1889 / 208 p. 15 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

was nach S, 529 vergl. mit §8. 476 Abs. 2 vor der mündliben Revisionsverhandlung nur durch Zustellung eines

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Ertheilung des Zeugnisses über die Rechtskraft der Urtheile. Dauer der „Anhängigkeit“ des Rechtsstreits in einer höheren Instanz.

Civilprozeßordnung §. 646 Absatz 1.

n Sachen des Landmanns L. R, zu C., Beklagten und Nevisionsklägers,

wider

die Ehefrau des Ersteren, M., geb, M., zu O., Klägerin und Revisionsbeklagte,

hat das Reichsgeriht, Sechster Civilsenat, am 13. Mai 1889 auf die Vorstellung der Klägerin gegen die Ent- scheidung des Gerichtsschreibers vom 8. Mai 1889 beschlossen: die angefohtene Entscheidung aufzuheben und den Gerichhts-

schreiber anzuweisen, der Klägerin das Zeugniß der Rets- kraft des Urtheils des Dritten Civilsenats des H.'chen Ober-

Landesgerichts zu H. vom 12. Februar 1889 zu ertheilen.

Gründe. An si hat der Gerichts\{reiber durch die angefochtene Ent-

\cheidung mit Recht die Ausstellung des verlangten Zeugnisses der

Rechtskraft verweigert ; denn ihm war niht nachgewiesen, daß die gegen das Berufungsurtheil eingelegte Revision zurückgenommen sei, der Civilprozeßordnung

Schriftsaßes geschehen konnte. Anders lag die Sade jeßt, nahdem

die Klägerin die ihr zugestellte beglaubigte Abschrift der Zurücknahme- erklärung vorgelegt hat. Da auf dieser der Rechtsanwalt E. zuglei bescheinigt hat, daß er dieselbe dem Rechtsanwalt Dr. D., dem Prozeßbevoll mächtigten der Klägerin, zugestellt habe, so konnte diese Thatsache als unzweifelhaft angesehen werden; vergl. Entscheidungen in Civilfachen, Band 14 Seite 349 f. Damit war aber nach §. 529 vergl, mit §. 476 Abs. 3 der Civilprozeßordnung zuglei die Rechts- kraft des angefochten gewesenen Urtheils dargethan. Bei dieser Sach- lage konnte sich nur nohch fragen, ob der Gerichts\chreiber des Reichsgerihts nah §8, 646 Abs. 1 der Civilprozeßordnung troß der ZurückEnahme der Revision noch zuständig zur Ertheilung des fraglihen Zeugnisses sei. Dies war in- dessen zu bejahen, da der Rechtsstreit im Sinne der angeführten Geseßesbestimmung noch als in der Revisions-

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Verübung groben Unfugs durch die Presse, Strafgeseßbuch §. 360 Nr. 11,

In der Strafsache gegen den Redakteur F. A. G. L. aus D,, Ae und Kohlenbergwerksbesizer F. W. K,

wegen Vergehens wider die Religion und Unfugs,

Reichsgericht , 9. Juni 1889,

für Recht erkannt:

daß auf die Nevision der beiden K. S. Landgerichts zu B. vom der Angeklagte F. W. K. : insoweit auch die Kosten des Verfahrens de kasse aufzuerlegen dem Urtheil zu die Sache zur -anderweite gegen den Angeklagten F. A. G. L. zu B. zurückzuverweisen.

Züchtigungsreht der Lehrer.

Erheblichkeit der hierüber

von den Shulaufsihtsbehörden ge- troffenen Anordnungen für die Annahme einer strafbaren Körperverlegzung.

