1890 / 36 p. 7 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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S R R a ai a iee Si s L R Ra de

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“Vereinbarung zu überlassen. s

* fn Weißenfels, über welche vorgestern bereits berichtet wurde, ist, “der „Hall. Ztg.“ zufolge, nah Anhörung des \ciedsrichterlihen Raths

Zur Arbeiterbewegung.

Auf die früher an dieser Stelle mitgetheilte Adresse, welche der Arbeiterbund zu Spandau aus Anlaß der bewiesenen Für- sorge für das Wohl der in den Militärfabriken beschäftigten Arbeiter an den Herrn Kriegs-Minister abgesandt hatte, ist fol- gendes von der „Magdb. Ztg. mitgetheilte Dankschreiben ergangen :

„Die Arbeiter der militärischen Institute haben mir aus Anlaß der Berathungen in der Budgetkommission des Reichstages über die Erbauung von Arbeiterwohnungen in Spandau ihren Dank für die Wahrnehmung ihrer Interessen ausgesprohen. Aus der Adrefse habe ih mit Genugthuung ersehen, daß das Bestreben der Heeresverwal- tung, die Wohlfahrt der Arbeiter zu fördern und durch die Er- bauung von Arbeiterwohnhäusern einem immer stärker hervortreten- den Bedürfniß abzuhelfen, von den Arbeitern mit Dank anerkannt wird. JInwieweit dem Wuns, das Projekt sobald als mögli zur Ausführung zu bringen, Rechnung getragen werden kann, hängt von der Bereitwilligleit der erforderlihen Mittel durch die geseßgebenden Faktoren ab. Die Arbeiter der technischen Institute können indessen versichert sein, daß ihr Interesse Seitens der Heeres- Ma R nach Möglichkeit vertreten und gefördert wer-

en wird.

Euer Hochwohlgeboren werden ergebenst ersuht, Vorstehendes durch Aushang in der dortigen Pulverfabrik zur Kenntniß der Arbeiter zu bringen. Die übr a technischen Institute dortselbst haben hiervon zur gleihmäßigen Veranlaffung Mittheilung erhalten.

Der Kriegs-Minister. 4 : gez. v. Verdy.“

Wie dasselbe Blatt hört, wird der Kriegsminister in ter nächsten Woche die Institute „persönlich besuhen und Abordnungen der Arbeiter der verschiedenen Fabriken empfangen. |

In Magdeburg fand am Mittwoh eine öffentlihe An- streiherversammlung statt, zu welher auch die Maler von Magdeburg und Umgegend eingeladen waren. Man beschäftigte si mit der Lohnbewegung und bemühte sch mit Erfolg, die Anstreicher für die Bewegung der Maler zu gewinnen. Es wurde der Entwurf eines Loh ntarifs vorgelegt, welher vollständige Abschaffung der Akkord- arbeit, sowie Abschaffung der Sonntags- und Ueberarbeit bis auf ein Minimum verlangt. Die Arbeitszeit soll eins{ließlich der Eßpausen neun Stunden täglih betragen. Als Minimallohn soll für die Stunde 45 S, für Sonntags- und Ueberarbeit 20 K mehr für die Stunde gezablt werden u. |. w. Dieser Tarif soll nah seiner endgültigen Durchberathung dea Meistern vorgelegt werden. Stließlich ge- langte der „Madb. Ztg.“ zufolge eine Resolution zur Annahme, nach welcher die Anstreiher besließen, mit den Malergehülfen Hand in Hand zu gehen und zu helfen, alles Angestrebte durchzuführen.

Die Arbeitseinstellung der Dreher und Maschinen- \chlosser, nelhe in der Stettiner Mashinenbauanstalt und Sciffbauwer}t Aktiengesells@ast vorm. Möller u. Holberg vor einiger Zeit ausgebrochen ist, kann nunmehr als beigelegt betrahtet werden, da von Seiten der Direktion eine Verständigung herbeigeführt werden konnte. Die Arbeiter nahmen von ihren Bedingungen Abstand ‘und unter Anerkennung der Fabrikordnung sämmtlih die Arbeit wieder auf, um die vollständige Regelung einer späteren gütlichen

Die Kündigung Seitens der Arbeiter in den Shuhfabriken

des Gothaer jozialistishen Agitators Bo ck erfolgt.

In Gotha hielten die Tünchergesellen am leßten Sonntag eine Versammlung ab, in welcher gleichfalls die Lohnbewegunz zur Verhandlung stand. Die Meister haben den Forterungen der Ge- fellen gegenüber andere aufgestellt, die die Versammlung für un- annehmbar erklärte; man blieb vielmehr bei den alten Forderungen stehen, nämli 35 9% Sommerlohnerhöhung und für jede Ueberstunde 40 4 vom 1. März d. I. ab. i

Die Gärtnergehül fen von Berlin undUmgegend bielten vorgestern zur Verhandlung der Lohnbewegung eine öffentliche Versammlung ab, in welcher etwa 700 Gehülfen anwesend waren. Man erklärte st|ch einstimmig für die Annahme des 1. Mai als allgemeinen Arbeiter-Festtages und erklärte ferner den Beitritt der Gârtnergehülfen zum Beschlusse des Pariser Kongresses auf allgemeine Einführung des achtstündigen Normal-Arbeitstages.

Die hiesigen Arbeiter der Phantasiewollenwaaren- Branche (Wirker) bes{hklossen, der „Voss. Ztg.“ zufolge, in Gegen- wart einer Anzahl von Arbeitgebern, vom 1. Mai ab einen wöhent- liven Mindestlohn von 24 4 und neunstündige Arbeits- zeit zu fordern, Werden diese Forderungen nicht bis zum 19, April bewilligt, dann soll der Ausftand verkündet werden. i

Aus Stockholm meldet „W. T. B.“ : Gestern haben in den Grängesbergs-Eisengruben (Dalarne) 4—500 Arbeiter die Arbeit niedergelegt. Da dieselben gegen Personen und Eigen- thum gewaltsam vorgingen, mußte Militär requirirt werden.

