1909 / 83 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Laut Meldung des „W. T. B.“ zollern“ vorgestern in Venedig eingetroffen.

S. M. S. „Loreley“ is vorgestern in Beirut ein- Sen,

M. Flußkbt. „Vaterland“ ist am 3. April von Tschungking am oberen Yangtse abgegangen.

Großbritannien und Frland.

Jm Unterhaus fragte gestern der Abg. Lyn ch (Liberal) die Negierung, ob die Abmachungen, die zwischen den von den 1üngsten Verlezungen des Berliner Vertrages unmittelbar betroffenen Staaten einzeln zustande gekommen smd, “noh der Annahme durch die Signatarmächte auf einer Konferenz bedürften, und welches die Aufgabe einer Konferenz wäre, wenn sie stattfinde.

Nach dem Bericht des „W. T. B.* erklärte der Staatssekretär Grey ta Beantwortung der Anfrage, er könne noch nit sagen, ob die Könferenz stättfinden werde oder niht. Die Aenderungen des Vertrages, auf die in der Frage hingewiesen würde, hätten in erster Reihe zwischen den Mächten, deren geseßmäßige Rechte direkt berührt würden, den Gegenstand von Verhandlungen gebildet. Die Abs machungen, zu denen man gekommen sei, würden, insoweit sie Aende- rungen des Vertrages involoieren, die Zustimmung der Signatar- mächte notwendig machen.

Auf eine weitere Anfráge, betreffend Einberufung einer Konferenz zur Besprehung der Verteidigung des Reiches zur See, erklärte der Premierminister Asquith:

Es sei ihm nit bekannt geworden, daß irgend eine von den Regterungen der Kolonien den Wuns nach Einberufung etner solchen Konferenz zum Ausdruck gebraht habe. Sollte ein folcher Wunsch von den Kolonien mit Selbstverwaltung geäußert werden, so werde die Regierung ihn sofort in ernste Erwägung ziehen.

Schweiz.

_Die deutschen und die italienischen Delegierten der JInter- nationalen Konferenz für den Rückauf der Gotthard- bahn haben sih, nach einer Meldung des „W. T. B.“, ver- anlaßt gesehen, von ihren Regierungen neue Instruktionen ein- zuholen, was eine kurze Unterbrehung der Verhandlungen verursaht. Vor morgen ist keine Entscheidung zu erwarten.

Türkei,

Der Senat hat, „W. T. B.“ zufolge, eine Kommission zur Prüfung des gestera eingelaufenen Ententeprotokolls er- nannt. Die Kommission hält heute ihre erste Sißung ab.

Montenegro.

Nach einer Meldung des „K. K. Telegraphen-Korrespondenz- bureaus“ hat der italienische Gesandte gestern ein Sgreiben mit dem Vorschlag überreicht, seine Regierung mit der a A der schwebenden Schwierigkeiten zu betrauen. Jn der Antwortnote erklärt Montenegro, Antivari werde den Charakter eines Handelshafens beibehalten, und Montenegro passe sich der Entscheidung der Mächte, betreffend den Artikel 25 des Berliner Vertrages, an. Eine Abschrift dieser Note is gestern den Vertretern dex Signatarmähte überreiht worden. j

Dänemark.

Der Aus\chuß des Folkethings zur Beratung der Geseßentwürfe über die Landesverteidigung hat gesiern seinen Bericht veröffentliht. Wie das „W. T. B.“ meldet, bean- tragt die Mehrheit des Ausschusses, die aus aht Mitgliedern der Negierungspartei besteht, verschiedene Ersparnisse. Sechs Mitglieder, darunter der frühere Ministerpräsident Christensen, fordern Ablehnung der Regierungsvorlage über die Be- festigung Kopenhagens von der Landseite durch vorge- shobene Position. Der Landesverteidigungsminister behält sih vor, diese Frage dur Volksabstimmung entscheiden zu lassen. Die Sozialdemokraten halten an ihrem Abrüstungs- anirag fest, die Radikalen beantragen bedeutende Abstriche an den Ausgaben sowie Beseitigung der Kopenhagener Land- und Seebefestigungen. Die Rechte stimmt den Geseßentwürfen der Regierung zu und beantragt verschiedene Mehrforderungen, darunter vier Linienbataillone auf Seeland an Stelle von vier Neservebataillonen.

Parlamentarische Nachrichten.

Bei der Ersaßwahl eines Mitglieds des Hauses der Abgeordneten, die am 6. d. M. in den Kreisen Zeller- feld und Zlfeld im Regierungsbezirk Hildesheim stattfand, wurde an Stelle des bisherigen Abg. Kölle, dessen Mandat für ungültig erklärt worden is, nah einer Meldung des „W. T. B.“ der Bergassessor Spinzig (freikons.) mit 86 Stimmen gewählt. Amtsgerichtsrat Kölle erhielt 76 Stimmen.

Statistik und Volkswirtschaft.

Die Abnahme der Tuberkulose unter der Bevölkerung des Deutschen Reiches.

Die Erhebungen über die Todesursachen der innerhalb des Deutschen Reiches gestorbenen Personen haben unzweideutig erwtesen, daß die Tuberkulose, insbesondere die Lungentuberkulofe, von Jahr zu Jahr immer weniger Persoren von der gleihen Anzahl Lebender dahingerafft hat. Sowohl die fortlaufend dem Kaiserlihen Gesundheits amt zugehenden monatlihen Ausweise über die Sterbefälle in den 300 bis 350 größten Ortschaften des Reiches, wie auc die gemäß einer Anregung des Reichskanzlers aus fast allen Staategebieten des Neiches an das Kaiserliche Gesundheittamt gelangenden Jahresauswelse zur Lodesursachenstatistik zeigen in erfreuliher Weise, daß an Lunzen- tuberkulose und an allen sonsticen Formen d-r Tuberkulose von Fahr zu Jahr weniger Personen auf je 100 000 Bewohner gestorben find,

