1868 / 132 p. 10 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

Preußens Staats-Domainengüter.

__ Adolf Franß hat nah amtlichen Quellen eine Statistik der preu- isen Domainen veröffentlicht , welcher wir die folgenden Angaben entnehmen.

Im Jahre 1849 betrug die Zahl der Domainenvorwerke in Preußen 879, die In 503 Pachtungen zerfielen, ein Areal von 1,285,228 M. nugßbaren Landes umfaßten und 1,527,043 Thlr. also pro M. 1,19 Thaler Pacht ergaben. y Im J. 1864 hatte si<h die Zahl der Vorwerke (dur< Veräuße- rungen und Zusammenlegung) auf 827 vermindert, die Pachtungen auf 509 erhöht, das nußbare Land auf 1,156,655 M. verringert, da- gegen die Pacht auf O Thlr. = 1,89 Thlr. pro M. gesteigert. Für das Jahr 1867 (wobei nur die alten Landestheile berü- tigt sind) stellen si< die Zahlen mit Ausnahme der Vorwerke , die < auf 821 verringert haben, sämmtli höher: Pachtungen 530, nutß- bares Land (dur< Rückfall L ter Güter) 1,169,877 M., Pachtgeld 2,466,175 Thlr. = 2,11 Thlr. pro M. Im Jahre 1867 hatten sih also gegen 1849 die Pachtungen um 97 vermehrt, die Vorwerke um 58 (mit 115,351 M.) vermindert, die 75) add aber um 939,127 Thlr., pro M. um 0,92 Thlr. = 77 pCt. Die Erhöhung der Pachtgelder ist, abgeschen von der Steigerun der Getreidepreise, dadurch herbeigeführt worden, daß die Domänen in neuerer Zeit unter Qugrundelegung - eines Pachtminimums im

Wege des öfsentlihen Aufgebots verpachtet werden. Nach den von Fran gesammelten Daten wird bei den Geboten das Pachtminimum in der Regel nicht oder nur wenig überschritten , dasselbe repräsentirt daher den Nubwerth der Domänen für den Staat in zuverlässiger Weise. Nach einer Tabelle über die Neuverpachtung der Domänen in den Jahren 1864 - 1867 übersteigt das Pachtminimum in allen Provinzen den bei der Grundsteuer - Regulirung ermittelten Reinertrags - Durch- {nitt des Aerlandes. Das Verhältniß drüt \si< in folgenden gadlen aus, wobei die niedere den Reinertrag pro M. nach der

rundsteuer-Regulirung, die höhere das Pacht-Minimum pro M. in Sgr. darstellt: Reg.-Bez. Königsberg 25/35, Gumbinnen 21,397 Ma- rienwerder 25,43, Posen 26,39, Bromberg 28,40, Stettin 37,71, Cöslin 21,39, V ÉtO 011 Breslau 57,72, Oppeln 41,42, Potsdam 36/68, Frankfurt 36,53, Magdeburg 75,96; Merseburg 89,120, Erfurt 67,90, im Ganzen 43,61, wobei no< E berücksichtigen ist, daß für die hier in Betracht gezogenen 280,823 M. Domainenareal ein Pächtervermö- gen von 3,227,100 Thlr., also pro M. 115 Thlr. erfordert wird. : Frang ‘hat die Verhältnisse jeder cinzélnen Domaine ermittelt und die Resultate na< Regierungsbezirken zusammengestellt Das Gesammtergebniß stimmt nicht ganz genau mit dem offiziellen Ab- {luß überein, weil dem Verfasser das offizielle Material über die De- tails der Domainenverwaltung , Ab- und Zugänge einzelner Vor- werke u. dgl, nicht vorgelegen hat, indessen find die Difserenzen im Ganzen unbedeutend. Nach derselben waren im Jahre 1867 in den alten preußischen Landestheilen nur in folgenden 20 Regierungs- Bezirken Domainenvorwerke vorhanden : A 49 mit 63/465 M. Nuyland j die 83,628 Thlr., pro M. 1,32 Thlr. Pachtertrag ergaben,

Gumbinnen 62 mit 112,248 M. à 87,534 Thlr. = 0/78 Thlr. pro M.