Fn London hat das neuerlihe aggressive Auftreten der im Hafen beschäftigten Arbeiter \chließlih, wie \{on telegraphisch furz beridtet, zur Gründung eines Vereins der Dock-, Werften- und Speicherbesitßer geführt. Der bezügliche Be- \{chluß wurde auf einer am 4. d. abgehaltenen, von den betreffenden SFnteressenten zahlreich besuhten Versammlung gefaßt. In dem ausführenden Ausschuß werden 3 Vertreter der Dok-, 3 DVer- treter der Werft- und Speicherbesißer und 1 Vertreter der Kornböden fißen. Angesichts der Resolution der betreffenden Gewerkvereine, welche das Beladen und Ausladen von Frachtwagen, deren Führer nicht zu dem Verein der Frahtwagenführer gehören, nach dem 10. Fe- bruar verbietet, würde beschlossen, jcden Angestellten auf der Stelle zu entlassen, welcher sich weigert, einen Frachtwagen zu expediren, möge dessen Führer cinem Gewerkverein angehören oder nicht. Es besteht somit, schreibt die „Allg. Corr.“, alle Aussicht, daß dcr unheil- volle kaum beigelegte Dock-Strike in vershärfter Form wieder auflebt, und es dürfte doch mehr als zweifelhaft sein, ob es dieses Mal pri- vatem Wohlwollen so leiht gelingt, Schlimmes zu verhüten. Vebrigens \cheint den Hafenarbeitern die Bildung des Dok- und Werftenbesizerverbandes vorläufig keinen Eindruck zu verursachen. Ihr Führer, Tom Mann, erklärte: die Verbindung würde si als erfolglos erweisen. Von den 120 Londoner Werften seien in dem Verbande nur 35 vertreten, und unter diesen befänden sih niht die Surrey Com- mercial Dos oder Butler's Wharf. Die von der anderen Seite ange- nommene Haltung überrasche ihn nicht; er sei darauf vorbereitet gewesen, als der Arbeiterverband das Manifest erlassen, welhes nächsten Montag in Kraft trete. Dem Versu zur Auflösung des Arbeiterverbandes

würde mit der ganzen Mat und Stärke, welche die Arbeiter be- säßen, entgegengetreten werden. Sie würden dann sicherlih den Siez davontragen. : ; / l

Im Laufe des Dienstag weigerte \ih eine weitere Anzahl von Frahtfuhrleuten, Waaren von_ der Hay'shen Werft zu be- fördern. Ihre Stellen wurden jedo {nell wieder beseßt, uno ha

starke Polizei-Abtheilungen in der Gegend patrouilliren, so wurden die Neulinge von den Strikern niht weiter belästigt.

Wobhlfahrtseinrihtungen. :

In Wolmirstedt ist eine Herberge zur Heimath ein- gerichtet, die sehr stark besucht wird. In Salzwedel hat der frei- willige Armenverein Mitte Dezember feine Kocanstalt eröffnet, woselbst täglid warmes Mittagsessen verabreicht wird. In Naumburg hat ein Comits zur Förderun der Hagn. wirthschaftlihen Ausbildung der Mädchen aus den unbemittelten Ständen unter Beihülfe der Stadt einen Kursus mit circa 30 Theilnehmerinnen ins Leben gerufen, in welchem diese Mädchen außerhalb der Schulstunden mit dcr praktischen Aus-

führung von wirthschaftlichen Arbeiten beschäftigt werden.

Kunst und Wisseuschaft. Am 5. Februar starb in Berlin der Maler Professor Her-

von Scenen aus dem Drit, als Maler von Genre- und Kinter- i inen Namen erworben.

E Wie aus London gemeldet wird, hat der Marquis von Salisbury die zur Zeit in der Bond Street abgehaltene „Tudor- Aus stellu ng* dur werthvolle von seiner Besizung Hatfield stammende Gaben bereichert. Es befinden si unter ihnen das be- kannte Porträt der „Königin Elisabeth mit dem Regenbogen von Zucchero und das merkw rdige Bild „Horsely down Jahrmarkt*, Unter dessen Figuren auch der Dichter Shakespeare A sein soll. Au Hut und Strümpfe der Königin Elisabeth hat der

Marquis gesandt.

Land- und Forstwirthschaft.

i terrihtskurse für praktische Landwirthe an der Die m Sandwirthsaftlichen Hochschule, Invalidenstraße 42, be- innen Montag, den 10. Februar. Auskunft und Programme nd dur das Sekretariat daselbst zu beziehen.

Handel und Gewerbe.

ankfurt a. M, 6. Februar. (Getreidemarktberiht von avi Straus) In Weizen hielt sich das Angebot in den bis- herigen bescbeidenen Grenzen; Preise stramm; ab Umgegend 202— 91 M, frei bier 21—+4 Æ, russishe Sorten 214—22i F _ R oggen hat seinen Preisstand wenig verändert, Verkehr still ; biesiger 187 4, russishe Sorten 178/10—®/10. Für Gerste zeigte sich eine geringfügige Abshwäcbung; der Cours für Brauerwaare 201—22 4 bleibt , gute Mahlgerste 14}. In Mais ift eine Besserung der Nachfrage noch immer nit zu verzeichnen, per März- April 12 # bezahlt und übrig. Für Hafer hat die Befestigung der lezten Woche angehalten, die Notiz 16}—17 M bleibt. Für Chilisalpeter zeigt ih zunehmendes Angebot ; Antwerpen, Rotterdam und Hamburg bemühen \ih, unsern Markt zu gewinnen. Svelzspreu begegnete nur vereinzelt geringer Frage, 2,80 4 bezahlt Roggenkleie 9—} 4, Weizenkleie 8—} #6, ruhig Kartoffeln die 100 kg 92—3 4 ohne Nehmer. Der Mehlmarkt vermochte eine aus- gesprochene selbständige Tendenz nit zu dokumentiren, er zeigte sich von auêwärtigen Schwankungen abhängig, namentli giebt Berlin für Roggenmehl den Ton an. Course bleiben: hiesiges Weizenmehl Nr. 0 3353—34 4, Nr. 1 31}—32} K, Nr. 2 27i—285 s, Nr. 3 253—27} #4, Nr. 4 224—234 M, Nr. 5 18—19 A Milch- brot- und Brotmehl im Verbande 58—61 4, norddeutshe und westfälishe Weizenmehle Nr. 00 288—29§ , Roggenmehl loco bier Nr. 0 29— 20 #, Nr. 0/1 28 #, Nr. I 264 4 (Dbige Preise ver- stehen sich per 100 kg ab hier, häufig auch loco auswärtiger

ionen. i s 6, Februar. (W. T. B.) Wollauktion. Preise

unverändert, mäßige Betheiligung. / Bradford, 6. Februar. (W. T. B.) Wolle fester, ruhig.

