1889 / 202 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Stammaktien, 79 381 650 (4 Prioritäts-Stammaktien und 28 618 6 Prioritäts-Obligationen), und die Länge

en eden, für we ies Kapital bestimmt ist, 3831 54 km, sodaß auf je 1 km 154903 M entfallen.

Eröffnet wurden am 1. Juli d. J. die Stre>en Grünstädtel—.

Oberrittersgrün 9,36 km und Grünstäß*1—S<{hwarzenber 2,66 km, am 15. Juli Stollberg—Zwöniß 16,59 km (Königlich sächsishe Staatseijenbahnen).

Berihtigung. Jn der am 22. August veröffent- lihten Zusammenstellung der „Zu>ermengen“ (Nr. 199 des „Reichs-Anzeigers“, Erste Beilage) ist die unter Baden angeführte Zahl E irrthümlih in dic“ erste Spalte ge- räthen, während fie în die zweite gehört. E 22

L

Laut einer Verfügung des Minister&r des Jnnern if in einem Ca im Hinbli> auf die (äsdrüd>lihe Vor- schrift unter Nr. 12 des Sparkassen-Reglements vom 12. De- zember 1838 das Verlangen der Aufsichtsbehörde, die Gesammt- einlage eines Sparers auf ein bestimmtes Maximum zu beschränken, oder der Sparkasse die Verpfl¿htung aufzu- erlegen, für die über eine gewisse Summe hþ) ausgehenden Einlagen ein pupillarishe Sicherheit gewäht9,-des Papier für Rechnung des Interessenten anzukaufen, als'5 -re<htigt an- Juerkennezs es ist demgemäß au im Allgemeßien bei den

reissparkassen,” insbesondere in der Rheinprovinz, an der Aufnahme einer diesbezüglihen Bestimmung in die Statuten neuerdings festgehalten worden.

Der General der Jnfanterie von Rauch, Chef der Landgendarmerie, ist von Urlaub hierher zurü>gekehrt.

Der General der Kavallerie Graf von Wa-, see, General-Adjutant Sr. Majestät des Kaisers und Köt: > und Chef des Generalstabes der Armee, ist hierher zurü>gekehrt.

Der General-Lieutenant von Sobbe, Commandeur der 1. Garde-Jnfanterie-Division, hat si< zur Besichtigung der 1. und 2. Garde-Jnfanterie-Brigade in das Manöver-Gelände bei Kalau und Beeskow begeben.

Der General-Lieutenant Freiherr von Troschke, Remonte-Jnspecteur, hat eine Dienstreise angetreten, desgleichen der General-Lieutenant Sallbah, Präses der Artillerie- Prüfungs-Kommission, dec General-Lieutenant von Roer- dansz, General-Jnspecteur der Fuß - Artillerie, und der General - Lieutenant von Teihman und Logischen, Inspecteur der 1. Fuß-Artillerie-Znspektion.

__— Als Aerzte haben si< niedergelassen: Koslowski in Weißwasser, Dr. Kamm in Görlig, Dr. Dunkel in Runkel, Dr. Zilden in de, Dr. Creuß in Eupen. Die Zahnärzte: Laese>e in Gardelegen, Liehr in Liegnig.

S. M. Schiffsjungen-Schulschiff „Nix e“, Kommandant Kapitän zur See Büchs el, ist am 23. August in Gothenburg eingetroffen und beabsihtigt, am 9. September cr. von dort wieder in See zu gehen. S. M. Kreuzer „Möwe“, Kom- mandant Korvetten-Kapitän Riedel, ist am 24. August in Aden eingetroffen und beabsichtigt, am 31. August die Heimreise fortzuseßen.

Vaden. Feudenheim, 24. August. (Karlsr. Ztg.) Se. Königliche Hoheit der Großherzog is heute früh 78/4 Uhr in Mannheim angelangt, empfangen vom Landes- kommissär, Ministerial-Rath Fre<h, Amtmann Genzken, Ober- Bürgermeister Moll, Bürgermeister Klog und den militärischen Vertretern. Höchstderselbe fuhr na< kurzer Rast im Groß- herzoglichen Schlosse ju Wagen nas euen fzur Einweihung der hiesigen Johanniskirh-. Feudenheim ist reih und glänzend geshmüdt. Se. Königliche Hoheit der Großherzog wurde von der Bevölkerung jubelnd em- pfangen. An der Spitze der Geistlihkeit stand Prälat D. Doll. Nalhdem der Großherzog dem Vorgottesdienst in der katholischen Kirche beigewohnt hatte, fand die Einweihung der neuen Kirche statt. Die Weiherede hielt Dekan Guth von Weinheim, die Festpredigt Pfarrer Shmittherner. Nach vier- stündigem Aufenthalt verließ der Großherzog unter den Jubel- rufen des Publikums Feudenheim. Bei dem auf die Weihe der Kirche folgenden Festmahl brahte Prälat D. Doll ein Hoh auf Zhre Majestäten den Kaiser und die Kaiserin und ZJhre Königlichen Hoheiten den Großherzog und die Groß- berzogin aus.

__ Hefen. Darmstadt, 24. August. (Darmst. Ztg.) Se. Königliche Hoheit der Großherzog is gestern Abend mit Sr. Königlichen Hoheit dem Ne iuten Christian zu Schleswig-Holstein, welcher sih in Frankfurt a. M. dem Großherzog angeshlo}sen hatte, aus Büdingen hier wieder eingetroffen. Heute Nachmittag begab fi der Prinz Christian

nach Kissingen.

26. August. (W. T. B.) Der Erbgroßherzog ist gestern Abend zum Besuhe der Königin Victoria nah England abgereist. Der Großherzog begab si heute früh

zu den Truppenübungen nah Westfalen.

Sachsen-Weimar-Eisenach. Wilhelmsthal, 24. August. (Weim. Ztg.) Das Großherzogliche Hoflager ist heute nah der Wartburg verlegt worden.

Sachsen-Coburg-Gotha. Schloß Reinhardsbrunn, 24. August. (Cob. Ztg.) Am Montag findet die Uebersiedelung des Herzoglichen Hoflagers nah Schloß Oberhof statt. Jhre Königlichen Hoheiten der Prinz und die Prinzessin Philipp von Coburg sowie der Herzog von Edinburg begleiten Se. Hoheit den Herzog dorthin.

