1869 / 87 p. 6 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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8. Brandenb. Landw. Regts. Nr. 64, in die Kategorie der Res. Off. übergetreten und als solcher dem Kür. Regt. Königin (Pomm .) Nr. 2 zugetheilt. Schmidt, Vize-Feldw. vom 2. Bat. (Halle) 2. Magdeb. Landw. Regts. Nr. 27, zum Sec. Lt. der Res. des 4. Magdeb. Jnf. Regts. Nr. 67, Kulau, Vize-Feldw. von dems. Bat., zum Sec. Lt. der Res, des 1. Schles. Gren. Regts. Nr. 10, Ruprecht, Vize-Wachtm. von dems. Bat., zum Sec. Lt. der Res. des 2. Schles. Hus. Regts. Nr. 6, Schumacher, Vize-Feldw. vom 2. Bat. (Gera) 7. Thür. Ldw. Regts. Nr. 96, zum Sec. Lt. der Res. des 7. Thüring. Juf. Regts. Nr. 96, v. Michaelis, Sec. Lt. von der Reserve des 3. Thür. Jnf. Regts. Nr. 71, zum Pr. Lt. befördert. v. Brederlow, Hauptm. von der if des 1. Bats. (Weißenfels) 4. Thüring. Landw. Regts. Nr. 72, Bertram, Sec. Lt. von der Inf. des 2. Bats. (Naumburg) 4. Thür. Landw. Regts. Nr. 72, in die Kategorie der Res. Off. übergetreten und als solche resp. dem 1. Garde-Regt. z. F. und dem 4. Thür. Inf. Regt. Nr. 72 zugetheilt. Ref a, Vize-Feldw. vom 1. Bat. (Posen) L, Pos. Landw. Regt. Nr. 18, zum Sec. Lt. der Landwehr - Jnf. befördert. Blumenau, Vize-Wachtmeister vom 1. Bat. (Striegau) 1. Schles. Landwehr- Regiments Nr. 10, zum Sec. Lieut. der Reserve des Pos. Ulanen-Regts. Nr. 10, Müller, Vize-Wachtm. vom 2ten Bat. (Ratibor) 1. Oberschles. Landw. Regts. Nr. 22, zum Sec. Lt. der Res. des Schles. Ulanen-Regts. Nr. 2, v. Wittenburg, Vize- Wachtm. vom 2. Bat. (Cosel) 3. Oberschl. Landw. Regts. Nr. 62, zum Sec. Lt. der Res. des 2. Schles. Drag. Regts. Nr. 8, befördert. Kiesel, Hauptm. von der Jnf. des 2. Bats. (Oels) 3. Niederschl. Landw. Regts. Nr. 50, zum Comp. Führer ernannt. Braune, von Ruffer I, Sec. Lts. von der Kav. des Res. Landw. Bats. Breslau Nr. 38, in die Kategorie der Res. Offiz. übergetreten und als solche resp. dem 2. Schles. Drag. Regt. Nr. 8 U. d. Leib-Kür. Regt. (Schles.) Nr. 1 zugetheilt. Gr. v. Galen, Sec. Lt. von der Kav. des 1. Bats. (Münster) 1. Westf. Landw. Regts. Nr. 13, Kröckel sberg, Sec. Lt. von der Tnf. des Res. Landw. Bats. Barmen Nr. 39, in die Kategorie der Res. Off. übergetreten und als solche resp. dem 2. Hannov, Ulan. Regt. Nr. 14 und dem Rhein. Jäger-Bat. Nr. 8 zugetheilt. Schöller, Vize-Wachtm. vom 2. Bat. (Jülich) 5. Rhein. Landw. Regts. Nr. 65, zum Sec. Lt. der Lando. Kav. befördert. Hoppe, Vize-Feldw. vom 2. Bat. (Rendsburg) Holst. Landw. Regts. Nr. 85, zum Sec. Lt. der Res. des Holst. Jnf. Regts. Nr. 85 befördert. Dürre, Sec. Lt. von der Reserve des 3. Pommerschen JTnf. Regts. Nr. 14, zur Re- serve des 1. Hanseatishen Infanterie-Regiments Nr. 75 verseßt. Praesent, ize-Feldwebel vom 2. Bataillon e A 3,

annov. Landw. Regts. Nr. 79, zum Sec. Lt. der Res. des 7. Westf.