Garne ruhig, in Stoffen gutes Geschäft. : Paris, b. Februar. (W. T. B.) Der Untersuungêricter hat die gerihtlihe Verfolgung gegen Laveissière, Joubert und Sécretan die Administratoren der Société des Métaurx, und gegen Henß\ch, Präsidenten des Verwaltungsraths des Comptoir d’'Escompte, verfügt. Die Anklage lautet auf Ver- theilung E e, S wird außerdem des wuche- riscken Aufkaufs von Waaren angeklagk. : :

e ilant 6. Februar. (W. T. B.) Die Einnahmen des ita-, lienishen Mittelmeer-Eisenbahnnezes während der dritten Dekade des Monats Januar 1890 betrugen ‘nah provisorischer Er- mittelung: im Personenverkehr 1 014 049 Lire, im Güterverkehr 9 126 556 Lire, zusammen 3 140 605 Lire gegen 3 178 179 Lire in der gleichen Periode des Vorjahres, mithin weniger 37 574 Lire.

Verkehrs - Austalten.

London, 6. Februar. (W. T. B.) Der Union-Dampfer „Durban“ isst heute auf der Ausreise, der Union-Dampfer " Dane“ auf der Heimreise von den Canarischen Inseln ab- gegangen. Der Castle-Dampser „Roslin-Cafstle“ ist gestern auf der Ausreise von Capetown angekommen.

Theater und Musik.

Belle-Alliance-Theater.

„Der Protzenbauer“, Gekirgsposse mit Gesang und Tanz in 4 Aufzügen von Hartl-Milius, welche die „Münchener“ am Montag zur ersten Aufführung- bringen, ist eins der besten Reper- toirestüde der bayerishen Säste. „Almenraush und Gdelweiß fommt morgen zum vorleßten und übermorgen zum leßten Male zur

Aufführung. es Central-LTheater. /

Früher cincegangene kontraktlihe Verpflichtungen zwingen Ora. Direktor Thomas, die zugkräftige „Berolina“ vom Repertoire abzu- seten, und fo wird diese Posse nur noch bis inkl. Freitag, den 14. d. M, gegeben. Sonnabend, den 15. Februar, tritt Frl. Grethe Gallus in der Jacobson'shena Posse „Ein gemachter Mann“ als Toni zum

ersten Male auf. N : : Heilig-Kreuz-Kirce. ; :

Am Donnerstag fand zum Besten der Klein-Kinder- Bewahranstalt der genannten Kirche ein Concert statt, zu wel@em h hervorragende künstlerishe Kräfte vereinigt hatten. Den vor- trefflihen Sologesangs-Vorträgen der Pr Prof. Schultz en- von Asten und der Fr. Clara Bindhoff reihten si die Leistungen des Vereins für Chorgesang, der sich unter der umsichtigen Leitung des Hrn. Otto Richter bereits einen guten Namen erworben, würdig an. Die Organisten Hr. Dienel und Hr. Jakobi sowie der Violinist Hr. Jacobsen unterstüßten gleihfalls den erwähnten edlen Zweck bereitwilligft und trugen zum Gelingen des Concerts, zu welchem fich cine sehr zahlreihe Zuhörerschaft eingefunden hatte, wesentlich bei,

Sing-Akademie. iz O

Frl. Cecile Braham, eine noch jugendlihe Sängerin aus

Amerika, gab gestern ein Concert, in welchem sie zum ersten Mal vor dem hiesigen Publikum erschien. Sie besißt eine nit sehr kräftige, jedoch in den Mitteltönen recht angenehm klingende Sopranstinime. Die unfreie Behandlung der hohen Töne, die mitunter die Reinheit der Intonation beeinträchtigt, muß die begabte Künstlerin noh durch fortgeseßte Studien zu Überwinden suchen. Anzuerkennen ist ihr natürliher Sinn für eingehende und lebendige Ausdrucksweise, die besonders in dem Liede „Jh liebe dih“ von Grieg, in Schumann's „Widmung“ und in Mendelssohn's „Blumenstrauß* zur Geltung fam. Diese wie die übrigen Gesänge wurden mit reihem Beifall aufgenommen. Der Pianist Hr. Benham, der {hon einmal hier aufgetreten ist, unterstüßte das Concert durch mehrere Klaviervorträge, die leider durch die große Unruhe des jungen Künstlers beeinflußt wurden. Die Beethoven'she Sonate (Appassionata) haben wir an dieser Stelle nie mit so zahlreichen Darin ausführen hören. Ein Gleiches gilt von dem „Carneval* von Schumann, in wel- chem wir jedoch „Pantalon und Colombine“, „Deutscher Walzer“, „Promenade und „Pause® als bessere Leistungen gern hervorheben wollen. In einigen Stücken von Chopin und Liszt hatte der Künstler noch besondere Gelegenheit, die virtuose Seite seines Spiels glänzen zu lassen. Das Publikum, das Anfangs nicht sehr zahlrei erschienen war, füllte allmählich mehr und mehr die Pläge des Saals und kFargte nit mit seinen Beifallsbezeugungen.

Concerthaus.

In dem morgen stattfindenden Gesell\chaft8-Concert wird die Sängerin gr. Betty Waibel Rezitativ und Arie aus der Oper „Undine“ von Lorßing sowie eine Arie aus der Oper „Wilhelm Tell“ , von Rossini singen. Das Orchester bringt beliebte Werke von Beethoven, Liszt, Cherubini, Schumann, Kreuger, Wulf, Waldteufel

Mannigfaltiges. it Allerhö i Sr. Majestät des Kaisers aud Kbuies, t Ihr Majo ät die Kaiserin Auguste

Victoria das Protektorat über den Verein der Berliner Volksküchen von 1866 übernommen.

Ihre Majestät die Kaiserin und Königin hat, wie die „T. R.° erfährt, den Schülerinnen der Kunstschule für junge Damen in Konstantinopel, von denen der hohen Frau gelegentlich ihres Besuchs am goldenen Horn eine Anzahl reizender Handarbeiten überreicht wurde, zum Dank und zur Erinnerung Medaillen ge- sandt, welche dieser Tage durch den Minister des Unterrichts, Munir Pascha, zur Vertheiiung gelangten.

