1888 / 304 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

rc E i I E ani Ei i E Nies s A Éin f V ‘e

Barqgue d'Escompte de Paris und Hoskier et Cie.; in Berlin zu 410 A Mendelssohn u. Comp., die Berliner Han ells<aft und Robert Warschauer u. Comp. ; än London zu 20 Psd. Sterl. Baring Lrotbers u. Comp. und Hambro Scn; in Arefterdam zu 210 niederl. Fl. Hope u. Co. In Paris, London und Amfterdam kann der Betrag auc in deuts{en Mark zum Viftacourse rerlangt werden. Gleichzeitig mit dem Kapital werden an den genannten Zahlstellen ebenfalls die Zinsen per 1. April 1889 verabfolgt. Bei diesen Zabl- stellen können s<ließli< die Obligationen der 1877er Anleibe ein- gereiht werden bebufs Zablung bei der Subscription auf die 4 9% Geld-Anleibe von 1889, wel<{e die aufge;äblten Kredit-Inftitute und Bankbäuser zu Bedingungen auflegen, die dieselben mit der Genehmi- gung des Finanz-Ministers publiziren werden.

Brüssel, 30. Nevember. (W. T. B.) Einer Meldung aus Lüttich zufolge ift in dem Koblenbergwert Maribaye ein theil- weiser Strike ausgebrochen.

New-York, 30. November. (W. T. B.) Baumwollen- Wochenbericht. Zufubren in allen Unionsbäfen 258 000 Lallen, Ausfubr na& Greßbritannien 119 C9 Baller, Ausfubr na< dem Kontinent 82 009 Ballen, Vorrath 763 000 Ballen.

Submissionen im Auslande.

Spanien.

1) Obne Datum. Junta de Administración y Trabajos del Arsenal de Cartagena. Materialien für die 2. Abtheilung ter Arsenal-Magazine, eingetheilt in drei Loose. Vorars{hlag: zusammen 1s 789,63 Pesetas.

Kaution vorläufig 838, definitiv 1676 Pesetas.

2) Obne Datum. Dieselbe Behörde in Ferrol. Materialien und Gerätbe für die Auërüstung und Einrichtung des Kreuzers „Alfcnïo XII.“, bestehend in 2 Loosen. Loos 1: Möbel, Locs 2: Eisengeräthe. Vorans(lag : Loos 1: 17 831,03 Pesetas, Loos 2: 1511,70 Pesetas. Kauticn vorläufig 600, endgültig 1700, bezw. 509 Pesetas, bezw. 590 Pesetas.

Näberes an Ort und Stelle.

Verkehrs - Anftalten.

Soeben ersien im Verlage von Iulius Springer hierselbst die Ausgabe Nr. 8 (Dezember 1888 Januar 1889) des „Reicbs- Kurs bu{s, Ucebersitt der Eisenbabn-, Post- und Dampfschiffver- bindungen in Deuts<land, Oesterreib-Ungarn, Schweiz, sowie der bedeutenderen Verbindungen der übrigen Theile Europas und der Dampyfsc{iffverbindungen mit außereuropäis{hen Ländern, bearbeitet im Kurs bureau des Rei<s-Postamts*, mit einer Karte von Deutschland und Skizzen fremder Länder (jete Kurébu&-Attheilung n befonderer Uebersihtétarte), ausgegeben am 1. Dezember 1888, Pr. 2 M) é

Salon. 1. Dezember. (W. T. B) Der Union-Dampfer „Athenian®" ift gestern von Southampton auf der Ausreise abgegangen.

Theater und Musik.

Das Königlihe Overnbaus brachte gesiern den „Ratten- fäncer von Hamein“ von Viftor Nefler (na Iulivs Wolff) reu einfiudirt wieder zur Aufführung. Der fesselnde romantishe Steff und die gefällige unterbaltende Musik vers@affien der Oper, wie vor mebreren Jahren, eine woblwollende Aufnabme. Die Besetzung war rôßtentbeils neu. Hr. Oberhauser war im Best der Titelrolle geblie- en, die er wieder außerst <arafteristis< spielte und vortreflih sarg. áIbm wurde au< verdientermnaßen am meisten Applaus gespendet. Buch der Fr. Lammert gebührte für ihre Darstellung der Base Dorothea die früber bereits zu Theil gewordene Anerkennung. Die Damen Frl. von Etrenstein (Eertrud) und Frl. Hiedler (Reaina) genügten zwar gesfangli<, liefen aber in Bezug auf lebendigere Dar- itellung, tie ihre Rollen verlangen, Man@es zu wünscen. Hr. Elm-

blad (Bürgermeister) sien nit sfider genug oder war indiéponirt; |

die Hrrrn. Krolop (Kanonikus), Lieban (Ratbsschreiber), Schmidt (Schmied Wulf) und BViberti (Stadts{ultheiß) verdienen Lob für ihre Leistungen. Das Haus war auéverkauft urd kargte nicht mit

Beifallébezeugungen na< allen Akts@lüffen. Cbcr und Orchester |} F ê B stehenden Aufführung des „Mikado“ (in deutsder Bearbeitung) bat

bielten si unter der präzisen Leitung des Hrn. Kabl sebr wad>er. Gestern Aberd kam im Restidenz-Theater „Abbé

Constantin“, ein Scbauspiel in drei Akten vcn L. Halévy, | | fübrung, am Donrerstag, find außer Frl. Ottilie Collin, dem Wiener

H. Crémiéeux und P. Déecourcelle zur ersten Aufführung. Wenn man

na dem lange anbalterden und ftürmis>en Beifall urtbeilen will, | wel<er dem Werke ra<h jedem Aft zu Theil wurde, so ift der | unzweifelhaîfier und in jeder Veziehung | tur<f<lagender gewesen; ein ernstes, von dem Eindru> des |