Was zunächst die größten Ortschaften des Neichs, d. h. die Orte mit 15000 und mehr Einwohnern, betrifft, in denen um die Mitte des Jahres 1903 rund 224 Millionen grnauer 22 346 887 Personen lebten, so liegen hter seit einem Jahrzehnt, d. h. seit 1899, nit ganz gleihartige Ausw ise hinsichtlich der Sterbe- «fälle an Tube! kulose vor. Es fanden vielmehr bis zum Ende des Jahres 1904 Erhebungen über die Zahl der an „Lungens{chwindsucht“" Gestorbenen statt, deren Ergebnisse dem Gesuc.dheit2amt allmonatlich mitgeteilt und von diesem veröffentlicht worden find; aber seit dem Jahre 1905 sind diese Erhebungen auf alle an „Tuberkulose“ Ge- storbenen ausgedehnt worden. Man muß also, wenn man die einzelnen Jahresausweise aus tem !leßtabgelaufenen Jahrzehnt 1899 bis 1908 zu Vergleihszwecken benußt, zwei Perioden gesondert in Betracht zichen, nämlich 1. den sechtjährigen Zeit:aum von 1899 bis 1904 IT. den v'erjährigen Zeitraum von 195 bis 1908. Es ergibt sich Dann folgendes:

ist S. M. J. „Hohen-

In den mehr als ein Drtiitel der Gesamtbevölkerung des Reichs umfassenden Orten des Neis mit 15 000 und mehr Ein- wohnern starben auf je 100000 Bewohner I. an „Lungen- schwindsucht“: im Jahre 1899 226,3, im Jahre 1900 224,7, im Jahre 1901 208,1, im Jahre 1902 199,9, im Jahre 1903 194,3, im Jahre 1904 192,7, 11. an „Tuberkulose“, d. b. an Lungen. tuberkulose und allen sonstigen Formen der Tuberkulose: im Jahre 1905 226,6, im Jahre 1906 202,7, im Jahre 1907 197,7, im Jahre 1908 192,15. Cine stetige Abnahme der betreffenden Sterbefälle unter der vorwtegend Pen Beyôölkerung der etwa 300 größten Ortschaften des Reichs ist hiernah im Verlaufe sowohl der ersten sech8jährigen wie auch der zweiten vierjährigen Periode unverkennbar.

Was die Sterbefälle an Tuberkulose unter der Stadt- und Landbevölkerung des Deutschen Reichs betrifft, so liezen dem Kaiserlihen Gesundheitsamte aus dem leßtabgelaufenen Jahrzehnt von 1898 bis 1907 genaue Angaben hierüber aus 20 Staatsgebieten vor, nämlich für die 7 größten Staatsgebiete ‘des Neichs (Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen) und für 13 weitere deutshe Staaten, welhe 20 Gebiete nach dem Ergebnisse der leyten Vo!kg- ¿ählung N 98 844412 Einwohner hattèa, mithin von etwas mehr als 9709/5 der Gesamtbevölkeru-g des Neiches be- wohnt waren. Die für diesen Teil der Neichsbevölkerung an das Gesundheitsamt gelangenden Angab-n zur Todesursachenstatiftik lassen einerseits die Zahl der Todesfälle an vLungentuberkulose*, anderer- seits die Zahl der sonst durch Tuberkulose herbeigeführten Todesfälle ersehen und gewähren, da sie Jahr für Jahr auf ganz gleichartigen Eintragungen Ces wohl ein zutreffendes Bild von der Ab- oder Zunahme der betreffenden Sterbefälle.

ährend des ersten Jahrfünfts von 1898 bis 1902 waren in diesen 20 Staatsgebieten des Deutschen Retches an Tuberkulose über- haupt 585 267 P:rfonen (davon an Lungentuberkulose 533 623) ge- storben, d. st. auf je 100000 Einwohner im Mittel 1ährlich 214,1 (195,2). Während des folgenden Jaßrfünsts staben aus der- felben Ursahe auf je 100 000 Einwohner im Jahre 1903: 207,3 (186 2), im Jahre 1904: 203 5 (182,6), im Jahre 1905: 205,7 (179,7), im Jahre 1996: 1882 (162,9), im Jahre 1907 : 184,3 (159,6). Dies ergibt si aus den absoluten Zahlen der Tuberkulosesterbefälle (bezw. Sterbefälle an Lungentuberkulofe), die in den 20 Staaten bon 1903 bis 1907 natheinander betrugen: 117 765 (105 801) 117 335 (1E 008N 120338 (105.103) 111 677 (96 666) 110911

96 003) !).

Die Sonderung dieser Sterbefälle nah den Altersklassen der Gestorbenen läßt ferner erseven, daß die Tuberkulose gerade unter Personen der lebenskräftigsten Altersklasse von 15 bis 60 Jahren seltener ¿um Tode geführt hat, wie folgende Berechnung ergibt: Nach der Volkszählung von 1900 lebten in den erwähnten 20 Staaten des Deutschen Nets 54 662 484 Personen, darunter befanden sich wenn man bie für die Gesamtbevölke- rung ermittelte Altersgliederung als unverändert annimmt 31 376 266 Personen im Alter von 15 bis €0 Jahren; bet der Vol?a- zählung vom 1. Dezember 1905 lebten in denselben 20 Staaten 98 844 412 Personen, darunter bei gleiher Vorausseßung 33 776 692 im Alter von 15 bis 60 Jahren. Es starben aus dieser Altersklasse nah den vorliegenden Auëweisen während des Jahrfünsts bon 1898 bis 1902 in den 20 Staaten an Tuberkulose (Lungentuber- kulose) 421 238 (401 136) und während des Jahrfünsts von 1933 bis 1907 aus gleiher Ursache 410 094 (386 381) Personen, mithin auf je 100 000 Lebende der .bezeihneten Altersklasse : von 1898 bis 1902 im Mittel jährlich 268,5 (255,7), von 1903 bis 1907 im Mittel jährli 242,8 (228,8).

Die gleichzeiti -n »

Erhebungen über die Todesursahen ter im Alter von 1 bis ¿bn pestorbeara jugendlichen Bewohner des

eutschen Reichs hüoa, allerdings bis vor etwa viér Jahren kein Venso günstiges Ergebnis geliefert. Es sind vielmehr in dieser Ultersklasse von Jahr zu Jahr erbebliche Schwankungen der Zahl der Sterbefälle än Tuberkulose beobachtet worden, und bei einer der vorstehenden entsprehenden Gegenüberstelung der beiden leßt- abgelaufenen Jahrfüafte ergibt ih für folhe jugendlichen Personen niht, wie in der höôberen Altersflasse, eine Abnahme, sondern fogar eine geringe Zunahme der Tuberkulose-Sterbeziffer, wie fol- gende Zahlen erwetsen: Der Alteröklasse von 1 bis 15 “Jahren gehören im Deutschen Neiche nach der leßten Feststellung 31,9 9%%/ der Gesamtbevölkerung an; es lebten alfo in den oben bezzihneten, an der Todesursachenstatistik feit 1898 beteiligten 20 Staaten des Deutschen Reides am 1. Dezember 1900: 17437 332 und am 1. Dezember 1905: 18 771 367 Kinder von 1 bis 15 Lebensg- jahren. An Tuberkulose starben in diesen 20 Staaten nah den dem Kaiserlihen Gesundheitsamt vorliegenden amt- lihen Au8weisen: I. von 1898 bis 1902 naetnander 13407 13 049 14080. 13 581 1383 787, bd. \. während des ersten Jahrfünfts im Mittel jährli 13 581 Kintec von 1 bis 15 Jahren oder 77,9 auf je 100 009 Lebende dieser Altersklasse; IT. von 1903 bis 1907 nadheinanter 15 426 15 250 16 250 14 931 14 283, d, s während des zweiten Jahrfünfts im Mittel 1ährlih 15 228 Kindec von 1 bis 15 Jahren over 81,1 auf je 100 000 Lebende derselben Alterék/afsse.

