1909 / 122 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

je 400 Arbeiter ein Ausshußmitglied gewählt wird, denn je größer der Arbeiteraus\chuß ist, desto mehr wird die Verständigung mit dem Werköbesiger erschwert. Ferner hätten wic es lieber bei der einmaligen regelmäßigen Befahzung im Monat çelassen und daneben lieber auferordentlihe Befahrunger zugelassen, wenn ih Schäden zeigen. Aber wir wollen der zweimaligen regelmäßigen Befahrung zustimmen, damit das Gesey mit möglichst großer Mehr- heit angenommen werden kann. Wir sind in der Kommission den Wünschea der Arbeiter so weit entgegengekommen, als es die vitalen KFnteressea der Unternehmer nur irgendwie gestatteten. Wir sind hart bis an diese Grenze herangegangen. Wie die Ausführung des Gesetzes sein wird, darüber läßt sich noch gar nichts sagen; wir teilen nicht ganz die pessimistishe Auffassung des Abg. Hicsh. Es wird wesentlih auf den guten Willen beider Teile «anfommen, wir hoffen, daß sle si gegenseitig die Hand reih:n werden zum Heile des Berg- baues und zum Heile der Arbeiter.

Abg. Vorster (frkons.): Wir haben dieselben Bedenken wie der Vorredner gegen die neuen Anträge, wir wollen aber au auf den Boden der Verständigung treten. Wir wünschen, daß bet der Wahl der Sicherheitsmänner und des Arbeiterausschusses die ruhigen, be- sonnenen Elemente zu Worte kommen; wr glauben durch die Fassung des Gesctzes und die Anträge, die wir gestellt haben, dafür gesorgt zu haben, uad hoffen, daß nunmehr Friede im Bergbau eintreten wird.

Abg. Traeger (r. Volksp.): Das Kompromiß ist bei diesem Gesetz zu stande gekommen, wunderbar war aber die Bescheidenheit der Herren, die auf einem anderen Standpunkt gestanden und sich mit so wentgen Konzessionen begnügt haben. Die Regierungévorlage ist zwar im einzelnen vershlechtert worden, aber der Gedanke derselben ist doch aufrechterhalten worden. Wir meinen deshalb, das Gesetz annehmen zu sollea, aber wir bleiben dabei, daß diese ganze Pflanze in ein ander:8 Erdreich verpflanzt werden müßte, daß die Berggesetzgebung dem Reiche übertragen werden müßte. Man müßte diese Vorlage ablehnen, wern man sih sagen müßte, daß dadurch ein Reichsberggeseß in weitere Ferne entrückt würde. Das Oberbergamt soll erklärt haben, daß diescs Geseß den Erlaßeines Reichsberggeseßes verhindern werde, das aber glaube niht, denn solche Erklärungen kann man immer als diplomatishe auffassen. Daß die wahren Absichten der Bergunternehmer bekannt geworden find, ist sehr gut gewesen; wenn von ihnen dieses Geseß nur als „weiße Salbe“ an- gesehen wird, so muß die Regierung sorgsam darauf achten, daß das Geseg auch von den Arbeitgebern richtig ausgeführt wird. Im Abgeordnetenhaus haben die Herren es bequemer gehabt, sie würden mehr Schwierigkeiten haben, wenn im Reichstage ein Reichs- berggeseß gemaht würde. Es handelt sh hier um nihts anderes als um die Durchführung der soztialpolitishen Gesetzgebung des Reichs. Einer der Herren hat erklärt, daß mit dem preußischen Berggeseß nun genug soziale Dummheiten gemacht seien, und die Herren haben sh als Gegner ber Soztalpolitik des Herrn von Bethmann Hollweg gezeigt. Wir wollen aber für den Frieden zwisen Arbeitern und Arbeitgebern sorgen, an tie Stelle des früheren wohlwollenden Absolutismus und der Sentimentalität ist der Arbeitskontrakt getreten; bei allen Vereinbarungen über die Arbeitsbedingungen darf aber niht vergessen werden, daß der Arbeiter eine Persönlihkeit i| und bleiben muß. Allerdings suhen die Sozialdemokraten alles für ihre politis&ea Zroecke aus- zunußzen, aber man darf nit alles, was von Unzufriedenheit mit den Arbeitgebern zeugt, als fozialdemokratisch ansehen. Vollkommen gerechtfertigt ist die Forderung, daß die Sicherheit8männer nach jeder Seite unabhängig sind und aus ihrem Arbeitsverhältnis nicht dur Kündigung beliebig berausgebraht werden können. Die Berg- unternehmer haben ftüher einmal erklärt, sie könnten mit ihrem Eigentum machen, was sie wollten, aber im Intercsse der Allgemeinheit müssen sie ih doch Beschränkungen in ihren Rechten gefallen lassen. Wenn die Unternehmer au nichi gerade mit der „Peitshe in der Hand“ ihre Arbeiter behandeln, so gibt es doh andere Dinge, die viel vernihtender sind als die Peitshe. Die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands kann nit ernstlih be.inträhtigt werden durch den Erlaß diescs Gesetzes, denn unsere größten Konkurrenten, England und Frankrei, haben längst die hier vorgesehenen Einrichtungen.

Abg. Letinert (Soz) verlangt, daß die Ausfübrungsbestimmungen zu dem vorliegenden Geseg so gefaßt werden, daß die für die Sicherheitsæ änner vorgesehene geheime und unmittelbare Wahl auch korrekt gewährleistet sei. Der Redner verweist avf die betreffenden Be- slimmungen in Frankreih und führt mehrere Fälle an, wonach auf den Zehen Westhausen, Graf Moltke, Konstantin 1V und V, General

die Lusführungsbestimmungen zum Berggeseß von 1905 eine korrekte Wahl des Arbeiteraus\{hufjes niht ermöglicht hätten. Solchen Bor- kommnissen müsse bei dem jeßigen Gesetz vorgebeugt weiden. Aller- dings fei der Minister ja immer mit den Herren vom Bergbaulichen Verein ein Herz und eine Seele gewesen, er habe alles getan, um dic Seele der Arbeitgeber zu gewinnen, troßdem hätten bekanntlich die Bergberren in Ministerstürzeret gegen den Handelsminisler gemacht. Er (Nedner) sei nit in der Lage, mit seinem noch üb:ig gebliebenen Parteifreund Ströbel für das Gescß zu stimmen, da es vollkommen unzulänglich set.

