1889 / 239 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

h

den 11. Oktober, Abends 7F Uhr, fiadet in der (Königgrätzerstraße) ein Geistliches Concert

Chriftusfir Jahren erblindeten

Besten eines seit mehreren i amilienvaters unter gütiger Mitwirkung der Concertsängerinnen H. Wolfradt, der Violinistin Frl. ers Hrn. Finsterbusch und des Es werden untzr Anderem

[. Hedwig Pauli und Fr. Hedwi alerie Karstedt, Organisten Hrn. Adolf Friedrich statt. zur Aufführung kommen: Bache Präludium und Fuge in A-moll, Recitativ und Arie aus Haydn's „Scöpfung*, Beethoven's Romanze G-dur für Violine und Orgel, Mendelésohn's Sonate D-mol, Radeke’'s Lied : „Wenn der Herr ein Kreuze \chickt“"! (des bocseligen Kaisers Friedrich Licblirgélied) u. #. w. haken in der Hof-Musikalienhandlung von Bote & Bod, Leipziger- straße 37, und am Concert-Abend am Eirgang der Kirche, woselbst auch volständige Programme mit Text à 10 4 verabfolgt werden.

Mannigfaltiges.

Der Stadtverordneten-Versammlung ist auf ihre Glücfwunschadresse an Jhre Majestät die Kaiserin und Königin Augusta das nachstehende Antwortschreiben zu- gegangen: : :

Cs hat Mir beim Jahreswecsel zur besonderen Freude gereicht, wiederum von den Vertretern der Bürgerschaft Berlins mit dem Ausdruck der Gesinnungen begrüßt zu werden, die Ich in ihrer patriotishen Bedeutung zu \chäyen weiß. Aub Ich fühle die Gegen- \eitigfeit dieser Beziehungen, die seit fo langen Jahren bestehen und si auf Alles erstrecken, was Mich und die Meinigen betrifft. Dank- bar erwidere Jch die Mir gewidmeten Worte mit dem Wunsche, daß die Bürgerschaft der Haupt- und Residenzstadt, deren zunehmende Avsdebnung stets neue Aufgaben auf allen gemeinnüßigen Gebieten hervorruft, in der Erfülbung derseiben bebarren und 1hren schönften Lohn finden möchte.

Baden-Baden, den 5. Oktober 1889.

An die Stadtverordneten zu Berlin.

Der deutsche Kriegerbund hat jeßt, den „Méckleub. An- cine Stärke von 124 Verbänden und Bezirken, 4179 Vereinen und 361 967 Mitaliedern.

Frankfurt a. M., 6. Oktober. weihte neue Stadthalle beriGtet die M. „Allg. Ztg.“ Folgendes: Die Halle ist dadurch merkwürdig, daß fie im ältesten noch erhaltenen Bauwerk der Stadt, in der ehemaligen Dominikaner- oder Prediger- firhe eingerihtet wurde. Der Bau derselben wurde {on 1238 be- ist also um 10 Jahre älter als der Kölner Dom Deutschlands,

des Kapellmei

Billets à 1 # sind zu

15 ta a Wett 6: (dan A

zeigen“ zufolge,

Uecker die gestern hier einge-

Jahrhundert Brandenbu:g Kaifer Friedri's 111. zu Franffurt weilte und bier am 11. M 1486 plößlid starb, wurden sein Herz und seine Eingewcide in der Hier befand sich auch das berühmte | Aitarbild, die Himmelfatrt und Krönung Mariä, welches Albrecht Sck{óffen Jakob Heller malte und welches später bei dem Brande der Residenz zu München 1673 zu Grunde ging. Als im 19. Jahrhundert das anstoßende Dominikaner-

L: i L A O

“m 7 Oktober, M orgens.

Dominikanerkirhe beigeseßt.

Dürer 1509 im Auftrage des

m

Wetittecbe

m _—

&

—_ A

floster als Kaserne benußt wurde, zerfidl die Kirhe mebr und mehr und diente - zulegt als Speicher für allerlei Waaren. Rab Erbauung der neuen Kaserne wurden 1880 Kirche und Kloster von der Militärverwaltung an die Stadt verkauft und follten nah den Beschlüssen der ftädtishen Vertretung abgerifsen werden. Der Magistrat widerseßte sh jedoch diesen Zerstörungsplänen und seßte es durh, daß zunächst das Klostec in eine Schule umgebaut wurde. Dann schlug er vor, aus dem hinteren Theil der Kirche mit dem Chor eine Turnhalle für diese Schule zu maten. Nach harten Kämpfen wurde 1885 auch dieses genehmigt, und die Erhaltung der Kirche, wenn auch nit zu kirhlihen Zwecken, war damit gesichert. Der weitere Vorshlag, den westliden Theil in eine öffentlide Halle für Versammlungen, Festlibkeiten u. s. w. umzuwandeln, stieß auf keinen ernstlichen Widerstand mehr, und hente, wo der Umbau mit einem Kostenaufwand von 55 000 Æ (davon 15 000 Æ für die Einrichtung der Turnhalle) vollzogen ift, freut sich Jedermann, daß der altebr- würdige Bau auf diese Weise vor der Zersiörung bewahrt wurde.

_ Hamburg, 7. Oktober. (W. T. B.) Heute Mittag wurde die Gewerbe- und Industrie-Ausftellung feierlich ge- \chlossen. Der Präsident des großen Comités, Freiherr ron Oblen- dorff, erklärte: das Comité sei in der glücklichen Lage, fämmtlichen Ausfstellern die volle Plaßmiethe zurückzablen zu können. Diese Mit- theilung wurde mit lauten Bravorufen aufgenommen. Der Redner spra allen an der Ausstellung Betheiligten, besonders dem Senat, seinen Dark aus und {loß mit einem Hoch auf die Stadt Hamburg und den Senat. Der Schluß der Ausstellung wurde dur BVöller- \chüfe und allgemeinen Gesang verkündet.

