1890 / 35 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Vorgänger durglüht, ist gecignet, die bäßlihe Umhüllung, deren Kern jene Idee ist, einigermaßen zu reinigen und zu läutern, und nur um des sittlihen Grundgedankens willen wird manche peinliche und urnûy in die Länge gezogene Scené ohne Widerspru hingenommen. Lüge und Wahrheit sind hier dur< zwei Brüder vertreten ; der 1Ungere, ein Offizier, mat lei<sinnig Schulden; der Vater, ein bis dahin bo angeschener Professor und wirkliher Ehrenmarn, läßt si<, um den Sobn vor dem Selbstmorde zu retten, zu einer Lüge verleiten; er bestätigt nämli< gegen seine Ueberzeugung einem Kunsthändler, daß ein von diesem gekauftes Bild ein echter „Signorelli“ sei und läßt sih für sein Ausschlag gebendes Urtheil eine große Summe Geldes in die Hand drücken, _welhe die Spiels<uld des leiht sinnigen Friy tilgt. Der ältere Sobn, der Maler Oëcar, vertritt die ftrenge Wahrheit. Als der greise Vater unter der Last der Lüge, der Unireue gegen seine heilige Kunst, zusammenbre<en will, versucht Oscar, ihn zu einem freimüthigen Geständniß dem Herzog gegenüber, welcher den Signorelli kaufen will, zu bewegen. Durch sopbistishe Spibfindigkeiten hält ibn Friß zurü>, in der leihtsinnizen Hoffnung, wenn Alles vertusht bleibe, werde Alles gut werden. Aber das Scicksal belehrt ihn cines Besseren; der Vater erliegt der Last der Lüge, welche sein makelloses Leben befle>te; er verliert den Verstand und stirbt.

Der Grundzug der Handlung entspriht dur&aus der Denk- und Sinnesart der Gegenwart; der Knoten wird mit vielem Geichi>k ge- \{lungen und gelöst: die Charaktere sind zumeist mers<li< wahr; denn die einzelnen handelnd auftretenden Personen ind keine auf- Hten Bösewichter aus Prinzip, sondern werden nur bôse aus

eidtsinn und aus Charakters<hwäche, wel<he den in der GSesell- \haftésitte liegenden Gefahren zu widerstehen niht ausreit. Hieraus erwächst die Schuld dcs jüngeren Sohnes, und die des Vate:s liegt in zu racgiebiger, alfo <arafterloser Vaterliebe. :

Was die Scenerie anbetrifft, so konnte man si einem peinliden Eindru>k nicht entziehen, da nur düitere Bilder aneinander gereiht waren; keine Lichtseite des menshli<en Lebens wurde dem Dunkel freundlih gegenübergestelit ; fein Humor etleichterte und befreite die Herzen. Man hatte in drei Akten den langsam heranziehenden Wakßbn- sinn des Vaters zu beotahtea, bis zum Ausbru der Tobfucdt, in welcher er das Bild des Signorelli mit dem Messer zerfeßt. Der Vater büßt also die eine große Lüge seines Lebens mit Wahnsinn und Tod; die s<huldlose Frau und ebenso unshuldige Tochter verbleiben im Unglü>. Wie der leichtsinnige Sohn und Bruder feine Schuld büßen wird, erfährt man niht. Des jüngern Bruders Braut, ein edles vornehmes Mädchen, hält ihn vom Selbstmord zurüd>, indem sie denjenigen für feige erflärt , der sih dem Kampf mit der Weit

entzieht. Die Darstellung bot eine vortrefflile Leistung, Professor mit dem fkindlih

antern überragte. Den alten

ebrlihe: Gemüth spielte Hr. Klein mit rührender Eirfach- heit im ersten Akt. Ergreifend zeihnete er die aufsteigende Angst des verzweifelnden Vaters, welcher dem allgemeinen Drängen halb bewußtlos na<giebt ; und seine Charafkterisirung des fi lang!am meldenden und steigernden Gemüthsleidens war so {arf und dâm onis< fesselnd, daß Schauder und Srausen den Zuschauer pa>en konnte; ais scauspielerishe Leistung war dicselbe unübertreffli<. Den ernsten Maler spielte Hr. Stägemann mit shauspieleriswem Gestid ; er sicht die Welt düster an und in der That passirt ihm mätrend des ganzen Abends nichts Erfreuliches, sodaß er wobl Recht hatte, der Gestalt eine düstere Fäcbung zu geben, Hr. Schönfeld ver- mochte als leihtsinniger Lieutenant seiner Aufgabe nit voll gere<t zu werden; die unnüßen Klogin über seine Schuld griffen uit ars Herz, ebenso wenig wie scine |pâte Reuez auf tragische, leidenschast- lihe Charaktere ist der Grundton der Begabung Schôn- felds ni<ht gestimmt. Hr. Nollet als , Kunsthändler Pfciffec“ gab si einfa< und ungezwungen und verdient darum Un- erkennung. Eine kleine Badfischrolle, die rofessorento<hter Käthe, spielte Frl. Leuthold in dem Stile des Frl. Petri; sie war {erz baft und anmuthig, nur muthet ein Original immer mehr an als die Nadtbildung. Frl. Reichenba< gab die ernste „Ella v. Seeben“, die Braut des Lieutenants, ohne Aufdringlihkeit, aber au< ohne Eindringlihkeit. Die Darsteller wurden nah jedem Aufzuge getusen, und ganz besonders stürmis<h Hr. Klein.

wel%e alle

Wetterbericht vom 6. Februar,

Anfang 7 Uhr. Schauspielkaus

‘Stationen. Wind. Wetter.

