1909 / 106 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

des Großkreuzes des Kaiserlich Fapanischen Ordens des heiligen Schaßes:

dem Generalleutnant von Below, Kommandeur der

1. Gardedivision; : des Offizierkreuzes des Kaiserli Japanischen Verdienstordens der aufgehenden Sonne:

den Majors von Berg und von Loeper im 2. Garde- regiment z. F.; des Ritterkreuzes zweiter Klasse desselben Ordens:

dem Leutnant von Bock und Polach im 2. Garde- reaiment z. F. ;

des Kaiserlih Japanishen Paullownia- Ehrenzeichens erster Klasse:

dem Feldwebel Klinger im 2. Garderegiment z. F. ;

des dem Kaiserlih Japanischen Orden des heiligen Schaßes angereihten Ehrenzeichens erster Klasse:

dem Vizefeldwebel Stenz im 2. Garderegiment z. F. ;

des Großkreuzes des Königlich Großbritannischen Viktoriaordens: dem Generalleutnant von Below, Kommandeur der

1. Gardedivision, E Allerhöchstihrem Generaladjutanten, Generalleutnant von

Schen ck, kommandiert bei Seiner Kaiserlichen und König-

lihen Hoheit dem Kronprinzen des Deutschen Reichs und Kron-

adresse ist für die Zeit / , N im inneren been Verkehr noch im Verkehr mit dem

Ausland ausgenommen Argentinien gestattet. Argentinien können auch in dieser Zeit mehrere, jedo höchstens drei Pakete, mit einer Posipaketadresse versandt werden.

betreffend die Einfuhr von tierishen Erzeugnissen

1895 über die Einfuhr von tierishen Erzeugnissen aus Däne- mark wird wie folgt abgeändert:

Mähne und Schweif, sofern sie mit anderen Haaren nicht vermischt sind.“

betceffend die Versendung von Paketen während der Pfingstzeit.

Die Versendung mehrerer Pakete mit einer Postpaket- i 4 Lai 93, bis einshließlich 30. Mai

Nach

Berlin, den 28. April 1909. : Der Staatssekretär des Reichspostamts. Im Austrage: Kobelt.

Landéspolizeilihe Anordnung,

aus Dänemark. Meine landespolizeilihe Anordnung vom 16. November

111. Stammseebat.,, zum III. Seebat. Marinestabsingen. vom Stabe S. M. Schiffes „Hessen", mit der

Vertretung des beurlaubten Insp. Ingen. der Insp. des Bildungs-

wesens der Marine beauftragt. der I. Werftdiv., zum Stabe S. M. Schiffes „Hessen“ verseht,

Braunschweig), Haake (Thorn, Ga1de), Kubaschewski (Inster-

(I 2 anm a Sun y burg) elen (Neustettin, Garde)“ Müller (Weißenfels), Späth (Mae), Oberveterinäre der Landw. 2. Aufgebots, der Abschied bewilligt.

13. April. Nohnke, Unterzahlmstr., zum Kalkulator bei der

Armeeabteil. des Kriegsministeriums ernannt.

14. April. Burghardt, Oberzahlmstr. vom 2. Lothring,

Feldart. Regt. Nr. 34, zum XI. Armeeko1ps verseßt.

Kaiserliche Marine.

usw. 23, April. Kuhlmann, Lt. vom

Offiziere kommandiert. Böseke,

Schaedla, Marineoberingen. von

96. April. Barckhausen, Oberlt. zur See vom Stabe S M.

Schiffes „Undine“, zur Verfügung der 11. Marinetnsp. gestellt. Graf v. Linden, Oberlt. zur See von der I1. Marineinsp., zum Stabe S. M. Schiffes „Undine® verseßt. See, Adjutant bei der Insp. der Marineinf., zur Teilnahme an der diesjährigen Korpsgeneralstabsreise des 1X. Armeekorps kommandiert,

y. Sierakows ki, Oberlt. zur

„Gestattet ist die Einfuhr von rohen Pferdehaaren aus

Swleswig, den 16. April 1909. Der Regierungspräsident. von Dolegas- Kozierowski.

Nichlamtliches.

Deutsches Reich. Preufsßen. Berlin, 6. Mai. Der Bundesrat versammelte sih heute zu einer Plenar:

Niederlande,

Bei der jungen Prinzessin Juliane haben nach einec Meldung des „W. T. B.“ Patenstelle a nan: die Königin-Muttec der Niederlande, die Großherzogin von Baden, die Großherzogin-Witwe Marie von - Mecklenburg (Mutter des Prinzen Heinrich), die Fürstin-Mutter zu Wied die Prinzessin Mathilde von Schwarzburg-Rudolstadt (Groß: mutter des Prinzen Heinrich), die Fürstin zu Erbach-Schön- berg (jüngere Schwester der Königin-Mutter), der Herzog Johann Albreht zu Mecklenburg, Regent von Braunschweig und der Herzog Adolf Friedrih zu Melenburg. : e Jn der Ersten und in der Zweiten Kammer standen gestern die an die Königin aus Anlaß der Geburt der Kronprinzessin abzusendenden Glückwunschadressen auf der Tagesordnung und fanden Annahme. Jn der Ersten Kammer erfolgte, obiger Quelle zufolge, der Annahmebeschluß na kurzer, in der Zweiten ohne Deoatte. An der Sigung der Zweiten Kammer nahmen die Sozialisten niht teil.

Türkei.