Paris. Ueber die eigenthümliche Finanzoperation, mittels welcher

ein Theil dec Kosten der Weltausstellung gedeckt und zuglei erreiht worten it, daß der Preis der Eintrittskarten zur Ausstellung feinen Augenblick den nominellen Preis von 1 Fr. betragen hat, und daß diefe Karten zuerst zu 75 Cent. und sväter fogar zu 49 Cent. verfauft wurden, entnehmen wir der „Nat.-Ztg.“ Folgendes: „Die gesammten Kosten d:r Ausftelluag, d. h. die Bauten und der Betrieb während se{chs Monaten waren nab Abzug der Einnahmen von den Ausstellerx und den Konzessionären der Restaurants, Cafés, Theater, Konzerte u. f. w. auf 43 Millionen veranschHlagt werden. Der Staat und die Stadt Paris batten davon 25 Millionen übernommen und für den Rest von 18 Millionen hatte si eine aus den großen Cisenbahngefellschaften, den Bankinstituten u. #. w. be- stehende Garantie-Gesellshaft gebildet. Der Eintrittspreis war wie bei den früheren Ausstellungen auf 1 Franken, Morgens vor 10 Uhr und Abends na 6 Ubr auf 2 Franken festgeseßt worden. Ueberdies hatte si berausgesiellt, daß no& cine Summe von drei Millionen geschaffen werden mußte, um ein Defizit zu vermeiden. Nun legte der Credit Foncier der Regierunz einen Plan por, dur den es möglich wurde, die nöthigen 21 Millionen mit einem Stlage zu er- langen und gleihzeitig zu erreihen, daß in finanzieller Beziehung die Zahl der Befucher der Ausftellung vollitändig gleichgültig wurde. Der Plan wurde angenommen und das genannte Bankinstitut emittirte 1 200 000 Bons à lot der Weltausstellung zu 25 Fr. Jeder dieser Bons roar mit 25 Karten zu 1 Fr., gültig zum Einiritt in die Aus- flellung, versehen. Die Bons, von 1 bis 1200000 nummerirt, nehmen an 81 Ziehungen Theil, von denen sechs nochb während der Auéëstellung stattfinden. In diesen \echs Ziehungen giebt €s einen

I Temperatur

Stationen.

Bar. auf 0 Gr. || u. d. Meeressp in°® Celsius

red. in Millim 59. = 409 R.

I-I] V O

“ck

Cfristiansund Kopenhagen . | Stockholm .

L. Petersbrg.

J S —]

S

I N

VUGALVLO

QAAOA

Q O

G Q

U

Cork, Queens-

S Q:3

28

5

amburg .. j Swinemünde | Neufahrwafser] Memel

VUORA

V

U U bd R I G5 Nr D —1

Ga aaa

¿3 halb bed. | Karlsruhe . . | Wiesbaden .

Chewritz 5 1 halb bed.) |

V

Q

O INWNII O O

Sle d’Aix

S u O

a... | 19 [D 3 halb bed. Srient .. .. | 799 |SOD j _1) Abends Gerwitter. 2) Nachts anhaltender Sturm, furchtbare Vöôecn, Gewitter und Regen.

1) Nebel, Thau, Reif.

Uebersicht der Witterung.

Ein Minimum von etwa Schottland, üter der Irishen See schweren West- in Hurst-Caftle Veber Central-Europa ist das Wetter noch ruhig, vielfah neblig, sort trocken. In Deutschland ist die Temperatur an der Küste nahezu normal, im Binnenlande liegt sie meist unter der normalen. Ausbreitung der stürmischen Wiiterung zunäbst über Nordwreestdeutshland wahrscheinlich.

DeutsHe Seewarte.

725 mm liegt über €) Abends Regen, Thau. Uebersicht der Witterung.

Das Minimum, welches gestern über Schottland lag, ist nordwärts nach deu Faröern fortgeschritten und verursacht auf seiner Südseite bis nach den Alpen hin starke westlihe und \üdwestlihe Luft- \trômung mit Regenfall. Abends und in der Naht heftige Sturmböen mit Gewitterersheinungen und starken Regenfällen. Die Temperatur ist in Central-Europa gestiegen, im Westen wieder gesunken; in Deutsland liegt sie dur@schnittlih über der normalen.

verursa{end.

p ——_—_—_—_—_—_—_—_—_——————————————— I r ——

nah dem FJItalienishen von F M. Piave. Tanz

von Paul Taglioni. Uhr.

@ dét pel t mene A e U, Die Quitzows. aterländis®e rama 4 von E

Wildenbruch. Anfang 7 Ukr. kes

Theater - Anzeigen.

Königliche Schauspiele. 198, Vorstellung. Loh Oper in 3 Akten von Richard Kapellmeister Sucher.

Schauspielhaus.

Mittwo: Opern- n. Romantische ‘dd Dirigent : E,

Anfang 7 U 3 211. Vorftellung. studirt: Jhr Taufschein. Lustspiel in 1 Akt von In Scene gesett vom Direktor

nd Lufispiel in 1 Akt In Scene geseht vom Direktor Zum Schluß: Zum 1. Male: m. Lustspiel in 1 Aft von Ernst In Scene, gesezt vom Direktor Dr. Otto _ Anfang 7 Ubr.

Donnerstag: Opernhaus. 199. Vorstellung. Rigo- in 4 Akten von

Deutsches Theater. Mittwoh: Das Glas

Donnerstag: Faust’s Tod. Die Journalisten.

Errst Wichert. Dr. Otto Devrient. Der Mann der Freundin. von Ernft Witert. Dr. Otto Devrient.

Post fsestum. Berliner Theater. Mittwoch: Demetrius.

1 DE es K

y: E;

Tropfen Gift.

