1890 / 32 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Zug so {arf hervor, als der Wechsel, in wel e Sal R R cinguer f

ne Frage n ierbei ein, insofern die Sozialdemokraten bes k ganz unverblümt sagen und ihn in jeder Weise seine Abhängi eit von den sozialdemokratishen Wablstimmen fühlen lassen. Der Skt. Gallener Parteitag der sozialistischen Parteien hatte, wie man si erinnern wird, beschlossen, den Genossen bei Stichwahlen zwischen gegnerishen Parteien allenthalben Wahlenthaltung zu empfehlen. Der Freisinn sollte nah diesem Beschluß nit wieder unterstüßt werden, weil er 1887 troy bündiger Abmachungen die sozialistishen Kandidaten in etwa Wahlkreisen im Stiche gelassen hatte. Allein es ließ si glei voraussehen , daß der Haß ‘der Sozialdemokraten gegen die Regierung und die Karteüparteien sih stärker als ihre „Verachtung“ des Frei- sinrs erweisen, d. b., daß sie leßteren doch wieder unterftüyen würden. Die Bebel'sche Partei rechnet dabei keineswegs ficher auf Gegendienste; sie erblickt vielmehr {on einen Parteivortheil darin, wenn der Freisinn verstärkt in den Reichetag rüfffebri, weil er immerhin, noch ciner Aeußerung des Londoner „Sozialdemokrat“, ein „Dorn im Fleishe der Machthober“® sei. fie dem Freisinn au „Treulosigkeit*, „Feigheit" vor, so scheint er ihr do gut genug, um in die inneren Verhältnisse des Reihs eine hoherwünschte Ver- wirrung bringen zu helfen.

Auf der anderen Seite haben die freisinnigen Führer die un- bequeme Aufgabe, ibre Wähler in Fällen, in denen es sh um die Wabl zwischen regierungéfreundlihen und sozialdemokratischen Kar- didaten bandelt, zur Unterstüßung einer Partei zu verarlafsen, welck@e aus ihrer Gering[Gabrng des Helfers kein Hehl mat. Dies Ziel is bei bürgerlihen Wählerkreisen niht anders zu erreichen, als wenn gleichzeilig an der alten Behauptung festgehalten wird, daß der E oder Freisinn das „stärkste Bollwerk gegen die Umfturzgefahr* sei. Das {were Kunsftstück, Fleichzeitig Hammer und Ambos zu sein die Fraktion Richter scheint es fertig zu bringen, indem sie die Umsturzpartei, welhe sie aus Grundsatz in der Theorie heftig befehdet, aus Nüylihkeitsrüksichten in der Praxis un- geachtet aller Grundsäße ebenso agen unterstügt.

Indem der Freisinn mit ter Sozialdemokratie in blindem Haß gegen die Kartellparteien verbunden ift, welhe den verbündeten Regie- rungea in der abgelaufenen Legislaturperiode bei der Stärkung der äußeren und inneren Wohlfahrt des Reichs einig und besonnen beistanden, kommt er zuglei den sozialdemokratischen Agitatoren in der Wahl auf- reizender Kampfmitte) immer näber. So jagte der Abg. Baumbach kürzlich, na den Berichten freisinniger Blätter in Berlin, die Wirtbschafts- politik der Regierung baue si auf dem Brant auf: Wer viel hat, dem wird gegeben; wer wenig hat, dem wird das Wenige ge- nommmwen. Ein auderer Abgeordneter, der bekannte Rehtsänwalt Mundckel, meinte, die Mittelpartei bewillige dem Staat alle Mittel, die sie niht selber zu zablen brauche, das sei die Politik fkrafsen Eigennußes. Aufhezender drücken ih au die Sozialdemokraten nicht aus. Und bei diesem politis wie moralisch bedenkliGen Verhalten der deuts{hfreisinnigen Führer zum Vortheil der Sozialdemokratie, bei diesem Bestreben, den Boden für die Sozialdemokratie zu unterpflügen und vorzubereiten, bört man obendrein noch aus ihrem Munde das Wort: „Die Frei- finnigen baben das Gewissen des Reichstages dargestellt.“

* Der freisinnige Wahlaufruf (s. unter „Vorberei- tungen für die Wahlen“) wird von der „Schlesischen Zei- tung“ wie folgt beleuchtet :

„Der Wablaufruf der „deutschfreisinnigen“ Partei enthält eine Reibe von Behauptungen, welche geeignet sind, in der großen Masse der Bevölkerung Haß und Erbitterung gegen die bestehende Staats- ordnung bervorzurufen, indirekt also der Sozialdemokratie die Wege zu ebnen. Wenn im Eingange hervorgehoben wird, daß „unsere innere Politik fi in ciner Rihtung bewegt, welhe der allgemeinen Wohl- fahrt des deutshen Volkes nicht entspricht“, so ift dies ledigli cine jener Phrasen, mit welchen die Oppositionésparteien herumzuwerfen pflegen. Wenn aber des Weiteren behauptet wird, daß „die Ford:- rungen für Heer und Flotte von Jahr zu Jahr in einem Maße ge- steigert werden, welches die durh die Weltlage geforderten Opfer Übersteigt“, so egt si der Wahlaufruf mit dieser kühnen Wendung in Gegensaß zu den wiederholten Erklärungen der nreisinnigen Organe, welche jede Gelegenheit benußen, den Patriotismus und die Opferwilligkeit des Freisinns hervorzuheben, Erst neuerdings hat die „Freisinnige Zeitung“ konstatirt, daß die Einführung der verschiedenen Gewebrmodelle seit 1871 von der freisinnigen Partei anftandlos gut- gebeißen worden sei. Daß die Kolonialpolitik „unberehenbaren Auf- wand* erbcische und da sie „die ihr gesteckten bescheidenen Grenzen längst überschritten habe“, glauben die Unterzeihner des Auf- rufs wohl selbst nicht. Haben doch die Kundgebungen des Reicbékanzlers in Sachen der Peters's{chen Emin-Pasha-Expedition erft neuerdings unzweifelßaft dargethan, daß Fürst Bismarck weit davon entfernt ist, eine abenteuerliGe Kolonialpolitik zu treiben, Die Polemik des mantesterlihen Freifinns gegen die neue Finanz- und Steuerpolitik ist so alt wie diese Politik selbst ; der Aufruf will, dem Programm getreu, die „unzweckmäfßige Verwendung der Reichs- einnahmen" dur cine „Einwirkung des Reichstages auf die Be- willigung und Verwendung der Einnahmen® paralysiren, d. h. das e der Verfassung nit enthaltene Einnahmebewilligungsreht sta- uiren

