1868 / 98 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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olstein nebst dem Fürstenthum Lübe>, sowie aus Ham- D Vand Lübe nebst act na< Dänemark vet Be- trägen unter und bis 25 Thaler eine Gebühr von 2 Groschen Anwendung findet. Die Gebühr ist stets vom Absender zu entrichten, thunlich unter Verwendung von Postfreimarken. Expreßbriefe sind zulässig nah solchen Orten in Däne- mark, an denen sich eine Post-Anstalt befindet. Für dergleichen Briefe ist das Porto und die Expreßgebühr stets vom Absender im Voraus zu entrichten; es beträgt die Expreßgebühr bei Briefen nah Dänemark 2 Sgr. | Ueber die Behandlung und Taxirung der Fahrpostsendun- gen nah Dänemark ertheilen die Post-Anstalten auf Verlangen Auskunft. | Berlin, den 24. April 1868. | General-Post-Amî. von Philips8born.

Das 9. Stück des Bundes- Geseßblattes des Norddeutschen Bundes, welches heute ausgegeben wird, enthält unter Nr. 88-den Postvertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde und Luxemburg. Vom 13. November 1867 ; unter Nr. 89 die Beglaubigung des außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers der Ottomanischen Pforte, Aristarhi Bey, in gedachter Eigenschaft beim Norddeutschen Bunde; und unter G: E : “Nr. 90 die Beglaubigung des bisherigen Königlich preußi- hen Ministerresidenten am Kaiserlich brasilianischen Hofe Saint Pierre als Ministerresident des Norddeutschen Bundes.

Berlin, den 25. April 1868. f Zeitung8-Comtoir.

Allerhöchster Erlaß, betreffend die Ressortverhältnisse wegen des Lehnswesens in den neuen Landcstheilen. Vom 11. April 1868,

Auf den Antrag des Staats-Ministeriums vom 8. d. M. bestimme Jch, daß in den dur das Geseß vom 20. September 1866, Geseßsammlung Seite 555, mit der preußischen Monarchie vereinigten Landestheilen das lande8herrlihe Lehns8wesen mit __ Aussc{bluß von Thronlehnen, bezüglih deren der Allerhöchste

Erlaß vom 3. Oktober 1848, Geseßsammlung Seite 269, An- wendung findet, sowie von Erbämterlehnen , deren Ressort- verhältniß zu regeln vorbehalten bleibt, unter der ressortmäßigen Aufsicht des Finanz-Ministers und, soweit. das landespolizei- lihe und politische Jnteresse betheiligt ist, des Ministers des

Innern der Domainen-Verwaltungs8behörde von Hannover be- _ziehungsweise den Regierungen zu Cassel und Wiesbaden zur

earbeitung na< Maßgabe ihrer Geschäfts-Jnstructionen über- tragen werde. Der gegenwärtige Erlaß is durch die Geseßz- fammlung zu veröffentlichen.

Berlin, den 11. April 1868. Wilhelm.

Graf von Bismar>l. Freiherr von der Heydt. Graf von Juhenpliy. von Mühler. von Selchow. Graf zu Eulenburg. Dr. Leonhardt.

Ministerium der auswärtigen Nugelegenheiten.

Bekanntmachung, betreffend die mit Sachsen-Meiningen ge- troffene Uebereinkunft wegen Ausdehnung des Über die gegen- seitigen Gericht8barkeit8verhältnisse unterm 2. Mai 1859 abge- schlossenen Vertrages auf die neu erworbenen Landestheile.

Vom 18. April 1868.

Die Königlih preußische und die Herzoglich sachsen-mei- ningensche Regierung sind Übereingekommen, daß der zwischen ihnen unterm 2, Mai 1859 abgeschlossene Vertrag zur Regelung der gegenteiti en Gerichtsbarkeit8verhältnisse für die Dauer seiner Gültigkeit (Artikel 49) au< Wirksamkeit haben soll für die durh das preußische Geseß vom 20. September 1866 und durch die beiden preußischen Geseßge vom 24. Dezember 1866 mit der preußischen Monarchie vereinigten Landestheile, jedoch mit der Einschränkung, daß in Beziehung auf die Provinz Hannover nur die Artikel 34 bis 42 inkl. und die Bestimmun- gen der Artikel 1, 43 bis 46 inkl. und 48 insoweit, als si diese Bestimmungen auf die Strafgerichtsbarkeit beziehen , in Geltung treten. ; Hinsichtlich der Forst-, Jagd-, Feld-, Baum- und Fischerei-

frevel behält es in Bezug auf das Gebiet des vormaligen Kur- fürstenthums Hessen bei der wegen deren Untersuchung und Bestrafung getroffenen Uebereinkunft vom 26. Oktober 1840 sein Bewenden.