Gewinn von 5C0 000 Fr. 60 von 1000 Fr., 70€ von 100 Fr.; von 1890—1899 findet jäbrlih eine Ziehung stat! mit 1 Gewinn von 50000 Fr., 10 von 1000 und 120 von 100 Fr.; von 1900—1964 jährli eine Ziehung mit 1 Gewinn von 10 000 Fr., 1 von 2000, 200 von 100, 1000 von 25 Fr. Sämmtliche Bons, die in den Ziehungen nidt heraus- gekommen sind, werden nah 75 Iabren voll, d: h. zu 25 Fr. eingelöft. Diese Emission hatte einen enormen Erfolg und wurde mebrfas überzeihnet. Der Crédit foncier hatte also 1200 000 mal 25 glei 30 Millionen Franken einfassirt. Davon zahlte er der Ausftellungs- Kommission baar die 18 Millionen des Garantiefonds und die außerdem nöthigen 3 Millionen, und der 9 Millionen reiht hin, um den Fonds zu bilden, aus dem die Lotterie - Gewinne und die Rückzahlung der Bons nah 75 Jahren bestritten werden kann. Nun waren aber jedem Bon 25 Eintrittskarten für die Ausftellung angebeftet, so daß dadur mit einem Schlage 30 Millionen Stück dieser Eintrittskarten in Cirku- lation geriethen. Da die Ausstellung 6 Monate oder 183 Tage dauern soll, mußten tägli durchs{nittlich 165 000 Eintrittskarten an den Eincängen der Ausstellung abgegeben werden, damit die in Cirkulation geseßten 30 Millionen Stü „konsumirt* werden. Trotz des foloffalen Zudranges ist diese Durchschnittsziffer aber nicht ecreiht worden. Es maren bis zum 1. Oktober 19 331 580 Karten einge- gangen, und es blieben also ncch 10 668 420 Stück in Cirkulation, Um dieselben zu verbrauchen, müßien demnach bis zum Stluß der Auëstellung, am 31. Oktober, täglich durck{f\&Hnittlih etwa 340 000 Karten von den Besuchern abgegeben werden, was natürlich nit der all sein wird. Dadur@ erklärt es sb, daß der Preis der Eirtritts- tarten an der Vörfe auf 25 bis 30 Franken pro 109 Stü gefallen ist und daß dieselben im Eirzelrerkauf auf den Boulevards und auf den Wegen nah der Ausftellung nur 40 Cent. kosten und in den nächsten Tagen vielleicht zu 20 Cent. zu haben scin werden. Der finanzielle Erfolg des Eiffeltburmes ist verhältnißmäßig noch enormer als der des Aréstellungéunternebmens: die Eiffelthurm-Gesellschaft hat vom 15. Mai bis zum 1. Oktober 5 306 821 Fr. eingenommen, sodaß f{chon jeßt die Baukoften vollständig gedeckt sind. Die Ge- sellschaft bleibt noch 20 Jahre im Besiß des Thurmes, worauf das Eigenihumsre{t an die Stadt Paris übergeht.

_ Rom, 7. Oktober. (W. T. B.) Nat den neuesten Meldungen ist der durch den Orkan in der Provinz (agliari angerictete Schaden éin sehr bedeutender. In der Stadt Quarto sind in Folge des andauernden Regers noch weitere Häuser eingestürzt, wo- dur wiederum mehrere Personen geiödtet und mehrere verwundet

wurden. Von den 7000 Einwohnern der Stadt it die Hälfte obvdailos. Von der Stadt Caaliari wurden Lebensmittel und Kleider

dorthin entsendet,

New-York, 28. September. (Frkf. Zig) Nah der neuesten Aufítellung find dur die Uebershwemmung in Johnstown 3500 Menschen ums Leben gekommen. Es werden übrigens jeßt noh bin und wieder Leichen gefunden.

New-York, 7. Oktober. (W. T. B.) In vielen Städten der Union wurde gestern Seitens der Deutschen der zwei- hundertste Jahrestag des Landen® der ersten deutschen Ansiedler in Amerika festlih begangen.

A8 6 e Pari Lessing - Theater. Mittwoch: Das letzte | Circus Renz, Karlstraße. MittwoH Abends : ——— c = | Wort. Sch@auspiel in 4 Akten von Franz | 7 Uhr: Auftreten des Sergeant Simms mit seiner |SÉE| ==2# | v. Scönthan. Anfang 7 Ubr. jugendli@ea militäris@en Truppe und ihren neuen SÉE| SES Donnerstag: Das legte Wort. E staunererreacnden Schlachtenbildern. Vorführen | SES |- Wind. | Weiter. 25 h Freitag: Nora. Schauspiel in 3 Aufzügen von | der 4 irländischen Boliblut-Jagdv erde, in neuer | SSE| | E 15 H. Ibsen. Metbode und Freiheit dressirt und vorgeführt von | 8252| | S rn. Franz Renz. Die rencmmirte Künstlerfamilie | g | RE i E E B 2 : ———2 | Wallner-Theater. Mittwoch: Zum 15. Male: E, der Ls arr Ara! ana S Mullaghmore| 741 SW 6\wolkig 7 | Der rechte Schlüssel. Volksftück ix 4 Aufzüz e Sie, —— 00, SQUIPIerD SQuilgenstrie, rde 737 SSW 2flheiter 7 | von Francis Stahl, ling 73 Ubr. n aerndaa Rer Srl. Clotilde Hazer. Auftreten Frl. Shristianfund 736 OSO 7\wolkenlos | 13 Donnerstag und Freitag: Dieselbe Vorstellung. Bollblu en; mit dem Springpferde Cobham, engl. Kopenhagen. | 749 SSW 2/Dunst | 10 Sonnabend: Zum 1, Male: Der Dompfaff. | U Mir. Metvulle ynd Bix, Wxford als gros: 4, E A | l Poffe mit Gesang in 4 Akten von R. Kneisel und ne NeNits Nibere EUL N liipem dressirten 58 |S 2 bede HirsGel. G Se : sel. Alles te. Donnerstag : 764 |S 1|Regen 10 H. Hirsch usik von Friy Kraufe Vorstellung. Soantag: 2 Sorifeslungen. 2 : | O j . Renz, Direktor. Cork, Queens 0 - lag T Victoria-Theater. Mitiwo%: Stanley iz A —— 768 NW Regen | 12 | Mogzkowstt un Rich. Nathanson, Musik ron E, | E - ckI oltig! /(oSztor d Ki. Nathan}on. Munk von C. 21: . L E SR 4120) H x ans, Ballet von C. Severini. Axfang Familien-Nachrichten, Hamburg .. | 751 SW dsheiter?) 9 des r 5 S :+ Frl Minna Ke f E Gen: Log aieth | Swineinfiude | 708 |(SW Moi) | 1 | A Me Dee ® tar Kunbe (Asdhertleben). Fri: Elise Zatn Neufahrwafser| 7592 SW 3\bedeckt1) | 12 B A ¿ R mit Hrn. Riccard Wün1cmann (Schanbau— H 72 SO 4 bededt®) |_13 Friedrich - Wilhelmfstädtisches Theater. Leipzig). Frl Helene Eberlein mi: Hrn. Georg 75s SW 2halbbed. | 9 MittwodH: Orpheus in der Uuterwelt. Bur-| Soenberner (Berlin). g 753 SW 5 balb bed. 9 leéke Oper in 4 Vildern von Hector Cremieux, neu | Verebeli!: Hr. Hauptmann Graf von Westarp 758 SW 3 Negen [U bearbeitet von Eduard Jacobfon. Musik von Jacques mit Frl Martha von Hartrott (Frank;urt a. O.). 757 SW 3 beiter ©) 9 | Offenba. Anfana 7 Ubr. Hr. Sec.-Lizut. Dietrich von Grone mit Fri, 761 S 2Regen 9 Donnerstag: Orpheus in der Unterwelt, Hilda von Hartrott (Frankfurt a. O). Or. 797 S 4 balb bed. 10 s Dres Tient, g a s urepp- ras mit Fel, S wo S L ifabety von S in i. M.). 759 SW 1 bededt 12 Residenz-Theater. Direktor: Sigmund Lauten- | Geboren: Cin S *- Ser aiefior 7566 SW Zbedeckt | 13 | burg. „Mittwoch : Z. 399. M.: Feruande. Pariser | Ulri Koppe (Meseriß). Hrn. Pastor Simon Ile d'Aix | Sittenbild in 4 Akten von Victorien Sardou. (Fröbhden b. Jüterboa). Hrn, Lieut. Frhrn.