Der gestern erlassene Hatt-i-Humajun, betreffend die Ernennung Hilmi Paschas zum Großwesir und Sahib Moltas zum Sceik ul Jslam, wiederholt nah ciner Meldung des „W. T. B.“ die Versicherungen, daß die Verfassung entsprehend dem Scheriat vollkommen befestigt, das Land vóllig die materiellen und moralischen Vorteile und Fortschritte des Verfassungsregimes genießen und daß Ruhe und Ordnung werde wiederhergestellt werden.

Das neue Kabinett ist gebildet und folgender-

1,39 v. H. 30,47 D 45,60 17 0,64 19,74

Kieselsäure

Cisenoxyd .

Tonerde

TitanfatE

bygroskopisGes Wasser .

hemisch gebundenes Wasser . : Summe 99,01 v. H.;

4) endlich tritt noh eine vierte, feste, löherige Gesteinsvarietät auf, welhe durch ihre matte hellgelbe Farbe eiren hohen Tonerde- gehalt verriet, Leider aber daneben von einem Ney von opal- oder chalzedonartiger Kieselsäure durhtrümert wird, fodaß die Analyse einen beträhtlihen Gehalt dieser bei der Verarbeitung des Baurits unerwünshten*) Substanz aufwtes:

K'eselsäure .

Eisenoxyd .

Oer S

Tilansäütes e

hyzro|kopishes Wasser. . . 0,48

chemisch gebundenes Wasser . 21,63 Summe 97,79 v0.

Für die Verarbeitung auf Tonerde dürften demnach wohl nur die unter 2 und 3 besprochenen Varietäten geeignet sein, welche einen Tonerdegehalt von 45,6 bis 52,1 v. H. bei einer Gesamtmenge von 2,15 bis 2,56 v. H. Kieselsäure und Titansäure aufweisen.

Auch der ötlihe Agugipfel, der nach Dr. Gruners neueren Feststellungen der höchste Gipfel des ganzen Stockes sein soll, dürfte eine ähnliche Bauxitdecke wie die westliche Baumannsp!e aufweisen, doch habe ih darüber keine Beobachtungen anstellen können, Wohl aber fand ih etwa 1,3 km östliÞ von der Baumannspißze auf dem Wege von Oagbe nah Dijigbe in der Nähe der Wasserscheide einen festen, lôcherigen Laterit von folgender Zusammensetzung :

20,97 v. H. 1,66 53,25 0,20

# o N w

2,82 v. H.

Arbeiter erheben, die aus Oesterreich zugewandert sind Es gehen Gerüchte um, daß die j t in ein achiklassizes System umgewandelte Volks- \{hule in Berlin wieder in ein Pebenklassiges System übergeführt werden soll, Jch würde dies als einen enormen RNüdschuitt ansehen. Der Redner geht dann auf die Verfügung ein, die seitens der Schulverwaltung an städtische Behörden ers gangen ist, daß den foztaldemokratishen Arbeiterturnvereinen städtishe Turnhallen nicht zur Versügung gestelt werden dürfen. Er bezeichnet diese Verfügung als einen Eingriff in die Selbstverwaltung der Kommunen. Zum Schluß macht er dem Abg. Freiherrn von Zedliß ¿um Vorwutf, daß dieser in der Generaldebatte über den Kultusetat einmal die Volks\{chule zunächst als Erziehungs- stätte für körigötreue und glaubenseifrige Staatébürger h!ngeftellt habe, andererseits aber selbst habe anerkennen müssen, daß die preußische Volksschule niht mehr auf ihrer früheren Höhe stehe.

(Schluß des Blattes.)

Statistik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

In einer kürzlich in Dortmund abgehaltenen gut besucht Versammlung von Arbeitgebern im Holzgewerbe E ea, westfälischen Indufstriebezirk ist, der „Köln. Ztg." zufolge, erneut beshlossen worden, an den Bochumer und Dortmunder Be- {lüfsen mit aller Entschiedenheit festzuhalten. Die Arbeitgeber be- chloffen ferner, ausdrüdcklih festzustellen, daß sie einen Vertrag für das ganze Gebiet absließen wollten, und zwar auf der Grundlage ter bestehenden Löhne und ohne Verlängerung der Arbeitszeit. Die Arbeiterführer aber verlangten, ohne Rüdsiht auf die s{lechte Ge» shäftslage, eine Lohnerhöhung von vier Pfennig die Stunde und Verkürzung der Atbeitszeit und lehnten den Abschluß eines

maßen zusammengeseßt: Hilmi Pascha Großwesir, Sahib Molta Scheik ul Jslam, Ferid Pascha Junneres, Arief Hikmet Marine, der bisherige Vizepräsident der Kammer

fizung; vorher hielten die vereinigten Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen und für Elsaß:Lothringen, die vereinigten Ausschüsse für Justizwesen und für Handel und Verkehr sowic

Mea E Eisenoxyd . A Tone e Taue. s

prinzen von Preußen; des Großkomturkreuzes desselben Ordens:

26,37 45,81 1,18

allgemeinen Vertrages überhaupt ab. Schon jeßt sind mehr als 900 Scchreinergesellen ausgesperrt, während bei etwa 400 die Kündi- Es werden also in nächster Zeit an 1000 S{hreiner-