Abg. Giesberts (Zentr.) spricht seine Befricdigung darüber aus, daß der Abg. Leinert beute recht ruhig gesproten habe, und hofft, daß daher niht wie 1905 nah dem damaligen Berggese etne große Hete im Rheinland losgehen werde. Das Zentrum werde für das Gesetz stimmen, da es die Einführung der Sich-rheitsmänner als eincn Markstein in der Entwicklung der Berggesetg: bung ansehe.

Minister für Handel und Gewerbe Delbrü: Meine Herren! Die einzelnen Redner der Fraktionen haben ihre Ausführungen zu dem jeßt voiliegenden Kompromiß immer mit erselben Note begonnen; sie haben erklärt, daß es ihnen nicht leicht geworden ift, den Veränderungen zuzustimmen, die das Gesetz in letzter Stunde erfahren solle, bezw, daß es ihnen niht ganz leiht sei, für das Gese zu stiwomen. Meine Herren, das kann ich auch fagen. Von meinem Standpunkte aus betrachtet, roird tas Secsez dur die Kom- promißantiäge nit verbessert werden, weder nah der eincn, no na der anderen Seite. Ich wäre zufrieden gewesen, wenn das Sesey in der Form verabschiedet worden wäre, wie es aus den Beratungen Fhrer Kommission hervorgegangen war. Aber, meine Herren, auch ih stehe auf dem Standpunkte wie die Herren, tie vor mir gesprochen haber, mit Ausnahme des Herrn Abg. Leinert, daß überall und am meisten in der Politik das Bessere der Feind des Guten ist, und daß man das Gute nehmen soll, wo es einem gegeben wird. Und auch ih habe die Ueberzeugung, daß in ter Verabschiedung dieses Gefeßes, wenn alle bürgerlihen Paiteien ihm zustimmen, ein politisher Erfolg liegt, durch den die Bedenken aufgewogen werden, die man gegen Einzelheiten der Vorlage haben könnte. Aus dieser Einhelligkeit der Annahme, auf die ich jut mit voller Bestimmtheit renen zu können glaube, {chöôpfe ich die Hoffnung, daß alle Beteiligten enis@lossen sein werden, dieses Gesey loyal dur@zuführen. Selbftverständlih wird auch die Königliche Staatsregierung und werde au ich bestrebt sein, das Gesetz loyal durchzuführen und die abgeänderten Bestimmungen fo zur Anwendung zu bringen, wie sie von seiten der Herren Antrag- steller beziehungsweise von seiten der Parteien des hohen Hauses, dle diese Kompromißanträge gestellt haben, gemeint find. Und, meine Herren, ih habe die feste Ueberzeugung, kaß wir damit auf den Weg kommen, auf dem vielleicht der „Kampf um die Seele der Arbeiters" doch nicht ganz erfolglo3 ist, und ich freue mih dessen umsomehr, als ih dem Herrn Abg. Leinert versihern kann, daß ich mit voller Be- ‘stimmtheit hoffe, recht lange noch diesen Kampf an der Stelle an der ih heute stehe und nit an einer anderen Stelle führen zu können,

Darauf wird die allgemeine Besprehun geschlossen.

In der Spezialdiskussion werden nah den von allen Parteien gestellten Kompromißanträgen ohne weitere Debatte folgende Aenderungen an den Beschlüssen der zweiten Lesung vorgenommen :

8 80f, der die Einrichtung der Sicherheitsmänner und der Ärbeiteraus\hüsse vorschreibt und in der zweiten Lesung abgelehnt war, wird wiederhergestellt. /

In $ 80k b wird die Bestimmung, daß die Sicherheits» männer nit Knappschaftsinvaliden sein dürfen, gestrichen. Jn $ 80fck wird bestimmt, daß statt auf je 500 shon auf je 400 Arbeiter ein Ausshußmitglied vorhanden sein muß. In $ 80fg wird eine zweimalige regelmäßige Befahrung im Monat statt der einmaligen zugelassen. Die Kosten der E Befahrungen sollen den Arbeitern zur Last allen.

In 8 80fn soll die Einteilung der Fahrabteilungen, nach denen unter Umständen die Wahl der Sicherheitsmänner er- folgt, so bemessen werden, daß die sämtlichen Baue einer Fahr- abteilung in höchstens drei (statt zwei) Schichten befahren werden können.

Abgelehnt werden dagegen zwei von dem Abg. Dr. Flesch (fr. Volksp.) befürwortete Anträge der Freisinnigen, wonach die Mitglieder des Arbeiterausshusses niht nur in ihrer Mehrzahl, sondern sämtlih von den Arbeitern gewählt werden sollen, und wonach ferner eine Bestimmung in das Gesez eingefügt werden soll, die den Ausshluß der Bestimmungen über die Sicher- heitsmänner und die Arbeiterausshüsse durh Vertrag oder Arbeitsordnung verbietet.

Bei der Gesamtabstimmung wird das Geseh im ganzen mit allen gegen die Stimmen der beiden Sozialdemokraten Leinert und Ströbel angenommen.

Schluß 4 Uhr. Nächste Sizung Mittwoch 11 Uhr. (Kleinere Vorlagen; Jnterpellation Porsh wegen der Ueber- S bei der Wölfel-Talsperre im Kreise Habelschwerdt ; ritte Lesung des Stewmpelsteuergeseges und des Eisenbahn- anleihegeseßzes.)

Handel und Gewerbe.

(Aus den im Reichsamt des Innern zusammengestellten „Nachrichten für Handel und Industrie “.)

Oesterreich-Ungarn.

Beschränkung der Einfuhr von bleibaltigen Farben und Kitten und des Verkehrs damit. Dur eine Verordnung der ôsterreilishen Ministerien des Innern, der Finanzen und des Handels vom 26. April d. J. ist die Einfuhr von bleihaltigen Farben und Kitten und der Verkehr damit im Einvernehmen mit der Köntg- li Ungarischen Regierung aus sanitären Gründea dahin beshränkt worden, daß diese Gegenstände nur dann zur Einfuhr zugelassen und in Verkehr gebraht werden dürfen, wenn fie ausdrücklich und in wahrnehmbzrer und verständliher Weise als bleihaltig bezeichnet find.