762 WNW 4 bedeckt s Deutsch von Eduard Mautner.

Donnerstag: Zum 400. Male: Freitag: Zum 1. Male: vacances du mariage.)

l\bedett | 17

3) Nachts

4) Na@®ts Regen. *) Nachts

Central-Theater.

Direktion:

neuen Bildern: Zum 2. Male:

Auf Sylt hberrsch{ten

entworfen. Anfang 7# Uhr.

L Donnerstag : Devtsche Seewarte. S

Mittwoch: Zum 49. Male: Gesangspofse in 4 Akten Couplets von Guê#av Görß. Rotb. Arfang 7# Uhr. Donnerstag :

Anfang

23. Concert - Saison.

Freitag: I. Wagner- Abend.

Anfang 7# Uhr. Fernande. (a Eheferien. ANCe: Schwank in 3 Akten von Albin Walatrèzue und M. Hennegquin. Zum 1. Male: Funken unter der Asche. Lust- spiel in 1 Akt von Heinrih Stobiter.

Mittwoch: Mit vollständig neuer Auéstattung und

Verlin. Heiteres aus der Berliner Theatergescichte mit Gefang und Tanz in einem Vorspiel und 3 Akten (7 Bildern) von Etuard Jacobjon und H. Wilken, Musik von G. Steffens und H. Grau. ristishe Festzug im 3. Akt ist von Hrn. F. Graeß.

Dieselbe Vorstellung.

Adolph Ernfst-Theater. Dresdenerstraße 72. Flotte Weiber. von Leon

Musik von Fran:

Dieselbe Vorftellung.

Urania, Ausftalt für volksth. Naturkunde.

Invaliderftr. 57/62 und Ausftellungs-Park, geöffnet von 12—11 Uhr. Mittwoch, Abends Vhr : Von der Erde bis zum Monde.

Concert-Haus, Leip.igerstr. 48 (fcüher Bilfe). Mittwoch, Atends 7 Ubr:

Donnerstag: Gesellschafts-Abend. Axnfang 7 Uhr.

v. Reißwiy (Oftrowo). Hra. Prem.-Lieut. S@&rweder (Köln). EineTochter: Hrn. Ernst Stlieper (Lennep) Hrn. Pastor Petermann (Rofenba, Kr. Frankenstein). Hrn. Gerichts- Afffsefsor Dr. Bauer (Quedlinburg). Hrn. Rel nungêrath Ernst Sauer (Berlin). Hrn. Gustav Greier (Verlin). Hrn. Karl Pauiy (Berlin). Hrn. Dr. Schulze-Verden (Berlin). Hrn.

(Les Vorker :

r Dr. Aibert S{wart (Berlin), Hrn. Super- Emil Thomas. Mo us grn Veo! (Potédam). M

estorben: c. Rittmeister a. D. Bernkard

Das lacheude | Frhr. v. Friesen (Blasewit). Frau Johanna

v. Hederih Tothter Elisabeth (Frank-urt a. O.). Hrn Regierungs-Baumeifier R Hannemann Towter Trudcen (Bromberg). Hr. Kaufmann August Blencke (Magdeburg.) Hr. Oberst-Lt. z. D. Ernft v. Wilamowiy (S&weidniß). Frau Pastor Amalie Wezel, et Streiber (Vèandelkow). Frau Gerichtsrath L. Körbin, geb. Filler, Sohn O (Oftrowo b. Posen). Frau Rentier

uguste Tieësler, geb. Linsener (Berlin). Hr. ag ate Sie Fh L S E: Eme mann Karl Höllriegel (Berlin). Hr. Kaufmann Rudolf Eble (Berlin).

Der ktumo-

Treptow.

Nedacteur: J. V.: Dr. H. Klee. Berlin:

Verlag der Expedition (S ch ol z).

Drudck der Norddeutschen Bauchdruck&erei und Verlags- Anstalt, Berlin 8W., Wilhelmstraße Nr. 32.

Sechs Beilagen

Gesellschafts -: Abend des Kapellmeisters Hrn. Karl (einshließli& Börsen - Beilage) Donnersiag: Die wilde Jagd. Meyd it sei Ste Y 1 L: , 6 Übiatiemecds "Worstéluna. Ein R mit seiner aus 70 Mitgliedern bestehenden und die Juhaltsangabe zu Nr. 5 des öffcut-

lichen Auzeigers (Kommanditgesellschaften auf

Aktien und Aktiengesellschaften di vom 30. September bis 5. Drtober 1600

5 von 100 000 Fr., 7 von 10000 Fr.

Rest von

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Slaals-Auzeiger.

¿ 239.

Berlin, Dienstag, den §8. Oktober

1889.

F— Entscheidungen des Reichsgerichts.

Wird Jemand wegen Beihülfe zum gewerbêmäßigen oder gewobnheitsmäßigen Wutker mit Gefängniß unter drei M onaten bestraft, so fann nach einem Urtbeil des Reicbsgerichts, I. Strassenats, rom 6. Mai d. I., damit nit die Aterkennung der bürgerlichen Ehrenrechte verbunden werden.

e

Rekursentscheidungen des Reichs-Verficherungsamts.