nf. Regts. Nr. 56 befördert. Zechlin, Hauptm. von der Landw.

nf. des 2. Bats. (Coblenz) 3. Rhein. Landw. Regmts. Nr. 29, als omp. Führer in das 1. Bat. (Weßlar) 2. Nass. Landw. Regts. Nr. 88 einrangirt. v. Donat, Oberst-Lt. z. Disp. u. Bezirks-Commdr. des 2. Bats. (Schweidniß) 2. Schles. Landw. Regts. Nr. 11, in gleicher Eigenschaft zum Res. Landw. Bat. Breslau Nr. 38 verseht. B. Ab- \c<ied8bewilligungen 2c. Den 6. April. v. Knobloch, Rittmstr. und Escadr. Chef im 2. Hessishen Husaren - Regt. Nr. 14, als Major mit Pension zur Disposition gestellt. v. Mayer, unter dem geseßlichen Vorbehalt ausgeschiedener Sec. Lieut. , zuleßt im 7. Pommerschen Jnfanterie-Regiment Nr. 54, der Abschied bewilligt. Scheid, Hauptmann a. D, Früher im ehemal. Herzogl. Nass. Dep. Bat., mit seiner Pens. zur Disp. gestellt. Sterz, Hauptmann a. D., früher Pr. Lt. à la suite des 2. Magdeb. Jnf. Regmts. Nr. 27 und kommandirt zum Herzogl. Sachsen-Coburg-Gothaischen Jnf. Regmt., die tel Ry ag Tragen der Unif. des 6. Thüring. pi Regts. Nr. 95 ertheilt. Den 8. April. Herwarth v. Bittenfeld, Gen. der Jnfanterie und Gouverneur von b A t in Genehmigung seines S mit Pension zur Disposition gestellt. Graf von Reina, Seconde-Lieutenant vom 4. Garde- Grenadier- Regi- ment Königin, mit Pension und der Armee - Uniform der Abschied A: Müller, Hauptm. und Comp. Chef im 4. Ostpreußischen Gren. Regt. Nr. 5, mit der Armee-Unif. v. Oppeln-Bronikow ski, Rittm. und Esc. Chef im Litth. Drag. Regt. Nr. 1 A Albrecht von Preußen), mit Pens. nebst Aussicht auf Anstellung in der Gend. und der Regts. Unif., der Abschied bewilligt. v. Stölting, Ob. Lt. vom Gren. Regt. König V Wilh. IV. (1. Pomm.) Nr. 2, mit Pens. und der Regts. Unif., Bar. v. Puttkamer, Major vom 5. Pomm. Jnf. Regt. Nr. 42, mit Pens. und der Regts. Unif., Rot-

ard, Major vom 3. Pomm. Jnf. Regt. Nr. 14, mit Pens. und der

egts. Unif, v. Kunow ski, Pr. Lt. vom 4. Pomm. Inf. Regt. Nr 21, als Hauptm. mit Pens. nebst Aussicht auf Anstellung im Civildienst und der Regts. Unif., der Abschied bewilligt. Voß, Sec. Lt. vom 8. Pomm. Inf. Regt. Nr. 61, der Abschied bewilligt. Oeni>e, Sec. Lt. vom 8. Brandenb. Jnf. Regt. Nr. 64 (Prinz Friedrih Karl von Preußen) der Abschied bewilligt. v. Brünken, Pr. Lt. vom 3. Pos.