Anfang 7 Uhr.

Bar. auf 0 Gr. u. d. Meeres\p

red. in Millim Temperatur in 9 Cel:tus

Juan.

Nebel halb bed.

SSO WSW WSW »dbede>t

J R) S

Musllaghmore Aberdeen . . | 770 Christiansund | 763 Kopenhagen . | 765 |NNW Nebel Sto>kholm . | 762 |NW wolkenlos 7 Ubr.

aparanda . | 758 still/halb bed.

t. Petersbrg.| 755 |WNW 1/bede>t Moskau... | 757 Schnee

Cork, Queens-

town ..…. | 769 wolfenlos Cherbourg . | 765“ beded>t Helder... | 768 ‘halb bed. Sylt... . | 768 1\wolki

amburg .. | 767 1:Nebe

winemünde | 765 2 Regen Neufahrwasser| 761 9 bededt Memel ….. | 759 4 beded>t

92 bede>t

Paris .... 764 j Münster. .. | 767 1‘bededt Karlöruhe . . | 765 2'bededtt Wiesbaden . | 766 still heiter München .. | 763 [O 4 Dunst Chemniy . . | 767 |\NO 2 bede!) Berlin... | 766 |\WNW 2\bede>t Wien .... | 764 NO Ubbede>t Breslau... | 765 [WNW 4|bede>t

le d’'Aix.. | 765 [N 3 bede>t Nizza ..…... | 759 D 4|halb bed. Triest . 760 |ONO 3\bede>t

1) Nebel. Uebersi@t der Witterung.

Ein barometris<hes Maximum von 770 mm liegt übec den britis<en Inseln, Depressionen lagern über Nordwestrußland und südli von den Alpen. In Central-Europa is das Wetter trübe, stellenweise neblig und meist wärmer, ohne nennenswerthe Nieder- \<läge. Karlsruße meldet Minus 8, Friedrichshafen _Minus 9 Grad, dagegen an der deutschen Küste herrsht meist Thauwetter.

Deutsche Seewarte

Prinzessin von

Frieden.

Sonnabend: Sonntag:

Afrika.

&. A. Raida. 77 Ubr. Sonnabend:

F Friedrich =

reitag: Theater - Nuzeigen, 93 Gtao Königliche Schauspiele. Freitag: Opern- baus. 29. Vorstellung. Zum 250, Male: Tanunu- häuser und der Sängerkrieg auf der Wart- burg. Große romantisc;e Oper in 3 Akten von Ricard Wagner. Dirigent: Kapellmeister Sucher.

edermann. Sonnabend :

F (Landgraf: Hr. Mödlinger, vom Großherzogl. Hof- Morzens 8 Uhr. und Naticnal - Theater in Mannheim, als Gast.)

Luslspiel in 4 Aufzügen von Roderih Benedix. In Scene gesezt vom Dircktor Dr. Otto Devrient.

Sonnabend: Opernhaus. 30. Vorstellung. Don Oper in 2 Akten mit Tanz von Mozart. Text von Daponte.

Schauspielhaus. | China. in 5 Aufzügen na

Deutsches Theater.

Sonnabend: Faust’s Tod. Sonntag: Näthstenliebe.

Berliner Theater. Vorstellung. Gräfin Lea.

Demetrius. Gräfin Lea.

Lessing - Theater. Freitag: Das Vild des dor Schauspiel in 4 Akten von Richard anse.

Sonnabend: Die Ehre. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sutdermann.

Sonntag: Das Bild des Signorelli.

Montag: Die Ehre.

Walloer-Theater. Freitag: Die spanische Wand. Dr. Koppel - Ellfeld. Sc<wank mit Gesang in 1 Akt von Emil obl. Muasik von A. Conradi.

Victoria - Theater. Zeiigemälre in 10 Bilverau Moszfowoski und Kichard Nathanson. Ballet v9n G. Sevecini.

Dieselbe Vorstellung.

Mit neuer Der arme Jouathanu. 3 Akten von Hugo Wittmann und Julius Bauer. Musik von Carl Millö>er.

ulius Frip}<e. Anfang Der arme JFonathau.

Residenz- In der am Sonnabend zum

Novität Marquise“, Lustspiel in 3 Akten von Victorien Sardou, Buchholz, siad in den Haupt- und

deuts< von Robert tretendsten Rollen beschäftigt die

Schüle. Clara Wen>, Rosa von Borries, Martha Zipser, und die Theodor Brandt, Heinri<h Franker, Eugen Pansa, Emanuel Reicher und Hubert | Fes Die Inscenirung leitet Direktor Lautenburg selbst. é

Herren: D Lessing, Hans Pagay, Reus. :

Belle-Allian

Obwobl das erfolgrei<h aufgenommene Charafkterbild „Almen- rausb und Edelweiß“ \i< als dauernd zugkräftig erweist, sind die Münchener, ihrem Programm folgend, bereits mit den Vorbereitungen

zu der neuen Gesangsposse: „Der

see * beschäftigt, wel<he Montag, den 10., im Belle-Alliance-Theater

zur ersten Ausführung getauar,

ing- Akademie. Der Komponist Hr. Waldemar von Baußnern, dessen

Werke in seiner Concertaufführung

Aufnahme gefunden haben, brate vorge!

eigener Kompositionen zu Gehör, i als gewandter Pianist zeigte.

oleih überall ein

Was den leßten Say dieser Sonate, betrifft, so

dur< eine gemessene Kürzung

Künstler trfgen zu

vor, die in zwei Säßen

Komponisten für melodishe Erfindung zeugte und gleih der erwähnten

Sonate mit lebhaftem Beifall aufg schienen die Gesangskompositionen Die Lieder „Herz, mein Herz“ und , Hrn. H. Grahl vorgetragen, der Pichler eingetreten war, sowie die „Liebeélied“, „Der

zu erfreuen hatten.