O Danzig 14 mit 14,616 M. à 36/085 Thlr. = 2,47 Thlr. pro

. Pacht, Marienwerder 38 mit 68,831 M. à 79,409 Thlr. (pro M. 1,15 Thlr.) Pacht, Posen 55 mit 72,939 M. à 103,432 Thlr In M. 1,42 Thlr.) Pacht, Bromberg 24 mit 35,039 M. à 43,707 Thlr. (pro M. 1/25 Thlr.) Pacht, Stettin 70 mit 110,362 M. à 198,730 Thlr. {pro M. 1,80 Thlr.) Pacht, Cöslin 16 mit 23,499 M. à 33,748 Thlr. (pro M. 1,48 Thlr.) Pacht, Stralsund 81 mit 120,278 M. à 230,860 Thlr. (pro M. 1,92 Thlr.) Pa@t, Breslau 68 mit 70,290 ‘M. à 104/278 Thlr. Leo M. 1,48 Thlr.) Pacht, Liegniß 11 mit 8/147 M. à 16,019 lr. (pro M. 1,97 Thlr.) Pacht, Oppeln 33 mit 29,971 à 29/123 Thlr. (pro M. 0,98 Thlr.) Pacht Potsdam 61 mit 9819 M, à 1/8680 Thir. (pro M, ls7 blr.) at, Frankfurt 81 mit 120692 M. à 250,493 Thir. (pro M. 2,16 Thlr.) Pacht , Magdeburg 75 «mit 136,284 M. à 476,784 Thlr.

pro M. 3,50 Thlr.) Pacht, Merseburg 64 mit 73,624 M. à 243,279

hlr. (pro M. L Thlr.) Pacht, Erfurt 17 mit 14,337 M. à 39,933 Thlx. (pro M. 2,78 Thlr.) Pacht , Münster 2 mit 1932 M. à 4621 Thlr. (pro M. 2/40 Thlr.) Pacht, Minden 3 mit 4661 à 12,300 Thlr. (pro M. 2,62 Thlr.) Pacht und Arnsberg 1 mit 2019 M. à 4225 Thlr. (pro M. 2,10 Thlr.) Pacht. Die meisten Domainenvorwerke zählen also die Reg.-Bez. Stralsund und Frankfurt (81), das größte Domai- nen-Areal befindet sih aber im Reg.-Bez. Magdeburg , der auch rela- tiv und absolut den höchsten Pachtertrag (35 Thlr. pro M.) liefert. Das tleinste Domainen - Areal in den ôstlihen Provinzen hat der Reg.-Bez. Liegniß (8147 M.), die relativ geringsten Erträge bringen die Reg. - Bez. Gumbinnen (0,78 Thlr. pro M.) und Oppeln (0,98 Thlr. pro M.). Die durchschnittlich größten Pachtungen (3035 M.) sind im i A S D die kleinsten (1130 M.) im Reg.-Bez. Liegniß.

Die Durchsicht der Domainentabellen der einzelnen Regie , bezirke ergiebt, daß bei den Neuverpachtungen in den [eßten apa eine Steigerung der Pacht um 100 pCt. und darüber in allen ses alter Provinzen nicht zu den Seltenheiten gehört; das auffallendste

erhältniß zeigt aber in dieser Beziehung der Reg.-Bez. Magdeburg, wo z. B. Etgersleben , welches pro 1842—64 für 2978 Thlr. verpach- tet war, pro 1864—82 auf 18,510 Thlr. erhöhet worden ist, Hillers- leben von 2867 Thlr. (1841—56) auf 6188 Thlr. (1856—74) und Wanzleben von 10,385 Thlr. auf 63,015 Thlr. Tm Ganzen hat sich aber in der Periode 1849— 64 der Domainenertrag im Reg.-Bez. Franffurt am meisten gehoben, nämlih von 1,29 auf 2 Thlr, also um 0,71 Thlr. pro M. , während er im Reg.-Bez. Magdeburg von 2,31 auf 2,98 Thlr., also nur um 0,67 Thlr. pro M. gestiegen ist. Eine

2

M.

N, und eine nahezu gleiche der Reg. -Bez. Stettin (0,66

na. Thlr. y

Bayerns Landwirthschaft und Jndu strie.