nf. Regt. Nr. 58, als Hauptm. m. Pens. und der Regts. Uniform,

rhr. v. Czettriß-Neuhauß, Rittm. u. Esc. Chef vom 1. Schles. willi Regt. Nr. 4, mit Pens. und der Regts. Unif. der Abschied be- vom 1. Posenschen gt. Nr. 18, der Abschied bewilligt. Kna>kfuß, Major vom 2 _Westfälishen Jnfant. Regt. Nr. 15 (Prinz Friedr. der Niederl.), mit Pens, Aussicht auf Civilversorgung und der Regts. Unif. , v. Manstein I., Feu und Comp. Chef vom 2, Hannov. Jnf. Regt. Nr. 77, mit Pens, Aussicht auf Anstell. im Civildienst und der Unif. des 3. Pomm. Jnf. Regts. Nr. 14, der Abschied bewilligt. Stein, Sec. Lt. vom 1. Nass. Inf. Regt. Nr. 87, mit Pens. nebst Aussicht auf Anstellung im Civildienst u. der Armee- Unif., v. Messerschmidt, Pr. Lt. vom 8. Rhein. Inf. Regt. Nr. 70, als Hauptm. mit Pens. und der Regts. Unif., der Abschied bewilligt. v. Kame>e, Hauptm. und Comp. Chef vom Magdeb. Füs. Regt. Nr. 36, als Major mit Pens. u. der Regts. Unif. der Abs. bewilligt. Wedekind, Major z. D., zul. Hauptm. aggr. dem 8. Ostpr. Inf. Regt. Nr, 45, mit seiner bisher., der Regts. Unif., der Abschied bewilligt.

v. Wittich gen: p. Gn Pana) Sec. Lt. nf. Re

der Absch. bew. v. Trebra, Pr. Lt. vom

v, d. Mülbe, Sec. Lt. vom 4. Westf. Jnf. Regt. Nr. 17, der Ah. schied bewilligt. v. Braunschweig, Rittm. und Esc. Chef vom 2. Hannov. Drag. Regt. Nr. 16, mit Pens. und der Regts. Unif Graf Droste zu Vischering, Sec. Lt. vom 2. Westf. Hus. Regi! Nr. 11, mit Pens., der Abschied bewilligt. Clausing, Hauptm zur Disp./ früher Regts. Quartiermeister im chemals Königlich Han, nov. 7. Inf. Regt., mit seiner bish. Pens. nebst Aussicht auf Civil. versorg., Friedrihs, Kettler, Rittm. zur Disp., früher im ehe. mals Königl. Hannov. Kronprinz-Drag. Med mit ihrer bish. Pens,