Strafgeseußbuch §. 340,

In der Strafsache wider den Lehrer P Vergehens gegen §. 340 des Strafgesezbu

S Reichsgericht, Dritter Strafsenat, a m 3. Juni

._W, in F. wegen Strafsenat ,

für Recht erkannt, daß auf die Nevi kammer des Hzgl. \ nebst den demselbe zuheben und die Entscheidung an d

Angeklagten das Urtheil des 8. März 1889 aufzuheben und ge freizusprechen, r K. S. Staats- , im Uebrigen aber unter Aufhebung der genden thatsächlihen Feststellungen ung und Entscheidung an das K. S. Landgericht

sion des Angeklagten das Urtheil der Straf- . Landgerichts zu G. vom 19. März 1889 n zu Grunde liegenden Feststellungen auf Sache zur anderweiten Verhandlung und ie vorige Jnstanz zurückzuverweisen.

der Ankla

Grunde lie n Verhandl

Der Revision war Erfolg nit Reichsgeriht in konstanter hat, entscheidet für die Frage der Strafb bei Ausübung des Züchtigungsrechts verleßzung die Widerrehtlichke!

zu versagen. Rechtsprehung angenommen arfkeit einer von dem Lehrer dem Schüler zugefügten Körper- t der betreffenden Handlung, der- Landesrecht in Ausübung Rechts vorgenommene

felbst wenn ihre Wirku

Aus den Gründen. Die Revision erscheint begründet.

Anlangend den Angeklagten K,,

auf Grund des §. 360 Nr. 11 des S Rectsirrthum. worden, enthält §. 360 allgemeine Strafandrohung gegen jed unter dem Schuß der öffentlihen Ord Gerechtsame; derselbe ver stand der öffentlihen O

ein Recht zur Züchtigung innerhalb der Grenzen dieses nicht unter das Strafgesez fällt, : Zufügung sciner Körperverlezung im Sinne de buchs, also n Erregung von körp Gesundheitszefährd Integrität besteht, die Ausübung des Züchtigungsrech einshränkt, insbesondere die V bestimmte Bedingungen knüpft Grenzen dem Schüler widerrechtlich is und,

so beruht dessen Verurtheilung trafgeseßbuchs niht minder auf Reich8geriht wiederholt ausgesprochen trafgeseßbuhs keineswegs eine en störenden Eingriff nung stehenden Interessen und pönt vielmehr nur solche den äußeren Be- rdnung unmittelbar verleßenden Ungebühr- ch welhe das Publikum \chlechthin, nicht also ein renzter Personenkreis gefährdet oder belästigt und folcher- entlihe Friede im Allgemeinen beunruhigt wird,

gen in Strafsachen Band 1 Seite 400; Band 5 299 u. a. m.

Diese Folgerung ergiebt si, „Unfug“ irgendwie determiniren, Alternativen „ungebührliche Erreg übung groben Unfugs*“.

Züchtigung ng în der 3 Strafgesetz- prechend, îtn gfügiger, mit J Törperlichen soweit das zuständige Landesrecht ts innerbalb bestimmter Grenzen ornahme förperliher Züchtigung an eine unter Ueberschreitung dieser vom Lehrer zugefügte Körperverleßung objektiv sofern dabei der Lehrer vorsäßlich gehandelt, h. wissentlih die ihm bekannten Grenzen des Züchtigungsrechts ritten hat, den Strafbestimmungen des Strafge vorsäßlicher Körperverleßzung untersteht. ¿ S. 10; Bd. V S. Bd. XV S. 376; Bd. XVI S. Bd. V S. 794).

Wie vom

Nr. 11 des S amentlich, dem Zwecke der Züchtigung ents

erlihem Schmerze oder fonstiger gerin ung nicht verbundener Störung der daß dagegen,

individuell be gestalt der ó Entscheidun

will man überhaupt den Begriff

aus der Gleichstellung der beiden ung ruhestörenden Lärms" und „Ver- In gleicher Weise, wie un durch den Gehörsfinn auf das Empfindungsleben

seßbuchs wegen (Entscheidungen in Straf- 129, 193; Bd. IX S. 302;