ITm Anschluß an die in diesen Blättern erfolgt ; ge Über die statistischen und voltöwirlhshaftligen Verhältnis cit E ind uns über die entsprechenden Verhältnisse der süddeutschen S ] größere Arbeiten zugegangen, die wir mit Rücksicht auf den u gemessenen Raum nicht vollständig abdru>en können. Wir besie h uns auf die Mittheilung einzelner Abschnitte aus jenen L pn werden die leßten aber später vollständig in einer besonderer gabe veröffentlichen. Wir beginnen mit dem Abdru> der Abschnitt u Landioirthschaft und industrielle Verhältnisse des Königreichs BVaven l Landwirthschaft. f Der Ackerbau Bayerns gehört im Allgemeinen zu dem barsten in ganz Deutschland. Ober-Bayern besteht zwar zum ha 1 Theile aus Haiden, Viehtristen, Filzen und Moosen, hat n in anderen Gegenden sehr guten Thonboden. Ebenso is Y nördliche gebirgige Theil von Nieder-Bayern für den Aerbau f dankbar, dagegen ist die Ebene in der Mitte und im Süden dessel ein sehr fruchtbares, rei<h ergiebiges Kornland. Jn der Pfalz it , Gegend von Speyer und Landau, in der Oberpfalz nur der üdlit Theil durch vortrefflichen Boden begünstigt, während der mehr A gige nördliche und östliche Theil wenig ertragreih ist. Ober-, Mitte und Unterfranken haben Überall einen Boden von ungemein rof Fruchtbarkeit und gehören zu den ergicbigsten Distrikten Deutschland Der Boden der von den Allgäuer Alpen sich absenkenden Vorbe ist für Aer und Wald günstig; in der oberen Donau-Ebene uis nen weiche sandige Lager uud menrgeliger Thon die Oberhan ul liefern in Vermengung mit dem aufgelagerten Diluvium ebenfals guten ertrags8fähigen Boden. Die in landwirthschaftlicher Kulty efindliche Gesammtfläche wird für das Jahr 1864 auf 17,8591 preuß. Morgen geschäßt, von denen 11,819,741 Morg. Aer, 472270 Morg. Wies en ¿801/799 Morg. Weide und Sutung 514,831 Roy ärten, A e 2c. sind. Der jährliche Durchschnit , wirthschaftlicher Produkte wird A eiter N pro Mor,

