1889 / 238 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Wallner-Theater.

Als nächste Novität geht die vieraktige Posse mit Gesang: „Der Dompfaff* “ias R. Kneisel und H. Hirschel, Musik von Friß Krause, in Scene. Die Sonntags-Aufführung des Volksstücks „Der rehte Sélüfsel“ erfreute sih bei sehr gut beseßtem Hause wiederum einer durchweg beifälligen Aufnahme.

Residenz-Theater.

Die vierhundertste Aufführung des Schauspiels „Fernande“ findet am Donnerstag, den 10. (nicht den 18.) Oktober fta!t. Für Freitag, den 11. Oktober ift die Première des dreiaktigen Schwanks „Ehe- ferien“ (Les vacances du mariage) von Albin Valabrègue und M. Mans angeseßt. Als lever de rideau sfoll dazu das einaftige ustspiel „Funken unter der Asche®“ von Heinrich Stobizer gegeben

werden. Philharmonie.

Das Eröffnungs-Concert des Philharmonischen Or- che sters fand gestern vor einem alle Pläße des Saals und der Logen einnehmenden Publikum statt. Das sehr reibhaltige Programm bot viel Anziehendes dar, und es standen die Leistungen der Kapelle auf dem -bereits anerkannten künstlerishen Höhepunkt, den sie durch forg- fältige Leitung ihres Kapellmeisters des Hrn. Kogel, wie durch die vortrefflihe Begabung ihrer Mitglieder erreiht baben. Die sebr forrekte und s{chwungvelle Ausführung der „Tannhäuser-Ouverture“ von Wagner, der Ouverture zu „Oberon“ von Weber, sowie der ungarischen Rhapsodie Nr. 2 von Liszt und der großen „Lohengrin- Fantasie“ von August Düpont, dem belgischen Komponisten, verdient ganz besonders lobend hervorgehoben zu werden, zumal die in den leßtgenannten Werïen dargebotenen technischen Schwierigkeiten von Seiten des Orchesters mit größter Sicherheit überwunden wurden. Au(ch die zarte Behandlung der Variationen aus dem A-dur-Quartett ven Beethoven, und der Vallet-Suite von Delibes wurde mit leb- haftem Beifall aufgenommen. Einen wahren Beifallssturm aber erregte der Vortrag des Largo für Violine, Harfe und Orgel von Händel, dur die Concertmeifter Bleuer, O. Müller und I. Fey vortrefflich ausgeführt, sowie das Flötenspiel des H1n. J. Andersen, der mit staunens- wertber Virtuosität die Variationen über den „Carneval von Venedig“ von Demerssemarn vortrug. Auch Hr. Vleuer brachte sein ausgezeih- netes Violinspiel in den „Zigevnerweisen“ von Sarasate be- sonders zur Geltung. Außer den genannten Piècen wurden noch leihtere Duverturen von Thomas und Auber und einige beliebte Stüde von Gillet, Strauß, Taubert und Meyerbeer dur die Ka- pelle vorgetragen, die sich gleihfalis einer sehr günstigen Aufnahme erfreuten. Am Dienstag, den 8. Oktober, findet das erste Sirfonie- Concert des Philharmonischen Orchesters statt.

Mannigfaltiges. Im Jahre 1888 waren in Berlin nah zuverläfsigen Berechnungen

nur noch / 4 Kirchengemeinden unter 5 000 Seelen;

9 2 zwishen 5— 10 000 : 6 ; 5 10— 20 000 ¿ 8 : 20— 50 000 i 7 é 4 50—100 000 J 3 « 100—130 000 7

Dies Verhältniß wird voraussihtlich von Jahc zu Jahr immer ungünstiger. Aus den Provinzen sind in Berlin naÿ den vor mehreren Jahren gemachten Angaben eingewandert, d. h. sol{e, die noch in der Provinz geboren und dann in der Regel als Erwachsene nach Berlin gezogen sind, und welche bei Weitem der

roßen Mehrzahl nach dem arbeitenden Stande angehören : us Brandenburg über 260 000, aus Schlesien über 110 000, aus Pommern über 90 600, aus Sachsen über 80 000, aus Posen über 70 000, aus Ostpreußen über 50 000, aus Westpreußen über 50 000, aus der Rheinprovinz über 15 000, aus Hannover über 12 000, aus Westfalen über 10 000, aus Hessen-Nassau über 8000, aus Schleêwig- en über 5000, aus Mittel- und Süd-Deutschland über 15 000.

iese Zahlen beweisen beredter als Worte, wie groß die kirchliche

Noth in Verlin ist, Aber die Zahlen sagen noch nit, wie er-

Wetterbericht vom 6. Oftober, Moraens 8 Ubr.

autorisirter theilweiser Benutzung der Idee und einiger Original-Lieder aus J. Victor von Steffel's E Dichtung, von R. Bunge. h Guillemin. Dirigent: Musikdirektor Wegener. An-

grin. Romantische Oper in 3 Akten von Richard Afrika.

studirt: Jhr Taufschein. Lustspiel in 1 Akt von E E In Scene geseßt vom Direktor | ‘? ere

\hreckend in den armen Massengemeinden der Vorstädte Elend, Noth und Verzweiflung in jeder Gestalt auftreten. Und überall fehlt es an dem, was an dem wa{senden Unglück und der stets drohenderen Gefahr am besten entgegen wirken kann, an dem Worte Gottes, welches durch tüchtige Seelsorger und durch Samm- lung der zerstreuten Gemeindeglieder in Gotteshäusern verkündet wird. Deshalb kamen in Westfalen und in der Rheinprovinz Mit- glieder des zur Linderung der geistlihen Noth bei den Volkêmassen unter dem Protektorat Jhrer Majestät der Kaiserin begründeten Evangelisc-kirchlihen Hülfsvereins auf den shönen Gedanken, Ihrer Majestät, welche \sich mit besonderer Liebe und Interesse der Roth der armen Massen annimmt, Gaben zu sofortigen Kirhbauten und zur Ermöglihung der Anstellung von Geistlihen zu Füßen zu legen. Jn der . Generalversammlung des Rheinishen Zweig- Vereins wurde Anfang Mai darüber in Köln Beschluß gefafit, und {on am 22. Mai überreihte eine Deputation Ihrer Majestät der Kaiserin den ersten Ertrag von 20 000 #, welchem Ihre Majestät sofort dieselbe Summe mit Dank und Freude hinzufügte. Diese Summe hat si durch Gaben einzelrer Freunde von 1—10 000 vermehrt; ein {wer kranker Berliner Kaufmann spendete vor einigen Tagen 20 000 ##; der Berliner Magistrat hat in entgegenkommender Weise unentgeltlich Kirhbaupläge angeboten , sodaß IhreMajestäten der Kaiser und die Kaiserin die Vorarbeiten zunähst zum Bau von zwei Kirchen in den Vorstadt-Gemeinden angeordnet haben. Be- sonders groß if die Noth in der Vorstadt Rummels- burg, wo mit den nrächstgelegenen Orten, Bexhagen, Theilen von Treptow, Stralau und Lihtenberg, welche zu einer Gemeinde vereinigt sind, eine arme Arbeiterbevölkerung von fast 10 000 Seelen ohne Kirhe und ohne Geistlichen ijt und ih der Geistliche der eine halbe Siunde entfernten Gemeinde Lichtenberg über mensck&lice Kraft abarbeitet, um nur die allernöthigsten Amtshand- lungen masserweife zu vollziehen. Wie ist es da mögli, Herz und