Wer tas offizielle Partciorgan der „Deutshfceisinnigen“, die „Freisinnige Zeitung“, verfolgt, wird beim Lesen von Säßen wie: die freisinnige Partei wird suchen, ,Deutschland nach außen stark, im Innern einig und zu einem Hort der Freiheit und des Friedens zu machen*, ganz eigenartig berührt werden, ebenso wenn er dem Wuns begegnet, daß die aus der Wabl hervorgehende Volksvertretung eine solche tei, welhe „in würdiger Weise dem deutshen Volk seinen Plat unter den der Freiheit theilhaftigen Völkern chert*. Selbst fremdländishe, keineswegs immer deuts{freundlihe Blätter haben bereits ibrem Erstaunen darüber Ausdruck verliehen, daß die oppositio- nellen deutshen Organe, und zwar zumeist die „deutichfreisinnigen“, gegenüber dem eigenen Vaterlande regelmäßig die Sache des Aus- landes vertreten. *

Bezüglich der Stellung der Freisinnigen zum S ozialisten- ge seg im Reichstage führt die „Straßburger ost“ aus:

„Wo es si um den Kamps gegen das Eigenthum und um die Verbhetßung der Arbeitermassen Landelt, scheut auch die deutsch- freisinnige Wählerschaft vor einem Ausnahmegeseß nicht so zurüd, wie die Herren glauben maen möchten. Und was es mit den „Waffen des ESeistes“, auf ih hat, weiß Jeder, der die sozialen Kämpfe der seziger und siebziger Iahre mit durchgema@t hat, in denen die sozialdemokratisGe Partei ganz ebenso qut wuchs, wie heutzutage. Die volle Freiheit der öffentlichen Diskussion, darüber kann gar fein Zweifel sein, kommt allein nur der Sozialdemokratie ¿u Gute, deren Rednern mit ihrer dialektishen Schulung und Ge- wandtheit nur sevr wenige Redner anderer Parteien gewachsen sind und in deren öffentliche Versammlungen sich zu Redekämpfen zu wagen noch weniger den Muth baben. Auch liegt ein gewisser Humor darin, wenn man im Reichstage behauptet, dur Rede und Gegenrede und dur öffentliche Belehrung würden die sozialdemo- kratishcn Irrthümer aufgeklärt und beseitigt werden; als ob im Rcichätage jemals die Abgeordneten an R selber die Erfahrung gemadt bä1ten, daß im politischen Leben irgend wer der Belehrung und Bekehrung zugänglih wäre! Das ift im Reichstage ebensowenig der Fall, wic es in Volksversamnlungen der Fall sein würde.

Auf die Frage: Wer sind die Vegünstiger der Sozialdemokratie? giebt das „Chemniver Tage- blatt“ folgende Antwort :

„In der Erregung der Unzufriedenheit mit ibrer uge ages Lage und weiterhin mit den bistehenden. staatli wiribsaf1 lien vrd sozialen Verbältnissen überhaupt unter den Arbeitern im engeren Sinne sowohl wie unter den kleinen Beamten, Handwerkern und

i find Verleumdungen,

ift es die

das nächste Ziel

Kaufleuten t der Sopaldemokratie. Be fnst iger derselben ey daher alle Diejenigen, welche

; find, Volk Mißtrauen die be- nte huta pat Lien Þ fei fis L RU

er

demokratie find Diejenigen, welhe behaupten, die Regierung nit das Wohl aller Klassen der Bevölkerung gleihmäßig im Auge, sondern begünstige die wohlbabenden Klassen zum Nactheile der minder begüterten ; sie belaste z. D. die Arbeiter die Brannt- weinfteuer mit 130 Millionen, um den reihen apsbrennern 40 Millionen müheles in den Schooß zu werfen. ünstiger der Sozialdemokratie sind Diejenigen, welche dem armen Manne vor- reden, die Wirthschaftspolitik der Regierung und die nur zur Be- reiherung einer kleinen Zahl von Großgrundbesizern eingeführten Getreidezölle trügen die ld an der Vertheuerung der Lebens- mittel, aber den Einfluß der Spekulation und des Börsenspiels auf diese Vertheuerung woblweislih - verschweigen. Begünstiger der Sozialdemokratie "nd iejenigen, welhe den kleinen Beamten ein- zureden versuen, die Reg cus habe kein Herz für sie und lasse \sich zu einer Aufbesserung ihrer Gehälter nur durch den Zwang, en die Oppositionésparteien ausüben, widerwillig drängen. Begünstiger der Sozialdemokratie sind mit einem Worte alle Diejenigen, welche von der zur Zeit im Reih befolgten Steuer- und Wirthschafts- politik behaupten: „Je mehr Einer hat, desto mehr wird ihm ge- geben ; je weniger Einer hat, desto mehr wird ihm genommen, um die Rente Desjienigen zu steigern, der {on genug hat.“ Das wie solche s{chlimmer niht gedacht werden können; das heißt der Sozialdemokratie vorarbeiten und ihrer Verbreitung unter den weniger bemittelten Bevölkerungs- klassen die Wege ebnen. In unserer an Gegensäßen so reichen Zeit iht jedes vaterlandsliebenden Bürgers, auf die Ver- \öhnung diejer Gegensäßze hinzuarbeiten, um die Erhaltung des inneren Friedens zu ermöglichen und der systematishen Verheßung, welche von der Sozialdemokratie gerade zur Genüge geübt wird, Einhalt zu thun. Wer dies nicht thut, sondern gegen die Regierung und alle Diejenigen bett, welche niht zu den sogenannten kleinen Leuten zählen, der. ver- se E gegen sein Vaterland und ist ein Begünstiger der Sozial- emo : ,

Königliche Kuustakademie.