Erfolg gestern ein

Augenbli>d8s befreites Urtheil wird allerdings mit dem

blikum rit in allen Punkten übereinstimmen können. Der In-

t des Stü>kes, wel<hes na< einem viel gelesenen Roman bearbeitet ift, ftellt fich als ein ebenso bkarmloses und gemütbli&es Idyll dar, wie es etwa in „Freund Fri" geschildert wird. Der Abbé Con- ftantin ift ein \{li<ter pfarrer mit einem fkindli< frommen, selbstlosen Gemüth. Er lebt nur für seine Armen un für sein Pathenkind Jean Raynaud, einen jungen 2 : Der Pfarrer und die ganze adlige Nabbarschaft if in Aufregung, weib das S{loß Longueval in die Hände einer Amerikanerin über- gegangen ift. Diese, Mrs. Scott, eine junge, s<öne Frau, ers>eint mit ibrer Schwester Bettina beim Pfarrer, *um fich als seîne Pfarr- finder vorzuftellen, zugleiG legen fie vershwenderishe Summen für die Armen in die Hände des alten Geistlihen und ver- sprehen große monatlide Beiträge. Die Damen erscheinen so in einem garz anderen Lite, als der Leumund über fie verbreitet batte; sie sind nämli weder proteftartis< noch vershwenderishe Parvenus, welde das Geld rur zu prunkhaftcn Schaustellungen benußen. Auf BVetti:a wird glei< von einer vornebmen Dame der Nachbarshaft für ihren Taugenibts von Sohn Jagd gemacht. Ein Duell ¡wis>ben dem projektirten Liebhaber und dem jungen edlen Iean, wel{er Bettina selbstlos und entsagungsvoll liebt, führt zur S&lußfkatastrophe. Bettina gesteht Iean ibre Liebe, da er als armer Offizier ni@t um das reibe junge Mädchen werben will. Die Hand- lung des Stües ist ni>t gerade cine reid bewegte; sie widelt sib largsam und bebagli6 ab. Ein Hau e<ter Frêmmigkeit, wie er sich im Haufe des Pfarrers offenbart, s<webt stimmunzsvell über dem Ganzen. Es wird viel auf der Bühne gebetet, geistliche Lieder werden geunger, und die Orgel ertönt in andähtigen Weiien.. Die ländliche Scenerie vertieft den Eindru> anspru<{élosen Frieders, wel<er dem Drama eigen ist. Ein einfa<es Mittagsmahl im Freien, ein beschau- liber Sonnenuntergang, das Läuten der AbendgloFen im erften Akt erwe>en die beihaulide Stimmung, in welcher dies eigenartige franzósfis&e Schauspiel genossen werden sollte. Die meisten handelnden Personen sind als etle und gute Charaftere gezei<net, jo daß sie wiederholt für bimmlis>e Wesen, für Engel erklärt werden. Diesem friedliGen Itvyll sind als wirkfamer Kon- trast einige Pariser Reminitcenzen beigemisht, wel>e dem einfaGen Mabl, das die französischen Autoren uns aufgetis<t baben, ab und zu eine pifantere Würze verlciben. Das Publikum nabm die Gate mit bebagliber Rube bin, wel<e den stürmishen Applaus na jedem Aft kaum erwarten lies. Die Darftellung war im Allcemeinen sebr gut. Die Rolle des „Abté Constantin“ spielte Hr. Pansa mit großem Geschik; doc liegt die Rolle seinem cigentlicen Wirkungskreis jo fern, daß es ibm trog alles Maßbaltens und aller feinen Nuancirungen nidt gelang, den Einètre> der Künstelei vollständig fcrn zu balten. Die Gestalt des alten, kindlih gläubigen Pfarrers muß Gefükle der Rührunz erregen, wenn fie aus

der Fülle ibrer Natur heraus wirken soll. Als „Bettina® stellte sich

Fr. Olga Woklbrü>, bis vor Kur:em am Pariser Odeon-Theater thätig, ror. Die Gestalt der Dame if übers{lank und zart, aber do srmpatbis<; ibr Spiel war ret gefällig; eine lci@te Erregbar- keit, wie sie sid * bier kundgab, fteht der Rolle einer reichen Amerikanerin, wel<e in Paris lebt, wobl an. Au war der Ausèru> der Empfindungen unge>ünstelt und eindru>s- voll, wie die Sigterheit und Zierlihkeit der Bewegurgen und Geberten bervorragendes s&auspielerisbes Ges&i> verrieth. Frl. Berters war cine reizende, seltfttewußie Amerikanerin, und Fr. von Pöllnis bra<te die Geftalt der in ibren Sobn verliebten Mutter, wel<e mit allen Mitteln für das materielle Wobl dieses Taugeni®tses arbeitet, mit Auszeihrung zur Geltung. Endlich sind noch die Lei- stungen der Hrrn. Brandt (Jean) und Reus< (Paul) lebend zu er- wähnen. Die Darsteller muften ungezählte Male ers<heinen und mit ibnen au< Hr. Direktor Lautenburg, dessen treffliher Inscenirung

| und rorzügli®er Regie ein gut Theil des Ecfolges zu danken ift.

Berliner Theater. Das Wocen-Repertoire ift folgender-

| maßen festgestellt: Sonntag, d. 2./12.: „Eva“; Montag, d. 3.:

„Uriel Acosta* ; Dienstag, d. 4.: „Eva“; Mittwoch, d. 5.: „Eva“; Donnerstag, d. 6.: „Demetrius*; Freitag, d. 7.: „Eva“; Sonn- abend, d. $.: „Eva“; Sonntag, d. 9.: „Die Braut von Messina“. (Anfang an allen vorbezei<neten Tagen 7 Uhr.) Friedrib-Wilbelmstädtishes Theater. Zu der bevor-

Hr. Direktor Frißsce die gesammte- Ausftattzng in Dekorationen, Kostümen und Reguisiten neu anfertigen lafñen. An der ersten Auf-

Saft, die Damen Offenay, von Herger urd Schubert und die Hrren.

LWellbof, Klein, Pagin, Hanno. Broda, Gutbery betbeiligt. Central-Theater. Morgen findet die leßte Sonntags-Auf-

führung der Mannfiädt's@en Poffe „S&metterlinge“ statt. Am

Freitag, den 7. d. M., gebt neueinstudirt di beliebte öbere Töchter wieder in Scene, um dann von vie rä<sten Novitlt ieser Bühne abgelöft zu werden.