Hr. O, Eichberg veranstaltete geftern mit den Gesangsklassen

seines Konservatoriums ein Wobl zahlreih besuht war. Anziebungspunkt. Die Auéführung betrifft,

Clfenchöre vollkemmen bewährte, und die Präzision in der zu wüns&en übrig. Die fe

zeugte von fünstlerisher Einsicht des Dirigenten.

großem Beifall aufgenommenen

Eleven und Elevinnen mit Solovorträgen bervor urd goben einen schr günstigen Beweis von der sorgfältigen Lcituna ibres Direktors, dem ja so man<he wohlbekannte Concett- und Bühnensängerin ihre

Auébildung verdankt. Die zum T

der S{umann'shen Chorkomposition führte Hr. R. Eichberg mit größter Sicherheit und Liskretion aus.

Mannigfaltiges.

Die große Vogel -Aus stellung, welche die „Aegintha“, ter rübrige Verein der Berliner Vogel*?reunde, im ersten Stock des Hauses Kaiser-Wilhelmstraße 18, des Edtgrundstüks der Münzstraße, veranstaltet bat, ist heute eröffnet worden. Die Auéstelluna, die von 54 Züchtern und Liebhabern mit 2535 Nummern beschi>t ist, ist

ebenio vielseitig wie interessant und lebendiges,

widmeten Thätigkeit des Vereins,

Seine Sonate (H-moll) für V.oline riot und Klavier, in welher ihn der Violinvirtuos Hr. Markeec wirk- L sam unterstüßte, läßt den durgebildeten Musiker erkennen, der zv- treben nad Selbständigkeit des Stils bewei|t,

Anfang des Concerts eine

Sandmann® und „Musikantengruß“, deren Aus- führung die bewährte Altistin Fr. P. Metler übernommen hatte, wurden mit großem Beifall aufgenommen, dessen sih au<h zwei Duette, con Fr. M. und Hrn. Professor F. Schmidt vorgetragen,

Schumann's poetishes Werk Pilgerfahxt“ für Solostimmen und Chor bildete einen besonderen

Zufammenwirkung

farbenbuntes Bild der Bogelwelt vor. V ter dem Schuße und der Verbreitung unsererZheimishen Vögel ge-

Theater. ersten Male in Scene gehenden

hervor- Damen: Rosa Bertens, Helene

Josef Jarno, Emil nern, die

ce-Theater.

Protenbauer von Tegern- formen; 4) die

vor zwei Jahren bereits günttige

tern wieder eine reibe Anzah! n deren Vortrag er sich zuglei

würde er gewinnen. Beide Serenade Begabung des

enis<hieden

von der enommen wurde, Am meisten worden. des Concertgebers zu gefallen. Morgenlied*, von dem Tenoristen für den plößlich erkrankten Hrn. Lieder: „Rühret nit daran“,

ihätigkeits-Concert, wel<hes sehr „Der Ros c mes

die Reinheit d i ießen nits

__ Vortcag8weise es Außer dieser mit no< mehrere

in scaitirende

Leitung traten

heil s<wierige Klavierbegleitung

New- V hinab.

führt in reichem Rahmen ein Entsprechend

hat man es si< auch auf der

. München. des Innern hat an sämmtliwe Kreisregierungen, nfluenza betreffend, ein Ausschreiben folgenden halts gerichtet :

gegenwärtigen Auftreters der Erfahrungen unterrihtet zu werden. Es besondere na<stchende Punkte in Betracht : ersten Auftretens in den verschiedenen Städte und auf dem Lande ; 2) die Verbreitu ha unter besonderer Berücksichtigung der Haupt- verkehrsstraßen L

Interlaken. ) : der Dampfschiffahrts-Gesellschaft beschäftigen sih jeßt unter Mit- wirkung kompetenter Fahmänner mit dem baren Kanal herzustellen, welher vom obern Ende des Thuner Sees direkt nah Interlaken führen würde. schaften am Thuner See haben ein eminentes Interesse aa der Her- stellung des projektirten Kanals. Darch denselben wird Interlaken gewissermaßen an den See gerüdt; Endstation des Sees ist sodann Interlaken und ni<t mehr Därligen, die lästige und zeitraubende Ümladuna des Gepä>ks unv der Umsteig der Personen daselbst fällt Die Verbindurg mit Interlaken wird für alle am See liegenden Gemeinden, ja für

fan, was Chat und Solisin | wird nud ter

als eine in jeder Beziehung gelungene betrachtet werden. Der jugendlih-frishe Stimmenklang, die mufterhast deutli®e Aus- sprache, die si< im s{nellsten Tempo und im leisesten Geflüsier der

See liegenden Gemeinden gefördert , Gewinn der neuen Einrichtung. unbestrittene Fremdencentrum des Oberlandes, wenigstens 120 000 Fremden besuchen. VInterlaken, ortschaften (Thun, Oberhofen, Guntea, Spies, Merligen 2c.) ein, wie dies in Luzern, Genf, Zürich 2c. der Fall, wo die Schiffe bis ins Herz dieser Städte hineinfahren.

