1868 / 144 p. 8 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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Personal - Veränderungen.

Offiziere , Portepee-Fähnriche 2c. A. Ernennungen, Beförderungen und Verseßungen. Den 11. Juni. Spangenberg, Pr. Lt. vom 3. Pos. Inf. Regt. Nr. 58, v. Damiß, Pr. Lt. vom 4. Oberschles. Jnf. Negt.

Nr. 63, von ihrem Kommando als Jnsp. Off. und Lehrer an der v. Lüßow, Pr. Lt. vom 1sten Oberschles. Inf. Regt. Nr. 22, zur Dienstl. als Jnsp. Off. und Lehrer

Kriegsschule zu Neisse entbunden.

der Gymnafstik bei der Kricgs8schule d Neisse kommandirt. Depner/, Pr. Lt. à la suite des 2. Pomm. Gren. Regts (Colberg) Nr. 9 und kommandirt als Comp. Führer bei dem Kadettenhause zu Plön, unter Beförderung zum Hauptm. und Stellung à la suite des 3. Pomm. Inf. Regts. Nr. 14, zur Dienstleistung als Comp. Chef bei dem ge- dachten Kadettenhause kommandirt. Maier, Pr. Lt. à la suite des Ostpr. Füs. Regts. Nr. 33 und fommandirt als Militairlehrer bei dem Kadettenhause in Berlin, zuun Hauptm. befördert.

Den 13. Juni. v. Auer, Oberst und Commdr. des 1. Ostpr. Gren. Regts. Nr. 1 Kronprinz, unter Verseßung in das Kriegsministe- rium, zum Chef der Abtheilun für das Jnvalidenwesen im Kriegs- ministerium ernannt. v. Massow, Ob. Lt. vom 4. Oberschle\ Inf. Regt. Nr. 63, mit der Führung des 1. Ostpreuß. Gren. Regts. Nr. 1 Kronprinz, unter Stellung à la suite dess, beauftragt. Hofmann, Maj. aggr. dem 4. Oberschl. Jnf. Regt. Nr. 63, in das Regt. cinran- girt. Oswald, Pr. Lt. vom 4. Oberschl. Jnf. Regt. Nr. 63, in das 2. Pos. Inf. Regt. Nr. 19 verseßt. v. Kleist, Oberst und Commdr. des Hess. Feld-Art. Regts. Nr. 11, unter Stellung à la suite dieses Regts, zum Commdr. der 2. Art. Brig.,, Jung é, Ob. Lt. und Abth. Commdr. in der 8. Art. Brig., zum Commdr. des Ostpr. Feld-Artill. Regts. Nr. 1, v. Seel, Ob. Lt. und Abth. Commdr. in der 6. Art. Brig., zum Commdr. des Hess. Feld. Art. Regts. Nr. 11 ernannt.

B. Abschiedsbewilligungen 2c.

Den 13. Juni. Schmidt, Oberst u. Commdr. des Ostpr. Feld- Art. Regts. Nr. 1, in Genehmigung scines Abschiedsgesuch8, mit Pens und seiner bish. Unif. zur Disp. gestellt.

Militair - Aerzte.

