1890 / 45 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

ein günstiger. Erkrankungen an Grippe wurden no< mebrfah be- obaltet, Sterbefälle an Grippe wurden aus der E B ee vorhergegangenen Woche no< 8 gemeldet. Darmkatarrhe und Brech- durfälle der Kinder haben abgenommen; die Theilnahme des Säuglingsalters an der Sterblichkeit war au< cine kleinere als in der Vorwohe. Von je 10 000 Lebenden starbe1 aufs Jahr berehnet 60 Säuglinge. Das Vorkommen der Inf-ktionskrank- heiten blieb im Allgemeinen ein ähnlihes wie in der Vor- wche. Erkrankungen an Masern wurden, besonders aus der diesfeitigen Luisenstadt, zahlreicher zur Anzeige gebracht, Erkrankungen an Starla< und Diphtherie, von denen si letztere in der Schöne- berger Vorstadt, in der Eigen Luisenstadt und in Moabit am bäufigîten zeigten, kamen ctwas seltener zur Meldung, Erkrankungen an Unterleibstyphus blieben in beschränkter Zahl. 1 Erkrankung und 1 Todesfall an Geni>starre kamen aus der Charité zur Bericht- erstattung. _Erkrankungen an Kindbettfieber wurden 6 gemeldet, rosen- artige Entzündung des Zellgewebes der Haut gelangten nit selten zur ärztliden Beobachtung. Erkrankungen an Keuchhusten waren zablreih, die Zabl der Opfer sank auf 16 (von 21 der Vorwoche). Rbeumatisde Beschwerden aller Art zeigten gegen die Vorwode keine wesentlihe Veränderung in ihrem Vorkommen.

Für den geplanten Bau des neuen deutschen ° hauses in Sansibar find, wie die „B. S B n Ee Sha reie Gaben eingegangen. Krupp in Essen sandte der Ostafrikanischen Miísionsgesellschaft 10 000 4, Banquier von der Heydt ia Elberfeld 5000 Æ Die deutshen Eiseninduftriellen wollen das zum Bau nöthige Eisen möglichst ganz beschaffen, die deuts<hen Cementfabriken haben sih erboten , den Cement zu liefern. Ein warmer Freund Un Vose, der ungenannt bleiben will, giebt die nöthigen Steine

alf u. f. w. /

Breslau, 16. Februar. (N_A. Ztg.) Der hiesige is

hat einen großen botanis<hen Sulg D E A Bedürfniß nah einer folden naturwissenshaftlihen Anstalt hatte si lange {on füblbar gemacht, da die Lehrpflanzen nur {wer und in einer keineswegs zureibenden Zabl für den Unterriht zu beshafen auv botanishe Auéflüge einzelner Klafsen mit großen Hinder- nissen und Schwierigkeiten verbunden waren und daber immer seltener stattfanden. Dur< den <ulgarten werden nun durch regelmäßige und reichliche Lieferungen die Schulen mit dem erforderlichen Anschauungêmaterial versorgt, au< den Fadchlebrern Gelegenbeit geboten, mit den Schülern an Ort und Stelle Botanik zu betreiben. Die erfte Einrichtung hat rund 6000 Æ betragen. Auch die Privatsculen, insbesondere die höheren Mädtensculen können gegen einen Iahresbeitrag von 20 bis 30 4 si sowobl die Lieferung als auch den klafsenweisen Besuh des Gartens sichern.

Halle a. S., 17. Februar. (Dtsch. Tagebl. i Landeëversammlung der Gruppe Deuts Tos) etne internationalen kriminalistishen Vereinigung wird am 26. und 27. März in unserer Stadt abgehalten werden.

Heidelberg, 16. Februar. (Karlêr. Ztg.) Auf der biesig Bergbabn wurde vor einigen Tagen eine Fab ohne Seil Nee Station Molkenkur nav der Schloßstation berunter unter- nommen. Die Fahrt war in se<8s Minuten fiher und glüli< voll- endet. Die vordere Bremse wurde gelüftet, worauf si< der Wagen in Bewegung seßte, dann, wenn er in stärkeren Lauf gerieth, wieder j¡ugezogen und der Wagen zum Stillstand gebracht. So ging es in eiwa fünfzebn Arläufen bis zur S{bloßftation hinunter.

Brauns{weig, 10. Februar. (Magd. Ztg.) Das Comité für die Veranftaltung einer Ausstellung vaterländisher Erinnerungen aus der (t von 1806—1815, dessen Ehren- borsiz der Wirkli®e Geheime Ratb Dr. Otto übernommen hat, hat nunmebr scinen Plan veröffentlict, zuglei au eiren Aufruf er- laffen, in welWem Alle, welwe sih im Besiß für diese Ausstellung gecigneter Gegenftände befinden, zur Herleihung derselben aufgefordert werden. Den Mittelpunkt der Auëstellung wird dem Plane zufolge die Gestalt des Herzogs Friedri<h Wilhelm von Braun-

\<weig-Oels bilden, dessen 75. Todestag (f 16. Juni 1815 bei Quatrebras) dadur< zuglei< gefeiert werden soll. Wie er in Bild und Wort der damaligen und der Folgezeit lebte, soll genau verfolgt und zuglei< alles Daësjenige sorgsam gesammelt werden, was als Erinnerungszeihen an ihn vorhanden ist. Das Gegen- stü> hierzu bildet das westfälisWe Königthum von 1807—1813, König Hieronymus, seine Gemahlin, sowie die Offiziere und Beamten, welhe mit dem Gebiete des Herzogthums in Berührung traten, au<h werden die bedeutung8svollen Vorfälle jener Zeit, wie die Aufhebung der Universität Helmstedt, die Umgestaltung des Carolinums zu einer Militärshule, der Abbru< des Lustshlosses Salzdahlum in den Kreis der Erinnerungen gezogen. Als Zeit dcr Ausftellung ist der Monat Mai, als Lokal derselben das jeßt unbenußt stehende alte Herzogliche Museumsgebäude bestimmt. Außer den Mitgliedern des Comités, dem der General-Lieutenant, Flügel-Adjutant von Wach- hols und der Ober-Bibliothekar Professor von Heinemann-Wolfen- büttel als Vorsißende angehören, werden Herren in verschiedenen Städten des Herzogthums Gegenstände für die Ausftellung sammeln.

