- Y keit durch einen frübzeitigen, syst-matishen Turnunterriht, durh Spiel Y und Sport. } Volksspiele mit großer Energie durchgeführt hat, verdienen die kräftigste | Unterstüßung der j Armee ist i ständigen, vor allen Dingen deutsher Turnlehrer. F in der Ï Turnen. E Da3 Turnen în der } Teil als V läßlih ihres leßten Turnfestes eine gcknz absonderlihe Behandlung und Mißzchtung durchzumachen.

Artillerie. Auch sehr viele bayerische Sachverständige ih sage das besonders unserem bayzerishen Militärbevollmächtigten {ind

e Meinung, daß eine weitere Herabsezuna der Dienstzeit sehr leicht glich ist. (Zuruf des bayerischen Bundesratsbevollmächtigten

“p Gebsattel.) Ja, Herr Geaeral, das möchte Ihnen passen,

ß ih JFhnen meinen militärishen Sachverständigen gewissermaßen lauslieferte. Ich glaube nicht, daß Sie g hässig sein werden, aber twas Vorsicht in dieser Beziehung ist für uns sehr notwendig. Pcivatim bin ih sehr gern bereit, wenn ich weiß, daß die Be- treffenden unter keinen Umständen irgend welhe Unannehmlichkeiten aben, Ihnen die Namen vielleiht mitzuteilen. Die Herabseßung { allerdings nur bet einer entsprehenden Vereinfahung des Dienstes dalih. Ich lege hier den Leitfaden für den deutshen Kavalleristen, jet herausgegeben vom General von Pelet-Narbonne, auf den Tisch des Hauses nieder, damit Sie schen, was vom Koaypalleristen alles verlangt wird. Gr muß wirklich ein halber Militärprofessor sein. Hier könnte sehr viel überflüssiges Zeug weggelassen werden. Der Drill hindert die Hebung der Individualität. Er ist und bleibt die schlechtien Behandlung der Soldaten, die wir immer | Die Frage der Mißhandlungen regt unsere Wir bringen sie zum fünften Male ein. Hinter ihr Die Herren auf der

unsere Anregung endlich auch bei der ände. Wir werden immer wieder damit Wir haben auch jeßt woicder eine Reihe von Militär- Ich erinnere nur an den Prozeß | Ich will auf Einzelheiten Wenn wir das tun, sagt ter Abg. von Olden-

Da ih annehme, daß er Der so-

| Troß des Abg. yo1 Oldenburg will ich einige Beispiele anfühcen. Ein Mann, der sich weigerte, den Pferdemist aus dem Stall mit dec Hand weg- einem andzren

er Soldaten gestoßen, an die Wand geworfen und mit dem Schaufelstiel ins Genick geschlagen hatte, sechs Wochen Mittel- arrest; ein Mißhandelter aber, der dem Unterosfizier auf seine ob er verrückt sel, erwidert hatte: Nein, aber vielleicht l Tagen strengem Das ift mindestens ebenso viel wie 6 Wochen Die Zentrumsrefolution, betreffend die Kontroll-

Ich begrüße, daß die drakonische

i ] Der Gcundgedanke, den der Abg. die JIugenderziehung entwickelt hat, ist uns sehr

Die Bestrebungen, die der Zentralaus\{huß für deutsche

Militärverwaltung. Die

) L Turnerei in unserer fümmerlih. Dies

ist die Auffassung von Sachver- 1 Die Gymnastik _wahrer Hohn auf das deutsche und Spröngkasten sind Marterinstrumente. Armee gilt gewissen Offizierskreisen zum zu demokratisch. Die deutsche Turnerschaft hatte an-