Die diesmalige XII. AussteDung des Vereins der Künst- lerinnen und Kunstfreundinnen in Berlin, welche gegenwärtig in dem Gebäude der Königlihen Akademie der Künste, Unter den Linden, ftattfindet, ist wieder reiblih beschickt und umfaßt im Ganzen 983 Nummern, von denen die Mehrzahl Oelgemälde find. Unter diesen sind wieder recht tüchtige Arbeiten, welche beweisen, daß auh unter den weiblichen Mitgliedern der deutschen Künstlerschaft sd bowalhtbare Talente befinden, welde mit dem stärkeren Ge- {let eine erfolgreihe Konfurrenz eingeben können. Einer ganz besonderen Pflege hat sih das Stil ileben bei den Damen zu erfreuen, und in seiner Behandlung haben es viele von ihnen zu einer außerordentlihen Virtuosität gebract. Die Blumen sind es vor allem, deren zarte und farbenprähtige Natur mit Vorliebe zum Gegenstand fünstlerisher Darstellung gemacht wird, niht minder die Früchte, und einige der Blumen- und Fruchtmalerinnen haben si bereits einen bedeutenden Namen erworben. Clara Lo bedan betitelt ein großes Blumenarrangement „An der Sonnenuhr*; auch ein Traubenstück zeigt wieder das Talent der Malerin im hellsten Licht. Therese Laudien ftellt einen großen „Bauernstrauß" sowie zwei andere Ge- mälde aus, alles Werke von gediegener Technik. Gleiches läßt fi von Helen Iverson's beiden Bildern sagen. Hermine von Preu- \éen ift mit zwei tüchtig durchgefübrten Blumenstücken vertreten. Puäcbtig sind zwei rol fompoñirt und leuchtend in der Farbe; au Marie Remy hat ein ähnlihes wohlgelungenes Stück sowie zwei andere Bilder auégestelt. Von Marta Aronson-Danzig sieht man drei Sawen; der Mimosenstrauß ia der Vase bietet einen wenig dankbaren Vorwurf, ift aber zierlich gemalt. Auch eine fürstlihe Malerin ist bier vertreten, die regierende Fürstin von Lippe-Detmold, geb. Prinzessin von Baden. Die Behandkung namentlih des plüs{ch- artigen Stoffs auf dem bohen, \chmalen Bilde ift äußerst geschickt. Genannt scien ferner Martha Jacoby, Clara Fis Der II., Minna Bartels, Pauline von Döômming, H. von Fischer}, Margarethe “Ludolf, E. Meigen, Antonie Boubong, Anna Veters und Marie Thun, von der namentli das Gemälde: „Achtzehnhundertneunundachtziger“ dur seine ge- sund realistishe Malweise gefallen wird. Ferner seien erwähnt Emma Krause, A. Iäger, Louise Gerstner. Einige recht ansprehende Jagdstücke Ltre Margarethe Sclegel. Als launige Beoktachterin der Thierwelt ist Minna Stocks von früher ber bekannt; ihre „Spielenden jungen Kaygen*, ferner „Der unheim- lide Gast*, junge Hunde, auf deren Futternapf sich ein Rabe nieder- gelassen hat, und au ihre „Pferde unter alten Weiden“ zeigen solides Können und tüchtige Technik. Allerliebst sind die „RKothkehlen“ von Ma garen von Langen. z k

ächsstt dem Stillleben sind die Porträts zahlrei vertreten. Au( in der Bildnißmalerei haben {ih die Damen eine Stellung zu erringen gewußt und leisten darin recht Erfreuliches. Besonders hervorragende Schöpfungen sind auf der diesmaligen Ausftcllung gerade nit zu sehen, aber es ift doch sehr Vieles da, was sich über den Dur schnitt erhebt. Von Frau Helene Büchmann ist ein Porträt der Erbprinzessin Reuß, geb. Prinzessin Hoherlobe-Langen- burg, ausgeftellt, sowie zwei andere Bilder, von denen das Porträt dcs kleinen W. F. ein wenig glatt gemalt ist. Recht tüchtige Arbeiten sind die drei von Johanna Kawerau gemalten Bilder, welche si dur ihre solide Technik auszeichnen ; namentlich bekundet der Studienkopf großen Fleiß. Frau Clara Ewald's Bild „Am Schreibtisch“, welches uns ein Interieur zeigt, hätte eiwas Ee durchgeführt werden müssen. Unglücklih arrangirt ist Martha Fischer's Studienkopf; so in Dreiviertelansiht macht das Bildniß der dar- gestellten Dame einen recht gezwungenen Eindruck. Marie Crelinger ist wieder mit drei recht guten Bildern vertreten. Frau Bey me - Golien hat das bet ly ausgeführte Bildniß des verstorbenen Reichstags-Abgeordneten Rumpf ausgestellt ; wirkungsvoll in der Haltung bei freier und energisher Behandlung des Kopfes, macht das Bild seiner Urheberin alle Ghre. Die Malerin hat sch selbst in einer etwas dekorativ gehaltenen Art porträtirt. Elise Göbler hat drei Porträts ge- liefert, von denen das nah dem Tode der Dargestellten gemalte etwas nüchtern ist. Ein gut durhgefübrtes Damenporträt rührt von Frau von Hülsen her. Das Porträt des verstorbenen Bürger meisters Dr. Kircenpauer zu Hamburg, von Margarethe Frit gemalt, weist entshiedene Vorzüge auf. Rosa Petel zeigt sih als ret geschickte Bildnifmalerin. Die \{chône Dame, welche Marie Nerenz malte, bot ein so dankbares Motiv, daß bei der von der Malerin bekundeten tübtigen Beanlagung ein so gefälliges Bild zu Stande kommen mußte, wie hier dem Bes sauer geboten wird. Erwähnt seien aus der großen Zahl der Porträt- malerinnen ferner Susanne von Nathusius, Helene Möser, Gertrud Markrott, welche eia Bild des regierenden Kaisers malte und mit dem Bildniß des Dr. O. eine Interieurstudie verband,

Sopraporte von s elene Noack, geshmack-

Fe ed von Madeweiß mit zwei ansprehenden Stücken, Auguste

udwig, Frau von Leuhusen, Ursula Bußler, Elisabeth S@chmidt, Luise Shmidt, Clara Volkmann mit einem drolligen Kinderbildniß und Vally Stobbe. Adele Tobias zeigt etwas Dilettantenhastes in ihren Bildern; das Bildniß der S@warzwälderin mit dem gesQma@ osen Hintergrund und den un- natürlichen Beleuchtungseffekten gehört zu den weniger erfreulichen Stücken der Ausstellung.

Die Genremaleret scheint weniger das Gebiet der malenden Damen zu sein, wie wenigstens diese Ausstellung vermuthen läßt; es find nur wenige derartige Bilder vertreten, und die wenigen lafsen zum Theil schr zu wünschen übrig. Sehr gewagt erscheint es do, bei der Unzahl gemalter Mignons, die Summe der shon vorhan-

Konventionellen erreichen.