Wenn sih hiernah bei solch.m Verglei eine geringe Zunahme der angeblich dur Tuberkulose veranlaßten Sterbefälle?) unter den jugendlichen Personen von 1 bis 15 Jahren niht von der Hand weisen läßt, so zeigen doh schon die vorstehenden absoluten Zahlen aus dem leßten Jahrfünft deutli, daß im Laufe dr leßten drei Berictsjahxre also seit 1905 auh in dieser Altersklasse die Zahl der durch Tuberkulose herbeigeführten Sterbefälle bereits wesent- ih geringer geworden ist, was um so mehr ins Gewicht fällt, als z¡weifel- los mit einer Zunahme der Lebenden dieser Altersklasse von Jahr zu Jahr gere:hnet werden darf. Nah Maßgabe des Ergebnisses der beiden leßten Volkszählungen und nah üblicher Fortschreibung der Beyölkerung lebten shäßungsweise um die Mitte der drei Berichts- jahre 1905, 1906 und 1907 in den hter in Betracht kommenden 20 Staalen des Deutschen Neiches 18 664 324 18 931 191 19 198 057 Kinder von 1—15 Jahren, mitbin starben nah den an- gegebenen Summen der Sterbefälle während dieser dret leßten Be- rihtsjahre nach:inander: 87,1 78,9 74,4 auf je 100 000 Lebende der Alter sklasse von 1—15 Jahren an Tuberkulose. Nach einem An- steigen dec Tuberkulosesterbeziffer im Jahre 1905 ist also ein erheh- lies allmählihes Sinken der Z fer auch in dieser Altersklasse auf ein seit langer Zeit niht beobahtetes Minimum festzustellen.

Der seit einer Reihe von Jahren in weiten Kreijen der Neichs- bevölkerung planmäßig geführte Kampf gegen die verheerenden Wirkungen der Tuberkulose hat hierna, namentlich unter den Per- sonen der mittleren, lebenskräftigsten Alterskasse von 15 bis 60 Jahren, also unter bem vorwiegend e1werbstätigen Teile ver Bevölkerung, daneben aber in neuester Zeit auch untec der jüngeren, erst heran- wachsenden Bevölkerung zu recht beahteaswerten, günstigen Ergeb- nissen geführt.

Die töôdlihen Verunglückungen in Preußen während des ares 1907.

GïA g Gefamtzahl der 1ödlihen Verur g'ückungen im elQuft 15 443 Fälle, von dexen 12344 männlihe und 3099 weiblihe Per- sonen betroffen wurden.

Nach sozialen Lebensstellungen abgegrenzt, entfallen die meiflen tödlihen Verurglückungen auf die Arbeitsstände: vom Hundert 30,37 auf Gehilfen, Gesellen, Lehrlinge und Fabrikarbeiter,

Berichtsjahre

') Val. Med.-stat. Mitteil. a. d. Kalferlichen Gesundheitsamte

Bd. X bis X11, auch die Heste von 1909.

2) Als durch Tuber auch alle diejenigen Sterbefälle, welche nah per Todetanzeige dur Skcofeln, Zeh fieber, Unterleibs\{chwindsucht, tabes mesaraica, cinen „falten Abs¿ß*, tumor albus u. dgl. herbeigeführt sind.

sh ohne die Fälle von Mord und Totschlag auf

kfulose veranlaßt gelten grundsäßlih j

13,57 auf Tagearbeiter und ähnli Beschäftigte, boten und 9,40 auf selbständig E. werbende, zusammen 56 43. dann wird man selten fehlgreifen, unglückungen der Angehörigen mitteibar oder unmittelbar auf dey Lebenserwerb der Familie bezieht, sodaß im ganzen 82,94 pom Hundert der von diejer Todesart Betroffenen mit einer mechanischen Berufsarbeit in Zusammenhang steben. Dement sprechend sie bei Nentnern, Pensionären, Altsizern und Almosenempfä-gern thre Angeb örigen eingeschlofsen nur mit 3,89 v. H. und au sehr niedrig (0,98 v. H.) im stehenden Heere und auf der

flotte. Wenn nur 3099 E by. H.) weiblihe Personen waren, dieser Umstand auf den großen Anteil bin, den der Erwer) an den genannten Todesfällen hat. Hinsichtlich der einzelnen Be, shäftigungen verunglück.en von Männern aus dem Bereiche dex

Shy,

Bergbaues und Hüttenwesens 2341 oder 18,96 v. H,, Handels und Verkehrs 1662 oder auch, daß diejenigen Gewerbe, Verlúüste zu verzeichnen haben, für diejenigen zeigen, die als erwerbstätig tödlih verunglüdckten.

Bet weitem am häufigsten Arten, du ch welche die tödlih verunglückten ereilt werden, Sturz aus der Höhe vor; Biertel aller tödlichen Unfälle ist hierdurch herbeigeführt. Stelle stehèn die dur Eririnken, an diitter die durch Ueber- j N En L gg E An N Sturz

Ö en Serunglüdungen dürften au diejenigen noch von Intere tein, welche das Nadfahbren als behollartide n Ñ se zeigt. 3 woeiblihe Personen) deren Ursache Fahrrade war. L sahe Sturz mit dem

n den der Anzahl nach an dritter Stelle stehenden 2896 tôd- lichen Verur glückungen durh Ueber fahren ift der Landespolfzeibezirk Berlin mit 193 Fällen, das find 6,66 v. H. aller Unfälle dieser Art im Staate, anteilig; betroffen wurden hierbei 153 männlihe und 40 weiblihe Personen. Von diesen sind 46 m. und 13 w,. duch Fuhrwerk, 21 m. und 7 w. dur Straßenbahnen und 24 m. dur die Eisenbahn überfahren worden. Von le teren wa!en 16. Eisenbahn, beamte bezw. „arbeiter und 8 andere Personen. mögen diejen!gen _töôdlichen Verunglückungen von 79 m. und. 23 w, Personen im Staate bleiben, die im Kraftwagenyverkehr durch U-berfahren herbeigeführt wurden, foweit Angaben darüber vor- gelegen haben. Der Landespoltzeibezik Berlin ist hier mit 27 m. und Fern A M S

erner jelen noch 45 Fälle hervorgehoben, die unter die tödlichen VBerunglückungen im Maschinenbetriebe, im besonderen dur e schen Strom herbeigeführt, gezählt sind und 44 männliche Personen sowie 1 weiblihe Person betrafen.