eme it. en Querbaum

Ich möchte ersuchen, gerade die Be- strebungen der deutshen Turnershaft zu unterstüßen. Jeder Soldat muß ein Turner, j-der Offizier ein guter Turaer sei-. In den legten Monaten ist von den konstitationellen Verhältnissen unter dem Zwange der Verhältaisse mehr als früher. die Rede gewesen. Gerade auf dem Gebiete, wo diese Kontrolle am allernotwendigsten wäre, hat uns aber das Zentrum im Stiche gelassen. Als ich im vorigen Jahre gegen das Militärkabinett gesprohen hatte, war es gerade der Abg. Erzberger, der etnen fehr merkwürdigen Vorstoß gegen uns und für die Kommandogewalt machte. Gerade die Feier des hundertjährigen Bestehens d?2s preußish.n Kriegsministeriums müßte uns zu einer Betrachtung seiner etwas eigentümlihen Stellung zwingen. Der Militäretat ist ein Neichsetat:; der Kriegsminister aber ist ein preußisher Minister. Daraus ergeben sich {hon gainz sonder- bare Konsequenzen ; die Ministerverantworilihkeit wird auf ein ganz kleines Gebiet beschränkt, îm übrigen tis der Kriegsminister nur ein ausführendes Organ der Generaladjutanten, des Chefs des General- stabes und des Chefs des Militärkabinetts. Die kommandierenden Generale haben au keine Befehle oder Anordnungen vom Kriegsminister entgegenzunehmen ; er kann nur Nachfcagen an sierichten; find die Generale mit dem Militärkabinett eintg, dann ist der Widerspruch des Kriegs3- ministers überhaupt lahm gelezt. Der Abg. von Oldenburg meinte voriges Jahr, ih sollte mih nohmals informieren, dann würde ih beruhigt sein. Ih habe mich informiert, und zwar in einem Kommentar, den tch auch dem Abg. von Oldenburg empfehle. Danach hat diese Institution genau die Zuständigkeit, die ih voriges Jahr hier behauptet habe. Nachdem voriges Jahr der Kriegsminister eine amtliche Auskunft ber die Zuständigkeit verweigert hat, frage ih, ob diese Angaben rihtig sind und, wenn ja, ob es überhaupt noch eine Zuständigkeit gibt, welche das Militärkabinett nicht besitzt. Kommen Ungeheuerlich- keiten vor, wle in dem neulichen Bismarck-Pcozesse, wie die direkte Anstiftung zu Brüsewit!aden, so geht das auf das Militär- fabinett zurück. Dazu kommt die Bevorzuzung einzelner Stände in der Armee. Jh erinnere an den Fall Gaedke. Man unterscheidet in der Armee, und ih berufe mich dabei auf aktive Offiztere, niht bloß bürgerlihe und adelize Waffen, sondern auch bürgeclihße und adelige Negimenter, Hofregimenter und gewöhnliche R-gimenter. Innerhalb der Garde werden 4, tnner- halb der anderen Trupp:n noch 3 Stufen untersheden, im ganzen also 7. Von der Kciegzaklademie geht die Berufung und Verseßung zu dem Generalstabe aus; da zeigt fih der große Vorsprung, den der Adel gegenüber den Bürgerlichen erbält. Dazu kommt die Klage, d:ß die Adligen die allerbesten Abteilungen im Generalstab beseßen, die Militärattachéstellen werden sämtlich von adligen Offizieren beseßt, ebenso de Armeeia\pektoren, desgleichen die Ausbildungs- abteilung. Dagegen siad wenig?r gesuhte Posten mit Bürgerlichen besezt. Sind diese etwa zu unfähig, um jene besseren Stellen zu be- seßen? Damit komme ih zu dem Abz. Liebert. (Zuruf links: von Liebert!) Er sagte, das Offizierkorps sei aus einem Guß, gleib.tüchtig. Wir verkennen keineswegs die Tüchtigkeit des deutihen Offiziers. Jedes Regiment und jeder Offizier würde, wenn der Kriegsherr ruft, vollkommen seine Schuldigkeit tun. Aber wir verlangea, daß alle Offiziere gleich gestellt, gleich behandelt werden. Wer die Homogenität im Offizierkorps ausshaltet und einen gewissen Kastengeist in die deutshe Armee einführt, der versündigt fich an der deutshen Armee. So denken Tausende von deutschen Offizieren. Auch der versünd!gt sich an der deutsch-n Armee, der die Willkür an die Stelle des Rechts sezen will. Dies gilt namentlih von den Pensionierungen. Man - ift erstaunt, welhe Quisquilien persönliher Art oft ei der Verabschiedung der Offiziere eine Rolle spielen. Manch:r Offizier weiß überhaupt nicht,

