1868 / 98 p. 15 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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Schriftführer. (Art. 9 $. 9.) Das YJollparlament n f hs Stimmenmehrheik. Zur Gültigkeit der Beschlußfassung ist die Anwesenheit der Mehrheit der geseßlichen Anzahl der Mitglieder erforderlich. (Art. I $. 10.) Die Mit- glieder des Jollparlaments sind Vertreter des esammten Volkes und an Aufträge und Jnsiruckionen ihrer Wähler nicht ge- bunden. (Art. 9 $. 11.) Sie beziehen als solche keine Besoldung oder Entschädigung. (Art. 9 $. 14.) Die Verkündigung der ver- tragsmäßig durch Uebereinstimmung der legislativen Faktoren zu Stande gekommenen Vercinsgesche in den Gebieten der kon- trahirenden Theile erfolgt in den daselbst geltenden Formen ‘Art. 7), im Gebiete des Norddeutshen Bundes also mittelst Allerhöchster Präsidial-Verordnung dur< das Bundes esehblatt für den Norddeutschen Bund in Gemäßheit der Art. 2 und 17

der Verfassung desselben.

Nachdem der Bundesrath des Zoll - Vereins seit dem-

9. März d. J. mit den Vorlagen für die diesjährige erste Session des L lera beschäftigt gewesen ist, hat die Aller- höchste Verordnung vom 13. April d. J. das Zollparlament selbst auf den 27. April zur Eröffnung seiner legislativen Wirksamkeit nah Berlin zusammenberufen.

Handelsbilanz des D LANN für das Jahr 1864.

ie vor Kurzem dur<h den Buchhandel veröffentlihte »Sta- tigit des Verkehrs und Verbrauchs im Zollvereine für die Jahre 1842—64, von A. Bienengräber« enthält am Schlusse cine Handelsbilanz des Zollvereins für das Jahr 1564, in welcher nit nur die gesammte Waarenbewegung im Eigenhandel des Zollvereins, sondern auch die Ein- und Ausfuhr nah den einzelnen Perkchrsrichtungen in a Ms werden. Wir entnehmen i arstellung folgende Einzelnhetken : i : E Werth. O T ammteinfuhr des Zollvereins is auf 360,383,165 Thlr. oder 10,4 Thlr. pro Kopf der Bevölkerung y der der Gesammtausfuhr auf 377,051,220 Thlr. oder 10,9 Thlr. pro Kopf bere<hnct, \o daß sich leßtere um 16,668,055 Thlr. höher, als die Einfuhr gestellt hat. E E man diese Ziffern mit denen früherer Jahre, so läßt si eine edeutende Entwi>elung und Hebung des Handels, der Jndustrie und des Nationalwohlstandes im Zollverein nicht verkennen. So wurde in »der vergleichenden Statistik des Handels der deutschen Staaten von H. Rau« der Werth der Ein- fuhr des Zollvercins für 1834 auf 105,94 Mill. Thlr. oder 4,5 Thlr. pro Kopf, für 1845 auf 219,69 Mill. S 24 oder 7,5 Thlr. pro Kopf, für 1854 auf 269,12 Mill. Thl. oder 8/2 Thlr. pro Kopf geschäßt, wogegen der Werth der Ausfuhr 1834 143,62 Mill. Thlr. oder 6,1 Thlr. pro Kopf, 1845 178,04 Mill. Thlr. oder 6,1 Thlr. pro Kopf 1854 334,19 Mill. Thlr. oder 10,3 Thlr. pro Kopf betragen hat.