j . Thür. Inf. Regt. Nr. 39, ausgeschieden und zu den“ Res. Off. des Regts. übergetreten. von Diepow, Sec. Lt. vom Pomm. Füs. Regt. Nr. 34, der Abschied bewilligt. Ginz v. Rekowski, Oberst zur Disp., zuleßt Commdr. des 2. Hannov. Jnf. Regts. Nr. 77, mit Pens. und der Unif. dieses Regts, Frhr. v. Ritter, Hauptm. zur Disp. zuleßt Pr. Lt. im vor- mals Herzogli<h Nass. 2. Jnf. Regt., mit seiner bish. Pens, der Abh- \chied bewilligt. v. Colsfon, A und Compagnie - Chef un Hessischen E O RA r. 80, unter Stellung zur Disp. als Major mit Pens., Q Bezirks - Commandeur des 2. Bataillons (Jülich) 5. Rheinischen Landwehr - Regiments Nr. 65 ernannt. Frei- herr von eukirhen gen. von Nyvenheim, Major vom Niederrhein. Füs. Rgt. Nr. 39, unter Stellung zur Disp. mit Pens, zum Bezirks-Commdr. des 1, Bats. (Münster) 1. Westfäl. Landw. Regts. Nr. 13 ernannt. Endris, Hauptm. und Comp. Chef im 5. Westf. Inf. Regt. Nr. 53, unter Stellung zur Disp. als Major m. Pens, zum Bezirks-Commdr. des 2. Bats. (Schweidniß) 2. Schles, Landw. Regts. Nr. 11 ernannt. Bei der Landwehr. Den 8, April. v. Jansen gen. v. d. Osten, Sec. Lt. von der Kav. des 2. Bats. (Stettin) 1. Garde-Landw. Regts., der Abschied bewilligt. Fülleborn, Sek, Lt. von der Jnf. des 1. Bats. (Graudenz) 4. Ost preußisches Landw. Regts. Nr. 5, als Pr. Lt. mit der Landw. Armee- Unif. der Abschied bewilligt. Gethm ann, Sec. Lt. von d. Kav. d. 2. Bats. (Bromberg) 7. Pomm. Landw. Regts. Nr. 54, als Pr. Lt. mit der Landw. Unif. der Abschied bewilligt. Grumbach, Pr. Lt. von der Inf. des 1. Bats. (Weißenfels) 4. Thür. Landw. Regts. Nr. 72, als Hauptm. mit der Landw. Armee-Unif.,, v. Rakow ski, Sec. Lt. von der Tnf. dess. Bats., als Pr. Lt, Tettenborn, Pr. Lt. von der Jnf. des 1. Bats. (Halberstadt) 3. Magdeb. Landw. Regts. Nr. 66, mit der Landw Armee-Unif., Koch 1, Sec. Lt. von der Kav. des Res. Landw. Bats. Magdeburg Nr. 36, v. Veltheim, Sec. Lt. von der Kav. des 1. Bats. (Bitterfeld) 4. Magdeb. Landw. Regts. Nr. 67, bei- den als Pr. Lts., mit der Landw. Armee-Unif., der Abschied bewilligt. Schimmelfennig v. d. Oye, Ob. Lt. z. Disp., von der Stellung als Bezirks-Commandeur des Res. Landw. Bats. Breslau Nr. 38, unter Ertheilung der Erlaubniß zum Tragen der Unif. des 1. Leib- Hus. Regts. Nr. 1, entbunden. v. Euen, Hauptm. von der Inf. des 2. Bats. (Cosel) 3. Oberschles. Landw. Regts. Nr. 62, mit seiner bis- herigen Uniform, v. Uechtriß-Steinkir<, Sec. Lt. von der Jnf. des 1. Bats. (Münsterberg) 4. Niederschles. Landw. Regts. Nr. 51, Stiller, Sec. Lt. von der Jnf. des 2. Bats. (Brieg) 4. Nieder- \{lesis<hen Landwehr-Regiments Nr. 51, der Abschied bewilligt. Grhr. v. Quadt u. Hüchtenbru>, Major z. Disp. und Bezirks- Commdr. des 1. Bats. (Münster) 1. Westf. Landw. Regts. Nr. 13, mit Pens. der Abschied bewilligt. Frhr. v. Autenried, Pr. Lieut. von der Kav. des 2. Bats. (Düsseldorf) 4. Westf. Landw. Regmts. Nr. 17, mit der Landw. Armee-Unif. der Abschied bewilligt. Frhr. V. d Qe N Sec. Lt. von der Kav. des 2. Bats. (Brühl) 2. Rhein. Landw. Regts. Nr. 28, Klein, Pr. Lt. von der Jnf. des 2. Bats. (Trier 11.) 8. Rhein. Landw. Regts. Nr. 70, diesem mit der Landw. Arméee-Unif., der Abschied bewilligt.

__ Nachstehende Allerhöchsten Orts genebmigte Zeiteintheilung für die Frühjahrsbesichtigungen des Garde-Corps wird hierdur< zur all- gemeinen Keuntniß gebracht.

Berlin, den 8. April 1869. August, Prinz von Württemberg.

Zeiteintheilung für die Frühjahrsbesihtigungen des Garde-Corps pro 1869, Donnerstag, den 29. April: Besichtigung des 2. Garde- Regiments zu Fuß und des Garde - Füsilier - Regiments bei Berlin. Freitag, den 30. April: Abmarsch eines Bataillons 2. Garde-Regi- ments zu Fuß nah Spandau, des 4. Garde-Regiments zu Fuß nach Berlin. Sonnabend, den 1. Mai: Besichtigung des Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiments Nr.1 und des Kaiser FranzGarde-Grenadier- Regiments Nr. 2 bei Berlin. Montag, den 3. Mai: Besichtigung des 1. Garde-Regiments zu Fuß und der Unteroffiziershule bei Potsdam. Mittwoch, den 5. Mai: O des 4. Garde-Regiments zu Fuß Und des Garde-Feld-Artillerie-Regts. bei Berlin. Montag, den 10. Mai: Besichtigung der 1. Garde-Jnfanterie-Brigade bei Potsdam. Dienstag, den 11. Mai: Besichtigung der kombinirten Garde-Grenadier-Brigade bei Berlin. Mittwoch , den 12. Mai: Besichtigung der 2. Garde- M Brigade bei Berlin. Donnerstag , den 13. Mai: Große arade bei Berlin. Freitag, den 14. Mai: Große Parade bei Pots- dam. Rückmarsch des Bataillons 2. Garde - Regiments zu Fuß nach Berlin, des 4. Garde-Regiments zu Fuß nah Spandau. Mittwoch, den 26. Mai: Zusammenziehung des Regiments der Gardes du Corps und 3. Garde - Ulanen - Regiments bei Potsdam. Dienstag, den 8. Juni: Besichtigung des Garde-Kürassier-Regiments und des 1. Garde-Dragoner-Regiments bei Berlin. Mittwo<h, den 9. Juni: Besichtigung des 2. Garde - Dragoner - Regiments und des 2. Garde-Ulanen-Regiments bei Berlin. Freitag, den 11. Juni: Be- sihtigung des Regiments der Gardes du Corps und des 3. Garde- Ulanen-Regiments bei Potsdam. Sonnabend, den 12. Juni: Besich- tigung des 1. Garde-Ulanen-Regiments und des Garde-Husaren-Re- giments bei Potsdam. Rü>mars<h dex 3. und 4. Escadron des