Mannigfaltiges. Am Diensiag, den 4. d. M., findet Königliche

arforce-Jagd ftatt. Rendezvous Mittags 123/, Uhr zu biblof, Grunewald, 114, Uhr an der Saubuht.

Im Königlichen Kunstgewerbe-Myseum wird auf Be- febl Sr. Majestät des Kaisers und Königs eine Auswahl der Adressen, wel<he Allerböchstdemselbezn bei Gelegenheit der Thronbesteigung überreibt worden sind, ausgeftellt werden. Es sind ‘im Garzen 41 S&riftftü>ke, zumeist in kunstvoll gearbeiteten Mapper, für wel<e die Landestrauer und die Kürze der zur Her- ftellung gegebenen Zeit eine rubige Haltung in Farbe und Formen erbeishte. Zu den bier vertretenen deutshen Verbänden jeder Art gesellen si< die Deutschen in Neapel, Palermo, Catania, Messina, Mailand und Turin, wel<he den Kaïser bei seiner Anwesenheit in Italien begrüßten; au deutshc Verbände in England, Rußlard und Amerika sind vertreten. Von ganz besonderem Intereffe sind die in fünstleris@er Vollendung auëgeführten Patente, mit welden Sr. Majestät dem Kaiser das Infanterie - Regiment Wilbelin I. Nr. 34, ron Sr. Majestät dem Kaiser von Oesterreih, und das Bayerische T. Ulanen-Regiment von Sr. Königlichen Hoheit dem Prinz-Regenten von Bavern rerliehen werden. Die Auëftellung be- ginnt mit dem beutigen Tage und wird während der näflen vier Woten unentgeltli<c an allen Tagen (aub an den Zabltagen des Museums), mit Ausnahme des Montags, geöffaet fein.

Unter den drei Woßltzätigkeits-Bazaren, wel<he beute ibre Pforten geöffnet baben, nimmt der im Herrenbause, zum Besten des Berliner Kinders<hußvereins veranstaltete, die erste Stelle ein. Der îo ungemein segensreih wirkende Verein bat sich von Beginn seiner Thâtigkeit an der besonderen Huld des Hoben- zollernhauses zu erfreuen gehabt, und diese Huld hat fih au< dicémal wieder in bowbberzigster Weise geltend gema<ht. Se. Majestät der Kaiser Wilhelm widmete dem edlen Zwe> eine erlesere Zabl wertévoller Kunftblätter, darunter Sticke na< Defregger und einen fartenrrättigen Aaguarelldru>. Ihre Majestät die Kaiserin Augusta s{enkte ein Bild Ibres veriw gten Gemah(s, ein Tablet mitreihem Email cloisonnés{mud> und cin Bowlerservice. Dem Kunftinftitut von Troits< verdankt der Bazar- ein Oeldrud>tild des Kaisers Friedri, Maler Benzin schenkte ein Oelgemälde; die funstgeübten Damen des Vereins \{müd>ten Wandteller mit bübs<en Malereien und fertigten zierliche Handarbeiten; S<{ütlinge des Vereirs formten aus Weiß- Erot reizende Blumen, die naturgetreu bemalt und zu Bouguets ver- einigt find. Der Bazar bleibt bis Montag Nachmittag geöffnet. In der Wohnung tècs Predigers Freidank, Neue Königstrate 2, bat gleihfalis beute der Verkauf der von den armen Frauen der Bartbolomäus-Gemeinde gefertigten Wäschegegen- stände begonnen. Im LTtatholis<hen Schulbausfe in der Linden- straze Nr. 39 endli ift ein Vazar zum Besten der armen katbo- lis<hen Waisen veranstaltet Aub hier bat Kaiser Wilhelm Sib selbst an die Spite der edlen Geber geftellt. Se. Majestät sandte ein von Blumen umgebenes Bild Seines in Gott rubenden Vaters, ir reiher Umrabmung. Die Mekrzahl der Gaben ift von den Mitgliedern des Frauenvereins ¿zu St. Hedwig felbft gefertigt. Der Bazar foll die Mittel bieten, um 189 Waisenkindern eine Weiknachtäfreude zu bereiten.

Stettin, 1. Dezember. (W. T. B.) Heute Mitiag 12 Uhr ging der Stapellauf des neuerkauten Schnelldampfers der Hamburg- Amerikanishen Padcletfabrt - Afktien- gesellschaft, für die Linie Hamburg Nezw- York bestimmt, in Anwesenheit der Spizen der Behörden, der dcinesiscen Gesandtschaft, sowie eines zahlreiden Publikums, auf der Weift „Vulkan“ glü>lih ron Statten. Die Taufe vollzog in der üblihen Weise Frl. Hernifsen auf den Namen Ihrer Majestät der Kaiserin „Victoria Augusta“.

Bremen, 1. Dezember. (W. T B) Die Deuts>®e Ge- sells<aft ¿ur RettungShHiffbrüchiger meldet aus Heister- nest: Am 39. November Abends von dem auf Marienwiese Halbinsel Hela, gestrandeten englis<hen Damvfer „Glencoll*“, Kapitän Pkilipp, 12 Personen dur< den Raketenapparat der Station Heisternest gerettet. Sturm aus Nord-Nord-Oft.

Wetterbericht vom 1. Dezember 1888, 8 Ubr Morgers8.

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4h

Stationen. Wind. | Wetter.

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Bar. auf0 Gr. Temperatur

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Aberdeen 1 balb bed.

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Dichtung (mit Zugrundelegung der Sage und der Fabel von J. Weolf's gleibnamiger „Aventiure“) von Friedri Hofmann. Regisseur: Hr. Salomon. Anfang 7 Uhr. Swauspielbaus. Montag bleiben die Königlichen Tbeater ge-

Im Opernhause: Vierte Symphonie-Soirée der Königlichen Kapelle. Anfang 74 Uhr. Dienstag: Opernbaus.

Keine Vorftellung. Strauß. Anfang 7 Ukr.

Montag: Die Fledermaus.