Zu Urkund dessen ist die gegenwärtige Ministerial-Erklä-

Dr, Finfkener.

flärung des Herzoglich sachsen-meiningenschen Staatsministeriums ausgewechselt zu werden.

Berlin, den 18. April 1868.

Der Königlich preußische Präsident des Staatsministeriums und

Minister der auswärtigen Angelegenheiten. (L. S) Gr. v. Bismar>k-Schönhausen.

Vorstehende Erklärung wird, nahdem sie gegen eine ent-

Berlin, den 18. April 1868. Der Minister der aus8wärtigen Angelegenheiten. Im Auftrage: v. Thile.

Ministerinm für Handel, Gewerbe und öffeutliche Arbeiten.

Bekanntmachung. Während des bevorstehenden Sommersemesters werden an der Königlichen Bergakademie folgende Vorlesungen und

lih 4 Stunden, Bergrath Hauchecorne. 2) Allgemeine Hüt- tenkunde, wöchentlih 4 Stunden, Professor Kerl. 3) Eisen- hüttenkunde, wöchentlih 4 Stunden, Bergrath Dr. A E URE 4) Probirkunst, wöchentlich 6 Stunden, Professor Kerl. 5) Löth- rohrprobirkunst, wöchentlih 2 Stunden, Derselbe. 6) Techno- logie, wöchentlih 2 Stunden, Derselbe. 7) Ueber hydraulische

Motoren, wöchentlih 4 Stunden, Professor Werner. 8) Ueber

wöchentli<h 4 Stunden, Direktor Bertram.

Achenbach. 12) Repetitorien über Geognofie des Urgebirges, wöchentlih 4 Stunden, Geh. Rath Professor Dr. G. Rose. 13) Mineralogische Uebungen, wöchentlih 4 Stunden, Dr. Eck. 14) Markscheide und Meßkunst, wöchentlih 4Stunden, Dr, Herter. 15) Zeichnen und Construiren, wöchentlich 4 Stunden, Derselbe, 16) Technologie der Metalle, wöchentli<h 2 Stunden, Assistent Dürre. 17) Chemische Repetitorien, wöchentlih 4 Stunden, 18) Prafktishe Uebungen im Laboratorium für Mineralanalyse: a) quantitativ und qualitativ, täglich 6 Stunden; b) qualitativ, wöchentlih 4 Stunden, Derselbe.

Diejenigen, welhe an den Vorlesungen oder Uebungen Theil zu néhmen beabsichtigen, wollen ihre Meldungen ent- weder Persönlich bei dem Unterzeichneten oder portofrei an die Direction der Königlichen Berg - Akademie hierselbst, Lustgarten Nr. 6, einreichen.

Der Beginn der Vorlesungen wird durch die Anschläge der Dozenten im Berg-Akademie-Gebäude bekannt gemacht.

Berlin, den 17. April 1868.

Die Direction der Königlichen Berg-Akademie. Hauchecorne.

Bekanntmachung. Das mit der Königlichen Berg-Akademie verbundene Mu- seum für Bergbau und Hüttenwesen auf dem Grundstück der

orgens 8 Uhr, eröffnet werden, und von

den 28. d. M.,

3 Uhr und außerdem an jedem Sonntage von 12 bis 2 Uhr

geöffnet sein. Der Eintritt ist unentgeltli<h. Die Besuchenden wollen bei

Eintrittskarten in Empfang nehmen , welche beim Eintritt in das Museum abzugeben sind. Berlin, den 23. April 1868. Die Direction der Königlichen Berg-Akademuie. Hauchecorne.

Finanz-Ministerium.