Als bleihaltige Farben im Sinne der Verordnung kommen vor- nehmlich in Betracht: Bleiasche der Nr. 597 i, Bleiglätte, gemahlen oder in Pulvezrform, Massikot und Mennige der Nr. 5971, Bleiweiß der Nr. 6024, {chwefelsaures Bleioxyd der Nr. 6026, die mit Lak- firnifsen angeriebenen oder rerseßten bleihaltigen Farben der Nr. 624 sowie die bleihaltigen Mineralfarben und die mit Delfirnissen usw. angeriebenen oder verseßzten bleihaltigen Farben der Nr. 626 des Vertrag?zolltarifs der beiden Staaten der österreihisch-ungarischen Monarchie. (Neichzgescbtatt für die im Reichsrat vertretenen König- reiche und Länder.)

Aenderung einiger Bestimmungen der Erläuterungen ¡um Zolltarif. Etne Verordnung der österreichischen Miristerien der Finanzen, des Handels und dés Ackerbau-s vom 29. April d. I. ergänzt und ändert einige Bestimmungen der Erläuterungen zum Zolltarif.

Die Ergänzungen und Aenderungen betreffen: dite Zollbehandlung von Milch in Pulverform ohne Zuckerzusaß, von natürlichen flüssigen Farbstoffextrakten mit Zusay eines Beizmittels sür die Textildiukecet und „Färberei, von baumwollenew, wollenem, ganze und halbseidenem Gesundheitskrepp, als Meterware oder bloß zugeshnitten eingehend, von Federhaltern aus Holz, die sich als Souvenierartikel darstellen, von geshnizten Statuen, Büsten und Tierfiguren, pon Souvenier- artikeln aus Holz, von mit Holzschnaizereien au9gestatteten Korkstopfen und von Galanteriewaren. (Ebenda.)

Aendecung einiger Bestimmungen der Durchführung®- vorschrift zum Zolltarifgesey und der Crläuterungen zum Zolltarif. Ene Verordnung der österreichischen Ministerien der Finanzen, des Handels urd des Ackerbaues vom 13. April d, J. ergänzt und ändert einige Bestimmungen der Durch‘ührung2vorschrift zum Zolltarifgeseß und der Erläuterungen zum Zolltarif.

Die Ergänzungen und Aenderungen betreffen: Koffer, Körbe und dergleichen Verpackungsmittel im NReiseverkehr, Warenmuster und Handelswaren enthaltende Koffer, geformten Kampfer, ganz- und bhalbseidene Bandwaren, zu Niemen abgepaßtes Leder, durch Kaltwalzen gestreckte Eisenblehe und Kaseinkitt aus Käsestoff mit Mineralien.

Die Verordnung ist im XXVII1. Siüdcke des Reich8geseßblaits für die im Neichérat vertretenen Königreiche und Länder vom 20. April d. I. veröffentlicht.

Vergebung staatlicher Lieferungen in Oesterreich. Eine am 1. Januar 1910 ia Kraft tretende Berordnung des österreichischen Gesamtminist:-rtums vom 3. April 1909 regelt vie Vergebung staat- licher Lieferungen und Arbeiten.

t En allgemeinen Beslimmungen der Verordnung (Abschnitt 1) auten :

S1, L Die Bestimmungen dieser Verordnung gelten für Lieferungen und Arbeiten, die vom Staate und von staatlichen oder vom Staate ver- walteten Anstalten, Unternehmungen und Fonds vergeben werden.

Die Bestimmungen dieser Verordnung finden keine Anwendung: 1) auf Lieferungen und Arbeiten für das K. und K. Heer und die K. und K. Kriegsmarine sowie für die übrigen gemeinsamen Behörden und Aemter;

92) auf Lieferungen und Arbeiten für die K. und K. Landwehr und den Landfturm vom Zeitpunkt der Mobilisierung bis zur De- mobilisierung sowie auf diejenigen Liefervnzen in Friedenszeiten, die kraft besonderer Bestimmungen den Kletngewerbe!reibenden vor- behalten find;

& A auf Lieferungen von Erzeugnissea der Land- und Forstwiit-

asl;

4) auf Lieferungen und Arbeiten, die von einem staatlichen NRerwaltungszweige entweder für den eigenen Bedarf oder den Bedarf eines anderen staatlichen Verwaltung?zweigs in eigener Negie aus- geführt werden ;

H) auf staatliche Kunstaufträge und künstlerische Restaurterungen. Soweit es sih j-doch in solhen Fällen um bauliche Herstellungen handelt, finden auf alle hierbei nötigen Lieferungen die Bestimmungen dieser Verordnung volle Anwendung.

Die Abschnitte 11 bis VII der Verordnung handeln von der Art der Vergebung, dem Verfahren bei Ausschreibungen, der Angebot- stellung, der Behandlung der eingelangten Angebote, der Zuschlags- erteilung, den Verträgen und deren Durhführung. Laut Abschnitt V1II

(Lebhafter Beifall rets.)

{E MuBefttmungen, bleiben die für das Königreih Galizien derzeit estehenden Sonderbestimmungen aufrecht.

Die Verordnung ist im XXXIl. Stücke des Reich9geseßzblatts für die im Neichérat vertretenen Königreiche und Länder vom 28. April d. J. veröffentlicht. :

Siam.

Konkursgeset. Das siamesishe Konkursgeseß vom Jahre 110, wonach bisher nur ein Sh ul dner berechtigt war, behu!s Verteilung seines Vermögens unter seine Gläubiger bei Gericht um seine Bankero!terklärung nachzusuchen, ist dunch ein neues im „Siam Observer“ vom 17. Oftober 1908 unter dem Titel „Konkurogesetz vom Jahre 127° veröffentlichtes Gesey dahin geändert worden, daß. künftig auch jeder Gläubiger, der über eine Forderung von 1000 Tikals oder mehr verfügt und dartut, daß der Schuldner außerstande ift, alle seine Gläubiger auszuzahlen, befugt ist, bei Gericht die Verhängung des Konkurses über den Schuldner zu beantragen.

Ft der Schuldner nit in der Lage, alle Gläubiger voll aus- zuzablen, so erflärt der Geri ht8hof den Sbuildner für bankerott und Iäßt das Vermögen des Schuldners zur Dedung der Forderungen Ae mit BésYlag belegen und dur einen Beamten vers» waîilen.