232. Vorftellung.

Friedrich - Wilßhelmftädtisches i Theater. Dirigent: Hr. Kabl. i S E 2e FOIERIS, A e Verlobt: Frl. Rose Welmer mit Hrn. Kammer- von C. Haffner und R. Genée. Musik von Iohann |

Donrerstag, den 6. Dezember: Mit neuer glän- | zender Auéstattung, zum 1. Male Die Spra<e): Der Mikado. Burleske Operette in

2 Akten von W. S. Gilbert. Musik von A.

4 wolkenlos 2 Durft 6 bededt 2 bede>t 1 vede>t 1 bede>t

Cériftiansund Kopenhagen . Stotholm . D ao: z eterSpurg Moékau . Cork, Queené-! In Cherbourg . | Helder. . .. | S... amburg Swinemünde Neufahrwafser M-wel Münster. Karlsrube . Wiesbaden . | Münten Cbemrig Berlin. 2 bede>t Bresiau . …. | 760 | 3 bede>t Uebersicht der Witterung Eine umfangreiche Depression liegt über Nordwest- Europa mit einem Minimum bei den Hebriden und einem Theilminimum über der Nord}ee, während der Luftdru> über Nord-Rußland am böchsten ist. Bei \{wathen, im Norden südlihen, im Süden umlaufenden Winden ist das Wetter über Central- Europn mild und rormiegend trüb?e. Fast allent- balben baben Regerfälle stattgefunden. Münten

baite Nacktfroft. Deutscle Seewarte. E Theater - Anzeigen. ónigliche Schauspiele. Sonntag: Overn-

K baus. 231. Vorfiellung. Der Rattenfänger von Hameln. Oper in 5 Attzn von Victor E Nefler, !

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1 wolfig 3'wolkig 4 vededt 2 Dunft 3 halb bed. 3 wolkig 1 Durft 3 Regen 3'halb bed. 1 Regen 1 bede>t still Nebel 4 wolkig

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Quizows. Vaterländis@es Drama in 4 Akten von Ernft von Wildenbruch. (Dietrich von Quitzow: P Ote Mitterwurz;er, als Gaît.) Anfang i T.

Swauspielbaus. Keine Verstellung.

Deutsches Theater. Sontag: Der Pfarrer von Kirchfeld.

Montag: Galeotto.

Dienstag: Don Carlos. :

Die râhfle Aufführung von Faust findet am

| Donnerstag, den 6. Dezember, statt.

Berliner Theater. Sonntag: Eva. (Eva:

| Fr. Hedwig Niemann.) Anfang 7 Ubr.

_ Montag: Uriel Acofta. Anfang 7 Uhr. Dienstag: Eva. (Eva: Fr. Hedwig Niemann.) Anfang 7 Ukr.

Wallner-Theater. Sonntag: Zum 54. Male: Madame Bonivard. Schwank in 3 Akten von Aler Bifson und Antonie Mars. Deuts von Emil Neumann. Vorber: Zum 54. Male: Der dritte Kopf. Poffe in 1 Akt. Mit theilweiser B g n A Idee von Franz Wallner. Anfang 7 E

Montag und die folgenden Tage: Madame Vouivard. Der dritte Kopf.

Victoria - Theater. Sonntag: Mit neuer Ausfiattung, zum 17. Male: Die Reise in die Pyrenäen. Ausftattungsposse mit Gesang und Ballet in 5 Akten und 9 Bildern von Paul Ferrier. Musik ren Louis Varney. Im 8. Bilde: Großes Ballet. 1) Bolero. 2) Habanera. 3) Stiergefecht. Ermäßigte Preise. Anfang 7 Uhr.

Sulivan.

Residenz-Theater. Abbé Consftautin.

courcelle. Anfang 7 Ubr. Montag: Dieselbe Worstellung.

Belle-Alliance-Theater.

Sonntag : bbé Sthauspiel in 3 Akten von Ludovic Halévy, Hector Cremieur und Paul De-

Sonntag, Nah-

Un Familien-Nachrichten.

gzrihtz-Referendar Dr. jur. Konrad Wéeymann (Neus- Ruppin). Frl. Bertha Kemmann mit Hrn. Dr. med. Friß Spe<t (Mettmann—Erumba(). Frl. Marie Att mit Hrn. Apotbeker Albert Roser (Ba>nang—Stuttgart). Frl. Bertha Hillmann mit Hrn Sec.-Lieut. Paul Wolf (Raftorf). Frl. Johanna Windolff mit Hen. Landwirtb Josef Czecziwodda (Hohengrape). Verebeliht: Hr. G. Normaun mit Frau ¡ M. Sgulz, geb. Poselke (Beriia). Hr. Ernst Graf zu Rantau mit Frl. Kätbe von Klißing (Alt-Döberit). Hr. Kommerzien-Rath Johannes Quistorp mit Frl. Mathilde Leidlof (Stettin— Brauns<hweig). Hr. Bürgermeister Hubeit Plum mit Frl. Salome Deux (Notlbberg—Gut Klettenberg). Hr. Kreis-Bauinspektor Robert Bergmann mit Frau Margarethe Hildebrand, geb. Brande (Hannnover). Hr. Ewil Krauße mit Frl. Lina Martin (Reudnitz).

(ia deutscher

Zum 3, Male:

mittags 4 Ubr: Kinder - Vorftellung zu bedeutend | Geboren: Ein Sohn: Hrn. Pfarrer Imanuel

ermäßigten Preisen. Z. 305. M: Der Rattenfäuger von Hameln. Phantafstishes Volksstük mit Ge- sang in 12 Vildern. Nah Sprenger's Geschichte H und Ehrih's Chronik der Stadt Hameln, frei bearbeitet von C. A. Görner. Musik von E. Caten-

busen.

Mohr (Zwiefalten). Hra. Jacob Hölster (Wien). Hrn. Dr. med Eisenberg (Leipzig). Hrn. Lieut. Max Faber (Ludwigsburg). Eine Tochter: Hrn. Prediger Köster (Berlia). Ocn. Fabrikanten Martin Hauser (Aldingen b. Spaichingen).

Abends 7+ Ubr: Gastspiel des Königl. Württemb. | Gestorben: Hr. Freikerr Hans von Rüxleben

Hofscauspielers Hrn. Karl Wiene.