Sinn für den Trost und die Kraft des gôttlilen Worts

empfänglih zu machen? Hier gilt es, {nell und sofort zu helfen, ehe es zu spât ist; hier gilt es, Versäumtes wieder gut zu machen. Dürfen wir die-verarmten Massen länger darben und immer mehr ins Unglück sinken lassen, und wollen wir die Augen gegen die daraus erwahsenden Gefahren verschließen? Es gilt daber zu zeigen, daß die Evangelischen unter dem Vorgange und Vorbilde ihrer Kaiserin in dem Wichtigsten auf Erden {nell und gern mit vereinten Kräften kelfen, änd daß vor Allem die mit irdischen Gütern reih Gesegneten aus ihrem Ueberfluß sich der Noth der Aermsten mit dankbarem Herzen und freigebiger Hand annehmen.

Am Donnerstag, den 10. d. ‘M., Mittags, wird im Kuppelsaale des Landesausstellungs-Palastes in Berlin die feierliche Preisvertbeilung an die Aussteller der Deutscben All- gemeinen Ausstellung für Unfallverhütung stattfinden. An diese offizielle Feier wird \sih cin Festmahl anscließer, welches im großen Saale des Dreber'’shen Restaurants stattfindet.

_ Das Lehrprogramm der Humboldt-Akademie in Berlin für das 4, Quartal d. J., das soeben erschienen ist, enthält die aus- führlihen Anzeigen von 32 Vortragëécyklen aus den Hauptgebieten der Natur- und Geisteswissenschaften, welde an den Woghenabenden 7—8 und 8—9 Uhr, Georgenstraße 30/31. vom 14. Oktober ab für Herren und Damen stotifinden werden. Das Programm bringt eine größere Anzahl neuer Vortragsgegenstärde von bedeutendem Interesse. Neben den altbewährten Dezenten werden auch neu gewonnene Lehr- frâfte wirken.

In Folge der Einführung eines neuen Packettarifs in Nor- wegen ermäßigt si das Porto für Postfrachtstücke aus Deut\ch- land nah Norwegen auf der außerdeutshen Beförderungsstrecke nicht unwesentlih, und zwar um 7 S für jedes Kilogramm. Auch ist die Gewittsgrenze für derartige Sendungen nach gewissen Orten Nor- wegens bei der Beförderung über Shweden auf 25 kg und bei der Beförderung auf anderem Wege auf 48 kg erweitert worden. Auf die Taxirung der billigen kleinen „Postpackete“ nach Norwegen bezieht sh jene Taxänderung nit, wie wir erläuternd hinzufügen.

„Circus Renz“ öffnete am Sonnabend von Neuem seine Hallen in der Karlstraße, nachdem Hr. Direktor Renz das Gebäude allen Anforderungen der Neuzeit und den Bedürfnissen der Großftadt entsprehend hat umbauen, erweitern und vershörern lassen. Jeßt faßt es 5070 Personen, während es früher kaum 4000 Pläte enthielt Das Orchester ift verlegt, ebenso die Hofloze; die Manege

wird jeßt überragt von einem eleganten Kuppelbau, und vier große Gasfronen sorgen im Verein mit elektrischem Lit für eine ausgezeiGaele Beleuchtung. Die Ventilation is neu regulirt und zahlreihe Ausgänge bieten für den Fall der Gefahr die Möglich- keit \hneller Entleerung. Dem neuen Gewande entsprechend fübrte sih die Gesellschaft wieder auf das Rühmli {ste ein. Hr. Direktor Renz wurde, als er fih dem Publikum bei Beginn vorstellte, von lautem anhaltenden Beifall empfangen und dur drei große Lorbeerkränze er- freut. Au Hr. Franz Renz erhielt einen Kranz, als er die beiden arabischen Schimmelhengste „Albatros* und „Kolibri® in Freiheit vorführte, Die Leistungen waren sämmtli vortrefflich. Besonders bervor- gehoben zu werden verdient die Sculreiterin Elvira Guerrg mit ihrem Vollbluthengst „Campeador“: man wird selten eine so große Harmonie wiederfinden, wie sie hier zwischen dem Willen der Reiterin und den Bewegungen des vorzügli geshulten Pferdes zu beobachten ist. Eine weitere Glanz nummer waren die rier von Hrn, Fr. Renz in Freiheit vor- geführten irländishen Vol: blut-Jagdpferde : ferner Alexander Briatore in feinen Salto-Mortales zu Pferde, weiter die Konkurrenz-Jockey- reiterinnen Lillie und Rofa, die es mit manchem Jockeyreiter auf- nehmen können. Eine eigenartige Neuheit biltete die jugendliche militärishe Truppe des Sergeanten Simm, eines Negers, welcher den neun unter seinem Kommando stehenden Jünglingen oder Kindern eine erstaun- lihe Präzision in militärischen Uebungen beigebracht hat. Auch die übrigen hier niht genannten Künstler leisteten durchweg Au8gezeihnetes. Das den Circus bis auf den leßten Play füllende Publikum gab in steigendem Maße feiner Befriedigung über die Leistungen sowie darüber, daß Renz mit seiner Gesellschaft hier wieder Einzug gebalten hat, Ausdru.

