1909 / 113 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Die Akademie der bildenden Künste in M ünchen hat gestern ihr 100 jähriges Bestehen gef-iert. Aus diesem Anlaß verlieh, wie „W. T. B." meldet, Seine Königliche Hoheit der Prinz-Regent der Akademie die Eigenschaft einer Hochschule. Am Vor- mittag fand im Odeon ein Festakt statt, bei dem der Akademiedirektor von Miller eine Ansprahe hielt, die in ein begeistert aufgenommenes Hoch auf den Pcinz-NRegenten aus- klang. Professor Stieler hielt die Festrede über die Geschichte der Akademie; an sie {loß si eine Huldigung vor der Büste Köntg Max Josephs 1I., des Gründers der Akademie, an. Am Schluß der

eier gab Seine Königliche Hoheit der Prinz-Regent seiner Freude rue wit Er Akademie Juédruck und wünschte ihr fernerhin Blüßen ind Gefion. * Demi Fesluit woh; ten 7 in München anwesende Mitglieder des Königlichen Hauses bei.

Fn einem Kieslager bei Oppau in der Pfalz, einem vom Rhein angeschwemmten Boden, fand man bei Baggerungen in 5,20 m Tiefe erheblihe Mammutre ste. Es handelt sich, wie der „Voss. Ztg.“ gemeldet wird, um 8 Funbdstücke. Der größte Knochen ist ein Schenkelknohen von 1 m Länge, der an seinem dicksten Leile 60 cm Umfang hat und etwa 60 Pfund wiegt. Ein abgebrohener Zahn tin einer Länge von 9 cm ist voll- ständig versteinert. Hätte das aanze Sebiet frei von Wasser aus- geshachtet werden können, so wären wohl sämtlihe Knochenteile ge- fördert worden. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind nun aber bereits zahlreiche Knochenreste durch da3 Naßbaggern in den Kies geschüttet worden, ohne daß hierüber Wahrnehmungen gemaht wurden. Die Funde wurden dem Städtischen historishen Museum in Ludwigshafen a. Rh. einverleibt. Da noch ein großes Gebiet ausgebaggert wird,

fo besteht die Möglichkeit weiterer Funde.

Zu Beginn dieses Jahres ist das Geseg veröffentliht worden, das den Wald von Calaveras in Kalifornien zum Nation al- wald erklärt. Damit sind, wie der „Globus“ schreibt, die Be- mühungen von sech8s Jahren mit Erfolg gekrönt worden. Betroffen wird von dem Gese ein Gelände von etwa 390 ha, zu dem dex als North Calaveras @rove in Calaveras County bekannte Hain aehôrt, und ein solhes von 1230 ha îm Südwalde in Tuolumne County. Der Nordwald enthält 93 Mammutbäume und der Südwald deren 1380, d. h. solhe Bäume, die über 5,9 m im Umfange oder 1,8 m im Durchmesser haben. Außer diesen Mammutbäumen gibt es dort noch Hunderte von Zucker- und Gelbfkiefern von gewaltigen Maßen, dfe bis zu tiner poe don 85 m reien und oft 3 m Durchmefser haben; ferner ethrauchjzedern und Weißfihten. Der Nordwald enttält zehn Bäume, von denen jeder mindestens 7,5 mw im Durmesser hat, und mehr als 70 mit einem Durchmesser von 4,5 bis 7,5 m. Die meisten Bäume haben Namen erhalten: die von amerikanischen Staaten, Staatsmännern und Generalen. Der , Vater der Wälder“, der jeßt niht mehr steht, wurde auf eine Höhe von 140 m und einen Durchmesser von über 12 m am Boden geshägt. Die heutigen größten Mammutbäume haben jeder mehr Holz, als sonst etn gewöhn- liher Wald von 6 bis 8 ha enthält. Die Rinde ift 15 bis 60 cm did.