Narrheit oder Heiligkeit? Drama in 3 Akten von Iofé Etegaray. (Lorenzo Alvendano: Hr. Karl

3. Gastspiel des Hrn. Karl Wiene. Zum 3. Male: Narrheit oder Heiligkeit ?

Miene.) Montag:

Central - Theater. Sonntag : Leßte Sonntags- Sc<<hmetterl A Gesangépofse in 4 Akten von W. Mannstädt. Mt von G. Steffens. Anfang 7{ Ubr.

Montag: Zum 110. Male: Schmetterlinge.

Vorstellung. Zum 109. Male :

Adolph Ernfi-Theater. Dresdenerstraße 72. Sonntag: Zum 113, Male: Die drei ragen,

Gesangêpcise in 4 Couplets von Görß.

Mußk von Franz Im 2. Akt: Landpartie-Duett. ArfarS 7 Ubr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Anfang 72 Uhr.

um 2. Male: (Vielen), Hr. Landgerichts-Rath Friedri von

bayna< (Münster i. W.). Frau Emilie von Treitschke, geb. von Vi:th und Golsenau (Dresden). Frau Mathilde Teucer. geb. Hamsfter (Friedenau b. Berlin) Hr. Kaufmann Amadée Edmond Vibeau (Berlin). Hrx. Landgerichts- Direktor S<hmiß Sohn Heinri@ (Düß eldorf). Frau Konsistorial - Präsident Elisabeth Grund- \<öôttel, geb. Lüttke (Danzig). Hr. Oberlehrer Gottfried Mayer (Laichingen). Frl. Doris Ablheit (Magdeburg). i

n

Redacteur: Riedel.

Verlag der Expedition (S<holz).

revtow. | Dru>k der NorddeutsGen Budru>erei und Roth. Anstalt, Berlin SW., Wilbelmstraße Nr. 32.

Sieben Beilägen (eins<ließli$ Börsen-Beilage).

Berlin:

Leon

M 304. Nichtamtliches.

Preußen. Berlin, 1. Dezember. Jm Verlauf der gestrigen (6.) Sitzung des Reichstages erklärte bei Berathung über die Maßregeln gegen die Rinder- pest, für wel<he 439 088 F auëgeworfen sind, der Abg.

aus der fortwä besonders für die Bewohner des bayerishen Waldes, eniständen. Er kenne die Verhältnisse dort seit nahezu 30 Fahren aus eigener Wahrnehmung. Es sei ja auc früher, vor 1878, die Grenze zum Schuß geaen die Rinderpest gefperrt worden, aber nur temporär

und von Zeit zu Zeit, in der Hauptsache sei die Grenze offen !

gewesen. Es habe damals ein sehr reger Verkehr mit Vieh bei ganz freiem Grenzverfehr statigefunden, nur s{<were Stüe

hätten einen .geringfügigen Zoll gezahlt. Die armen Bauern | im Walde hätten damals eine Art von Ernährung dadurch } gefunden, daß jie leichtes Vieh, besonders leidite Gangochsen, |

in Böhmen gekauft, fie auf ihre Weiden getrieben, zur Arbeit

verwendet und, wenn sie au2gewaclsen gewesen, an die reihen | s i jätten. Dieser |

x F 0116 ot B Ae l N Zweig der Ernährung sei heute beinahe lahm gelegt. Aller- | fönnen. Abhülfe könne hier nur geshaffen werden durch | Einführung einer staatlihen Prüfung für solhe Chemiker, | | sei ein neuer Artikel. | nahgewiesen werde, daß das é die Einführung einer ftaatlihen Prüfung für Ckemiker an- |

Bauern in der Donau-Niederung verfauft hätten.

dings sei die Grenze ni<t bermetis< ge)perrt, aber die | Vieheinfuhr fei dur< den hohen Zoll, den man auferlegt | habe, so ershwert, daß €s einer vollitändigen Sperre nahezu | gleic;tomme. Eine Unmasse von Kautelen ershwere die Ein- | fuhr, und allgemein glaube man in der Gegend, daß nit der |! Schuß gegen die Rinderpest, sondern die Absicht, der Viehzucht ;

in anderen Theilen des Reis feine Konkurrenz auffommen | zu lassen, jene Maßregeln veranlaßt have, und daß man eben

dur< die Viehsperre die Einfuhr unmögli< machen wolle. Zuerst müsse der betreffende Einführer einen Bedarfsschein haben, der ihm nah Empfehlung von der Gemeinde durch die politische Verwaltung überwiesen werde, jedo< nur in sehr be- shränkter Weise: der kleine Bauer dürfe blos 2 Stü> Vieh, der größere Bauer nur 4 Stüd einführen. Auch dürfe er di-ses Vieh nur an einem bestimmten Tage über die Grenzfstation bringen, nämlih nur an dem, an wel<hem der Thierarzt an- wesend sei, was bei der Station, die er (Redner) zunächst im Auge habe, nur einmal im Monat der Fall sei. dieje Visitation d:5 Viehs glü>lih vorüber und alle Kautelen

erfüllt seien, dann trete erf die Kontumaz ein, das Thier !

müße eine bestimmte Zeit, 6 oder 4 Woden, in einer Stallung im Grenzbezirf stehen, was wieder mit großen Kosten ver- knüpit sei und die Einfuhr wiederum ers<hwere. davon fei das Einreißen des Shmuggels. Den an der Grenze blühenden Viehs<hmuggel zu verhindern habe man sih seit 190 Jahren vergeblich bemüht, und werde dies au< kaum

ermöglihen, weil die Grenzbauern si< einmal auf den ! Bzzug des aus Böhmen importirten jungen Viebes eingerichtet | hätten und s{le<terdings nicht zur Einsicht gebra<ht werden ; fönnten , daß der Staat ihnen darin eine Beschränkung | auferlegen fönne. Er wolle dem S<hmuggel das Wort nicht } reden, aber es handele fi< hier um Männer, die sonst bürger- ! lih maftelles dagestanden und nur infolge dieses Geseßes zu | Schmugglern geworden seien, weil sie an den Ruin gebracht ! Er wisse genau, daß dieser Shmuggel fort: j bestehe und bestehen werde. Sei mit diesem Geseß eine besere Vorsorge gegen Einschleppung der Rinderpest geschaffen, als | wenn man zu einer freieren Praxis üverginge, indem man dur /

worden seten.