Kreuznach, 7. Oktober. (W. T. B.) Gestern fard urter großer Theilnahme der Bevölkerung bei prahtvellem Wetter die Er- öffnung der Hunsrücck-Bahn statt. In dem abgelassenen Fest-Ertrazuge fubren der Regierungs: Präsident von Puttkamer, der Ober-Regierungs-Rath Koch, die Landräthe der Kreise Simmern und Kreuznach, sowie zahlreihe Bau- und Betriebsbeamte. Von heute ab beginnt der Verkehr der planmäßigen Züge.

Mainz, 4. Oktober. (Frankf. Journ.) Aus der neuen Mainbrücke zu Kostheim wurde gleich nach der Legung des Grundsteins die in diesen vershlossene Urkunde gestohlen. Die Großberzeglihe Staatsanwaltschaft erklärt nun heute Abend amtlich, daß die Urkunde si in einer etwa 27 cm langen, 20 cm breiten und 3 cm dicken kupfernen Kap/el befunden hat, welche leßtere zugelöthet war. Die Kapsel ist nach Entfernung des Stlußsteinsaus dem Aufsay des Brückenpfeilers weggenommen worden, und man vermuthct, daß das Herausheben des Sthluß- steins von fackundiger Hand ausgeführt wurde. Das Greßkerzog- lihe Ministerium der Finanzen hat Demwjenigen eine Be- lohnung ron 100 F ausgeseßt, welcher die Urkunde unversehct zur Stelle bringt oder den Thäter derart bezeihnet, daß derselbe zur Strafe gezogen werden kann. Belohnungen iy gleicher Höhe gewähren auch die Gemeinde Kostheim und die Brückenbau-Unternehmuna.

London. Ein interessantes Kartenspiel ist hier, wie die eElberf. Zig.“ mittheilt, im öffentlihen Versteigerungswege für 1500 Fr. verkauft worden. Es flammt, vom Beginn des 18, Jahr- hunderts und enthält eine Reihe von Zeichnungen und Bildnissen aus der Regierungszeit der Königin Anna von England. Man sieht auf den Vlâttern die Siege Marlborough's und die Seeshlachten der Zeit. Die Coeur-Königin stellt die Königin Anna vorz der Coeur- König ist Prinz Georg von Dänemark; die Carreau-Königin ist die Königin von Dänemark, die Trefle-Königin die Königliche Prinzessin von Preußen und die Pique-Königin die Prinzessin Anna von Rußland, Die anderen Bildnisse stellen die Staatsmänner der Zeit vor.

210. Vorstellung.

VPictoria-Theater. 911. Vorstellung. Neu ein- Moszkowsfi und Rich. Nathanson.

Dienstag: drei Bewerber zugela} } zugelaffen, Zeitgemälde in 11 Bildern von Alex. | "ges Nähere die Plakate. Morgen: Vor-

Ballet von C. Severini.

Wallner=-Theater. Dienstag: Zum 14. Male: | Zuaven-Uniformen) in ihren neuen \taunererrezenden

Schlathten-Lagerbildern. Auftreten der renom-

Ballet von Charles Dn e Sihl Anfana 71 Uk i & Baszsgen mirtea Künstlerfamilie Briatore. Mr. Melbville als Mittwoch und Donnerstag: Dieselbe Vorstellun Ä vorzügl. Reiter. Wiener Gigerl-:Quadrille, geritten

Briaitta. In Vorbereitung: Der Dompfaff. Posse mit Reitkünstleri w. Lilli í ‘p RES

Trauerspiel in 5 Alten bon Richard Voß. In | Gang in 4 Akten von R. Kneisel und H. Hirschel. | Frl. Guerca als Sculreiterin. Me, Meggeb

Scene agleßt vom Direktor Dr. Otto Devrient. n Friß Krause. r.

Mittwoch: Opernhaus. 198, Vorstellung. Loheun-

von 16 Damen. Auftreten der neuengagirten

Ftl. Guerra als Sculreiterin. Mc. Megtgeh mit feinem dressirten Esel. Eine Prämie von 59 an Denjenigen, welcher denselben drei Mal im Stanley in | Galopp in der Babn herumreitet, es werden nur

Mußk von C.

Aufang stellung.

E. Renz, Direktor. E A

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Montag, den 7. Oktober

1589.

mm

M 238.

Das Natioualdenkmal für den Hochscligen Kaiser Wilhelm x.

Nachdem das Preisgeriht die zur Konkurrenz zum National- denfmal für den Hochseligen Kaiser Wilhelm I. eingegangenen Ent- würfe einer Beurtheilung unterzogen und fech8s Arbeiten mit Preisen auégezeichnet hat, dürfte es angebracht sein, die betreffenden Entwürfe in Bezug auf ihre Bescaffenheit und geplante Lage einer näeren Netrachtung zu unterzieben,. : :

Mit je cinem ersten Preise wurden zwei Entwürfe ausgezeichnet, nämli derjenige mit dera Kennwort „Kaiser und Reich“ und ein zweiter mit dem Kennwort „Für Kaiser und Reich®.

Die Autoren des Entwurfs „Kaiser und Rei“, die beiden Architekten Wilbelm Rettig und Paul Pfann zu Berlin, planen einen mähtigen monumentalen Bau dem Reibstagegebäude gegenüber auf der Stelle, wo sich çegenwärtig das Kroll'sche Eta- blissement erhebt. Der Bau i} mit dem Siegesdenkmal und dem Yarlamentêgebäude durh weit ausgedehnte Arkaden zu einem großen Ganzen verbunden; er liegt auf einer 6 m boben Terrasse und besteht aus einer 130 m langen Säulenkballe und einem dahinter liegenden 40 m weiten Kuppelbau. Der Fußboden des leßteren liegt 45 m höher als derjenige der Säulenhalle, und man gelangt zu ihm über einen 10 m hohen Treppen- lauf. Aus der Mitte des Fußbodens des Kuppelraums ist -ein 20 m großer Raum aus®geschnitten, dessen Fußboden 5 m tiefer liegt als der des oberen Kuppelraums, also noch um einige Stufen tiefer als dec Fußboden der vorderen Säulenhalle. Der Zugang zu diesem unteren Raume erfolgt gleihfalls von dieser Säulenballe aus und ¡war zu. beiden Seiten der großen Mitteltreppe. Die Terrajse trägt als Wandelgang eine freie Säulenhalle, welche den ganzen Rundbau nmch dem Thiergarten zu umgiebt. In dem mägtigen Kuppelraum soll die erzene vergoldete Reiterstatue des Kaisers Play finden, während zu Füßen des Postaments die an einem steinernen Tischen fißende Gestalt Kaiser Barbarossa's an die alte Prophezeiung vom Wiedererstehen des_ Reichs erinnert. Ringsum stehen in diesem runden Unterbau die Statuen der alten Kaiser, während auf dem Fußboden des oberen Kuppelraums die Standbilder der an der Gründung des Deutschen Reichs 1871 betheiligten deutshen Fürsten Aufstellung finden sollen. Was die Höhe des ganzen Baues anbetrifft, so wird die zierlich durchbrochene Kuppel fo ziemlich gleich hoh mit derjenigen des Reichstagsgebäudes sein.