Bestreitet der Schuldner seine Unfähigkeit, alle seine Gläubizer vol auszuzahlen, so gewährt ihm das Geriht eine 10 Tage nicht übersteigende Frist zur Führung des Nachweises, daß sein Vermögent- bestand zur vollen Auszahlung der Gläubiger ausreih!. Das Gericht ist befugt, sh zu versichern, daß der Schuldaer nicht etwa während dieser Frist in betrügeriswer Absicht mit seinem Vermögen die Flucht ergreift. Weist der Schuldner dann dem Gerichte nah, daß er im- stande ist, alle seine Gläubiger voll auszuzahlen, so wird der Antrag des Gläubigers abgelehnt. Ist dies niht der Fall, so verhängt der Gerichtshof den Konkurs über thn und best:llt einen Beamten zur Bermöügensverwaltung.

Fit üb:r einen Schuldner der Konkurs verbängt, so hat ein Rekurs gegen den Gerihtsbeshluß keine aufihtiebende Wirkung. Der Gerichts be\hluß, betreffend die Verteilung dec Masse unter die Gläubiger, darf indessen erst vollzogen werden, nahdem der Rekurs in allen Fnstanzen rechtkräftig geworden ist. Wenn im Rekurtverfahren der Konkurs aufgehoben wird, so hat das Gericht über den von dem antragstellenden Gläubtger zu leistenden Ersaß für jeden Schaden zu befinden, den der Schuldner dur die Konkurserklärung erlitten hat. Dieses Gesey fell vorläufig in der Provinz (Monthon) Bangkok Anwendung fioden, seine Vorschriften können indessen mit der Zeit im Verordnungêweg auf andere Provinzen aus; edebhnt werden.

(Oesterr. Wirtschaftspolitisches Archiv.)

Nicaragua.

Geplante Ermäßigung der Leben3mittelzölle, Nah einer vom Präsidenten des Freistaats N'caragua geäußerten Absicht follen die Lebensmittelzölle um 49 v. H. berabgesetzt werden; ein Ver- zeihnis der einschlägizen Gegenstände fell aufgestellt werden. (Daily Consular and Trade Reports.)

Südnigeria.

Nerbot des Verkaufs von Handels\pirituosen. Nah einem in der „Southern Nigeria Government Gazette“ bom 10. März 1909 veröffentlihten Geseßentwurf foll der Berkauf von „Handelsspirituosen“ (Wachhholderbranniwein und Rum) in anderen als den in ber „Trade Spirits (Regulation of Receptacles) Ordinance“ vom Sabre 1906 *) bestimmten Gefäßen verboten werden. (The Board of Trade Journal.)

Aussc@retbungen. ®

Kohblenlieferung auf den Linien der K. K. Staats- babndirektion Lemberg für das Jahr 1910. Angebote längstens bis 15. Junt 1909, 12 Uhr, an die K. K. Staatsbabn- L Ut, in Lemberg. Näheres beim „Reichsanzeiger“ (von 9 bis

r).

Lieferung von Kohlen für 1910 für die K. K. Staats- bahndirektion in Krakau und zwar: 450 t kleinköcnige Scbmiede- koblen, 60 t Primakoks für Shmelzzwecke in Stüden unter 100 mm, 900 t Würfelkoks für Schmiedezwicke. Argebote längstens bis

15. a 1909, 12 Ukr, an die genannte Direkilon. Näheres eben- dafelbst.

Lieferung von ungefähr 700 t kleinkörniger Shmiede- foblen und 180 t Koks für Schmiedearbeiten für die Zeit vom 1. Januar bis Ende Dezember 1910 für die K. K. Staat8habndirektion in Stanislau (Salizien). Angebote längstens bis 15. Junt 1909, 12 Uhr, an die genannte Direktion. Näheres ebendort.

Lieferung eines Elektromotors für die Wasser- station am Pruthflusse, der Beleuhtungskörper und der Fnstallation der elektrishen Beleuchtung des Bahn- hofes Czernowiß der Linie Lemberg—Ißhkany. Angebote spätestens bis zum 29. Mai 1909, 12 Uhr, an dic K. K. Betricdëe- leitung in Czernowiz. Näheres beim „Reichsanzeiger“ (von 9 bis 3 Uhr).

Bau eines neuen Gerihtsgebäudes samt Arresten in Storozyneß (Bukowina). Verhandlung: 15. Juni 1909, 11 Uhr, bei dem K. K. Landesgerichtspräsidium in Cjernowiß- Näheres beim „Neicheanzeiger* (von 9 bis 3 Uhr).

Lieferung von jährlich 290 Millionen fertiger Zigarettenshachteln für 10 Zigaretten für einen Zeit- raum von 5 Jahren nah Italten. Vergebung: 8. Juni 1909, 3 Uhr Nachmittags, im Finanzministertum, Generaldirektion der Monopole in Rom. Sicherheitsleistung: 30 000 Lire. Näheres in italienisher Sprache beim Reichsanzeiger" (von 9 bis 3 Uhr).

Verkauf des außer Dienst gestellten Königlih italienishen Schiffes „Stromboli“ zum Preise von 180 000 Lire. Verhandluna: 31. Mai 1909, 11 Uhr Vormittags, beim Marineministerium in Rom und gleichzeitig bei den Gencral- direktionen der Köntalichen Arsenale in Spezia und Venedig, Sicherheitsleistung: 38 020 Lire. Angebote bis 30. Mai 1909. Näheres in italieaisher Sprache beim „Neich8anzeiger“ (von bis 3 Uhr).

Bau von eisernen Treppen in der „Ecols industri- elle provinciale supérieure“ in Charleroi (Belgien). 14712 Fr. Sicherheitsleistung: 1200 Fr.

Msöbeleinrihtung der „Lcols provincials móca“ nique agricole“ in Mons (Belgien). 8700 Fr. Sicher- beitsleistung: 800 Fr. Verhandlung: 11. Juni 1909, Mittags. Gouvernement provincial tn Mong.

Bau einer Sekundärbahn in Belgien. 9. Juni 1909, 11 Uhr, bet der Sociótó Nationale des chemins de fer, Brüssel, Rue de la Science 14. 159 189 Fr. Sicherheits- leistung; 15 000 Fr. Eingeschriebene Angebote bis spätestens 8. Juni an Mr. le directeur général. Cabier des charges: 1 Fr. läne usw. können eingeseben werden bei Herrn de Moor, ingénieur pr0- vincial in Gent, Quais de Moines 27.

Lieferung von 2 Losen je 40000 kg Hafer nah Belgien. Termin: 4. Juni 1909, 14 Uhr: UHôteol do villo in Ute Cabier des charges : 59 Gentimes. Angebote bis 4. Junt,

r.