Schwarzburg - Sondershausen. Sondershaujen, 24. B A T av ppe Se gte erg der reglerende Fürst ist gestern von Greußen in die hiesige Residenz zurü>gekehrt. ins

Elsaß-Lothringen. Straßburg, 24. August. (Lds.-2ta. f. Els.-Lothr.) Se. Majestät der aiser «fh an 28 Kaiserlichen Statthalter folgenden Erlaß gerichtet :

„Der Empfang, welcher Ihrer Majestät der Kaiserin, Meiner Gemablin, und Mir bei Unserem Besuhe der Reichslande Elsaß- Lothringen bereitet worden, ist ein so glänzender gewesen, daß er Unsere Erwartungen weit übertroffen hat. Der reihe Schmud>, in welchem insbesondere die Städte Straßburg und Met prangten, die fest- Tihen Verarstaltungen, die getroffen waren, um Uns den Auferthalt in diesen Städten so angenehm wie möglih zu maten, die Huldigungen, wel<e Uns, wo au immer Wir erschienen, aus allen Sichten der Bevölkerurg jubelnd entgegengebra<{t wurden, baben Ihre Majestät

daß diese ursprüngli< deuts>en Landettbeile von einem biedern und einfihtsvollen Volke bewohnt werden, welches je länger, je fester an das deutsche Vaterland \sih wieder ans<hließen wird. In diesem wobl- thuenden Gefühle können Ihre Mäjestät die Kaiserin und I< ni<t aus den Reihslanden scheiden, ohne ihrer Bevölkerung für die Uns erwiesenen Aufmerksamkeiten Unseren berzlihsten Dank auszusprechen. Ih beauftrage Sie, diesen Erlaß zu veröffentlichen. Meg, den 23. August 1889. Wilhelm, I. R.

An Meinen Statthalter in Elsaß - Lothringen, Fürften zu Hobenlohe-Schillingefürst.“

__ Gleichzeitig haben Se. Majestät geruht, au< dem Kaiser- lihen Statthalter, zuglei<h im Namen der Kaiserin, Anerkennung und Dank für die Aufnahme auszusprechen und Allerhöchstsein Bildniß in Lebensgröße zu verleihen.

Dem Bürgermeister Ba> ist nachstehende Allerhöchste Kabinets-Ordre zugegangen:

Auf Ihren Beri{t vom 21. August d. I. will Ih tem Bürger- meister der Stadt Straßburg i. E., Unter-Staatssckretär z. Disp. Ba> daselbst, Allergnädigst das Recht verleihen, an Stelle der vor- geschriebenen Diensls<ärpe als Dienftabzeihen eire goldene Hals- kette zu tragen. Die Form der leßteren zu bestimmen, bebalte Ih Mir einstweilen vor.

Straßburg, den 22. August 1889. Wilhelm, I. R.

obenlobe, An Meinen Statthalter in Elsaß-Lothringen. Hohenlohe

Das Bürgermeisteramt der Stadt Straßburg hat gene Bekanntmachung dur Siraßenanschlag veröffentliht:

Se. Majestät der Kaiser bat mich beauftragt, der Bevölke- rung Straßburgs Seinen und der Kaiserin Dank für den Allerbö<st- ihnen hierselbst zu Tbeil gewordenen großartigen und herzlichen Empfang, sowie au< für die am Abend des 22. d. M. dargebra©te Huldigung der Vereine auëzuiprecen.

Es gerei<t mir zur Ebre und Freude, dieses Kaiserlien Auf- trags mi biermit zu entledigen.

Straßburg, den 23. August 1889.

Der Vürgermeister: Ba >.

_ Meg, 23. August. (Lds.-Ztg. f. Els.-Lothr.) Den Aller- hötst getroffenen Bestimmungen zufolge fand die Grund- steinlegung des Kaiser Wilhelm-Denkmals auf dem Kaiscr Wilhelm-Plaze in direktem Anschluß an den Einzug statt. Um die Grube, in welche der Grundstein gelassen werden sollte, shaarten sih die Fahnen der Garnison nebst einer Fahnen:-Compagnie, die Generalität, die Spigzen der Behörden, die Damen der hohen Gesellshaft, Abordnungen der Vereine und die vereinigten Gesangvereine von Met unter Leitung des Lyceallehrers Shmid. Dem Grundktein gegen- über erhob sih ein hoher, mit Flaggen geshmüd>ter Pavillon, diesem gegenüber sterngekrönte Obelisken mit den Büsten der hochseligen Kaiser Wilhelm und Friedrih. Nachdem die Majestäten, der Großherzog von Baden, der Fürst- Statthalter, General von Heudu> und das Kaiserliche Gefolge das Ee Zelt betreten hatten, ertönten die Klänge des Chorals „Lobe den Herrn“, jodann richtete der Bezirks- Präsident Freiherr von Hammerstein die nahstehende An- iprache an die Majestäten:

Allerdur(lau tigster, großmäßhtigster Kaiser !

| Allergnädigstee' Kaiser, König und Herk!