London, 6. Februar. Explosion von s<hlagendem Wetter in dec Koblengrube Nbersychan in der Nähe von Newport in Süd-Wales statt. Alle Verbindung mit der Grube is abgeschnitten, in welcher sh un- gefähr 300 Arbeiter befinden.

orf, 4. Februar. Ocegon, stürzte ein Arbeiterzug dur< eine Brü>ke 68 Fuß tief 10 Personen rwurden getödtet und 16 verleßt. Die Brü>ke war durch den jüngsten heftigen Regen shadhaft geworden.

Boston, 6. Februar more“ nahm am 26. v. M. den Kapitän und sieben von der Mann- schaft des Schiffes „Jofeph ine“ auf, wel<hes ih auf der Fahrt von New-York na< DVanzig v-:fand worden war. Sechs von der Mannschaft ectranken.

Sau in erster Reihe angelegen sein lassen, ein möglichst umfassendes Bild der heimischen Sänger zu geben.

(A. Ztg.) Das Königliche Ministerium Kammern “des „Es erscheint wünschenswerth, über die aus Anlaß Influenza gesammeltzn fommen hierbei inê- 1) die Zeit des

isenbahnen 2c.); 3) die verschiedenen Krankheits-

eftigkeit und Dauer der Epidemie; 5) etwaige Unter- \ciede, welhe in Bezug auf das Befallenwerden einzelner Berufs- und Altersklassen beoba4tet worden sind; 6). das Verschontbleiben ge- wisser Gegenden oder Oric; 7) Avgabe von Borbeugungêmitteln oder Heilverfahren, wel<e si<h besonders wirksam erwiesen haben. Hiernach hat die Königliche Regierung, Kammer des Innern, die Be- zirksärzte zur Berichterstattung im Sinne obiger Direktive zu ver- anlassen und die einkommenden Materialien mit gutahtlihem Be- na< Einvernahme des Kreis-Medizinalaus\<usses, bis zum 15, März d. J. anher vor: ulegen.“

(W. T. B.) Der Perfonenzug

Stuttgart, 6. Februar. von Göppingen fuhr heute früh, wie das „Neue Stuttgarter Tagblatt“ meidet, in Kannstatt auf cinen Güterzug, welcher in: Folge dessen entgleiste. Geleise der Remsbahn sind gespertt.

Mehrere Wagen wurden zertrümmert ; die Personen sind nicht verlcht

(Thuner Anzeiger.) Die Verwaltungsbehörden

Projekte, einen \<iff-

Sämmtliche Ort-

Federmann erleichtert, der über- See na Intkerlaken will. In gleiher Weise Verkehr Interlakens mit allen am Thuner und dies ist der größte Inte:laken und Umgebung _ ist das das im Sommer Reichen Sgiff und See bis- so ladet das mächtig zum Besuche der Ufer-

(W. T. B.) Heute Morgen fand eine

(A. C) In Wasco County,

Das hier eingetroffene Schiff „Than e-

und jinkend verlassen

30. Vorstellung. Aschenbrödel.

Anfang 7 Uhr.

31. Vorstelung. Turandot, Tragi-komishes Märchen < Gozzi von Schiller. Anfang

Freitag: Krieg im

Freitag: 21. Abonnewmenis-

Zum 1. Male:

Schwank in 3 Akten von- Vorher: Zahuschmerzen.

Stauley in von Slex. uñt von Kusang

Freitag:

Wilhelmstädtishes Theater. Ausstattung: Zum Operette in

In Scene geseßt voa

Dirigent: Hr. Kapellmeister 7 Ube.

s i i i

Refsideaz-Theater. Direktion : Siegmund Lauten

burg. Freitag: Zum legten Male: Die arme Löwin. Stauspiel in 5 Akten von Emil Augier, für tie deutshe Bühne bearbeitet von Pal Lindau. 2 ene geseßt von Siegmund Lautenburg. Anfang r. Sonnabend: Zum 1, Make: Marquise. Lust- spiel in 3 Akten von Victorien Sardou.

Belle-Alliance-Theater. Freitag: 33. Gast» spiel der , Müntener“ unter Leitung des Königl. bayer. Hofschauspielers Hrn Max Hoîpaur Almenrausch und Edelweißz. Oberbayerisches Charakterbild mit Gesang und Tanz in 5 Akten von Hermaun von S{mid. Musik von Müller. Anfang 7# Uhr.

Sonnabend: Dieselbe Vorstellung.

Ceutral-Theater. Direëtion: Emil Thomas. Freitag: Lenefiz für Anton Grünfeld. Zum 43. M.: BVerolina. Posse mit Gesang in4 Akten von Jean Kren. Musik von G. Steffens. In Scene gesetzt vom Direktor Emil Thomas. Anf. 7F Uhr. Sonnabend: Berolina.

Adolph Ernst-Theater. Dresdenerstraße 72.

Freitag: Benefiz für den Verfasser Leon Treptow. Zum 164. und leßten Male: Flotte Weiber. Wesangsposse in 4 Atten von Leon Treptow. Couplets von Gust. Gör. Musik von Franz Roth. Nnfang 74 Uhr.

Sonnabend: Zum 1. Male: Der Goldfuchs. Gesangêposse in 4 Akten von Eduard Jacobson und Leopold Ely. Couplets theilweise von Gustav Görß. Musik von Franz Roth. Novität! Mit vollständig neuen Kostümen und neuen Dekorationen von Lütke- meyer aus Coburg.