*) Vergl. Nr. 144 der „Nachrichten für Handel und Industrie” f

vom 31, Dezember 1906 und Nr. 48 vom 13. Mai 1907.

Nerhandlung: f

Lieferung von 425 Kisten Weißblech in verschiedenen Dimensionen und 2500 kg Bleiblech für die Pukver- fabrik Läculete (Rumänien). Vergebung: 25. Mai/7. Juni 1909, 10 Uhr Vormittags, bei der Generaldirektion der Staats- monopole in Bukarest, Calea Victoriei 127. Die Lieferungsbedin- gungen sind bei obiger Generaldirektion zu erhalten.

Lieferung von: 600 m Wagenborten, 300 MWagenquasten, 1500 m Wagenband, 1300 Stück Schmierkissen, 4000 Stück Lampendochten, 800 m Lampendohten, 30 kg Flah8garn, 90 kg Bindfaden, 50 kg Padckschnur, 200 kg Schnürgarn, 25 kg Manila- chnur, 500 kg geteertem Garn, 500 kg Spundgarn, 600 kg Flachspadgarn, €00 kg Seilen, 2500 kg Manila- seilen, 75 kg Hanfgarn, 25 Gros Steinnußknöpfen für die dänischen Staatsbahnen. Termin: 8. Juri 1909, 12 Uhr: „Maskinafdelingons Kontor“ in Kopenhagen, G1. Kongevej 1D. Formulare und Bedingungen an Ort und Stelle.

Lieferung von 436450 Stück Unterlageplatten na ch Norwegen. Vergebuna: 4. Juni 1909, 3 Uhr: Staatsbahnen Kristiania. WVersiegelte Angebote mit der Aufsch:ift: „Anbud paa Underlagsplater“ werden im Expeditiorsbureau der Eisenbahn- verwaltung, Jernbanetorvet 8/9, Kristiania, entaegengenommen. Be- dingungen im Bureau des Eisenbahndireitors daselbst. Vertretec in Kristiania no! wendig.

Stü

Wagengestellung für Kohle, Koks und Briketts am 2b. Mat 1909:

Rußhrrevier Oberschlesis{ches Revier Anzahl der Wagen Gestellt 99/550 8 442 Nicht gestellt . —,

Der auf den 18. Juni d. I. einberufenen Generalversammlung der Deutsch-AsiatisWen Bank wird, aut Meldung des „W. T B.*, die Verteilung einer Dividende von 84 9% gegen 8 9/0 im Vorjahre vorgeschlagen werden.

Jn der gestrigen Hauptversammlung tes Stahlwerk- verbandes wurde, laut Meldung des ,W. T. B.“ aus Düsseldorf, über die Geschäftslage folgendes berichtct: Auf ‘dem Halbzeugmarkte find Aenderungen gegenüber dem leßten Bericht niht eingetreten. Der Abruf vollzicht ch im Nahmen der für das ¡weite Biertel- jahr abges{lossenen Mengen. Für das dritte Vierteljahr wurde der Inlandsverkauf zu den seitherigen Preisen und Bedingungen freigegeben. In s{chwerem Oberbaumaterial we:den von allen deutshen Staatsbahnverwaltungen Abstrie urxd Einschränkungen bei der Bedarfsaufstelung des Etats vorgenommen, sodaß wteder mit ganz erheblichen Minderbeftellungen, zum Teil über 50 /0 gegenüber dem Vorjahre, gerech1et - werden muß. In Rillenshienen wurden weitere Bedarfsmengen mit städtischen Straßenbahnen abges(lossen. Der Spezifikationseingang in Grubenschienen vollzieht fi etwas stiller. Im Ausland3markt hat die reulih gemeldete Besserung im Vignolschienenges{äft und namentlich die erhöhte Absatz- möglihkeit bither angehalten, cine Anzahl größerer Auf- träge konnte wieder hereinaenommen werden. Dagegen ist auf dem Auélandsmarkt in Rillen- und Grubenschienen nah mie vor der fremde Wettbewerb sehr zu bemerken. Das Formeisenge\{chäft im Inland entwickelt sich immer noch ziemlich langscm, und es besteht seitens der Kundschaft nur wenig Neigung, größere Posten auf Lager zu nehmen. Der Verkauf füc kas dritte Vierteljahr wurde zu den bisherigen Preisen und Bedingungen freigegeben. Vom Auslands- markt ist wenig Neues zu melden. Jm britishen Geschäft besieht noch immer der starke heimische Wettbewerb, in einzelnen Lndern ist jedo der Trägerabsaßz besser als im Vorjahre.

Die Sächsischen Staatseisenbahnen vereinnahmten im Monat Januar 1909: 10704579 H (gegen das Vorj. 67 581 4). Laut Meldung des „W. T. B." betrug die Einnahme der Oester- rei@ischen Südkahn vom 11. bis 20. Mat: 3852 090 Kronen, gegen die definitiven Einnahmen des entsprechenden Zeitraums des Vor- jahres Mindereinnahme 91786 Kronen und gegen die provisorischen Einnahmen 189 128 Kronen mehr. Die Einnahmen der Canadian Pacificeisenbahn betrugen in der vergangenen Wowe 1 492 000 Dollars (237 000 Dollars mehr als i. V ).

Die Generalversammlung der Arnstädter Bank genehmigte, laut Meldung des „W. T. B.“ aus Gotha, einstimmig die Fusion it der Privatbank zu Gotha. -