Zollermäßigung den Leuten ermögliche, gesezmäßig ihren Bedar?

an Vieh einzufübren und zu verzollen? Es handele fi< um |

eine arme, sehr loyale, sehr arbeitsame Landbevölkerung, die dur< den Zoll zu shwer bedrüd>t sei. Etwas andere Ver- hältnisse feien an den Südgrenzen gegen Tirol und die

Schweiz, wo nur Milch- und Zuchtvieh zur Hebung der Vieh- hf ]

Auch hier zahle allein die Land-

rasien eingeführt würden. wirthschaft den Zol. Möchte doch der hohe Bundesrath er- wägen, ob unbeschadet des Schußes gegen die Rinderpest die jest bestehenden Kautelen nit in einer liberaleren Weise ge- handhabt werden könnten, damit die Mitbürger an der Grenze

die seit Jahrhunderten gepflegte Einführung jungen Viehes |

aus Oesterreich weiter fortzuführen im Stande feien, ohne ti auf den Weg des Schmuggels gedrängt zu fehen.

Bei dem Titel Gesundheitsamt fragte der Abg. |

Witte nah der Wirkung des Kunsibuttergesezes, bejonders des den Prozentsay von Mischungen festsezenden $. 2 des Gesezes. Nach Berichten verschiedener Handelekammern folle si der Konsum von Vargarine na Jnkrafttreten des Ge}feges noch erheblih gesteigert haben. Eine Steigerung des Preijes der Naturbutter sei ader ni<ht nur nit eingetreten, jondern im Gegentheil überall eine flaue Stimmung des Buttermarktes konstatirt. Seien nun im Verlaufe des vorigen Jahres wesentliche Ueberiretungen gegen das Kunftbuttergesez vor- gekommen und bestraft, und wie hätten si< die von Seiten des Hauses vorgenommenen Aenderungen des Gefegentwurfs der Regierung bewährt, gegen welche die Deutschfreisinnigen wegen der Shwierigkeit der Kontrole stimmen zu müssen ge- glaubt ‘hätten ?

Staatssekretär von Boetticher:

Ich bedauere sehr, daß ic dem Herrn Vorredner eine ers@êépfende Artmort auf seine Frage nit geben kann. Wir baben bi8ber keire Echekungen über die Wirkung tes Kunftbuttergesctes angestellt und es find au< feine Berichte cingegangea, aus denen si üter die Wirksamkeit des Gesetzes eiwas Sicheres entnehmen liete. Im Uetrigen glaube i< allerdirgs ebenfalis na den Markinotijen und na< den Erscheinungen, wel@e auf dem Gebiet des Buttermarktes hervorgetreten sind, daß das Kunftbuttergesci, wie es von der Maijo- rität dieses Hauses bes<lossen worden ift und demnädst auch die Zu- stimmung des Bunde2ratb2, wenn au< mit \{werem Herzen, gefunden hat, nit ron dem beatsihtigten Erfolg begleitet gewesen 1.

J unterlasse es, zu untersu&en, woran das liegt. Man kann darüber ja verschtedener Meinung sein. IH stehe n2< wie vor auf dem Standpunkt, daß ih der Fassung des $. 2, wie fie bier im Hane beliebt worden ift, die Schuld an dem mangelnden Erfolg des

nfibuttergeseßzes beilege. Aber man hat kei den Berathungen meinen Vorhersagurgen ni<t glauben wollen, und die Butter- produktion, meine id, hat es sih jeyt selber beizumessen, daß sie damals sc sehr darauf gedrängt bat, den Verbrau der Naturbutter zur Vermishung mit der Kunstbutter eirzus{ränken. Es war das meines Gra(ters niht weise von der Butterproduktion.

weiteren |

Wenn aber |

Die Folge |

Erste Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Auzeiger.

Berlin, Sonnabend, den 1. Dezember

18SS.,

j Abg. Nobbe: Er glaube keineswegs, daß es die Absicht derer gewesen, die dem abgeänderten Geseß zustimmt hätten, eine direkte Vertheuerung der Naturbutter herbeizuführen. Er selbst habe ! das Prinzip befolgt, daß die Grenze zwischen der Naturbutter

! und Kunstbutter deutli< gezogen werde. Dieses Prinzip sei | au< wi-:derholt auegesprohen worden. Die Wirkungen des |

Kroever: Er wolle nicht gegen den Posten spreSen, sondern | Kunstbuttergesezes seien sehr wohl bemerkbar, z. B. in den

nur die Unzuträglihkeiten und Nachtheile kurz schildern, die | hrenden Grenzsperre für die Grenzbewohner, |

Marfthallen, und die Grenzlinie sei deutliher als früher.

Nun folle man die wirthschaftlihen Kräfte walten laßen. | | Wenn jezt die reine Margarine mehr gebraucht werde als | | früher, begrüße er das mit Freuden. Er wise fi aber auth | | volikommen frei davon, daß er dem Volke ein Nahrungsmittel | ! nit gesagt worden,

habe vertheuzrn wolsen.

Aba. Engler: Es sei s{wierig, die Grenzlinie zwischen | e<hten und verfälshten Nahrungsmitteln zu ziehen. Bei | vielen Nahrungsmitteln könne diese Schwierigkeit zunächst | nit beseitigt werden; aber einige Verbesserungen auf diesem | Gebiete wären do<h mögli. Es fehle an Chemikern, welche |

als Sachverständige bei der Handhabung des Nahrungsmittel-

gesc8es wirken tönnten. Viele unter denselben besäßen nitt |

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die genügende Ausrüstung ihrer Laboratorien und hätten | andererseits ni<! ausreihende Kenntnisse erworben, um als !