Allerhöchstihrem General à la suite, Generalmajor Burg- grafen und Grafen zu Dohna - Schlobitten, beauftragt mit der Führung der Gardekavalleriedivision ;

der vierten Klasse desselben Ordens:

dem Hauptmann von Goerne im 1. Garderegiment z. F. und : /

dem Hauptmann von Harder im 2, Garderegiment z. F. ;

der silbernen Medaille desselben Ordens:

dem Feldwebel Frentrup im 1. Garderegiment z. F. und

dem Feldwebel Lütkens im 2. Garderegiment z. F.; des Kommandeurkreuzes des Fürstlih Bulgarischen

Militärverdienstordens:

dem Major von Walther im 83. Garderegiment z. F. 3

des Offizierkreuzes desselben Ordens:

dem Hauptmann von Brederlow, Ndjutanten der 9, Gardeinfanteriebrigade, S

den Hauptleuten von Alvensleben, Freiherr von NRotenhan und Freiherr von Chambrier im s. Garde- regiment z. F., | :

dem Rittmeister von Gottberg im 2. Gardedragoner- regiment Kaiserin Alexandra von Nunland,

dem Hauptmann Edlen von der Planiß im 1. Garde- feldartillerieregiment; des Ritterkreuzes mit der Krone desselben Ordens:

dem Oberleutnant von Plehwe im 8. Garderegiment z. F.,

den Leutnants von Schnehen, von Kießell, von Rosainsky, Freiherr von Rotenhan, von Alten, von lotow, Sieghard : ämtlih im 3. Garderegiment z. F., i den Leutnants Freiherr Gans Edler Herr zu Putliß,

von Etel und Carp im 2. Gardedragonerregiment Kaiserin

Alexandra von Rußland,

Prinz von Schönaich-Carolath,

Die von fee ab zur Ausgabe gelangende Nummer 25 des Reichsgeseßblatts enthält unter E Nr. 3606 die Bekanntmachung, betreffend die Zulassung von Börsentermingeschäften in Anteilen von Bergwerks- und Fabrikunternehmungen, vom 29. April 1909, und unter Nr. 3607 die Bekanntmachung, betreffend Ergänzung der Anlage C zur Eisenbahnverkehrsordnung, vom 1. Mai 1909. Berlin W., den 6. Mai 1909. Kaiserliches Postzeitung8amt. Krüer.

Königreich Preußen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den bisherigen Privatdozenten Dr. Joseph Greving zu Bonn zum ordentlichen Professor in der theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster und den in die Oberpfarr- und Ephoralstelle zu Stras- burg U.-M. berufenen Pfarrer G raßhoff, bisher in Branden- burg a. H., zum Superintendenten der Diözese Strasburg U.-M., Regierungsbezirk Potsdam, zu ernennen.

Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten. Die Oberförsterstelle Harpstedt im Regierungsbezirk Hannover ist zum 1. Zuli, JFmmichenhain im Regierungs- bezirk Cassel zum 1. August und Neukirchen im Negierungs- bezirk Cassel zum 1. Oktober 1909 zu beseßen. Bewerbungen müssen für Harpstedt bis zum 20. Mai, für Jmmichenhain bis zum 10. Juni und für Neukirhen bis zum 15. Juni ein- gehen.

den Leutnants von Blücher und von Kußleben im

1. Gardefeldartillerieregiment ; des Ritterkreuzes desselben Ordens: dem Oberleutnant von Stülpnagel im 2.

dragonerregiment Kaiserin Alexandra von Rußland, | dem Leutnant von Hauffe-Gromadzinski im

3. Garderegiment z. F. ;

des Ritterkreuzes des Fürstlih Bulgarischen Zivil- verdienstordens:

dem Obermusikmeister Goerish im

. und dem Obermusikmeister Peschke im 2. Gardedragoner- regiment Kaiserin Alexandra von Rußland; des silbernen Kreuzes des Fürstlih Bulgarischen Militärverdienstordens: den Feldwebeln Gonschor, Link, Neuenfeld und Scheiblih im 3. Garderegiment z. F., dem Wachtmeister Knoth im 2. Gardedragonerregiment

Kaiserin Alexandra von Rußland, : dem Vizefeldwebel Adermann, Schreiber der 2. Garde-

infanteriebrigade; der Fürstlich Bulgarishen bronzenen Verdienst- medaille mit der Krone:

dem Vizefeldwebel Lindemann im 83. Garderegiment z. F., dem Sergeanten Paulus, Schreiber der 2. Garde-

infanteriebrigade, ] : : den Sergeanten Kirchner und Mittwoch im 3. Garde-

regiment z. F. und | i dem Sergeanten und Trompeter Friesecke im 1. Garde-

feldartillerieregiment.

Garde-

3. Garderegiment

Cy

Deutsches Reich.

Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht: den Landgerichtsrat Staß in Colmar zum Amtsgerichts-

rat bei dem Amtsgericht daselbst und : j den Gerichtsassessor Kaul zum Amtsrichter bei dem Amts-

geriht in Großtänchen zu ernennen.

Dem venezolanishen Generalkonsul in Hamburg Dr. José Jgnacio Cárdenas ist namens des Reichs das Exequatur

erteilt worden.

Am 18. Mai 1909 wird in Goslar eine von der Reichs- bankstelle in Hildesheim abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrihtung und beshränktem Giro-

Ministerium der geistlihen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten.

Dem Oberstabsarzt und Regimentsarzt des 4. Garde- eldartillerieregiments Dr. August Widenmann in Potsdam

ist das Prädikat Professor beigelegt worden.

BektagutmäG Ung.

Dem Markscheider Wilhelm Löhr aus Dortmund ist von uns unterm 23. März d. J. die Berechtigung zur selb- ständigen Ausführung von Markscheiderarbeiten innerhalb des preußischen Staats gebiets erteilt worden.