Die gemischte Deputation für die innere Aus\{mückung des Rath baus es hielt am 3. Februar unter Vorsiß des Vürger- meisters Geheimen Regierungs:-Raths Duncker eine Sißung ab, in welcher der Stadt-Baurath Blankenftein seine Vors ge für die Ausgestaltung des Bürgersaales mahte. Redner führte, wie die „Voss. Ztg.“ schreibt, des Näheren aus, daß, nachdem die Wand- flähen des großen Treppenhauses und des Wandelgangs vor dem Magistratssitßungssaal zur Darstellung der großen weltgeshictlihen Ereignisse bestimmt seien, im Bürgersaal, scinem Namen entsprehend, das bürgerlißke und Volksleben Berlins zum Ausdruck kommen sollte, wozu bereits während der Bau- zeit von dem Maler Professor Augusi von Heyden einice Skizzen entworfen worden seien. Der Gedanke gehe dahin, die Gegenstände entsprechend den vier Wänden aus vier verschiedenen Jahrhunderten zuy entnehmen und dieselben in einfaher, mehr gobelin- artiger Behandlung in Farben auszuführen. Die Darstellungen an der Fensterwand sollen etwa mit dec alten Wendenfähre am Mühlen- damm beginnen, mittelalterlihe und neuere Volksfeste, Handel und Verkehr u. \. w. folgen und auf der Rückwand, an welcher die Rednerbühne aufgestellt ist, Bilder der neuesten Zeit, unter Andern der Berliner Weihnachtsmarkt, der Stralauer Fischzug, der Markt- verkehr und eine öffentlihe Prüfung in einer Volksschule den Beschluß machen. Auf einer Skizze von einem Theile der dritten Wand seien beispielsweise folgende Bilder enthalten: „Leben auf der Straße (Quackfsalber) im 17. Jahrhundert“ ; „Prüfung eines Meister- \tücks vor offener Gewerkslade“; „Ueberführung der Gewerkslade zu dem neuen Obermeister und Begrüßung derselben mit Ehrentrunk“. Baurath Blankenstein hob dazu hervör, daß, da der Bau eine so mangelbafte Taaesbeleuhtung babe, die Ausführung der großen Bil- der an Ort und Stelle koum möglich sein und nur übrig bleiben würde, die Bilder auf Leinwand zu malen und aufzukleben. Ferner erscheine nothwendig, damit der Saal und seive Malereien niht von Neuem \chnell einges(wärzt würden, die Gasbeleuchtung durch elektrishes Licht im Anschluß an die demnächst auszuführende Straßenbeleuch- tung zu erseßen, wofür die Kosten mit 5500 vorge}ehen seten. Außerdem seien die Wasserheizungsöfen oben mit Sirmen zu ver- deen, welche den Staub auffangen oder wenigstens verhindern, daß derselbe gegen die Wandmalereien getrieben werde. Von selbst ver- stehe es fich, p auch die Oefen eine feinere Malerei erhalten müssen. Die Gesammtkosten seien auf 48 000 „46 veranschlagt. Die Deputation stimmte särumtlihen Vorschlägen des Bauraths Blankenstein zu und bef{loß, der Stadtverordneten-Versammlung in diesem Sinne Bericht zu erstatten. :

Die hiesige “St. Marienkirche, in der zweiten Hälfte des 13, Jahrhunderts erbaut, im Jahre 1290, nah Anderen 1292 zuerst genannt, hat nunmehr eine 600jährige Ver angenheit. Die „Staateb. Ztg.* schreibt darüber: Genau 100 ahre sind es ‘her, daß der Thurm nah Langhans' Zeichnung neu erbaut und bis ‘zur Höhe von 89,76 m geführt wurde Von Fremden wird die Kirche häufig besucht. Die Kanzel ist nah Schlüter's Entwurf in Alabaster ausgeführt. Das Altargemälde und ot andere Bilder find von Rode. Die beiden Erbbegräbnisse, das der Familie des Feldmar- \choalls von Sparr mit dem Denkmale am Cingange und das von Nöbel'sche, worin die Särge des Dichters von Caniß, gestorben 1699, und des Freiherrn von Canstein, Stifters der Bibelanstalt in Halle, gestorben 1719, au der restaurirte alte Todtentanz im Vorraum find sehenswerth. Erfurt, 2. Febrvar. (Hall. Ztg.) Die verstorbene Frau Appellationsgerihts-Räthin Senff, geborene Léfèvre, ‘hat testamen- tarish die Stadt Erfurt als Universalerbin ihres auf min- destens 600 000 geschäßten Vermögens eingeseßt, und zwar mit der Bedingung, ein Krankenhaus für evangelische Christen zu erbauen, welhes den Namen „Senff - Léfèvre- Stiftung erhalten soll. Falls Mittel verfügbar bleiben, soll die Stadt dieselben je zur Hälfte dem evangelishen Waisenhaus und dem Kinderhospital überweisen.

Merseburg, 6. Februar. Der innere Umbau des bie en Schlosses is beendet; \ämmtlice Abtheilungen der Königlichen Regierung sind iept in \chönen neuen Räumen unter- gebracht. Das Nebengebäude ist soweit fertig gestellt, daß die Räume desselben nächstes Frühjahr in Gebrauch genommen werden können.

Gotha, 3. Februar. (Frkf. Ztg.) Als der Medizinal-Rath Dr. Flurschù b am Freitag Abend einem Kranken auf einem Gute einen Besuch abstatten wollte, wurde er bei seiner Ynkunft auf dem Gutshofe von den beiden Doggen überfallen und fürhterlich zer- fleisch1. Nachdem ihm von dem rasch herzugeholten Dr. Horn der erste Nothverband angeleat war, wurde er \chwerverleßt nah der hiesigen Klinik des Geheimen Medizinal-Raihs Dr. Meusel Über-

geführt.

London, 5. Februar. (A. C.) Ueber das Schicksal des ver- mißten Dampfers „Erin* if noch immer keine Kunde ein- getroffen. Auch das Verbleiben des Dampfers „Cape Clear“, welher von Liverpool nah Rosario segelte, verursacht große Be- sorgniß. Bei Hartland in Devonshire sind zwei Rettun 8gürtel ans Gestade geshwemmt worden, welche den Namen „Cape lear, New- castle“ tragen.

London, 7. Februar. (W. T. B.) Von den bei der gestrigen Explosion in dcr Kohlengrube Ab ersychan Verunglückten {ind bis gestern Nachmittag 3 Uhr 60 als Leichen aufgefunden worden.