Den 11. Juni. Dr. Hebicht, Assitenzarzt vom 1. Garde-Regt. F V4 zum Stabs- u. Bats. Arzt des 2. Bats. 1. Oberschl. Jnf. Rgts. Nr. 22, Dr. Bender, Assistenzart vom Rhein. Pion. Bat. Nr. 8, zum Stabs- U. Bats. Arzt des 2. Bats. 6. Rhein. Jnf. Regts. Nr. 68, Dr. Böhme, Assistenzarzt vom 2. Pomm. Ulanen-Regt. Nr. 9, zum Stabs- u. Bats. Arzt des Füs. Bats. des Holst. Jnf. Regts. Nr. 85, befördert. Dr. Brandau, Unterarzt vom 2. Nassauisch. Infant. Rgt. Nr. 8 Dr. Hadra, Unterarzt vom Garde-Feld-Art. Regt. und kom- mandirt zur Dienstl. bei der Marine, Dr. Gruchot, Unterarzt vom 1. Westf. Jnf. Regt. Nr. 13, Dr. Haase, Unterarzt v. 6. Westf. Jnf. Rgt. Nr. 55, Dr. Hilger8, Unterarzt vom Hohenzoll. Füs. Regt. Nr. 40, Dr. Tornwaldt, Unterarzt vom 3. Ostpreuß. Gren. Regt. Nr. 4, Dr. Zunfer, Unterarzt vom 3. Pomm. Jnf. Regmt. Nr. 14, Dr. Godi>e, Unterarzt vom 3. Garde - Gren. Regt. Königin Elisa- beth, Dr. Bachren, Unterarzt vom 3. Rhein. Jnf. Regmt. Nr. 29, Dr. Riebau, Unterarzt vom 3. Garde-Regt. z. F. Pr. Meilly, Unterarzt vom 4. Garde - Gren. Regt. Königin, Dr. Heck, Unterarzt vom 7. Brandenb. Jnf. Regt. Nr. 60, zu Assistenzärztea befördert. Nachbenannten, im Reserve - Verhältniß befindlichen Unterärzten : Dr. Broelemann vom 3. Westfäl. Landw. Regiment Nr. 16, Dr. A vom 2. Westfäl. Landw. Regt. Nr. 15, Dr. Krug vom 4. Thür. Landw. Regt. Nr. 72, Dr. Lang vom 1. Nass. Landw. Regt. Nr. 87, Dr. Hager vom 3. Magdeb. Landw. Regt. Nr. 66, Dr. Reinbach vom 3. Westfäl. Landw. Mean Nr. 16, Dr. Hannemann vom 8. Pomm. Landw. Regt. Nr. 61, Pr. Staeps vom 3. Westfäl. Landw. Regt. Nr. 16, Dr. lufre<t vom Res. Landw. Bat. Nr. 35, Dr. Gierfe, vom Res. Landw. Vat. Nr. 34, Dr. Mayer vom Res. Landw. Bat. Nr. 35, Dr. Wirth vom 3. Oberschles. Landw. Regt. Nr. 62, Dr. Ky[l vom Res. Landw. Bat. Nr. 40, Dr. Bachem vom 2. Rhein. Landw. Regt. Nr. 28, Dr. Schede vom 2. Magdeburg. Landw. Negt. Nr. 27, Dr. Ko < vom Res. Landw. Bat. Nr. 35, Dr. Berliner vom 2. Oberschles. Landw. Regt. Nr. 23, der Char. als aue verliehen. Dr. Zu>ker, Stabs- und Bats. Arzt vom Königs-Gren. Regt. (2. Westpreuß.) Nr. 7; mit Pens. nebst Aussicht auf Anstellung im Civildienst der Abschied bewilligt. Dr. Ritter, Stabsarzt vom 2. Bat. (Wehlau) 1 Ostpreuß. Landw. Negts. Nr. 1, Dr. Sarto9g)j G vom 1. Bat. (Tilsit) 1. Ostpr. Landw. Regts.

Nr. 1, Dr. Loeser, Stabsarzt vom 2. Bat. (Kottbus) 6. Brandenb. Landw. Regts. Nr. 52, Dr. Sarrazin, Stabsarzt vom 1. Bataillon L 1. Westfäl. Landw. Nr. 13, Dr. Graf, Stabsarzt vom es. Landw. Bat. Barmen Nr. 39, Dr. Rushhaupt, Stabs8Zarzt von dems. Bat, Dr. Thamhay n, Assistenzarzt vom 2. Bat. (Halle) 2. Magdeb. Landw. Regts. Nr. 27, Dr. Wüst, Assistenzarzt vom 1. Bat. (Lauban) 2. Niederschl. Landw. Negts. Nr. 47, Dr. Sachs, Assistenzarzt vom 1. Bat. Aer, 2. Westpreuß. Landw. Regts. Nr. 7, Dr. Mellingho ff, Assistenzarzt vom 1. Bat. (Essen) 8. Westfäl. Landw. Regts. Nr. 57, Dr. Otte, Assistenzart vom 2. Bat. (Jüter- bogfk) 3. Brandenb. Landw. Regts. Nr. 20, der Abschied bewilligt.

Reichstags - Angelegenheiten.