Urania, Invalidenstraße 57/62, geöffnet von 12—11 Ubr. Freitag: Von 1—3 u. 5#—6s Uhr: Der’ neue Phonograph. Um 7# Uhr: Die Ge- \chichte der Urwelt.

Circus Renz, Karlsiraße, Freitag, Abends 74 Uhr: Un 17. Male: Deutsche Turner. Große nationale Original - Pantomime, inscenirt vom Di- rektor E. Renz. Großes Hürdle-Rennen mit 24 Springpferden, geritten von Damen und Herren. Auftreken der vorzügl. Reitkünstlerinnen und Relt- fünstler. Agat, arab. Schimmelhengst, dre. und vorge\ührt von Hrn. Franz Renz. Das Sul- pferd Coriolan, geritten von Hrn. Oscar Renz.

Sonnabend; Deutsche Turner. Sonntag: 2 Vorstellungen.

Concert - Anzeigen.

Concert-Haus, Leipzigerstr. 48 (früher Bilfe) Freitag, 7. Febr : Karl Meyder-Concert. Ouvert. _Loreley* v. Wallace. „Flieg. Holländer“ v. Wagner. „Ruy Blas* v. Mendelssobn. „Telegramme“, Walzer v. Strauß MRhapsodie Nr. I. v Liszt. „Kolnidrei“, Adagio f. Cello v. Bruch, vorgetr. v. Hrn Lublin. „Vergißmeinnicht“ f. Cornet à Pifton v. Suppé, vorgetr v. Hrn. Richter.

Tienstag. 18 Fehr. (Fastna<t): Letter Subs- scripiions-Ball.

Familien-Nachrichten.

Verlo ki: Fr! Emma Stilling mit Hrn, Eduard Rohrmann (Nette— Steuerwald). Frl. Anna Langer mit Hrn. Kaiserl. Postverwalter Franz Matulke (Königs>orf-Jastrzemb—Loslau). Frl, Hedwig Palis mit Hrn Reg.-Referendar Ernst Kreidel (Berlin). Frl. Elise Strube mit Hrn. Ingenieur Otto Mewaldt (Magdebura—Budau). Frl. Martha Firgau mit Hrn. Dr. Carlos Koth (Rio de Janeiro).

Vereheli&t: Hr. Friß Greuell mit Frl. Fran- ziskfa Mentrop (Köln—Kleve). Hr. Justizaktuar Mar Paulke mit Frl. Margarethe Ribsam (Leipzig—Berlin). Hr. Julius Keller mit Frl. Sibylla Sheuten (Aachen—Düsseldorf). Hr.

rem.-Lieutenant Stern mit Frl. Emilie Grote Hannover). Hr. Kal, Gerihtsassessor Friedri Geyel mit Frl. Else Rau (Breslau). :

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Adolph Dübede (Magdeburg). Hrn. I. Rohde (Warnemünde). Hrn. Friedr. Spieß (Schwerin). Hrn. Max Gos (Berlin). Hrn. Funn ee Heidbues (Köln). Eine Tochter: Hrn. Karl Berg- mann (Rosto>). Hrn. Paul Harder (Teterow). Hrn. Apotheker J. Engelbert (Kleve). Hrn. Prem.-Lieutenant v. Sittmann (Parchim).

Gestorben: Hr. Amtsgerichtsrath Max Mulert (Melle). Hr. Dr. phil, Friß Soltwedel (Java). Hr. Friedri Julius Berger (Berlin). Hr, Landwirth August Mayer (Okollo). Frau Pastor Fosephine Breiger, geb. Struve (Osterode a. H.) Frau Gertrud Hoerner, geb. Bu&Wwald (Kosch- min—Breslau). Frau Therese Schmidt, geb. Hollefreund (Berlin).

Redacteur: Dr. H. Klee.

Verlag der Expedition (S olz).

Deul der Norddeutschen Bucbdru>erei und Verlagf- Anstalt, Beriia 8W,, Wilhelmstraße Nr. 32.

Fünf Beilagen (einschließli Börsen-Beilage)-

Berlin:

: . Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

M 35. Berlin, Donnerstag, den 6. Februar

Deutsches Rei <.

Zud>kermengen,

wel<e in der Zeit vom 16. bis 31. Januar 1890 innerhalb des deutshen Zollgebiets mit dem Anspru auf Steuervergütung abgefertigt und aus Niederlagen gegen Erstattung der Vergütung in den freien Verkehr zurückgebracht worden find.

710: Rohzu>er von mindestens 90 ; isati i 9 indestens 90 iebe Polarisation. esten Proz. Polarisation und raffinirter Zu>ker von unter 98, aber mi esten 711: Kandis und Zu>er in weißen vollen harten Broden 2c., oder in Gegenwart der Steuerbehörde zerkleinert, sogenannte Crystals 2c. 712: Aller übrige harte Zu>er, sowie aller weiße tro>ene (niht über 1 Proz. Wasser enthaltende) Zu>ker in

Krystall-? Krümel- und Mehlform von mindestens 98 Proz. Polarisation.]

Mit dem Anspru< auf Steuervergütung

wurden abgefertigt : Aus öffentliGen Niederlagen

oder Privatniederlagen unter amtlihem Mitvershluß wurden gegen Erstattung der Vergü- tung in den freien Verkehr zurü>gebracht

Staaten bezw. Verwaltungs-Bezirke.

zur Aufnahme in cine ôfent-

lihe Niederlage oder eine

Privatniederlage unter amt- lihem Mitverschluß

|

710 711 : 710 711 712 10 0 e kg kg kg kg | kg

zur unmittelbaren Ausfuhr

Preußen. Provinz Westpreußen .