Morgen. Ertrag. Griras | fi

Weizen und Spelz 1,439,629 | 12,413,128 Scheffel. | 9 Gegen 2,369,378 | 14,707,210 hene 6 À Gerste : 1,125,699 | 8,091,400 » 7 Hafer und Hirse... . 1,876,654 | 15,171,375 v 8/0 Kartoffeln | 913/827 | 50,730,047 » 5 » Der größere Theil der zur Winterfrucht bestimmten Ae>er wi mit Roggen bestellt, der durhgängig einen guten Körner-Ertrag urd j die größte Strohmasse giebt, Er _isst die wichtigste Nahrungspflanz für das Landvolk und die kleinen Städte, und wird auch zur Fütteruy und Branntwein-Fabrication verwendet. Das Stroh wird nicht uu f als Streu und Futter, sondern auch zum Dachde>en, zu Strohmatim und zu anderen gewerblichen Zwe>en verbraucht. Der Anbau d MAggras nimmt ungefähr den fünften Theil der ganzen A>erflähi in Anspruch. Der Weizen tritt auf besserem Boden und in besseren Klima an die Stelle des Roggens; Spelz wird selbst in rauheran / Klima und auf geringerem Boden gebaut. Auf Weizen treffen etw 8 pCt., auf Spelz 4 pCt. der Gesammt - A>erflähe. Anbau vos Gerste, die hauptsächlich zur Bierfabrication verwendet wird, find! fast überall statt, während Hafer vorzugsweise in den Gegend in welchen das Gedeihen anderer Früchte nicht gesichert ist a 4 Sand- und Moorboden, in Haide und Waldunbrüchen und au ausgetragenem Aer kultivirt wird. Bei der großen Bodenzerslü>e F lung wird die Kartoffel von kleinen ‘Leuten Jahr aus, Jahr ein in f demselben Boden gepflanzt und bildet deren Hauptnahrung ; der groß} Bauer und ‘Gutsbesißer ‘erhält vermittelst der Kartoffeldra N nerei seinen Viehstand den größeren Theil des Jahres hindur. l Was den Anbau von Hülsenfrüchten betrifft , so wit 5 1/48 pEt, der Ackerfläche mit Bohnen, Wicken, Erbsen und Linsen bef stellt; auch Buchweizen wird gebaut. Der Ertrag einer Jahresern!} wird zu 1,229,723 preußische Scheffel angegeben , wovon Über 5 1} Niederbayern, nach diesem die stärksten Antheile en Unter- und Mitte} franfen treffen. Dem Anbau von Raps und Rübsen, von Senf un} Leindotter sollen 29/991 Tagwerk oder 0,34 pCt. des Ackers gewidmä}s sein. Mit Lein und Hanf, die besonders in Shwaben und Obe i R R A N Tagwerk oder 1,24 pCi. v 5 r arden, Fendhe ümme iandts A Aer bestellt. | : 4100) SMTO, U, f E on großer Wichtigkeit ist der Hopfenbau, der hon im und 16. Jahrhundert in einzelnen Gegenden des Lees fel Regenb burg, Eichstädt, Meng in der Oberpfalz, später bei Ausburg, Nür berg, R ayreuth 2c. stark verbreitet, im Laufe der Zeit abt etwas in Verfall gerathen war. Ein neuer Aufschwung des Bay \chen Hopfenbaues datirt erst aus dem vorigen Jahrhundert; bis da war man dort der Ansicht gewesen, daß zur Herstellung eines gute Lagerbieres nur Böhmischer, aber nicht inländischer Hopfen verwendd werden könne. Um dieses Vorurtheil zu beseitigen, ershwerte die Re ierung in jeder möglichen Weise den Bezug und die Verwendung öhmischen Hopfens, gewährte denjenigen Brauern, die einheimisd! Hopfen zum Brauen verwendeten, mancherlei Vortheile und gat durch Prämiirungen und anderweite Unterstüßungen Anreiz zl Verbreitung des Hopfenbaues. Die Hebung des leßteren if au< in der Weise erreiht worden, daß Bayern gegenwärll nicht bloß seinen eigenen , sehr erheblihen Bedarf an Hopf selbst| gewinnt, sondern auch bedeutende Mengen exportiren kann. Diet Ruf, den in früherer Zeit der böhmische Hopfen namentlich von Sal

( » »

noch größere Steigerung weist der Reg.-Bez. Erfurt (0,68 Thlr. pro

Auscha, Pilsen und Klattau allein behauptete, hat sich seitdem auf de

lrittliche jährliche selbjt n Absaß in

| wesen und von 32 bis zu

Der Pfälzer | lich bedeutende

Ÿ mit 2703 Arbeitern, | franfen

Î in einzelnen Theilen des

Ï von geringem N ; h Runfelrübenzucter-Fabriken find an rohen Rüben verarbeitet worden :

| Ertragsdur<schnitt pro Morgen

3

ragen, und dieser ist überall gesucht und wird mit

r bezahlt. Das dew opfenbau gar Aue Areal fon Tagwerke belausen, un man die durch-

f 30 Production auf 130,000 Ctr., wovon im Lande etwa 60,000 Ctr. fonsumirt werden, so daß also für den das Ausland no< ca. 70,000 Ctr. übrig bleiben. Den Ln Stadt Spalt und Umgegend (1858 ca. 10,000 Ctr.)

guten Rufes erfreut, da jährliche große Mengen Kultur nach den verschiedensten Gegenden Plotelt verhandelt werden. Außerdem zeichnen si Altdorf, Bam- E Nersbrudt; Ingolstadt, Landshut, Lauf, München, Nürnberg, S eensburg u. \. w. dur< umfangreiche, trefflich angelegte Hopfen" x T aus. Bei einem Durchschnittspreise von 50 Thalern für den Li tner repräsentirt das jährliche Productionsquantum Bayerns einen Werth von 6,500,000 Thalern; der Hopfenhandel spielt deshalb dort eine bedeutende Rolle und der Absay wird hauptsächlich dur ß en hopfenbauenden Gegenden eingeführten Hopfenmärkte ver-

die in d mittelt. L, eri tf fsbau wird in Bayern hauptsächlich in der Rheinpfalz nd A n iles betrieben; in der Pfalz is es die Rheinebene bis an den Fuß der Hardt, in Mittelfranken vorzüg der östliche sandige Theil in der Gegend von Nürnberg. Die übrigen Landestheile haben ur geringen Tabaksbau. Nach amtlichen Veröffentlichungen (siche 1 it der Abgaben, Gewerbe- und Handels-Gesebgebung und im Königlich preußischen Staate) waren mit Tabak be-