noŸ von Wartenberg, i: tels -rait ihren Ge: máâlden Ferie des zu erregen. Paula Monjs hat eine naturalistishe Skizze mit wenig zutreffenden Namen o ling* bezeiGnet ; die weiblide Person scheint im Stehen zu \ was sehr komisd wirkt. Besser gefällt der „Sonntagmorgen“, o : hier die Farbenüb etwas f find. Eenta Kohblschüût- ter's „In Bedrängniß* ist eine sehr mäßige Studi er gefällt ie Bild: „Im Brautshmuck“. Mathilde Buchholz hat mit ibrem religiösen Bilde wohl nibts weiter als einen Versu anstellen wollen. A gathe Röftel bat sich in ihrem Gemälde „Am D niht zu ihrem Vortheil der naturaliftisGen Manier Von Landschaftsmalerinnen seien lobend genannt Marie von Keudell mit drei tüchtigen Bildern, Olga Meißner, Anna Gerresheim, deren Bildern jedo etwas lebhaftere Farben G wann wären, Elise Habelt, Johanne Frank, Luise egas-Parmentier, die als tüchtige Landshafterin sich längst einen Namen gemacht hat, Paula Bonte mit drei sehr gefälligen Stüden, Johanna Budczies, Maria Arndt und Toni Sulz. Fr. Westphal -Loesser brauhte nicht gar so realiftish in ihrer Komposition und Farbe zu sein. Fanny Levy sch{reckt dur die harte Zeichnung und das bunte Kolorit geradezu ab; besser gefällt Hildegard Lehnert's „Rothes Cliff auf Syit“. e Aquarell- und Paftellmalerei ist gleichfalls reiGlih vertreten.

Statiftik und Volkswirthschaft.

Uebersicht

über die Steinkobhlen- und Braunkohlen-Förderun Preußens in den Jahren 1889 und 1888. -

(Nach vorläufigen Ermittelungen.)

1889. 888. Ober- Viertel» | Förde-| 26A Fac: E x : eis rbei- Bergamtsbezirke. g E terzabl. rung: terzabl.

A. Steinkohlen. 1) Breslau 4 778 639| 58 951] 4528 028| 57 328 4 035 453| 56 637] 3 827 512| 55 021 4 911 041 58 234] 4 365 386| 54 902

. | 5 283 443/_62 253] 4 921 358 T9 008 57659 OT9/T7 612 284

- 5959 133 5 770 5 488 137 5 589 7 126 137 6 727 6 834 131 7212

25 407 135) 25 298

115736 32311 108 349 132958| 3275| 116 918 155 668| 3254| 133 323 168 800|__3 334) _138 703 7316 324 197 2031 3 275 S156 2925| T14 114) 8 085 318 6 762 068! 111 967] 7 737 307 8 997 094 114 148] 8 443 588 9 335 803 8 934 963

. 133 891 190| 115 357]83 201 176

2 100 354| 33 766} 2 000 033

1 766 650} 33 526} 1 894 011 2 086 613! 34 011} 2 036 925 2 028 899| 35 203] 2 164 897

7 982 516| 34 126} 8 095 866

15 756 913! 210 195/14 727 498 12 702 617| 205 542/13 581 337 16 157 542| 209 784/14 985 949 16 823 779| 222 121/16 167 133

Gesammt-Summe . [61 440 851/| 211 911/59 461 917| 197 648 Endgültig festgestelt auf 59 475 351| 198 222"

3) Clausthal

4) Dortmund

Der ganze Staat .

120195} 1332 92775) 1-177 : 111459} 1160 IV. 128 303) 1270} 130373 1263 255535) 1242| 1454 802 12833 I. 3 061160! 21 118] 2 841 671! 19 548 II. 2 765 026! 20 602] 2 832 052! 20 025 III. 3 283 294| 20 296] 3 015 909| 19 586 IV. 3 787 579) 21 692]/ 3 413 736| 20 940 Summe . [12 d97 0595| 20 927 12 103 368| 20 025 I. 47 840 747 50 516! 740 II, 39 200 630 36 633 I, 54 158 700 44 591 L IV. 85 556) 834] 71 999 Summe . | 226 753 7281 203 739 E: 147 381 123 669 II. 144 405 109 189 III. 136 150 124 765 IV. 179 013 131 836 Summe . 606 949 489 459 I. 3 388 797 3136 051 II. 3 058 004 3 070 649 III. 3 589 045 IV. 4180 446 25 429] 3 747 914 Gesammt-Summe . [14 216292 24 392113 251 368} 2 Endgültig festgestellt auf 13 207 888| 23 408

I. 132416 1342 II, 109 373| 1190 115 443) 1164

Der ganze Staat .

Zur Lage von Handel und Industrie. )

Im letzten Quartal haben im Regierungsbezirk Hildesheim, wie von dort berihtet wird, wiederum viele der größeren industriellen Etablissements einen erheblihen Aufshwung genommen. Die Lage des Kleinhandels und des Handwerks hat nennenswerthe Aenderungen nicht crfabren; die Gewerbe bewegen sich in den bis- herigen Bahnen und sind gut beschäftigt, da dur den gesteigerten Lobn der arbcitenden Klassen die Kaufkraft derselben gehoben und die Nachfrage nah dcn Lebensbedürfaifsen in steter Zunabme begriffen ist. Die Verhältnisse der Arbeiter können im Großen und Ganzen günstige genannt werden. An Gelegenheit zur Arbeit mangelt es weder im landwirthschaftlihen noch im gewerblihen Betriebe. Die Löhne sind gute und auskömmlihe, was jeßt um so mehr gilt, als für unvorhergesehene Ereignisse, welhe Verluft oder Minderung der Erwerbsfähigkeit nach {ih ziehen, dur Versicherung gesorgt ist.

Arbeiterkolonien.

___In den 21 deutshen Arbeiterkolonien lebtea am 1. Sanuar 1890 2515 Männer, obwohl eigentli nur für 2477 Plag ist. Viele von A g ohne die Kolonien in Gefängnissen und Korrektions-

äusern sein.

E Zur Arbeiterbewegung. i Essen fand eine Delegirten-Versammlun der Bergleute von Rheinland und Westfalen statt, wel von etwa 100 Personen besucht war. Nah der „Rhein.-Wesif. Ztg. wurde folgende Resolution, welbe den Bez ammlungen ng vorgelegt werden soll, angenommen: „Die von dem bandsvo Forderung einer Lohnerböhun von 50 % wes en h erien. Die Grhöhung foll so vertheilt werden, e FrBaUN ver btstüdigen Schitit inklusive Gin- uns Acosähet orderung der a gen ve Ein- und rt E L Lern) ee gan: ebet Tite T na u e egangenen Telegrammen wurde vorgestern mitgetheilt, daß ein Theil der Ber leute des Esch- weiler Bergwerksvereins, welche zum Schacht „Nothberg* gehörten, bereits am Freitag die Acbeit eingestellt habe. Nah einer Mit- theilung des Bergwerksvereins an die „Köln. Ztg.® wurde vcrgeftern auf allen Gruben in gewobnter Weise gearbeitet, nur ein Theil der Belegschaft - der Grube „Notbberg®“ war noch nicht ange- fahren. einer Versammlung der Bergleute des Swchacht's „Nothbe;rg®, welche vorgestern stattfand, wurde alsdann, wie „W. T. B.* meldet, beschlofsen, am Montag, also heute, die Arbeit einzustellen, weil die von den Arbeitern gestellten Farben von der Direktion niht genehmigt seien. gur vorgestrigen Frühshicht waren dieser ung zufolge nur no Hauer angefahren. eute sol auch in Alsdorf eine Arbeiterversammlung attfinden.