Er hat seinen Wohnsiß nah Aachen verlegt. Dortmund, den 1. Mai 1909.

Königliches ODberbergamt. Liebrecht.

Personalveränderungen.

Königlich Preußische Armee. Offiziere, Fähnriche usw. Achilleion, Korfu, 28. April. Aus dem Ostasiat. Detahement {eiden aus und werden im Heere angestellt: Bretting, Lt, im 1. Masur. Inf. Regt. Nr. 146, v. Lieben, Lt., im Magdeburg. Hus. Regt. Nr. 10. l Aus dem Ostasiat. Detachement {eiden ferner aus: Jacobi, Lt., behufs Rültritts in Königl. bayer. Militärdienste, Schubert, Lt, behufs Nücktrit:s in Königl. sä}. Militärdienste. Diese Veränderungen treten mit dem Tage nah der Gntlafsung aus dem Transportverbande, den das Kriegsministerium festsezt, in Kraft. 'Agilleion, Korfu, 30. April. Prinz zu Sa yn-Wittgen- C Q g, Lt, im Regt. der Gardes du Corps, in tas Hus. egt. Landgraf Friedri I1. voa Hessen- Homburg (2. Kurhefs.) Nr. 14 versegt; zugleih ein Patent seines Dienstgrades verltehen. Schmidt (Werner), Lt. der Res. des Kür. Regts. von Seydliß (Mazdeburg.) Nr. 7 (Altenburg), auf sein G:\such von dem Kommando zur Dienst- leistung bei dem genannten Regt. enlhoben. Strauß, Assist. Art beim 1. Westpreuß. Feldart. Regt. Nr. 35, der Abschied behufs Uebertritts zur Marine bewilligt. Hildebrandt, Oberst und

Achilleion, Ko1fu, 1. Mai. Kommandeur des 1. Oberrhein. Inf. Regts. Nr. 97, der Ab|chied mit der gescßlihen Pension und der Erlaubnis zum Tragen der Regts. Uniform bewillizt. CTrip, Oberst beim Stabe des Inf. Negts. Freiherr von Sparr (3, Wehfäl.) Nr. 16, zum Kommandeur des 1. Oberrhein. Inf. Regts. Nr. 97 ernannt. v. Wablen-Jürgaß, Oberstlt. und Bats. Kommandeur im 5. Westfäl. Inf. Regt. Nr. 53, zum Stabe des Inf. Regts. Freiherr von Sparr (3. Westfäl.) Nr. 16, Burandt, Oberstlt. und Abteil. Kommandeur im Feldart. Regt. von Holtendorff- (1. Rhein.) Nr. 8, als aggregiert zum Feldart, Regt. General-Feldzengmeister (1. Brandenburg.) Ne. 3, verseßt.

Beamte der Militärverwaltung.

Durch Verfügung des Kriegsministeriums. 10. April.

der Ausshuß für Justizwesen Sißungen.

Hessen. Zhre Königlichen Hoheiten der Großherzog und

die Großherzogin von Baden sind, „W. T. B.“ zu- folge, gestern vormititag zum Besuch des Großherzoglichen Hofes in Darmstadt eingetroffen.

Oesterreich-Ungarn. Nach einer Meldung des „W. T. B.“ ist der Minister:

präsident Dr. Wekerle gestern vormittag in der Hofburg in Budapest vom König Franz Joseph in fünfoiertelstündiger Audienz empfangen worden.

Großbritannien und Frlaud.

Im Unterhause standen gestern vor der Fortseßung der Budgetdebatte zwei Anfragen, betreffend die Ausführung des deutshen Marineprogramms und die Luftschiff- fahrt, auf der Tagesordnung.

Nach dem Bericht des „W. T. B." erwiderte der Erste Lord der Admiralität M c Kenna auf eine Anfrage des Kapitäns Faber, ob die Admiralität vor zwölf Monaten von dem britishen Marineatta$é in Berlin ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht worden sel, daß die deutschen Behörden Vorbereitungen träfen, um die Ausführung des Marinebauprogramms zu beschleuntgen, und daß die Firma Krupp im Begriff stände, ihre Werke erheblich zu vergrößern, die Berichte der Marineattach6ós seien vertraulich und es sei niht wünschent- wert, sie vorzulegen oder ihren Jnhalt wiederzugeben. : Fn Beantwortung der zweiten Frage sagte der Prcemierminister Asquith, die Regierung habe Schritte unternommen, um die Luft - \chiffahrt auf einen zufriedenstellenderen Stand zu bringen. Sowohl das Heer wie die Floite hätten es sih zur Aufgabe gemacht, lenkoare Luftschiffe zu entwerfen und zu erbauen. l seine Lufischiffe in der Ballonfabrik zu Aldershot. Um dem Werke die höd)ste wissenshaftlihe Unterstüßung zu sichern, set das staatliche physikalische Laboratorium angewiesen worden, eine besondere Abteilung für forts- geseßte Experimente und Forshungen über die einschlägigen Fragen einzurihten. Zur Beaufsichtigung der Forshungen des Laboratoriun ê habe ¿r ein besonderes Komitee ernannt, dem Lord Rayleigh und andere hervorragende Männer der Wissenschaft angehören. Die not wendigen Mittel seien diesem Komitee zur Verfügung gestellt, damit das Werk ohne Aufschub ausgeführt werde. Die Aeroplanfrage werde vom Kriegsmtnisterium bearbeitet. 5 ; Fn der fortgeseßten Budgetdebatte erklärte der Premierminister Asquith auf verschiedene Einwürfe der Opposition, daß im gesamten Budget nihts stehe, was sich niht mit einer gesunden Finanzpolitik und der nationalen Entwicklung in Uebereinstimmung befinde. Was Balfours Erklärung angehe, daß das Kapital aus dem Lande berausgedrängt werde, so frage er, wohin es denn gehen solle, Fn Deutschland, das sich im vollen Genusse eines neuge|chafenen, wissenschaftlich begründeten Zolltarifs befinde, sehe ih der Finanjz- minisier etner Lage gegenüber, mit der verglihen Lord Georges Auf- gabe beinahe ein Kindersptiel sei. In Frankreich bereite Cailloux cine Einkommensteuer für die Zukunst vor, während die Vereinigten Staaten einen neuen Zolltarif herausbrächten und sih zuglei einem beträchtliheren Defizit gegenüber befänden, als Großbritannien je auf- zuweisen gehabt habe. Jedes Kulturland der Welt befinde sih zurzeit unter dem doppelten Drucke der Kciegsrüstungen und der sozialen Reformen vor der Notwendigkeit, neue Steuerquellen zu ershlicßen. Wenn alle Vorschläge Lloyd Georges zur Ausführung kämen, so werde in keinem Lande der Welt das Kapital weniger der Unsicherheit aus- gesetzt sein als im freihändlerishen Großbritannien.