Straßburg i. E. Das Straßburger Münster darf sich rühmen, die erste große fatholishe Kirche zu sein, welche elektris<e Beleuctung erhalten hat. Dieselbe ist, nah den Mittheilungen des „Elcktrotehn. Anz.“, als außerordentflih gelungen zu bezeihnen. Man hatte gefür<htet, daß der dur< die bisher gebrauchten Lampen hervorgebrähte Eindru> des Hehren und Mysteriösen unter der OHelligkeit des elektris<hen Lichtes leiden würde; au< glaubte man, daß der eigenartige 1öthliGze Schimmer des für den Bau verwendeten Vogesensand|teins dur< elektrisches Licht modifizirt werden würde. Beide Befürchtungen haben si als grundlos erwiesen, Troß der Helligkeit der an den Pfeilern in Gruppen angebrabten Glüblampen kam die künstlerishe Wirkung des Bauwerks voll zur Gcltung. Von außen wird das Münster dur Bogenlampen erleuchtet.

Graubünden. (Bern. Vund.) Ein Haupts>mu> des Grau-

bündnerlandes, die auf alien Hôhen emporragenden Burgen, droht immer mehr zu vers<hwinden, sei cs dur Verwitterung, sei es dur lei<tsinnige Zerstörung. Da aber ihre Erhaltung dringend wünsbenswerth ist, um den malerishen Charakter des Landes zu wahren, bes{<loß die bistorish-aatiguarishe Gesellschaft in Chur, den Kleinen Rath zu ersuben, er möchte bei den Gemeinden dahin wirken, daß sie eine Zerstörung diejer Zierde der Thäler verhindern. Außerdem soll der Vorstand die nöthigen Schritte thun, um photo- graphische Aufnahmen dieser Ruincn, sowie Grundrisse und Aufrisse der!'elben dem Museum einzuverleiben, event. au<, um Modeüe in kleinem Maßstabe berzustellen. Ob eine bauli<e Erbaltung der Ruinen (dur< Cémcntirung 2c.) möglih und erreichbar fei, soll dur< einen Versuch erwiesen werden. _ Brüssel, 17. Februar. (W. T.B.) In der Untersuchun gs- sabe wegen der Erplosion der Patronenfabrik in Ant- werpen ist von dem biesigen Appellbofe das Strafmaß gegen den Hauptangcklagten Corvilain von 2 Jahren auf 5 Jahre 6 Mo- nate Gefängniß erböbt worden, ebenso find alle den Be- \<ädigten zugesprohenen Entschädigungen höher bemessen.

New-York, 17. Februar. (W. T. B) Aus Rio de Janeiro ist heute ein Dampfer hier angekommen mit 51 Personen, größtentheils Deutschen, an Bord, welhe na< Brasilien aus- gewandert waren, aber jeßt enttäus<t zurü>kehren.

Toronto (Canada). Ueber den Brand in der Universität von Toronto meldet ein Telegramm des Reuter'’shen Bureaus folgende Einzelheiten: „Die Feuersbrunst hatte die fast gänzliche Vernichtung des 1843 in normarnishem Stile wit einem Kosten- aufwande von 80 000 Pfd -Sterl. errichteten Universitätsgebäudes zur Folge. Nur die Räumli@keiten, in welwen #s< die Wohn- zimmer befanden, und ein Theil des südwecitlihen Flügels sind den Flammen entronnen. Gegen 7 Uhr wurden Vorbe- reitungen getroffen, um das Gebäude für die jährlihe Abend- unterhalturg, wozu 2000 Einladungen crlafsen worden waren, zu er-

leuten. Zwei Diener trugen ein bölzernes Tablet mit einer Anzahl angezündeter Lampen vom Erdgeshoß nah den oberen Räumen, als das Tablet zerbra< und die Lampen zu Boden fielen. Das Oel gerieth in Brand und ungeachtet der Anstrengungen der Diener griffen die Flammen so ras<h um si, daß sie genöthigt wurden, zu ibrer eigenen Rettung das Gebäude so s{leunig als mögli zu verlassen. Es wurde indeß niht ras{ genug Lärm geschlagen und als endli die Feuerwehr anlangte, stand {on das ganze Innere in hellen Flammen, wel<e in Folge des zur Zeit wehenden starken Windes

fortgesezt bis Mitternacht wütheten und das cinst stattlibhe Gebäude

\{ließli< in einen rauchenden Trümmerhaufen verwandelten. Das Feuer griff fo ras< um si, daß nur wenig Aussicht vorhanden war, etwas zu retten. Der zerstörte Theil des Getäudes enthielt die Con- vocation-Hall mit ihrem prächtig geschnißten eihenen Plafond, eine Bibliothek von 33 000 Bänden, die einen Werth von 100000 Doll. hatte und von der kaum 100 Büher gerettet wurden, und das Museum mit seinem kostbaren Inbalt. Cine genaue Schäßung des Gesammt- \cadens ist no< ni<t mögli; allein das Gebände und dessen Inhalt besaßen einen Werth von 1 500 000 Doll., von denen nur 160 000 Doll. dur Versierung gede>t sind. Als das Feuer ausbra<, befanden si nur wenige Personen in dem Gebäude, wel>&e re<tzeitig ihre Flucht bewerksteligten Bald na< Mitternaht stürzte die große 3000 Pfund wiegende Glo>e in dem Hauptthurm der Universität mit fur<htbarem Krachen herab.“

Kalkutta, 16. Februar. (A. C) In dem bevölkertsten Theile des Eingeborenenquartiers von Bombay bra<h am Mittwoch Abend ein großes Feuer aus. At oder neun Häuser wurden eingeäschert und mehrere Personen kamen in den Flammen um. Der angerihtete Scaden ist ein, sehr bedeutender. Ueber die neue Perlfischerei in Tuticorin liegen günstige Berichte vor. Es wurden einige pra<tvolle Perlen gefunden, aber Mangels an Käufern waren die er- zielten Preise verbältnißmäßig niedrig.

Nach S<hluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

_ Wien, 18. Februar. (W. T. B.) Jn der heutigen Sizßung des Abgeordnetenhauses E der Präsident den Tod des Grafen Julius Andrassy mit und widmete demselben einen warmen Nachruf, in welchem er des Verstorbenen hervorragende Stellung und großen Verdienste um Kaiser und Staat, insbesondere aber seinen Antheil an dem Zustande- kommen des österreihish-deutshen Bündnisses unter lebhaftem Beifalle des Hauses hervorhob. Die Abgeordneten gaben ihrer Theilnahme dur< Erheben von den Sigen Ausdru>. Diese Kundgebung wird auf Antrag des Präsidenten in dem Sitzungsprotokolle verzeichnet.