Unter den Gegenständen der Einfuhr von 1864 befanden sich:

sgegenstände .…....-..-- ür 103,311,667 Telr. oder 28,66 pCt. Roloff A s G G F 138,094,145 » » 38,32 » Halbfabrikate u. Fabrikmaterialien » 81,372,035 » » 22/58 » SFADLLIA E papa d ate eee u ea uan » 33,015,434 » » 917 » Andere Gegenstände... » 4559884 » » 1,27 »

Die Bezüge aus dem Auslande haben also zum größten Theil aus Nohstoffen und Verzehrungsgegenständen , 66,98 pCt. des Ge- \sammtwerthes der Einfuhr, bestanden. Während die erhebliche Ein- fuhr von Rohstoffen (Baumwolle, Wolle, Flachs, Seide, Häuten U. \. Ww.), so wie von Halbfabrikaten und Fabricationsstoffen (Twist, Wollen- garn, Leinengarn, gefärbter Seide, Eisen u. \.w.)den blühenden Zustand der vercinsländischen Industrie und Gewerbthätigkcet bekundet; muß da- gegen der starke Bezug von Verzchrungsgegenständen als ein günstiges Zeichen unseres Volkswohlstandes angeschen werden , da er nur zum Theil aus Getreide und anderen unentbehrlichen Nahrungsmitteln, hauptsächlich aber aus Gegenständen des Luxuskonsums (Kaffe, Thee, Südfrüchten, Gewoürzen, Confituren, Wein 2c.) bestanden hat.

Die Ausfuhr hat bestanden aus:

erzchrungsgegenständen ür 86,508,092 Thlr. oder 22,94 pCt. Res ‘gegen O aud e ll 57,020,236 : » 1512 » Halbfabrifaten u.Fabrikmaterialien » 33,951,313 » » 900 » O aaa eo dna enden » 194,355/578 » » 51/55 » Andercn Gegenständen s ‘9/216,001 » » 198 »

Es fommen hier also vorzugsweise Fabrikate und unter diesen besonders Manufakturwaaren (Baumwollen-, Wollen-, Scidenwaaren und Leinwand), demnächst aber auch <hemishe Fabrikate, Eisen- und Stahlwaaren, Holzwaaren, kurze Waaren, Glas, Jnstrumente, fertige Kleider, Kupfer- und Messingwvaaren, Papier, Steingut und Por- zellan 2c. in Betracht. j : ;

Unter den Verzehrungsgegenständen, welche die zweite Stelle unter den Ausfuhrobjekten einnehmen, sind namentli<h Getreide ( Brannt- wein, Wein , Mühlenfabrikate, Vieh , Butter, Tabaksfabrikate, Zuter 2c. zu erwähnen. Dagegen if der Export von Rohstoffen , so UE von (a s und Fabrikmaterialien von geringerer Bedeu-

ung gewesen.

Stellt man die Werthe der Ein- und Ausfuhr zusammen, fo er-

geben fich: Werth der Ein +-| Davon Prozente: u. Ausfuhr. Einfuhr Ausfuhr

Verzehrung8gegenstände 189,819,759 Thlr.| 54,4 45/6 2 R E 195,114,381 » 70,8 29,2

Halbfabrikate und Fabrikma- O i, U Ci it 115,323,348 » 70,6 29/4 abrikate A B . 227/401,018 » 14/6 85,4 ndere Gegenstände 9,775,885 » 46,6 53/4 zusammen... 737,434,085 Thir.| 48,9 1,1

Was die Waarenbewegung nach den einzelnen Verkehrsrichtungen betrifft, so war Rußland und Polen an derselben bei der Einfuhr mit 34,245,874 Thlr. oder 9,50 Prozent, bci der Ausfuhr mit 17,786,226 Thaler oder 4,72 Prozent betheiligt. Es ist dabei aber, der amtlichen Komumerzial-Statistik entsprehend, nur derjenige Verkehr in Betracht

ezogen, welcher an der Landgrenze von Memel bis Kattowiß in Schlesien stattgefunden hat, wogegeu der Seeverkehr von und nach Rußland \si< mit Sicherheit nicht ermitteln läßt, da die Kommerzial- Statistik denselben unter der Nubrik »Ostseee, welche au den Handel mit Großbritannien, Schweden und Norwegen, Dänemark, Me>len- burg 2c. enthält, nachweist. Die dem Werthe nach Een Handels- artifel im Verkehr des Zollvereins mit Rußland und Polen ‘waren bei der Einfuhr : Holz 17,361,006 Thlr., Schafwolle 4,738,370 Thlr, la<s, Werg, Hanf und Heede 2,376,560 Thlr. Getreide 1,749,710 hlr. , Vich 1,623,989 Thlr. , Sämereien 626,850 Thlr. d rohe Häute 436,740 Thlr., Federn 250,000 Thlr., Terpentinöl 236,988 Thlr., Ab- Gips 139,280 Thlr. Felle zur Pelzwerkbereitung 117/200 Thlr, bei der