Brandenburg . ommern . 2 222 366 104 950 200 000 152 961

S ; 955 323| 4 500 900

Saa s Sawhsen, eins{<l. der {<warzb.

L 88 092| 135 875 2 854 522 1 601

Unterherrshaften 60 000| 192 800

Schleswig-Holstein . Hannover . i

1883] 595 000| 174 050

6 380 303| 5 089 087| 660 373] 8 080 686| 2 219 514

1791| 421485

Westfalen . Rheinland . 120 000 29 780 16 309 E Sh 60 122 i

Sa. Preußen 936 250| 1 374112| 170857] 0

Bayern . Sachsen 0 200! 9 090 7051 350000 49 4601| 149 735 1137969| 145 000

Baden . Me>lenburg . 15597 8533| 609 726 126 95 684 884| 8 065 841| 880 816] 8 350 421| 2 310 194

7444| 3 271 052 | 1016 656 ‘9944 598 619 317 85) 2 182 035

13 442] 417 324 309 810 509

; e 95 306

912 742

883 966 222 941

100 015

690 045 850 643

500 003) 285 960] 2 141 704 160 086

250 013 Braunschweig

Anhalt . Bremen Hamburg .

Veberhaupt im deutschen Zollgebiet . i

Hierzu in der Zeit vom 1. August 1889 bis 15. Januar 18390

l

E E T

423 960] 2301 790| 1

0b

240! 39 645

| | | 118 916 069/66 440 422) 5 140 757|197081949|_9 080 504|_ 825 376/ 9 679 4131) 476 235 304 900

Zusammen L44 600 953/74 606 263| 6021 573|205432370 11 890 698| 1 249 836/11 981 203 494475] 344545

Jn demselben Zeitraum des Vorjahres 1) [177 486 744/60 330 555| 8 842 977 145357409 10 654 052! 1 921 989]27 932 052| 670 649! 178 832 1) Die Abweichungen von der vorjährigen und der zuleßt veröffentli<hten Uebersicht beruhen auf na<hträglih eingegangenen Berich-

tigungen. Berlin, im Februar 1890,

Kaiserliches Statistisches Amt. Bed>er.

Aeußere Krankheiten der Hausthiere. Professor Müller: Ueber Anatomie der Hausthiere (Knochen, Muskeln, Nervensystem, Sinnes - organe), verbunden mit Demonstrationen. Oberroßarzt Küttner: Hufbe\{lagslehre.

4) Re<hts - S ering: Allgemeine National - Oekonomie.

Königreich Preußen.

Verzeichniß der Vorlesungen

an der KönigliDen Landwirths<haftlihen Hochschule zu Berlin, Jnvalidenstraße Nr. 42,

im Sommer-Semester 1890.

1) Landwirthschaft, Forstwirthshaft und Garten- bau. Professor Dr. Orth: Spezieler A>er- und Pflanzenbau. Bonitirung des Bodens. Praktische Uebungen zur Bodenkunde. Leis tung agronomischer und agrifultur - <emisher Untersuhungen in Verbindung mit Assistent Dr. Berju. Landwirthschaftliche Exkur- sionen. Professor Dr. Werner: Abriß der landwirthschaftlichen Produktionslehre (Betriebslebre) Theil I1. Rindviehzucht. Repeti- forium der Betriebslehre. Demonstrationen am Rinde und land- wirth\{aftlihe Exkursionen. Professor Dr. Leh mann: Pferdezucht. Molkereiwesen. Sc<hweinezuht. Repetitorium der Thierzuchtlehre infl. Fütterungélebre. Ingenieur Schotte: Landwirthscaftlihe Maschinenkunde, Maschinen und bauliche Anlagen für Brauerei, Bren- nerei, Stärke- und Zu>erfakrikation. Feldmessen und Nivelliren für Landwirthe (Vortrag und Uebungen). Zeichen- und Konstruktions- Vebungen. Forstmeister Krieger: Spezielle Holzkenntniß. Forst- benußung (Hauptnugzung). Forstliche Exkursionen. Garteninspektor Lindemuth: Gemüsebau.

2) Naturwissenschaften. a. Botanik und Pflanzen- physiologie. Professor Dr. Kny: Morphologie der Pflanzen. Botanisch-mikroskopischer Kursus, Arbeiten für Fortgeschrittenere im botanis<en Institut. Professor Dr. Frank: Erxperimental-Physio- logie der Pflanzen. Anleitung zu pflanzenphysiologishen Untersuchungen im Gebiete der Landwirthschaft. Arbeiten für Fortgeschrittenere im pflanzenphysiologischen Institut. Professor Dr. Wittma>; Land- und forstwirths<aftlihe Botanik. Ueber Getreidezüchtung. Bestimmen der Gräser und Futterpflanzen. Botanishe Exkursionen. Privat- dozent Dr. T\chir<: Botanis{-mikroskopishe Uebungen, mit spezieller Berücksihtigung praktisher Fragen. Angewandte Pflanzen-Anatomie.

b. Chemie und Technologie. Geheimer Regierungê-Rath, Professor Dr. Landolt: Organische Experimental-Chemie. Großes <emises Praktikum. Kleines <emishes Praktikum. Professor Dr, Delbrü: Spiritusfabrikation nebst Uebungen. Dr. Herz“ feld: Fabrikation des Rübenzu>ers, Privatdozent Dr. Le: 440 000 M“, regt Abg. Ludowieg eine Vermehrung und C EIE Nene. Privatdozent Dr. Mar>wald: Analytische ee eg der Fortbildungs\hulen an. Der