__ Bochumer Zeitungen brachten, wie der „Rh.-Wesif. * bes richtet wird, eine von einer größeren Anzahl von Bergarbeitern unterzeihnete Einladung an ihre Kameraden im Reihstags- wahlkreise Bohum zu einer öffentlihen Volksversammlung, die gestern auf dem Schütenhofe stattfinden follte. Die Unter- zeihner nennen \sih das , tral-Wahlcomité der christlich und patriotisch gesinnten Bergarbeiter“ und erklären, daß ihnen in einer Vertrauensmänner-Versammlung der Bergarbeiter die Leitung der Waklangelegenheiten übertragen worden sei. Der Zweck der in Aus- siht genommenen, Versammlung soll scin, eine Einigkeit be- züglih Aufftelung eines Bergarbeiter - Kandidaten herbeizuführen. Nur die cristlich und patriotisch O Arbeiter und deren Gesinnungsgenossen aus anderen Ständen sind eingeladen. Sozialdemokraten werden als Redner nicht zugelassen, aber als Zu- börer geduldet. Von den in der Bergarbeiterbewegung bekannt ge- wordenen Arbeitern baben unterzei(net: Weber-Bohum, Bauer- Weitmar, Walter und Werdelmann-Wattenscheid.

Aus Sulzbach wird der „Rh. - Westf. Ztg.“ mitgetheilt, daß sämmtlihe Unterbeamte der Gruben vom 1. Februar ab eine Gehaltszulage erhalten Die Lohnfrage ruht augenblidlich unter den Bergleuten, denn die „Führer“ haben alle Hände voll zu thun mit der Wahl. Der Vorstand des Christlihen Bergmännishen Vereins in Saarlouis sandte eine Bittschrift an Se. Majestät den Kaiser ab, worin die Lage der Bergarbeiter geschildert und insbesondere die An - stellung von Bergrichtern analog den Fabrikinspektoren ge- wünsht wird.

In Hannover besteht ein deutsch{-nationaler Arbeiter- bund, wellher gegenwärtig 700 Mit-liedec zählt. Auf dem Boden der gegenwärtigen Gesellshaftéordnung stehend, erstrebt er Vertretung der Arbeiterinteressen im Reichstag dur eigene Arbeiter-Abgeordnete, die sich keiner politishen Partei anschließen sollen, Befierung des Verhältnisses von Arbeitgebern und Arbcitnehmern und Verhütung von Strikes.

Aus Erfurt shreibt man der „Frkf. Ztg.“ unter dem 31. Ja- nuar, daß die Lohnbewegung in den dortigen Shuhfabriken einen ernsteren Charakter ann#sFhme. einigen größeren Etablissements wurden \{chon vor etwa 14 Tagen bedeutende Lobnerböhungen zugestanden. Am Montag traten aber die Arbeiter an diese und alle anderen - Schuhfabriken mit erböhten Forderungen heran, welche von einer Arbeiter- Lohnkommission in einen Normaltarif zusammengefaßt waren. Mit Berufung auf die Unerfüllbarkeit dieser Forderungen und auf die ibrer Ansiht nach niht vorhandene Möglichkeit, bei den ver- \chiedenen Vetciebseinrihtungen in den einzelnen Fabriken einen Normaltarif aufzustellen, lehnten die Werrubgen Fabrikanten, welche- fich solidaris@ erklärten, die Annahme des Tarifs und die verlangte Beratbung mit der Lobnkommwission ab. Sie erklärten sih nur bereit, mit ibren eigenen Arbeitern über Lohnerhöhungen zu verhandeln und gerechten Wänschen unter Berücksichtigung der vertheuerten Lebens- mittel Rechnung zu tragen. E

Im Gablonzer Kreise wurden, wie ein Telegramm des .W T. B.* aus Prag meldet, -am leßten Freitag wiederum able ginn vhdg ao strifender Arbeiter durch Militär und

endarmerie zerítreut. In Folge des Beschlusses der fremden

Glasarbeiter des Tannenwalder Bezirks, in die Gebäude der Glasfabri- fanten cinzudringen und dort alles Glaswerk zu zertrümmern, wurden für den beutigen Zahltag umfassende Sicerheitsmaßregeln E

Nus Brüssel wird berichtet, daß der Strike in den Gruben der „Compagnie Lens“ beendrt ist.

Handel und Gewerbe.

Bei den Abrechnungsstellen der Reichsbank sind im Fanuar 1890 1620710900 abgerechnet worden gegen T 520 441800 A im Dezember 1889 und 1528777100 H îm Januar v. J. E g

Berlin, 1. Februar. (Wochenbericht für Stärke, Stärke- fabrifate und Hülsenfrüchte von Max Sabersky.) Ia. Kar- toffelmeßl 16}—174 6, Ia. Kartoffelstärke 163—174 H, Ila. Kar- toffelmebl und Stärke 14¿—15} K, feuchte Kartoffelstärke loco und Parität Berlin 7,75 «t, Frarkfurter Syrupfabriken zahlen frei Fabrik Frankfurt a. Oder 7,50 4, gelber Syrup 18}—183 #, Capillair- Export 20¿—202 4, Capillair Syrup 19—20 c, Kartoffel - zuEcr Capillair 181—18} , do. gelber 19{—19} 4, Rum-Couleur 24—236 M, Bier - Couleur 34—36 &, Dextrin, gelb und weifi, Ia. 2627—274 „#&, do. scfunda 233—24i #, Weizen- stärke (fleinft.) 36—37 4, Weizenftärke (großstück.) 39#—405 -#, Halleshe und Schlesishe 393—402 H, S{abe-Stärte 26 é, ai&- Stärke 30—31 #4, Reisftärke (Strahlen) 457—47 K, do. Q —44 4, Victoria-Erbsen 19—22 Æ, Koherbsen18—2246, grüne Erbsen 18—22 M, Futtererbsen 16—164 H, Leinsaat 22—24 M, Linsen, große 36—46 #, do. mittel 26—36 K, do. kleine 20—26 , gelber Senf 20—26 §, Kümmel 42—46 %, Buchweizen 14—15 H, Mais loco 13—14 #, inländisle weiße Bohnen 19—22 , breite Flahboknen 22—25 #, ungarische Bohnen 19—21 S, galizische und russishe Bohnen 17—19 #, Hanfkörner 15—16 &, Leinkuchen 154—16 #, Weizenshale 10}—102 , Roggenîtleie 10¿—11 4, Raps- fucien 154—16 4, Mohn, weißer 46—50 H, do. blauer 43—46 #, Hirse, weiße 20—23 « Alles per 100 kg ab Bahn bei Partien von mindestens 10 000 kg.