Ueber den Eirfluß des Alters und Geshlechts auf die Zahl der tödlichen Verunglückungen möge ferner noch dte nahfolçende Uebe: sicht Aufschluß geben. Es verunglückten tödlich : von 100 000 Perfozen

d

Personen er im Alter lebenden Bevs"kerung männl. weibl. zus. 57,28 41,78 49 59 28,56 11,42 20.02 76,63 8,66 42,26 110,01 39,92 71,12,

13,46 v. H.

zu verzeichnen,

mänul. weibl.

von 0 bis 5 Jahren ... 1417 1017 « Über 5 bis 15 Jahren 1213 481 V wm. O00 8208 949 » e 00: Jahren 1406 636. 2042 unbekannt 100 16.116

überhaupt... . 12344 3099 15443 |

Seßt man die Gesamtzohlen glei 100, fo ergibt fi, daß die Knaben im Alter bis zu 5 Jahren nur mit 11,5 v O be hen ; derselben Altersklasse mit 32,8 v. H. aller tôödlih verunglückten männ- f Iichen bezw. weiblihen Personen vertreten waren: in der Altersklafse | von üsler 5 bis 15 Jahren war die betreffende Verhältniëzzhl- bei den | Mädchen erbeblich, nämlich auf 15,5, zurückgegangen; bei den Knaben | betrug fie 9,8. Von den 15 bis 60 Jahre alten Perjovren verunglückten | |

zuf. 2434 1694 9157

dann aber verhältnitmäßig weit mehr Männer als Frauen, von ersteren nämlich 66,5 v. H. aller tôödl‘ch verunglüdten Männer, voa letteren nur 30,6 v. H. aller bezüglihen Frauen. Im G eisenalter hielten | sich die betreffenden Verhältr.izzahlen für beide G-eschlehter auf fast | gleih.r Höhe wie in der Alterék asse von 5 bis 15 Jahren; sie be- ¡ trugen 11,4 bei männlih:n und 20,5 bei weiblihen Personen.

| __ Berücksichtigt man die große Zahl der unter 15 Jahce alten ¡ 1odlich Verunglückten, so ist es von Interesse, einer Berechnung der tödlih Verunglückten unter 15 und über 15 Jahren die Zahl der | Lebenden aus den gleichen Aiterstlassen zugrunde zu legen. Daun | ergibt si, daß von 100 000 Knaben und Mädcßen im Alter bis zu | 15 Jahren die meisten in den Provinzen Ost- und West- | preußen tödlich verunglückten, während dies bei den Männern in der | Provinz Wejtfalen und bei den Frauen in der Provinz | Schlesien der Fall war. Der Landespolizeibezirk Berlin nimmt in | d'eser Beztehung eine besonders günstige Stellung cin, wenigstens | für die männliGen Verunglückten. Von 100000 Lebenden im | Kindesalter sind im Staate 39,13 Knaben und 22,53 Mädchen, | dagegen in Ostpreußea am meisten, nämlich 52,08 Knaben u d 27,91 | Mädchen tödlich verunglückt, während für den Lanvespolizeibezil | Berlin diese Verhältnis,ahlen nur 34,50 für Knaben und 15,71 für | Mädchen betrugen. Zieht man die Erwachsenen in Betracht, so sind im | Staate von 100 000 lebenden Männern 81,02, am meisten in der | Provinz Westfalen, nämli 109,35, dagegen im Landespolizeibezirk ¡ Berlin nur 41,04 Männer tödlih verunglückt. Die Frauen jedo | zeigen ein andercs Verhalten. Gegenüber den Männern verunglückt n | sle ri.l seltener; im Staate sind von 100 000 [ebenden Frauen im | Alter von über 15 Jahren nur 12,76 tsödlich verunglückt, am meisten | in den Provirzea Schlesi-zn und Posen, nämlich 16,33 und 16,12; | darauf folgt fogleich der Landespolizeibezirk Berlin mit 15 06, | während die Provinz Hessen-Nassau mit 8,01 tödlih verunglückten Frauen das günsti, ste Verhältnis aufrbeist. (Stat. Korr.)

l / | | |

Zur Arbeiterbewegung.

Gin Ausstand der Steinmeßen in Breslau ist, wie der „Voss. Ztg.“ von dort gemeldet wird, beendet. Verhandlungen, die zwischen A: beitgebern urd Arbeitnehmern im Steinmetzge werbe ftatt- fanden, kaben zu einer Einigung geführt. Der Streik, der etwa fünf Wocen gedauert hat, ist für die Streikenden er ebnislos verlaufen. Die Arbeit wird in den nächsten Tagen wieder au genommen.

Aus Kiel wird der „Köln Ztg.“ berichtet: Die an der Koblen- einfuhr beteiligten Arbeitgeber- hatten beshlossen, mit etner Lohn- kommission der ausständigen Kohlenarbeiter, die zum Ab- ( chluß eines rechtsverbindlihen neuen Lohntarifs befugt war, | neue Verhandlungen anzuknüpfen. Am 83. d. M. fand unter dem ! Vorsiß des Arbeitgeberverbandes Kiel eine Sitzung statt. Die | Atbeitgeber erklärten sh im Interesse der Wiederherstellung des

Friedens bereit, einen vierjährigen Lohntarif mit staffelförmtigen Lohn- , läßen einzuführen. Die Ausständigen, die mit der St«affelung ein- | bverstar. den sind, ftellten weitergehende Forderungen, und die Ver- handlurgen scheiterten, Es wird befürchtet, daß dur diesen Aufgang die Beilegung des wiitshaftlihen Kampfes sih sehr verzögern wird. | Sämitlide ausstäadigen Arbetter der Braunschweiger | Kohlenwerke haten, wie die „F1kf, Ztg.“ erfährt, gestern morgen die Azbeit. wieder aufgenommen. Nunmehr will die. Direktton mit Nücksicht auf die teueren Verhältnisse eine Lohnerhöhung gewähren. (Vgl. Nr. 81 d. Bl.) j Die Prager Eisenindustriegesell\cha ft hat, wie ,W.T. B.“ | meldet, mit Nücksiht auf die Ungurst der Konjunktur die Löhne auf den Kladnoer Kohlenschächten herabgeseßt, weshalb ein Teil der Belegschaft in den Ausstand g'treten is. Die Rübenbauerorganisation Böhmens hat eine Be- shränkung des Anbaus um 409% bescklofsen, da die Zudcker- fabrikanten die Organisation n|cht anerkennen und die geforderten Preiserhößhungen n!cht bewilligen.

3,09 auf Dienst, f wenn man auch die tödlihen Ver,

E man E

N E riegs.

ferner von 15 443 tôdlih Verunglüdckten wieder s so weist aug F

Begleiterschein d So sind im Becich!sjahre 57 Todesfälle (54 i lb ut s

Land- und Forstwirtshaft 2926 oder 23,70 v. H, aus dem dez E von Á aus dem Bereiche der Industrie 3521 oder 28,92 v. H, aus age S Erwähnenswert ist [F welche die höchsten hter besprochenen F zum Teil auch hohe Verhältniszahlen U

tommt unter den verschiedenen E Personen vom Schicksa[ denn ungefähr ein F An zweiter

Nicht unerwähnt

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Die „Frankfurter Zeitung“ meldet aus Winnipeg, daß fast alle

Kohlengrubenarbeiter Columbien in den Ausstand und die Lage ist drohend.

getreten find.