Berlin, 20. Juni. In der gestrigen Sißung des Reichs8- tages des Norddeutshen Bundes antwortete der Ministerial- Dircktor, Wirkliche Geheime Ober-Finanz-Rath Günther, auf die Frage des Abgeordneten Lasker, »wer während der Ab- wesenheit des Herrn Bundeskanzlers die Vertretung desselben Übernommen habe, oder ob der Herr Bundeskanzler selbst auch in seiner Abwesenheit die Geschäfte leite« :

Ich kann eine bestimmte Auskunft über die Frage nicht

geben, weil i< auf dieselbe nicht vorbereitet bin. Die Ange legenheit ist. meines Wissens in der Weise geordnet, daß den Vorsiß im Bundesrathe stellvertretend der Herr Staatsminister Freiherr von Friesen führt und die Geschäste des Bundes8kanz- leramts im Auftrage des Herrn Bundeskanzlers durch den Herrn Präsidenten - des Bundeskanzleramts wahrgenommen werden. Wie weit der Herr Präsident des Bundeskanzleramts in einzelnen Fällen genöthigt is, Instruction von dem Herrn Bundeskanzler cinzuholen, vermag ih nicht anzugeben.

Nachdem der Königlich sächsische Staats-Minister, Freiherr von Friesen, den am 20. d. M. Nachmittags 3 Uhr bevor- stehenden Schluß des Reichstages dur< Seine Majestät den König vorläufig angezeigt hatte, ergriff der Präsident des Bun- deskanzler-Amtes Delbrü das Wort:

__ Meine Herren, wie ih bereits gestern vorläufig in Aus- ficht stellen konnte, ist der Bundesrath heute zusammengetreten, um zu berathen über das aus der Initiative des Reichstages hervorgegangene, vom Reichstage angenommene Gejeß über die Erwerbs- und Wirthschafts-Genossenschaften. Er hat seinen Berathungen zum Grunde gelegt den Bericht, welchen die hier versammelte Kommission zur Ausarbeitun einer gemeinsamen Civilprozeß-Ordnung über diesen Entwur erstattet hat. Bei der Kürze der Zeit, die nur no< zu Gebote steht, muß ih um die Erlaubniß bitten, hier zunächst mündlich die vom Bundesrath gefaßten Beschlüsse mitzutheilen. Diese Beschlüsse gehen dahin , daß der Bundesrath kein Bedenken trägt, dem Geseß-Entwurf mit den von der Kommission für die Civil- prozeß-Ordnung vorgeschlagenen Amendements seine ZQustim- mung zu ertheilen. Jch werde die Ehre haben , den Bericht, welchen die Kommission erstattet hat und welchem diese Amende- ments beigedruct sind, dem Herrn Präsidenten zu überreichen. Ich bemerke dazu nur Folgendes: Die Kommission hat in Bezug auf zwei Paragraphen des von Ihnen beschlossenen Ge- seßes einen principalen und einen eventuellen Vorschlag gemacht, nämlich in Bezug auf $. 9 des Geseßes und zweitens in Be- zichung auf den $. 60 des Geseßes, wie er zuleßt aus der Be- rathung des Reichstages hervorgegangen war. Was die Vor- schläge zu $.. 9 betrifft, so hat sich der Bundesrath den prin- zipalen Vorschlag der Kommission angeeignet. Was den Y. 60 anlangt, so hat si< der Bundesrath dem eventuellen Vorschlage der Prozeßordnungs8-Kommission angeschlossen. |

_Ich habe die Ehre, hiermit dem Herrn Präsidenten den er- wähnten Bericht der Kommission, welchem die Amendements heigefügt sind, zu Überreichen.

Auf die Anfrage des Abgeordneten Grafen Lehndorf, »ob cine Vorlage betreffend die gemeinsame Regelung des Hypotheken- und Bankwesens von Seiten des Bundesrathes in absehbarer Zeit, also vielleicht in der nächsten Session zu erwarten stehe,« antwortete der Präsident des Bunderkanzler-Amtes Delbrü:

In Folge der von dem Reichstage in seiner lehten Session gegebenen Anregung hat der Bundesrath, wie der Herr Vor- redner richtig bemerkt hat, beschlossen, eine eingehende Enquête über das Hypothekenbankwesen anzustellen. Sie wurde zunächst dadur eingeleitet, daß sämmtliche Bunde8-Regierungen ersucht wurden, Über die bezüglichen bei ihnen bestehenden Vorschriften oder vorhandenen Institute und deren Wirksamkeit Mitthei- lung zu machen. Nachdem diese Mittheilungen erfolgt sind, ist der Ausschuß des Bundesraths zur Vernehmung von Sachverständigen geschritten , welche von den einzelnen Bundesregierungen für diesen Zwe> bezeichnet worden waren, Diese Enquéête wird , wie ih voraussege , im Laufe dieses Mo- nats geschlossen sein ; die Protokolle, die über die Berhand- lungen stenographis< aufgenommen sind, werden gedru>t und werden, sobald die Enquête vollendet ist, den Herren Abgeord- neten zum Reichstage mitgetheilt werden. Dieses so gesan- melte Material wird zur Grundlage dicnen für die Berathung der etwa zu treffenden allgemeinen legislativen Maßregeln, und ich glaube versichern zu können, daß das Ergebniß dieser Berathungen in der nächsten Session des Reichstags vorgelegt werden wird.

Hinsichtlih des von den Abgg. Genast, Fries und Genossen gestellten Antrags , betrefsend einige geseßlich einzuführende if Rk für die UntersuhungS8haft und Gerichtszuständigkei! in Strafsachen, gab der Gro erog sächsische Wirkliche Ge- heime Rath und Staatsminister, Dr. von Waßdorf, nat stehende Auskunft :

“Ich gebe den Herren Antragstellern anheim, ihren Antrag big 0 ge 0s Die Anwendung, die der Art. 3 durch BegrUn- ung des Jndigenats gefunden hat, ist in verschiedenen Rih- tungen nicht ohne Anschtung geblieben und auch in dem Ge- biete der Justiz ist mir wenigstens cine sehr verschiedene Auf- fassung auf Seiten der Justizbehörden begegnet. Aus diesem Grunde beabsichtige ih im Bundesrathe selbst die Regelung und Erledigung der Konsequenzen des Art. 3 in Bezug auf die Austiz- verwaltung zu beantragen. Ob diese Erwägung zu den Resultaten

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führen wird, welche die Herren Antragsteller dem hohen Hause zur Annahme empfohlen haben, kann ih natürlicherweise nicht sagen ; ih glaube aber , die Herren Antragsteller werden zugeben, daß fie ein Gegenstand sehr sorgfältiger Prüfung sein muß, bevor darüber cine bestimmte Meinung geäußert wird. Die Frage, inwieweit man im Geseßgebung8wege oder im Verwaltungs- wege helfen kann, ist ebenfalls Gegenstand der Erwägung, und da das hohe Haus jeßt am Ende seiner Verhandlungen steht, so sollte ih glauben , es wäre, zumal ja ohne Mitwirkung des Bundesraths in der Sache nichts geschehen kann, dem Bedürf- niß genügend entsprochen , wenn durch den Antrag, den ich die Ehre haben werde im Bundesrathe zu stellen, die Frage einer gründlichen Erwägung zugeführt und eine weitere Mittheilung an den Reichstag für die spätere Session unter Umständen vorbehalten wird,

e

Statistische Nachrichten.

Die Vermehrung der Bevölkerung des vormaligen Königreichs Hannover seit 1852 ist in der folgenden Tabelle berechnet : Bevölkerun “Zunahme Durchschnittliche Zunahme

9. in3 Jahren. in cinem Jahre.

Einwo. Einwo. pCt. Einw. pCt.

1,819,253

1,820,480 1,127 409

1,844,651 24,171 8,057 1,888,762 44,111 7 1864 1,924,172 35/410 1/87 0/632 1867 1,940,106 } 15/934 0,83 l 0,28