Ew. Maje¡tät wren heute geruben mit Ihrer ‘Majestät ter Allexdur&lauchtiasten Kaiserin den Grundstein zu einem Denkmale zu legen, welhes den späteren Ges<le<tern Kunde geben soll von der großen Zeit, die wir dur{lebt, von dem großen Kaiser, der dieser Zeit das Gepräge gegeben. Bestimmi, Vergangenes mit der Gegen- wart, Gegenwärtiges mit der Zukunft zu ve: binden, soll bier auf altem und doò au neuem und so Gott wi nunmebr immerdar deutschem Boden ein Denkmal ersteben der ebrenden Erinnerung an den großen Kaiser, Ew. Maieftät ruhmreichen Herrn Großvater, den gewaltigen Kriegsbelden und mattvollen Friedensfürsten, den Eründer des Reiches, den Vater des Vaterlandes, dessen das deutshe Volk in Dankbarkeit, Liebe und Verehrung gedenken wird, so lange überbaupt deuts@e Herzen s{lagen, ein Denkstein der Einheit des Vaterlandes, der Wiedervereirigung dieser Lande mit dem Reite, der Auferstebung der Kaiserberrli<keit, eine Mahnurg uns und künftigen Geschlechtern, das zu erbalten, was der große Kaiser uns erœorben, und ibm nae- zueisern in der nimmer rastenden Fürsorge und Arbeit für des Volkes, des Vaterlandes Gedeihen. Daß dieses Denkmal, der ersten eines in deuts<hen Gauen, aber gerade bier an dieser Stätte erri<tet wird, das hat no< eine tesondere Bedeutung. Sweift von bier do der Bli> hinüber zu jener Waklístatt, auf wel<er der greise Held mit dem Herzblut von Tausenden und aber Taufenden feiner Getrezen in \>werem, siegreihem Ringen Deutschlants Größe erftritten hat. Hier, wo die Helden von Colombey und Vionville, von Gravelotte und St. Privat ruben im ewigen S(lafe, inmitten feiner Krieger, die für ihn und das Vaterland in den Tod gegangen, ift au< die re<te Stätte für des siegreichen Heer- führers chernes Star.dbild; batte er sie do<h zum Siege geführt, bat er doch auch aus der Ernte, wel<e der Scnitter Tod bier nabm, die re<te und {öônste Frucht uns gewonnen: das unter seinem Kaiser geeiniate Deutsland. Deshalb, als nah des großen Kaisers Heimgang der Gedanke rege ward, gerade bier den Ents<lafenen dur< ein Denkmal zu ebren, baben Groß und Klein, Arm und Reich, Stadt und Land, Civil und Militär, haben Vereine und Genofsensbaften, Alt- und Neudeuts&e gewetteifert, ihr Scherflein zu dem Werke beizutragen. Heute sind wir defsen Vollendung gewiß, Dank Eurer Majestät, die unscrem Unternebmen die Weihe geben wollen: Dem großen Kaiser zur Ebre, Urs Allen zur Lebre, die wir in diesem feierlicen Augenbli>e aus vcllem Herzen das Gelübde unwandeldarer Treue erneuern, mit der wir inz Ebrfur<t und Unterfbänigkeit ¿u Eurer Majestät aufbli>en. Wenn bier in diesen Landen lange Gewobnheit uod vielfa ge- fnüpfte Bande mit den westliGen Nachbarn man< braven Mann den Uebergang in neue Verbältnifsse {wer haben empfinden lassen, so darf id do<h beute und gerade Angesihts dieses Grundsteins es freudig ausspre>en, daß der nothwendige Uebergang \iH vollziebt und tägli mebr vollzieht, Dank dem großen entshlafenen Kaiser und dessen ruhmreiten Sohne, deren Güte und Leutseligkeit in alle Herzea Eingang gefunden, Dark dem mähtigen und siheren S(ugze | unter Ew. Majestät kraftvollem Szepter, stark, fest und friedfertig na< Außen, deuts<e Sitte und Gesittung mehbrend im Innern. So möge denn au dieser Denkstein zu einem Marksteine werden in der Entwi>kelung dieses Landes, ¿u einem Grurdsteine deuts<er Treue und Liebe für das Reich und den Kaiser. Das walte Gott!

Nach der Verlesung der Stiftungsurkunde Seitens des Präsidenten des Denkmal-Ausschusses, Dr. Braun, unterzeichneten die Majestäten, der Großherzog von Baden, der Fürst-Statthalter, der kommandirende General des XV. Armee-Corps und Dr. Braun dieUrkunde, welhe von Sr. Majestät dem Kaiser nebst verschiedenen Münzen eigenhändig in die Kapsel gelegt wurde. Nachdem diese in die Höhlung gelegt, wurde der Grundstein langsam herabgelassen. Se. Majestät stieg einige Stusen herunter und

die Kaiserin, Meine Gemahlin, und Mit rit nur mit Freude und Befriedigung erfüllt, sondern au în Uns die Ueberzeugung befestigt,

Se.

Dej des sow

ab festl

das jaß

in abw

und Aus mitt

dem

das früh

piaß dem

ihn

wose eine

Unve

(W. Old

Jgn der

und eine dann

und Bar

Kon

wel

s

nehm

amtli

sprach, indem er die drei Hammerschläge that, die an anderer Stelle bereits mitgetheilten Worte.

stattg

a E een, E apuzinergrust und legte auf den Sarg weiland Sr. Kaiserlis

und Königlichen Hoheit des Kronprinzen Erzherzogs Rudol einen silbernen Kranz nieder. anwesenden Mitgliedern des Allerhöhsten Kaiserhauses Besu:

folgte die Abfahrt nah Schönbrunn, fahrt im Park unternommen wurde.

hier anwesenden Mitglieder des Prinzen, die österreihischen Hof-

Franz Joseph. Oesterreich auf das Wohl des Schahs, was dieser Trinkspruch auf den Kaiser erwiderte. hymne sowie die österreichische folgten dizsen Toasten.

Schah . kommandirten herzögen

Hotelräumen ein Diner von 26 besuhte er die Oper, woselbst die Erzherzöge und mehrer: Erzherzoginnen sih einfanden. /

Salondampfer „Jris“

Mittwoch in Budapest.

Corps , mandirenden General des Garde-Corps, der General

Nach dem Kaiser gab die Kaiserin die drei Sl:

ebenso die Herrschaften, welhe die Stiftungsurkunde

schrieben hatten, und die Generalität. E O Schläge. gethan, senkten fich die Fahnen, präsentirten s Truppen und erdröhnte Geshüßdonner. Die trugen sodann die Beethoven'she Hymne „Diz Himmel rühm des Gwi en Ehre“ und „Dir möcht’ ih diesé Lieder weib», von C.

Als der Kaiser die d

Gesang DeTeir

eußer vor, womit die Feier \{loß.

Oefterreih-Ungarn. Wien, 24. August.

t Wien. Majestät der Kaiser stattete heute b vas d

Nachmittag dem Kön:

Milan von Serbien einen Besuch ab. re Kaiserlit. und Königlichen Hoheiten die Erzherzöge fall Eu e h S machten heute Mittag dem König Mila, owie den Prinzen

von Siam Besuche.