Später nahm das Haus mit 332 gegen 179 Stimmen eine Resolution an, wonach der Teezoll weiter im gegen- wärtigen Betrage erhoben wird. :

Jn einer gestern im Unterhause von Parlamentsmil gliedern abgehaltenen Versammlung wurde, obiger Quelle zu- folge, eine ständige Kommission von 25 Mitgliedern er- nannt, die die A bei der Organisation der Luft- verteidigungsmittel des Landes unterstüßen soll.

Frankreich.

Der König von England is, „W. T. B.“ zufolge,

gestern abend in Paris eingetroffen. | Die „Humanité“ veröffentliht einen Aufruf des Ausschusses des Syndikats der Post- und Tele- graphenarbeiter, worin erklärt wird, daß das Syndikat die Jdee eines mutwilligen Streiks entschieden zurückweise; ollten aber die Drohungen und Rechtsverweigerungen der egierung andauern, so hoffe es, daß die Mit lieder des Syndikats auf das erste Signal hin ihre volle Pflicht tun

würden. Rußland.

Die Reich sduma hat gestern, „W. T. B.“ zufolge, 18 nihtöffentliher Sizung gemäß dem Antrage der Kommission für Landesverteidigung die Regierungsvorlage angenommen, die das NRekrutenkontingent für 1909 auf 466 635 Mann

Dos Kriegsministertum erbauc

Fehsenmeter (Karlsruhe), Stabéveterinär der Landw. 1, Aufgebots,

verkehr eröffnet werden.

Kroner (Lörrach), Oberveterinär der Landw. 1, Aufgebots, Löhr

festsezt. Die Uebergangsformel betont unter anderem die Nob wendigkeit einer Revision des Wehrpflichtreglements.

Aristidi Ackerbau und der jungtürkishe Deputierte Nail Unterricht; dem bisherigen Botschafter in Rom Hakki Bey ist das Justizportefeuille angeboten. Die übrigen Minister und der Präsident des Staatsrats bleiben im Amt.

_— Ihn der Deputiertenkammer teilte der Präsident gestern, „W. T. B.“ zufolge, ein Schreiben des Generalissimus Schewket Pascha mit, wonach die Untersuchung ergeben habe, daß die albanesishen Deputierten J6smail Kemal und Mufid, beide Mitglieder der liberalen Union, geplant haben, einen Aufstand in Albanien hervorzurufen. Schewket ersuhte die Kammer, einen Beschluß darüber zu fassen, ob die beiden Deputierten verfolgt werden können. Die Kammer überwies die Angelegenheit einer Kommission. Der Präsident gab ferner bekannt, daß der Großwesir auf Ecsuchen Schewket Paschas die Kammer auffordere, ein Pr eß- geseß und ein Streikgeseß fertigzustellen, da der Be- lagerungszustand niht eher aufgehoben werden könne. Der Großwesir teilte außerdem mit, daß der Sultan den Eid auf die Verfassung vor dem Parlament nah der Schwertumgürtung ablegen werde. Darauf seßte die Kammer die Beratung der Verfassungsrevision fort und ver- handelte insbesondere über das Recht des Sultans, die Kammer im Falle eines Konfliktes mit der Regierung aufzulösen, und über das RN-ht der Deputierten, Geseze einzubringen und über die Dauer der Kammersession zu beschließen.

Die Verhandlungen der Direktion der Orient- bahnen mit der Kommission der Pforte haben, wie das „W. T. B.“ meldet, bisher zu keinem Ergebnis geführt. Es mußten daher bei dem Minister des Auswärtigen eindring- lihe Schritte erfolgen, die von diplomatischer Seite unterstüßt werden. Mit Bulgarien ist dagegen über einige Spezialfragen eine Verständigung beinahe erzielt.

Asien.