Die Bevölkerungszunahme der hannoverschen Lande ist eine ver- hältnißmäßig langsame gewesen, sic bleibt z. B. hinter der der alt- preußischen A ebviiieas erheblich zurü>. Jm Jahre 1816 belief si die Bevölkerung Hannovers auf 1,305,351 Eimv.; sie hat sih also in cinem Zeitraum von 51 Jahren um 513,902 Einw. oder 39,37 pCt., im Durchschnitt jährli<h um 10,077 Einw. oder 0,78 pCt. vermchrt, während die Zunahme in den älteren Provinzen Preußens in diescr Zeit 90,56 pCt. oder im Durchschnitt 1,77 pCt. jährlich betragen hat. Ïn Altpreußen haben si< seit 1816 1000 Einw. auf 1899, in Han- nover nur auf 1486 vcimehrt. Die leßte Zählung von 1867 hat im Vergleich mit den zunächst voraufgehenden ein ungünstiges Resultat Aarebeis da nach dersclben die durhschuittlihe jährliche Zunahme der Einwohnerzahl nur 0,28 pCt. betragen hat, mithin erheblich hinter dem für 1816 bis 1867 berechneten jährlichen Durchschnitts\aß von 0,78 pCt. zurückgeblieben ist. ;

Auswanderer - Beförderung aus Hamburg. Im vorigen Monat wurden direkt von Hamburg befördert: 6 _Dampf- schiffe mit 4189 Passagieren und 15 Segelschiffe mit 3586 Passagieren, zusammen 7775 Personen. Davon gingen 10 Schiffe mit 5719 P. na< Newyorkf, 6 Schiffe mit 828 P. nach Brasilien, 4 Schiffe mit 1114 P. nah Australien. Von Hamburg über England wurden 1882 Personen durch die indirekt verschiffenden Expedienten nach Newyork befördert.

Oas 1. Hest des 9. Bandes des Oldenburger Verivaltungs- magazins theilt die Resultate der Volkszählung im Großherzogthum Oldenburg vom 3. Dezember 1867 mit. Danach berechnet sich die ortsanwesende Bevölkerung für das Herzogthum auf 247,321, für Lübe> auf 34,348 (darunter für die neuen Gebietstheile auf 12,546), für Birkenfeld auf 35,561, für das ganze Großherzogthum also auf 317,230 Personen, und hat die Zollabre<hnungs-Bevölkerung dur- \{nittli< jährli in Prozenten der mittleren Bevölkerung pro 1864/67 im Großherzogthum um 0,32 pCt., im Herzogthum um 0,39 pCt. und in Birkenfeld um 0,34 pCt. zugenommen , in Lübeck (ohne die neuen Gebietstheile, aber vermuthlih wegen der Beendigung der Eisenbahnarbeiten und des Abzugs der im Jahre 1864 dabei beschâf- tigt gewejenen Arbeiter) um 0) pCt. abgenommen. Die Zunahme liegt wesentlih in der Vergrößerung der Städte, indem sich ergeben im Herzogthum Oldenburg für die Städte 0,65 pCt. Zuwachs, auf dem Lande 0,33 pCt. Zuwachs, alten Fürstenthum Lübe für die Städte 0,36 pCt. Zuwachs, auf dem Lande 0,76 pCt. Ausfall, Für- stenthum Birkenfeld für dic Städte 1,42 pCt. Zuwachs, auf dem Lande 0,05 pCt. Ausfall, Großherzogthum (altes Gebiet) für die Städte 0,74 pCt. Zuwachs, auf dem Lande 0/21 pCt. Zuwachs.

Baxter hat in dem »Journal of the Statistical Society of London« die Bedeutung der Eisenbahnen if ihren Wegttgungen zum wirthschaftlichen Fortschritt der Nationen durch Zah! en nacdh- gewiesen. Danach hatte Frankreich im Jahre 1840 8264 engl. Meilen Eisenbahnen, \chifbare Flüsse und Kanäle, mit einem Werth der Ein- und Ausfuhr von 82,520,000 Pfd. Sterl. und von 9985 Pfd. Sterl. auf 1 engl. Meile, im Jahre 1865 aber 15,830 engl. M. Eisen- bahnen u. \. w., mit einem Werth der Ein- und Ausfuhr von 293,144,000 Pfd. St. und von 18,518 Pfd. St. auf 1 engl. Meile. Großbritannien und Irland haiten 1840 5200 engl. Meilen an Eisen- bahnen u. #\. w., mit einem Werth der Ein- und Aussuhr von 119,000,000 Pfd. St. und von 92,884 Pfd. St. auf 1 engl. Meilc, im Jahre 1868 dagegen 17,289 engl. Meilen u. \. w. mit cinem Werth der Ein- und Ausfuhr von 490,000,000 Pfd. St. und von 28,341 Pfd. St. auf 1 engl. Meile. Belgien besaß 1839 1055 engl. Meilen Eisenbahnen und Kanäle mit einem Werth der Ein- und Ausfuhr von 15,680,000 Pfd. St. und von 14,862 Pfd. St. auf 1 engl. Meile, im Jahre 1864 aber 2220 engl. Meilen an Eisenbahnen , mit einem Werth der Ein- und Ausfuhr von 97,280,000 Pfd. St. und von 42,919 Pfd. St. auf