Pest, 18. Februar. (W. T. B.) Sämmtliche Blätter veranstalteten heute Vormittag eine zweite Ausgabe und würdigen in tief empfundenen Worten die großen Ver- dienste Andrassy's um den ungarishen Staat und die Monarchie. Jnsbesondere heben die Zeitungen die Begründung des deutshen Bündnisses hervor, welches die Frucht einer großgedacten, zielbewußten, Fahre hindurh mit ungewöhnlih großem Geschi> verfolgten aus- wärtigen Politik gewesen sei.

London, 18. Februar. (W. T. B.) Nah einem Telegramm der „Times“ aus Sansibar vom 17. d. Mts, war die Expedition des Majors Wissmann nah Usambara in jeder Beziehung erfolgreih. Simboja und die anderen Häuptlinge haben si< unterworfen und frei- willig das dem Dr. Meyer und Anderen geraubte Eigenthum zurüd>gegeben.

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

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Wetterbericht vom 18. Februar, Séauspielhaus.

Morazens 8 Ubr.

Anfang 7 Uhr.

Temperatur in 9 Celsius

59 C.

Stationen.

= 4°R,

Wind. Wetter.

agner. Anfang Sauspielhaus.

Bar. auf 0 Gr, u. d, Meeressp red. in Millim.

Muagabrmore 51 "OND 5 bede>t ihen. Anfang 7 Aberdeen OSO 6bbede>t | O t Cbristiansund WSW 4 balb bed. | Kopenhagen . ORNO 2bede>t | ESito>kboim . > fill bede>t baranda E: till bede>t

t. PeterSbrg.!| 1 Durft Moskau. 1 'bede>t Cork, Queens-

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von Kirchfeld.

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5 wolkig 2\wolkig 4 Nebel 4 beiter | 3 'wolkenl.1) | 3/bede>t | 3/bede>t | 2halb bed. | 2 beiter | 3 bedeZt 4 bededt

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winemünde Neufahrwafser Memel E, ünster. . Karlsrube . . Wiesbaden , München Chemniß .. 2'vedeZt Berlin. .….| 3'bede>:3) Wien T till bede>t 773 NO Zbedekt 759 4'beded>t 767 5 halb Bed. 770 ti0 wolfenlcs

1) Dunst, Reif. ? Reif. *) Nebel, Reif. Uebersict der Witterun Der Luftdru> if am niedrigen fiber Sütwest- | von Alex. Mosz Europa, am hôhsten über dem Innern Rußlands. Musik von 6. A. In Central-Europa dauert die \<waSe oftlie Anfang 7# Uhr. Luftstrômung bei vorwiegend trüber Witterung, ohne meßbare Nieders&läge und erheblide Wärme- änderung fort. An der Grenze des westdeutsen Binnenlardes herrs{<t Tbauweit:r, Hermanrstadt

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DeutsSe Seewarte

Donnerstag : Opernhaus. 41, Vorstellung. Lohen- rin. Romantische Oper in 3 Akten von Richard

tante. Lustspiel in 4 Aufzügen von O. F. Gen-

Donnerstag: Der Unterstaatssekretär. Freitag: Nordische Heerfahrt.

Berliner Theater. Mittwo<: Zum 1. Male: Der gefesselte Prometheus. König Oedipus. Mann. Posse mit Gesang in 3 Akten (5 Bil-

Donnerstag: Gräfin Lea. D N

Freitag: 23. Abonnements - Vorstellung. Der | Laelis und G. Steffens. gefesselte Prometheus. König Oedipus.

Donnerftag: Die Ehre. Schauspiel in 4 Akten 2 wolfenl.9) von Sudermann.

: Freitag: Der Fall Clémenceau. Schauspiel in 5 Akten von A. Dumas und A. d'’Artois.

Waliner=-Theater. Mittwo<: Neu einstudirt : Der HSypochouder. Lustspiel in 4 Akten von G.

von Moser. Anfang 7 Uhr. Donnerstag: Der Hypochonder.

Victoria-Theater. Mittwo<: Zum 185. M. : Stanley in Mita. n Zeitgemälte in 10 Bildern | 74 Uhr: Zum 29. Male: Deuts@e Turner. (Ge-|

Donnerstag: Dieselbe Vorstellung.

spielhaus. 42, Vorstellung. König Lear. | mund Lautenburg, Die neuen Dekorationen sind aus Trauerspiel in 5 Aufzügen von Shakespeare. In | dem Atelier der Zerren Hartwig, Hinze und Harder. Mittwoch, 19. Febr.: Karl Mepder - Concert. Re-

Scene gesetzt vom Direktor Dr. Otto Devrient. | Anfang 7F Uhr. Donnerstag u. folgde. Tage: Marquise.

7 Ubr. Belle-Alliance-Theater.

43. Vorstellung. Die « | stellungen Mittwoh: Gastspiels der , Münchener“ C le Iren unter Leitung des Kgl. bayer. Hofschauspielers Hrn. Max Im Austragstüberl (Im Altentheil). | Verlobt: Frl. Elife Streppel mit Hrn. Haupt-

Uhr. Hofpaur Aufzügen von Hans Neuert und

von Ammergau.

Central-Theater. Direktion: Mittwoch:

dern) von Eduard Jacobson.

Benter. Thomas. Anfang 7# Uhr

Sgauspiel in 4 Akten von

Circus Renz, Raristraße

und Richard Nathanson. | ebli ges<üßt ) Große nationale Original-Panto- Raida. Ballet von &C. Severini. | mime vom Hofballetmeister A. Siems, inscenirt vom Direktor E. Renz, Großartiges Hürdle-Rennen mit 24 Sprinugpferden, geritien von Damen und tg R Aüsreten der Scwbulreiterin Frl. Mary. i: N L Auftreten der vorzüal. Reitkünstleri A s E, ner, aT Das Blumetpiera See n / t itiwoh : neuer Ausftattung: Zum | geführt von Hrn, Os Gr f in: meldet 16, Kiew 15, Mcékau 17 Grad unter Null. 35. Male: Der arme Jonathan. Operette in | Voltige, ausgeführt n 20 Derfonee La h Derhinz

E 3 Akten von Hugo Wittmann und Julius Bauer. | Springern der Gesellschaft.