Die Listen zur Eintragung der Firmenbranhen und Speziali- tâten für das „Kaufmännishe Adreßbuh von Berlin“, welches nunmehr im 10. Jahrgang erscheint, cirkuliren bereits bei den Interessenten und werden dieselben in ibrem eigensten Interesse um recht genaue Einzeichnungen ersuht. Im Uebrigen wird auf das in heutiger Nummer ersheinente darauf bezügliche Inserat bingewiesen.

Qie Direktion der Leipziger Feuerversicherungs- Anstalt s{lägt, wie die „B. Börs.-Ztg.“ berichtet, der am 22. Fe- bruar cr. statifindenden Hauptversammlung für 1889 die Vertheilung einer Dividende von 720 6 und die Ueberweisung von 291 574 M an den Dividenden - Ergänzungsfonds vor. Aus letzterem sollen 600000 M zur Abminderung der Wechselverbindlihkeit der Aktionäre

verwendet werden. O : versammlung der Die außerordentlide Gewerken ger \ Le 0s. Ancihát

Selbedcker Erzbergwerke vom 1. d. l tfirmen wegen Umwandlung der Gewerk- a U S iriena h \ ells ch ft wit 4 Millionen Mark Kapital,

wofür die Kölner G Millionen Delemmlune Besbloß ferner, für 400 000 wo anzukauf

hnungen en. Die „Volkswirthschaftliche Zeitschrift die Spar- kasse", Or des Deuts welche von Dr. jur. Hey

rkafsen-Verbandes. Amo e in Preußen _— „us-Sparkasse fskafse der Deutshen Genofsenshaften. assen im Staate Hamburg. Sparka und Münzwesen. Steuerwesen. Tehrêwesen. Prnpeinde Angelégenteiten: Anleihen 1889. Berliner Anleihe. JuriftisGes: Sparkasseneinlagen. Gerichtsfoften bei Zmangbversieis en. Stempel. Gebührenüber- bebung. Erhebungskoften dec Rebtsanwälte. Außercoursf\ezung. Präsentation von Accepten. Verschiedenes. Literatur. Augsburg, 1. Februar. (W. T. B.) Bei der heute statt- gehabten Serienziehung der Augsburger 7 Fl.-Loose sind Une Nummern gezogen worden: 41 108 328 568 689 890 947 as : 1233 1353 1383 1423 1470 1527 1606 1760 1824 1917 2037 Meiningen, 1. Februar. (W. T. B.) Prämienziehung der 7 4000 Ser. 3641 Nr. 35

Meininger Fl. - Loose: , 2000 je 300 Fl. Ser. 1995 Nr. 41,

. Ser. 4244 Nr. 40, Ser. 6559 Nr. 43, Ser. 7578 Nr. 24.

Gotha, 1. Februar. (W. T. B.) Serienzieh der Bu- karefter Prämien-Anleibe: 69 90 108 115 178 192 270 335 389 423 429 460 464 521 616 930 1006 1021 1111 1164 1355 1430 1438 1541 1579 1661 1697 1799 1836 1920 1984 2072 2143 2144 2209 2248 2294 2298 2312 2436 2499 2600 2627 2653 2727 2751 2842 2910 2993 3035 3055 3198 3234 3289 3398 3453 3878 3902 3989 4115 4282 4383 4453 4473 4506 4519 4619 4672 4875 4886 4943 4962 4966 4989 4999 5108 5116 5127 5153 5295 5341 5348 5396 5423 5513 5517 5707 5717 5844 5910 6138 6340 6426 6539 6581 6619 6696 6702 6715 6799 6916 6917 6948 6969 7051 7153 7242 7279 7300 7315 7372 7419 7453 7471. 25 000 Fr. Ser. 1006 Nr. 53.

Hawburg, 1. Februar. Serienziehung der 1866er Prä- mien- Anleihe (50 - Thaler-Loose): 105000 4 Ser. 3587 Nr. 5; 15 000 4 Ser. 3026 Nr. 3; 6000 A Ser. 990 Nr. 7; je 3000 M Ser. 1497 Nr. 16, Ser. 2159 Nr. 1, Ser. 2779 Nr. 9; je 1500 A Ser. 1460 Nr. 4, Ser. 3026 Nr. 8, Ser. 846 Nr. 5, Ser. 344 Nr. 9; je 1200 A Ser. 2159 Nr. 15, Ser. 530 Nr. 12, Ser. 540 Nr. 11, Ser. 3522 Nr. 2, Ser. 907 Nr. 8; je 600 Ser. 1320 Nr. 24, Ser. 228 Nr. 19, Ser. 3164 Nr. 17, Ser. 2579 Nr. 13 und Ser. 3026 Nr. 6.

Prämienziehung der Köln-Mindener Loose: 55000 Thlr. Nr. 62096, 6000 Thlr. Nr. 131 767, 3009 Thlr. Nr. 145 290, 2000 Thlr. Nr. 291, 149 178, 1060 Thlr. Nr: 28 398, 115 261, 172 985, 500 Tblr. Nr. 143 722, 200 Thlr. Nr. 297, 15 014, 63 785, raub 102159, 124314, 124332, 143703, 161258, 161281,

Wien, 1. Februar. (W. T. B.) Serienziehung der öfter- reihishen 1860er Loose: 16 30 74 187 281 379 565 594 625 669 691 694 934 1047 1121 1316 1480 1486 1496 1649 2264 2323 2334 2339 2579 2670 2745 2904 2925 3023 3029 3082 3379 3684 3890 3895 4094 4289 4485 4538 4668 5395 5765 5879 6285 6514 6738 6880 6910 6930 7000 7070 7294 7311 7584 7616 7691 7999 8119 8447 8508 9058 9402 9417 9444 9450 9453 9537 9725 9796 9838 9905 9947 10 040 10 400 10 503 10571 10634 10895 10 905 10911 11042 11094 11161 11227 11272 11300 11417 11 524 11 676 11 973 12 199 12219 12 305 12843 12 937 12965 13026 13 401 13 618 13 732 13896 14 164 14260 14310 14622 14785 14 817 14 923 15 012 15 073 15 210 15 228 15 366 15402 15 856 16 088 16 276 16 334 16 530 16 794 16816 16877 16933 17116 17 297 17 305 17 350 17 358 17 362 17437 17763 17 862 18062 18 819 18 941 19 001 19111 19238 19278 19282 19484 19714

19 843 19 952. Wien, 1. Februar. (W. T. B.) Ausweis der Südbahn pen zl SFanuar bis 28. Januar: 714579 Fl., Mindereinnahme Ausweis der österreihisch-ungarishen Staatsbahn

in der Woche vom 22. Januar bis 28. Januar : 694 549 Fl., Mehr-

einnahme 9271 Fl.