blauen Brief erhält. Deshalb halten wir die Bekanntgabe der Qualifikation des Offiziers für durhaus notwead!g. Der Abg. von Olden- burg sagte, das Verhältnis des deutshen Offizi:18 zu dem obersten Kriegsherrn sei ein persönlihes. Gewiß, aber in einem bloßen persön-

| was geht denn vor der Schlacht vor :

wedhalb er den |

lihen Dienslverhältnis zu dem Kaiser steht auch der Offizier nicht, er ist auch Staatöbeamter, und auch für ihn müssen die staats- rehtlihen Eeseye gelten. Ist dies nicht der Fall, so steht er noch unter der Stufe des bldesten Lakaien. Die Fälle Friederici und Bismark machen auch eise Aenderung des ebrengerichtlihen Verfahrens zu einer dringenden Notwendigkeit. Ursprü-glich war der König nur der Vosllstreckder oft geringer ehren- gerihtliher Strafen. Heute sind die ehrengerihtlihen Ucteile eigentli keine Urteile mehr, sondern nur sahverständige Sutaten, an die sich die höheren Stellen nicht halten. Das militär- gerichtlihe Verfahren ist zu einer Willkür ausgeartet, nicht nur gegen den aktiven, sondern auch gegen den verabschiedeten Offizier. Der Reserveoffizier ist den Ehreng:rihten auch in politisher Be- ziehung auf Gaade und Ungnade ausgeliefert. Das Militärkabinett übt hier eine oberste gerihtlihe Entsheidung8gewalt aus, die zu einer Vernichtung der ehrengerihtlichen Selbständigkeit führen muß. Die Offiziere sind doch auch Staatsbürger und haben einen Anspruch auf staatsbürgerlihen Schuß. Der Mangel an diesem Shußz erklärt auch den Mangel an Offizieren. Soll der Offizier im richtigen Sinne des Wortes Volkserzieher werden, so muß er auch mit dem nötigen Rechts\{huß umkleidet werden. Eine kritiklose Verbeugung vor der Macht und etne Beweihräucherung alles Militärish»n kann dem wahren militärishen Geiste niht fördezlih sein. Die ver- fassungsmäßigen Rechte der Krone wollen wir keineswegs antaften, aber wir jagen, möge bald der Kriegsminister kommen, der dieser Kabinettsmißwirtschaft ein Ende macht.

Preußischer von Einem:

Meine Herren! Von einigen Rednern find außerordentli wichtige Budgetfragen berührt worden, die mit dem Leben der Armee nicht allein zusammenhängen, sondern es gewissermaßen bedinge:. Ich werde auf alle biese Punkte im Laufe meiner Nede eingehen; ih möchte vorweg aber einige Bemerkungen machen über Dinge minder- wichtiger Natur.

Der Herr Abg. Dr. Müller-Meinin zen hat an die Spitze seiner Betrachtungen dea Say hingestellt, daß seine Fraktion unter allen Umständen für die Schlagfertigkeit und die dauernde Kriegsbereitschaft des Heeres eintreten würde. Das war mir eine hst angenehme Mitteilung. Aber unmittelbar darauf hat er desaat, «œ ervatte, Da n Must lurzer Full, also nach Ablauf des Quinquennats, eine erhebliche Verminderung der Friedenspräseazstärke (hört, hört! rechts) und daneben noch eine ausgiebige Dispositionsbeurlaubung der Mannschaften des Heeres stattfinde. (Hört, hört! rechts.) Ih muß offen gestehen : wie sh das mit der Schlagfertigkeit und vor allen Dingen mit der Kriegs- bereitshaft des Heeres vertragen soll, verstehe ich nicht. Herr Dr. Müller-Meiaingen hat in bezug auf Glogau gesagt: die Be- hauptung, daß dort ein Kommandant nötig sei, ginge über seinen Latenverstand. Nun, die Behauptung, daß sih die umfangreiche Be- urlaubung und die Herabsezung der Friedenspräsenz mit ¡der Schlaz- fertigkeit und der Bereitschaft für den Kriez vertrüge, geht über meinen Militärverstand. (Bravo! rechts ; Zuruf l'n?ks.)