Na einer durch „W. L. B.“ übermtitelten Meldung des Kalserlich russischen und Handelsbevollmächtigten für Deutschland und Oesterreich-Ungarn stellte |ch der Wochen- ausweis der Russischen Staatsban! vom 21. Malt v F wie folgt (die eingeklammerten Ziffern entipre@ßen den gleien Positionen des bekannten Bilanzformulars der Staats- bank bezw. den Ziffern der Vorwoche), alles in Millionen Nubel: Aktiva. Gold in den Kassen und auf besonderen Konken (Nr. 1b und 2) 11063 (1106,7), Gold der Bank im Auslande (Nr. 3 und 4) 132,7 (133,6), Silber und Seidemünze (Nr. 1e u. d) 86,1 (88,0), Diskont- und Spezialrechnungen (Nr. 5) 188,6 (190,9), Spezial- rechnungev, sichergeïtellt durch Wesel und Wertpaptere (Nr. 6 und 7) 89,3 (91,7), Sonstige Vorschüsse (Nr. 8—17) -126/7 (127,0), protestierte Wechsel und prolongierte Schulden, sichergestellt durch unbeweglihes Gigentum (Nr. 18 und 19) 6,4 (6,4), Wertpaptere (Nr. 20) 71,7 (72,3), Wertyapiere auf Kommission erworben (Nr. 21) 2,9 (2,7), Summen zur Verrechnung mit den Adels- und Bauern- agrarbanken und anderen Regierungsinstitutionen (Nr. 22) 43 (0,9), Unkosten der Bank und verschiedene Konten (Nr. 23) 30,6 (29,3), Salto der Rechnung der Bank mit ihren Filialen (Ne. 24 Aktiva und Nr. 13 Passiva) (—), Saldo der Konten mit den Reihs- renteien (25 Aktiva, 14 Passiva) 13,9 (13,6), zusammen 1859,9 (1862,7). Passiva. Kreditbilleite (Differenz ¡wischen 1 passiv und la aktiv) 1079,8 (1050,7), Kapitalien der Bank (Nr. 3—9) 55,0 (55,0), Einlagen und laufende Rechnungen (6, 7, c d e, 9) 490,2 (517,6), laufende Recnungen der Departements der Reichörentei (Nr. 8 a) 166,9 (173,9), verschiedene Konten (Nr. 2, 10, 11, 12) 33/7 (27,6), Saldo der Rechnung der Bank mit ihren Filialen (Nr. 24 Aktiya und 13 Passiva) 33,9 (37,9), Saldo der Konten mit den Neichsrenteien (Nr. 25 Altiva und Nr. 14 Passiva) (—), zusammen 1859,9

2,10).

A C nit: 9%, Moi. (W. T. B.) Der Stadtrat Lat mit der Allgemeinen Deutschen Creditanstalt in Leipitg eine vierprozentige Anleihe im Betrage von 15 Millionen Mark zu einem Kurs

e\ckchlossen. von 97 abgeschlosse 9%. Mai. (W. T. B.) Bei der heute ab-

Rotterdam, gebaltenen Auktion über 58 400 VlôckÆ Bankazinn wurden

92 —80}, dur nittli 804 Gulden erzielt. id A U Mai. V. T. B.) Ausweis der Autonomen \serbischen Monopolverwaltung für den Monat April 1909 : Bruttoeinnahme der verpfändeten Monopole sowie Nettoergebnisse der Zölle, Obrtsteuer und Stempelmarken 3 556 006,— Fr., desgleichen Sanuar bis März 1909: 8 771 571,— Fr., zusammen 12326 577,—

r. Verwendung der Einnahmen: Für den Dienst der Staatsschuld

791 092,— Fr, Materialankäufe und Betriebsspeseh 3 346 020,— Fr., Kassenbestand 1 189 465 Fr., zusammen 12 326 577,— Fr.

New Vork, 25. Mal, A, T. B.) Der Wert der in der

vergangenen Woche ausgeführten Waren betzug 11790 000 Dollars gegen 13 590 000 Dollars in der Vorwoche.

Finanz»

Die Berliner Warenberichte befinden si in der Börsen- Beilage.

Kursberichte von den Oen Fondsmärkten. amburg, 2%. Mai. (W. T. B.) (Shluß.) Sold in Barrfn das Kilogramm 215 Siu 2784 Gd. Silber a Barren das ogramm 72,00 Br., 71,

Wien, 26, Mai, Vormittags 10 Uhr 50 Min. (W. T. B.) Einh. 49/0 Rente M./N. pr. Arr. 96,50, Oesterr. 40/9 Rente in Kr.-W, p. ult. 96,35, Ungar. 49/0 Goldrente 113,95, Ungar. 4% Rente in Kr.-W. 93,20, Türkische Lose per M. d. M. 187,75, Buschtierader Eisenb.-Akt, Lit. B —-—, Nordwestbahnakt. Lit. B per ult. -—,—, Oesterr. Staatsbahn per ult. 727,75, Südbahngesellshaft 108,00, Wiener Bankverein 527,75, Kreditanstalt, Oesterr. per ult. 638,25, Kreditbank, Ungar. allg. 750,00, Länderbank 451,50, Brüxer Kohlenbergwerk —,—, Montangesellshaft, Oesterr. Alp. 643,50, Deutshe Reichsbanknoten pr. ult. 117,27, Unionbank 549,00, Prager Eiseninvustriegesellschaït —.

London, 25. Mai. (W. T. B.) (SGluß.) 24 9% Englische Konscls 854, Silber 244, Privatdiskont 1% Bankausgang

40 000 Pid. Sterl. Z Mai. (W, T. B.) (Schluß.) 83 °/ Franz.

Paris, 25. Rente 97,72.

Madrid, 25. Mai. (W. T. B. Wechsel auf Paris 11,00. Lissabon, 25. Mai. (W. T. ;) Goldagio 14.

New York, 25. Mai. (W. T. B.) (SH&luß.) Die heutige Börse nahm einen unregelmäßigen Verlauf. Bei Eröffnung neigte die Tendenz auf Realisierungen in den lebhaft umgeseßten Werten und auf Londoner Abgaben zur Shwäbe. Die im Verlaufe des Wetzenmarktes erneut sich einstellende Festigkeit vnd Verkäufe der Kommissioräre verursachten weitere Rückgänge. Späterhin konnte ih jedo eine Grholung durhsetzen, wobei Stahlweite bie Führung hatten. Kupferaktien profitlerten von dem Anziehen des Nohkupfer- preises. In der legten Börsenstunde erfolgten erneute Realisierungen, namentli$ in Eisenbahnwerten, die schwach lagen. Dacçegen be- kundeten Jndustricaktien feste Haltung. Schluß geteilt. Akiienumsaß 480 000 Stück. Geld auf 24 Stunden Dur$\schn.-Zinsrate 13/,, do. Zinsrate für letztes Darlehn des Tages 1%, Wechsel auf London (60 Tage) 4,86,25, Cable Transfers 4,88,05, Silber, Commercial Bars 523/,. Tendenz für Geld: Leicht.

Nio de Janeiro, 25. Mai. (W. T. B.) Wechsel auf London 15/22.

Kursberichte von den auswärtigen Warenmärkten.