Sye Sanitwongse und Moni Sat Der Schah von Persien nahm heute um 10 Uhr do euner à la camera ein und empfing sodann den Mini Kaiserlichen Hauses und des Aeußern Grafen Kálnoky le jpâter die Mitglieder des diplomatishen Corps und dis Um 11/4 Uhr fuhr der Schah zu

Hierauf stattete der Schah den hi: und kehrte sodann in die Hofburg zurü>. Vor 3 Uhr ex: woselbst eine Spazier: ] i Abends fand in den ih dekorirten Redoutensaale ein Galadiner statt, demdi Kaiserhauses, die siamesishen ; Hof- und Staatswürdenträger sowi: Gefolge des Schahs beiwohnten. Dem Schah zur Retten die Erzherzogin Maria Theresia, zur Linken der Kais: Im Verlaufe der Tafel trank der Kaiser von ( Jer mit einen Die persische National:

25. August. (W. T. B.) Se. Majestät der Kaiser

machte heute dem siamesishen Prinzen Sai Sanitwongse

dessen Hotel einen Besuch esend war, seine Karte.

Der Schah besichtigte heute Vormittag das Burgtheatz das naturhistorishe Museum. Jn der Hofburg fand

und hinterließ, da diése

beim Schah ein Dejeuner statt, zu welchem der Minister dei

wärtigen Graf Kälnoky und die zum Ehrendienst bein 1 Offiziere geladen waren. Nat fuhr der Schah, begleitet von den Er und Gefolge, mit der Zahnradbahn nas Kahlenberg, wo in den prähtig geshmüdien Gede>en stattfand, Abends

ags

Der persische Minister-Präsident uud der persis&

Gesandte mahten dem Grafen Kálnoky einen längeren Besuch, welchen der Lettere später erwiderte. j

26. August. (W. T. B.) Der Schah nahm gestern Souper bei dem persischen Gesandten ein und ist heut mit dem der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft gehörigen | nah Budapest abgereist. Am Landung# verabschiedete si<h Se. Majestät auf das Herzlichste von Erzherzog Karl Ludwig. Der Schah bleibt bis zun j . Das österreihishe Gefolge begleitet alsdann bis an die Grenze bei Podwoloczyska.

Großbritannien und JFrland. London, 24. Auguî.

(A. C.) Die Königin traf gestern Morgen in Paie-Hall (Nort: Wales) ein und begab sih von dort T

) ega! 1 Nachmittags nach Bala, [bit Jhrer Majestät, nah etnem enthusiastisheèn Empfanz, Adresse überreiht wurde. Heute besucht die Monarcin

Die Prinzessin von Wales hat sih mit ihren beiden rheiratzeten Töchtern zum Besu<h bei ihren Königlichen

Wrerxham.

Eltern nah Kopenhagen begeben.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 25. Auguft T. B.) An Stelle tes Prinzen Alexander vor enburg ist der bisherige Commandeur des Grenadier: General der Kavallerie Manseï, zum Zom:

atieff zum Generai-Gouverneur von Kiew und General-Kommandant der Truppen des Militärbezirk:

Kiew, General der Jnfanterie Radegki, zum Mitgliede de Reichsraths ernannt worden.

Jtalien. Rom, 25. August. (W. T. B.) Der König der Kronprinz hielten gestern Vormittag in Lecce Revue über die dortige Garnison ab und besuchten c mit den Ministern das Garibaldi-Hospiz. Heute frü

ren der König, der Kronprinz, der Minister - Präsident Srispi, Post und Telegraphie, Lacavas, von Lecce nah Brindisi

der Marine-Minister Brin und der Minister für

seßten nah kurzem Aufenthalt die Reise von dort nas i fort. Jn Bari wurde Se. Majestät von der Bevölke

rung enthufiajtish empfangen, welcher der König vom Balkon aus dankte. 1 Die Gesandtschaft des Königs von Schoa reif Morgen O Neapel na< Rom.

a

Aus der Provinz sind 30 000 Gäste eingetroffen.

) einer Meldung der „Agenzia Stefani“ aui stantinopel hat der Sultan den italienishen

Botschafter nah dem Yildiz-Palast eingeladen und denselben im Verlaufe einer längeren Audienz ersu<t, dem König Humbert seine Glü>wünsche zu dem ihm in Süd- Jtalien bereiteten shönen Empfange zu übermitteln.

Der „Riforma“ Verhaftung des des Bomben-Attentates auf dem Colonna- plas vom 18. August verdächtigen unterstandslosen Arbeiteré Frattini die Polizei auf die Spur einer zahlreihen bisher unbekannten Anarchistengruppe

zufolge hat die am 21. August erfolgit

: 1 geführt, e sih „Revolutions-Casino“ nennt.

__ Türkei. Kreta. Wie der Korrespondent des „Standard“ in Athen erfährt, hat der Sultan es abgelehnt, dit Forderungen der kretensishen Kommission zu g

igen, und sei in Folge dessen die Lage in Kreta wieder

verwi>elt. Die türkishen Truppen auf der Jnsel nehme! jebt vortheilhafte Stellungen ein, um für alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.

Dem „Reuter'shen Bureau“ wird u. d. 24. August vor

cher Seite bestätigt, daß bei Sospelajou ein scharfe

Gefecht zwischen türkishen Truppen und den Aufständischen

efunden habe; Einzelheiten fehlen noth.

Schweden und Norwegen. Sto@>=holm, 24. August. (F.) Der Kronprinz ift heute Mittag von seiner Reise na< Deutschland hier wieder eingetroffen. Nachdem er dem Könige auf Schloß Drottningholm einen Besuch abgestattet hatte, begab er sich nah Schloß Tullgarn.

Dänemark. Kopenhagen, 25. Anguft (F) Das Königliche Hoflager wurde gestern Nahmittag nah Súloß Fredensborg verlegt. Die Zolleinnahmen haben in den ersten vier Monaten des laufenden Finanzjahres 11 338 429 Kronen oder 149 823 Kronen mehr und die Ein- nahmen aus der Kriegssteuer 997 678 Kronen oder 47 729 Kronen mehr als in der gleihen Zeit des Vorjahres betragen.

26. August. (W. T. B.) Die Prinzessin von Wales ist mit ihren Töchtern, den Prinzessinen Victoria und Maud gestern Abend um 91/4 Uhr hier eingetroffen und von dem Könige von Dänemark, dem Könige von Griechenland, dem Kronprinzen von Dänemark und dem Prinzen Waldemar empfangen worden, welche die Prinzesfinnen na< Fredensborg begleiteten.