Bei der heute fortgeseßten Ziehung der 4. Klasse 137ster Königlicher Klassen - Lotterie fiel der 2te Hauptgewinn von 100,000 Thlrn. auf Nr. 58,494. 2 Hauptgewinne von 10,000 Thlrn. fielen auf Nr. 45,995 und 66,537. 1 Gewinn von 5000 Thlrn. fiel auf Nr. 89,420. 4 Gewinne von 2000 Thlrn. fielen auf Nr. 260. 14,977. 57,382 und 86,381.

56 Gewinne von 1000 Thlr. auf Nr. 3082. 3108. 9223. 11,396. 11,538. 12,498. 14,040. 20,624. 21,483. 28,879. 32,447. 32,937. 33/618. 36,126. 36,481. 38,523. 44,859. 45,096. 45,687.

rung äusgefertigt worden, um gegen cine entsprechende Er-

48,373. 52,153. 54,981. 55,040. 55,673. 59,980. 66,558. 68,473.

sprechende Erklärung des Herzogli sa<sen-meiningenschen - Staatsministeriums vom 6. April 1868 aus8getausht worden ist, hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

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Uebungen gehalten werden : 1) Bergbaukunde, 11. Theil, wöchent- i

Arbeit8maschinen, wöchentlich 2 Stunden, Derselbe. 9) Mechanik, |

tische Repetitorien, wöchentlih 2 Stunden, Derselbe. 11) Berg- F re<t, wöchentli<h 2 Stunden, Geheimer Rath Professor Dr, |

Königlichen Eisengießerei vor dem neuen Thore wird Dienstag, | da ab vorläufig an jedem Dienstag, Donnerstag und |

Sonnabend in den Monaten Mai bis September von | | 8 bis 2 Uhr, in den Monaten Oftober bis April von 9 bis |

dem Portier der Königlichen Eisengießerei, im Thorwege links, |

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69,555. 74,768. 75,950. 77,965. 79,417. 80,024. 80,631. 81,193.

86,540. 88,932 und 91,286.

48 Gewinne von 500 Thlr. auf Nr. 3894. 5361. 5406. 11,985. 15,210. 20,759, 21,208. 21,494. 22,358. 31,966. 32,115.

33,017. 36,374. 37,420. 41,178. 44,156. 45,079. 47,702. 49,444 57,084. 64,049. 66,370. 66,838. 68,448. 69,045. 71,658. 72,480

72,847. 73,594. 73,704. 74,170. 75,482. 76,656. 77,297. 79,463.

80,057. 80,520. 82,220. 84,285. 89,675. 87,877. 87,933. 88,528. 88,884. 90,379. 92,001. 92,433 und 93/149.

56 Gewinne von 200 Thlr. auf Nr. 46. 5704. 5932. 9075.

9852. 10,518. 12,708. 12,788. 13,252. 14,199. 14,248. 14423. 14,458. 15,712. 15,806. 17,039. 17,569. 19,606. 19,911. 21.429. 22,124. 22,328. 23,840. 26,590. 28,218. 29,720. 32,018. 33543. 36,857. 36,881. 38,461. 39,073. 40,896. 47,883. 49,944. 51/077. 53,574. 53,661. 56,171. 58,109. 61,350. 64,015. 64,090. 65/008. 65,618. 66,203. 66,620. 67,376. 71,068. 75,094. 76,750. 76870. 78/439. 79,744. 81,263 und 91,127.

Berlin, den 25. April 1868. Königliche Grneral-Lotterie-Direction.

Ministerium der geistlichen , Unterrichts - und Medizinal - Nugeleaenbeiten

Der Privatdocent Dr. Karl Binz in Bonn ist zum außer- ordentlichen Fler in der medizinischen Fakultät der König- lichen Universität daselbst ernannt worden.

Die kombinirte Telegraphen-Station II1. Klasse in Suderode wird vom 1. Mai bis ultimo September d. J. eter eröffnet werden. Hannover, den 24. April 1868. Telegraphen - Direction.

Vom 1. Mai d. J. ab wird bei der, mit der Ortspostanstalt in Oberhausen, Regierungsbezirk Düsseldorf, verbundenen Telegraphen- Station der volle Tagesdienst eingeführt werden.

Cöln, den 24. April 1868.

Der Telegraphen - Direktor.

Nichtamtliches.

Preußen. Berlin, 25. April. Jhre Majestät die Königin hat heute Se. Majestät den König nach Pots- dam begleitet und den Babelsberg besichtigt.