1852 1855 1858 1861

0,02 0/44 0,80

0/07 1/33 2/39

dex nach Ostende und Antwerpen abgelenfkt wurde.

Eisenbahnen gab, war Belgien vom europäischen Kontinent durch die Kosispieligkeit der Landfraht und den Mangel der Kommunication zu Wasser ausgeschlossen. Es besaß keine Kolonien und nur wenig Schifffahrt. Die Eisenbahnen gaben ihm direkten und raschen Zugang zu Deutschland, Oesterreich und Frankreich, und machten Ostende und Antwerpen zu großen Häfen des Kontinents. Eins seiner Haupt- produkte sind Wollenstoffe, es importirt 21,000 Tonnen Wolle im Werthe von 2,250,000 Pfd. Sterling aus Sachsen, Preußen, Schlesien, Posen, Böhmen, Ungarn, Mähren und dem südlichen Rußland und exportirt einen großen Theil davon im verarbeiteten Zustand. Es ent- wi>elte si<_ras< zur Hauptwerkstätte des Kontinents und jeder Zu- wachs an Eisenbahnen in Europa muß die Kommunication Belgiens und scinen Handel fördern. Die Niederlande besaßen große Vortheile in der Vorzüglichkeit ihrer Kanäle, in ihrer bedeutenden Schifffahrt, in der Verbindung mit dem Herzen Deutschlands durch den Rhein und in dem Transit der deutschen Waaren, die nah Amsterdam und Rotterdam auf holländische Schiffe gebracht wurden. Die Niederländer verließen sih auf diese Vortheile und vernachlässigten die Eisenbahn - Anlage. Die Folge war, daß sie um 1850 ras den deutschen Handel verloren, / Die holländische Bahn nach dem Rhein wurde gebaut, um dicsen Verlust zu ersehen, und 1853 zum Theil, ganz aber erst 1856 eröffnet. Es gelang, cinen Theil des früheren Handelsverkehrs wieder an sich zu ziehen; das Ge- sammt-Resultat aber war folgendes: Jm Jahre 1839 hatte die Aus- und Einfuhr Hollands cinen Werth von 285 Mill. Pfd. Sterl. und war fast doppelt so groß, als die in Belgien. 1862 dagegen betrug sie in Holland 59, in Belgien aber 78 Mill. Pfd. Sterl. Holland hatte also in diesem Zeitraum scinen Handel verdoppelt, Belgien da- gegen den seinigen verfünffacht.