usfuhr: baumwollene Waaren 3,624,600 Thlr., Leinwand 1,801,830 Thlr. , kurze Waaren 1,720,000 Thlr., Wollenwaaren 1,465,400 Thlr., Seidenwaren 1,359,400 Thlr, rohe Baumwolle 1,294,760 Thlr, Eisen- und Stahlwaaren 789,937 Thlr. , gedru>te Bücher 765,000 Are Indigo 514,400 Thlr. , chemische Fabrikate 380,010 Thlr. , Steingu und Porzellan 249,006 Thlr.

Von größerer Wichtigkeit ist der Verkehr des Zollvereins mit Oesterrei < gewesen, der namentlich in Folge des Vertrages vom Jahre 1853 einen großen Aufschwung genommen hat. Jm Jahre 1845 betrug nah österreichischen amtlichen Schäßungen der Werth der zollvereinsländischen Einfuhr nach Oesterreich 34,219,390 Fl. C.-M., der österrcichichen Aus- fuhr in den Zollverein 39,555,837 Fl. C.-M. Dagegen ist für 1864 die Einfuhr von Oesterrei auf 69,881,256 Thlr. oder 19,39 pCt. des Gesammtimports, die Ausfuhr dahin auf 57,738,283 Thlr. oder 15,31 pCt. berechnet worden. Die durch den Handelsvertrag hervorgerufene Verbin- dung Oesterreichs mit dem Zollverein hat also nah beiden Seiten hin günstige Resultate geliefert, und hon scit mehreren Jahren hat Oecster- reich mit dem Zollverein einen stärkeren Umsaß als mit anderen Ländern Die Hauptartifel der österreichischen Einfuhr in den Zollverein reprä- sentiren im Jahre 1864 folgende Werthe: Getreide und Sämereien 17,685,342 Thlr. Schafwolle 12,173,150 Thlr. , Leinengarn 4,023,195 Thaler, Holz 4,022,397 Thlr., Federn 3,955,400 Thlr, rohe Leinwand 3,861,090 Thlr., Vich 2,704,694 Thlr., Mühlenfabrikate 2,583,312 Thlr., Obst (getro>nctes, gebackencs) 1,492,664 Thlr , Glas und Glaswaaren 1,477,551 Thlr. rohes Wollengarn 1,194,640 Thlr. Südfrüchte 1,001/268 Thlr. , Bücher ‘949,000 Thlr. , Flahs, Werg, Hanf 831,456 Thlx. Bei der Ausfuhr nach Oesterreich kommen hauptsächlich Fa- brifate, in denen die vereinsländishe Jndustrie sih auszeichnet, in Be- tracht; 1864 waren die dem Werthe nach wichtigsten Exportartikel : Wollemvaaren 7,775,600 Thlr. , Getreide 4,273,762 Thlr., Seiden- waaren 4,110,100 Thlr. , kurze Waaren 3,193,100 Thlr. , rohe Baums- wolle 2,925,540 Thlr., Flah8, Werg, Hanf 2,556,000 Thlr. Bücher 2,553,900 Thlr. , Mühlenfabrifkate 2,340,056 Thlr. , Indigo 1,486,000 Thaler, Twist 1,391,776 Thlr., Branntwein 1,277,740 Thlr. Stein- foblen 1,117,610 Thlr, Wolle 1,116,360 Thlr., Eisen- und Stahl- waaren 1,075,819 Thlr. Leinwand 1,064,810 Thlr., Butter 1,008,560 Thaler, Leder 950,340 Thlr, Steingut und Porzellan 892,144 Thlr., chemische Fabrikate 741,270 Thlr.