Centralblatt Perwaltung

156,485 Ctr. 140¡328 »

pan 1863: 18,850 pr. Mg. mit einem Ertrage von 34: 21,50 864: 21) 135,659 »

7 E 1 17 » » » » » » 65: 18,917 » » v » » » ; 1566: » » 5:0 00D im Durchschnitt also jährlich 20,366 Morgen mit einem Ertrage von 149,680 Ctr. Der Ertrag pro Morgen ist in sehr verschiedener ge- y 18 Ctr. gestiegen) e e ie ben aus ie se in den einzelnen Jahren von 3 bis zu lr. für den Centner. Pres oiälzer Tabak ist dem badischen glei) und wird im Handel nit davon unterschieden. Der Anbau dieser ulturpflanze hat cine ziem- Tabaks- und Cigarrenfabrication im Lande hervor- Man zählte im ganzen ‘Lande 1861 -197 derartige Fabriken davon in der Pfalz 57 mit 833 Arb, in Mittel- 680 Arb., in Unterfranken 18 mit 532 Ab. lrüben zur Zuker-Fabrication ist im Allgemeinen aber nur Betrieb gewesenen

st nur

en liefert die Hor eines #0 en zur Veredelung der

»

gerufen. 63 mit der Anbau von RunkelrUüs Landes verbreitet, | Von den in Bayern tin

Auch Umfange.

399,470 Ctr.

Be 422,444

riebsjahre »

1m » » »

1862—63 1863—64

V

» » e » » 1866—67 L ; i wn<\{nitt also 415,757 Ctr. jährli. Wenn als a gemeiner d inaburd i 135 Ctr. angenommen werden , #0 hat der Zuerrübenbau n Bayern nur ein Areal von etwas über 3000 Morgen in Anspruch genommen. j Wichtig ist dagegen der Weinbau, der ca 4,85 [] Meilen Areal

in Anspru< nimmt, von welchen indeß ein Theil nicht ertragsfähig is. Bayern hat unter den Zollvereins|taaten die stärkste Weinpro- duction. Der dortige Weinbau umfaßte na dem Durchschnitt der leßten Jahre einen Flächenraum von 86,568 Morgen, mit (einem jähr- lihen Ertrage von 864,350 Eimern, oder pro Morgen von 9,98 Eimern. Die beiden Hauptweingebiete sind in der Pfalz (Rheinbayern) und in Franken. Das Pfälzer Gebiet liegt am östlichen Abhange und Fuße des Hardtgebirges ; der dortige Weinhau eichnet sih durch Auswahl der vorzüglichsten Sorten besonders aus , der dort gewonnene Wein hat in der Handelswelt nach den Rheingauer Weinen den besten Rus}, ist deshalb sehr gesucht und wird am meisten exportirt. Das Areal des Pfälzer Weinlandes soll im Jahre 1863 40,000 Tagwerkte y d, i, 60,000 Magdeburger Morgen, betragen haben; .es zeichnen sich hier besonders die Weine von Deidesheim , Forst und Ruppertsberg durch ihre Güte aus. Der gesammte Weinertrag der Pfalz wurde für 1864 auf 40—50,000 Stück à 600 Maaß geschäßt und hat seinen bedeutend- sten Absap nach dem nördlichen Deutschland England, Rußland und Nordamerika. Auch der Weinbau in Franken / der ein Areal von circa 30,000 Tagwerken mit einem Ertrage von 250,000 Eimern umfaßt , ist bedeutend , obwohl die Qualität der dort gewonnenen Weine die der Pfälzer nicht erreicht. Einzelne Gewächse, wle 3. B. der Würzburger Stein- und Leistenwein haben indeß seit langer Zeit einen guten Ruf und auch im Auslande, wo die Frankenweine 1m Allgemeinen weniger gesucht find, größeren Absap. Die Beförderung des Weinbaues haben fich die in der Rheinpfalz und in Würzburg be- stehenden Weinbau-Gesellschaften sehr angelegen sein lassen Bayern at viel mehr Wein, als es selbst fonsumirt, da, mit Ausnahme er eigentlichen Weingegenden; der Genuß des Bieres vorherrschend ist. Das Land ist deshalb darauf angewiesen, cinen großen Theil seines Weingewinnes an das Ausland abzusehen und in dieser Dele ung ist die seit 1. Januar 1866 eingetretene M der Uebergang®s- Abgabe vom Wein, welche beim Uebergang nah en Norddeutschen Staaten son| 25 Sgr. vom Centner betrug, für die Weinproduckion Bayerns von besonderer Bedeutung. Auch die gewöhnlicheren dor G gen Weine haben dadurch ein Absaßgebiet in den nördlichen Zollvereins»