Wie das W. D. B! qus Dabris meidet, Ut déx Endschumen gestern telegraphish von der Verleihung der Konstitution in Kenntnis geseht worden. |

Nach einer Meldung des „Reutershen Bureaus“ sind vorgestern 250 Nationalisten aus Rescht plöglih in Kaswin eingedrungen und haben das Gouvernement an- gegriffen. Die Garnison leistete bis zum Einbruch der Dämmerung Widerstand, worauf die Feindseligkeiten eingestellt wurden. Von den Truppen des Schah wurden 20 getötet, 100 ergaben sich. Die Nationalisten hatten 3 Tote.

Koloniales.

Ueber ein Bauxitvorkommen im südlichen Togo

berihtet Dr. Koert, Bzi1kögeolog an der Königlichen Geologischen Landesanstalt zu Berlin, im „Deutschen Kolontalblatt* :

___ Bet der vom Gouvernement veranlaßten geologischen Durh- forschung Togos in den Jahren 1904 bis 1908 wurde auch den late- ritishen Verwitterungsprotukt-n der Gesteine eine besondere Be- achtung geschenkt, um, wenn möglich, folhe unter ihnen ausfindig zu machen, welche sih als Rohmaterial für die Darstellung von Tonerde- bydrat und von Aluminium eignen köunten. QDkiese Hoffnung hat sich für eine Reihe von Proben erfüllt, die von der Gipfelpartie des Agu stammen, jenes an 1000 m Meereshöhe erreichenden Gebirgsstockes, dessen Fuß die Bahn L»me—Palime be- rührt. Das Hauptgestein des Agu is (nach den Bestimmungen meines Kollegen Dr. Ftinckh) ein Gabbro, welher an den Hängen zu einem fruchtbaren Rotlehm verwittect ist und aus diesem eluvtalen Mantel hier und da in Gesteinskiippen durchragt.

Dazegen weisen die Gipfelpartien des Gebirges allem Anscheine nach in größerer Verbreitung eine Decke von ftcinartig erhärtetem Laterit oder Bauxit auf, augenscheinlich das Endprodukt der tropischen Verwitterung des Gabbros. So konnte ih auf und an der Baumann- [pive, gute der westlihe Agugipfel heißt, folgende Bauxitvarietäten ammeln:

1) dite, schwere, zinnoberrote und daher wohl an rotem Eilfenoxydhydrat reihe Gesteine, die auf den spärlihen Hohlräumen SHhwarten von Braunetisen und winzige wasserhelle, noch näher zu untersuhende Kciställchen zeigen;

2) lögHerige, feste, gelbbraune, stellenweis braunrot ‘gefleckte Ge- steine von mattem Bruch. Da dieses Gestein seinem Autsehen nah etnen böheren Tonerdegehalt vermuten licß, so wurde es im König- lihen Materialprüfungsamt, welches au die übrigen hier mitgeteilten Analysen ausgeführt hat, untersuht und ergab folgende Zusammen-

seßung :

Kiteselsäure 0,92 v. H.

Cisenoxyd . 18,01

E eie 52,16

E L La 1,23

bygroskopishes Wasser . . 0,97

chemisch gebundenes Wosser . 26,11 Summe .99,40 v. H.5

3) eine dritte Varietät steht in der Mitte zwischen den beiden vorhergehenden, indem in matter, gelb- bis rotbrauner, ztiegelstein- artiger Grundmasse schalig gebaute Kügelhen und Knauern von rot- braunem Eisenoxydhydrat eingebettet sind. Eine derartige Probe ergab der Analyse:

0,82

hygroskopishes Wasser . 22,65

hemisch gebundenes Wasser . Summe 99,65 v. H.

Schon aus diesen EinzelbeobaGtungen geht, wie ih glaube, zur Genüge die weite Verbreitung eires für die Herstellung von Tonerdehydrat wohl geeigneten Bauxits auf dem Agu hervor. Daher wird man diese Lagerstätte im Auge behalten müssen. Allerdings können ditese Erze für den Export nach Europa bei dem gegenwärtigen Marktpreise von rund 30 #4 für die Tonne frei deutsher Hafen niht in Betraht kommen, wie \{on folgender Uebershlag der Transpörtkosten zeigt, der s\ch auf Angaben des Kolontalhandelsadreßbuhs 1909 füßt: Es kostet die Bahnfraht von Avhegame, als der dem Gewinnungsorte nächsten Bahnstation, nah Lomse pro Tonne 10,50 46 (Klasse 1V des Tarifs), und selbst wenn der niedrigste Say des Ausnahmetarifs zugrunde gelegt würde, immer noch 8 4; dazu kämen an Verschiffungskosten in Lome etwa 6,15 M pro Tonne und an Schiffsfraht von Lome nach Hamburg s{äßungs- weise 22 4 (nah dem niedrigsten, für Mais geltenden Saße ange- nommen. Demnach würden {on die Transportkosten von Avhegame nah Hamburg mehr ausmachen als gegenwärtig der Preis für franzöfischen Bauxit (nad Krutsh etwa 32 A) dort beträgt, wobei also noch nicht einmal die Gewianungs- und die Trantportkosten vom Agugipfel rah Avhegame berücksihtigt wären.

Anders liegt die Frage, ob nicht an etne Aluminiumdarstellung in Togo selbst gedaht werden könnte unter Benußung der Gnergie des nur 18 km in Luftlinie vom Agu entfernten Aka-Wasserfalles (des sogenannten Crednerfalles). Die Entscheidung hierüber möte ih aber berufeneren Beurteilern überlassen.

Parlamentarische Nachrichteu.

Der Bericht über die gestrige Sißung des Reichstags sowie der Schlußbericht über die gestrige Sißung des Hauses en befinden sih in der Ersten und ale, p

cilage.