Noch über einen andern Denkmalshuy weiß dieselbe Zeitschrtft aus Amerika zu berichten: Der amerikanishe Kongreß bewilligte 1906 den Betrag von 3000 Doll. für die Erhaltung der Casa Grande-Ruine in Pinal County hei Florence, Arizona, und für die Ausgrabung dieser zur Nationalreservation erklärten Stätte. Die Arbeiten sollten unter Aufsicht der Smitbsonian Institution ausgeführt werden. Seitdem is noch ein weiterer gleicher Betrag bewilligt worden. Von den Arheiten unter Dr. Walter Few”kes bis zum 30. Juni 1908 ift in dem lezten Sekretaxiattbericht

.

und Schirajeff, welhe die anderen Poumronin vertraten, halte sie hervorragende Partner. Den Abend eschloß wiederum ein Diver- tissement, dessen vier Nummern : ein Krakowtak, ein indisher und ein spanisher Tanz sowie eine zierli&e Pizz'cato Polka, \ämtlih wieder- holt werden mußten und bet denen \ih außer Fräulein Pawlowa besonders die Damen Eduardowa, Will und Karpowa aus-

zeichneten,

Volksvorstellungen.

Das Rhein-Mainische Verbandstheater hat im Winter 1908/09 an 71 Orten seines Wirkungsgebietes 160 Vorstellungen ge- ebra rater is. Faliuies M 0. in Dad Nauheim 9, in Höchst a. M. 7, in Offenbach und Soden je 6, in Weytar®5, in Nüdes- heim 4 usw. Schon aus den Namen dieser Orte ersieht man, daß die Darbietungen des Theaters auch höheren Geschmadcksanforde- rungen Befriedigung bieten müssen. Bon 114 Vorstellungen is im Fahresberiht die Zahl der Besucher mit 45 514 angegeben, was eine durhschniltlihe Besu&kerzahl von 400 ergibt. Werden in diesem Sinne die für 46 Vorstellungen fehlenden Angaben ergänzt, fo beträgt die ganze Zahl der Besucher rund 70 000. In manchen Orten erreicht die Zabl ver Besucher einer Vorstellung fast den vierten Teil der gesamten Einwohnerzahl des betreffenden Ortes. Bei solchem nteresse kann man ‘die Ginwirkung des Theaters als Bildunysfaktor ecst richtig beurteilen. Wie eifrig wird sch in der gesamten erwaWsenen Einwohnerschaft die Diskussion über das Theaterstück vor und nach der Aufführung beschäftigt haben. In den meisten Fällen waren die Theaterveranstaltungen von örtliden Vollsildungsaus- \hüssen, oftmals auch vom Gewerbeverein, von der Bolksbibliothek, vom Gebirgsverein, Verkehrsverein, Berschönerung9verein, Kur- verein, Kriegerverein sowie in Einzelfällen von der Spar- und Dar- lehnskasse oder von Einzelpersonen (Lehrern, Beamten usw.) veranlaßt worden. Es wurden gegeben: „Der Getzige“ 38 mal, „Minna von Barnhelm* 24 mal, „Der Königsleutnant“ 93 mal. „Kabale und Liebe* 12 mal, „Die Hoffnung auf Segen“ 11 mal, „Der Wider- \peastigen Zähmung“ 10 mal, „Der Strom“, „Das Glü im Wirkel? und „Der eingebildete Kranke“ je 9 mal, „Die Räuber“ 4 mal, „Medea“ 3 mal, „Iphizenie“ 1 mal und nach- trägli auf Verlangen einiger Orte „Die Jugendfreunde* 7 mal. Es tvurden 4200 Terxibücher verkauft und über 60 000 Theater- zettel verbraucht. In nächster Zeit stellt sich das Verbands- theater auf. mehrere Wochen dem Nheinish - westfälishen Volks- bildungsverbande zur Verfügung, d:mit ein Versuch mit ter Ein- führung von Volksyorstellungen in der weiteren Umgegend voy Cöln gemaht werden Îtann, Berspriht der Versuch ein allgemeineres Interesse zu erwecken, fo soll vom genannten Verband für den fommenden Winter ein Volksbildungstheater ins Leben gerufen werden. Hiermit wäre bereits die zweite Natbildung des Rhein-Mainischen Bolkätheaters erfolgt; dnn für die Mark Brandenburg, welche die ere Nachahmung durhführte, hat sich das MWandertheater gleih- falls als ein die Nolksbildungsarbeit erweiterndes Institut glänzend

bewähit.