Die vereinigten Ausschüsse des Bundesrathes des deut- schen Zollvereins für Zoll- und Steuerwesen, sowie für Handel und Verkehr traten heut Mittag zu einec Sißung zu- sammen, in welcher die Tabacksteuer berathen wurde.

Die heutige (12.) Plenarsißung des Reichstages des Norddeutschen Bur.des wurde um 12/, Uhr durch den Präsidenten Dr. Simson eröffnet. Am Tische der Bundes- tommissarien befanden si< der Präsident des Bundeskanzler- Amtes Delbrü>k, Gch. Regierungs - Rath Graf zu Eulen- burg, Generalmajor von Bilguer, Geheimer Legations-Rath O Minister von Harbou, Senator Dr. Kirchen-

auer.

Der erste Gegenstand der Tage8ordnung betraf: Abstim- mung Über den Geseßentwurf, betreffend die Erhebung einer Abgabe von der Branutweinbereitung in den Hohenzollern- schen Landen nah den gestrigen Beschlüssen des Reichstags. Der A wurde voin Hause einstimmig angenommen.

Der Referent der 4. AbtheUung empfahl die Gültigkeits- erklärung der Wahl (Abg. Devens) im 5. Düsseldorfer Wahl- bezirk, Das Haus trat diesem Antrage bei. Der Präsident zeigte darauf an, daß drei Vorlagen des Bundes8präsidiums in mehr oder weniger naher Ausficht ständen: 1)betr. die Aufhebung der Schuldhaft, 2) betr. den Entwurf einer Maaß- u. Gewicht8ordnung, 3) betreffend Uebernahme einer Kollektiv-Garantice zur Correction der Donau - Mündungen. Das Haus beschloß, die Vorlage ad 2 einer besonderen Kommission von 14 Mitgliedern und die Vorlage ad 3 der Kommission für Finanzen und Zölle zur Vorberathung zu überweisen. Schluß der Sißzung 1 Ubr.

Der Finanz-Minister Freiherr von der Heydt hat die Sommerwohnung auf seiner Villa bezogen.

In der Bundeskriegs-Marine i}, wie das »Militair- Wochenblatt« mittheilt, ein neuer Reglements-Entwurf für den Sanitätsdienst an Bord ausgearbeitet und den Schiffen zur Begutachtung überwiesen worden.

…_— Das Transportschiff von der Jade yNeptun« wird während dieses Sommers bei den in der Nordsee stattfindenden Vermessungen Verwendung finden.

Sachsen. Dresden, 24. Apru. Jn der heutigen Sizung

der Ersten Kammer wurde ein allerhöchstes Dekret vorgetragen, welches den Schluß der Sizungen des gegenwärtigen Landtags

auf den 16. Mai und die Verabschiedung der Stände auf den 18. Mai d. J. festsegt. Hauptgegenstand der S bteddrinoina war der Gesezentwurf , die juristischen Personen betreffend, welcher mit einigen von der Deputation vorgeschlagenen Acn- derungen en bloc einstimmig angenommen wurde,

Die Zweite Kammer hat deute die Berathung über das K. Dekret, das Eisenbahnwesen betreffend, fortgeseßt, die Spezialdebatte Über die Linie Chemnißz-Leipzig zu Ende geführt und diese Linie Über Burgstädt und Borna mit Zweigbahnen nach Limbach, Rochlitz und Penig genehmigt.

Weimar, 24. April. Jhre Königliche Hoheit die Gro fß- A hat sih mit den Prinzessinnen Marie und Eli- a beth heute nach ihren Besißungen in Schlesien begeben.

Hessen. Darmstadt, 23. April. Die Erste Kammer der Stände trat heute zu einer Sizung zusammen. Der Prä- sident verlas. eine Zuschrift der Regierung, worin dem Hause