ortige

von Bayreuth wird viel Kopfkohl gebaut, »Sauerkraut« in Bayern Außer Franken haben au<h Jn N und Neu-Ulm bedeuten i

verbreitet, auch nicht unbedeutend in den Donaugegenden, wie in Unter- bayern, am Bodensee und in Schwaben. nellen, Pfirsiche, Aprikosen, Mandeln, gewinnt Unterfranken, von Aschaffenburg aufwärts und weit in die Seitenthäler hinein. den baucn mehr Wirthschaft8obst. Mittelfranken burg und die Bodenseecgegen ten- und Obstbaues nit dieselben Erzeugnisse.

und für künstliche Bewässerung Manches geschehen ist

rankenwalde mit Gemüse versehen ; auch der

nicht unbedeutend. n der rauheren Gegend

welcher unter dem Namen

das Perligeitetne und beliebteste Gemüse is. olstadt, Regensburg, der Lechg

en Gemüsebau. Der Obstbau

Main und dessen Seitenthälern

um Thüriuger- und Saamenbau i

iber ganz Franken, namentlich am

Das beste und feinste Obst (Prü- Aepfel, Birneiy Wallnüsse 2c ) bis Würzburg am Main Die übrigen Gegen- Kirschen liefert Oberfranken, ven nördli<h vom Main , Regens-

. Rheinbayern steht hinsichtli<h des Gar- nterfranken auf gleicher Stufe und liefert Die in verschiedenen Theilen des Königreichs bestehenden landwirthschaftlichen Vereine wirken auch für die Förderung

und die

des Garten- und Obstbaues.

Die Kultur der Wiesen i} im Ganzen noch zurü, und wenn auch in einzelnenFlußthälern sich vortreffliche TBe sa grernde ors o hat es do

nicht gelingen wollen, dem Wiesenbau einen nennenswerthen Auf- \{wung zu geben. Ungünstige Bodenbeschaffenheit, entgegenstehende Rechte der zahlreichen Mühlenbesißungen, Zerstückelung des Grund- besißes und A. haben bisher alle Versuche scheitern lassen. Die besten Wiesen haben Schwaben ; Ober- und Niederbayern, das Areal dersel- ben erreicht dort die Hälfte des A>erlandes; dagegen sind die Wiesen- flächen in der Pfalz, der Ober-Pfalz und Unterfranken viel geringer. Der Ertrag der Wiesen wird pro Morgen auf 14 Ctr., im Ganzen also auf 66 Millionen Centner Heu, der Weiden nur auf 4 Ctr. oder überhaupt 3 Mill. Ctr. Heu ges{äßt. E

Die Viehzucht is ziemlich bedeutend y besonders die Rindvich- ucht, die in den Bayerischen Alpen stark betrieben wird, wogegen die Pferdezucht hinter der anderer deutschen Länder erheblich zurücfsteht. Bei der Vichzählung im April 1863 wurden 380,108 Pfer de (dar- unter 296,683 Ärbeitspferde und 66,057 Pferde unter 3 ahren) er- mittelt; es treffen auf 1000 Seelen der Bevölkerung im urchschnitt 81 Stü>k. Jm Jahre 1810 wurden im Lande 294,073 Pferde ; 82 Stü> auf je 1000 Köpfe, ermittelt, der Pferdestand hat also im Ver- hältniß zur Einwohnerzay! etwas abgenommen. Die meisten Pferde hatte im Jahre 1863 Oberbayern mit 159 Stück und Niederbayern mit 144 Stü, die wenigsten Oberfranken mit_14 Stü auf 1000 Ein- wohner. Rindvieh zählte man 3,185,882 Stü , darunter 451,279 en ; 39,384 Zuchtstiere y 1,530,526 Kühe j 806,937 Stück Jungvieh