759, Das Feststellungsorgan einer. Berufsgenossenschaft hatte cine die Einstellung der Rente rechtfertigende „wesentliche Verände- rong“ der für die Fesistellung der Entschädigung maßgebenden Ver- hältnisse (S. 65 Abfaß 1 des Unfaliversicherung8geseBes) darin ge- fundea, daß der Rentenempfänger aufgehört batte, Arbeiter im Sinne tells Unfallversihecungsgeseßes zu fein, und în den Krets der Arbeit- ¿eber übergetreten war. Die aus diejem Grunde erfoigte Einstellung der Rente hat das Reichs-Versiberungsamt dur RekurSentsheidung ür unzulässig erachtet. Die Eigenschaft als eines Entschädigungsansprußs nach dem UnfallversiWerungaëgeses nur im Augenblicke _ des Unfalls erforderli. Spätere Aenderungen in diejer Stellung sind auf das Fortbesteßen des Entschädigungsanspruchs na §. 65 Absay 1 1. a. O. an sihh obne Einfluß, insoweit sie nur mit eizer Verände- rung bezichungêweise Besserung der Erwerbsgelegenheit, nicht au mit einer solchen der persönlichen Erwerbsfähigkeit des Verleßzten verbunden sind. Die gegentheilige Annahme findet in dem Wortlaut des Unfallversiherungsgesezes feinen Anhalt und entbehrt auch des inneren Grundes. Cine Körperverleßung, welche Jerzand als Arbeiter erlitten bat, pflegt ibn in der Miehrzabl ter Fälle au in feiner Eigenschaft als Arbeitgeber zu behindern. Unter Umständen aber fann ein verletter Arbeiter fi für die Folge nur gerade dadurch eine Beschâfti-

ng und einen Erwerb beschaffen, daß er eine Thätigkeit als Unter- nehmer beginnt, in welcher er nit mehr oder de nit mebr in leihem Grade, wie zuvor, felbst bei der Arbeit mit Hand anzulegen ia Wenn er aber irt e durch die Ms, des nfallversiherungsgÆetzes gewährte Rente unterstüßt wird, ]o Tann l Zit D der woblwollenden Absicht des Gesetzgebers entspreend bezeihnet werden. Es fann aber auh feinèêwegs darin ein unge- wöbnlihes Rechtzverbältniß erblickt werden, daß die nämliche Person enter Umständen gleichzeitig zur Aufbringung der Versicerungskosten mit verpflihtet und zum Empfang einer laufenden Entschädigung be- rebtigt sein soll: denn das Unfallversicherung®geseß erkennt ein äËn- lidez Verhältniß felbst auëdrücklich an, indem es im S. 2 Absay 2 die Selbstversiherung der Unternehmer unter den dort vorgesehenen Voraussetzungen für zulässig erklärt.

760. Ein Arbeiter, welcher zur Zeit der Rekurseinlegunz un- bestritten an den Folgen des Unfalls noc litt, batte im Laufe des Nekursverfabrens seine volle Erwerbsfähigkeit wieder erlangt, und taraufbin war von der beklagten Berufsgenofsenschaft beantragt worden, den Rekurs als unzulässig zurückzuweisen. Das Reichs-Ver- siherungéamt hat diesem Antrage mittels 2 etursentsGeidung vom 13. Mai 1889 stattgegeben und dabei Folgendes ausgeführt : Na §. 63 Absatz 1 des Unfallversiherunggeseßes ist der Rekurs gegen die Entsceidungen der- Schiedsgerichte nur in den Fällen des S. 57 Absag 1 Ziffer 2 daselbst zulä}lig, mithin dann aus- geschlofsen, wenn es fich um den Ersay der Kosten des Heil- verfahrens oder der Beerdigung handelt, oder wenn eine Rente für die Dauer einer vorauési&tlih vorübergehenden Erwerbsunfäbigkeit in Frage teht. Diese Bestimmung entspringt der Absicht des Gesetzes, zu verhindern, daß das Reichs-VersicherungLanit

in die Lage fomme, é mit der Enis@ädigung für Folgen von Unfällen

com 19. März 1889 Arbeiter ist zur Begründung

zu befassen, welde für die Betroffenen gegenüber den Fällen der Wiitwen-, Waisen- und Aszendentenrente oder einer dauernden Rente von nur untergeordneter Bedeutung sind. Der hervorgehobenen Absicht des Gesezgebers wird aber unbedenklich Rechnung getragen. wenn der Einwand der Unzulässigkeit des Relurses auch in dem Falle als durgreifend crahtet wird, wo die zur Zeît der Rekurseinlegung noch rorbandenen Folge des Unfalls im Laufe des Rekursverfahrens un- zweifelhaft wieder beseitigt sind, und der Rekursfkläger spätestens zur Zeit der diesseitigen Entscheidung wieder völlig erwerbéfäbig ist (ver- aleihe Entscheidung 483, „Amtliche NahriSten des R.-V.-A.“ 1888 Seite 177).

761. Im Verfolg des Besblusses vom 6b. Juni 1887 („Amtliche Nachrichten des R.-V.-A.* 1887 Seite 166 Ziffer 368), wonach analog dem §. 217 Absag 1 der Civilprozeßordnung im Falle des Todes ciner Partei eine Unterbrech{ung des Berfahrens bis zu deffen Aufnahme durch die Re@ténacfolger eintritt, bat das Reichs- Versicherungsamt in sirngemäßer Anwendung der Bestimmung des F. 217 Absay 2 a. a. O. den Grundsaß anertannt, daß die Gegen- partei die Berufsgenossenscaft u. s. w. au ihrerseits die Fort» setzung des Verfahrens beantragen und leßteres betreiben tann, falis die Re&tsnacfolger die Vufuakie verzögern.

Vescheide und Beschlüsse des Reichs-Versicherung2amts.

762. Auf die Anfrage eines Genossenschaftsvorstantes, ob ein Schmied, welcher Bauarbeiten, z. B. das Verkürzen eiserner Trager, das Anbrinaen von Gittern, Klammern und dergleichen aué{üdrt, ver- siherungépflibtig sei, hat das Reicbs-Versicherungsamt unter dem 6. Juli 1889 erwidert, daß derartige Bauarbeiten sich als Anschläger- beziehungsweise Bauschlofferarbeiten darstellen, welhe nach der Be- farntmahung vom 27. Mai 1886 (vergleice „Amtliche Nachrichten des R.-V.-A.* 1886 Seite 87) versierungspflictig sind (vergleiche aub den Bescheid 405, „Amtlice Nachrichten des R.-V.-A.* 1887 Seite 324).