Herr Abg. Häusler hat gestern einige Bemerkungen gemacht, an denen ich nit ohne weiteres vorübergehen kann. Es ift ja auch bereits heute im „Vorwärts“ darauf hingewiesen worden, daß ih bei meiner heutigen Antwort jedenfalls mit einer gewissen El-ganz an allen unbequemen Bemerkungen vorübergehen würde. Gestern hätte ih niht geantwortet, um mich besser vo: bereiten zu. können (Heiterkeit rets); es sei dann aber von dem Militärkabinett gesagt worden: „Einem vor die Front !* Meine Herren, ein ungewöhnlicher Unsinn! (Sehr richtig! und Heiterkeit rechts.) Jh kann Sie versichern, daß ih ein vollkommen selbständiger Mann bin, der ganz allein nach eigener Entschließung beurteilt, wann und wie er reden wird. Darüber hat mir kein Mensch Vorschriften zu machen, auch noch niemals welche gemacht.

Der Abg. Häusler hat sich über unsere Ausbildung ausgelassen, über die Ausbildungszeit der Infanterie, die zweifellos verkürzt werden föznte, wo man sparen könnte; der Jnfanterist lerne erheblich zu viel. Meine Herren, das sind Ansichten, und ih will gegen diese Ansichten gar nicht streiten, ich will aber doch fkonstatieren, daß alle die Generale, di: das Exerzierreglement gemacht haben, die unsere Feld- dienstordnung aufgestellt haben, erfahrene, im Dienste ergraute Männer, anderer Ansicht sind, und solange in der Armee die Meinu1g ist, daß diese zwei Jahre durhaus notwendig find, um einen JInfanteristea niht bloß mit dem Dienst vertraut zu machen,

General der Kavallerie

Kriegsminister,

sondern ihm den Dienst so beizubringen, daß er ihn, ich möchte sagen, | automatisch zu tun vermag, daß er ihn über setne ganze Reserve- und |

Landwehrzeit niht vergißt, so large müssen wir die jährige Dienstzeit beibehalten und werden sle auch bei behalten. (Zuruf links: Also Automaten!) Der Meinung aber die vershiedentlich ausgesprochen ift, daß heutzutage

durchaus widersprechen, das ‘ist unrihtig. Wenn wir die Parade bet- behalten haben, hat das einen gewissen Zweck, aber daß wir irgendwie

die Trappe in irgend einer Formation und geht sofort ins Gefecht. Die Besichtigungen der Rekruten finden noch im Kasernenhof statt, aber wenn die Ausbildung der Kompagnie anfängt, geht es sogleich ins Gelände. Es wird die Gefehtsausbildung geprüft und besiht'gt, und

da ist ein Besihhtigungêtag der beste U. burgstag der Truppe, aber |

kein Paradetag.

Der Herr Abg. Häusler hat sich dann noch mit der Kavallerie beschäftigt. Ih will ganz wenige Worte dazu sagen. Er hat ge- meint, meine damalige Aeußerung in der Kommission, daß ih der Sadhe ablehnend gegenüber stände, wäre wohl maßgebend gewesen für die Denkschrist. Ganz gewiß, aber auch keiner der mit der Bearbeitung beauftragten Herren des Kriegsministeriums ist auch nur im Zweifel gewesen, daß wir für die Kavallerie die dreijährige Dienstzeit un- bedingt beibehalten müssen wegen der gründlichen Ausbildung der Kavallerie für den Krieg. (Sehr richtig! rechts.) Der Herr Akg. Häusler hat gesagt, der Sah, das Pferd set die erste Waffe des Ka- valleristen, sei ihm \o außerordentlich wunderbar, fo antiqaiert er- schienen, heute beherrshte das Feuer das Schlachlfeld, und die Schlachten würden durch das Feuer entshieden, und die Kavallerie müßte ih bescheiden. Zugegeben, daß das alles richtig ist, aber Weiß denn der Herr Abg. Häusler nicht, daß vor jeder Schlacht eine große Aufklärungstätigkeit stattfindet, daß diese Aufklärungslätigkeit zunächst in ihren äußersten Spitzen ih vollzieht, in den Patrouillen, daß diese Patrouillen sowte die Aufklärungseskadrons quer-Beet reiten müssen, daß ihnen kein Hindernis zu hoch, keines zu breit sein darf, daß sie überall durh-