Der Werth des Waarenverkehrs mit der Schweiz betrug 1864 bei der Einfuhr 16,677,062 Thlr. oder 4,63 pCt., bei der Ausfuhr 34,917,807 Thlr oder 9,26 pCt. ; es ist hierunter aber auch der Transit- verkehr, welchen die Schweiz von und nah Jtalien und Süd-Frank- reich vermittelte, mit enthalten. Der Verkehr nach Jtalien wird sich in Folge des R T welchen der Zollverein mit diesem Lande abgeschlossen, voraussichtlich heben. Der italische_ Markt ist als Bezugsort von Südfrüchten , Olivenöl , Schwefel , Strohgeflechten, Hanf 2c. von Wichtigkeit, während der Zollverein dahin namentlich wollene, baumwollene und gemischte Zeuge und Dru>waaren, Quin- cailleric- und Merceriewaaren, Posamentierwaaren, Spiritus, Zink- Bleche 2c. vortheilhaft abseßen kann. Als Einfuhrartikel im Handels- verkehr mit der Schweiz treten besonders hervor : rohe Seide 8,864,400 Thaler, gefärbte Seide 1,587,200 Thlr., rohe Baumwolle 1,359,580 Thaler, Seidenwaaren 963,100 Thlr., Käse 563,340 Thlr., eindräthiges Baumuwvollengarn 527,680 Thlr., Bücher 374,900 Thlr. , rohe Häute 269,760 Thlr., Wolle 248,570 Thlr. a gege kommen bei der Aus- fuhr in Betracht: Wollenwaaren 8,582,600 Thlr., Getreide 5,134,373 Thlr. , Die Waaren 2,926,100 Thlr. , Tabaksfabrikate 1,312,615 Thlr. Seidenwaaren 1,213,700 Thlr. , rohe und gefärbte Seide 1,120,400 Thlr., Baumwollenwaaren 827,800 Thlr. Wein 746,070 Thaler, Bücher 701,600 Thlr., Ochsen 671,450 Thlr. Eisen- u. Stahl- waaren 630,057 Thlr. , Branntwein 522,520 Thlr. , Lederwaaren 513,530 Thlr., Leinwand 498,450 Thlr., Butter 485,128 Thlr. |

Die kommerziellen Beziehungen des Zollvereins zu Frankrei < lassen si< aus der amtlichen Statistik nur theilweise übersehen, da die leßtere nur den Verkehc, welcher unmittelbar an der Landgrenze gegen

rankrei stattgefunden hat, nachweist, während der Verkehr, welcher < im Tranfit durch die Schweiz und Belgien, sowie über die Nord- und Osfifechäfen bewegte, fi nicht genau erkennen läßt. Der direkte Ver- fehr hatte 1 bei der Einfuhr aus Frankreih einen Werth von 12,849,633 Thlr. oder 3,57 Prozent, bei der Ausfuhr von 19627,453 Thlr. oder 5,21 Prozent. Nach P g ra Berichten hat im Jahre 1864 der Spezialhandel Frankreichs nach dem Zollverein 216 Millionen Francs oder etwas über 574 Mill. Thaler, die Einfuhr aus dem Zoll- verein dagegen 155 Mill. Francs oder 415 Mill. Thaler betragen, sich mithin erheblich u gestellt, als die Kommerzial-Statistik des SJoll- vereins erkennen läßt. Nach der leßteren waren die dem Werthe nah

wichtigsten Artikel bei der Einfuhr aus Frankreich: Getreide 2,104,235 Ste e Seide 1,393,800 Thlr., Seidenwaaren 1,240,900 Thlr., | rohes Wollengarn 868,400