Bombay. (A. C.) Die Mohammedaner Bombays und Se baben ein strenges Edikt gegen alle dramatischen usführungen erlassen. Besuht Jemand das Theater, so muß er zum ersten Male 5, z»m zweiten Male 10 Rupien zahlen, Beim dr tten Male wird er aus dem jamat augen, und es wird ihm ein mubammedanishes Begräbniß versagt. Ueber 100 000 Musfels männer haben si \chon wit dem Dekret einverstanden erklärt. Den Grund zu der Verfügung bildet der Umstand, daß bei einer kürzlichen Theater-Aufführung in Poona der Prophet auf die Bühne gebracht wurde,

Nero- York, 6. Februar. (A. C.) Das Wetter in den Vereinigten N und Canada is außerordentlich mild. Die mittlere Temperatur war während des Januars östlich vom Mississippi 10—12 Grad Fahrenheit unter der normalen und Alles deutet auf einen frühzeitigen Frühling auf dem amerikanischen Kontinent hin. ‘Auf dem Hudsonflusse ist f diesem Winter wenig Eis eingeheimst worden, in Maine aber war die Eisernte eine reihlide. In Port- land, Oregon, sind in Folge des Schmelzens des Swnees die Flüsse angeschwollen, wodurch verheerende Ueberschwem- mungen verursaht wurden. Hochfluthen sind auch im a Oregon in Folge ungewöhnlich heftigen Regens eingetreten.

mann Kretschmer im 79. Lebensjahre. Er war eiues der ältesten Mitglieder der Berliner Künsilerschaft und hat sich als Darsteller

u. st. w. zur Aufführung.

Sombra, Ontario, ertranken drei Personen, während fie, von \chritten.

Marine City, Michigan, kommend, den Fluß über

R e T E E A

Abt

[63094]

Zweite

Beilage

é %,

- zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger. |

Berlin, Freitag, den 7. Februar

M 36.

m ——————————

, Steckbriefe und Untersuhungs-Sachen.

1 2. Zwangsvollstreckungen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl.

, Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen ch2.

3 4. Verloosung, Zinszahlung X. von ôsffentlihen Papieren.

1890.

5, e -esclschatten auf Aktien u. Attien- Gesell. i

6. Berufs-Genofsenscha

en.

7, Erwerb8- und Wirtbscbafts-Genossenscaften, 8. Woten-Ausweise der deutschen Zittelbanken. 9. Verschiedene Bekanntmachungen.

1) Steckbriefe und Untersuchungs - Sachen. 162969] Steckbriefs-Erledigung.

Die am 25. November und 21. Dezember 1889 gegen den Müller Kaétpar, richtig Franz Anton | Anstalt zu Hannover über ein Walter aus Marburg erlassenen Steckbriefe sind

erledigt.

. Hanau, den 4. Februar 1890.

Der Untersuchungêrihter am Königlichen Landgericht.

[62968]

mit in Gemäßheit des prozeßordnung veröffentlicht wird. Hanau, den 3. Februar 1890.

Der Erste Staatsanwalt. Schumann.

[62970] Beschluß.

wird aegen den

I. Nicolaus Pütsh, geboren am 28. Juli 1869 zu Wehingen, chae bekannten Stand und Aufent-

balt8ort,

1]. Bernard Ferring, grboren am 4. Februar Schreiner, ohne bekannten

1868 zu Temmels, Wohnort,

1II. Nikolaus Hofmann, geboren am 12. Februar

1869 zu Tawern,

Tagelöhner , Wohnort,

1V. Mathias Fochs, geboren am 10 Januar 1869 zu Wincheringen, ohne bekannten Stand und

Wohnort,

welce hinreichend verdächtig erscheinen: als Wehr- pflichtige in der Absicht, sih dem Eintriit in den Dienst des stehenden Heeres oder der Flotte zu ohne Erlaubniß das Reichsgebiet ver- lassen und nach erreihtem militärpflihtigen Alter sich außerhalb des Reichsgebiets aufgehalten zu haben, Vergehen gegen- §. 140 Nr. 1 Strafgeseßbuchs, das Hauptverfahren vor der Strafkammer des König- lichen Landgerichts bierselbst eröffnet, und das im Inlande befindlihe Vermögen der Beschuldigten zur Deckung von Strafe und Kosten bis zur Höhe von

entziehen,

3050 4 beschlagnahmt. Trier, den 24. Januar 1890. Königliches Landgericht, Strafkammer. Barre. Henle. Pellengahr.

E 2) Zwangsvollstreckungen,

Uusfgebote, Vorladungen u. dgl.

[63100] ;

In Sachen, betreffend Zwangsversteigerung der bisher dem Kaufmann Joh. Hinze zugeschriebenen Hâuslerei Nr. 1 zu Dorf Melklenburg ist zur Ab- nahme der Rechnung des Sequesters, zur Erklärung über den Theilungsplan, sowie zur Vornahme der Vertheilung ein Termin auf Sonnabend, den 22. d. M., Vormittags 11 Uhr, Zimmer Nr. 8, bestimmt, zu dem der Sequester und die Betheiligten geladen werden.

Wismar i./M., den 2, Februar 1890.

Großherzogliches Amtsgericht.

[63097] Das Königliche Amtsgeribt München T, Abtheilung A für Civilsachen, Un am 3. Februar 1890 folgendes Aufgebot er- afen :

Dem Oekonomen Andreas Schachtner in Scneit- berg, Amtsgerichts Vilsbiburg, ging nah Erklärung vom 3. vorigen Monats ein 49/9 Pfandbrief der bayerishen Vereinöbank in München Lätt. B. Nr. 18893 ¡u 1000 46, welcher auf den Namen des Genannten laut Erklärung der bayerischen Vereins- bank vinkulirt ist, zu Verluft. Auf Antrag des Königlichen Advokaten und Rechtsanwalts Biersak in Landshut Namens des genannten Schachtner wird nun der Inhaber obigen Pfandbriefes aufge- fordert, spätestens im Aufgebotstermine am Freitag, 26. September laufenden Jahres, Vor: mittags 9 Uhr, im dieögerihtlihen Situngs- zimmer Nr. 18/1. (Augustinerstock) seine Rechte bei gefertigtem Gerihte anzumelden und den Pfandbrief vorzulegen, widrigenfalls dessen Kraftloserklärung 4cfolgen wird.

Müncheu, am 4. Februar 1890,

Der geschäftsleitende Kgl. Gerichtsschreiber. (L. S.) Hagenauer.

