1868 / 146 p. 8 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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An die Freunde unsres Catharinenthurms.

Seinc Glo>enstimmen sind nun verstummt, seine hochragende Spiße is niedergebrochen, seine ganze Macht und Pracht zu Asche ge- worden. Als eine Nuine steht er da inmitten des bewegten Lebens unscrer Stadt. Sein Stundenschlag ruft nicht mehr dem fleißigen Kinde; seine Betglo>e mahnt nicht mehr in der Menschen Tagewerk hinein: bete und arbeite. Und zum Hause Gottes und zu seinen Gottesdiensten sollen wir kommen, ohne daß die Glocken wie von Oben ber uns laden und rufen; unsere Todten sollen in unheimlicher Stille ohne Glo>enklang ihre leßte Straße ziehen: deun die seit viel hundert Jahren zur Trauer und zum Troste mahnten, sind nun selber in ihr Flammengrab gesunken.

Ist es nicht so, daß die Thürme gleichsam die Weiser sind zum Himmel, die Finger Gottes in der Christenheit, die na< oben zeigen ?

Deren is nun einer weniger geworden in unserer Stadt, und es war der besten einer. Weithin wurde er geschen im Lande , als ein Wahrzeichen unserer Stadt, und die aus der, Ferne Heimkechrenden grüßten ihn im Voraus als befannt und befreundet. Als die in Flammen zusammenbrechende Spiße nicderstürzte, da sind viele Augen von Thränen erfüllt worden.

So is es vor wenig Tagen geschehen, und von frishem Schmerze darüber sind unser aller Herzen bewegt. Es mehrt den Schmerz, wenn man annchmen müßte, daß dies Schreliche nicht ohne mensch- lihe Fahrlässigkeit eingetreten is, und wenn wir schen, daß es ein anderes s{weres Unheil nach \si< gezogen hat. Denn an den Flam- men unseres Thurmes ist die Lehranstalt entzündet und zu Asche ge- worden, deren 26 Schüler fast ihre ganze irdische Habe gegenwärtig durch das Feuer verloren haben. : :

Und dennoch ziemt es dem Christen, mit aller Klage und Anklage vor dem Worte stille zu stechen: Jst auch cin Unglück in der Stadt, das der Herr nicht thue? Gott redet ja, wie mit den Donnern des Himmels, so auch mit Fluth und Gluth zu Seinem Volke auf Erden. Jhm haben wir zu danken , daß Er der Menschenleben gnädig \chonte und die Häuser so vieler tausend Menschen bewahrte, als Er dem Gotteshause seine Zierde nahm. Gott ill, daß wir über der Trauer und Klage niht Dank und Opfer vergessen.

Der unterzeichnete Kirchenvorstand , für den aus der {weren

Heimsuchung die nächste Aufgabe erwächst , hat beschlossen und schon die ersten Schritte gethan, um den schweren Schaden zu bessern. Es liegt ihm herzlih an, die Spiße unseres Catharinenthurmes in alter Pracht wiederherzustellen, ja, wo möglich dem Himmel noch näher zu bringen und damit der Ehre Gottes unter uns ein neues Denkmal u stiften. / / h iu bedarf er theilnehmender Herzen und helfender Hände. Wir sind aber dessen überzeugt, gleihwie in St. Catharinen-Gemeinde fein Haus sein wird, in welchem nicht Gaben oder Gebete für unsere Kirche zu finden wären, daß \o auch die Bürgerschaft unserer ganzen Stadt und wo Osnabrücker in der Ferne wohnen, alle zur Wieder- herstellung unseres Catharinenthurmes mit seinen Glocken und seiner Uhr kräftig helfen werden. i / 6

Wir lassen daher dieses Blatt zwar in großer Eile, aber doch voll guten Vertrauens in alle Häuser ausgehen mit der herzlichen Bitte, an irgend einen der Unterzeichneten milde Gaben für den Catharinen- thurm gelangen zu lassen. Demnächst werden wir uns erlauben, dur einige aus unserer Mitte persönlih in den Häusern anklopfen u lassen. | / Gottes Lohn für jede Gabe! i Osnabrück, am Tage nach dem Brande des Catharinenthurmes, den 9. Juni 1868. ,

; Der Kirchenvorstand zu St. Catharinen.

Dr. Georg Gruner, Vorsißender. E ishoff. Kranold. Stru>mann, Reine>e. Rohlfing sen. Gosling. Chr. Heilmann. Ph. Finkenstädt. C. G. Gösling sen. Hagen. Fr. Meyer. Col. Gösmann in

Hasbergen. Col. Gesmold in Hörne. Es wird erg. ersucht, die Gaben an die Redaction der Osna-

| brüctischer Anzeigen Osnabrück (Rudolph Meyer) zu senden.

A) j 9.