763. Eine Strafen-Eisenbahng-sellfcaft beschwerte si bei dem Rei(s-Versicherungsamt darüber, daß zwei bei ihr beschäftigte Thier- ärzte von der Straßenbahn-Berufsgenofsenschaft als Betriebsbeamte in eine Klasse des Gefahrertarifs cingeschäßt worden seien. Das Rei&s- Versicherur.gsamt bat unter dem 2. Juli 1889 die Beschwerde aus nachstebenden Gründen für gerechtfertigt erawtet: Nach den an- gest:llten Ermittelungen sind die beiden Thierärzte bei der Gesellschaft nur nebcnber— nämli nur etwa eine halbe Stunde täglich beschäftigt, während sie in der Hauptsache eine anderweite selbständige Thätigkeit autüben der eine als Kreis-Thierarzt, der andere, indem er etne Privatpraxis betreibt. Bei dieser Sawlage kann cine Nebenthätigkeit der beschriebenen Art nicht für auéreihendgerahtet werden, um den betheiligten Personen die Eigenschaft als in dem Straßenbahnbetrieb beschäftigte Betriebebeamte zu verleihen, auch nit unter Berücsichti- gung des Umstandes, daß die Thierärzte sich vertraglich zu einer regel- mäßigen ständigen Thätigkeit in dem Betriebe verpflichtet haber, und daß fie für dieselbe eine bestimmte monatliche Vergütung beziehen.

764. Die Frage, ob Bauarbeiten, welche die Unternehmer von abrif- und anderen unfallversiherungspflichtigen Betrieben auf ihren rundstücken, sei es im Anschluß an vorhandene Gebäude, sei es als

Neuanlagen oder zur Vergrößerung des Betriebes für ihre Rechnung

obne Uebertragung an einen Baugewerbetr als Theile des

_heiisamts sind

co

ibenden ausführen laser, Fabrik- u. î. w. Betriebes teschâftigten Arbeiter bei derjenigen Be- rufägenofsensckaft, welher die Fabrif u. s. w. ange- bört, versicert find, oder aber, ob diese Arbeiten nach S. Ziffer 4 Absay 1 des Bau - Unfaliversicherunz8geseßes vo 11. Juli 1887 als Regiebauten (Eigenbauten) der Versicherung pflicht bei der Versicerungsanstalt der ôrtliwen Baugerrerks-Berufs

pu)

deshalb die dabei

su G s ck

genofienshaft beziehungsweise der Tiefbau - Berufszenofsenshaft unterliegen (vergleihe §. 1 Absaß 6, §. 9 Absaß 3 Les

Unfallversicerungsgesetes; §. 1 Absay 1 und 2, §. 4 Ziffer 4 Ab- sat 1, §. 9 Absaß 2 des Bau-Unfallversiwerungêge!eßes; „Amtliche Nachrichten des R.-V-A. 1888 Seite 17“ Ziffer 4 Tatt à), ist, wie das Reichs - Versiherungsamt wiederholt autgeïprochen hat, nidt allgemein, sondern für jeden cinielnen Fall naÿ den ob- waltenden thatsäblichen Verhältnifen zu beurthcilen. Im Allgemeinen werden die den Zwecken eines Fabrikbetriebes ticnenden Bauarbeiten jedenfalls dann als im Sinne der Ziffer 4 Litt. d Absay 3 der An- leitung vom 12. Dezember 1887 („Amtliche Nachrichten des R.-V.-A.“ 1888 Seite 17) „zum laufenden Betricbe der Fabrik u. f. w. gehörend“ anzusehen fein, wenn sie ausshließlich oder überwiegend dur das ständige Bauarbeiterpersonal des betreffenden Betriebes auégeführt werden. Trifft dieses Merkmal überwiegender Verwendung der ständigen Bau- arbeiter zu, so ift die aus Gründen des Betriebes vorgenommene Arbeit als solche, und es sind demnach sämmtliche dabei thätigen Personen, auch soweit sie nit zu dem eigenen Bauarbeiterstamm gehören, son- dern nur vorübergehend beshäftigt werden, bei der Berufsgeno})en- schaft, welder der Fabrifbetrieb angehört, mitversihert. So sind z. B. die Bauarbeiten eines großen Hütten- und Walzwerkes, welche nit nur in laufenden Reparaturen an Gebäuden und Betrieb3einri- tungen, sondern auc in umfangreihen Um-, Erweiterungs- und Neu- bauten, inébeiondere auch in der durch den Betrieb gebotenen Er- rihtung von Wohnungen für die Fabrikarbeiter bestanden, als unter 8. 4 Ziffer 4 Absag 2 des Bau-UnfallversicherungEge!eßes fallend erachtet worden, weil sie unter Leitung der eigenen Fabrik - Bau- verwaltung, welche mit den von ihr beschäftigten Vauhandweckern cinen wesentlihen Bestandtheil des Gesammtbetriebes ausmacht, obne Nebertraaung auf andere Unternehmer durch das ständige Arbeiter- personal auégeführt worden waren. Es fam hierbei inébesondere in Betracht, daß in Hütten-, Hocöfen- u. s. w. Werken regelmäßig im laufenden Betriebe und für dessen Zwecke verhältnißmäßig viele Bau- arbeiten ausgeführt werden müssen, weêhalb derartige gewerblie Anlagen einen verhältnißmäßig großen Bauarbeiterstamm haben. Gleiche Beurtheilung fand die Herstellung eines neuen Hallengebäudes mit Gas- \chmelzofen und dazugehörigem Streckofen in einer Glasfabrik im Ansluß an eine bereits bestehende gleihartige Einrichtung; au sie ist als eine zum laufenden Betriebe gehörende Bauarbeit und somit als Theil des Betriebes erklärt worden. Maßgebend bierfür war die Ér- wägung, daß der Aujbau des Shmelz- und Strecktofens kunstzereht nur von den Arbeitern der Glaëhütte und aus den in der- selben hergestellten Materialien ausgeführt werden konnte, die übrigen Bauarbeiten aber überwiegend von den ftianudigen Baußhand- werkern der Fabrik auëgeführt worden sind. Dagegen ist eine Bau- arbeit an einem außerhalb des Fabrifkgrundstücks belegenen Hau]e, welches ledigli privaten Zwecken eines Miteigenthümers der Fabrik dient, als eine Regie- (Eigen) Bauarbeit im Sinne des §. 22 Absay 1 des Bau- Unfallversiherungsgesetzes erklärt worden. Bergl. au die Enscheidungen 421 und 524, „Amiliwe Nachrichten des R.-V.-A.“ 1587 Seite 355 und 1888 Seite 228). Ferner hat das Reichs-Versicherungëamt aus- gesprochen, daß die Reparaturarbeiten, welche ein Großgrundbesißzer an einer Dorfkire, deren Berwaltung und niedere Kuratel ihm anvertraut ist, dur die in seinen ständigen Diensten stehenden Maurer hat vornehmen laffen, nicht als ein Theil seines bei der Brauerei- und Mälzerei - Berufêgencfsenscaft fkataîtrirten Brauereibetriebes beziehungëweise als zum laufenden Betriebe der Brauerei gehörende Bauarbeiten im Sinne des §. 4 Ziffer 4 Absay 2 des Bau-Ünfallversiherungêgeseßes und der Ziffer 4 Lit. d Abfay 3 der erwähnten Anleitung angesehen werden fönnen. Au hat das Reichs-Versiherungëamt binsihtlich des Neubaues eines Kesielhauses, welchen eine aroße Brauerei für eigene Rechnung, als Selbstunter- nehmer, ausführte, entschieden, daß dieser Neubau als ein nit zum Betriebe der Brauerei gehöriger Eigenbau zu eraGten fei, weil die bei der Ausfübrung desse!ben mitbeshäftigten ständigen cigenen Bau- arbeiter der Brauerei nur einen fleinen Bruchtheil der Arbeiter des