Aufgebot.

Der Rechtsanwalt Tiltmann in Livypstadt Namens des Kötters A. Balke in Güttingen, Krspl. Liesborn, bat das Aufgebot einer Interiméquittung Nr. 24 600, aus welher die Einzahlung einer Einlage zur Höhe von 904 unterm 23. Oltober 1889 hervot- geht, beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf den 18. April IS90, Vormittags 11{ Uhr, vor dem unterzeih- neten Gerichte anberaumten Aufgebotstermine seine Mechte Mes und die Urkunde vorzulegen, widrigcnfalls die Kraftloserklärung der Urkunde er- folgen wird.

ippfiadt, den 31. Januar 1890.

Königliches Amtsgericht.

z gez. von Schwalke.

[63092] gebot.

Vahlbruh mird der Inhaber der auf den

Hannover, den 29. Januar 1890, Königliches Amtsgericht. Y. C.

(L. 8.) Autgefertigt: Böttcher, Gerichtss\hreiber Königlihen Amtsgerichts.

ISOO) Aufgebot. Die Sparkassenbücher :

Wirtbs\ohn Gustav Müller in Blumenthal,

zu a des Gustav Müller,

zu b. des Michael Müller, zum Zwecke der neuen werden.

gefordert ,

vorzulegen ,

Kraftloterklärung derselben erfolgen wird.

Schubin, den 17. Januar 1890. Königliches Amtsgericht.

[63098] Aufgebot.

neuen Auéfertigung amortisirt worden.

erklärt werden wird, Königsberg i. Pr., den 22. Januar 1890, Königliches Amtsgericht. X[.

E Aufgebot.

Die Erben des Handelsmanns Geisel Birnbaum

von hier, nämlich: M. und B. Birnbaum zu Hildes-

heim und die Ehefrau des genoarten Geisel Birn- baum, vertreten durch Rechtsanwalt Berlein zu

Rotenburg a. F., haben das Aufgebot folgender

auf den Namen der Eheleute Geisel Birnbaum in

Artikel 829 Abtheiluna Til. pos. 6, 7 und 9 des

Grundbuchs von Rotenburg eingetragenen Posten :

1) „Auf Nr. 1 zur ideellen Hälfte der Frau

a, Fünfzig Thaler glei Einbundertfünfzig

ark nebst 5% Zinsen seit. dem 25. Fe-

K Bar Thel:

. Zehn Thaler gleich Dreißig Mark nebst 5 9% Zinsen seit tem 16. Januar 1861,

c. Zwei Thaler gleich Sechs Mark,

d. Drei Thaler neunzehn Silbergroshen neun Heller gleich Zehn Mark achtundneunzig HnTN T S E 1) s e Carl, é roline eu), na eret vom 12. Märi 1864,

In Abtheilung III. pos. 6 - Artikel 829 von Rotenburg a. F.

2) Auf Nr. 1 zur ideellen Hälfte des Mannes

a. Einbundert zwölf Thaler gleich Dreihundert sechs und S Mark Hauptgeld,

b. Vier Thaler }ech8s Silbergroshen glei zwölf H a S Ntiie Sans für 1) Louis,

; aroline ecuch, na vom 12. Juni 1864, ial E In Abtheilung 11. pos. 7 Artikel 829

Ÿ A Ne L R g uf Nr. 1 zur ideellen Hälfte der Fruu

a, Zwei Silbergroschen 9 Heller gleih Acht und zwanzig Pfennige Zinfenrest,

b. Drei Thaler zwanzig Silbergroschen sechs Heller glei Elf Mark fünf Pfernige Koften,

c. Fünfzehn Silbergroschen gleich Eine Mark fünfzig Pfennige Kosten,

d. Acht Silbergroshen gleih achtzig Pfennige Kosten für die Ehefrau des Kaufmanns Fr. W: Hüter in Rotenburg, nah Dekret vow 2. Juni 1871 In Abtbeilung I. pos, 9

L E Avon Rotenburg“, j

a die Glaubiger bezw. der Aufenthalt beschGeiniater-

maßen ‘nit bekannt sind, - unter Ta Bebauntuerg

beantragt, daß die Forderungen längst getilgt seien.

Es ergeht daher an „diejenigen Per onen, welche

aus den gedahten Einträgen noch Rechte herleiten

zu können verneinen, die Aufforderung, solche späte- stens im Termin am 27. März d. §., Morgens

11 Uhr, anzumelden, widrigenfalls die gedachten

Posten zur Löschung gelangen werden.

Notenburg a. F., am 25. Januar 1890,

Königliches A Abtheilung 111. e

Auf Avf Antrag des Rentiers Friedrich Henze zu Namen des Antragstellers lautenden Police vom 20. No- vember 1879 Nr. 5393 der Kapital - Versicherungs-

sihertes, am 1: Dezember 1889 fälliges Kapital von 3000 4, mit einem Versicherungszeitraum vom 1. Dezember 1879/89 aufgefordert, spätestens in dem auf Donnerstag, den 26. Juni 1890, 12 Uhr Mittags, anberoumten Aufgebotstermine seine Rechte | vember 1849 eingetragen ist, beantragt. bei dem unterzeihneten Gerichte anzumelden und die „In der Strafsahe gegen Karl Jgnay August | Urkunde (Police) vorzulegen, widrigenfalls die Kraft König, geboren zu Säingen am 15. Januar 1867, | loserklärung derselben erfolgen wird. / zuleßt in Hanau wohnbaft, wegen Berlegung der Wehrpflicht, ist dur Beschluß Königlichen and- gerihts, Strafkammer hier vom 29. Januar d. I auf Grund des §. 480 bezw. 326 der Strafprozeß-- ordnung und §. 140 des Strafgescybuchs das îm Deutschen Reiche befindlihe Vermögen des Ange- klagten zur Deckung der denselben möglicherweise es E Sr aas nee Ce Verfahrens mit Beschlag belegt worden, was htier- L 326 Absay 1 der Straf-

b. Nr. 757, gültig über 1297 4 24 H aus- Oesterwiehe, ift angeblich verschollen. gefertigt für Hermine und Lydia Firchau ia

Auefertigung amortisirt

Es werden daher die Inhaber der Bücher auf- spâtesters im Aufgebotstermin, den 6. August 1890, Vormittags 11 Uhr, bei dem unterzcihneten Gericht ihre Rechte anzumelden

ohne befannten | und die Bücher widrigenfalls die

Das Quittungsbu der ftädtischen Sparkasse bier- | [63091] selbt 111, Nr. 10 397 über 497 4 35 H, aus- gefertigt für die Wittwe Wilhelmine Witike, ist | Theilung der Natlassenschaft der zu Niederhof ver

angeblich verloren gegangen, und soll auf den Antra ; der CEigenthümerin, der genannten Witiwe Wilhel storbenen Eheleute Johann Joseph Bistel und Mar-

mine Wittke, geb. Littmann, hier, zum Zwecke der

Es wird daher der Inhaber des But§es aufgefor» dert, spätestens im Aufgebotstermine den 19. Sep- tember 1890, Mittags 12 Uhr, bei dem unter- zeineten Gerichte seine Rechte anzumelden und das Buch vorzulegen, widrigenfalls datselbe für kraftlos

: Heidelberg,

[63099] Aufgebot.