Der Urheber des mit dem Vermerk „Für Kaiser und Reich“ versebenen Entwurfs, Architekt Bruno Sch{mit (Berlin), hat folgenden Gedanken zu Grunde gelegt: Im Schnittpunkt der Char- lottenburger Chau'see und der Sieges-Allee ift cin großer Arkaden- hof geplant. Die Chaussee ist Üüberwölbt mit einem mächtigen triuumphbogenartigen Bau, von welchem aus im Halbkreis monumental gehaltene niedere Wände nah Charlottenburg zu den Plaß abs{ließen. An den Schnittpunkten der Sieges-Allee ist die Rotunde offen, ebenso nach dem Brandenburger Thor zu, während in den Viertel- kreisen an den betreffenden Schnittpunkten dekorativ-gehaltene runde niedere Wände eingebaut sind, in deren nach innen zugemün- deten Flächen mit reiher Skulptur geschmückte Springbrunnen ihre Waßer spielen lassen. Der Triumphbogen ift mit allego- rishen Figuren und Reliefs in reicher Fülle geschmüdckt. In- mitten des kreiéförmigen Plaßes erhebt sich auf ellipfoidish geform- tem Sockel das Reiterstandbild, welches den Kaiser mit der Krone und dem Reichtshwert darstellt. Der Sockel ist einfa gehalten ; seine Stirn ist mit dem Reichsadler geschmüdckt, der von Putten ge- frônt wird.

Mit dem zweiten Preise wurden vier Entwürfe bedacht, deren erster, von dem Bildhauer Adolf Hildebrand (Florenz) berrührend, das Motto: „Vivos voco“ trägt und die Errichtung eines mausoleumêartigen Gebäudes plant. Eine mächtige Kuppel frônt den Bau; sie wird von vier hervortretenden thurmartigen Eck- bauten umgeben und gestüßt. Während in dem zusammenfassenden und berrshenden Kuppelbau der in der Kaiferlihen Mat sich ver- inigenden Kraft der deutschen Regierungen Ausdruck gegeben ift, bedeuter, die vier Eckbauten die wesentlihen Lebens- und Kraftäuße- rungen des deutshen Volkes, indem die beiden an der Vorderseite links dem Wehrstand, rechts dem Nährstand, die beiden an der Rük- jeite dem Handel und der Industrie, der Kunst und Wissenschaft gewidmet sind. Jede dieser Eckbauten hat zwei Außenwände, deren eine die der Bedeutung entsprechenden Reliefdarstellungen, deren andere eine Inschrifttafel mit ¿wei allegorishen Relieffiguren trägt. Im Innern enthalten die vier Eckbauten je _zwei Nischen mit der Be- deutung entsprehenden Rundfiguren. Die Karyatiden der offenen Ein- trittshalle stellen, zu je zweien vereinigt, einen Fest:ug deutscher Jung-

frauen dar. Dem Eintrittsthor an der Vorderseite des Denkmals ent- spricht an der äußeren Rüdseite eine Nische; dicselbe enthält einen Herold zu Pferde. Die beiden ge\{lossenen äußeren Seitenwände sind durch je drei Rundreliefs geziert, zu Seiten der Façade stellen die beiden kolossalen germanishen Rofsebändiger die deutsche kriegerische Kraft dar. Die Treppenanlage, welche außen zu dem Gebäude ktinaufführi, ist so niedrig gehalten, daß der sich Nähernde von außen durch das weit geöffnete Thor das Kaiserbildniß sieht. Dieses thront an der Hinter- wand des mittleren Kuppelsaales in reicher Nishe. Der Kaiser ist in vollem Ornat dargestellt, in der Rechten Eält er das Reichsshwert, über ihm hängt das Reichétwappen. Auf dem Postament ist sein Name in cinem Lorbeerkranz sowie das preußische und bohenzollernsche Wappen angektracht. Dem Kaiser zur Linken hält ein Engel die Krone, zur Rechten reiht die Germania ibm das Szepter. An deu vier Wänden sind große allegorisce Reliefdarstellungen geplant, die Gewölbezwiel über denselben sind mit Reich8adlern ges{müdckt. Zur Erweiterung des Mitteibaues dienen Seitenhallen, in welchen Fresko- gemälde, Bildsäulen berühmter Feldherren und dergl. Aufnahme finden könnten. Als Plaß ift eine Stelle im Thiergarten vor dem Brandenburger Thor gedacht.