Thlr, Wolle 460,110 Thir, Baumwolle

| dem industriellen Gebiete, dur

Absaßtgebietes erweitert werden. Daher bietet der Entwickelungs-

440,860 Thlr. , gewöhnlihe Korkstöpfel 431,320 E rohe nie

/ Thlr., gefärbte Seide 229,600 Thlr., Pferde 221,850 Thlr. Dagegen bestand die Ausfuhr des Zollvereins nah Frankreih vorzugsweise in: Steinkohlen 5,109,670

332,160 Thlr., Krapp 322,830 Thlr, Wein 284,21

Thlr., Wolle 2,025,540 Thlr., Vieh (namentlich Rindvieh und Hammel 1,880,521 Thlr., Wollenwaaren 887,000 Thlr., rohen Häuten 866,88

Thaler, Getreide 843,961 Thlr., kurzen Waaren 800,900 Thir , feinen Holzwaaren 780,850 Thlr. , Leder 727,560 Thlr., Seidenwaaren 513,006 Thlr. f, Baumwollenwaaren 436,700 Thlr. , E E S > Thlr.

Mit Belgien hat der Zollverein durh verschiedene Verträge, deren neuester unterm 22. Mai 1865 abgeschlossen is ; lebhafte Han- delsverbindungen angeknüpft. Die Bezüge des Zollvereins aus Bel- gien bestehen hauptsächli<h in Baumöl, Samenöl, rohen Häuten, Maschinen und mechanischen Geräthschaften, Baumwollengarn, Lei-

Thaler, Tabaksblättern 312,888 Thlr., Tabaksfabrikaten

nen- und Hanfgarn, Leinengeweben, Wollengarn, Wollengeweben 2c., während Belgien vom Zollverein besonders Getreide und Hülsenfrüchte,

Oelsaaten, Wolle, Zink, Düngestoffe, chemische Fabrikate, Wollen- Gür 1864 wird der

gewebe, Butter, Vieh, Bauholz 2c. np agt

Werth der Einfuhr aus Belgien auf 33,149,978 Thlr. oder 9,20 pCt., der Ausfuhr mit 52,196,569 Thlr. oder 13,54 pCt. berechnet. Es sind darunter aber au die Werthe des Transits aus und nach Frankreich, Großbritannien und den trans8atlantischen Ländern einvegrisfen. Der Spezialhandel des Zollvereins mit Belgien soll nach belgischen An- gaben im Jahre 1865 bei der Einfuhr 70,3 Mill. Fres. oder ca. 19 Mill. Thlr , bei der Ausfuhr 66,5 Mill. Frcs. oder etwas über 17 Mill. Thaler betragen haben. Für 1864 kommen bei der Einfuhr aus Bel- gien folgende Hauptartikel in Betracht: Wolle 7,641,690 Thlr., rohe Häute 6,339,450 Thlr. , Seidenwaaren 2,023,700 S1 Leinengarn (Maschinengespinnst) 1,570,050 Thlr., Jndigo 1,267, Thlr., rohes Wollengarn 1,038,080 Thlr, Oel 919,451 Thlr, rohe Seide 670,200 Thaler, Leinenzwirn 594,370 Thlr. , Kaffee 565,650 Thlr. Wollen- waaren 552,800 Thlr., Pferde 530,010 Thlr., Leinwand 507,630 Thlr. ; bei der Ausfuhr na< Belgien: Wollenwaaren 20,823,800 Thlr., Seidenwaaren 15,660,100 Thlr., Schafwolle 4,554,000 Thlr., Bänder und Batist von Leinen 963,300 Thlr, Rohzucker 953,536 Thlr., Baum- wollemvaaren 943,600 Thlr, Getreide 894,138 Thlr., kurze Waaren 823,900 Thlr., Eisenerze 815,600 Thlr., Flachs, R Hanf 444,928 Thlr., chemische Fabrikate 409,260 Thlr, Nohzink 380,694 Thlr. -

Das Fabrikwesen Berlins inden Jahren1849—1861-. (S. Bes. Beil. zu Nr. 52 d. Bl.)