N rl Millö>er

Theater - Anzeigen. Julius Fritsche. Königliche Schauspiele. Mittwow: Opern- haus. 40. Vorftellung. Othello. Oper in 4 Akten von Giuseppe Verdi. Text von Arrigo Boîto. Für die deuts@e Bübne übertragen von Max Kalbe. | burg.

edermann. Anfang 7 Uhr. ade ppiempr Wp: Der arme Jouathanu.

Refidenz-Theater. Direktion: Siegmund Lauten- Mittwo(:

In Scene geseßt von

é Donnerstag: D Dirigent: Hr. Kapellmeister g: Deutse Turner.

Sonntag: 2 Vorstellungen.

Sing =- Akademie.

ndlihes Volksftü> mit Trans und N vier i: arimilian Schmidt. Deutsches Theater. Mittwoch: Der Pfarrer Musik von C. Horak. Anfang 74 Ubr. E

Donnerstag und Freitag: Der Herrgottschnitzer mit Hrn. Kaufmann Wilbelm Gries (Bergebor-

Musik von G. Mi- Couplets von Alfred In Scene gesezt vom Direktor Emil

V Donnerstag : 6. Male: Ei Tessing= Theater. Mithwoh: Das Bild |Mann, Lum s. Maler Ein gemachter des Signuorelli. Adolph Ernft-Theater. Dresdenerstraße 72.

Mittwob: Zum 12. Male: Der Goldfuchs. Gesangêëposse in 4 Akten von Eduard Jacobson und Leopold Ely. Couplets theilweise von Gustav Görß. Musik von Franz Roth. Anfang 7# Uhr.

Donnerstag: Dieselbe Vorstellung.

Urania, Invalidenstraße 57/62,

12—11 Ubr. Mittwoch um 74 Uhr: Dr. Wagner: Ueber Stürme und Ein G

Mittwoch, Abends

Concert - Anzeigen. Mittwoch,

Concert-Haus, Leipzigerstr. 48 (früher Bilse).

sultat der Damen - Wahl. Anfang 7 Uhr.

Gesellschafts - Abend

Nur no< 10 Vor- I

Familien-Nachrichten.

lehrer Gerhard Göntgen (Solingen) Frl. Martóa Blum mit Hrn. Josef Kerse> (Alt-Alt- mannsdorf—Strehlen). Frl. Sophie Rüter

be>). Frl. Anna Menne mit Hrn. Karl Dresler (Siegen—Weidenau a. d. Sieg). Frl. Jenny Szkalnik mit Hrn. Lehrer Hermann Hansen

Emil Thomas. | (Berlin). Zum 5 Male: Ein gemachter | Vereheliht: Hr. Reg.-Assessor Dorgerlob mit

Qn. Helene Mohaupt (Neurode) Hr. Oskar ippis< mit Frl. Klara Göße (Dresden). Hr. Ferdinand Kaboth mit Frl. Anna Kieslau o E e Ebtn br 0 eboren: Ein Sohn: Hrn. Pastor Tiemann leo) Hrn. Königl. Reg.-Baumeister A. Erbkam (Münster i. W ). An Dr. Be>er (Waldbröl). De Forstmeister Müller (Hildes- heim). Hrn. Ober-Postsekretär Czeppan (Tar- nowiß). Hrn. Oswald Körner (Dreéden). rn. Dr. Benno Holz (Berlin). Hrn. Ingenieur Marx Hennig (Dresden). Eine Tochter: Hrn. Dr. med. Rixen (Ogenrath). Hrn. Reg.- Rath Freiherr v. Hodenberg (Köln). Hrn. Karl Vorwerk (Barmen). Hrn. Dr. med. Baumberger O S estorben: Hr. Brauereibesißzer Robert; Müde (Militsch). Hr. KaufmannWilb Freba( eschede). Hr. Hermann Rabe (Berlin). Hr. Rentier Wilh:lm a (Potédam). Hr. Eisenbahn- Stationsassistent Joseph Popyve (Breslau). Frau Karoline Wilhelmine Spittel (Chemnitz). Hrn. Apotheker Oékar Kranzfelder Tochter Thekla (Karlsruhe i. Baden). Hr. v. Uechtri T as A Ae Rein rioftenburg). Hr. Gärtnereibesißer Johannes Kampffmeyer (Berlin). S

geöffnet von

Redacteur: Dr. H. Klee.

Verlag der Expedition (S olz).

Dru> der Norddeutshen Buchdru>erei 4 Anstalt, Berlin SW., Wilbelm N gr

Fünf Beilagen (einshließli< Börsen-Beilage), 19. Febr.: | und die Juhaltsangabe zu Nr. 5 des öffent:

Zum 12. Male: Marquise. | Concert der 6 Altistin Ottilie Schenke-Lohöfener. | lichen Anzeigers (Kommanditgesellschaften auf

Scene geseßt vom Ober - Regieur Teslaf. | Lustspiel in 3 Akten von Victorien Sardou. Deuts | Anfang 7 Uhr.

Dirigent : Kapell meifter Sutter. Arfarg 7 Uhr.

von Robert Buchholz. In Scene geseßt von Sieg-

Aktien und Aktiengesellschaften) für di vom 10. bis 15. Sebeuar nta

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

V 45.

Statistik und Volkswirthschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

Unter der Ueberschrift „Ein ernstes Wort an die Berg- leute! * veröffentliht die „Germania“ folgenden Aufruf:

„Die unterzeichneten Präsides der katholishen Knappenvereine des Ruhrgebietes halten es unter den gegenwärtigen Umständen für ihre Pflicht, an die Mitglieder ihrer Vereine eine ernste Mahnung zu richten: Knappen, hütet eu< vor der Sozial- demokraiie, deren Grundsäße und Bestrebungen höchst verderblich sind für die christlihe Religion und die katholische Kirche, für den Staat und die menshlihe Gesellschaft, für Reht und Eigen- thum, für Ehe und Familie, besonders für eure Bemühungen um Verbefserung der materiellen Lage. Die Sozialdemokratie ift eine Feindin der <ristli<hen Religion, denn sie leugnet deren Grundlebren und die Gottheit Christi, die Erlösung, ja fogar das Dasein und Walten eines persönlihen Gottes ; sie ist eine Feindin der katholis<en Kirche, die sie als ihre ent- \ciedenste und wirksamste Gegnerin mit aller Kraft haßt und be- kämpft; sie ist eine Feindin des Staates, denn sie verwirft die Grundlage jeder staatlihen Ordnung: eine von Gott gefeßte obrigfeitlihe Gewalt. Insbesondere befeindet sie die in unserem Vaterlande bestehende monar<is<he Ordnung, das Königs thum von Gottes Gnaden; sie ist eine Feindin der mens<lihen Gesellschaft, denn sie trahtet darnach, die be- stehende Ordnung zu stürzen und führt nothwendig zu den Greueln der Revolution; sie ist eine Feindin des Rechts und des Eigenthums, denn sie will das Eigenthum des Einzelnen ab- \{affen und im grellsten Widerspruße mit dem siebenten Gebote Gottes das jeßt bestehende Eigenthum den Einzelnen nehmen und es der Gesammtheit übertragen; se ist eine Feindin der <rifst- lihen Ehe, deren Heiligkeit, Einheit und Unauflöslichkeit sie leugnet, sie ist eie Feindin der Familie, denn da sie die Ehe zerstört, so macht sie ein glüd>lihes R La und eine <ristlihe Er- ziehung der Kinder völlig unmöglih; fie ist endlih eine Feindin eurer Bestrebungen um Verbesserung eurer materiellen Lage. Weil die Sozialdemokratie die Religion be- kämpft, die Familie entcristliht, dàâs Eigenthumsreht mißachtet, zerstört sie die Grundlage jeden materiellen Wohles. Wir billigen voll und ganz eure Bemühungen um Verbesserung eurer Lage, sofern sie den Grundsäßen des Christenthums und der reht- lihen Ordnung niht widersprehen, aber wissen aud), daß die von der Sozialdemokratie einges<lagenen Wege troß aller Versprehungen nur zu eurem Verderben führen können. Wir fordern eu< dringend auf, leihet nit sozialdemokratischen Einflüsterungen euer Ohr, wir warnen eu<h vor jeder Gemeinschaft mit Männern, welche fo verderblie Grundsätze, sei es heimlich, sei es offen, vertreten mit einem Worte, Knappen, hütet eu< vor der Sozialdemokratie!

Beelert, Vikar zu Bottrop. Beyer, Vikar zu Buer. Bruns, Pfarrer zu Heisingen, Büssem, Pfarrer zu Steele. Dahlmann, Kaplan zu Kir{bbellen. Dirking, Kaplan zu Re>linghausen. Dreps, Pfarrer zu Niederwenigern. Fingerhut, Rektor zu Frohnhausen. Goebel, Kaplan zu Essen. Gunsthövel, Kaplan zu Meiderich. Hens- gen, Kaplan zu Borbe>. Holtgreven, Pfarrer zu Weitmar. Jansen, Rektor zu Ueberruhr. Kempen, Rektor zu Schalke. Kiggen, Kaplan zu Styrum. Kiöss3ges, Pfarrer zu Hamborn. Kribbel, Vikar zu Wel- heim. Leucter, Vikar zu Stovpenberg. Michalides, Pfarrer zu Osterfeld. Müting, Kaplan zu Bohum. Nonn, Pfarrer zu Glad- be>. Oberdörfer, Kaplan zu Berge-Borbe>. ODertgen, Rektor zu Bredeney. Prüfsen, Vikar zu Rellinghausen. Schäfer, Kaplan zu Merden. Stiffer, Kaplan zu Altendorf (Rheinland), Sthoofs, Pfarrer zu Walsum. Stiene, Vikar zu Marl. Topp, Kaplan zu Sterkrade. Vacster, Pfarrer zu Gelsenkirhen. Vissing, Pfarrer zu Horst (Westf.). Vogt, Kaplan zu Eickel. Weber, Rektor zu Alten- essen. Wingerath, Kaplan zu Essen. Wirt, Kaplan zu Oberbaufen.“

Am lctten Sonntag baben im Rheinish-Westfälischen Bergwerksbezirk wieder mehrere Versammlungenvon Berg- leuten stattgefunden, welche si<h, wie die „Voss. Ztg.“ mittheilt, einerseits mit den Kaiserlihen Erlassen, andererseits mit den Forderungen an die ZeWenverwaltungen beshäftigten. Die fort- {reitende Spaltung unter den Arbeitern trat au< in ibren Verbandlungen hervor, Eine in Essen abgehaltene Ver-

- fammlung fandte einen Gruß an Se. Majestät den Kaiser

mit freudigem Dank für die Kundgebungen des Herrschers und dem Gelöbniß, die staats- und kirdwenfeindlihen Bestrebungen der Sozialdemo- kratic zu bekämpfen. An anderer Stelle sagt das Blatt: Die Uneinigkeit der rheinis<h-westfälishen Bergarbeiter mat immer weitere Forts<&ritte. Inébesondere werden die Angriffe immer beftiger, welhe die Leitung des Verbandes der Bergarbeiter, die arößtentheils in Händen von Sozialdemokraten ruht, in Berg- arbeiter-Versammlungen und in öffentlihen Aufrufen und Erklärungen erfährt. So hat jeßt der Vorstand des Zweigvereins Buer in Westfalen eine Erklärung veröffentlicht, in welcher es beißt: „In Erwägung der Vorgänge, wel@e fi in leßter Zeit zu Ungunsten des „Verbandes zur Wahrung und Förderung bergmännisher Interessen in Rheinland und West- falen“ abgespielt haben, haben wir uns ents{lossen, unfere f\ämmt- lichen Kameraden, namentli aber die Delegirten resp. Bevollmäth- tigten aller Zahlstellen obigen Verbandes, darauf hinzuweisen, daß die Centralleitung, wie sie jeßt besteht, nur zum Nachtheil des Ver- bandes respektive der ganzen bergmännis<hen Bewegung sein kann. Es ist wohl einém Jeden der Betheiligten klar, daß es so nit weiter gehen kann, ohne daß die bis jeßt angewandte Mühe und Arbeit betreffs der bergmännishen Organisation ganz und gar vergebens ift. Bei den jetzigen verkehrten Leitungsverbältnissen des Verbandes nimmt die Mitgliederzahl nit zu, sondern ab, und wir fühlen uns deshalb verpflihtet, alle Bevollmächtigten obengenaunter Zahlstellen auf- zufordern, bei dem Central-Vorftande in Bohum s<riftli< dahin vorstellig zu werden resp. von demselben zu verlangen, bis zum ersten Sonntag im März dieses Jahres eine Generalversammlung anzu- beraumen, wobei die Wahl eines neuen Vorstandes fowie eîne Reformirung der Statuten unbedingt mit auf der Tagesordnung steben sol. Das Verbandsorgan wird ohnedem jedenfalls zur Dis- kussion gelangen.“ A