Ein weiterer Entwurf trägt das Motto „Friede“. Sein Ur- heber ist der Bildhauer C Hilgers zu Charlottenburg. Was zunächst das Standbild felbst angeht, so ift Kaiser Wilhelm als Triumphator mit lorbeerumwundenem bloßen Haupt gedaht: auf den rechten S0yenkel stüßt er das mähtige Schwert; das kräftig vor- \hreitende Roß deutet die Vorwärtsbewegung an. Der ellipsoidisch geformte, gegliederte Sockel trägt an den Längsfeiten Trophäen auf wenig hbervorspringenden Postamenten; an der Stirnwand hat eine mit geôöffneten Flügeln dasißende allegorische Figur, der Friede, Platz genommen ; fein Haupt trägt den Helm, die eine Hand ein Schwert, die andere einen Scild, auf dem das Wort „Friede“ in goldenen er- babenen Lettern steht, mit dem Fuß zertritt der Genius die in Drachengestalt gedachte Hydra des Krieges. Auf der Rückseite des Postaments liegen am Boden Palmen und Lorbeerkränze. Ein dreistufiger Treppenbau ladet weit aus. Als Aufstellungêort ist der Plat vor dem Brandenburger Thor gedacht. Die beiden Privatgebäude und die tempelartigen Anbauten zu beiden Seiten des Thores sind weg- gerissen, ein rundliches Forum vor demselben ist als Abschluß der Straße „Unter den Linden“ gedacht. Dies Forum besteht aus einem reihgegliederten Rundbau, dessen Flächen mit Mosaikgemälden ge- \{chmüdckt sind, während Ausbauten im Stil des Brandenburger Thores in Form von fäulengetragenen Hallen nach innen vorspringen ; in Nischen und an sonstigen geeigneten Stellen finden Standbilder berühmter Feldherren u. \. w. Plat. Ueber der Chaussee erhebt sich als Durchgang ein dreitheiliger Portikus, vor welchem tas oben be- \hriebene Standbild des Kaisers Plaß findet. Um die nah außen zugewandte Seite des Forums laufen jonishe Säulen.

Vom „Felszum Me er betitelt si der von Professor S chaper (Berlin) und dem Ar(itekten Ferber bergestelltie Entwourf. Als A ufftellungspunkt ist der Play vor dem Brandenburger Thor und zwar in der Achse der Charlottenburger- Chaussee in Aussicht ge- nommen. Ein halbrunder Kreis wird geschaffen dur einen impo- santen Arkadenbau, dessen Mitte ein großartiger Triumphbogen ein- nimmt, der in angemessener Entfernung vom Brandenburger Thor steht, zu dem er gewissermaßen ein Propyläon bildet ; der Platz innerhalb des halbkreisförmigen Forums stellt sid als eine erhöhte Plattform dar, zu welher Stufen hinaufführen. In der Mitte dieser Plattform erhebt sih das Reiter-Standbild auf hohem Sotel, welcher mit allegorishen Figuren belebt ift. Zu beiden Seiten des Triumphbogens und der Front der Plattform in \ch{räger Are zu den Bogen erbeben \sich die vier Reiter - Standbilder der Könige von Sachsen und Bayern, des Kaisers Friedri 111. und des Prinzen Friedrih Carl. Das Innere der Säulenhallen ift zur Aufnahme von Feldherrnstatuen be- stimmt, auch wird auf den beiden Wandflächen Gelegenheit zur An- bringung großer monumental gehaltener Gemälde Gelegenheit gegeben. Die Hallenbauten erhalten nah dem Brandenburger Thor zu rylonen- artige Abschlüsse, auf deren Plattfermen Quadrigen und Victorien A die Pylonen werden Springbrunnen an ihrer {malen Frontseite erhalten.

Der leßte der mit dem zweiten Preise gekrönten Entwürfe ist mit dem Motto „Deuts ch“ versehen und hat Professor Schilling in Dresden zum Autor, der architektonishe Theil rührt von den Architekten Schilling und Gräbner in Dre2den her. Das Projekt zeigt uns einen imposanten Triumphbogen, vor welchem si die Reiterstatue des Kaisers erbebt, während die Pfeiler zu beiden Seiten des Thores mit den Statuen des Reicskanzlers Fürsten von Bismarck und des General-Feldmarschalls Grafen von Moltke ge-

\{müdt sind. Die Hocbreliefs an den daranstoßenden Wänden stellen die bervorragendsten Heerführer zu Pferde dar, die Flatrelicfs über ihnen Gruppen von Victorien, um an die {nell ih einander fol- genden Siege des obersten KVBunde®feldherrn zu erinnern. Die gekuppelten Ecksäulen trauen Gruppen, welhe die

egententugenden: Frömmigkeit, Weiéheit, Liebe und Gere(btigkeit ver- sinnbildlihen. Zu beiden Seiten der auf einer Quadriga stebenden Germania auf der Plattform des Baues liegen Kunst und Wissen- schaft. An den inneren Flächen des Iriumphktogens find die Wapven von Elsaß und Lothringen inmitten von Eichenzweigen dargestellt, um an die Einverleibung der Reichëlande in das Reich zu erinnern. Die vom Beschauer linke äußere Seite des Baues z-:iat als Hauptrelief die Eröffnung des Deutschen Reichstages, das Relief darunter ver- anscaulicht die Reichstagêwahlen, Andeutungen des Flottenbaues, der Eirführung des einbeitlihen Post- und Telegraphenwesens, während das obere Relief die Entrollung der norddeutschen Bundesflaage, der Kriegs- und Handelsflagge versinnbildlict. Das Hauptrelief rechts vom Beschauer zeigt die Kaiserproklamation in Versailles, das darunter die Einführung der Justizgeseßze sowie des einheitlihen Maßes und Gewihtes, links die Gründung der ersten deutshen Kolonien und rechts die segensreihe Wirkung des Kranken- und Unfallversiherungsgeseßes. Das obere Relief zeigt die Entfaltung der Kaiserflagge, von ihr ausgehend Macht und Segen. Auch die Rückseite des Baues zeigt. in entsprehender Weise allegorishe Dar- stellungen, wie z. B. durch zwei Löwen die Unnahbarkeit der Schöpfung des Kaisers ausgedrücki wird. Die Gruppen auf den gekuppelten Säulen versinnbildlien die Feldberrntugenden, Reliefs verberrlihen die errungene Waffenbrüderschaft, die Treue der den Fahneneid leistea- den Iugend u. a. m.

Handel und Gewerbe.

In der am Freitag abgehaltenen ordentlihen Generalversammlung der Deutschen Indufstrie-Aktien-Gesellschaft wurde die Bilanz, das Gewinn- und Verlustconto geprüft und genehmigt, sowie dem Vorstand und dem Aufsichtsrath Decharge ertheilt. Der Reingewinn \oll na Abzug der vertragsmäßigen Tantièmen auf neue Rechnung übertragen werden,

Der Aufsihtsrath der Neu enGas-Aktiengesell schaft hat nah Vorlegung der Bilanz und des AbsHlusses bes&lofsen, nah Vornahme der statutenmäßigen Abschreibungen fowie Dotirung des Erneuerungs- und Reservefonds, der Generalversammlung die Ver- theilung einer Dividende pro 1888/89 von 5/69, gegen 51/2% im Vorjahre, vorzuschlagen.