L Á

Die neueste Entwickelungsperiode des Berliner Fabrikwesens,

zu deren Darstellung wir jeßt übergehen, <arakterisirt sih da- durch, daß in ihr Dampfkraft und Geldwirthschaft als leitende Faktoren der industriellen Bewegung in den Vordergrund tre- ten. Außer den Vorzügen der natürlichen Lage fördert nun auch ein weitau®sgedehntes Eisenbahnnez den Absaÿ der Jn- dustrie Berlins und schließt derselben in steigendem Maße den Weltmarkt auf. Aber auch in der fabrikativen Thätigkeit selbst sehen wir die Anwendung der Dampfkraft mit Schnelligkeit zunehmen. Während die Zahl der Dampf- maschinen für Fabrikation8zwe>ke vom Jahre 1837, dem Zeitpunkte der ersten amtlichen Zählung, bis zum Jahre 1849 vor 29 mit 392 Pferdekraft auf 113 mit 1265 Mea, gestiegen war, hebt sich dieselbe bis 1861 auf 26 Maschinen mit 4747 Pferdekraft. Hand in Hand mit dieser Zunahme des Betriebes gehen die großen Unternehmungen auf á wel<he weit über das

hinaus in der Hoffnung Nachfrage Fabrikate deren Vertrieb die Grenzen des

t Bedürfniß auf eine weitere Steigerung der gefertigt und durch

gang des Berliner Fabrikwesens bis zum Jahre 1861 ein Bild raschen und gedeihlichen Emporblühens. i

__ Der Darstellung des Fortschreitens der fabrikativen Thätig- keit in ibren einzelnen Zweigen \{i>en wir die Mittheilungen der neuesten amtlichen Tabelle, nämlich der von 1861, zu welcher Zeit Berlin 9462 Wohnhäuser und 523,931 Einwohner zählte, voraus. Es gab hiernach in Berlin:

1 Kammgarnspinnerei mit 2 Personen Directionspersonal, 14 männlichen und - 75 weiblichen Arbeitern und 2500 Feinspindeln,

2 Seidenhaspel-Anstalten mit 3 Personen Directionspersonal, 1 männlichen und 16 weiblichen Arbeitern,

5 Seidenzwoirnereien mit 12 Personen Directionspersonal, 100 männlichen und 272 weiblichen Arbeitern,

10 Watten- und Dochtfabriken mit 10 Personen Directions- personal, 33 männlichen und 15 weiblichen Arbeitern,

18 Fabriken für Zwirn, Strick-, Stik- und Näh-Garn aus Wolle, Baumwolle und Leinen mit 37 Personen Direc- tionspersonal, 71 männlichen und 408 weiblichen Arbeitern,

3166 Webestühle in Wolle und Halbwolle mit 1000 Meistern

und 2616 Gehülfen, :

972 Webestühle in Baumwolle und Halbbaumwolle mit 236 Meistern und 352 Gehülfen,

2 Webestühle in Leinen mit 2 Meistern, i

977 Webestühle in Seiden- und Sammetbandwaaren mit

3

273 Meistern und 800 Gehülfen, |

149 Webestühle für Strumpf-Weberei und Wirkerei mit 46 Meíi- stern und 126 Gehülfen,

23 Webestühle für Weberei von leinenen, wollenen und baum-

wollenen Bändern mit 11 Meistern Und 11 Rene

3 Tuchfabriken mit 6 Personen Directionspersonal, 360 männlichen und 157 weiblichen Arbeitern,

44 Fabriken für andere wollene und halbwollene Stoffe (exkl. Teppiche und Shawls) mit 135 Personen Directions-

2 personal, 2830 männlichen und 1335 weiblichen Arbeitern,

9 Walkmühlen mit 5 Personen Directionspersonal, 12 männ- lichen Arbeitern,

15 A E E O und Halbbaumwolle

perjonen Directionspersonal, 126 mänuli

58 weiblichen Arbeitern, Aa S

29 Fabriken für Seiden-, Halbseiden-, Seidenband- und Sammetband -Waaren mit 40 Personen Directionsper- fonal, 808 männlichen und 305 weiblichen Arbeitern,