Die Bilanz der Kaiserlich russishen Reich8bank in St. Peter s- burg stellte sich am 1. Juni 1868 in Activis und in Passivis auf 1,233,019,417 Rbl. 22 K. Was die Aftiva anlangt, #\o bestand das Konto des Wechsclfonds und der Kreditbillete: in Baarvorrath an Gold 97,549,291 R, an Silber 4,863,439 R. , an Staatspapieren 24,000,000 R. und an unverzinster Schuld des Reichs\chaßes für Kredit- billete rund 568,467,029 R. Die Kasse enthielt Gold und Silber in Müinze und Barrcn 18,140,447 R., 4proz. Kreditbillete u. \. w. 23,543,420 R. rund. Das Konto der Handelsoperationen, bestehend in disfontirten Wechseln; Darlehen auf Waaren, Staatspapieren U. \. w./ protestirten Effekten und Obligationen, öffentlichen Wertbpapieren der Bank, Einlagen von Gold und Silber zur Aufbewahrung (1,760,081 R.), Steuerprozenten zur Unterstüßung abgebrannter Kaufleute, Aus- gaben für die Verwaltung der Bank (624,810 R ) Kapitalien der Bankfiliale e Rethan R.) u. a. belief sich rund auf 77,614,426 R. Die Ausgaben für Rechnung des Reich8schaßes betrugen 11,896,903 R. rund. Die Liquidation der früheren Kreditanstalten betreffend, betrug in runder Summe die Schuld des Neichsschaßes für Anleihen bei den Kreditanstalten 14,111,137 R. Die Darlchen auf Hypothek an Pri- vatleute 225,198,978 R., die Schuld des Reichsschabes für die NAus- faufsopecration 198,437,734 R, die Werthpapiere, die als Zahlung für die hypothek. Schuld eingegangen waren, 10,195,465 R. , das Conto öffentlicher Wohlthätigkeits- und anderer Kreditanstalten 4,001,138 R. rund. Was die Passiva betrifft, so waren Kredit- Billete von 691,879,760 R. im Umlauf. An die Kassen der Bank- filiale waren 26. Mill. R. Vorschüsse gemacht. Das Conto der Han- dels8operationen belief \si< auf {96,252,265 R. rund. Die laufende Rechnung des Reichs\hapßes und anderer Behörden stellte si< auf 35,799,533 R, der Betrag unbezahlter Prämien, amortisirter Billete ist auf 5,342,213 R. Die Liquidation der früheren Kreditanstalten beziffert sich auf 377,945,839 R. rund.

Landwirth#\chaft.

Berlin, 20. Juni. Die Zufuhren zu dem gestern begonnenen Wollmarkt sind sehr bedeutend; die Wäsche ist im Allgemeinen nur mittelmäßig und die Kauflust war gestern troß cines Preis8abschlages von 8—10 Thlr. sehr gering.

Stralsund, 15. Juni. Auf den am 9. und 10. d. Mts. hier abgehaltenen Wollmarkt sind 7930 Ctr. 32 Pfd. Wolle gebracht und größtentheils auch verkauft worden. Das größte Quantum is zu 56 Thlr. bis 60 Thlr. pro Centner verkauft. Der höchste Preis bei bester Wäsche war 61 Thlr. bis 62 Thlr. Der niedrigste Preis bei \{le<ter Wäsche 56 Thlr. bis 53 Thlr. i f

Das Schurgewicht is} in einzelnen Fällen geringer, aber in manchcn sogar noch etwas besser als im vorigen Jahre ausgefallen, wo es als gut bezeichnet worden. i L

Die »Erf. Qtg.« \hreibt: Das obrigfcitlih angeordnete Sam- meln und Tödten der Maikäfer gegen eine Prämie hat im Land- kreis Erfurt bis zum 29. Mai das Resultat gehabt, daß ca. 1355 Etr. und, auf Erfurter Gemäß reducirt, 1784 Malter bezahlt sind, welche die Summe von ca. 53 Millionen Maifkäfer ergeben. Die Mae der im Erfurter Weichbild gesammelten Käfer jind wir nicht in der Lage, anzugeben, da es namentli viele Oekonomen vorgezogen haben, auf die ausgeseßte Prämie zu verzichten und die Quantität Käfer, welche sie nah ihrer Ac>er- und Baumzahl sammeln mußten, sofort als Dünger zu verwenden. Durch die in den Glacis militärischer- seits ausgeführten Sammlungen sind ebenfalls eine sebr bedeutende Masse Käfer vernichtet worden, so daß wir für das Erfurter Gebiet mit ca. 12,550 Morgen das Sammel-Resultat auf mindens 20 Er- furter Malter veranschlagen können, welche über 5 Millionen Stü

geben; wenn wir daher die Gesammtzahl der im Kreise Erfurt ver- nichteten Maikäfer auf mindestens C0 Millionen veranschlagen, #0 können wir dicse enorme Menge doch immer noch als hinter der wirk- lichen Zahl zurübleibend bezeichnen. 0 Bei der vom Magistrate zu Mühlhausen veranstalteten Einlösung von Maikäfern waren bis zum 29. Mai 308 Centner eingeliefert

1 engl. Meile. Dieses Anwachsen des belgischen Handels muß, nach "ehe es e

seinem System der Eiscnbahnbauten zugeschrieben werden. E

worden. Da laut der vorgenommenen Zählung 540 Stück zu 1 Pîd.