Afrika. Egypten.

Kairo, 25. August. (R. B.) Sir Edgar Vincent-hat den Posten eines geshäftsführen- den Direktors der Kaiserli< Ottomanishen Bank in Kon- stantinopel, als Nachfolger des Mr. Foster, angenommén und wird sein Amt im Oktober niederlegen. An seiner Stelle wurde Palmer, bisher Rechnungsführer im egyptischen Finanz-Ministerium, zum finanziellen Rathgeber des Khedive ernannt.

Zeitungsftimmen.

Aus der Reise der Kaiserlihen Majestäten na< den Reichslanden ergiebt si für die „Staatsbürger- Zeitung“ folgendes Facit: S L :

„Die Tage des Kaiserbesues in den Reicslanden find vorüber ; atcr ihre Nachwirkung wird boffentlih“ecine dauernte sein! Der über Erwarten berzlie, ja entbusiastishe Empfang, den unser Kaiserpaar bei der dortigen Bevölkerung gefunden, hat gezeigt, daß die Zeit der Wiederzuge- Eótigfeit zum Deutschen Reiche nicht spurlos an Elsaß-Lotbringen vorüber- gegangen ift. Wenig mehr als ein halbes Merscbenalter ift ver- gangen, seit die verlorenen Kinder in das Vaterhaus zurü>gekehrt ; aber diese E kat genügt, das ursprünglih deuti<he Empfinden in den urdeutshen Eisaß-Lotbringern wieder zu erwe>en. Die Männer, wel&e in französischen Anschauungen aufgewa&fen waren, werden alt und sterben nab und nah aus; die Kinder aber, die, wenn au no< urter französiswer Herrschaft geboren, si do< gewöhnt haben, als Deutsche zu fühlen, werden Mänrer, und mit dem Heranwatbsen der neuen Generation wird \sih das Gefübl der Zugehörigkeit zu, Deuts>- [and ertwideln. Was noh an französis&en Sympathien zurü>geblieden war, das wird zum großen Tkeil dur das berzgewinnende Auftreten des Deutschen Kaiserpaares weit zurü>gedrängt worden sein, und fo wird au bier das persönlide Erscheinen Kaiser Wilhelm's 11, weles no< dur die Gegenwart seiner erlauwten Gemahlin, deren mit An- muth gepaarte Hoheit die Herzen zu begeifterter Hingebung hinreißt, unterstüßt wurde, dem Deutshen Reih im eigenen Lande neue Freunde erworben haben, wie es das anderwärts im Auslande gethan. Kaiser Wilbelm darf au auf diefe Reise mit Genuatbuung zurüd>- bliden in dem Bewußtsein, dem Deutschen Reiche dur dieselbe einen neuen Dienst erwiesen zu baben.“

Die „Karlsruher Zeitung“ kommt in einer ähnlichen Betrachtung zu folgenden Ergebnissen: A „Die jeßt ibrem Ende zuneigende Reise des Kaiserpaares vermag ¡war, was ihre politishe Tragweite betrifft, ni<t mit der Reise des Kaisers nad England in Vergleich gesczt zu werden, aber sie bat nihtédestoreniger erfreulice Ergebnisse gebabt, die weit über die Grenzen Deutscblands hinaus Beachtung fanden. Die Begegnung des Kaiserpaares mit dem Prinz-Regenten von Bavern in Bayreuth und der Verkehr der Majestäten am Großherzoglichen Hofe in Karlsruhe, die begeisterte Aufnabme des Kaisers und der Kaiserin in diesen Städten hat von Neuem. das innige Verbältniß zwis<hen dem Kaiser und den Trägern der landesherrliden Gewalt , die Herzlikeit, mit wel<her die Bevölkerung Süddentshlands am Kaiserhause hängt, in die bellste Beleuhtung gesezt. Aber niht nur dicéseits des Rheins in Süddeuts{land, nit rur im alten Deutsch- land wurzelt die Liebe und Treue zum Kaiserhause !o fest, als ob die gegenwärtige Ordnung der Dinge mindestens ebcn ss viele Jahr- hunderte dauerte, als sie Jahrzehnte alt ift; au jenseits des Stromes, in ten neu gewonnenen und mit dem geeinten Murterlande wieder ver- buntenen Landestheilen hat die Anbärglitkeit an Kaiser und Reih in den lezten Tagen einen so spontanen und begeisterten Auêdru> gefunden, wie er kaum erwartet werden konnte. Darin beruht das Facit der Kaifer- reise, daß sie gezeigt Lat, wie in Altdeutshland und in den dem Deutshen Reiche neu angegliederten Landestheilen tas Bewußtsein der engen, untbeilbaren nationalen Gemeins(aft lebendig ist, und wie dieses Bewußtsein die Völker ni<t minder freudig durhdringt wie die Fürsten. Der Kaiserbe‘u< in unserem badischen Lande ist zufällig zusammengetroffen mit den (érinnerungstagen an die vor zweihundert Iabren erfolgte Zerstörung blühender deutscher Städte in dem beutigen Großherzogthum; an dem Tage, an wel<em wir diese Zeilen sreiben, sind gerade ¡wei Jabrhunderte verflofsen, seit die Stammburg unseres erlauhten Fürstenhauses und mit ihr die Stadt Baden- Baden der Zerstöcrungëwuth der Truppen des französis@en Generals Durras zum Opfer fielen. Wobl liegt die Burg Hohenbaden seit jenem s<re>ensvollen Tage in Trümmern; aber wie die Nawbarstadt Karlérubes hercliher als je wiedererftanden ist und morgen viele Hunderte zu einem glänzenden Schauspiel vereinigt, so herri<t beute Über ein freies Volk ein edles Geschlecht, und unter der thatkräftigen Mitwirkung des badishen Fürften, den Kaiscr Wilhelm vor wenigen Tagen i1 unserer Stadt als die „Verkörperung des Reicbseinheitsgedankens“ gefeigrt hat, ist cin neues, Jugend- kräftiges deutshes Kaiserreih erstanden, unter dem die deutschen Volksstämme \ih sicher fühlen vor ähnli<en Gräueln wie denjenigen, deren Jahreétage si jeßt wiederholt haben. Wie freudig diese rr¿ngenshaft einer neuen und verbeißungsvollea Zeit im Süden des Deutschen Reiches empfunden wird und wie mächtig der Zauber des nationalen Gedankens au< da s>on empfunden wird, wo lange emdberrs@aft die Gemüther dem deutswen Mutterlande zu ert- emden versuchte, davon bat tie Reise des Kaiserpaares cin Zeugniß abgelegt, dessen hobe volitishe Bedeuturg überall auf dem Kontinent in seinem vollen Werthe gewürdigt worden ift.“