Literatur.

in Süd-Alberta

und Britisch- Die Vorräte sind knapp

Von Polfters Jahrbuch für Ansicdelungen, für Ins dustrie, Wohn- \ewie Erholungs- und Kurzwecke, _Bauländereten, Nerkehrs- und Kraftanlagen liegt der Band I1Il für 1908/09 yor. (Verlag von Lutwig Degener in Leipztg, 6 ,) Der erste Abschnitt des gut ausgestatteten Buches handelt vom Eisenbahnwesen und Verkehr auf dem Lande. Es3'sind hier die im Bau begriffenen und geplanten Eisen- hahnlinien in den ‘deutsWen Buntbesstaaten und ausländishe Eisenbahn- projekte zum Nathschlag für die deutshe Industrie aufgeführt und ver- \hiedene andere Verkehxsfragen Elektrisiccung der Bahnen, Auto- mobilverkehr, Straßenentlastung und Schnellverkehr kurz erörtert. Der zweite Teil behandelt die Luftshiffahrt, der folgende handelt von den Wasserstraßen und dem Verkehr zu Wasser sowie von den

Talsperren. Es folgen Abschnitte über

Mineralien aller Art, über Wasseryerhältnisse, über A und Juristisches îm Terrain- und Grundstück3-

Börsentechulsches wesen,

stüds- , Rechtswesen

Hypotheken- und Mtetwesen,

im Grundstücksverkehr,

über geseßliche und s\teuerliche «Verhältnisse

Über

Fundorte von Ftnanzielles,

neue

Grund- und über

im

Finanz - Korporationen,

Über

neue industrielle Arsiedelungen und über Erweiterungen, Verkehr3-

einrihtungen 2c. bestehender Industricunterne widelung der Großstädte, Erholungsstätten, Wasserwerke und Wasserwirtschaftlihes.

bhmungen, über die Ent- endlich über Elektrizität, Auf einen Raum von

340 Drucksciten ist in dem Buch ein sehr reiches Matertal zusaunnen- getragen und objekity verarbeitet. Industrielle und Kapitalisten werden in thm manches Interessante und Wifsenswerte finden. i

Die durch thre farbigen Wiedergaben von Gemälden rühmlichst belannte Kunstanftalt von Trowißsch u. Sohn in Frankfurt a. O. hat eine Reproduktion von Henry Enftelds Gemälde „Mondnacht auf dem Meere” in unvergänglichen Farben im Maßstabe von 69 X 98 ecm

herstellen lasen.

Das Bild, das auf der vorjährigen großen Berliner

Kunftausfiellung zu sehen war, zeigt eine Brigg, auf lei{tbewegtem Meere, deren Signallihter im dunkeln Wasser leuchtende Reflexe

erzeugen. Die Wiedergabe reiht fich den

anderen farbigen Kunst-

blättern der Anstalt (CTheulow „Novemkertag“, Bödlia e Toteninsel“ u. a.) würdig an und ist für 35 46 durch die Buch- und Kunst-

handlungen zu beziehen.

Ein Volkéêroman aus dem alten Stiyr „Die arme Margaret“

von ‘Enriea von Handel- Mazzetti

„Deutschen Rundschau“.

Selma Lagerlöfs: „Das Mädchen vom Moorhof“.

eröffnet t Das Heft enthält ferner eine Novelle

tas Aprilheft der

In dem Brief-

wechsel zwischen Johannes Brahms und Spitta, aus dem Professor Carl Krebs eine Auswahl mitteilt, werden besonders die Ausführungen Spittas, ‘des Begründers der modernen Musikwissenschaft, über die

Kowpositionen des Meisters Interesse exregen. Dr. Werner Weisbach

entrolltein Bild von Gottfrted Schadows Schaffen und seiner künstlerischen Entwicklung, im Anschluß an die {üngst in der Berliner Akademte der

Künste veranftalt-ten Gedächtnigausstellung.

Neber Ludwig X[V. und

die Madame Maintenon bringt das Heft einen Aufsaß aus der Feder

der Laty Vkennerhassett, der im Gegensaß das Bild der Frau durch die Fälshungen

zu den Gnlstellungen, die La Beaumelles u. a. ‘er-

fahren hat, die neuen Forschungen zusammenfaßt und zu wichtigen

Ergebnifsen kommt. auf Grund eigener Anschauungen Kultur des indishen Reiches. ( Neiche behandelt der Gehetme Kircenrat

Notizen.

„Die Umschau“, Uebersicht über die Forishritte und Be- wegungen auf dem Gesamtgebiet der Wissenschaft und Technik? sowie ut as FnuS a. Ms

. Bechbolds Verlag), Preis vterteljähr ,60 46. Unter den VobciEtten, die ihre Leser über die For!shritte in Wissenschaft und Technik sowie aktuelle Zeitfragen unterrihten, nimmt die „Um- Sie bietet nuc Aufsätze hervors-

ihrer Beziehungen zu

hau* eine führende Stellung ein.

ragender Fahmänner aus den verschiedensten Wissensgebieten. sonders wertvoll find auch thre zahlreichen Illustrationen, die das Besentliche der Neuerungen usw. auf den erften Bli&kenntlich machen.

und - vtelseitiger q Die Religionsmischung im römischen Eine Neihe fleinerer Aufsäße {ließt das Heft ab: König Karl von Rumänten. Von Paul Lindenberg. Rußland im zwanzigsten Jahrhundert. 2 M. v. Brandt. Theodor Fontane. Von Rich. M. Meyer. Literarische

Ein Aufsaß des Grafen Vay de Vaya schildert

Studien die

Hausrath.

Be-

Land- und Forstwirtschaft.

Ernteergebnisse in Großbritannien und Irland im Jahre 1908.

Den „Agricultural Statistics 1908“ (Part IT) bes yBoard of Agriculture and Fisheries“ in Yondon wird dte folgende Zusammen- stellung über tie Ergebnisse der Ernte Großbritanniens und ZFrlands

in des Fahren 1908 und 1907 entnommen: Anbauflä@ße 1908

1000 Acres 1 663 1822 4 169

295

155

l 149

Gesamtertrag 1908 1907

1000 Quarters 6741 7066 . 7696 8387 22'001 22961 1114 1338 545 593 1000 Tons TLLUT 0 224

Weizen Gerite . afer . Z3ohnen

rben

Kartoffeln Swhwedische und avrdere Steckrüben . 29 185 Mangold . . 19574

Kleeheu 5132 5442 Grasheu . 95606 10162 1000 cwts.

471 374

1830 200

3 081 6 399

39

26 181 10118

1907

1 664 1 883 4198 310 161

1140 1838 517

3077 6 390

45

Ertrag 1898/1907 pro Acre im

Jahres 1908 1907

durh- \chnitt Bushels Busbels 32,42 33,99 31,93 33,79 35,64 33,88 42,22 43,76 41,49 3022 34,56 830,28 28/21 29,44 Tons

27.26 Tons 6,19 4,58

4,99

13,54 19,09 cwts, 33,07 30,11

8,84.