umfangreihen Baues ausmaten, der weitaus größere Theil derselben vielmehr eigens für die Dauer der Herstellung

des Kesselhauses u. #. w. angenommen worden war. Ueberhaupt ift au mit dem Betriebe einer Brauerei nach der Natur der Sache

eine fortlaufende umfangreihe Bauthätigkeit nit verbunden. In |

diesem Falle waren über die Bauarbeit monatliche Nachweisungen nah §. 22 Absay 1 des¿BVau-UnfallversicherungEgesepes; einzureichen und in diesen die sämmtlichen bei der Bauaus'ührung beschäftigten Arbeiter, einsließlich des mitarbeitenden Arbeiterstammes der Brauerei, mit ihren dabei verdienten Löhnen und Gebäâltera aus- zunehmen.

Statistik und Volkswirthschaft.

Sterblichkeits- und Gesundheitsverbältnifsse. Gemäß den Veröffentlihungen des Kaiserlichen Gesund- in der Zeit vom 22. bi8 28. September cr. ven je 1000 Einwohnern, auf den Jahresdur@schnitt bereWnet , als gestorben gemeldet: in Berlin 17,5, in Breslau 23,0, in Königs- berg 27,9, in Köln 21,3, in Frankfurt a. M. 15,2, în Wiesbaden 14,1, in Hannover 16,8, in Kafsel 14,5, în Magdeburg 22,8, ia Steitin 27,2, in Altona 18,8, ia Straßburg 17,3, in Mey —, in Müncen 25,0, in Nürnberg 22,7, in Augsburg 14,3, in Dresden 18,1, in Leipzig 19,8, in Stuttgart 15,2, in Karlsruhe 11,0, in Braun- \chweig 24,2, in Hamburg 23,6, in Wien 18,6, in Budapest 23,4, in Prag 23,4, ia Triest 28,3, în Krakau 31,8, in Amsterdam 16,1, in Brüssel 17,3, in Paris 21,8, in Bafel —, in London 16,3, in Glaëgow 20,7, in Liverpool 18,7, in Dublin 31,5, in Edinburg 16,6, in Kopenhagen 22,3, in Stoctholm 17,3, in Christiania 16,2, in St. Petersburg 23,9, in Warschau 32,4, in Odessa 25,2, in Rom 23,6, in Turin —, in Venedig —, in Alexandria 41. Ferner in der Zeit vom 2. bis 8. September cr. in New-Vork 93,5, in Philadelphia 17,2, in Baltimore 16,4, în Kalkutta 22,6, in Bombay 27,7, in Madras 42,0. E i

Die allgemeine Sterblichkeit blieb au in diefer Berichtêwoche in den meisten größeren Städten Europas eine günstige und wurden au aus einer cas zu Zahl derselben sehr kleine Sterblichkeitsziffern mitgetheilt. Sehr gering (bis 15,0 pro Mille und Jahr) war die Sterblichkeit in Karisruhe, Elberfeld, Barmen, Erfurt, Wiesbaden, Lübeck, Augsburg, Kassel; günstig (bis 20,0 pro Mille und Jahr) war sie in Berlin, Frankfurt a. M., Stuttgart, Straßburg, Dresden, Leipzig, Hannover, Bremen, Altona, Düfseldorf, Darmítadi, Amsterdam, London, Wien, Brüssel, Liverpool, Edinburg, Stodckbolm, Christiania (etwas über 20,0 pro Mille)

Ü, di Mäßig ho i : in Köln, Magdeburg, Nürnberg, Chemniß, Mannheim, Kopen- bagen, Paris, Glasgow. Hohe Sterblichkeitszifferen (über

35,0 pro Mille) wurden aus keiner deutshen Stadt gemeldet.

anzusehen und |

| je 10000 Lebenden ftarben, E | in Münwen 98 Säuglinge. Tfkute Entzündungen der

j sagen f

Untec den Todesursa§en kamen Darmfkatarrbe und der Kinder in normalem Verhältnis zum VorsWein, burg, Königsberg, Stettin, London, St. Petersb werden etwas mehr Todesfälle an diesen Krankheiten gemel der vorhergegangenen Woche. Die Theilnahme d Ï an der Sterblichkeit blieb auch in diefer Wode ein

aufs Jazr berechnet. in

organe führten im Allgemeinen Bon den Infektiorskrankheiten wurden nur von typ?t Fiebern und KeutHbusten eniger, von Mafern, Star und Divhtherie mehr Todesfälle als in der Vorwote zur Meldung gebracht. So blieben Todesfälle an Masern in Paris i