Im Königlichen Opernhause wird morgen, Sonnabend, „Die Fledermaus" wiederholt. Die Damen Hempel, Saccur als (Gast, Parbs, Lindemann, die Herren Philipp, Hoffmann, Sommer, Bionsceest, Dahn, Müller find in den Hauptrollen beschäftigt. Im 9, Akt: Einlage, getanzt von den Damen Dell’Era und Kiersner. Dirigent ist der Kapellmeister Blech.

Im Köntglichen Schausptelhause geht morgen Gußkows Lustspiel „Zopf und Schwert“ in Szene. In den Hauptrollen sind die Herren Vollmer, Molenar, Staegemann, Mannstädt, Vallentin, Boettcher, Zimmerer und die Damen Buyze, Arnstädt, von Arnauld

und von Mayburg beschäftigt. 5m Neuen Königlichen Operntheater bringt morgen

des Instituts die Rede. Danoh ist das größte in der Casa Grande außsgegrabene Bauwerk ein etwa 60 m langes Haus mit eilf Räumen. Die massiven Mauern s{ließen einen Hof ein

find durch das genannte Frstitut außer den Arbeiten zur HKusgrabung, Grhaltuna und Ausbesserung der Cliff dwellings und anderer vor- geschichtlicher Ruinen im Mesa: Verde-Nationalpark von Colorado auch Untersuhungen über die prähistorishe Kultur des Gilatales außerhalb der Casa Grande-Reservation ausgeführt worden, und zwar

ebenfalls durch Dr. Fewkes.

Theater und Musik.

Neues Königliches Operntheater.

Das Kaiserlich russische Ballett sehte gestern sein dir 8- jähriges Gastspiel mit dem phantastischen Ballett in zwei Akten „Giselle“, Musik von Adam fort, das es hon im Vorjahre hier aufgeführt hat. Unter dem Titel „Die Willys“ ist es vor Jahren au im hiesigen Königlichen Opernhause oft genug gegeben worden. E3 behandelt die Volkssage von der Verwantlung der Seelen der als Bräute verstorbenen, im Leben zu sehr dem Tanze ergebenen Mädchen in Luftgeister, dle man Willys nennt und denen zu begegnen dem nächtlichen Wanderer Gefahr bringt. Anna Pawlowa gibt darin die Hauptrolle der tanzïrohen Giselle, die in- folge der Treulosi: keit thres Liebhabers dea Wahnsinn verfällt und stirbt, um dann als Willy dem Grabe wieder zu entsteigen. Wiederum konnte man sich nit allein ihrer bis zur absoluten Vollkommenheit entwickelten Tanzkunst erfreuen, sondern au ihrer tarfstellerishen Be- gebung; die ebenso {lite wie ergreifende Dur@führung der Wahn\innsszene könnte manche Schauspielerin thr neiden. Im ¿roeiten Akt schien sie in der Tat eine von aller Erdshwere befreite Suylphide geworden zu sein. In Fräulein Fegorowa, den Herren Legat

e „Zn dem y inrersten Raum befindet \ich ein Sit, den die Pimaindianer den | „Sessel des Montezuma* nennen. Es3 ergab ih, caß diese Ruinen | viel ausgedehnter find, als angenommen wurde, und ihre dauernde |

Erhaltung is von großem a:häologishen Interesse. U-brigens j | soeben ein Preisausschreiben für musikalish-dramatische

das Gastspiel des Kaiserlich russischen Hofballetts eine Miederholung des dreiaktigen Balletts „Schwoanensee“ von Lschaikowéty. Die Odetta tanzt Fräulein Anna Pawlowa.