Sachverständige bei Nahrungsmittelprozessen fungiren zu

die als Sachverständige bei Gericht wirken dürfen. Staatéjetretär von Boetticher:

diese Materie nah der gegenwärtigen Lage der Geseß- Neichtsacbe; cs müßte zu diesem Zwe>e zurähf die

nung umgeändert werden und zwar dabin, daß die Chemiker, |

cte treiben zu fônnen, einer bestimmten Approbation be- mir run befannt, daß in voller Würdigung des uf diesem Gebiet vorliegt, namenili< um auf der uncSmitteluntersu<hung Gewähr für eine sa&verständi emiscer Fragen ju geben, die preußisSe Regierung,

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Prüfung für Chemiker einzuführen, und ih weiß a iten der preußischen Regierung jeßt neuerdings über d t

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diesem Augenbli> ni<t sagen. Ich

darüker, ob man ni<ht dazu übergehen joll, die

und das Fundament für cine rei@égeseglihe Regelung |

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Abg. von Wedell-Malchow: Jn den ihm bekannten Kreisen | der Landwirthschaft und diese Bekanntschaft gehe so ziem- |

lih dur< ganz Deutschland hin jei man mit den Wir-

fungen des Kunstbuttergesezes durhaus nit unzufrieden. | Daß die Butterproduzenten fofort eine Steigerung der Natur: | butterpreise von dem Geseße erwartet hätten, davon fönne

niht die Rede sein. Allerdings müsse mit der größeren Rein-

haltung der Butier eine größere Nachfrage ih einstellen; | | Wirkung des | Schwierigkeit, | t | fchaft eine Uebertretung desselben die <emis<he Analyse nicht | T so wie nothwendig hate dur<geführt werden können. Dieje !

man solle deshalb ruhig die weitere Gesezes abwarten. Gewiß liege eine daß Uebertretungen des Gesezes nicht werden fTönnen, darin, daß

hätten verfolgt

S@wierigkeit liege aber in no< höherem Grade gegen S. 1

des ursprünglihen Regierungseniwurfs als gegen den an: |

genommenen $8. 2 vor. Die Landwirthschaft sei, unterftügt von zahlreihen Chemifern, bestrebt, diese Frage zu lösen.

Sei fie lösbar und könnten dann Uebertretungen mit Erfolg | zur Anzeige gebracht, d. h. bestraft werden, fo fönne die Land- | wirthschaft mit der Wirkung des Gesezes zufrieden sein. |

Eine Wirkung habe das Geseg jedenfalls gehabt: daß die

Landwirthe zu mischen aufgehört hätten. Mit diesem Erfolge | Ï g 3 | beiten vor dem gleih:n Fehler.

allein föônne man hon zufrieden fein.

Abg. Bebel: Die Motive für das Kunstbuttergeseß lauteten | beute ganz anders, als damals, wo es gemacht worden sei. Heute |

jollte nzan glauben, es habe si< nur um einen ethishen Zwe> | gehandelt, dafür zu forgen, daß das Publikum genau wisse, |

ob es wirtlihe Butter oder Viargarine kaufe. Thatsätlih sei die Absicht dahin gegangen, die Fabrikation von Margarine zu verhindern und die natürliche Butter zu vertheuern. Diese Absicht sei besonders teutlih dur<h den Abg. Gehlert ausge- fproen warden, der tie Margarine habe blau färben wollen; die Margarine habe fo der Mae des Volkes, die leider auf dieses Surrogat angewiesen sei, verekelt werden sollen; und das sei gtichehen von cinem Abgeordneten eines Wahlkreises, der zum größeren Theil au<h nit ein Pfund wirklihe Butter während des Jahres zu kaufen im Stande sei.

Abg. Novbe: Man werde feiner Partei aus den damaligen

Verhandlungen des Reichstages die Motive nihi nahweisen |

können, die der Abg. Bebel ihr unterlege. Es handele sich allerdings um ein ethishes Prinzip, nämlih den Schwindel zu verhindern. Den Unterschied deutli<h erkennbar zu machen zwishen Kunst- und Naturbutier, das sei die Aufgabe. Der Abg. Gehlert sei vielleicht in dieser Absiht zu weit gegangen. Ponceaurothe Butter möôge im ersten Augenbli> etwas Auf- fallendes haben, Eis esse man in diefer Farbe ganz gern ; es komme nur darauf an, fi<h an die Sache zu gewöhnen. Ob

allerdings nit.

Abg. Goldschmidt: Möge die Regelung der Saverstän- digenfrage au< Sache der Einzelstaaten sein, dafür sollte das Reich jedenfalls eintreten, daß Anklagen Seitens der Gerichte nur erhoben würden auf Grund von Gutachten von Chemifern, welche na<hgewiesen hätten, daß sie Analysen zu mahen ver- fiänden. Das fei gegenwärtig nicht der Fall. L

Staatssekretär von Boetticher: Man habe eben bis jeßt nitt staatlih geprüfte Chemiker. Zur Abhülfe der Uebelstände, die daraus entständen, daß ein unzureihendes Gutachten einer Anklage zu Grunde gelegt sei, sei aber shon vor mehreren Jahren von dem Reichskanzler eine Verfügung erlassen worden, dafür zu sorgen, daß derartige Klagen nur auf möglihst zu- verlässigen und eingehend motivirten Gutachten zu basiren seien. i: S -

Abg. Duvigneau: Dagegen , eine Grenzlinie zwischen Natur- und Kunstbutter zu finden, habe si<h Niemand aus-

esprochen, ebenso wenig gegen einen Schuß des reellen Ge- schafts, Der Zankapfel fi nur, wie die Kunstbutter hergestellt

| Die Butter folle nur im Verhältniß zur Marg

und j verscicdene andere Regierungen mit demSedanken umgeben, |

zie | nit dem Reichs-Gesundbeitsamt verbankelt worden ift. | ce ist. im Fluß; wel<en Ausgang sie nebmen wird, |

werden dürfe. Man wolle fie so gut wie mögli hergestellt wien und dazu gehöre ein Zusaß von guter Milch und guter Naturbutter. Seine Partei habe damals auc eine Rü>wir- fung auf den Verbrau von Milh und Naturdbutter in Aus- n<t gestellt, wenn diese niht mehr für die Fabrifation der Kunstbutter verwendet werden dürften. Sie bedauere, daß dur das Geses verhindert sei, dem Publikum die Kunstbutter 109 gut wie möglich zu bieten.