O # en L 760 Kälber; auf je 1000 Einwohner tressen 679 r h.

vich, von den Kühen allein 396 Stück. Der Rindviehstand haï lich zugenommen , er betrug im Jahre 1810 nur 1,889,244 Stü, \o daß er also in etwas über 50 Jahren um 68 Prozeat gewachsen ist während die Volkszahl in derselben Zeit s< um kaum 31 Prozent vermehrt hat. Den stärksten Stand zeigt Nieder- bayern mit 927 Stü>k, den geringsten die Pfalz mit 366 Stü> auf 1000 Einwohner; die e Kühe, 468 Stüd> auf 1000 Mensch:n, hatte Schwaben. Schafe wurden 1863 2,058,638 Stü, im Durchschnitt 439 auf 1000 Einwohner ermittelt, es befan- den sih darunter 827,794 grobwollige 881,716 halbveredelte 141,135 feinwollige und 207,993 lan wollige. Im Jahre 1810 gab es in Bayern 1,088,086 Schafe, 303 Stück auf 1000 Einwohner, es eigt sh also auch hier eine Vermehrung um fast 90 pCt. Den stärksten atte Mittelfranken mit 663 Stück, ‘den geringsten die { 103 Stü auf 1000 Menschen. Die Zahl der Schweine betrug im Jahre 1863 926,522 Stück, darunter 139,198 Mutterschweine, 7387 Eber, 213/997 Mastschweine und 565,940 Jungschweine; im Durchschnitt kommen auf 1000 Einwohner 198 Stück. Im Jahre 1810 wurden 515,286 Stück oder 144 auf 1000 Einwohner ermittelt; die Zahl ist also scitdem um. fast 80 pCt. gestiegen. Den verhältniß- mäßig bedeutendsten Shweinestand haben Niederbayern und die Ober- pfalz mit je 313 Stü, den geringsten Schwaben mit 102 Stück auf 1000 Einwohner. Schließlich ist no< zu bemerken / daß im Lande 150,855 Ziegen, die meisten in Unterfranken (35,785) und der Pfalz 31/924), und 233,139 -Bien enst ö >e/ die meisten in Oberbayern E in Schwaben (34/874) und in Niederbayern (31,435) gezählt

worden find.

Die Ausstellung im Schlosse Monbijou.

Die Ausstellung im Schlosse Monbijou sür die Königin- Eu ib-Central-Stiftung ‘enthält in den S I und 11 Gemälde, theils Porträts Preußischer urfürsten, Könige , Prinzen und Generale, theils Schlachtenbilder , theils Darstellungen militairischer Feierlichkeiten, U. A. der großen Parade 1839 von Krüger. Im Zimmer 111 ist die von König Friedrich Wilhelm 1V, angekaufte Tronchinsche Waffensamm- lung mit Rüstung8gegen ständen aus dem 14. bis 17. Jahr- hundert aufgestellt. Das Zimmer V. enthält Erinnerungen an König Friedrich Wilhelm 1V,, A photgr I n

i i ichnungen, el elm, ¿ Ordens®- A 4 nee V. sind Andenken an König

inder u. s. wv. N Ou | bänder u. } Königin Luise gesammelt: ein

Staaten gewonnen, das ihnen, so lange die Uebergangs-Abgabe be-

stand, fa lossen war. i i G A zeichnen sich einzelne Theile des Landes vor, theilhaft aus, es werden namentli in der Gegend von Bamberg und

Nürnberg, sowie im Negnip- und Urachthal gute Gemüse gezogen Bamberg allein

soll einen großen Theil von Mitteldcutschland bis |

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riedrich Wilhelm 1H. und die gin Luise ge) Sr lbt Ha ein Schreibzeug des Königs, ein Brief de8s- selben vom Jahre 1786, eine von ihm gefertigte Radirung, ceidungs\tüce u. s. w. , von der Königin ein Stück ihres

Tagebuchs, eine Haarlocke, ein von ihr gestiktes Tuch, ihr