Zahl wie in der Vorwode, nahmen aber in Brünn, London, Warfbau, St. Petersburg zu. Erkrankungen kamen in Berlin, Breslau, Wien seltener, im Regierungsbezirk Erfurt und in St. Petersburg bäzufiger zur Anzeige. Das Stharlachfieber hat in Berlin und London weniger, in Breslau, Königsberg, Liverpool, Warschau, St. Peters- burg meßr Opfer gefordert. Neue Eckrankungen waren in Berlin und Edinburg seltener, dageaen in Hamburg, Breslau, Kopenbagen, Stock- bolm, St. Petersburg zahlreicher. Die Sterblichkeit an Divb- therieundCrouvp war inBerlin, Breélau, Frankfurt a. M., Stettin, Nürnberg, Hamburg, Wien eine Ffkleinere, in Altona, Kiel, Pofen, München, Dresden, Leipzig, Mairz, Vraunshweig, Prag, Peft, Kopenhagen, Paris, Amsterdam, London, Warschau, St. Petersburg, Christiania eine gröôßzcre. Neue Erkrankungen kamen aus Berlin, Breélau, Nürnberg, dem Regierungsbezirk Schleëwig, aus Pest, Kopenhagen, St. Petersburg in vermehrter, aus Hamburg und Christiania in verminderter Zahl zur Berichterstattung. Sterbefälle an Unterleibstuvhus nahmen in Berlin, Ham- burg, Paris ab, in Magdeburg, Peft, London, St. Peters- burg, Warshau zu. Erkrankungen gelangten in Berlin und Kopenhagen weniger, in Hamburg, Pest, St. Peters- burg häufiger zur Mittheilung. An Flecktyphus8 wurden aus Krafau 1, aus London und Warschau je 2 Todesfälle, aus St. Peters- burg 1 Erkrankung gemeldet, an epidemischer Genidckstarre aus den Regierungsbezirken Düsseldorf und Séleëwig sowie aus St. Peterêburg je 1 Todesfall, aus Nürnberg und aus den ge- nannten Regierungëbezirken je 1 Erkranfung. MRosenartige Entzündungen des Zellgewebes der Haut kamen in keiner größeren Stadt in nennenswerther Zahl als Totesursahen vor. Dem Keuchhusten erlagen in Berlin, Paris und London weniger, in St Petersburg und Warschau mehr Kinder, die Zabl der Erkrankungen war in Hamburg und Kopenhagen wenig gegen die Vorwote verändert. Aus London werden 2 Todesfälle an Tollwuthbh berihtet. Vereinzelte Todeëfälle an Poken famen aus den Vororten Wiens, aus Prag, Rom, Odessa, mehrfach aus Paris (4), Brünn (5), Warschau (31) zur Mittheilung; Erkrankungen nur aus St. Peters- burz 4. Ueber die Choiera in Mefopotamien verlautet, daß Ne in Bafsora erloschen, in Bagdad an Heftigkeit nachgelassen hat; dagegen hat sie in der Richtung n2ch Persien (Rest) an Umfang zugenommen.

Die sanitären Verhältniffe in Berlin waren auch in diefer Berihtêwoche günstige, und die Sterblichkeit die glei niedrige wie in der Vorwohe. Srheblih abgenommen haben Darmfatarrhe und Brechdurchfälle, besonders unter den Säuglingen, sodaß diesen Krank- beiten nur 22 Säuglinge erlagen. Au die Betbeiligung des Säuglingsalters an der Sterblichkeit wurde eine geringere. Dagegen famen afute Entzündungen der Athmungs8organe zahlreiher zum Vorschein, do% nahmen dieselben in der überwiegenden Zahl von Fällen einen günstigen Verlauf. Unter den Infektionskrankheiten wurden nur Erkrankungen an Diphtherie in gesteigerter Zahl zur Anzeige ebrahht, während Erkrankungen an Scharlach, wiewohl noch immer bâufig, do gegen die Vorwoche in verminderter Zahl zur Meldung famen und zwar am zablreihsten in dem Stralauer Viertel und in der dieéseitigen Luisenstadt, die Diphtherie außer in den genannten Stadttheilen au in der Rosenthaler Vorstadt und in der jenseitigen Luisenstadt. Erkrankungen an Masern und Unterleibstypvbus waren selten, Eckfrankungen an Kindbettfieber sanken auf 6 (von 11 der Vorwoche). Seltener kamen auch rosenartige Entzündungen des Zellen-

ewebes der Haut zum Vorschein, wie au Erkrankungen an Keuch-

iten welcher leßtere au nur in wenigen Fällen zum Tode führte. Rheumatishe Beschwerden der Muskeln sowie akute Gelenk- rbeumatiämen zeigten in ihrem Vorkommen im Verglei zu den Vor- woGen feine wesentlihe Veränderung.

A etwas seltéRer zum Toi H

Handel und Gewerbe.

Die ordentli§2 Generalversammlung der Chbemniger Werkzeugmaschinen-Fabrik vorm. Job. Zimmermann ertbeilte dein Vorstand Decharge und beschloß die Vertheilung einer Dividende von 6 2/9. Die ordnungsmäßig aus dem Aufsichtsrath aus- scheidenden Mitglieder wurden wieder gewählt. Die Dividende ge- langt in Berlin bei der Deutschen Bank zur Auszablung.

Na dem Geschäftsberiht der Harpener Bergbau Aktiengesellschaft beträzt der Rohübershuß 1059318 #, Reingewinn 521 318 .4, welcher wie folgt vertheilt werden soll: 6 Dividende mit 450 090 4, 5/9 dem Reservefonds B mit 26 015 #, Tantième des Aufsichtsraths mit 24715 F, Tantième des Vorstandes und der Grubendireftoren mit 15886 F, Vortrag 3701 A Die Direktion nimmt an, daß der Strike einen Produftionêausfall von 39 545 t Koblen zur Folge hatte und daß der finanzielle Verluft si an unmittelbarer Zubuße auf 4433 # und an entgangenem Gewinn auf 175 000 Æ beziffert.

New-York, 27. September. Die „New - Yorker Hdls.-Zitg.“ schreibt: Obwohl sih die allgemeine Geschäftslage in den meisten Fällen in der Stimmung an der Aktienbörse wiederspiegelt, so ist doch in dieser Woche die niht sonderlih feste Tendenz der leßteren auf das legitime Geschäft niht übergegangen. Unsere Aus- fubr von Waaren und Produkten ist in höchst befriedigender Weise fortgeschritten, sodaß wir seit einigen Wochen einen Uebers@uß des Exvorts über den Import konstatiren können. Natürlih darf dabei nicht unberücksihtigt bleiben, daß wir dur die Abundanz unerer Bodenerzeugnisse genöthigt sind, gar manthe Sendungen in Konsig- nation nah Europa zu mahhen, indessen auch feste Ordres sind in be- friedigender Weise eingelaufen, denn das Ausland ist dieses Iahr ganz besonders darauf angewiesen, sein Defizit in Cerealien bei uns zu ‘deden. Dabei ift es ein erfreulihes Zeichen, daß wir“ für so viele unserer Fabrikate wegen ihrer vorzüglihen Ausführung und billigen

Preise uns fortwährend neue Märkte, wenn auch lange noþ nicht genug, eröffnen. Von allen großen Geschäfts- centren des Inlandes laufen ähnliche befriedigende Berichte

ein, wie auch die Kollektionen in allen Theilen des Landes ohne S@wierigkeiten bewerkstelligt werden. Das legitime Geschäft, so zu id selbs überlassen, wird weiter ein erfreulihes Resultat liefern und nur eine forcirte Spekulation könnte störend auf dasselbe einwirken. A 4 7. Oktober. (W. T. B.) Visible Supply an Weizen 18 850 000 Bushels, do. an Mais 11 512 000 Bushels.