Die neuli< von dem -Statistishen Bureau der Stadt Berlin veröffentlichte Zusammenstellung der „Lohnverhält- nisse in Berlin“ (vergl. Nr. 193 des „Reichs- und Staats-Anzeigers“ unter „Statistik und Volkswirthschaft ) fat E „Danziger Allgemeine Zeitung“ zu folgenden

ahtungen: S : „Seitens des Statistishen Bureaus der Stadt Berlin ist kürz- lid eine Zusammenstellung über die Lohnverbältnisse der Gewerbe-

benden und Arbeiter veröffentliht worden, welche zeigt, daß die Löbne si _in den leßten fünf Jabren wesentli erhöht haben. Die Verbältnisse sind zwar in den verschiedenen Gewerbszweigen sehr ver- ieden, so daß der böhste Stüclohn z. B. in der Textil-Induftrie D im Baugewerbe 32,2% M wöchentlih eus Ebenso irten die verschiedenen reszeiten sehr verschieden auf di Höbe der Lohne cin. See “Brindt die gedahte Statistik

des Wochenlohns, wie er hier allgemein für die Tagelöhner ermittelt worden ist, einen ungefähren Anhalt zur Beurtheilung der Bewegung der Löbne, der sih zur Beurtheilung der Bewegung der Löhne au in den einzelnen Berufszweigen verwertben läßt. : :

In den Ermittelungen if run dur< Umfrage bei verschiedenen Sawverständigen, bci Kassen, Innungen und Fa(hvereinen Folgendes festgestellt worden : j i Z / : Im Jakbre 1884 erhielten tie Tagelöhner (erwa<sene Arbeiter) einen Wochenlohn von 14,40 #4, im Iabre 1888 einen folWen von 16,50 4; erwahsene Arbeiterinnen erbielten im Jahre 1884 9 4, 1888 19,35 M S 2

Dieselbe Steigerung der Löbne ergiebt fi aub bei einer Ver- gleiGung der Einkommeneirs<äßung der Steuerverwaltung im Jabre 1884 mit den durh die erwähnten Ermitteiungen des Statistis@en Amts gewonnenen Lobnsäxen. Die Eins<äßung ergab damals für Handwerkergesellen einen Wecbenlobn von 16,70 #, die Ermittelung des Statistischen Amts im September 1888 22,80 # Hiernach ist die Lohnböbe gegenwärtig um 36 “/9 böber als die damalige Ein- \>äßung. Speiell hebt die Zufammenîitellung hervor, taß bei den Maurern und Zimmerleuten eine bedeutende Steigerung der Löhne stattgefunden hat. L : F Die von dem Statistishen Amt der Statt Berlin gelieferte Zusammenstellung der Lehnsäge bestätigt somit in gewissem Sinne naœträgli< die Grundlosigkeit der in diesem Frühjahr und Sommer erfoigten Arbeitseinstellungen, wie au< das negative Resultat der leßteren als cin Bewcis dafür gelten kann, taß sie dur die that- säblichen Verbältnisse nit geretfertigt waren. Und hiermit wird die Annahme fast zur Eewißbeit erhoben, daß die Arbeitseinftellungen wesentlih dur sozialdemokratis<he Einflüsse, d. b. dur Agitationen, welde es allein auf die Erregung von Unzufriedenbeit abgesehen batten, bervorgerufen waren. S a Immerhin sind die Vorgänge dieses Frübjabrs und Sommers geeignet, vor einem weiteren Zuzug von Arkecitern na Berlin zu warnen, der leid,t neuen Sufkkurs avs der Thatsache s<öôpfen könnte, daß die. Löbne gut sind und si in fteigeoder Ribtung bewegen. Den Löbnen steht eine entspre<hénde Höhe ter Preise für die Existenzmittel in der Hauptstad: gegenüber, und wenn ter Zuzug von Arbeitern sich vermebrr, wird auf die Höhe der Löhne cin Dru> geübt, welcher den erbofften oder eingetildeten Gewinn aufwicgt. Wenn überdies die soztaldemokratishe Agitation neue Veriucbe zu Lobnfsteigerungen resp. Arbeitseinstellungen mat, geht vollerds der Gewinn verloren, und Noth und Elend kommt über die Arbeiter tres ihrcr sonst auskêmm-

lihen Löfßne.“

Die Reise Jhrer Majeftäten.