15,9% 14,24 21,15 19,57 Ccwrts 03,041 0 D,04 29,71 31,80

12,10 8,33

Viehbestände Großbritanniens 1908

Die Viehbestände Großbritanniens stellten sich am 4, Junt 1908 (die enlsprehenden Ziffern des Vorjahrs sind zum Vergleiche bet-

L efügt) folgendermaßen dar:

À Pferde, nur für laudwirt-

1908

shaftlihe Zwecke 1119 324 oh nit zugerittene oder eingefahrene Pferde :

ein Jahr und darüber . unter einem Jahre .

Kühe, milchend .

Kühe, oa

Anderes Yindvteh:

aweljährig und darüber

ein, bis zweijährig .

unter einem Jahre . Mutterschafe zur Zucht . . 10 569 089 Andere Schafe :

ein Jahr und darüber . - 5 632 767

unter einem Jahre . . 10917874 1.

Zulhtsweine à . 369476 ndere Schweine „, 2 454 006

(Agricultural Statistics 1908 Patt L and Fisheries,)

299 309 126 538 2 197 763 566 017

1 371 688 1 415 483 1354 183

Stüdckzahl ala

10 277 140

Zut- oder Abnahme

3 397

1907

1115 927

14 143 48 450

4 984

17 253 24 931 30 717 291 949

439 170

273 156 380267 10791

2256499 —- 197 507. Board of A griculturs

313 952 126 490 2198 223 561 033

1 388 941 1 440 414 1 323 466

+ 1+]

5 193 597 0 644 718

S

Bon

Rolle. Nah den letzten Schafe in diesem Rayo1

den Kopf. ; Vor 8 Jahren pachte land im Gebiet Akimolin

auf

dorthin aus dem Gouver \chafe. man brachte feinwollige aus den Gouvernemeuts. Dongebiet. Gegenwärtig Schafzucht betreiben, \cho 50 000 Stück gestiegen. wolligen Schafen fteht Schwarzen Meer, dessen

haf.

Dieser Rayon is auch

Gouvernements Tomsk; Steppe Bel-Agat, in d Gegenden vor.

fehr günstig. Als scheint die Menge Land, dessen Billigkeit.

der natürlihe Zuwachs verlaufen. Zu den Miß

züchter follen recht häufig Neise eingeht, entweder

port von großen Mengen ¿üchter bedienen fich ne

fachen Treiben auf viele günstig auf die Gesundhe wirkt, A

Gesundheitswesen,

künfte von Maskat suchung angeordnet, die Sanitätsarzt befindet, zu

Í

te vo n Hongkong ankommen, getroffen worden.

| :

j

Scinem Beispiele

Westsibirien jeßt vorhandenen feinwolligen folgen das Ramboullletschaf, Karakul-Malitsch- und das Buchara- Als Gegend für die Berbreitung der regelrechten Schafzucht erschien în der ersten Zeit der Landstrich, der an die Sibirische Eisenbahn zwischen den Städten Omsk und Petropawlorosk angrenzt.

Die Merinoshafzuht in Sibirien. In dem wirtisckaftlichen Leben der ländlichen und nomadisterenden Bevölkerung Westsibtriens spielt die Schafzucht eine sehr bedeutende

statistis@en Daten wird die Menge der 1 auf 3500 900 Kopf berechnet. Schon

diese sehr bedeutende Zahl zeigt, welche große Bedeutung die Schaf- zut für Wesisibirien und vor allen Dingen für das Steppengebiet hat. Bis ia die legte Zeit wurden dort aus\chließlich zwei ein- heimische grobe Schufsarten gezüchtet: das einfae Bauernschaf mit einem Ertrage von 3—4 P schaf (Fettschwanzshaf) mit einer Talgertragsmenge von 15—40.Pfund

fund Wolle und das kirgisi\he Steppen-

te ein Schafzüchter aus dem südlichen Nuß- sk unweit der Station Marianowka der

Sibtrischen Eisenbahn gegen 5000 Dessätinen Land und brachte

nement Taurkten gegen 200 Stück Merino- folgten bald auch andere Schafzüchter; Swhafe dorthin aus dem Kubangebiet, Stawropol und Taurien und aus dem ist die Zahl der Wirtshaften, die solche n auf 27 und die Zahl dieser Schafe auf Von den nach Sibirien gebrachten fein- an erster Stelle das Merinoshaf vom Menge jeßt {hon 75% der gesamten in Schafe ausmacht, sodann

gegenwärtig der wichtigste; die regelrechte

Schafzucht strebt aber jet hon dana, ihre Grenzen zu erweitern, und erstreckt sich allmählich \chon in die Steppen hinein, strom hinauf und dringt sogar bis in den

den Irtysch- Altaibezirk des benachbarten in das Gebiet von Semipalatinsk, in die as Gouvernement Tobolsk und in andere

Die wbortigen Bedingungen find für eine breite Entwicklung der feinwolligen Schafzucht in erste und wichtigste unter diesen Bedingungen er- das für die Schafzucht geeignet tit, und | Die Steppen find ferner dort noch nicht so um- gewühlt und ausgetreten, wie im Süden Rußlands, Sodann foll

Westsibirien und speziell im Steppengebiet

der Schaje în Sibirien ein bedeutend

stärkerer sein als im Süden Rußlands und die Anzucht sehr günstig |

ständen dagegen, die der regelrechten Ent-

wicklung der Schafzucht in Sibirien hinderlich sind, gehören vor allen Dingen die noch nit genügend geordneten Verhältnisse für die Be- förderung der Schafe mit der Eisenbahn. Nah Angabe der Schaf-

Fälle vorkommen, wo das Vieh auf der durch Ueberfüllung der Waggons oder durch

die shlechte oder ungenügende Einrichtung der Waggons für den Transport von Schafen, ferner durch langen Aufenthalt unterwegs oder dur Mangel an Wafser zum Tränken des Viehs. Ein weiteres großes Hindernis der s{aellen Entwicklung der feinwolligen Schaf- zucht in Sibirien liegt in dem hoh: n Eisenbahntarif, der den Trans-

von Schafen unmözlich maht. Die Schaf- uerdings immer weniger der Eisenbahnen

und wenden fich der früheren Transportart der Schafe, zum ein-

tausend Werft, zu, was natürlich sehr un- it der nach Sibirien gebrahten Schafe ein- (Nah Wijestnik finansow.)

Tierkrankheiten und Äbsperrungs- maßregeln.

Türkei,

Der internationale Gesundheitsrat in Konstantinopel hat unter Aufhebung dec früher verfügten Quarantänemaßregeln für die Her-

und Bahreïn eine ärztlihe Unter- im ersten türkishen Hafen, in dem ih ein erfolgen hat.