London, 4. Oktober. (A. C) Drei große, über 2090 Ar- beiter beshäftigende Baumwollspinnereten in Preston, welche in Folge des Baumwollrings 9 Tage gefeiert hatten, nahmen gestern den Betrieb wieder völlig auf.

London, 5. Oktober. (W. T. B) An der Küste 1 Weizen- ladung angeboten.

7. Oktober. (W. T. B.) Die Getreidezufuhren betrugen îin der Wobe vom 28. September bis zum 4. Oktober: englisher Weizen 7311, fremder 23 811, englishe Gerste 2876, fremde 15 891, englische Malzgerste 18 040, fremde —, englischer Hafer 577, Ee 68 282 Orts. Englisches Mehl 20 9053, fremdes 12 127 Sadck,

Faß.

Glasgow, 5. Oktober. (W. T. B.) Die Vorräthe von Roheisen in den Stores belaufen sich auf 999 726 Tons gegen 1 011 303 Tons im vorigen Jahre. Die Zahl der im Betriebe befindliben Hochöfen 84 gegen 87 im vorigen Jahre.

Sofia, ò. Oktober. (W. T. B) Die Regierung wird am 9./21, Oktober aus der Zehent - Abgabe berrührendes Getreide :um Verkauf bringen, darunter ungefähr 50 Millionen Ofa barten Weizen, 21 Millionen wei{@en Weizen, 1 800 000 Oka Mis{hweizen, 13 Millionen Oka Roggen, 18 Millionen Oka Gerste, 1 Million Oka Spelz, 9 Millionen Oka Hafer und 3000090 Ofa Hirse. Die Verkaufsbedingungen werden durch die großen europäischen Zeitungen veröffentliht werden.

New- Vork, 5. Oktober. (W,. T. B.) Der Werth der in der vergangenen Woche eingeführten Waaren betrug 8 066 487 Doll, gegen 7 942 162 Doll. in der Vorwowe; davon für Stoffe 2588-720 Doll., gegen 2 008 793 Doll, in der Vorwode.

6. Oktober. (W. T. B.) Nat einer Depesche aus Lima hat der Senat von Peru die Vereinbarung mit den aus- wärtigen Inhabern peruanisher Obligationen genehmigt.

Besezung. Arthur Stroband, Kaufmann, Hr. Reicher. Hermine, seine Frau, Frl. Poppe. Pasewalk, Rentier, Hr. Krause. Ottilie, seine Tochter, Frl. Conrad. Dr. Paul Rußler, Hr. Vollmer. Ein

: A Der - Mann der Freundin. Lustspiel in 1 Akt von Ernst Wi(ert. In Scene geseßt vom Direktor Dr, Otto Devrient. Beseßung. Professor Hans Hammer, Hr. Keßler. 5 i Hochenburger. Amts- rihter Friß Wehrmann, Hr. Ludwig. Julie, Frl.

Zum Schluß: Zum 1. Male: Post lTestum. Lustspiel in 1 Aft von Ernst Witert. In Scene

Beseßung. General a. D. von Oberberg, Hr. Sauer. | Frida, seine Tochter, Frl. Kramm. Emilie von Lautern, ihre as o Frl. Conrad. Professor Walter Stern,

Regierungs - Assessor Friy von Brunnen, Hr Müller. Ein Lobndiener, Hr. Will.

| 2E! / a2 |D2S | E 5 i SLS S== | fang 7 Uhr. Stationen. | =2S | Wind. | Wetter. |ZS | Stcauspielhaus. | S | | Ss S A2 | Z == D N | (A Anfang Mullaghmore | 754 WSW 5d wolkig 11 Aberdeen | 749 SW 2'bedeckt 9 Christiansund | 755 O 3 wolkig 10 | Wagner. Anfang 7 Ubr. Kopenhagen . | 760 SO 3[Dunst 10 Schauspielhaus. Stocckholm .| 762 | still |bedeckt 10 paranda . | 765 O 2 \bededt 5 | Errst Wichert. t. Petersbrg.| 766 SO 1/bedeckt 11 Dr. Otto Devrient. Moskau... |_768 OSO Ukcedeckdt | 10 Cork, Queens-| | town ...| 757 NW 2 beiter 11 Cherbourg . | 760 |SSW 3 /bedeckt 11 O elder... | 758 S 1 wolkig 9 Diener, Hr. Berthold. plt .…..| 758 |SSW 1hhalb bed. | 10 | Hierauf: Zum 1. Male: amburg .. | 7600 SW 1 Nebel 9 winemünde | 760 |SO 2 wolkig!) 10 Neufahrwafser| 763 | till Nebel 6 Memel 763 | fill 'bedeckt 12 Ella, seine Frau, Fr. von Münster... | 760 |S 1¡wolkenlos | K Karlsruhe. . | 761 SW 2sbedeckt 12 ester. Wiesbaden . | 761 stillheiter | 12 Chemnis C R E 1 | z geseßt vom Direktor Dr. Otto Devrient. M 60 | i | : n n R P 8 | ¿s Mathilde, seine Frau, Fr. Kahle. Breslau... | 761 SO 3|bedeckt 8 Ile d’Airx, . | 764 SO 3\heiter [41 s Nizza .…. . | 758 ONO 4 Regen | 14 E Diel... | (60 still |bedeckt 18

1) Thau. 2) Nebel.

Uebersicht der Witterung.

Die Wetterlage ist nur wenig verändert. Von nabe gleicher Tiefe beherrsbt die etwas nördlich verlagerte Depression im Westen, deren Kern heute nôördlich von Swottland gelegen ist, die Wetterlage Europas nördlih der Alpen. Bei schwachen süd- westlichen bis südöstlihen Winden, ist das Wetter in Deutschland trocken und nahe normaler Tem-

peratur; im Süden

Einige Regenfälle fanden stellenweise im Süden, sowie an der g oiviettüste statt. Orsô meldet 25, egen.

Niz¿za 31 mm

I Theater - Anzeigen.

Königlihe Schauspiele. Vorstellung.=

hauc. 197.

von Säkkingen.

Vorspiel von Victor E. Nefßler.

hat Erwärmung stattgefunden.

Deutsche Seewarte.

Dienstag: Opern- Der Trompeter Oper in 4 Akten nebst einem

Dichtung mit

Ein Dierstmädchen, Frl. Golmidck. Anfang 7 Uhr. U

Deutsches Theater. Dienstag : Faust's Tod. Mittwoch: Das Glas Wasser. Donnerstag: Faust’s Tod.