Ueber den Besu<h Jhrer Majesiäten des Kaisers und der Kaiserin in Münster berihten wir nah den Telegrammen des „W. T. B.“ no<h Folgendes: An dem Empfange bei Sr. Majestät dem Kaiser (am Sonnabend-Vormittaa) nahmen 37 Personen Theil. Der Empfang bei Jhrer Majestät der Kaiserin fand Mittags 12 Uhr statt und umfaßte die Damen des westfälishen Adels sowie der den höchsten Militär: und Civilbehörden angehörigen erren, die Damen des Vaterländischen Frauenvereins und des ouisen-Ordens. E H Nach dem Empfange besu<te Jhre Majestät die Kaiserin das evangelische und das katholishe Krankenhaus. Im Laufe des Nachmittags erschienen bei Jhren Majestäten die Vertreter des Westfälishen Bauernvereins, unter Führung des Freiherrn von Schorlemer-Alst, des Oekonomie-Raths Winkelmann und des Freiherrn von der Re>, je ein Mitglied des Vereins aus jedem westfälishen Regierungsbezirk. Freiherr von Schorlemer überreichte mit einer huldigenden Ansprache als urwestfälishe Landes- erzeugnisse zwei Brode Pumperni>el, Schinken, Butter und ein Fäßchen 100jährigen Kornbranntweins. Se. Majestät dankte huldvollst und unterhielt si< längere Zeit mit den Führern und Mitgliedern der Deputation. F | Demnächst nahmen die Majestäten eine von sämmtlichen Gesangvereinen der Stadt vor dem Sÿlosse dargebrachte musikalishe Ovation huldvollst entgegen, und m 31/, Uhr begaben si< Allerhöchstdieselben nah der Festhalle am Ludgeri-Plaße zu dem Festmahl der Provinz. Jn der Mitte der prächtig ges<hmüd>ten Festhalle waren 400 Ge- dede für die aus der Provinz geladenen Notabilitäten aufgelegt; im Hintergrunde stand die Kaisertafel. Zur Rechten Sr. Majestät des Kaisers saß Jhre Majestät die Kaiserin, dann folgte der Herzog von Ratibor; zur Linken Sr. Majestät des Kaisers hatte die Ober-Hofmeisterin Jhrer Majestät, Gräfin Brodorff, Plaß genommen, Sr. Majestät gegenüber der kommandirende General des VII. Armee-Corps, General der Kavallerie von Albedyll, sowie der Vorfißende des rovinzial-Landtages, Landrath von Oheimb. An der Tafel ie Majestäten saßen außerdem no< 30 hohe Würdenträger und Beamte, unter ihnen der Staats-Minister Graf Bismard, der Ober-Landesgerichts:Präsident, Staats-Minister a. D. Dr. Falk, der Kriegs-Minister von Verdy du Vernois, der Chef desGeneral- stabes Graf Waldersee, der Ober-Präsident Studt, der Weih- bishof Cramer, der Kapitular-Vikar Giese, der General-Super- intendent Nebe und der Ober-Bürgermeister Windthorst. Während der Tafel hielt der Vorsißende des Provinzial-Land- tages eine Ansprache an Se. Majestät, Allerhöchstwelcher mit einem Trinkspruch sofort antwortete. Den Wortlaut der An- sprahe und den Trinkspru<h Sr. Majestät haben wir weiter oben unter „Berlin“ mitgetheilt. Die Worte Sr. Majestät wurden von der Festversamm- lung mit brausendem Jubel aufgenommen. Gegen 6 Uhr war das Festmahl beendet und begaben si< Jhre Majestäten nah dem Schlosse zurü>l. L Am Abend nahmen Allerhöchstdieselben na einer Fahrt durch die festlih erleuhtete Stadt an dem vom westfälishen Adel veranstalteten Ball Theil. Bei der Jllumination traten ganz besonders der dur 35 000 Lampions erleuchtete D LGS das Regierungsgebäude, die Post, das Theater, der Hof des Grafen Droste, Erbdrosten sowie der Triumphbogen am

des S ee m Eingang der Stadt hervor. “eden 111/, Uhr kehrten Jhre Majestäten von dem Balle zurü> und traten kurz darauf, unter lebhaften fympathischen Kundgebungen der ut dem Bahnhof anwesenden Volksmenge, die Rü>reise nah Potedam an. Zur Verabschiedung waren u. A. der kommandirende General von Albedyll, der Ober- räsident Studt, der Ober-Bürgermeister Windthorst und die Scar a reiherr von Landsberg-Steinfurt und Frei- herr von Bodelshwingh-Plettenberg auf dem Bahnhofe an- wesend. Se. Majestät der Kaiser unterhielt sich vor der Ab- reise no< einige Zeit mit dem General von Albedyll und dem Ober-Bürgermeister Windthorst. dl ; Gestern Morgen 81/2 Uhr trafen Jhre Majestäten mittels Sonderzuges auf der Wildparkstation wieder ein.

Statistik und Volkswirthschaft.

Die BevölkerungSawGsens nach ihrer Gebürtigkeit.

Das Königreih Sachsen is derjenige deutshe Mittelftaat, welcher troß sehr dihter Bevölkerung no< eine große Einwanderung aus ganz Devifbland und au< vom Auslande aufzuweisen hat. Nach der Volkszäblung vom 1. Dezember 1885 befanden si, wie wir der „Zeitschrift des Königlih Sätbsishen Statistishen Bureaus“ (Heft IIT u. IV) entnebmen, in Sachsen 320710 nicht in Sahsen geborene Personen, fotas auf 19C0 Einwohner überbaupt 10079 Fremde entfielen. Von diesen Fremden stammten 272584 aus dem Übrigen Deutschen Reice, 45886 aus anderen europäisden Ländern, 2129 aus außereuropäis&en Staaten und 111 waren auf See geboren und unbe- fannten Geburtëortes. Von den geborenen Sachsen befanden sih da- aegen am 1. Dezember 1885 132458 in anderen Bundesftaaten des Deutschen Reichs, sodaß Sachsen im Auétaush mit den übrigen deutschen Staaten einen Gewinn von 140126 Köpfen oder 4,49 9%/o der gesammten ortsanwesenden Bevölkerung aufzuweisen batte. Außer dieser Vishung mit fremden niht in Satbsen geborenen Elementen zeigt sid in Sa>&sen aber zugleich ein fehr lebhafter Austauï< der Bevölkecung innerhalb der einzelnen Bezirke des Königreichs. Es waren räâmli< am 1. Dezember 1885 von je 1900 Ein- wohnern ‘nur 509,70 in der Zäblungszemeinde geboren, in der übrigen Amtéshauvptmanns<{aft 199,15, in der übrigen Kreishaupt- manns{aft 114,01, im übrigen Ksönigreih 85,35 und außerbalb des Königreichs 100.79. In der Stadt Leipzig waren sozar von 1900 Ein- wobnern nur 3651,29 am ZäblungZort getoren, in Dreéden 394,24, in Chemniß 437,37. Bezüglih der Wanderungen von Stadt- und Landbevölkerurg ergiebt si, daß nah der Zäblung aus den Stadt- gimeinden 157 388 Personen na den Landgemeinden verzogen waren, daß aber umgekehrt die Landgemeinten an die Stadtgemeinden 316 987 Personen abgaben. Auf je eine von ter Stadt nah dem Dorfe verz:ogene Perîon kamen alio 2,01 vom Dorfe in die Stadt gezogene Perfouen.

Sanitäts-, Veterinär- und QO.uarautäuewesen.