Recbten auf das Grendstück ausgeschlossen werden. Czarnikau, den 29. Januar 1890. Königliches Amtsgeri(t.

[63095] Aufgebot. Der Arbeiter Dtto Sasse aus Oesterwiebe, ge

E : boren am 20. April 1836, Sohn der Eheleute a. Nr. 1080 über 2200 #, ausgefertigt für den Johann Safse und Gertrud, geb. Hakenkamp, aus 2 Auf Antrag Le Lln AR a S des Rynarscewo, bevormundet durch den Wirth | Zentanten ebeff zu Rietberg, wird der genannt Miarl Müller in Blumenthal als Vormund, Otto Sasse aufacfordert, sich spätestens in dem au

find angektlich verloren gegangen und sollen auf den Auf Antrag der Königlichen Staatsanwaltschaft | Antrag der Eigenthümer , nämlich:

den 4. Dezember 1890, Vormittags 9 Uhr

richte zu melden, widrigenfa0s derselbe jür todt er klärt werden wird. Rietberg, 31. Januar 1890. Königliches Amtsgericht.

[63158] Bekanntmachung.

der Termin am 10. Mai d. F aufgehoben. Waldenburg, den 27. Januar 1890. Königliches Amtsgericht.

Vorladung.

garetha Serapkhine, geb. Volf,

und zwar:

Ruß Landing (Californien),

Staate Mexico si aufbaltend,

Leßtere ungeachtet ihres Ausbleibens für sie bindend fein werde. Vorstehender Auszug der Ladung wird auf An- ordnung ‘des Theilungégerichts hiermit öffentlich be- kannt gemacht.

Hennequin, Hülfsgerichtéshreiber in Lörchingen.

[63096] Aufgebot uubckaunter Erben. Am 9. Mârz 1889 verstarb zu Kella die am 22. Januar 1889 geborne Margareta Hahn, außer- ebelihe Tochter der am 29. Januar 1889 ver- storbenen Regine Hahn, einer Tochter des Ader- manns Nikolaus Hahn und dessen Ehefrau Katharine, geb. Töpfer, zu Kella. Da die Eltern und Seitenverwandten der Mutter des Kindes nicht erbbezechtigt sind, so wird der Nachlaß der Margareta Hahn von dem Königlichen Fiskus in Anspruch genommen. Besser berechtigte Ecben derselben werden auf Antrag des Nachlafpflegers, Rechtsanwalt Walter hier, aufgefordert, s|ch bei uns \chriftlich oder per- sönlich spätestens in dem aus den 10. Dezember 1890, Mittags 12 Uhr, Zimmer Nr. 13, an- beraumten Termine zu melden und ihr Erbrecht nachzuweisen, widrigenfalls die Erbscha#t der König- liden Regierung: ausgehändigt wird. Heiligenstadt im Eichéfeld, den 39, Januar 1890. Königliches Amtégericht. 4. Abtheilung.

[62840] _ Todescrklärung.

Durch Urtheil des unterzeihneten Gerichts vom

30. Januar 1890 i} der am 14 September 1843

zu Garliy geborene Friedrich Wilhelm Drocscher,

zuleßt als Eisenbahnschaffner zu Geestendorf wohn-

haft gewesen, für todt erklärt.

Geesftemände, den 31. Januar. 1890. Königliches Amtsgericht. I1[.

[63155]

Nr. 735. Mit Bezug auf die Aufforderung vom 22. Januar 1889 Nr. 682 wird der am 18. De- zember 1841 zu Epfenbah, geborene- Zimmermann, Gottlieb Ernst für verschollen erflärt und sein Ver- mögen den mutbmaßlichen Erben: Marie, geb. Ccnit, Ehefrau des Schieferdeckers FriedriÞ Babel in Friederike, geb, Ernst, Ehefrau des Lud- wig Kunzelnick, Landwirth in Sinsheim, Sophie, geb. Ernst. Ehefrzu des Johann Seib in Ober-

gez. Rohde. (L, 8.) Beglaubigt: (Unterschrift), Gerichtsschreiber. |

Der Schuhma@ermeister Car! Jaeck zu Czarnikau, vertreten dur den Rechtsanwalt Gerso» daselbst, | gegeben. hat dos Aufgebot des im Grundbuch vcn Czarnikau unter Nr. 436, früher Walzend Nr. 635, bezeichneten bei derselben ver- | Grundstücks, bestehend aus einer Wiese von 7 Ar 90 Qu.-M., mit- einem Reinertrage von 0,77 Tbalern, Kactenblatt 2, Flächenabschnitt 437, Artike! Nr. 25, als dessen Eigenthümerin die unverchelihte Catharina Wilhelmine Teßlaff zufolge Verfügung voix 15. No-

Alle unbekanuten Eigenthumeprätendenten werden « | aufgefordert, ihre Rechte und Aniprüche spätestens in dem am 31. Mai 1890, Vormittags 10 Uhr, an Geri@tséstelle anstehenden Aufgebotztermine anzu- melden, widrigenfalls sie mit ihren Ansprüchen und

anberaumten Termine bei dem unterzeichneten Ge-

In Sachen, betreffend die Todeéerklärung des Bergbauers Ecnst Wühelm Langer aus Altwasser wird das weitere Verfabren wegen Zurücknahme des Artrages Seitens der Ehefrau Langer eingestelit und

In dem Verfahren, betreffend *die gerihtli®e

ladet der zum Theilungsbeamten ernannte Notar Welter in Lörchingen die nawbenannten Vetheiligten

1) Iohann Baptist Bistel, Ackerer, ehemals in

2) Maria Rosa Bistel, früber îin Diensten zu New-ODrléans heute Chefrau eines gewissen Schiffers Namens Savenay aus Hâvre, im

Beide ohne bekannten Wohn- und Aufentkbalt2ort, auf Montag, den 2. Juni 1890, Vormittags 9 Uhr, in seine Sgthreibstube zu Lörchingen zu Auen ene gemäß F c des Thei- ung9gesetzes unter der Verwarnung, daß gegen die 1 i s Na bib ben, angenommen werde, sie seien mit der | meinde Mettingen. jeßt zu Westerkappeln wohnhaft, Vornahme der Theilung einverstanden und daß die

delsmanns Christof Gruker von Nearbischofsbeim, gegen Sierkßeitsleistuna in fürforzlichen Besi | Neckarbischofsheim, 1. Februar 1890. Der Le des Großh, Amtsgerichts. runer.