Abg. Bebel: Die damalige Vorlage des Bundesraths habe vollkommen genügt, um den Schwindel zu verhüten. Seine Partei sei auch niht der Anficht, daß Margarine als Naturbutter verkauft werden dürfe. Allerdings sei damals g en, daß man beabsihtige, eine Vezrtheuerung der Naturbutter herbeizuführen, aber die Herren hätten immer betont, daß dur den T ie Naturbutter billiger würde. Der Avg. l aren fönnen, den Abg. Gehlert in Schus zu 1 amit werde er nicht die geringste Zustimmung finden. Es sei ni<ts Anderes bezwedt worden, als V ie Kunstbutter dur< das Blaufärben zu verekeln. Wenn Ndáhrungsmittel fünstlih gefärbt seien, so sei das mit der Butter etwas Anderes, die seit Jahrhunderten i natürlihen Farbe ge- nossen werde.

Abg. Nobbe: ihrer natürlihen Farbe genof

Wenn

Gebrauchs der Naturbutter herbei

für geshlagen.

deutihe Volk

für die Naturbutter gegenüber der Kunstbutter

daß das Vorliebe en dürfte. rine den-

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jenigen Präzipualwerth erhalten, wie er natü Abg. Dr. Meyer (Ha i be er faum jemals in Jahr nah Erlaß dieses was man eigentli Majorität das Motiv, rframt habe und im 2 handele fi< um

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ethishe Butter vorc Bundesraths, für

wärmiten eingetreten aber dem Zese das Verbot hinzugefügt, die Margarinebut verbessert werde, auh wenn e unter diesem Namen verkauft werde. Dagegen habe seine Partei vergebli<h gekämpft. Es gebe unzählige Leute, welche die reine Kuhbutter nit bezahlen könnten, aber ihre Speisen dur< Rindertalg würzten. Zu defsen guter Zu- bereitung gehöre ein Zusaß von ehter Butter. Dieses Ver- bots, wie so man<hès anderen, mit dem man es versu<t habe, habe das prafttishe Leben einfa<h gespottet, weil die Wifen- nicht feststellen könne. Und so sei das Geseg ziemli<h ohne Wirkung geblieben. Nun fomme Hr. von Wedell-Malchow mit denr ganz neuen Motiv: „Mit dem Gese habe seine Partei niht die Butter ethischer machen wollen, sondern die Landwirthe. Die Landwirthe hâtten fi<, den Landwirthen, selbst einen Zwang auferlegen wollen, die gute Butter ni<ht mit Margarinebutter zu vermishen.“ Er acceptire das Zugeständniß, daß die Landwirthschaft niht aus freien Stücken die Kraft gewinne, ihre Fabrikate in reinem Zustande darzubieten. Das Geses habe niht die Wirkung gehabt, die man erwartet habe. Gestehe man das zu und hüte man sih bei anderen Gelegen-

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Die Ausgaben für das Gesundheitsamt wurden bewilligt. S Beim Kapitel „Ausgaben für das Patentamt“ fragte der Abg. Henneberg na< dem augenbli>lihen Stande der Reform der Patentgesezgebung; es sei wünschenswerth, daß für die großen Beiträge, welche die Jndustirie dur die Paten gebühren zu den Einnahmen des Reichs leiste, den berehtigt* ten Klagen über die Handhabung der jezigen Gesezgebung- Rechnung getragen werde.

Staatssekretär von Boetticher:

Die Reform deë Patentgesetzes üt f griffen. Sie werden es natürli finden, daß, des Patentamts ein Präsident getreten ift, fident nit einer gutahtliben Aeußerung über | Entwurf, welcher von seinem Vorgänger aufgefst worden ift, und daß ibm anheim gegeben ift, diejenigen V wel<e er, nawdem er si in das Patentwesen und in di Patentamts eingearbeitet haben würde, zu ma diese gutiahtlide Aeußerung einzus{hließen. Ich habe vor wenigen Tagen den neuen Entwurf eines 2 von dem Präsidenten des Patentamts empfangen. dieses Entwurfs hat im Reichsamt des Jnaern we Kürze der seitdem verflofsenen Zeit no< nit einget n fôönnen, und ob das in den nächsten Wochen mögli sein witd, ift mir nah Lage der uns fonjt obliegenden Arbeiten fehr zweifelhaft. Das Eine aber steht fest, daß die Reformfrage nidt aus dem Auge verloren wird,

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5 : >: T Z 5; i - und daß wir also voraussictli zu fo werden, na< Prüf man si an das Himmelb!au gewöhnt haben würde, wisse er ; 2 daß wir alfo voraussihtlid dazu fommex werden, nab Prüfung

des jeßt vorliegenden Entwurfs dem Bundesrath in der cinen oder anderen Form eine Novelle zum Patentzeseß vorzus<{lagen.

Die Neuforderungen, wel<e im vorliegenden Etat aufgestellt sind, glauben wir au mit Rü>fiht auf eine Aenderung unseres Patentsystems niht entbehren zu föônnen. Es würde in diesem Augenkli> zu weit führen, Ihnen das näher auzeinanderzusezen. Man mag eine Organisation wäkßlen, wel<e man will, so wird man die Kräfte, die bier vorgesehen sind, immer nötbig haben.

Wenn der Herr Vorredner am S&luñe seiner Ausführungen Klage gefübrt bat über die boben Lasten, welbe das Patenigeseß der Industrie auferlegt bat, so glaube ic ibn in etwas damit trôften zu können, daß an dieser Laft au<h das Ausland in nit unerbeblicher Weise, ih alaute sogar zu cinem Drittel Theil nirnmt, daß also die Beträge, wel<e bier als Einnabme aus der Verwaltung des Patent-

eseßes im Etat erscheinen, niht auss{ließli<h von der inländischen Sudustrie aufzebraht werden.

Abg. Dr. Hammacher: Es werde in Jndustriekreisen lebhaft darüber geklagt, daz Waaren, welhe im Auslande mit dem- selben Verfaÿren hergestellt würden, welches in Deutschland patentirt sei, hier ni<ht vom Patentgeses gefaßt werden könnten, wie es im Interesse der deuts Patentinhaber