92. Februar. (W. T. B.) Die Oesterreihisch-Unga- rishe Staatseisenbahn-Gesellschaft versendet über die beute stattgehabte Sitzung des vereinigten Verwaltungsraths ein Communiqué, wona der Präsident der Versammlung als Antwort auf die Interpellation Hegedue's anläßlih der jüngst in den Zei- tungen über die Staatsbahn-Gesellshaft enthaltenen Gerüchte fol- gende Erklärung abgab: Auf Grund einer mit dem Handels- Ministerium gepflogenen BelpreGunig (f der Präsident in der Lage, zu erklären, daß tvilven dem Ministerium und der Gesell- \haft, welche bereit ist, den Anforderungen der Ober- Aufsichtsbehörde vollständig zu entsprechen, keinerlei Konflikt besteht. Gewisse Ziffern der Bilanz für 1888 werden gemäß den Bemerkungen des Ministeriums deutlicher ersihilich gemacht und die Konsequenzen dieser Auffaffung gezogen werden ; diese können, da die Gesellshaft ausreichende Mittel zur Rekonstruktion der fraglichen Bilanz- posten besitzt, das Bilanzresultat nicht alteriren. Die Basis für den Rechnungsabschluß pro 1889 wird gemäß den jeßigen Weifungen der Behörde aufgestellt. Der Präsident versichert, die wohlwollende Rücksicot, welhe das Ministerium unter Wahrung der öffent- lihen Interessen stets der Gesellschaft zugewendet hat, werde auch bei diesem Anlasse bethätigt, und die Bereitwilligkeit der Gesell- schaft, die großen Interessen der Monarchie zu fördern, in rih- tigem Maße gewürdigt werden. Nach einer kurzen Schilderung der Lage der Gesellschaft wies der Präsident auf die Ergebnisse der seit dem Jahre'1882 ausgeführten Linien hin, indem er Folgendes konstatirt: Das Nettoerträgniß des Lokalverkehrs und ein Tbeil der dadurch dem alten Neve zugeführten Einnahmen genügen, um das Anlagekapital dieser Linien, sowie ‘den größten Theil des Anlage» kapitals für die erst im vorigen Jahre in Betrieb geseßten Linien zu verzinsen, ferner, daß die noch zu erbauenden Linien weitaus ihre

insen aufbringen werden. Die seit 1882 [lebhaft unterhaltene Bau- thätigkeit zur Vertheidigung und Entwickelung des Verkehrsgebietes sei als abgeschlossen zu betraten; nichtsde oweniger verfüge die Gesellschaft über genügend starke Reserven, falls neue Anstrengungen nothwendig sein sollten. Das Erträgniß des alten Neyes sei dur die Zollpolitik, durch Herabseßung der Tarife und dur allseitige Konkurr ges{mälert worden, es sei jedoh zu hoffen, daß in manchen dieser ungünstigen Umstände, 3. . in der Souper ein Umschwung möglich wäre. Jedenfalls habe sich die

esellshaft während der \sckchweren Zeit gut vorgesehen und zwar ent- gegen den übelwollenden ages ic gde ohne die Lasten zu vergrößern. Die Vermehrung der Cinmabmen aus den Eisenbahnlinien und sonstigen Einkünsten gestatten, beruiat die Erklärung abzugeben, daß die Ergebnisse des Betriebsjahres 1889 jene des Jahres 1888 über- eigen werden; daher sei die Hoffnung berehtigt, daß die allgemeine Krise der Transportindustrie nunmehr beendet ei Es würde die Auf- gabe der Gesellschaft sein, unter Wahrung der Interessen der Aktionäre auch in Zukunft den Handel und die Industrie der Monarchie in dem Maße zn fördern, wie die Monarchie zu erwarten berehtigt sei. Der Verwaltungsrath nahm die Erklärung mit voller Befriedigung zur Kenntniß. Im weiteren Verlaufe wurde beschlossen, eine außer- ordentlihe Senerainersämmlung au den 10. März einzuberufen jem Zwecke der Genehmigung der Emission einer vierprozentigen Anleihe im Betrage von 30 Millionen Gulden.

Londón, 3. Februar. (W. T. B.) Die Getreidezufuhren betrugen in “der Woche vom 25. bis zum 31. Januar: englisWer Weizen 3861, fremder 48 714, englishe Gerste 1434, fremde 12397 englishe Malzgerfte 19 434, de —, en ischer er 498, fremder 61 736 Qrts. Englishes Mehl 16 790, Mane 36 693 Sack.

Rom 1. Februar. (W. T.

bulletin* anläßl bulletin“ sagt a Ba

nicht so weit vorgeschritten, wie es den An wahr, daß die italienishe Handelskammer die der dels-Minister \sich mit der Fra befaßt habe. Vorläufig sei aber nichts mehr in dieser he geshehen. Das berube auf Gundlagen, die geeignet seien, der Bank eine Zukunft zu sichern. Washington, 1. Februar. (W. T. B.) Die Schuld der 19 946 20e Doll. abcenommen im Gtaaioséee befan h A I . en, . Sanuar 617 055 055 Doll. . MEROOY , Befund E New-York, 1. Februar. (W. T. B.) Der Werth der in der vergangenen Woche eingeführten Waaren betrug 9918 563 Dollars; davon für Stoffe 3493600 Doll.; der Werth der Einfuhr in der Vorwoche betrug 9 024 306 Doll., davon für Stoffe I ie Le Jauziro, 1, Febenèr. (W. T. B o de Janetiro, 1. Februar. ¿ L i - rungserlaß vom 31. Januar ändert das leßte Bunte ex bia ab, eas Joe ganze Cy M g Distri une Mur I Notenumlauf ein- ird, und daß der gesamm L0G Milionea Milreis nit übersérciten f aptergeld

Mannigfaltiges.