Gewerbe und Handel.

| Industrie und Handel der Kreise Hirschberg und Schönau j lm Jahre 1867. Nach dem von der Handelskammer zu Hirschberg | erstatteten Jahresbericht für 1867 lagen die Geschäfte in allen Webe- | floffen und denjenigen Waaren, die nicht zu den Verbrauchsgegen- | standen zu rechnen sind, während dcs verflossenen Jahres darnieder. | Der Leinwandhandel hatte fein befriedigendes Resultat. Der Absay von s{lesischen Leinen nah Schleswig und Holstein war gering, nach Amerika sto>te er gänzli. Nur die Halbleinen fanden wegen ihrer Billigkeit in den leßten Monaten des vorigen Jahres einen guten Ab- | saß. Das Geschäft in baumwollenen Waaren ließ sih im Februar gut an,

ging aber später rü>wärts und reduzirte si gegen Ende des Jahres bei- nahe auf Null. Dagegen war der Vertricb in Shawls, Plüsch, Chenille- Und Seidenwaaren lohnend. Die Ausfuhr dieser Artikel nach Oester- | lei insbesondere erweiterte sich beträchtlih. Die Chenille - Shawls wurden ausshließli< für England gearbeitet, während die Plüsche so- wobl im Jnlande als in England, Frankrei< und Oesterreich Absaß anden. Ès wurden fabrizirt ca. 4000 Stück ‘/, und */, breite Plüsche aus Kameelgarn und ca. 3000 Chenille-Shawls, wozu ca. 35/000 Pfd. Baumwollengarn und ca. 40,000 Pfd. Kameelgarn verwandt wurden. Auch das Geschäft in türkischen Teppichen nahm einen erfreulichen | Aufshwung. Gefertigt wurden 642 Stü> Teppiche, wozu an Mate- | alien 520 Ctr. türfkfishe und russis<ce Wollen, 16 Ctr. leinene Garne und 75 Ctr. Jute-Garne verbraucht wurden. Die Teppiche wur-

den größtentheils im Zollverein und in England, ein geringer Theil in Frankrei, Oesterreich und Belgien abgeseßt. Das Geschäft in den Deenstoffen aus Jute hat sih im verflossenen Jahre gleichfalls ge- hoben. Ès wurden gefertigt 1733 Stü Dekenstoffe, und dazu an Materialien verbraucht 1002 Ctr. Jute-Garn, 8 Ctr. Manilla-Garn, 97 Ctr. Mattinx-Garn, 30 Ctr. Kokos-Garn und 115 Ctr. Haargarne. Der Absas dieser Deckenstoffe beschränkte \si< fas nur auf den Zoll- verein. Von Tuchen, Satins, Tricots und Croisces wurden 2311 Stück gefertigt und dazu 1015 Ballen Schafwolle verbraucht; doch blicb der Absaß dieser Fabrikate im Inlande, so wie die Versendun- gen nah dem Auslande sehr {<wa<h. Die Fabrication Brüsseler und Valencienner Spißen nahm um wenigstens des bisherigen Umfanges zu und gewann cin größeres Absaßgebiet. Die Vorzüglich- keit der dortigen Kammgarn - Gespinnste fand allseitige Anerkennung und konnte troß der starken englischen Konkurrenz mit voller Kraft gearbeitet werden. Die Papier - Fabrication erfreute sich im ver- flossenen Jahre eines regen Absaßes. Der Vertricb von Stroh- papier war gering, dagegen wurde der Absaß der Fabrikate von Holz- faserstoff, wenngleich zu gedrückten Preisen, etwas lebhafter; das in den dortigen 3 Fabriken produzirte Quantum von circa 12,000 Ctr. wurde meist in den Kreisen der Handelskammer abgeseßt. Jn den Gräflich Schaffgotschen Glasfabriken hat in der zweiten Hälfte des leßten Jahres die frühere Lebendigkeit wieder Plaß gegriffen. Die Fabrication von Eisen - und Blech - Waaren zeigte au< im verflossenen Jahre fein zufriedenstellendes Resultat, weil Absaz und Preise durch die sich ausbreitende Konkurrenz des billigen gewalzten Eisens wesentlich beecin- trächtigt wurden, weshalb das Geschäft in geshmiedetem Stabeisen und Schaaren keine Besserung gegen 1866 erfahren hat. Die Obst- wein-Fabrication wurde im verslossenen Jahre ziemli< {wun haft betrieben; do< war der Absaß bedeutend geringer als in früheren Jahren, und auch das Apfelwein-Geschäft hatte unter der allgemeinen Geschäftsstille zu leiden. Von sämmtlichen 5 Fabriken wurden ca. 15/000 Scheffel Aepfel gekauft und ca. 2000 Oxhoft Cyder gefertigt. Die Fruchtsaft-Fabrication war im verflossenen Jahre, was nament- lih Himbeer- und Heidelbeersaft betrifft , sehr lebhaft und auch lol- nend, beide Artikel erfreuten \i< eines raschen Absaßes.