Dänemark. dur< Bekanntmawung des Königlid därisGen Iustiz- Ministeriums vom 27. April 1887 für die aus österreihis- ungarishen Häfen kommenden Schiffe angeordneten Quarantäne- maßregeln („Reih8s-Anzeiger“ Nr. 105 vom $8. Mai 1887) sind unterm 19, Auguft 1889 bezüglih der Stadt Triest außer Wirkiam- keit gesezt worden.

Die

Egypten. Der internationale Sesundbeitérath zu Alerandria bat besGlosen, zom 10. Auguft 1889 ab gegen Ankünfte aus Bafforah das Cholera- QOuarantäne-Reglement in Kraft zu setzen.

Handel und Gewerbe.

London, 26. August. (W. T. B.) Die Getreidezufubhren betrugen in der Woche vom 17. bis zum 23. August: englischer Weizen 1163, fremder 76 383, englishe Gerste 622, fremde 6946, englif@e Malzgerîte 17 608, fremde —, englisWer Hafer 138, fremder 74 634 Qrts. Engalishes Mebl 33511 Sa#>, 4920 Fas.

fremdes

12 637,

Verkehrs - Anftalten.

Die mittels des Reihs-Postdampfers „Brauns<hweig“ beförderte Post aus Australien (Abgang aus Sydney am 17. Juli) ift in Brindisi eingetroffen und gelangt, wie ,„W. T. B.“ R für Berlin vorautsihtlib am 27. August Abends zur Ausgabe. ezen, 24. Auzust. (W. T. B) Der ReiGs-Pofît- dampfer „Dresden“, wel$er überfällig war, ift am 22. d. M. wohlbehalten in Aden eingetroffen. L i

Hamburg, 24. August, (W. T. B.) Der Postdampfer „Suevia“ der Hamburg - AmerikanisGen Pacetfahrt- Aktiergesells<aft if, von Hamburg kommend, beute Vormittag in New-York eingetroffen. Der Postdamvfer „Hammo- nia“ derselben Gesellschaft bat, von New-York kommend, beute Morgen Scitklyr passirt. ; . . /

26. August. (W. T. B.) Der Postdampfer „Hammonia“ der Hamburg-Amerikanis<henPadketfahrt-Aktien-Gesell- \<aft it, von New: York kemmend, beute Vormittag 9 Uhr auf der Elbe eingetroffen. ;

London, 26. August. (W. T. B.) Der Union-Dampfer „Merxican“ ift gestern auf der Heimreise in Southampton an- gekommen.

Theater und Musik.

Königliche Schauspiele.

Im KönigliwenSchauspieibause beginnt Direktor Dr. Otto Devrient seine Thätigkeit erst am 16. September, und zwar mit „Romeo und Julia“. Es folgen dann von klaffiswen Stü>ken „Wil- belm Tell“ mit vollständig neuer Autftattung (die Dekorationen, nah Entwürfen des Prof. Brat von Hartwig gemalt, übertreffen alles bis dabin Dageweseze) und die „Räuber“. N x

Die Königliche Oper wird mit dem „Fliegenden Holländer“, in gänzli neuer Ausftattung (in Szene gesezt von dem Oberregiffeur Teuzlaff), eröffnet. Als erste Neuheit folgt „Gioconda“, jodann „Othello“ ron Verdi. :

Deutsches Theater. L

Das Deutsche Tkeater eröffnet seine diesjährige Saison am näcsten Sonntag, 1. September, mit „Faust“ i]. Theil). Am darauf- folgenden Montag, 2. September, bleibt das Tbeater wegen der Vorbereitungen zu „Faust's Tod“, aus der Tragödie ¿weitem Theil, ges<lofsen. Die erfte Aufführung von „Faust's Tod* findet am Dienstag, 3. September, statt. Die für den leßten Tbeil der vorigen Spielzeit ftattgebabten Aenderungen in den Eintrittspreifen baben für die neue Spielzeit keine Gültigkeit, nur für den I. Rang Balkon bleibt dcr ermäßigte Preis von 6 (ftatt 7.4 59 4) fortan bestehen. Dagegen fällt die Vorkaufsgetübr für alle an der Kasse ge- lösten Billets auch ferner fort. Nur für Billets, die im Voraus bestellt und reservirt sind, wird ein Bestellgeld von 50 pro Billet erboben. Jedem folhen Billet wird für das Beftellgeld eine Quit- tung beigefügt. wel<he aufzubewahren ist. Bei Abänderung einer Vorstellung wird gegen Rü>dgabe der Quitturg au das Besteligeld

zurüdgezahlt. : Lessing - Theater. : :

Adolf Wilbrandt?s Lustspiel „Die Vermäblten“, wel>es am Sonnakend als erste Novität der neuen Saison im Lessing-Theater zur Aufführung gelangte, errang nit den gewüns{ten Erfolg und rur dem Namen des rerdienten Autors dürfte es E tanken sein, - daß als Resultat niht eine unkbetinate “Ableb nung si< ergab. „Die Vermöhlten® sind eine ältere Arbeit des inzioishen an größeren Stoffen bewährten Autors; bier su<t man allerdings vergebens na< dem Geist und dem dichteriscen Schwung, weier den !päteren Dramen Wilbrandt's eigen ift und niht nur ihren literarishen Werth verleiht , sondern au<h ihre Bübhnenerfolge sichert. Die Fabel des in Rede stehenden Lustspiels ist sentimental ‘und innerliG unwahr und exinnert in ihrer Erfindung stark an , die ungesunde und einseitize Novellistik, wie sie uns in anspruwbtlosen Familienjournalen begegnet. Was die Darstellung anbetrifft, so konnte au sie nit ganz be- friedigen. Das gewählte Tempo war oft \&leppend, die Stimmung zu ernft genommen; abgesehen von der ges<hmad>vollen dekorativen Aueéftattung, entbehrte die garze Vorftellung der Einheitlikeit. Von den Darstellen gab fi< Hr. Klein als „Sir Josuab“

fine genauen Angaben über die Bewegung der Löhne in den einzelnen Gewerbäzweigen. Troßdem giebt der Dur{schnitt

alle möglide Mühe, ia Haltung und Manieren eine den dichterisen Intentionen entsprehende Sestait zu schaffen;