Indien:

Nach elner Mitteilung der Regierung von Bengalen vom 9. März d. J. sind wegen des Ausbruchs der Pest in Hongkong

Quarantänemaßregeln in den Häfen von Orissa gegen Schiffe,

Verdingungen im Auslande. (Die näheren Angaben über Verdingungen, die beim „Reihs- und

¡ Staatsanzeiger“ ausliegen, in n i | Expedition während der Dienststunden von 9 bis 3 Ühr eingesehen

14. April 1909, 11 fer vicinaux 74 Rue Magazinen tin Burdtenn

dEingeschriebene Angebote zum 13, April.

1s. April 1909, Mons: Lieferung von Notuve-Dame-Louvigntes.

können îin den Wochentagen in dessen

werden.) Belgien.

Uhr. Sociétó nationale des chemins de de la Science in Brüssel: Bau von e. 741 424 Fr. Siterheitsleistung 7000 Fr.

Diittags. Gouvernement provincial in Schulmöbeln für die Schule in Chausssée- 1. Los 8247 Fr. 2. Los 1891 Fr. Ein-

geschriebene Angebote zum 14. April.

16. April 1909, 12 Uhr.

Stalioa de Mons: Lieferung von

Materialien zur Instandhaltung der Gebäude der belgishen Staat9-

eisenbahnen der Gruppe spócial Nr. 125 ftostenfr

20. April 1909, 10 U d’Anvers, Rue du Mai trishen Beleuchturg 92 952 Fr.

im Sicherheitsleistung 9200 Fr.

Mons. 7 Lose. Cahier des charges ei. Eingeschri: bene Angebote zum 12, April. hr. Commandant du génie de l’enceinte Nr. 21, in Antwerpen: Anlage der elek- neuen Militärhospital in Antwerpen. Cahier des charges und

die Pläne für 2 Fr. bezw. 5 Fr. Nu? des Augustins 15 in Brüssel. Eingeschriebene Angebote zum 17. April.

20. April 1909, 3 Ubr.

Administration des hospices, Boule-

vard Botanique (hôpital Skt. Jean) in Brüssel: Aufstellung eines

| Gas8motors und einer Pumpe im hôpital maritime Roger de | Grimberghe à Middelkerke,

21, April 1909, 12 Uhr. Börse in Brüssel: Vergrößerung des

Magazins für Etsenbah Brüssel. 23 892 Fr.

charges spécial Nr. 108 für 80 Gratimes,

gebote zum 17. April. 28. April 1909, 11 for vicinanx, 14 Rue

nsiherheitsapparate. Rue Belliard 76 tn Sicherheitslelstung 2200 Fr. Cahier des Eingeschriebene An-

Uhr. Société nationale des chemins doe de la Scierc2 in Brüssel: Bau einer

Strecke von Marbehan nah Jamoigne der Linte Marbehan—Floren-

ville Ste. Cécile. Eingeschriebene Angebote Demnächst.

270 067 Fr.

Gouvernement provincial de Mons:

Sicherheitsleistung 27 003 Fr.

zum 27. April. 1) Bau

einer Kirche in der Gemeinde yon N.-D. de Lourdes in Quaregnon, 89 940 Fr.; 2) Autbesserung verschiedener Wege in Ostiches, 28 090 Fr. ; 3) do. în Donstiernes, 4539 Fr. ; 4) do. in Naast, 189 704 Fr.

Verkehrsansfstalten.

Bet dem Brande hon Hayanna dürften P verloren gegangen sein, Amerikalinie zurzeit des Bord hatte.

des Dampfers „Altenburg“ im Hafen

ostsendungen aus Deutschland nicht da der Dampfer nah Angabe der Hamburg- Brandes Deutsche Poft

Theater und Musik.

Im Köntglichen

Opernhause wird als nächfte Neuein-

studierung für die zweite Hälste dieses Monats eine Ausführung von

„Don Juan*® vorbereitet.

Herr Bronkgeest wird die Titelrolle singen,

Herr Lieban den L:porello. Fräulein Melanle Kurt aus Braunschwetg, vom Herbst ab Mitglied der hiesigen Oper, ist für die Nolle der Donna Anna ausersehea, Fräulein Ober wird die Donna Elvira fingen und Fräulein Jeanne Deyery, eine Schülerin von Frau Professo: Niclas. Kempner, als Zerline auftreten. In der Rolle des Don Octavio wechseln die Herren Kirhhoff und Sommer ab. Den Komthur singt Hatt Knüpfer, und Herr, Griswold den Masetto. Die musikalifche eitung der Oper liegt in den Händen tes Kapellmeistecs Bie, die Negte führt Herr Droescper. Im. Königlichen Schausptelhause wird am nä{sten Mittroohh, den 14. d. M., zum ersten Male „Ein Puppenheim“ (Nora) von Henrik Ibsen in der Ueberseßung von M. von Borch aufgeführt. Die Hauptrollen sind mit den Herren Patry, Lindner, Kraußneck und den Datnen Somary, von Mayburg und von Arnauld beseßt. Die Regie führt Dr. Paul Lindau. Morgen bleibt das Schausptelhaus geschlossen, ebenso am Karfreitag und am Sonnabend. i:

Im Berliner Theater finden nur noch wentge Aufführungen der Kalishshen Posse „Einer von unsere Leul’" statt, da die dietjährige Spielzeit bereits am 23. d. M. thr Ebe errceiht. Am 24. d. M. eröffnet die Direkiion des Berliner Theaters ein kurzes Gastsviel in Prag und wird vom 1. Mat ab für mehrere Wochen im Wiener Carl Thea*er gaslieren. Gleicßzeitig, also am 24. d. M. beginnt im Berliner Theater Direktor Bendiener ein auf mehrere Mcnate hes- rehnetesGastspiel des Hamburger Neuen Op erettentheaters mit der in Wien und in Hamburg mit Erfolg aufgeführten Operette „Herbstmanöver“.

Im Lrianontheater wird morgen und am Sonnabend „Monsieur Alphonse" aufgeführt. Am Karfreitag bleibt das Theater ges{lofsen. An den heiden Osterfetertagen, Abends, wird der Schwank «Liebesgewitter" gegeben. Nachmittags wird „Der Satyr* aufgeführt.

Mannigfaltiges.

Berlin, 7. April 1909.

Der söffentlihe Wetternahrihtendienft in Nord- deutschland. Der während der Sommermonate der leßten drei Jahre durchgeführte öfentlihe Wetterdienst wird im laufenden Jahre mit dem l. Mai wieder eingerichtet. Es foll durch Ausgabe von Wettervorhersagen und dur rashe Verbreitung von Wetterkarten in erster Linie den Land wirten Gelegenheit gegeben werden, das jeweils bevorstehende Weiter bei ihren Arbeiten besser berüdsihtigen zu können. Den beteiligten Kreisen werden nahstehend die wichtigsten Punkte über die Einrichtung des Wetterdienstes und setner Aufgabcn in Erinnerung gebracht.