M Die Delegirten der Belegshaften der Zehen „Shamro>“, „Providence“, „Barillon“ und „Friedri<h der Große“ hatten auf den 16. d. M. cine Bergarbeiterversammlung na< Herne berufen, wel&e der „Rh.- Westf. Ztg.“ zufolge von 450—b00 Personen besu<t war; die „Köln. Voiks-Zig " giebt die Zahl der Anwesenden auf 1000 Personen an. Der Versammlung wurden, wie das erstere Blatt berichtet, die von den Ze@enverwaltungen auf die gestelten Forderungen ergangenen Antworten kund- gegeben, welhe folgenden glei{lautenden Wortlaut haben: „Die Zechenverwaltungen können die, von einem nur ganz un- bedeutenden Theil der Belegschaften aufgestellten Resolutionen nicht als den Ausdru> der Gesinnung und Wünsche der Belegsaften ansehen und demnach die Delegirten au nicht für befugt erahten, dieselben im Namen der Belegschaften zu stellen. Troßdem stehen die Verwal- tungen nit an, zu erklären, daß sie die ebenso u:aßlosen als unge- re<tfertigten Forderungen ablehnen, mit dem Hinzufügen, daß man, wie dies seit dem Bestehen der besseren Lage und zuleßt am Anfang Januar d. I. geschehen ist, fortfahren werde, zu geeigneter Zeit,

Erste Beilagéë

Berlin, Dienstag, den 18. Februar

soweit die Besserung der Lage fortshreitet, angemessene Lohbn- aufbesserungen eintreten zu lassen, dagegen aber andererseits in den gesunden Sinn der Belegschaften das Vertrauen fett, daß sie den für das Gedeihen der Industrie unentbehrlichen Frieden nicht leicht- fertig aufs Spiel seßen werden.“ Die Verfammlung beschloß, die Frage, ob die Arbeit niedergelegt bezw. ob gekündigt werden soll oder nit, zu vertagen. Auf den ersten Sonntag im nä<hsten Monat soll eine neue Ver- fammlung anberaumt, werden. Falls die Zechen die Forderungen bis dabin nicht bewilligt haben, foll Veshluß darüber gefaßt werden, ob man dieselben von Neuem einreichen, oder ob man am 15. März für 1. April kündigen soll. Auf die Fraze, welhen Standpunkt die An- wesenden auf der nächsten Versammlung einnehmen würden, rief cin Theil: „Striken!*“ Man s\<hritt dann zur Wahl von je einem Delegirten für die Belegshaften von Zehe „Shamro>k“ und „Friedrih der Große*, da zwei frühere ihr Amt niedergelegt baben. An der Abfiimmung betheiligten fi von den Bergleuten von „Shamro>“ nur ca. 70 und von „Friedri der Große“ sogar nur ca. 25 Mann. Hierna< läßt sih annehmen, daß von diesen Zehen au nit mehr Leute anwesend waren. Füc

der bereit war, den Posten zu übernehmen.

Spandau über den unzureihenden Verdienst haben, wie der „Anz. f. d. Havell * berichtet, an höherer Stelle Erhörung gefunden. Es ist ibnen auf direkte Anordaung des Kriegs-Ministeriums eine Er- böbung der Stüdlöhne bewilligt worden, so daß die Leute jeßt einen auskömmlichen Verdienst haben. Die Lohnbewegung der Sattler der Artillerie-Werkstatt kann damit als beendet angesehen werden.

In der Maschinen- und Armaturenfabrik vorm. C. Louis Strube, Aktiengesellshaft, in Bu>au hat, wie die „Magdb. Ztg.“ meldet, gestern früh das gesammte Arbeiterpersonal die Arbeit eingestellt. Wie es heißt, wollte die Gesellschaft cine vierzehntägige Lohnzahlung anstatt der jeßt wöchentlichen einführen. Die Arbeiter waren dagegen, einer ihrer Sprecher wurde sofort ent- lassen. Dicses Vorgehen soll die Veranlassung zu der Arbeitsnieder- legung gewesen sein.

In Halle wird der „Goth. Ztg.“ zufolge am 17. und 18. März d. I. ein Kongreß der deutshen Stellmacher stattfinden, welcher si namentlih mit der Gründung cines allgemeinen Unter- stüßungsfonds, Regelung der Werkstattordnung und Einführung eines den örtlihen Verhältnisses angepaßten Minimallohnes unter Be- seitigung der Akkordarbeit beschäftigen soll. :

Aus Schwerin i. M. berichtet die „M. Z.*, daß ein von ciner Lobnkommission der dortigen Zimmergesellen den Meiftern ver Kurzem unterbreiteter Lohntarif von diefen ni<t angenommen werden ist, dagegen haben jeßt die Meister den Gesellen einen Lohn- tarif aufgestelt und denselben den leßteren zur Anerkennung und Unterschrift unterbreitet. Die Gesellen wollen diesen Tarif nicht annehmen, und haben in Folge dessen die Jnnungsmeister die den Tarif nit anerkennenden Gesellen aus der Arbeit entlassen.

Die Stellmacergehülfen Leipzigs nahmen in einer Versamtnlung am 15, d. M. die Verhandlungen einer früheren auf- gelösten Versammlung wieder auf. Für den (oben erwähnten) Hal- lenser Kongreß wurden, wie wir der „Lpz. Ztg." entnehmen, zwei Delegirte gewäblt, welde auf dem Kongreß folgende Anträge stellen sollen: 1) Einführung der neunftündigen Arbeitszeit und gänzliche Ab- schaffung der Sonntagsarbeit bez. Gewährung eincs Lohnzuschlags von 509/0 für leßtere. 2) Abschaffung der Gewährung eines Theils der Löhnung dur< Beköstigung undWohnung im Hause des Arbeitgebers. 3) Einführung eines Mindeststundenlohns von 35 A, 4) Beseitigung der Akford- arbeit. 5) Gründung eines unter Leitung einer Prefkommission steben- den eigenen Fachorgans. 6) Errichtung ciner zur Regelung der- Lohr- verbältnisse bestimmten Lohnkommission für Deutshland fowie 7) eines allgemeinen deutshen Unterstüßungsfonds. 8) Anftrebung einer Landesorganisation für Sawsen. /

Am Sonntag hbielten die Glasergehülfen Leipzigs eine von 80 Personen besu<hte Versammlung ab. Die Tarifkommission theilte mit, daß die Differenzen in der Prißs<hmann*\{en Werfk- statt sih erledigt haben; *e in einer anderen Werkstatt aus- gebrochenen Streitigkeiten sollen auf demselben Wege beigelegt werden.