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Regiments der Gardes du Corps und der 3. und 4. Escadron 3,

arde-Ulanen-Regiments in ihre Garnisonen. Bemerkung. Das Garde-Jäger-, Garde-Schüßen- und das Garde-Pionier-Bataillon werden voraussihtli< {hon um Mitte April

besichtigt werden.

Reichstags- Angelegenheiten.

Berlin, 14. April. Jn der gestrigen Sißung des Reichs- tages des Norddeutschen Bundes erwiderte der Präsident des Bundeskanzler- Amts, Wirkliche Geheime Rath Delbrück, in der Debatte über den Gesehentwurf, betreffend den Haushalts- Etat des Norddeutschen Bundes pro 1870, dem Abg. Twesten :

Meine Herren! Erlauben Sie mir einige Worte in Er- widerung auf die Ausführungen des Herrn Abgeordneten für Reichenbach. Er hat die Frage aufgeworfen, nah welcher Rich- tung hin und in welchem Umfange, der in der Thronrede Sr. Majestät des Königs von Preußen angekündigten Absicht gemäß, der Bundes$rath die eigenen Einnahmen des Bundes zu erhöhen gedenkt. Jh kann darauf bemerken, daß dem Bundes- rathe zur Zeit drei Vorlagen zur Berathung vorliegen, welche auf eine d der eigenen Einnahmen des Bundes gerichtet find, drei Vorlagen, die in Beziehung auf ihre allgemeine finan- zielle Wirkung einen sehr verschiedenen Charakter haben. Die eine Vorlage bezieht sih auf eine Erhöhung der Branntwoeinsteuer in Verbindung mit der fakultativen Einführung dec Fabrikat- steuer an Stelle der Raumsteuer. Diese Vorlage hat cine Ab- gabenerhöhung zum Zweck. Zwei andere Vorlagen beziehen si, die eine auf die Aufhebung der bestehenden Portofreiheiten, und die andere auf die Einführung eines gemeinsamen Wechsel- stempels. Diese beiden Vorlagen haben zum Zweck, die eigenen Einnahmen des Bundes zu erhöhen, sie haben aber in ihrem \hließli<hen finanziellen Resultat eine Einnahmevermehrung der Gesammtheit dec Bundesglieder nicht zur Folge, denn wenn der Wechselstempel zu einer Bundessteuer ge- macht wird, so hört er auf, eine Steuer der einzelnen Staaten zu sein, und wenn die Portobefreiungen aufgehoben werden, also in Zukunft die gesammte amtliche Korrespondenz der Be- hörden dem Porto unterworfen ist, so ist das allerdings cine Erhöhung der eigenen Einnahmen des Bundes, zugleich aber auch eine entsprechende Erhöhung der eigenen Ausgaben der Einzelstaaten.