Magdeburg, 26. Mai. (W. T. B.) Zuckerbericht. Korns- ¡uder 88 Grad o. S. 10,50—10,70, Nathprodukte 75 Grad o. S. ; Stimmung: Ruhig. Brotraffin. 1 0. F. 20,50 —20,75, Kristallzucker 1 mit Sack —,—. Gem. Raffinade m. S. 20,25 bis 20,50. Gem. Melis 1 mit Sack 19,75—20,00. Stimmung: Fest. Rohzucker 1. Produkt Transit frei an Bord Hamburg: Mai 10,672 Gd., 10,75 Br, —,— bez, Juni 10,674 Gd., 10,75 Br., —,— bez, Juli 10,724 Gd,, 10,774 Br, —,— bez., August 10,774 Gd., 10,824 Br , —,— bez., Oktober 10,074 Gd., 10,123 Br., —,— bez.

Stimmung: Ruhig. i : (W. T. B.) Nüböl loko 61,C0, per

Côln, 25. Mai. Oktober 59,00,

Mai. (W. T. B.) (Börsenschlußbericht.) Höher. Loko, Tubs und Firkin 5714,

Bremen, 295. Privatnotierungen. S@malz,

Behauptet. Offizielle Notierungen Sehr stetig. Upland loko

Doppeleimer 584. Kaffee.

der Baumwollbörse. Baumwolle.

middling 551. | Hamburg, 25. Mai. (W. T. B.) Petroleum amerik.

\pez. Gewicht 0,800° loko flau 6,90. | N Hamburg, 26. Mat. (W. T. B.) Kaffee. (Vormittags-

bericht.) Good average Santos Moi 344 Gd., September 32} Gd.,

Dezember 314 Gd.,, März 315 Gd. Schleppend. Zudcker-

markt. (Anfangöbericht.) Rübenrohzucker 1, Produkt Basis 88 9/0

Rendement neue Usance, fret an Bord Hamburg Mai 10,674,

uni 10,65, August 10,773, -Dktober 10,124, Dezember 10,10, PVêärz

10,274. Schwächer. Budapest, 2 (W. T. B.) Raps August 15,40 ESd.,

Budapest, 25, Mat. 15,50 Br.

(W. T. B.) 96% Iavazucker prompt, NRübenrohzucéer Mai ruhig,

London, 25. Mai. (S@luß.) Standard-

fietia, 1 V (4 de BDorr-

10 fh. 8 d. Werk. London, 25. Mai. (W. T. B.)

| Kupfer fest, 591/16, 3 Monat 60/s.

Liverpool, 25. Mai. (W. T. B.) Baumwolle. Umsay: 8000 Ballen, davon für Spekulation und Export 1000 B. Tenderz: Rubig. Amerikanishe middling Lieferungen: Stetig. Mai 5,74, Mat-Juni 5,74, Junt-Juli 5,75, Zuli-August 5,81, August-September 5,78, September-Oktober 5,77, Oktober: November 5,75, November-Dezember 5,74, Dezember-Jauuar 5,74, Januar- Februar 5,74.

Manchester, 25. Mai, (W. T. B.) (Die Ziffern in Klam- mern beziehen fich auf die Notierungen vom 21. d. M.) 20r Water courante Qualität 73 (72), 30r Water courante Qualität 83/3 (83/s), 39r Water bessere Qualität 8"/s (8'/s), 40r Mule courante Qualität 87/3 (87/g), 40x Mule Wilkinson 10 (10), 42r Pincops Neyner 8t (84), 32er Warpcops Lees 8"/s (83), 36r Warpcops Wellington 91 (91), E0r Cops für Nähzwirn 22 (22), 80r Gops für Nähzwkrn 964 (264), 100r Gops für Nähzwira 344 (345), 120r Cops8 für Näh- ¡wirn 444 (447), 40r Double courante Qualität 10 (9/s), 6Or Double courante Qualität 13!/s (13), Printers 210 (210). Tendenz: Stramm. e :

Glasgow, 25. Mai. (W. T. B.) (Shkuß.) Roheisen fest, Middlesörough warrants 48/47. :

Paris, 25. Mai. (W. T. B.) (S{hluß.) Rohzucker

Weißer Zucker ruhig, Nr. 3 &Fuli-August 313, Vktober-

rubig, 8809/6 neue Kondition 28{—28{. für 100 kg Mai 3133/3, Juni 318, Sanuar 29/8. Amsterdam, 25. Mai. (W. T. B.) Java-Kaffee good ordinary 40. Bankazinn 80. : | (M D) Petroleum. Br., do. Mai 22 Br,

Antwerpen, 25, Mal. Nasfiniertes Type weiß loko 22 bj, do. E 921 Br., do. Juli-August 224 Br. Fest. Schmalz Mai 137.

New York, 25. Mai. (W. T. B.) (Sé&luß.) Baumwollepreis in New York 11,65, do. für Lieferung per Suli 11,09, do. für Lieferung per September 10,90, Baumwollepreis in New Orleans 10'/s, Petroleum Standard white in New York 8,50, do. do. in Philadelphia 8,45, do. Refined (in Cases) 10,90, do- Credit Balances at Oil City 1,668, SŸmalz Western steam 11,25, do. Roße u. Brothers 11,50, Getreidefraht nah Liverpool 14, Kaffee fair Rio Nr. 7 7!/s, do. Rio Ne. 7 per Juni 6,85, do. do. per August 6,10, Zucker 3,42, Zinn 99,10—29,30, Kupfer 13,25—13,37#. Ergänzung zum gestrigen Ausweis der Visibles Supplies. Canada-Weizen 5 900 000 Bushels.

Mitteilungen des Köntglihen AöronautisHen Observatoriums Lindenberg bei Beeskow, verdöffentli@t vom Berliner Wetterbureau. Ballonaufftieg vom 23. Mai 1909, bis 8 Ubr Vormittags :

Station 122 m 500 m | 1000 m | 15009 m | 1790 m | |

17,6 17,1 14,4 10,0 5,8

Nel. Fchtgk. (0/0 50 37 38 44 55

Wind-Richtung . NNW | NW |WNW|WNW Geshw. ps | 2 bis 3 3 3 3 bis 4 4

Himmel fast wolkenlos, dunstig. Vom Erdboden an bis zu 310 m Höhe Temperaturzunahme bis 18,4 9.