Berliner Theater. Dienstag: Die wilde Jagd. ittwoh: Demetrius. Donnerstag: Die wilde Jagd. Tessing - Theater. Dienstag: Der Fal

Clémenceau. Schauspiel in 5 Akten von A. Dumas und A. d’Artois. Anfang 7 Uhr.

Mittwoch: Das leßte Wort. Schauspiel in 4 Akten von Franz v. Schönthan.

Donnerstag: Das leute Wort.

Die nächste Aufführung des Schauspiels „Nora““ findet am Freitag, den 11. Oktober, statt.

Mittwoch: Dieselbe Vorstellung.

Friedrich - Wilhelmstädtishes Theater.

Dienstag: Orpheus iu der Unterwelt. Bur- leske Oper in 4 BVildecn von Hector Cremieux, neu bearbeitet von Eduard Jacobson. Mußk von Jacques Offenba. Anfang 7 Uhr.

Mittwo&: Orpheus in der Unterwelt.

Resideaz-Theater. Direktor: Sigmund Lauten-

burg. Leßte Woce. Dienstag: Fernande. Pariser

Sittenbild in 4 Akten von Victorien - Sardou.

Deutsch von Eduard Mautner. Anfang Uhr. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung.

Central-Theater. Direktion: Emil Thomas.

Dienstag: Mit vollständig neuer Auéstattung und neuen Bildern: Zum 1. Male: Das lachende Berlin. Heiteres aus der Berliner Theatergesbichte mit Gefang und Tanz in einem Vorspiel und 3 Akten (7 Bildern) von Eduard Jacobson und H. Wilken. Musik von G. Steffens und H. Grau. Der humo- ristishe Festzug im 3. Akte is von Hrn. F. Graetz. entworfen. Anfang 7# Ubr.

Mittwoch: Dieselbe Vorstellung.

Adolph Ernst-Theater. Dresdenerstraße 72.

Dienstag: Zum 48, Male: Flotte Weiber. Gesangsposse in 4 Akten von Leon Treptorw. Couplets von Guftav Görß. Musik von Franz Roth. Anfang 7# Uhr.

Mittwoh: Dieselbe Vorstellung.

Urania, Austalt für volk3th. Naturkunde. Invalidenstr. 57/62 und Ausftellungs-Park, geöffnet von 12—11 Uhr. Dienstag, Abends Vhr: Gustav Amkerg: Ueber Elektricität.

Circus Renz, Karlstraße. Dienstag Abends 7 Uhr: Vorführen der 6 großartige- engl. Vollblut- p'erde dur Hrn. Franz Renz. Auftreten des Sergeant Sims’ jugendlihe militärische Truppe (westindische

Familien-Nachrichten.

Verlobt: Frl. Elifabeth Walte: mit Hrn. Paul Beer (Ohlau). Frl. Emilie Roßberg mit „ra. Robert Kraßsch (Döbeln Leipzig). cl, (Slatie A mit Hrn. Rechtsanwalt R: m

atow).

Verebelicht: Hr. Konsul Herm. Becker mit Frl. Lucy von Bogen (Kuczow b. Pleschen). Hr. Lehrer Paul Rehe mit Frl Helene Renker (Dres- den). Hr. Bubhändler Paul Wiese mit Frl. Toni Smidt (Reichenbah i. Schl.). Hr. Prem.-Lieut. Ernst von Doemming mit Frl. Emile Horny (Reichenhall).

Geboren: _ Ein Sohn: Hrn. Staatsanwalt Venßtki (Stolp). Hrn. Hauptmann von Kotze (Hannover). Hrn, Georg Menzel (Berlin). Hrn. Maurermeister W. JIeffke (Berlin). Eine Tochter: Hrn. Amtsri(ter - Heintze Ratibor). Hrn. Rehtsanwalt Böhm (Brieg,

ez. Breslau). Hrn. Robert Streckenbach Rente Hrn. Mar Kirsten (Leipzig— eudni

Gestorben: Hr. Robert Gahblau (Neufahrwasser). Frau Elise Feldmann, geb. Kobbe (Bokel b. Wunstorf). Hrn. I. Röpke Tochter Catharine (Neustadt a. R.) Hrn. Ratkbsregistrator a. D. Karl Gutbier (Leipzig). Hr. Cand phil. Richard dh (Kapêdorf). Stiftsdame Victoria von Reichmeister (Börstel b. Osnabrück). Hr. Siffsrheder Karl Rothenbücher (Berlin). Frau Margarethe Wiegandt, geb. Habn (Berlin). Hr. Carl S{önberner (Berlin). Hr. Max Witte (Berlin). Hr. August Ivck (Berlin).

Redacteur: J. V.: Dr. H. Klee. Berlin:

Verlag der Expcdition (S chol z).

Druck der Norddeutshen Buchdrudckerci und Verlags- Anstalt, Berlin 8W., Wilhelmstraße Nr. Mi

Fünf Beilagen

(cinshließlich Börsen - Beilage). (1441)

: Steckbriefe und UntersuGungs-Sathen.

Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen 2c.

e A HO) pk

Zwangsvollstreckungen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl.

Verloosung, Zinszahlung 2c. von öffentlichen Papieren.

Deffentlicher Anzeiger.

N N

. Kommandit-Gesellshaften auf Aktien u. Aktien-Gesell\. . Berufs-Genof{enschaften.

Wochen-Ausweise der deutschen Zettelbanken.

. Verschiedene Bekanntmachungen.

1) Steckbriefe und Untersuchungs - Sachen.

[34589] Steekbriefs-Erneuerung. Der gegen den Commis Joseph Heymann wegen sdhwerer Ürkundenfälshung, Diebstahls und Betruges unter dem 17, September 1884 în den Akten T.R. I, 681 1884 erlassene Stebrief wird erneuert. Verlin, den 2. Oktober 1889, Der A R Königl. Landgeriht I. ohl,

(34588) EStebriefs-Erledigung.

Der gegen den Buchhalter Friedrih Otto Leitner, am 5, Oftober 1846 zu Berlin geboren, wegen wiederholter Unterschlagung, Betruges und Urkunden- alshung unter dem 1. August 1884 erlassene Steck- brief wird zurückgenommen.