In Grottau in Böhmen striken, einer Meldung des „Frkf. Journ.“ zufolge, 800 Spinner; dieselben verlangen 20% Lohn- erhöhung. Die Weiierverbreitung des Ausstandes ist zu ge- wärtigen.

In Bezug auf die gestern an dieser Stelle mitgetheilte Forderung einer Lohnerhöhung von 10% Seitens der Vereinigung der Bergarbeiter von Großbritannien wird der „Frkf. Ztg.“ aus London telegraphirt, daß die vereinigten Grubenbesitzer sih weigern, die Lohnerhöhung zu gewähren, Die Delegirten vertreten 400 000 Arbeiter und haben bes<lofsen, daß ein Strike stattfinden soll, Falls ihre Forderung nit bewilligt wird. Nach ciner Meldung des „Wolff's{hen Bureaus“ empfing der Minister des Innern Matthews gestern eine Abordnung des Grubenarbeitervereins von Großbritannien, welche von mehreren Varlamentsmitgliedern geführt wurde und die Einbringurg ciner Vorlage Behufs Einführunz achtstündigerSchichten nah- suhte. Der Minister: erwiderte, er werde immer bereit sein, die Lage der Arbeiter zu verbessern, und werde bei dem Führer des Unterhauses Smith die Einbringung einer Vorlage in dem erwähnten Sinne befürworten; er könne jedoch einem Gesetzentwurf, welcher die männlihen Erwachsenen hinsichtli<h der freien Verfügung über ihre Arbeit bes<hränken würde, die Unterstüßung der Regierung nicht in Aussicht stellen.

Aus Paris wird dem „W. T. B." heute berihtet, daß im Kohlenbe>en von St. Etienne eine Ausstandsbewegung ausgebroen ist; 400 Bergarbeiter weigerten sch gestern wegen der Entlassung eines Kameraden in den Schacht „Jubin“ ein- zufahren. Die Bergleute von Villeboeuf drohen aus der gleihen Veranlaffung zu striken.

Kohlenproduktion.

Wie uns aus Trier geschrieben wird, hat die Steigerung der Nachfrage na Kohlen in dem leßten Quartal no< erheblich zu- genommen. Die Industrie stellte bei dem Ausshwunge auf den ver- schieden|ten wirths<haftlihen Gebieten verstärkte Anforderungen an die Kohlenproduktion, während andererseits die Gruben troß der Ver- mehrung der Belegschaft um annähernd vier Prozent hinter der bis- herigen Produktion zurü>geblieben sind, da die Arbeitsleistung seit dem Mai-Ausstande erheblich zurü>gegangen ist. Wie wenig die Produktion der Nawfrage entspricht, erhellt aus dem Umstande, daß die langjährigen französishen Abnehmer der Saarkohle in den mit ihnen abgeschlossenen neuen Verträgen um ein Drittel des bisherigen Bezugëquantums gekürzt werden mußten und daß zum Schuße der kleinen Konsumenten den Händlern nur zwei Drittel des bisherigen Vertragsfoll in Aus- iht geftelt werden konnten. Bezeichnend ist die Thatsache, daß dle

reisfrage gar feine Rolle spielte und von dem Begehren der Liese- rung völlig in den Hintergrund gedrängt wurde. E.

Troßdem hat die Bergbehörde si in der Preissteigerung möglichste Zurüchaltung auferlegt und die Preise nur soweit erhöht, als es die gesteigerten Arbeitslöbne erforderten. Der bisher jabrelang stattgehabte Preisvorsprung der Saarkohlen gegenüber den belgis<hen und west-

fälishen Produkten ist nah der Mittheilung des Ober-Bergamts zu

die Belegschaft von Zee „Friedrich der Große“ ließ sh keiner finden, |

Die Klagen der Sattler der Artillerie-Werkstatt in j

1890.

Bonn hierdur< eingebüßt. Die Gesammtförderung auf den fiskalischen Gruben im Saargebiet betrug im Oktober 572 354 t, im November 499 698 t, im Dezember 350000 t Zusammen 1422052 t. Die Förderung it hinter der Förderung des gleichen Zeitraumes im Vorjabre um rund 250 000 t oder 15 %/% zurü>geblieben. Dieser bedeutende Auéfall ist vornehmlih dur< die im Dezemb-:r v. I. wiederum eingetretene Arbeiterbewegung hervorgerufen worden. Der Minderleistung entsprewend hat si< auc der Absatz erniedrigt. Um den durch die fortdauernde Bewegung unter der gesammten Be- leashaft verursahten Ausfall ci der Koblengewinnaung auszugleichen, wurde zur Annabme zablreicher neuer Arbeiter, Einführung einer zweiten Nachmittags\hi<t und Vermehrung der Koblengewinnungspurkte ge- schritten, jedoh baben diefe Maßregeln nit ausgereiht, um die aus der Verkürzung der Arbeitszeit erwasene Minderleist 1ng auszugleichen. Außerdem aber hat der abermalige, theilweise Arbeiterausstand im Dezember v. I., der auf einzelnen Gruben am 13. gen. Mts. begann und bis Weibnachten angedauert hat, die Gesammtförderung im Weiteren empfindlih becinträthtigt. g

Arbeiterwohnungen.

_ Die Firma Villeroy u. Boh im Kreise Merzig hat im ver- flossenen Jahre in der Stadt Merzig fünfzehn, in dem Orte Keuchingen se<s und in Bahem zwei neue Wobnhäuser für Arbeiter ibrer Fabrifen ausführen und in mebreren anderen Ortschaften Umbauten alter Wohnungen vornehmen lassen. Auch ist in demselben Kreise von der Firma Karwer u. Cie, in Be>kinzen ein geräumiges Schlafe und Krankenhaus für ihre Arbeiter errihtet worden. ¿

Handel und Gewerbe.