Unter dem Titel „Jungdeutscher Opernrpreis 1910" wird

Werke veranstaltet. Der Preisauss{chreibung licgt die Absicht zu- grunde, den Werken junger Komponisten und Librettisten Beachtung und günstige Existenzbedingungen zu \{affen. Es sind vier Preise ausgeseßt: zwei Hauptpreise zu je 10 000 46 und zwei Ehrenpreise zu je 2500 46. Das Preisaus|chreiben wird vorauésihtlih alle drei Jahre wiederholt. Feder Auto: darf cin Werk, gleichviel welcher Art und welhen Umfangs, einreihen, Die mindeste Auf- führungsdau-r muß jedoch eine Stunde sein. Die Uraufführung der beiden mit dem Hauptpreis gekrönten Werke findet im Hamburger Stadttheater (Direktion: Gehetmer Hofrat Max Bachur) statt, des | einen im November 1910, des andern im Januar 1911. Die Opern werden von einer Vorkommission und einer Endkommission geprüft. Der Endkommission werden mindestens zehn von der Voikommission auêgewählte Werke unterbreitet. Feder Preisrihter der End- kommission prüft alle von der Norkommission ausgewählten Werke. Die Preisrihter sind: Endkommission: General- | musikdirektor Dr. Richard Strauß, Generalmusikdirektor Geheimer Hofrat von Shu®, Hofkapellmeister Leo Blech, Kapellmeister Gustav Breher (Hamburg); Vorkommission: Kapellmeister Oskar Fried, Dirigent der Seselishaft der Musikfreunde, Breithaupt und Paul RBecker, Kammersänger Gura, Kapellmeister Reznicek (Komische Oper, Berlin), Erich J. Wolff, Berlin. Die Werke müssen bis ¿um 15. Mai 1910 anonym eingereiht sein. Die eingereihten Werke dürfen weder aufgeführt ncch zur Aufführuna angenommen, noch da1f der Verlag oder Bühnenvertrieb vergeben sein, Die Pretse follen spätestens am 1. September 1910 verteilt werden. Die ges{chäftliche Dur(führung hat der Verlag „Harmonie“ (Berlin) übernommen.

wie „W. T. B.* meldet, gestern die Gründung einer unter der Firma „Flugmaschine Wright“ statt. Gegenstand des Unternehmens ift die Herstellung, der Vertrieb und die Ver- wendung von Flugmaschinen, namentlich solck@er Wrightschhen Systems. Das St1mmkapital beträgt 500 000 4.

Dort werden die Werke eingereiht und später verlegt.

S E E E E E Z E

Theater. |

Königliche Schauspiele. Sonnabend: Opern- a 123, Abonnementsvorstellung. Dienst- und | . reipläze sind aufgehoben. Die Fledermaus. fang 8 Uhr. Komische Operette mit Tanz in drei Akten von Meilhac und Hal6óvy. Bearbeitet von C. Haffner und Richard Genóe. Musik von Johann Strauß Musikalishe Leitung: Herr Kapellmeister Blech. manöver. Regie: Herc Regisseur Dahn Ballett: Herr Ballett- meister Graeb. Gast.) Anfang 7# Uhr. Schauspielhaus. 128. Zopf und Schwert. Lustspiel in fünf Aufzügen von Karl dad Regie: Herr Regisseur Keßler. Anfang 7} Uhr.

Sonntag: Opernhaus. n stellung (Gewöhnliche Preise.) Dieust- und Fret- pläze find aufgehoben. F ristau uud Isolde in dreí Akten von Richard Wagrer. Anfang 7 Uhr.

S haujpielhaus. 129, Abonnement#vyorstellung. Die Rarolinger. Gryft von Wildenbruch. Anfang 74 Uhr.

Neues Operntheater. Sonnabend: Sehwanensee. | 104 Uhr.

Divertissement. Sonntag: Giselle. Diver- tifsemeut.

Sonnabend : fang 8 Uhr.

Deutsches Theater. Sonnabend: Ein Sommeruachtêtraum. Anfang 74 Uhr. Sonntag: Fgust. Anfang 74 Uhr.

Sonntag: Der Axzt am Scheidewege. An-

Berliner Theater. Sonnabend: Ein Herbst- | Die lustige Witwe.

Schillertheater. ©.

Trauerspiel in 5 Akten von | Sonnabend, Abends 8 Uhr: Jungfer Obrigkeit. Komödie in 3

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Ein Volksfeind. Abents 8 Uhr: Jungfer Obrigkeit. Montag, Abends s Uhr: Narzif.