Sechdhe

Temperatur (C 9

Wetterbericht vom 26. Mai 1909, Vormittags 94 Uhr. as S R R T C A

Wittecungs- verlau der letzten 24 Stunden

inde

citung, Wind- Wetter

stärke

Name der Beobachtungs8- station

mMPeratur Celfius

niveau u. Schwere tin

in á5* Breite

Te

T Barometerfiand auf Meeres-

|Nacts Nieder\{[l. ziemli heiter ziemli beiter ck meist bewölft

Borkum 756,1 6&B 4 voltig | Keiium 756,9 SO [Regen Hamburg 7585 |[SO 2hbededt Swinemünde | 760,3 |DSO A\bededt n Ae 27» E E L2 _ô3\wolkig Feufahrwafer| 761,6 (NNW Utemel 761,2 ND be Nan | 798,2 SW 3 heiter _ Hannover | 759,1 (SW_A\wo Berlin_ 759,2 |SO _slhalbk Drehen | 759,1 W 2

BresÎauu |_760,3 |/OSO 2 Bromberg | 761,4 D L Mes

_| meist bewölkt 3 Vorm. Niederschl. Nachts Niederschl. \__ Gewitter _0 |_meist bewölkt 770 |vorwiegend heiter _0_ vorwiegend heiter _ vorwiegend heiter _meist bewölkt Gewitter

_|_760,4 |SW_3 hei S Frankfurt, M. | 759,9 (SW 9 h __ Gewitter Karlsrube, B. | 760,6 (WSW 2\wolkig |_14,1| 15 |_Gewitter München 761,7 |WNW 3 bedeckt Gewitter ( WilhelmsbDayv.} ) [Nachts Niederschl. (Kiel) vorwiegend heiter (Wuatrow i. M.) ziemli heiter (Königsbg., Pr.) Nachts Niederschl. (Cassel) Nackts Mieders{k.

(Magäebuzrg) ztemlih heiter

(Grünberg Sch.) _ziemlih beiter (Mälbsaus,, Kia.) Gewitter (Friedrichehuf.) Gewitter (Bamberg) Gewitter 2 11 B -—

Storncway | 749,4 |/NO d\Negen

| Malin Head 745,7 | 1\wolfig

Balentia 748,3 Regen

Scilly 749,6 Regen

Aberdeen 745,0 Regen

Shielts _| 748,7 3wolkig__

Holyhead 745,3 |S 4|\roóolfig

Isle d'Aix 759,9 |[W 5\wolkig

St. Mathieu

| 754,4 (W _ 6hbedeckt_ F

752,29 |[SW 5|wolktg 757,9 |S 3|bededt 756,2 S 3\woifig (111 10 755,7 [S&W 5|bedeckt | 112/13 765,4 |O 3\wolkenl.| 6,8| 0 |

761,3 [ND 1swolfenl.| 8,| O |

757,6 D 4\wolkenk.|_13,0/_0 | e

S 761,4 (SD öbededt |_11,0/_0 |_ e Bestervig 757,7 |[OSO 6\wolkig | 120 0 Kopenhagen | 761,2 |SO 5|wolfkig 98) 0 Karlstad _7695,0 D 4 wolkig S Stoctholm 765,2 |[NNO ch2\wolkenl.\ 6,2 Wisby [ 763,6 [N _4/Nebel |__3,6|_0_ Herndsand | 7672 D A4heiter_|__ 52/0 Haparanda 767,0 [N 2\wolkenl.| 4.6 E Ra |[ 761,3 [Windtit. |bedeckt |_11,/0/_0_

Wilna _ | 761,1 [Windst. bedeckt |_8,0/_1

Grisnez Paris A Vlisfingen _| Pelder

Bodoe Christiansund Skudesnes Skagen

L

L | | |

0 1

0 Iba | 0 5:

Peteröburg NNO 2 bedeckt_ Í M s Wien

(759,1 (WNW 3 bededt | 14,60 759,3 [WNW 1 bedeckt |_ 166|_0_ 760,4 |NW l[wolkenl.| 17,6) 0 7603| Ilwolaki 158 01ck T S Mee N ie 760,2 [NNO_1bedeckt L e i 757,8 |DNO dsbedeckt |__7,6) | 760, L |Windft. |bedeckt 58| | -- M Ml :

Flor ___ Cagliari __ Warshau Thorshavn _ Seydisfiord ndft. [bede Cherbourg | 751,6 (SW A4|Regen |_1

Clérmont | 761,7 |SSW s halbbed.} 951) __— E R E E E 2

Nizza [57,8 |Windst. |wolkta_|_17,6

Krakau 60,9 [Windit. |balbbed.| _128|_0 | Lembeg _| 7: I\wolfig | 121/_1|

t | 758,5 DSD 1|bedeckdt |_17,5/_0

B eam aE i ————

Hermanstadt Triest : Briadisi __| 761,6 Tvorno E Belgrad Kuopio

Zürich

Genf

ck 2\wolkenl.| 22.7|_0_

5 [wolkenl.| 92,0 0 |

) wolkig |_204/_0 | 0

| doi C

T E

R _—= A ea 1 A S i bedeckt | 16,013 |

E Le L EA T -

Lugno N l/bedeckt |_16,0|_ Säntis 61,1 NW 2\Nebel | —1,8| Dunroßneß 754,6 (ONO 6 wolkig O Portland Bill| 749,2 |(SSW 4|NRegen 89| 7

Neue Minima von 745 mm sind über den britishen Inseln er- \chienen, der gestrige Ausläufer niedrigen Drucks hat ih von Frank- rei nach der Nordsee verlagert. Ein Hochdruckgebiet über 760 mm reiht von den Pyrenäen bis Böhmen, ein anderes über 765 mm im hohen Norden hat zugenommen und erstreckt ich bis Mittelshweden. Fn Deutschland ist das Wetter ziemli trübe; außer im Nordosten wehen \üdlihe Winde, und außer im Süden is es wärmer; es baben verbreitete Regenfälle, im Süden Gewitter stattgefunden.

Deutsche Seewarte.

Sf

Mitteilungen des Köntglichen Aöronautishen Observatoriums Lindenberg bei Beeskow veröffentlicht vom Berliner Wetterdureau. Dratenaufstieg vom 26. Mai 1908, 6 bis $8 Uhr Vormittags:

Station Seeböhe

| 500 m | 1000 120 m |

Temperatur (C I 11, 7 1L2 j 9

Rel. F@&tgk. (?/o 92 | 66 as G

Wind-Richtung . ( O S0 j JSO Geschw. mps |

ï E 8 j Himmel bewdölkt, Ferngewitter, Wolken nit erreiht. Vom Erdboden an bis zu

arrer tener

j 2 Ï A 4

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430 m Hdhe Temperaturzunahme von 7,6 bis 12,2 9,