Berlin, 16. Februar. (Wollbericht d. Ctrbl. f. d. Textil- Ind.). Das Wollge#\<äft rukt bier fast aanz Die Vorräthe in Rü>kenwäscben sind bis auf cinige feine Stämme Tuchwollen und etwas Stoffwollen, die hier und da nc< anzutreffen sind, geräumt, von ungewashenen Wollen, in denez die Spekulation Manches unter- nommen, ist no< nihts hbereingekommen. Die Stimmung hat \i<h infolge der festen Haltung der Terminmärkte und der günstigerea Berichte aus London entschieden gebessert. Man nimmt allgemein an, daß das jegige Preiëniveau von längerer Dauer sei und eine größere Kauflust bei den Konsumenten zur Folge haben wird.

Der Aufsichtêratb der S&lesishen Boden-Kredit- Aktien-Bank hat aaf Grund der von dem Vorstande vorgelegten Bilanz beschlossen, die dictjährize ordentlihe Generalversa:nmlung auf den 17. März cr. einzuberufen und derselben die Festseßung einer Dividende von 6 °/o zu empfehlen. Nach Einstellung einer Disagio- reserve von 50 000 M und der Erböbung des Spezial-Reservefonds auf 100000 # beträgt der zur Verfügung stehende Reingewinn 53195 Æ

Die Meininger Hvpotbekenbank bat, wie der „Deutsche Ockonomist“ mittbeilt, folgendes Cirkularschreiben an ihre Pfandbrief-Berkauféstellen 2lanzen lassen: „Um unserer Erklärung vom 12, April 1889, wona cine Konvertirung und verstärkte Aus- loosung unjerer 49% dbriefe zunächst für die Zeit bis zum 1. April 1893 unbedinat auécei<lofen wird, die weitgehendste Wir- kung zu sichern, überncbmen wir bierdur< die Verpflichtung, gegen dicjenigen Pfandbricfe, melde in den Jahren 1899, 1891 und 1892 dur die statutarii© verg:\hriebene, also unumgänglih nöthige Verloosung betroffen werden, unverlooste Stü>ke zum Pari-Cours - zu liefern, falls innerbalb längstens se<8 Wochen nah dem Verloosungs- termin der Antrag auf Umtaus bei uns gestellt wird. Die Ver- loosung unserer Pfandbricfe findet alljährli< cinmal in den ersten Tagen des Monats Avril statt; die zu verloosenden Pfandbriefe müssen $%% der Gesammtiumme der umlaufenden Pfandbriefe betragen.“

Die „Blätter für Genossenshastswesen“ (Verlag von E. Keil's Na&folaer, Leipzig) haben in Nr. 7 vom 15. Februar folgenden Inhalt: Die Anzeigen der Genossenschaften an die Gerichte Behufs Eintrazunxz und Löschung von Mitgliedern in der Liste der Genossen. Die Verbandsrevision (Mittheilungen über die Ver- leibung des Rebts zur Bestellung des Revisors an zum Allgemeinen Verbande gebörige Unterverbände). Bericht über den Unter-Ver- bandstag der Konsumvereine der Provinz Brandenburg. Mit- theilungen auê den Geshäftsberihten von Genossenschaften für 1889. Statistische ? über die Meiereigenossenschaften in Schleswig- Holstein. Die Einstellung des Betriebes der Kieler Schlacht- genossens<aft. Die Konsumvereine in Frankreih. Ländliche Genossenschaften in Ungarn, Mittheilungen über die Peabody- Stiftung. i :

Das „Gewerbeblatt aus Württemberg“, wel<hes von der Königl. Württemb. Centralstelle für Gewerbe und Handel heraus- gegeben wird, bat in der vorliegenden Ne. 7 des 42. Jahrgangs folgenden Inbalt: Der moderne Eisenkonstruktions-Stil. Ver- {iedene Mittheilungen. Außtstellungswesen. Neues im Landes- Gewerbe-Mus&um. Preisausschreiben. Aus dem Lesezimmer der K. Cerntralîtelle.

Stuttgart, 17. Februar. (W, T. B.) Kommerzien-Rath Carl von Hallberger, Vorsißender des Aufsichtsraths der hie- sigen „Deutscwen Verlagsanstalt“, ist heute Nachmittag in Frankfurt a. M. gestorben.

Hamburg, 17. Februar, (W. T. B.) Die hier ansässigen Damvfstbiffsgesellshaften haben *- heute die Aufforderung der Regierung erhalten, auf die neue oft-afrikanishe Subventions- linie zu submittiren.

London, 17. Februar. (W. T. B.) Wollauktion. Wolle fest, Preise unverändert. /

17, Februar. (W. T. B.) Die Getreidezufuhren betrugen in der Woche vom 8. bis zum 14, Februar: englischer Meizen 2746, fremder 23 431, englishe Gerste 1210, fremde 17 397 englishe Malzgerste 18424, fremde —, englischer Hafer 1229, fremder 54 758 Qrts. Englisches Mehl 17 438, fremdes 29 761 Sa> und Faß.

Bradford, 17. Februar. (W. T. B.) Kolonialwolle fester, englis<e Wolle ruhig, aber stetig, Exportgarne ruhig, Stoffe ziemliher Begehr für Amerika.

Mailand, 17. Februar. (W. T. B.) Die Einnahmen des ita- lienishen Mittelmeer-Eisenbahnnetzes während der ersten Dekade des Monats Februar 1890 betrugen nah provisorisher Er- mittelung: im Personenverkehr 1011359 Lire, im Güterverkehr 1 950 794 Lire, zusammen 2 962 153 Lire gegen 2 928 791 Lire in der gleihen Periode des Vorjahres, mithin mehr 33 362 Lire.

Luzern, 17. Februar. (W.T.B.) Die Betriebseinnahmen der Gotthardbahn betrugen im Januar 1890 für den Personen- verkehr 179 000 (im Dezember 213 600) Fr., für den Güterverkehr 646 000 (im Dezember 691 400) Fr., verschiedene Einnahmen 40 000 (im Dezember 70000) Fr., zusammen 865000 (im Dezember 975 000) Fr. Die Betriebsausgaben betrugen im Januar 1890 490 000 (im Dezember 620 000) Fr. Demnach Uebershuß 375 000 (im Dezember 355 000) Fr. Der Betriebsübers<huß im Januar 1889 betrug 355 000 Fr. À

New - York, 17. Februar. (W. T. B.) Visible A2 an Weizen 30 073 000 Bushels, do. an Mais 12 583 000 Bushels..