Das Haus der Abgeordneten seßte in der heutigen S Sißung die zweite Beratung des Etats des Mini- teriums der geistlihen, Unterrihts- und Medizinal- angelegenheiten, und zwar die allgemeine Besprehung des Elementarunterrihts3wesens, fort.

Zu diesem Kapitel liegen vor: 1) der Antrag der Abgg. Schiffer (ne und Genossen, betreffend Zulassung der Volks\chu e E Schöóffenamt, dessen Ablehnung die Unterrichtskommission beantragt, 2) der Antrag des Abg. Dr. Gottschalk - Solingen (nl.), betreffend geseßliche Regelung der Schhulpflicht, 3) zwei Anträge der Abgg. von Brandenstein und von Kessel (kons.) sowie der Abgg. Cassel (fr. Volksp.) und Dr. Pachnicke (fr. Vgg.), nah deren erstem die Regierung ersucht werden soll, für Ausbildung und Heranziehung von weiblichen Lehrkräften für den Elementarunterricht in weit stärkerem Maße als bisher Sorge zu tragen, insbesondere auch eine wesent- lihe Vermehrung der staatlihen Lehrerinnen- seminare herbeizuführen, während der zweite Antrag eine ausreihende Ausbildung und Heranziehung weiblicher Lehrkräfte und eine Vermehrung der staatlihen Lehrerinnen- seminare in weit stärkerem Maße als bisher wünscht.

Abz. Freiherr von Zedliß und Neukirch (freikons.): Jh freue mich, daß gestern der Regierungskommifsar in bezug auf die Lehrerinrenfrage eine entgegenkommende Erklärung abgegeben hat. Es ist nicht meine Absiht, hierauf näher einzugehen. Wir \chreiben heute den 6. Mai und haben noch nicht einmal die zweite Lesung des Etats beendet. Es ift daher eboten, alles irgendwie Entbehrliße von der Diskussion ernzuhalten. Der Antrag Gottschalk bewegt sich durhaus in der Nichtung unserer eigenen Auffassung, Es i} allerdings sehr am Plate, die Grundzüge der Schulvo1 schriften in den einzelnen Lan“ es- teilen in Uebereinstimmung zu bringen, es ist eine Vereinhbeitlihung notwendig. Der Antrag könnte am besten in der Unterrichts- kommission geprüft werden. Der Antrag Branderstein scheint der Vermutung Raum zu geben, daß die Staatsregierung bisher mit der Anstellung von Lehrerinnen und mit der Begründung von Lehrerinnen- seminaren dem Bedürfnis nicht ausreihend Rechnung getragen habe. Ich glaube doch, daß diese Anficht nicht begründet is, man muß sich auch vor Ueberstürzung hüten. ¿

Abg. Borgmann (Soz.): Die Klagen über den Lehrermangel wollen nicht veistummen. Würde erst die Forderung erfüllt werden, daß ein Lehrer höchstens 40 Kinder zu unterrichten hat, so würde eine kolossale Zahl von Lehrkräften erforderli sein. Der Mißstand der zu hohen Frequenz der Klassen wird noch dadurch gesteigert, daß die Kinder oft viele Kilometer bis zur Schulstätte zurückzulegen haben. Die wirt- [Gatllie Krisis hat außerdem eine große Zahl von Arbeits- räften mit ihren Kindern auf das Land zurückfluten lafsen und da- dur auch die Schulzustände auf dem Lande wesentli verschlechtert. Besonders auffällig ist es, daß in einer so reihen Provinz wie Schlesien, und zwar speztell im Regierungsbezirk Liegniß, nahezu die Hälfte der Schulkinder in Halbtagsschulen unterrihtet wird. Aus der Gegend von Bolkenhain und Landeshut wird berichtet, daß diese Ge- meinden eine S@(sulsteuer von 34 bezw. 27 46 für die Kinder ausländischer

_*) Krusch: Untersuhung und Bewertung von Er.lagerslätt 1907, S. 320. Os G A

gung O. gesellen in Dortmund, Gelsenkirchen, Wattenscheid, Herne, RNeck- linghausen, Duisburg usw. ohne Beschäftigung sein. g? Dortmund find alle organisierten Arbeitgeber in ihrem Vorgehen durchaus einig. Dur die demnächst in Dortmund und in Düsseldorf abzuhaltenden Versammlungen der Arbeitgeber dürfte die Aussperrung sich noh Gn sofern es niht in nähster Zeit zu Vertragêverhandlungen ommt.

Bei der Aktiengesellschaft Pollak in Gotha sind na demselben Blatte 360 Arbeiter wegen Ablehnung nte ana vg di den Ausstand e

er Korrespondent des „Daily Chronicle" in Chicago meldet, wie der „Nh.-Westf. Ztg.“ aus London telegraphtert win, daß am Sonnnbend der Ausstand der Seeleute auf den großen Seen, der son seit einiger Zeit auszubrehen drohte, verkündet wurde und daß mehr als 15 000 Mann die Schiffe verließen, sodaß tatsählich der ganze Verkehr auf den Seen lahm gelegt wurde. Nur ganz wenige Schiffe haben die Forderungen ter Seeleute bewilligt und können ihre Fahrten fortseßen, während hunderte von Fahrzeugen untätig in den verschiedenen Häfen liegen. __ In Buenos Aires veranstalteten, wie ,W. T. B.* erfährt, die Ausftändigen gestern abend eine Kundgebung und griffen die Straßenbahn an. Ein Soldat gab Feuer und erschoß einen Tilitidettomertcer i ihren M anderer verwundet wurde,

estoweniger ein e Lage etwas zu be y Nx. 105 d. BL.). G y R

(Weltere „Staiistishe Nachrichten* s. i. d. Zweiten Beilage.)