zwei: | B

noch der | Paradedrill und der Paradedtenst die Truppe bedrückte, muß ih | ! Kameraden, find eigentlich außerordentlich j rechts) eine Paradetaktik oder eine Paradeausbildung treiben, das muß ich | absolut leugnen. Früher fing jede Besihtigung mit dem Parademarsh ; an, mit der Paradeaufstellung ; die shönen Zeiten sind vorüber, j-t steht |

kommen müfsen; daß fie nur ihren Weg finden können, ihre Tätigk-it ausüben können, wenn fle Herr ihres Pferdes sind, das Pferd dirigieren können? Weiß er niht, daß man mit einem Pferde, was man in der Han» herumwerfen kann, ganz anders auf einen Gegner losreitet, der auf einem ftieren Bock sitzt, der ihm zum Opfer fällt? Weiß der Herr Abzeordnete Häusler niht, daß ein gerittenes Pferd, ein im Gleihg-wiht gehzndes Pferd eine ganz andere Kraft aufs wenden, viel länger aushalten kann, daß die Kavallerie ganz andzre Märsche reitet, wie er selber im vergangenen Jahre gesagt hat ih habe die Rede nachgelesen —, daß nur mit einem durch und durch gerittenen Pferde die Kavallerie fähig ist, ihre Tätigkeit auszuüben, weiß er das nicht? (Zuruf: Das weiß er alles!) Er hat nur gar nihchts davon erwähnt. Wenn er es wziß, bedaure i, daß er niht davon gesprcchen hat. Also aus diesen Gründen brauen wir ein gerittenes Pferd, und wean der Herr Abgeordnete Häusler auf die französishe Kavallerie hingewiesen hat, indem er gesagt hat, die französishe Kavallerie habe sich mit der ganzen Sache abzefunden so muß ich das fehr bedauern. Der französishe Kriegsminister hat allerdirg3 gesagt, die Kavallerie könne jeden Tag an der Grenze zu Pferde steigen ; ih sage : fragt mich nur nicht, wie! Die französishe Kavallerie ist beute noch in den aller- größten Schwierigkeiten; sie geht damit um, jedes Regiment anders auszubilden, cines für die Attacke, das andere für das Fußgefeht, das andere für den Felddienst! Das kann man niht mchen! Man weiß niht, in w2lche Lage ein Regiment kommt. Jedes Regiment muß in allem ausgebildet sein, muß jederzeit bereit sein, alle die verschiedenen Verhältnisse, die an es herantreten können, zu be- herrshen. Deshalb müssen wir eine dreijährige Ausbildungszeit für die Kavallerie haben. I freue mih, daß der Herr Abg. Häusler niht weiter auf seinen Anträgen bestehen bleibt.

Der Herr Abg. Häusler hat gemeint, die Armee intere|siere ih nicht für die militärische Jugenderziehung. Woher weiß der Herr Abg. Häusler das? Die Armee interessiert ich außer- ordentlih für die militärische Jugenderziehung! Er sagt, sie hätte es niht angeregt. D gewiß: wir stehen seit langer Zeit mit den zuständigen Ministerien in eifrigen Verhandlungen darüber, und ih hoffe, daß es bald zu prafktishen Ergebnissen kommt. Jh hoffe daß, wie H:rr Dr. Müller-Meiningen angedeutet hat, wir dahin fomm?n, daß recht eifriger Turnunterricht stattfindet, daß exerztert wird, daß Turnausflüge gemaht werden, und daß fleißig Sport ge- trieben wird. Ich glaube, daß das für unsere ganze deutshe Jugend außerordentlich nüßlich und angenehm wäre. Ih hoffe, daß wir dahin kommen. Und ih boffe, daß auch etwas auf dem Wege der Fo.tbildungs\{hulen erreiht wird in der bösea Zeit zwischen der Ent- laffung dezs jungen Mannes aus der Schule und seinem Eintritt in das Heer. (Sehr gut! links.) Jh hoffe, daß es nicht mehr allzu- lánge dauern wird, bis die Staatsbehörde damit vorgeht.