Charlottenburg. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Narziß;. Trauerspiel in 5 Akten von A. E. Bratj- Anfang s Uhr. vogel. Ende 103 Uhr.

Mannigfaltiges. Berlin, 14. Mai 1909. In der gestrigen Siyung der Stadtverordneten stand zu-

nächst folgender Antrag der Stadtvv. Gronewaldt und Ge- ossen zur Beratung: für elcktrishe Hodh- wegen Baus einer Untergrundbahn an Stelle der geplanten Hochbahn durch die- Endstrecke der Schönhauser Allee fo verhandeln, daß elne Veränderung des § 3 des Vertrages vom 19, April 1906 mit

obiger Gesellshaft {n dem Sinne vorsieht, daß auch die End-

strecke als Untergrundbahn zur Ausführung kommt.“ Zur Begründung l eine® Antêags Fes der Stadtv. Gronewadt darguf hin, daß man _____F über den Verkehrsinteressen nicht vergessen dürfe, daß die Hahn auch F eine Wohlfahrtseinrihtung sein solle. Je mehr man die offenen Terrains in der Stadt beseitige, desto mhr wüchsen die Ausgaben für die Anleguna in der in Betraht kommenden Gegend eine lebhafte Agitation gegen die Einrichtung derx Hochbahn mit über 12000 Unterschriften seien in kurzer Zeit zustande gekommen. den im Jahre 1976 mit der Gesellschaft g*\{lossenen Vertrag nach den Wünschen der dortigen Anwohner zu ändern. Der Antrag rief eine längere Diskussion hervor, do war die Stimmung in der Versammlung ihm nicht besonders günstig. Exc wurde zuleyt einem Aus\{uß zur Vorberatung überwiesen. Die übrigen Eegenstände der Tagesordnung waren von untergeordneter Bedeutung und wurden zumeist ohne Debatte erledigt. Aus die öffentliche folgte eine ge-

heime Sihung.

„Der Magistrat wolle mit der Gesellschaft und Untergrundbahnen in Berlin erneut

Vorlage geschaffen wird, die diese

und Erhaltung von Parks usw. Es sei Bittschriften

entstanden ;

Bielleicht sei es mögli, noch in leßter Stunde

Fn den Räumen der Allgemeinen Gleftui,itäts-Gesellshaft fand, G. m. b. H.

Die Sektion ‘Hobenrollern! des deutschen und österreichischen

Alpeavereins (Geschäftsstelle Steglitz, Hubertusstraße 14 11) hält ihre nächste ordentlihe Seklionsfißung am 17. d _M., Abends 8 Uhr, in den Bismarcksälen, Neue Grünstraße 28, ab. Auf der Tageéordnung steht ein Vorirag des Hern Ofécar Bolle: „Die malerische Spree, eine Wauderung von den Quellen bis zur Mündung“ mit Vorführung von über 100 farbigen Lichtbildern. Gäste, auch Damen, sind will- lommen.

Das wissenschaftliche Theater der „Urania“ bringt in

nächster Zeit als neuen Vortrag „Nom und die Campagna" von Professor Dr. Graffunder; es werden daher nur noch wenige Wieder- holungen des Vortrags „Von Abbazia bis Korfu“ stattfinden.

Herlisheim, 14. Mai. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet:

n der Naht vom 13. zum 14 ist D-Zug 161 infolge Ent- gleisung des Güterzuges 6040 in der Nähe des südlihen Ein-

fahrtésignals Herlisheim (Oberelsaß) entgleist und verbrannt. Beide Gleise sind vorcuésihtlich bis

auf diesen aufgefahren,

Mittag ge\perrt. Setötet sind der Lokomotivführer Schoulat und der Heizer Altewei vom D-Zug 161 und ein Post- beamter sowie der Heizer vom Güterzug 6040. Vier Reisende sind mittelschver und vier leicht verwundet. Neisende und Verwundete des D-Zuges 161 wurden mit Sonderzug nach Colmar gebracht. Azrztlihe Hilfe war bald zur Stelle. Nah den bisherigen Feststellungen war der Hergang bei dem Eisenbahn- unglück folgender: Zunätst explodierte aut bisher noŸ nicht aufgeklärter Ursache auf freter Strecke bei Kilometer 736 während der Fabrt der Kessel der Lokomotive des Güterzuges 6040. Dorauf entaleiste der vordere Teil des Güterzuges. Im gleichen Augenoblicke passierte auf dem ersten Gleis der Schnellzug 161, fuhr in die entgleisten Güter- roagen hinein und entuleiste ebenfolls. Beide Züge gericten in Brand. Fnfolge des herrschenden Nordwindes is der Schnellzug 161 voll- ständig ausgebrannt, von dem Güterzuge eiwa der fünfte Teil.