Kunft und Wissenschaft.

Im „Archiv der Deutschen Seewarte“ veröffentliht Dr. W. Köppen eine Denkschrift über „Drei Jahre gleichzeitiger e Out logisher Drachhenaufstiege bei Hamburg, Berlin und St. Petersburg“. Die erfolgreihe Erforschung der Atmosphäre mit Hilfe der Drachen und Fefselballons hat vor 14 Jahren begonnen, aber ihre Ergebnisse entbehren noch der Verknüpfung sowohl unter sih als mit den übrigen Tatsahen der Metcorologie. Es drängen si vor allem die Fragen auf : Welche horizontale Ausdehnung haben die Schichten mit hoher Wärme und Wüstentrockenheit, die die Drachen oft in vershiedenen Höhen antreffen? Unter welchen Umständen, bei welchen Wetterlagen, Druckverteilungen usw. treten sie ein? Wie ent- stehen, wie vergehen sie, und welche Nückwirkungen haben sie auf den Verlauf der Witterung? Um in den inneren Zusammenhang dieser Tatsachenreihe einzudringen, ist es nötig, fie mit denjenigen der synoptishen Meteorologie und der Klimatologie in Beziehung zu seßen. Der Versuch kann gemacht werden, da neben den wenigen Stationen mit mehr oder minder täglihen Aufftiegen noch eine größere Anzahl von Stationen, in Europa wenigstens, vorhanden tit, in denen wenigstens zeitweise oder an einer Anzahl von Tagen in _ jedem Jahr Aufftiege gemacht werden. Eine möglichst zu- fammenfassende Darstellung der Beobachtungen wird die Untersuchungen auf diesem Gebiete fördern, und zu diesem Zwecke hat Dr. Köppèn einen Atlas von 108 Tafeln ausgearbeitet, in dem die merk- würdigen Verhältnisse der freien Atmosphäre unter Gegenüberstellung der gleichzeitigen Zustände an den Orten graphish dargestellt sind. Der Darstellung liegen die Auf¡eihnungen der Obsfervatorien in Lindenberg bei Beeskow, in Großborstel bei Hamburg und in Pavlovsk bei St, Petersburg zugrunde; in Lindenberg fanden täglih Aufftiege von Drachen statt, in den beiden anderen Orten nur an den Werktagen. Zur Darstellung herangezogen wurden die Auf- zeihnungen der drei Jahre vom Dezember 1903 bis zum November 1906; untersucht und verarbeitet wurden die Aufzeihnungen über Lufttemperatur, Windrihtung, Windgeshwindigkeit und Lusft- feuchtigkeit. Der Darftellung find hauptsählich die Aufstiege am Vormittag zwischen 8 bis 12 Uhr zugrunde gelegt; die Nahmittags- aufstiege wurden nur dann berüdsihtigt, wenn sie wenigstens 500 m höher führten als die Aufstiege an den betreffenden Vormittagen. Es is unmöglich, auf den Inhalt und die Ergebnisse der graphischen Darstellungen hier näher einzugehen; nur einiges sei aus dem für Meteorologen sehr interessanten, rei- haltigen Material hervorgehoben. Am meisten springen bei den Zustandskurven die merkwürdigen Cemperatur- inversionen in die Augen, ganz besonders die plöylichen, bei denen die warme Schicht fast unmittelbar an die darunterliegende kakte grenzt. Spätherbst und Winter sind die eigentlihe Jahreszeit für diese Ersheinurng. In den beiden norddeutschen Stationen brachten die Monate Oktober bis Januar in den 3 Beobachtungsjahren je 8—12 Fälle der Art, von den übrigen Monaten keiner mehr als 7; Zuli und August aber nur je einen, Mai und Juni keinen. Das entspricht ganz dem jährlihen Gange der mittleren Temperatur- abnahme in den Gebirgen Mitteleuropas; diese ist klein im Winter und Herbst, groß im Sommer und Frühling. Die mittlere Größe der Temperaturumkehrungen (über 5 ° für 200 m) ftellt fi für die Umgegend von Hamburg auf 7,7 °, für diejenige Berlins au 7,6° und für die St, Peteröburgs auf 8,8%, Die Häufigkeit der Um- kehrungen wie ihre Größe {eint mit zunehmender Breite zu wachsen. In großen Höhen ist die Temperaturumkehrung wahrscheinli cine Seltenheit; in Großborstel ist jedenfalls oberhalb 1500 m fkeine einzige in den drei Beobachtungsjahren vorgekommen. Zwischen dem Erdboden und 1500 m scheint die Häufigkeit in der norddeutschen Ebene bei etwa 800 m ein Maximum zu erreichen. EGingehend bearbeitet sind die Messungen der Windgeschwindig- keit über Hamburg und Berlin. Es wurde im wesentlichen die Geschwindigkeit auf dem Boden, in 500, 1000, 2000 und 3000 m Seehöhe in Untersuchung gezogen. Für Lindenberg standen die Er- gebnifse von 1045 brauchbaren Aufstiegen zu Gebote, für Hamburg nur die von 420. Alle Kurven zeigen ein sehr \chnelles Aù-

wachsen der Windgeshwkndigkeit bis zu etwa 5900 m. In