Dann hat der Herr Abg. Häusler über Militärkasinos und Luxus gesprohen. Ih würde ganz gewiß sehr erfreut sein, w:nn die Armee ih vom Luxus noch ferner gehalten hätte, als wie fie es, Gott sei Dank, in threr Gesamtheit getan hat. Gewiß ist auch fie zum Teil davon ergriffen. Wenn aber der Herr Abg. Häusler dies vzrallgemeinert hat, so muß ih dem widersprehen. Wir haben sehr s{öne, fehr wohnliche, ja sehr elegant eingerihtete Kasino8s; aber die Masse der Kasinos ift zweifellos auch heute noch einfach. (Sehr richtig! rechts.) Davon wi:d ih der Herr Abg. Häusler in seiner Heimat selbft überzeugen können. Solche Kasinos sind überall, sie find ta der Provinz, wo man binkommt; ih habe in Kasinos gegessen bei Regimentern, wo man ein yar Stuben von der Kaserne genommen und auf das allereinfachste eingerihtet hatte wie es ja der Herr Abg. Häusler selb erwähnt und \heinbar gewünscht hat. Wenn nun einzelne Kasinos mehr oder weniger elegant einzerihtet find, so gehören sie meistens Regimentern, die ein größeres Alter haben, die nicht bloß ein fcstzefüztes Offizier- forp3, so:dern auch einen Stamm alter Hecren haben, die ih ein besonderes Vergnügen und eine Ehre daraus machten, dem Offizter- korps Teile der Ausstaitung und Silberzeug zu s{henken. Viele g?hen dabei so weit, den Regimentern auch noch die Summen zu geben, die zur Echaltung der Kasinos nötig find. Es liegt also niht immer an den Offizierkorys fozar selten —, daß si: sich derartige üppige Kasinos einrichten, sondern es find großenteils Geschenke, die thnen gemacht werden.

Der Herr Abg. Häusler hat von den kostbaren Geshenken an irgeseßte gesprohen. Ich glaube, es ist wohl überall fo, daß man

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| sheid-nden Vorgeseßten in hoher Stellung, sei es im Zivil, sei es in | anderen Berufen, im Gewerbe, im Handel, Geschenke macht,

wenn fe aus irgend etner hervorragend geleiteten Stellung abge Geschenke, wie sie die Regimenter machen beim Ausf

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Man kann das überall sehen. Die Regimente

dies Bestimmungen getroffen, um in gewiffen Grenzen zu bleiben : gibt viele Regimenter, die sagen: ein Geschenk bekomm

jenige, der 10 Jahre im Regiment gestanden hat. Nun

2 Regimentern gestanden, bin da recht lange gewesen,

Geschenk bekommen. (Große Heiteikeit.)

Nun möchte ih noch auf einen Punkt lommen : die Repräsentation. Es ift durchaus zu mißbilligen, wenn fih jemand verleiten läßt, zu repräsentieren über sein Einkommen. Ich balte es eigentli für eine Dummbeit (sehr richtig !), sein Geld we zugeben, zu darben und dafür Anderen kostbare Dinge vorzusezen nahher feufzt der betreffende über die Kosten, die ihm das gemaht hat! Eine Notwendigkeit liegt für keinen Menschen in der Armee vor, das zu tun. (Hört, bört!) Für keinen Men‘chen! Das sage ih auf das bestimmtesie. (Zmuf aus der Mitte.) Der kommandierende General muß natürli Gesellschaften geben, das ist selbstverständlih; aber ih spreche bier von Untergebenen, von Leuten, die eiwa ibre Vorgesetzten einladon wollen. Es gibt doch noch Gott sei Dank! eine ganze Anzahl Vorgesetter, die es sih einfach verbitten, eingeladen zu werden, Deds halb finde ih, daß es niht {dön war von dem Herrn Abg. Häusler, zu sagen, daß Repräsentation notwendig sei, um Karriere zu machen, (Zuruf aus der Mitte.) Wenn das der Fall wäre, dann wärea wir te-untergekommen. (Lebhafte Zustimmung, Erneute Zurufe aus der Mitte.)

Der Herr Abg.-Häusler hat ferner gesagt, es)wären vorgekommen Unterslagungen von ganzen Wagenladur IH kenne \solckSe Fälle in der Armee nit. Er hat ferner gesagt, die Vervendung von Kanlinengeldern fände statt, um Kragen und Aufs@läge an Uniformen maden zu lassen. W solde Fälle vorkommen, was mir nicht

Pas 5. L, Vils s ls Î a Raa Zeh bekannt ist, risfiert der (Galdige D fizier seine Stellung (Sehr