Wien, 13. Mai. (W. T. B.) Heule vormiltsg fand im Nahmen der Festlichkeiten aus Anlaß des 100. Jahrestages der Sch{hlacht bei Aspern die feierli? Enthüllung des Denkmals für den Feldmarschall Freiherrn von Heß in Gegenwart des Kaisers Franz Joseph, der Erzherzoge, der Generalliät, der Spiyen der Behörden und von Negimentsabordnungen statt. Der Kaiser wwde begeistert begrüßt. Er gedachte des siegs- reihen Gefechts in Schwarzenlackenau, das ein ruhmreihes Blatt în der Geschichte des 49. Infanterieregiments fülle, und fühnte aus, er erblick¿ in dem Denkmal ein Zeugnis der Treue gegen die Dynastie und der Lebe zum Vatexrlante.

Paris, 14. Mai. (W. T. B) Athtzehn Häftlinge dés hiesigen M ilitärgefängnisses, zumeilt Deserteure, die in einem gemeinsamen Zimmer untergebracht woren, versuchten, mit den aus thren Bettstellen entnommenen Eisenstangen die Tür zu sprengen und auszubrehen. Die Gefängniswärter drangen mit Revolvyern in der Hand etn und zwangen die Hâftlinge, welche die Internationale sangen, einzeln den Saal zu verlassen und sperrten sie dann in Einzelzellen.

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)

Kammerspiele.

Der unverstandene Mann. An- |— Abends 8 Uhr: Narzif.

Wall / s (Wallnertheater.) Erzählungen.

Akten von Gustav Davis. Ende

Sonnabend und folgende Tage:

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Montag, Abends 8 Uhr: Doktor Klaus.

Richard Alexander.)

Komische Oper. Sonnabend : Hofsmauus

Rechts herum. | Trianontheater. (Georgenstraße, nahe Bahnhof Friedrihstraßc.) Sonnabend; Liebesgewittee.

Lustspielhaus. (Frierichstraße 236.) Sonn-

Theater des Westens. (Station: Zoologisder Garten. Kantstraße 12.) Sonnabend, Abends 8 Uhr: abend: Jm Klubsefsel. Operette von Franz Lehar. | „g

Sonntag, Nachmittaas 34 Uhr (halbe Preise): R ORE S E Ein Walzertraum, Operette von Oscar Straus. Abends 8 Uhr: Der Jockeyklub. Operette von

(Adele: Frl. Alma S |

ele: Frl. Alma Saccur als | Hebbeltheater. (Königaräßer Straße 57/58.) | Victor Hollander. Abonnementsyorstellung. | Sonnabend : Revolutioushochzeit. E Residenztheater. (Direktion: nt , Sonnabead und folgende Tage: 124. Abonnementsvor- N San Pans, Sonnabend: Mahsó., | ¿m Amelie. (Sommerpreise.)

Familiennacchrichteun. Gestorben: Hr. Landgerichtspräsident a. D., Ge- heimer Obe1justitzrat Hagemann (Limburg).

Hr. Geheimer Hofrat, Professor Dr. von Ranke (München). —- Fr. Sant! ätsrat Anna . Felix

Kiimmere Dich Meyer, geb. Heimann (Berlin).

Verantwortlicher Redakteur: Direktor Dr. Tyrol in Charlottenburg.

Verlag der Expedition (Heidrich) in Berlin.

Thaliatheater. (Direktion: Kren und Schönfeld.) | Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Nerlags- Gastspiel August

unkermann: Was Reuter erzählt. Hanne Niüites Abschied. Möller Vosi, Jochen Päsel.

Anstalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Neun Beilagen

(cins{ließlich Börsen-Beilage und MWarenzeichen- Beilage Nr. .12 A. und 12B.).

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Erste Beilage

zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlih Preußischen Staatsanzeiger.

Berlin, Freitag, deu 14. Mai

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Bemerkungen. Die verkaufte aekige wid

(X; , inge wird auf volle D i

Fin liegender Strih (—) in den Spalten für Preise hat bie Bec, Ul U Uiwert P: gn : ce

Berlin, den 14, Mai 1909.

Deutscher Reichstag. 256. Sißung vom 13. Mai 1909, Nachmittags 2 Uhr. (Bericht von Wolffs Telegraphisßem Bureau.) Das Haus erklärt eine Reihe von Petition

-_ q . 5 P . . e / die Petitionskommission für ungeeignet i Erörirring Aa Plenum erachtet hat, nx erledigt und tritt sodann in die erste eratung der am 13. November 1908 zu Berlin abgeschlossenen

revidierten Berner Uebereinkunft zum S der Literatur und Kunst. ft zum Schuß von Werken

Die Generaldiskussion wird eingeleitet durch den Sh MNRN ree des Auswärtigen Amts Freiherrn von 5 Meine Herren! Jn den gastliden Räumen dieses hohen Hauses für deren liebenswürdige Ueberlafsung ih nicht verfehlen möchte dem bohyerehrten Herrn Präsidenten noch einmal den verbindlihsten Dank der Reichsyerwaltung auszusprehen, hat im Oktober und November v, J. eine internationale Konferenz getagt, um die Berner Konvention zum Schuße von Werken der Literatur und Kunst einer Revision zu unterziehen. Der Jhnen vorliegende Vertrag stellt das Ergebnis dieser Konferenz dar. Aus deutschen JInteressentenkreisen und auch aus diesem hohen Hause sind des öfteren Wünsche vernehmbar geworden den internationalen Rechts\huy für Urhebererzeugnifse weiter aus- zubauen und insbesondere ihm eine ausgedehntere internationale Geltung zu verschafffen, Diese Wünsche deckten ih vollständig mit denen der Reichsverwaltung, welhe daher an den dem Reiche auf der Pariser Konferenz vom Jahre 1896 übertragenen ehrenvollen Auftrag mit besonderer Freude herangetreten ist, die neue Konferenz

Weizen, 23,10 1% 2110 20 | 9 23, ] ö 24,20 c 28,80 24,00 24,40 2460 | t 00 ,0 24,50 24,60 25,00 25,00 t E L 4,30 24/40 24 00 24,00 24,30 24: 25,00 25,00 0]. 25,30 25/60 3,5 5,50 25/50 23 80 24,00 g 24, 23 80 24.00 24,40 24,70 25 80 25,80 2 25,80 25,80 An 25 00

24,30 | 24,50 Kexuen (euthülfter Spelz,

29,00 25,00 26,00 26,20 26,40

Roggen. 17,00 | 1700 | E

1 17,55 17,80 17,00 | 17,20 | 17,20 17.00 17,30 17,40 17,40 17,60 17,80

17,70 17,70 18,00

N V 17,00 17,40 17,40 | 17,60 18 40 18,70 18,70 17,70 17,70 18,70

16,80 | 17,00 3 60 E 20 18.70 | 1870 | 19.00

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15,40 Men E My 15,60 15,8

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18,00 20,00 | E

Gafex.

18,50 | 1850 M

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17,40 | 17,00 17,80 | 18/00 150 18,00 | 18,50 1860 | 19,10

18,40 18.60 19,00 | 19/20 :

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18,00 | 1829 18/60 18,60 35 P f 18,00 19/00 650 | 2 ( 19 60 18,00 | 18,50 18,50 19,00 65 ,20 | 16,20 17 70 17,70 90

A s 9,09 19/00 1 19,00 19.00 19/32 19 32 19 18,00 18,40 1880 | 1900 ; 80 | 19/20 19,30 | 19,60 338

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ais Gin F E 19,00 | 2000 | nO pad 0

niht vorgekommen ist, ein Punkt (

Kaiserliches Statistishes Amt. van der Borghyht.