A s y nterriht müsse ni<ht am Abend, au<h nit am

8 Mineralogie, Geologie und Geognosie. Professor | Sonntag, sondern in den E Giialinves statt- x. Gruner: Mineralogie und Gesteinslehre. Der Boden Deuts- | finden. Das gehe um so leit ls die Meist

Praflikar LURbDEge, der Wgimeen Chemie. Mineralogisch-pedologishes | na der neueren Gese gebung Anga ten werben können ‘ihre

d, N e Da Bar nstein: Experimental-Physik, Lehrlinge und Gebülken zur Fortbildungsshule zu schi>en.

ta vis al <e Uebungen, Ausgewählte Kapitel der mathe- Kuliueg 4 E ea iribsGet aus ¿A E s en Physik. | i : rgeshihte und Volkswi aft gelehrt werden. Bis jeß

as Zoologie und Thierphysiologie. Professor Dr. sind die Handwerkerkreise in krasser Unwissenheit auf diesem

ehring: Zoologie und Geschichte der Hausthiere. Ueber Fishzucht. | Gebiete befangen, und gerade deshalb hat auch die Sozial-

Zoologishes Colloquium. Dr. Kars<: Ueber die der Landwirth- | demokratie in ihren Reihen Eingang gefunden. Ebenso wäre eine

Lee T A Lehen Wet en E Ssnnteree rk; ( sárfere Kontrole der Fortbildungs\culen am Plate, wie sie be- n eidenbau. , : : ; : : en 4;

Veberbli> der gesammten Thierphysiologie. Arbeiten im thierphysiolo- E De liale E Fortan N worden On ur bes P

Mee L geradezu in Frage gestellt worden.

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gis<hen Laboratorium. Professor Dr. Die>kerhoff: Die der Gewerbeordnung ist Lehrlingen und Gehülfen

und Staatswissens<hast. Professor Dr. Nationalökonomische Uebungen.

1579) Kulturtehnik und Baukunde. Meliorations - Bau- inspektor Gerhardt: Kulturtehnik. Entwerfen von Ent- und Bes wässerungs-Anlagen. Professor Schlichting: Baukonstruktions- lehre. Erdbau. Wasserbau. Landwirthschaftlihe Baulehre. Ent- werfen von Bauwerken des Wasser-, Wege- und Brückenbaues.

6) Geodäsie und Mathematik. Professor Dr. Vogler: Traciren. Praktische Geometrie. Zeichenübungen. Geodätische Rechen- übungen in zwei Gruppen (mit dem Assistenten Boede>er ). Uebungen im Ausgleichen, in zwei Gruppen (mit dem Assistenteu Hegemann). Meßäbungen im Freien bei Westend. Professor Dr, Börnstein: Algebra. Mathematische Uebungen. Professor Dr. Reichel: Analytische Geometrie der Ebene und Differential- re{<nung. Trigonometrie, Mathematis<he Uebungen. Uebungen zur Analysis (mit den Assistenten Hegemann und Boeded>er).

Das Sommer-Semester beginnt am 16. April 1890. Programme sind durch das Sekretariat zu erhalten.

Berlin, den 24, Januar 1890.

Der Rektor der Königlichen Landwirthschaftlihen Hochschule.

Wittma.

Parlamentarische Nachrichten.

Schlußbericht der gestrigen (10.) Sißung des Hauses der Abgeordneten. Fortseßung der zweiten Berathung des Entwurfs des Staatshaushalts - Etats für 1890/91. Etat des Ministeriums für Handel und Gewerbe.

Bei Titel 2, „Zuschuß für n R

Veterinärkunde. ; inneren Krankheiten der Hausthiere, Professor Dr. Möller:

1890.

unter 18 Jahren die Verpflihtung zum Besu<h der Fort- bildungss{hulen auferlegt. Die Gemeinden haben diese Verpflichtung in ihren Ortsstatuten besonders festgelegt. Nun enthält aber die Gewerbeordnung keine Vorschriften darüber, wie diese Verpflihtung erzwungen werden kann. Man hat si< nun dur< subsidiäáre Polizeivorschristen geholfen. Jn den legten Jahren hat aber das Kammergericht den Polizeibehörden das Recht zum Erlaß solcher Vorschriften abgesprochen, weil der über den Volkss<hulunterriht hinaus- gehende Unterricht nicht zu den Gegenständen gehöre, welche nah dem Geseg vom Zahre 1850 durch ortspolizeilihe Vor- schriften geregelt werden dürfen. Es wird also nihts übrig bleiben, als die Gesezgebung in dieser Beziehung zu ändern.

Unter-Staatssekretär, Wirklicher Geheimer Ober-Regie- rungs-Nath Maádeburg: Die Verwaltung verzihtet nicht auf ihre Rechtsauffassung, welche si bis zu den Erkennt- nissen des Kammergerihts der Zustimmung der Gerichte zu erfreuen hatte. Sie sieht ih aver in die Noth- wendigkeit verseßt, nah Auskunftsmitteln zu suhen, um dem unleugbar vorhandenen Uebelstande zu begegnen; die Entscheidung des __ Kammergerichts läßt wenigstens - die Möglichkeit der Auffassung zu, daß die Kompetenz der Polizei- verwaltung zum Erlaß der betreffenden Polizeiverordauug hergestellt werden kann durch eine entspre<hende Ergänzung des Ortsstatuts, welches von jeder Gemeindebehörde erlassen wird. Es könnte in das Ortsstatut außer der Verpflichtung zum Besuch der Fortbildungss{hulen auc die Bestimmung auf- genommen werden, daß die Polizeiverwaltung au<h die Befug- niß habe, die Uebertretung diefer Zwangsverpflihtung mit Strafe zu treffen. Erweise sih diese Auffassung als un- La so müßte allerdings der Weg der Gesezgebung beschritten werden.