Der Jahresbericht der Rostocker Bank für 1867 ergiebt für das verflossene Jahr cinen Gesammtumsaß der Bank von 41 917,906 Thaler, oder 1,744/281 Thlr. mehr, als im Jahre zuvor. Der nie- drige auswärtige Diskont in London, Hamburg, Berlin u. \. w. beein- trächtigte die Erfolge der Rosto>ker Bank in nicht geringem Maße, so daß für 1867/68, ungeachtet keiner Dotirung des Reservefonds, nur eine Divi- dende von 25 pCt. zur Vertheilung kam. Der Hauptfaktor , das Hypothek- und Effekten - Lombard - Geschäft, hat zwar, bei um ca. 110,000 Thlr. vergrößertem Umsaße im gegenwärtigen Re<hnungsjahre, einen bedeutend geringeren Sas gegen das Vorjahr geliefert —; ver- ecinnahmt wurden an zinsen auf diesem Conto pro 1866/7 134,562 Thlr. 46 Sch. ann pro 1867/8110,330 Thlr.6 S<., also weniger 24,232 Thlr. 41 Sch, indessen hat si< der Bestand pro ult. Februar 1868 um 192 Posten im Betrage von 183,725 Thlr. 24 Sill. gegen 1897 vermehrt. Auf dem Waaren - Lombard erzab sih_ ein um circa 115,000 Thlr. größerer Bestand gegen ult. Februar 1867, dagegen ein Minderertrag von 558 Thlr. 16 Schill. -— Der Umsaß im Disconto-Wechselgeschäjt belief si< für gegenwärtiges Rechnungsjahr auf 4,102,538 Thlr. 15 Sill. , dagegen pro 1866 67 3/906/,520 Thlr. 19 Schill, also um 596/017 Thlr. 44 Sill. mehr, und hat der Bestand gegen ultimo Februar 1867 \si< um 157 Wechsel im Betrage von 108,569 Thlr. 33 Sill. vergrößert , dagegen hat \i< der Betrag in Folge niedrigen Disfonts um 520 Thlr. 22 Sill. gcringer ergeben. Obgleich auch für das Ausw. Wechsel-Conto ein bedeutend größerer Umsaß und zwar in 1490 Wechseln im Betrage von 2,187,474 Thalern 7 Sill. gegen 956 Wechseln in 1866/67 von 1,703,504 Thlrn. 13 Schill, also 483,969 Thlrn. 42 Schill. mehr zu verzeichnen is, so hat denno der Ertrag dieses Contos sich nicht mit dem größeren Umsaße analog gehalten und gegen 1866/67 ebenfalls einen Minderertrag von 2417 Thlrn. 38 Schill. geliefert, der aber wieder aus dem nicedri- gen auswärtigen Diskont zu erklären ist. Das Conto-Corrent-Conto ist no< mehr beschränkt worden ; jedoch ist die Provision für diesen Ge- \{<àäft8zweig derartig vermindert , daß für den eröffneten Kredit 1 pCt. und für die über diesen Kredit hinaus gemachten Entnehmungen 2 pCt. bei Ertheilung des Conto-Corrents zu entrichten ist. Der Umsaß des gegenwärtigen Re<nungsjahres belief s< auf 6,922,900 Thlr. 43 Sch, dagegen pro 1866/67 8,202,574 Thlr. 20S<<., demnach um 1,279,673 Thlr. 29S. geringer, uud ebenfalls der Ertrag um 13,216 Thlr. 24 S. weniger. Der Bestand an Darlehnsgeldern stellt si< am Schlusse dieses Rec- nungsjahres um 248,209 Thlr. 32 S<. höher gegen ult. Februar 1867. Dem auswärtigen niedrigen Discont folgend, bewilligte die Bank für neue Darlehnsgelder nur ZL pCt. auf 6 Monate Kündigung, wäh- rend die älteren auf dem bisherigen Kinsfuße blieben. Der Umsas auf diesem Conto hat si< nur um 73,487 Thlr. 32 Sch. vermehrt. Der Gesammtums\aß beträgt in diesem Jahre 41,917,906 Thlr. 43 S. gegen 1866/67 40,173,625 Thlr. 17 Sch; also 1,744,281 Thlr. 26 Sch. mehr , dagegen stellten \si< die Prolongationen auf 7,296,540 Tblr. 20 Sh gegen 1866/67 7,733,197 Thlr. , also 436/656 Thlr. 28 Sm.

weniger. Verkehrs - Anstalten.

Aus dem Elsenzthal, 15. Juni. (Hdlb. Z.) Der Bahnbau naht nun raschen Ganges seinem Ziel und wird namentli< jeßt an Vollendung der Stationsgebäude leßte Hand angelegt. Sicherm Ver- nchmen nach sollen am 19. d. Mts. die Probefahrten stattfinden und die Uebergabe der Bahn für den Verkehr, wie bereits durch die Fahr- pläne bekannt, am 25. d. geschehen. :

Die 1,8 Meilen lange Stre>e der Borsdorf-Meißner Bahn von Leisnig nah Döbeln, welche am 2. d. M. für den Per- sonen - Verkehr in Betrieb geseßt wurde, ist am 15. d. M. auch für den Güterverkehr eröffnet worden.