Die Kranzspenden für Ihre Majestät die hoseli i

A ugufta haben, wie die Blätter - melden, die Zabl ae i 700

erreiht. Die Bänder, Inschriften und Kränze, soweit diese zu reser-

viren int, werden in einem eigens dazu bestimmten Zimmer bes ohenzollern-Musjeums ausbewahrt wzrden, wie di

ligen Kaiser Wilhelm und Friedrich. n, wie die der hohe

Oppeln, 31. Januar. Das neuzuerrihtende Denkmal für Se. Majestät den Kaiser Wilhelm I. in Oppeln soll, n Séweidnißer „Tägliche Rundshau für Stadt und Land* beriWtet zugicid ein Denkstein für die in den Kriegen 1864, 1866 und 187!

allenen Krieger der dortigen Garnison sein, deren Namen auf ronzenen Tafeln angebracht werden. Das Poftament, aus rot \{wedishen Granit in Obelisken-Form und mit einfahen Profilen auf zwei breit auslaufenden monumentalen Stufen, wird seinen Plat vor dem Regierungsgebäude erbalten. Derselbe wird deshalb einem großen Halbkreis umgewandelt. Das auf dem Pla befindliche Wetterhäuschen wird auf eine andere Stelle gebraht werden. Die Gestalt des Kaisers Wilhelm I., in seiner historishen Feldzugs- uniform mit Helm und Paletot, ift kräftig im linken Bein daftehend gas während das rechte etwas vorgestellt wird. Die rechte d ügt sich fest auf eine Kriegskarte mit Sedan; die linke ruht leiht am Sâäbelgesäß. Der Kopf soll gedankenvoll, beobachtend, ein wenig nach rechts blickend, im Ausdruck von Ruhe und Energie sein. Die Ausführung des Denkmals is dem bekannten tüchtigen Direktor der Akademie zu Hanau, Professor M. Wiese, übertragen worden.

Kiel. Die jüngst von den Schiffen „Leipzig* und „Carola“ an der ostafrikanishen Küste bei Saadani genommenen Kanonen der Aufständischen, die oftmals, vorzugsweise von freisinnigen Blättern, genannten Buschiri-Kanonen, haben nunmehr, wie die Blätter melden, ihre Aufstellung im Garten der Marine-Akademie zu Kiel erbalten, wo sie zwischen Kanonen verflofsener Jahrzehnte als Tro- phâäen aufbewahrt werden sollen. Neben jenen, heute als ganz ungefährlich anerkannten alten 24 pfündigen Schiffskanonen kleinfter Art ft F nehmen diese Negerkanonen ih indessen immer noh zwerghaft aus ; man fatn sie höchstens Drei- und Sechs8pfünder nennen, wenn es überbaupt noch angängig wäre, das Kaliber genügend festzustellen. Keine von den vier Kanonen hat dieselbe Form wie eine der anderen, keine hat eine Vorrihtung zum Zielen und Richten, keine hatte eine Lafette, welhe einen Kugel- oder Granatshuß ausgehalten hätte und zwei der Rohre wären wahrsheinlich beim erften Schu geplaßt. Interessant bleiben an den Kanonen die Lafetten, welche wohl von Negerhänden roh aus Holz geschnitten bez. eshnitzt find, zumal die Blockräder, welche, aus einem massiven tüd e” arbeitet, {ogar nahezu rund geworden sind und mit langen ein-

erosteten Nägeln auf den Holzachsen gte werden. Da diese

iegsinstrumente Nachahmungen der Schiffskanonen der früheren Jahrhunderte sind, so ift bei ihnen an eine feldmäßige Transportirbar- keit gar niht zu denken gewesen.

Leipzig, 1. Februar. (W. T. B.) Das Reichsgericht hat das Leiuaia, E der wegen des Röhrmoser Eisénbahn- unglücks Verurtheilten verworfen.

Braunschweig, 3. Februar. (W. T. B.) Der Chef der be- kannten Verlagsbuchbandlung Friedri Vieweg u. Sahn, F. Vieweg, ift heute Morgen geftorben.

- London, 31. Januar. (A. C.) Die Stürme der leßten Woche baben große Risse in den Felsen, auf welchem der Leuctthurm von Fastnet steht, gemaht, odaß man befürchtet, ein Theil des Felsens werde einstürzen. Die find nit nur 14 Tage ohne Proviantzufuhren geblieben, sondern auch das Del zur Speisung der Leuten ging son auf die Neige.

London, 28. Januar. (Frkf. Ztg.) Mr. Cameron von Glasgow und Mr. A. Bowman von Brooklyn find, nachdem

Europa zu Fuß umwandert, bier soeben eingetroffen. Mehr als 12 Monate haben sie zur Lösung ihrer Aufgabe gebrauht. Sie begannen ihren langen Mars von Aberdeen aus, en nah Dover, \hiften nach Calais hinüber, durchwanderten Fr ch, Spanien, Portugal, zogen dur diese drei Länder urück nach Italien, be- rübhrten Triest, Wien, Krakau, Moskau, St, Petersburg und Riga, seßten nah Stoctholm über, durchquerten Schweden und Norwegen bis nah Christiania, erreichten in den Niederlanden wieder den Kon- tinent und traten von hier aus über Ostende und Calais den Heim- weg an. Das Gepäck jedes der Touristen bestand aus einem Tornister

der das Nothwendigste enthielt.

aris, 2 Februar. (W. T. B.) Heute Morgen fand in der Rübe van Lie Duell zwishen dem Marquis Mores und dem Deputirten Dreyfus statt. Dasselbe war die Folge eines Artikels von Dreyfus in der „Nation®: „Gegen die katholischen Edelleute, welche Jüdinnen heirathen!! Dreyfus erhielt einen Schuß in den rechten Obcrarm. Die Kugel wurde sofort entfernt ; das Befinden des Verwundeten ift zufriedenstellend.

¿s, 2. Februar. (W. T. B.) Aus Algier wird üb narf SSnee ee und große Kälte berichtet. g

Rom, 26. Januar. (M. A. Z). Vor kurzem ift ein lebhafter Streit darüber entbrannt, ob die diht an das rehte Tiberufer vortretende [batte der Borgia'shen Basteien der Engelsburg erhalten

leiben oder den neuen Uferbauten zum Opfer fallen solle. Die Bastei ift deshalb einer Untersuhung dur vertianbige 1 en worden. Dies hat gestern zu einer interessanten Gutde gefübrt. Beim Dur({brecen einer Oeffnung durch das Deckengewsölbe der Bastei ift man in das Innere des runden P Rg dau res gelangt, welchen Papst Nikolaus V. um 1445 erbauen ließ und der dann fünszia Jahre splter das de blee e Sex pema gg) Babe dg wurde. Der Thu e innen ver- mauerte Thür dürfte mit einem Gange in der Mauer in

Verbind Garten ermögliHten die Bestreichang

stehen Hei Ao ter dftlihen Gourtine dee Sngeltburg, sowis un j Sufses oberhalb der Engelsbrücke. Au eine tiefe Cifterne i im