Regierungskommissar Geheimer Ober - Regierungs - Rath Lüders: Auch die Regierung hält die Aufsicht über die Fortbildungsshulen für erforderlih. Jn Westpreußen und Posen wird dieselbe bereits dur die Shu!inspektoren geübt. Die guten Erfolge dieser Aufsicht fordern zur weiteren Aus- dehnung auf. M

Abg. Melbe> dankt der Regierung für die Unterstüßung E die cr im vorigen Jahre gewünscht

atte.

Regierungskommissar Geheimer Ober-Regierungs-Rath

Lüders bemerkt, daß in diesem Jahre acht derartige Anstalten Lad mehr als im Vorjahre) mit 4700 ( unterstüßt worden eien. __ Abg. Shmeslzer: Die Lehrlinge sind an Werktagen shwer für den Besuch der Fortbildungsshulen zu haben, da dieselben nur ungern von ihren Meistecn an tien Tagen freigelassen werden ; au< ist es für die Werktage shwer Lehr- kräfte zu finden, während an den Sonntagen Volks\s{hullehrer unterrihten. Auf gutes Lehrermaterial muß Rücksicht ge- nommen werden. Guter Unterricht führt der Kirche zu, nicht von der Kirche ab.

Abg. Pleß: Es ist geäußert worden, daß dur< Er- weiterung des Unierrichtsplanes der Fortbildungs\shulen die Handwerker von der Sozialdemokratie würden ferngehalten werden können. Würde in den Fortbildungsshulen no< Kultur- geschichte und Volkswirthschaft gelehrt, so läge die Gefahr nahe, daß das Halbwissen noch mehr verbreitet würde, und Halbwissen macht aufgebläht und stolz. Die Hinneigung der. Handwerker zur Sozialdemokratie hat ihren Grund in der“ wirthschaftlihen Bedrängniß des Handwerks dur< das Groß- kapital, dur< die Aktien. t freie Handarbeit auf. Besser als Fortbildungsschulen würden. Handwerkerkammern helfen, die wir hon lange fordern, leider vergeblich. Au<h die Konkurrenz der Straf- anstalten müßte aufhören. Dabei soll allerdings die Bildung des Handwerkers nicht vernachlässigt werden ; namentli<h möchte ih bitten, das Augenmerk auf das gewerbliche Rechnen zu richten, das mir häufig no<_ vernach- lässigt zu werden scheint. Jedermann das wünschen au< wir joll gebildet werden, gleichviel, welhem Stande er an- ehört. Aber das Wissen allein macht es niht. Die Haupt- sache ist die Bildung des Charakters, und diese kann allein erreicht werden dur die Pflege der Wissenschast aller Wissen- schaften, dur die Religion.

Als Zuschüsse zur Unterhaltung g-werbliher Zeichen-, Baugewert-, Webe- und anderer Fachshulen werden statt früher 363 248 A in diesem Etat 600 200 M gefordert. Es handelt ih dabei um die bejjere Ausstattung der Baugewerk- \hulen in E>ernförde, Deutsch-Krone, Höxter und Jdstein, um die Umwandlung des Technikums in Buxtehude in eine Baugewerkshule, um die Errichtung einer neuen Bau- gewerkshule in Magdeburg, um die Erweiterung der Kunst- und Handwerkerschule in Magdeburg, um die Errichtung einer gewerblichen Unterrichtsanstait n Hannover, um die Erwei- terung der Webeschulen in Berlin, Spremberg, Nowawes, Forst und Aachen. i : i 7

Abg. Broemel: Dem in voriger Session ausgesprochenen Wunsche, näheres Material über diese Fahschulen vorzulegen, ist in der Denkschrift, die das Bild eines sehr erfreulichen Fortschrittes bietet, 1n dankenswerther Weise entsprochen. - Ebenso is anzuerkennen, daß die Ausgaben in diesem Etat eine Erhöhung um ?/z erfahren haben. Der Wunsch des Hauses, einen Organisations- und Finanzplan über die Fah- \hulen zu erhalten, ist aber leider nicht erfüllt worden. Wenn es nicht möglih sein sollte, einen solhen Plan gegenwärtig vorzulegen, so ist doch jeden- falls die Forderung berehtigt, daß man bei Errihtung dieser Shulen möglichst auf alle Landestheile Bedacht nimmt. Die Spezialfahshulen sollten an bestehende Gewerbszweige anschließen. Von diesem Gesichtspunkte aus wäre in Stettin, wo die Schiffsbau-Jndustrie entwi>elt ist, wie an keinem anderen Plaße der Monarchie, die Errichtung einer Anstalt zur Ausbildung von Schiffbauern dringend wünschenswerth, welche auf die Monarchie einen wohlthätigen Einfluß aus- üben würde. Au<h würden tüchtige Kräfte für ähnlihe An- stalten herangebildet werden.

: Regierungskommissar Geheimer Ober-Regierungs-Rath Lüders: Jn Bezug auf die Vorlage eines Organijations-

Wo die Aktie eintritt, hört die -