[62838] _Bekanutmachung.

Dur Aut f{lußurtheil des Königlichen Amts- gerihts I. Berlin, Abtheilung 49, vom 24. Januar \ 1890 sind die folgenden Anleiheshcine der Preußi- {en Staats: Prämien-Anleihe von 1855 ; Serie 66 Nr. 6574,

« 145 , 14484,

L DTC 27618,

e 1269 126845, über je

« 1301 130004, 100 Thlr.

e 1428 142737, 142738,

142739, a , 144324

für fraftlos erklärt.

Veclin, den 24. Januar 1890.

z : Thomas, Gerihts\chreiber

des Königlichen Amtsgeriht 1. Abtheilung 49.

[62842] Bekauntmachuug. Durch Auéslußurtbeil des Königlihen Amts- e | gerihts I. Berlin Abtheilung 49 vom 24. Januar f | 1890 ist das Hypotbekendokument über die auf dem e {in der Jakobi-Kirstraße Nr. 6 und am Jakobi- Kircplaßze belegenen, dem Kaufmann Reinhold -.| Beierle hier gehörigen, im Grundtude von Berlin von der Luisenstadt Bd. 35 Bl. Nr. 1781 ver- zeichneten Grundstücke in Abtéeilung 117 Nr. 7 für das Fräulcin Paulire Mangold hier, Wasserthor- straße 21, zu 5% Zinsen no eingetragenen 7500 S (Rest ron 9000 4c) für fra!tlos erflärt. Verlin, den 24, Januar 1890.

__ Thomas, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts I. Abtheilung 49.

[82379] Jm Namen des Königs! Auf Antrag des Recbtsanwalts Heinemann zu ers als Bevollmächtigter des Eigenthümers bristian Gercke zu Streesow erkennt das König- liche Amtégerit zu Perleberg durch den Amts- richter Dr. Gluck für Recht: : Die Hypothekenurkunde über Hundert Thaler Darlehn, gleich dreihundert Mark, eingetragen aus dem Hyvothekeninstrument vom 22, Oktober 1858 für die Holländer Wittwe Timm, Charlotte Friederike Wilhelmine, geb. Fhiele, und abgetreten zufolge Verfügung vom 6, November 1862 an die unver- ehelihte Nricderike Brüning zu Reckenzin in Ab- tbeilung III. Nr. 6 des im Grun? buch von Streesow Band 1, Seite 159 Nr 21 verzeichneten, jeßt dem Eigentbümer Christian Gercke gehörigen Kosfsäthen- guts wird für fraftlos erfsärt.

[62846]

Im Namen des Königs! Verkündet am 21. Januar 1890. Waldau, Gerichtéschreiber. Auf den Artrag der Ebcleute Ackersmann Her- mann Heinri Beimdiek, früher zu Bruch, Ge-

erkernt das Königliche Amtsgericht zu Jbbenbüren

durch den Amtsrichter Daltrop für Recht :

Die sämmtliden im Aufgebotstermine vom

21. Januar 1890 ausgebliebenen Berechtigten werden

mit ihten Rechten und Ansprüchen auf die oben be-

zeinete Post ausgeschlossen und das über die Post

gebildete Hypothckendokument für kraftlos erklärt.

Daltrop. [62839] Verbandelt Amtsgericht Weeuer am 3. Februar 1890 in öffentlier Sitzung. Gegenwärtig: Amtsgerichtsrath Wiebalck.

Sekretär Auffenberg.

In Sachen betr. Aufgebot der über die Band I].

Blatt 65, Band TII1. Blatt 121 und Band IV.

Blatt 158 und 159 Grundbuchs von Digtzumer-

hammrich eingetragenen 500 fl. Preuß. Cour. und

der über die Band I. Blatt 1 Les Grundbuchs von

Ditumerkammrih eingetragenen 150 fl. boll. und

140 Thlr. Cour. gebildeten Hypothekenurkunden 2c.

Es ist nachstehendes Urtheil- verkündet :

Da ungeadtet rechtzeitiger und rechtsförmlicher

Aufforderung Ansprüche an die im Eingang dieses

Protokolls näher bezeihneten Urkunden nit gestellt

sind, so wird crkannt :

Die gedachten Urkunden werden damit für fraft-

los erkiärt. Zur Bealauk 2

, Zur Beglaubigung: Wiebalck, Auffenberg.

[62843] Bekanntmachung.

Dur Ausschlußurtheil des Königlichen Amts- gerichts I. Berlin, Abtheilung 49, vom 24. Januar 1890 ist das Hvpotheken-Stamm-Dokument übcr die auf dem in der Haidereuter-Gasse Nr. 11 hier belegenen, im Grundbuhe von Berlin Bd. X. Bl. Nr. 747 verzeichneten Grundstücke in Abthei- lung 111. unter 5 für die Unterstüßungs8-* Anstalt für Wittwen und Waifen verstorbener Mit- . glieder der Gesellshaft der Freunde noch eingetra- genen 800 Thaler für kraftlos crfklärt.

Verlin, ven 24. Januar 1890.

._Lhomas, Gerichts\chreiber

des Königlichen Amtsgerichts 1. Abtheilung 49.

[62845]

Dur Ausf\{lußurtheil vom 15. Januar 1890 ift

eses nl N ca robe A vutolge em Gastwirth Heinr Bues

hieselbst und seiner Ehefrau Dorothea, geb. Mielke,

gimpern, Charlotte, geb, Ernst, Ehefrau des Han-

gehérigen Grundstückte am alten Petrithore Nr. 4253