Das Gebiet Norddeutschlands ist in zeha Wetterdienstbezirke cins geteilt, deren jeder eine Wetterdienststelle besizt. Die Dienststellen haben ihren Siy in Königsberg i. Pr., Bromberz, Breslau, Berlin, Ham*ckurg, Magdeburg, Ilmenau, Weilburg, Frankfurt a. M. und Aachen. Alle diese Dienststellen empfangen an jedem Morgea durch „Vertinitilung der Hamburger Seewärte telegraphisG die Wetter- beobachtungen, die um 8 Uhr Morgens an etwa 70 über ganz Euroya verteilten Wetterrtationen angestellt sind. Außerdem erhalten sie tele- graphische Morgenberihte von einer Anzahl wichitger Octe ihres Be- zirks und Postkarten von etner größeren Zahl über Deutschland ver- teilter Stationen, die das Wetter des Vortages melden.

Mittels dieser verschiedenen Angaben werden Karten über die Witterungsvertetilung in Europa hergestellt. Auf Grund von Ver- gleihungen diefer Karten mit denen der vorangegangenen Tage sowie auf Grund genauer Beobachtungen der Witterungé vorgänge am Ort der Wetterdtenststelle werden alsdann Wetter- vorhersagen für den nähsten Tag (von Mitternacht bis Mitternach!) aufgestellt. Diese Vorhersagen, die nah den klimatischen Unterschieden innerhalb des Bezirks für verschiedene Gebietisteile oft verschiedene Fassung erhalten, werden der nächstgelegenen Tele- graphenanflalt bis 11 Uhr Vormittags mitgeteilt, von dieser tele- graphisch an alle Telegraphenanstalten des Bezirks gegeben und während der Sommermonate dort vor 12 Uhr Mitta,„s öffentlich ausgehängt. Ste sind außerdem gegen mäßige Abonnementszebühren dur die Post zu beztehen oder telephonisch von den Telegraphen- anstalten gegen eine jedesmalige Gebühr von 10 4 zu erfragen. Die Vorhbersagen kennzeihnen das Wetter kurz und follen außerdem nach Möglichleit regelmäßig aussprehen, ob am nächften Tage Niederschläge zu ercwoacten sind.

Außer der Vorhersage wird während des ganzen Jahres eine gedruckte Wetterkarte in den Vormittagsstunden hergestellt und baldmöglichst durch die Post verbreitet. Die Wetterkarte ist eine Land- farte, die mit einfahen und auf jedem Blatt erklärten Zeichen die Ver- teilung des Laftdrucks über ganz Europa darstellt und Angaben über Temperatur, Bewölkung, Nieder|chlag und Wind an den einzelnen Beob- ahtungsstationen entkält. Sie gibt also einen Ueberblick über die Wetter- lage in Europa um 8 Uhr Vormittags des Kartenausgabetages. Außer- dem enthält die Karte eine kurze sahlihe Schilderung der Witterungs- veiteilung und eine allgemein gehaltene Weitervorhersage. Diefe Karten erleichtern somit dem Leser das Verständnis für die am eigenen

ohnort beobahteten Witterungsvorgänge und geben ihm die Mösg- lichkeit, seine eigenen Anschauungen über das Wetter zu vervollkommnen. Es wäre sehr zu wünschen, daß seitens dec Gemeinden auf die Wetter- karte abonniert würde, um sie an allen Telegraphenanstalten, Dienst- gebäuden, Schulea oder an sonst geeigneten Pläßen öffentlih aus- zuhängen, Auch i zu hoffen, daß zahlreiche Private von der

nicht mehr an !

Möglichkeit des billigen Abonnementsbezuges (monatlih 50 Z) Ges brauch mahen. Sämtliche Postanstalten nehmen Bestellungen ent- gegen.

Da der Wert der Wetterkarten durh tunlihst beschleunigte Zus stellung erhöht wird, wird alles versuht werden, um die Zustellung an die Abonnenten noch im Laufe des Ausgabetages zu bewirken, soweit dics überhaupt nah den postalishen Einrichtungen möglich ift. In einzelnen Welterdienstbezitken sind zur beshleunti.ten Versendung der Wetteikrten Kartenausgabestellen (in Flensburg, Olderburg i. Gr., Dortmund, Aachen, Gießen und Caffel) eingerihtet worden.

Es muß au jeßt wieder ausdrückiih hervorgehoben werden, daß der Wetternachrihtendienst etne neue Einrichtung i, die immer noch mehr oder wentger den Charakter eines Versuhs trägt und dem- entsprehend zu bearteilen is, Wenn demna zurzeit nicht erwartet werden kann, daß sich der Wettervorhersagedienst als eine durhweg einwandfre!e Einrichtung erweist, so wird do dies Ziel um so cher und um so vollständiger erreiht werden, je mehr die beteilizte Be- völkerung dur vers!ändnisvolles Eingehen auf die geshilderten Ver- hältnisse zur Ueberwindung der Schwierigkeiten und zur Förder ing des SGe!ing?ns beiträgt. B

Der Hauptausshuß für Berlin und die Mark Brandenburz des Deutschen Flottenvereins veranstaliet auch in diesem Jahre zwei volkétümlihe Sonderfahrten. Die erste fünftägige Sonderfahrt findet vom 16.—20. Juni von Berlin nah Hamburg Helgoland Wilhelmshaven Bremen Berlin statt. Der Preis hierfür etns{l. Verpflegung (obne Geträike), Eisenbahn- und Damypferfahrten, Führung, agen- fahrten, Besichtigungen beträgt bei Wahl einer Eisenbahnfahrkarte ITL Klasse 70 6, bei Wahk ciner Cisenbahnfahrkarte 11. K'asse 78 6. Anmeldungen werden bis spätestens 5. Junt d. J. erbeten. Die zweite, siebentägtge Sonderfahrt nah Friedrihsruh- Hamburg-Kiel-Korsör-Kopenhagen-Malmö - Trelleborg- Saßnißt în der Zeit vom 23. bis 29. Juni dürfte au b:sonders dec halb interessant und lehrreich werden, da der Aufenthalt in Kiel gerade zur Kieler Woche statifiadet, und da auf einem Sonderdampfer die große Wettfahrt des Kaiserlichen IJachtklubs begleitet wird. Der ee diefer Fahrt eins{chl. Eisenbahnfahrten, Dampfer- und Wagenfahrten, Be- sihtigungen, Verpflegung ohne Getränke —, Führung beträgt bet Wahl de Eiseabahnfährkarte ITI. Kl. 115,— 6, bei Wabl etner Eisenkahnfahrkaïte 11. Kl. 125,— 4. Anmeldungen sind bis zum

15. Juni spätestens an den Hauptausshuß, Berlin SW. e Berr.burger Str. 35, zu richten. Programme find vom 15. Ap1 ab tm Geschäftszimmer erbältlih.