| von den stattgefundenen Personalveränderungen im Kriegs-

Ministerium Mittheilung gemacht und die Ernennun der nun- mehrigen Mitglieder dieses Ministeriums zu Regierungs. Komnmnissären in Militairangelegenheiten bei dem Landtage an- gezeigt ward. Die Regierungsvorlagen bezüglich des mit Preußen abge)<lossenen Telegraphenvertrages vom 27./29. August d. J. nebst Schlußprotokoll , sowie der Zusaßbestimmungen zu dem hessish-preußishen Postvertrag vom 10. Juli v. J., wurden ohne Diskussion angenommen. Zu der Vorlage des Mini- steriums des Innern, den Geseßentwurf über das Civildiener- Wittwen-Institut betreffend, stellte der Vertreter der Universität, Kanzler 0r. Birnbaum, den Antrag, »die Regierung zu er- suchen, die Aufnahme der sogenannten Honorarprofessoren in die Wittwenkassen zu veranlassen, da dieselben ebenso gut als Pro- fessoren anzusehen seien , wie die andern akademischen Lehrer, welche an den Vortheilen des fraglichen Jnstituts Theil nähmen. « Bon Seiten des Regierungs - Commissairs ward erklärt , daß der Aufnahme der onorar - Professoren in die Wittwenkasse kein Hinderniß entgegen stände , falls si< aus den bezüglichen Gesegzes - Bestimmungen ergebe , daß dieselben als wirkliche Professoren zu betrachten seien. Jn Folge dieser Erklärun zog der Antragsteller seinen Antrag zurü>k und nahm die ea mer die Vorlage , wie sie aus den Berathungen der zweiten Kammer hervorgegangen is, mit einigen unwesentlichen Ab- anderungen an. Fernere Gegenstände der Tagesordnung waren: Der Geseßentwurf über die Todeserklärung von Personen, welche an dem Feldzuge des Jahres 1866 Theil genommen haben und vermißt werden; die Ausgleihung und Vergütung der in dem Jahre 1866 durch die preußishen und die mit denselben verbündeten Truppen verursachten Kriegslasten ; - die Gesegentwürfe Uber die Einführung mehrerer Ge- sege des Großherzogthums in den in Folge des Griedensvertrages vom 3. September 1866 neu erworbenen Gebietstheilen ; die Ausdehnung des Geseßes vom 19. Februar 1853 über die Er- richtung von Provinzial - Schulfonds auf die neuen Gebiets- theile. Die Kammer trat den bezüglichen Beschlüssen des an- deren Hauses in allen diesen Gegenständen bei.

Bayern. München, 23. April. (A. A. J.) Se. Majestät der König hat heute bei dem fast sommerlichen Wetter die erste Ausfahrt gemacht. Se. Königliche Hoheit Prinz Adalbert, dessen Namensfest heute am Königlichen Hofe begangen wurde, wird Um Anfang des Mai mit seiner Familie wieder die ge- S Sommerwohnung im Schlosse zu Nymphenburg be- ziehen.

Dic heutige Sigung der Kammer der Abgeordneten war von kurzer Dauer. Es wurden die noch übrigen Positionen des Budgets der Staatseinnahmen den Ausshußanträgen ent- sprechend angenommen, ebenso dem Ausschußantrag auf Ab- lehnung des Antrags des Abgeordneten Rühl, »den Nürnberger Güterbahnhof betreffende, beigestimmt, nicht minder den Aus- shußanträgen über eine Anzahl vom se<8ten Ausschusse ge- prüfter Anträge von Abgeordneten. i

Desterreich. Wien, 24. April. Jn der heutigen Sißung des Finanz-Comités, in welcher die Berathung über die Uni- fizirung der Staatsschuld fortgeseßt wurde, entschied man fich sür die Beibehaltung des bisherigen Verzinsung8modus in Silber und Papier. Der Referent Peter Groß legte außerdem fol- gende Abänderungsvorschläge vor: Alle Lotterie-Anlehen soUen in die Konvertirung hineingezogen werden. Die Zinsen für die schwebende Schuld sind zu reduziren ; für die Hypothekenanwei- sungen soll ebenfalls eine Herabseßung des Zinsfußes \tatt- finden, dur< welche eine Ersparniß im Betrage von 500,000 Fl. erzielt wird; die Rentenschuld soll statt 4/,, Prozent nur 4 Pro- gent Zinsen tragen; der Kapitalwerth der Obligationen des 1866er Anlehens is auf 100 Fl. herabzuseßen. Ueber diese Vorschläge wurde cine lebhafte Debatte eröffnet , welche jedoch heute noh zu keiner Beschlußfassung führte. Eine Annahme der Anträge würde eine Ersparniß von 14 Mil. an Zinsen und 15 Millionen an Amortisationsbeiträgen, mithin eine Ge-

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