Von diesen drei, vom Präsidium gemachten Vorlagen wer- den, wie ih vorausseßen darf, zwei noch im Laufe dieser Woche dem Reich8tage vorgelegt werden ; in Beziehung auf die dritte, nämlich die Vorlage hinsichtlich des Wechselstempels, kann ich eine solhe Jusage in diesem Augenbli>ke ni<ht machen. Der Herr Abgeordnete für Reichenbach ist sodann eingegangen auf eine Besprehung der mit dem vorliegenden Etat zur Be- rathung gestellten Vorlage wegen einer Erhöhung der Zehn- millionen-Anleihe. Er hat zunächst darauf hingewiesen, daß ein relativ so geringer Betrag, wie derjenige, welcher aus dieser Anleihe- für das Jahr 1870 in Ausficht genommen sei, füglich auf anderem Wege würde aufgebracht werden können, als auf dem Wege des Kredits. Jch muß dabei zunächst, ohne gerade darauf einen besonderen Werth legen zu wollen, die Zahl insofern berichtigen, als es si< dabei nicht blos um denjenigen Beitrag handelt, welcher als aus der neuen Anleihe zu entnehmen, in dem Etat der Marineverwal- tung ausgebracht ist, sondern au< um einen allerdings im Augenblicke in Zahlen nicht anzugebenden Betrag, der erfor- derlih sein würde, um die in dem Extraordinarium der Militärverwaltung für die Küstenbefestigungen aus8gebrachten außerordentlichen Ausgaben bestreiten zu können. Jn dem Etat der Militärverwaltung ist nämlich unter den außerordentlichen Ausgaben bei der Küstenbefestigung die gesammte Summe unverkürzt in Ansaß gebracht, welche von den 10 Millionen noch nicht verwendet ist, oder vielmehr, über welche aus den 10 Millionen no< nicht disponirt ist. Diese Anleihe von 10 Millionen wird ich glaube, cs bedarf das keiner Dar- legung nicht 10 Millionen ertragen; gegen 10 Millionen verbriefter Schuld sind nicht 10 Millionen baar S ade haben. Wie erheblich der Ausfall dabei sein würde, das läßt sich ja mit Bestimmtheit niht ermessen; indessen, wenn man die Course der Staatspapiere si<h betrachtet, so wird man darüber nicht zweifelhaft sein können, daß es si< um eine niht ganz unerhebliche Summe handelt ; es würde also aus dem Kredit, der weiter gewünsht wird, ein höherer Betrag als die 1,700,000 Tblr., die auf dem Marine-Etat stehen, zu ent- nehmen sein. : :

Ih lege auf diesen Punkt übrigens kein entscheidendes Ge- En Ich wollte ihn nur hervorheben, um die Sachlage klar zu stellen. S Was nun aber die Frage betrifft, ob der Betrag, wie er sich auf diese Weise stellt, dur< Matrikularbeiträge statt im Wege des Kredits würde aufgebracht werden können, so würde