ebührliher Lärm 34; Rechtsprehung in Strafsachen

eunruhigend und

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F. M. F. Seitens des Beklagten deshalb eine unbefugte ist, weil dieselbe dem Gesetz zuwider unter Benutzung des Namens des Fabrifk« arbeiters F. M. F,, der selbst kein Ges äft errihtet hatte und daher auch keins an I. E. und J. B. übertragen konnte, geschaFen worden war. Daß leßteres der Fall gewesen, folgert das Berufungsgericht aus einer Reihe sorgfältig zusammengestellter, erheblicher Thatsachen in einer für das Revisionsgeriht unanfe{tbaren Weise. Aus dem Umstande, daß Beklagter selbst bei diesen Vorgängen nit betheiligt war vielmehr die eingetragene Firma erst später von ihren registermäßigen Inhabern mit dem Geschäft, welches diese unter der Firma betrieben, erworben hat, ist zu Gunsten der Aufrecht- erhaltung der Firma für ibn, auch wenn ihm beim Erwerb der Firma deren gesezwidrige Entstehung troß Anwendung gewöhnlicher Aufmerksamkeit unbekannt geblieben, nichts zu folgern. Es fann Niemand das Recht, eine Firma zu führen, auf den Erwerb von einem Dritten stüßen, wenn dieser selbst fein Recht auf diese Firma hatte. Ein Grundsatz, wonach der Mangel eines Nechts Seitens des Veräußerers durch die Gutgläubigkeit des Erwerbers gedeckt würde, läßt sih für das Firm:nreht, insbesondere, wenn niht der Eigen- thumsverlust und Eigenthumserwerb an ciner zu Recht begründeten Firma, sondern die Beseitigung der Wirkungen der zu Unrecht er- folgten Begründung einer Firma durch Erwerb der unrechtmäßigen Firma mit einem mit dieser in Verbindung geseßten Ge\chäfte Seitens eines Dritten in Frage stebt, nah bestehender Gesckgebung nit rechtfertigen. Die bloße Rücksicht auf die Verkehrsficherheit, auf welche die in Bush Archiv für Handelsrecht Bd. 23 S, 228 flg. abgedruckte Entscheidung des chemaligen preußischen Ober-Tribunals die Ansidt, daß die Gutgläubigkeit des Nacherwerbers den Mangel des Rechts des Veräußerers decke, übrigens für einen Fall, in welwem eine zu Necht bestehende Firma von deren berehtigtem, aber vermöge Vorschrift des Vor- oder früheren Mitinhabers von der Befugniß zur Weiterveräußerung ausges{lossenen Inhaber an einen Dritten veräußert worden war, stützt, vermag einen solchen Grund nit abzugben, da das Handelsgeseßbuch den Grundsatz der Firmen- wahrheit aufstellt und von diesem nur ganz bestimmte Abweichungen zuläßt, der Grundsatz aber seine Bedeutung durchaus verlieren wurde, wenn Derjenige, der eine Firma dem Geseß zuwider begründet, dieselbe do dadur zu einer gültigen zu mahen und aus seinem Handeln Vortheil zu ziehen vermöchte, daß es ihm gelingt, für dieselbe cinen gutgläubigen Erwerber zu bekommen. Offenbar hat die Eintragung der Firma im Handelsregister durchaus nit die Bedeutung, einen öffentlihen Glauben zu Gunsten der Be- rechtigung des eingetragenen Inhabers zur Firma für eine Weiter- veräußerung zu beanspruchen. Der Artikel 306 des Handelsgeseßzbuchs ist niht anwendbar, weil er auf Rechte überhaupt nicht zu beziehen ist und insbesondere niht die Tendenz verfolgt, da, wo überhaupt bisher noch kein Recht entstanden ist, es bloß wegen eines Anscheins, daß es bestehe, und des guten Glaubens einer Person, daß es bestehe und ihm übertragen werde, hervorzurufen. Es ift au bereits wieder- bolt vom Reichsgeriht Dritterwerbern das Recht, eine Firma zu führen, deshalb abgesprochen worden, weil dieselbe zu Unrecht geschaffen worden oder der Veräußerer zur Uebertragung nicht befugt war, ohne

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