50 Shawlfabriken mit 103 Personen Directionspersonal, 1892 männlichen und 774 weiblichen Arbeitern,

39 Bänder -, Tressen- und Knopffabriken mit 45 Personen Directionspersonal, 283 männlichen und 299 weiblichen Arbeitern,

3 Teppichfabriken mit 6 Personen Direction8personal, 158 mänulichen und 32 weibiihen Arbeitern,

15 Strumpffabriken mit 20 Personen Directionspersonal, 120 männlichen und 71 weiblichen Arbeitern,

1 Garnbleiche mit 2 Personen Directionspersonal, 3 männ- _lichen Arbeitern,

1 Stückbleiche mit 3 Personen Directionspersonal, 30 männ-

| lichen und 6 weiblichen Arbeitern,

49 Appreturanstalten mit 49 Personen Dirctionspersonal,

/ 440 männlichen Arbeitern,

40 Garnfärbereien in Baumwolle und Wolle mit 34 P e- sonen Directionspersonal, 284 männlichen und 16 weib lichen Arbeitern,

11 Seidenwaareäfärbereien mit 22 Personen Directionsper- sonal, 314 männlichen und 121 weiblichen Arbeitern,

20 Färbereien für andere Waaren mit 46 Personen Direc- O 436 männlichen und 122 weiblichen Ar-

eitern,

7 Druckereien für Zeuge aller Art mit 18 Personen Direc- N 799 männlichen und 265 weiblichen Ar- eitern,

9 Wachstuch- und Wachstaffetfabriken mit 15 Personen Direction8personal, 122 máännlihen und 18 weiblichen Arbeitern,

9 Weißzeugfabriken mit 12 Personen Directionspersonal, 92 männlichen und 224 weiblichen Arbeitern,

1 Fabrik zur Erzeugung künstlicher Wolle mit 5 Personen Directionspersonal, 10 männlichen und 50 weiblichen Arbeitern,

9 Eisenwerke mit 50 Personen Directionspersonal , 1335 männlichen Arbeitern,

1 Stahlwerk mit 60 männlichen Arbeitern,

1 Kupfer-, 2 Messing-, 2 Jinnwerke mit 313 männlichen Arbeitern,

67 Maschinen-Bauanstalten mit 180 Personen Directions-

__ personal, 5132 männlichen und 1 weiblichen Arbeitern,

9 Fabriken für Spindeln, Cylinder 2c. mit 9 Personen Directionspersonal, 20 männlichen und 9 weiblichen

„Arbeitern,

41 Eisenbabn- und andere Wagen-Fabriken mit 42 Directions- Personal, 1377 männlichen Arbeitern,

9 Eisen- und Ble<hwaarenfabriken mit 8 Personen Direc- tionspersonal, 174 männlichen Arbeitern,

7 Stahlwaarenfabriken mit 8 Personen Directionspersonal, 51 männlichen Arbeitern, i

9 Fabriken für Kochgeschirre, Heizapparate 2c. mit 14 Personen Directionspersonal, 133 männlichen Arbeitern, h

1 Geroehrfabrik mit 1 Person Directionspersonal, 5 männ-

a lichen Arbeitern, |

43 Gold- und Silberwaaren-Manufakturen mit 43 Personen Directionspersonal, 515 männlichen und 196 weiblichen Arbeitern,

4 Fabriken für Sachen von Neugold, Neusilber und plat- tirte Gegenstände mit 18 Personen Directionspersonal, 310 männlichen und 39 weiblichen Arbeitern,

24 Fabriken für Waaren von Kupfer, Bronce, Messing und galvanoplastishe Gegenstände mit 43 Personen Direc- tion8personal, 452 männlichen Arbeitern, E

22 Lackir-Fabriken aller Art mit 49 Personen Directions- personal, 471 männlichen und 22 weiblichen Arbeitern,

56 Fabriken für Lederwaaren, Cartonnagen und Visiten- karten mit 67 Personen Direction8personal, 485 männ= lichen und 177 weiblichen Arbeitern,