ih, au< wenn es si< um weiter keinen Betrag als diesen han- delte, doch sehr zweifeln, ob die Bundesregierungen, gegen ber der Gesammtlage des Budgets, sich würden entschließen können, die Matrikularbeiträge um einen solchen Betrag zu steigern. Indessen handelt es sich ja bei der ganzen Frage nicht um diesen Betragallein; es fommt und es ist das in dem, dem Reichstage vom Jahre 1867 vorgelegten Marinegründungsplan ausführlich ent- wickelt bei dieser Frage darauf an, daß die Marineverwal- tung die Sicherheit hat, kür eine gewisse Jeit auf gewisse extra- ordinäre Einnahmen zu gewissen extraordinären Ausgaben rech- nen zu können. Es if das nur in deni Falle mögli, wenn von vornherein feststeht, daß ein gewisses Extraordinarium ihr für einige Jahre zur Disposition stehen wird, weil in der That nur unter dieser Voraussezung fich eine planmäßige Entwickelung der Marine durchführen läßt. Es kommt also bei der Frage des Kredits keineswegs der Be- trag für das Jahr 1870 allein in Betracht, sondern die Frage ist die, ob durch diese Bewilligung des Kredits mög- lich gemacht werden soll, daß die Weiterentwi>kelung der Marine planmäßig, und weil planmäßig zugleich auf die zwe>mäßigste und am wenigsten kostspielige Weise fortgeführt werden kann. Das ist in der That die Frage , um die es sich dabei handelt, und diese Frage geht allerdings über den Betrag von 1,700,000 Thalern oder über den Betrag, der dem noch hinzutreten würde, weit hinaus. : | : Der Herr Abgeordnete für Reichenbach hat sodann gerügt, daß in der über den Kredit gemachten Vorlage Über diejenige Frage so kurz hinweggegangen sei, wel<he im vorigen Jahre den Reichstag bekanntlich lebhaft beschäftigt hat, die Frage wegen der Verwaltung der Bundesshulden. Meine Herren, die Verhandlungen des vorigen Jahres über diese Frage sind Ihnen, wie ih glaube, Allen noch in frischer Erinnerung. Die verbündeten Regierungen sind der Meinung gewesen , daß es hier, wo es si< um eine Anleihe, genau zu dem damaligen Zweck und um eine Anleihe von keinem E hohen Betrag handelte, richtig sei, auf dem Boden des Kompromisses zu bleiben, der im verflossenen Jahre gewählt ist und durch dessen Wahl es möglih geworden i} , die damals obwaltenden Meinungsverschiedenheiten in einer befriedigenden Weise zu lösen. Die verbündeten Regierungen würden es nicht für richtig gehalten haben, ihrerseits prinzipielle Streitfragen , welche da- mals das Haus bewegt haben, von Neuem hineinzuwerfen. Ich kann mich sodann zu der Frage wenden, die der Herr Abgeordnete für Reichenbach in Beziehung auf den Rechnungs- hof des Norddeutschen Bundes gestellt hat. Zunächst könnte i< nur wiederholen, was ih die Ehre gehabt habe in einer früheren Sißung zu bemerken, daß es nicht in der Absicht liegt, in dieser Session die Geseßesvorlage über den Rechnungshof einzubringen, ih kann aber schon jeßt die bestimmte Bnftenttios ertheilen, daß die im vorjährigen Geseß vorgesehene Instruktion dem Hause während der jeßigen Session vorgelegt werden wird. < muß nun aber dabei gleih darauf aufmerksam machen, was chon bei der Diskussion der Frage im vorigen Jahre bemerkt ist, daß diese Instruktion wesentlich eine formelle ist. Endlich komme ih auf die Frage der Verwaltungsresultate von 1868. Es ist bei der sonst in mancher Dea was den Etat anlangt, unbequemen Zeit, zu der der Reichstag zusammentritt, ein ent- schiedener Vortheil auf der anderen Seite, daß er zu einer Zeit zusammentritt, wo es zulässig ist, die Verwaltungsresultate des Vorjahres nicht blos nachrichtlich mitzutheilen, sondern formell vollständig festzustellen. Diese Resultate kommen zwar nicht in der ersten Hälfte des März zur Feststellung, wie der Herr Abgeordnete für Reichenbach gemeint hat , sondern erst in der zweiten Hälfte ; indessen ih kann bemerken, sie sind da, und es liegt in der Absicht , sie nicht blos zur Notiz dem Hause vor- zulegen, sondern im Wege eines rektisikativen Budgets für 1868. Also i} es die Absicht, ein nah den Resultaten der Verwaltung, nach den wirklichen Einnahmen und Ausgaben aufgestelltes berich- tigtes Budget für 1868 vorzulegen, bei Gelegenheit der Vorlegung dieses Budgets die vorgekommenen Etatsüberschreitungen zur Sprache zu bringen und deren Ns zu beantragen, und in Verbindung damit als Schluß des Ganzen die Matri- fularbeiträge , die si< für 1868, wie nicht überraschend sein wird, sehr viel höher stellen werden, als sie berechnet waren, ebenfalls finaliter dur<h das Gesey feststellen zu lassen.

In der Debatte über den Entwurf der Gewerbe-Ordnung entgegnete der Präfident des Bundeskanzler - Amts dem Abg. Miquél auf die zu $. 31 gemachten Bemerkungen, die Prüfungen der Seeleute: betref.

Meine Herren! Die Wichtigkeit der Frage, welche der Herr Abgeordnete für Osnabrück hervorgehoben hat, und die Ver- schiedenheit der Meinungen und, wenn man will, der Jnter- essen, die über die Lösung dieser Frage obwalten, gebe ih voll- fommen zu ; ih glaube aber nicht, daß aus dieser Thatsache die Folgerung hergeleitet werden kann, daß eine Materie, die ihrer

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