Konferenz zu unserer Genugtuung feststellen konnten, von : er i; dem Be- E R e Schutz 7 E Eigentums AatEtS 2 el r ganzen Kulturrwoe Konferenz hier in Berlin etnen überaus A uis E L E Schon die starke Beteiligung war ein erfreuliches Ebüotoi: S nur 15 der Unton angehörige Staaten, sondern auch A alen, R Vereinigten Staaten von Amerika 1 , tederlande, au as ferne Chi Si | unserer Einladung gefolgt. Blrined i, E d r einmütige eifrige Interesse, welhes alle Vertreter auf der Konf Ï den Zielen derselben entgegençebraht haben, das fahliche A kommer, welches sie nah Möglichkeit zu beweisen suchten fovtis die tâtige Anteilnahme der Vertreter der Nichtunionsstaaten ti der a Arbeit. Auh möchte ih niht unterlassen, zu betonen s e S ( j t L “iter O zwischen den einzelnen Delegationen die ; Die Konferenz hat die Erfüllung unserer Wün \ fördert und wird, wie wir hoffen, dazu beitragen, O at Mitglieder zu gewinnen, oder wenigstens die auf der Konfe tretenen Nichtunionsftaaten zu veranlassen, ihre innere Gestern in einem dem Geiste der Berner Konvention adäquaten Sin g verbefsern und zu ergänzen. Es haben denn auh die Vctehifaten Staaten von Amerika \sich seitdem bereits dazu bebitaad T die Gesehgebung bezüglih der Urheberrehte zu mild ik In Rußland is zurzeit ein Gese in Arbeit, w [ches es vielleicht ermöglihen wird, daß Rußland der Berne iz beitritt. Die aus der Konferenz hervorgegangene neue i din welher man în treuem dankbaren Gedenken an die ihr zu Grunde

vorzubereiten. Da au die meiften anderen Staaten, wie wir auf der

Mark abgerundet mitgeteilt. Der Durchschnittspreis wied aus den is

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1195 18,38 1 458 16,20 266 19 00 363 19,12

6 424 18 98 8775 19,50

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) erund . ) in den legten sechs Spalten, daß S cien Qadien eres pr

„Berner Konvention“ belafsen h ä i at, enthält zweifel: i 2 E gegenüber den jeßigen Zuständen E D gewinn möchte aber wohl darin zu erblicken fein i i , daß sie die Se aus welchen bisher die Konvention bestand, in E 0A Me Cel E! hat, welches das Ziel der Verständigung en über die Grundsätze des Urheberrecht daneben aber auch noh in seinen V / I Verbehalten Naum Ä Abweichungen von die Ä i Mital s be. N fen Grundsätzen bei einzelnen Mitgliedern be- Was die Einzelheiten der revidiert : j ) en Konvention betrifft D S auf die an die Vorlage geknüpfte R Se Ana G LON au diejenigen Punlte aufzählt, in wel ejeßgebung infolge der Konferenzbes{lü i Ci L müssen. Es sind dieser Sun L E venige, da unsere Geseßgebung den modernen A i Co E n Anschauungen über den ( gentums ohnehin wetitgehende trägt. Eine entsprechende V d heu m D is M dende Vorlage wird diesem hohen Hause später Und nun, meine Herren, darf ih Si , L e bitten, uns Ihre R A das hier an dieser Stätte geshafene Tite A tit hen Wirkungen in der Praxis entfalten kann. Der Deutsche Re chstag wi:d alsdann das erste Parlament sein welches de Konvention die Zustimmung erteilt bat. i Save

Abg. Dr. Jun ck (nl.): Eine Amen

J: dier ge Bige gelgorne pur Festung gder Ablehnung ba die heue Vebubtton aud weig! s ug en Grund, ihr zuzustimmen, stattgefunden hat. Es sird außerordentlich wertolle Eee MTung

liegende alte Konvention in s{uldiger und gerehter Pietät den Namen

darin enthalten. Der Schuß für Werke der Literatur und Kun wird

* hon dem Ursprungsland des Werkes unabhängig gemaht. Die neue

nad übersGläglider Schäzung verkauft

(Preis unbekannt)