„Verlin, den 1. Oktober 1889. : Staatsanwalts{aft bei dem Königlichen Landgericht I.

[34587] Steckbriefs-Erledigung. : Der binter den Arbeiter Richard Georg Wilhelm asenbalg wegen Untershlagung in den Akten J.IL b, 381. 84 88 D. 612. 84 unter dem 1. Oktober 1884 erlaf\ene Steckbrief wird zurückgenommen. —Verlin, den 1. Oktober 1889. : Staatsanwaltschaft bei dem Königlichen Landgericht I.

[29716] Oeffentliche Ladung.

1) der Musketier, Schuster Franz Wilhelm Vom- beck, geboren am 28. Dezember 1849 zu Rheda,

„, leßt wohnhaft auf der Wöste bei Rheda,

2) der Musketier, Oekonomieverwalter Johann Constantin Bernhard Joseph Ignaß Lapp-

R a D a G —— —— -_ - '

mann, geboren am 22. April 1856 zu Hohen- felde, zuletzt wohnhaft in Rheda, werden beschuldigt, als beurlaubte Reservisten ohne Erlaubniß ausgewandert zu sein Uebertretung gegen §. 360 Nr. 3 des Strafgeseßbuchs.

Dieselben werden auf Anordnung des Königlichen Amtégerichts hierselbst auf den 14. Januar 1890, Vormittags 10 Uhr, vor das Königliche Schöffen- p Zimmer Nr. 1, zur Hauptverhandlung ge- laden.

Bei unentshuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der na §. 472 der Strafprozeßordnung von dem Königlichen Bezirks-Kommando zu Biele- feld am 21. August 1889 ausgestellten Erklärung verurtheilt werden.

Rheda in Westfalen, den 3. September 1889.

Königliches Amtsgericht.

[34586] Beschluß. _ Auf den Antrag der Königlichen Staatsanwalt- {haft wird gegen : i

1) den Karl Louis Richard Lauer aus Nord- hausen, geboren ebenda am 4. Juni 1866,

2) den Johann Friedrih Hermann Lauterberg aus Nordhausen, geboren ebenda am 30. April 1866,

3) den Johann Georg Otto Müller aus Nord- haufen, geboren ebenda am 25. April 1866, -

4) den Gustav Friedri Schreiber aus Nord- bausen, geboren ebenda am 18. Mai 1866,

5) den Friedri Wilhelm Steiuccke aus Nord- hausen, geboren ebenda am 27. August 1866,

6) den Alexander Wilhelm Teichmüller zu Mains in Rußland, geboren ebenda am 23. August

7) den Mar August Wilhelm Vogel aus Nord- hausen, geboren ebenda am 20. Januar 1866,

8) den Markthelfer Friedri Paul Ecfardt aus

Bréetleben, Kreis ECckartéberga, geboren daselbst am 6. März 1867, :

__9) den Markthelfer Robert Hermann Johu aus Bretleben, Kreis Eckartsberga, geboren daselbst am 9, Juni 1867,

10) den Arbeiter Eduard Karl Augermann aus Reinsdorf, Kreis Eckartsberga, geboren daselbst am 5, November 1867,

welche binreihend verdächtig erscheinen, als Wehr- pflihtige in der Absiht, si dem Eintritte in den Dienst des stehenden Heeres oder der Floite zu ent- ziehen, ohne Erlaubniß das Bundesgebiet verlaffen zu haben oder nah erreihtem militärpflihtigen Alter fi außerhalb des Bundesgebietes aufgehalten zu haben, Vergehen gegen §. 140 Nr. 1 Reichs-Straf- Geseß-Buchs, das Hauptrerfahren vor der Straf- v des Königlichen Landgerichts hierselbst er- öffnet.

Zugleich wird das im Deutschen Reihe befindliche Vermögen des

a. Karl Louis Richard Lauer, Angeklagter zu 1,

b, Johann Friedrich Hermann Lauterberg, An- getlagter zu 2,

c. Iohann Georg Otto Müller, Angeklagter zu 3,

d. Friedrich Wilhelm Steinecke, Angeklagter zu 5,

& Alexander Wilhelm Teichmüller, Angeklagter zu v,

zur Deckung der die Angeklagten möglicherweise treffenden höchsten Geldstrafe und der Kosten des Verfahrens gemäß §. 326 der Straf-Prozeß-Ordnung mit Beschlag belegt.

Gemäß §. 325 der Straf-Prozeß-Ordnung wird das Muttererbe des Gustav Friedrich reiber, Angeklagter zu 4,

zur Deckung der den Angeklagten möglicherweise treffenden höchsten Geldstrafe und der Kosten des Verfahrens mit Beschlag belegt. h

Ferner wird gemäß §. 325 der Straf-Prozeß-Ord- nung zur Deckung der den Mar August Wilhelm Bogel, Angeklagten zu 7, möglicherweise treffenden böchsten Geldstrafe und der Kosten des Verfahrens der Arrest auf Höhe von 250 4 in das an den Friedrih Krieg sen. in Nohra für den Angeklagten Vogel gezahlte Geld von 412,07 #4, in Buchstaben: Bierhundert und zwölf Mark 7 Pfennigen, angeordnet.

Durch Hinterlegung von 250 F wird die Voll- ziehung dieses Arrestes gehemmt und der Angeklagte zu dem Antrage auf Aufhebung des vollzogenen Arrestes berechtigt.

Nordhausen, den 19. September 1889.

Königliches Landgericht, Strafkammer. v. Hassell. Schneidewind. Siedler.

2) Zwangsvollstreckungen, Zusfgebote, Vorladungen u. dgl.

(34608] Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckuang foll das im Grundbuche von der Louisenstadt Band 68 Nr. 3228 auf den Namen des Landwirths Otto Kobligk hierselbst eingetragene, hierselbst Inselstraße Nr. 9 a. (an der Wallbrücke) belegene Grundstück am 3. Dezember 1889, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht an Gerichtsftelle Neue

riedrichstraße Nr. 13, Hof, Flügel C., Erdgeschoß, zimmer 40, versteigert werden. Das Grundftück ist mit 17250 Nutungswerth zur Gebäude- steuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, be- glannigte Abschrift des Grundbu{hblatts, etwaige

châßungen und andere das Grundftück be- treffende Nachweisungen, sowie besondere Kauf

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