1890 / 60 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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unablässig im Auge zu behalten. Das Königthum der Hohen- zollern \<heint au hier berufen, den rocher de bronze zu! bilden in dem Wogen der si bekämpfenden Interessen, dea Bahnbrecer für die Erfüllung gere<hter Forderungen, den unparteiischen Schieds- rihter, der die Kraft und den Willen hat, in gleiher Weise radikale Aspirationen zu unterdrü>en und engherzige Zurückhaltung zu besiegen.

Wie weit es mögli sein wird, dem Ziele nahe zu kommen, die arbeitenden Klafsen mit ihrer Stellung innerhalb der gesells<aft- lihen Ordnung zu versöhnen, muß die Zukunft lehren. Daß das Königthum, daß der moderne Staat ents{lossen und opferwillig diese Aufgabe ergriffen hat, giebt das Reht und die Pflicht, alle revo- lutionären Strebungen, die in diesem oder jenem Gewande den Um- sturz unserer gesellshastlihen Ordnung bezwe>en, unnacsihtig zu be- kämpfen. Alle aber, die treu zu Kaiser und Reich stehen, sie werden jede Bemühung ausgleihender Gerechtigkeit offen und loyal unter- ftügen; sie können dann mit gutem Gewissen und mit zuversichtlicher

offnung dem Kommenden entgegensehen, denn der Weg, - der bes ritten worden, is na<h mens<hlihem Ermessen der einzige, der zum guten Ende führen kann“.

Die „Weser - Zeitung“ schreibt zu dem Wahl- ergebniß: ;

. Es wird längerer Zeit bedürfen, bis das deutsche Volk die harte Speise, die es ih mit der leßten Reichstagswahl selbst bereitet hat, ganz; bewältigt haben wird. . . .. Ganz befonders \{merzli< ist der uns zunä<hst vor Augen tretende Anbli> der Wahl von lauter \ozialdemokratishen Abgeordneten in den fünf hanseatishen Wahl- Freisen. Au<h Königsberg hat \i< einen solchen erkoren, Stral- sund, Flensburg und Emden nahmen Gutébesißer, Rosto> und Kiel freisinnige Rechtslehrer; Danzig hat einen Privatmann von un- bestreitbarem Verständniß für Handel und Schiffahrt, der aber nie- mals praktisher Kaufmann gewesen ist; Stettins Vertretung liegt glü>licherweise in den Händen feines langjährigen Handelskammer- Sekretärs Das ist die Vertretung des deutschen überseeishen Handels und Weltverkehrs in einer parlaméentarishen Körpers<aft, wo auch sonst keinerlei sa<verständige Fachleute aus diesem wichtigen Zweige deutscher Volkswirths<haft vorhanden sind! W'e traurig stehen die deutschen Seestädte im Vergleih zu ihren _Shwestern in andern Ländern da! In keinem andern Parlament wäre das denkbar.“

Veröffentlihungen des Kaiserlihen Gesundßeits- amts. Nr. 9. Inhalt: Gesundheitsstand. Volkskrankheiten in der Berichtswoche. Volkskrankheiten und Sterbefälle im Januar. Sterbefälle in deutshen Städten von 40000 und mehr Ein- wohnern. Desgl. in größeren Städten des Auslandes. Er- krankungen in Berliner Krankenhäusern. Desgl. in deutschen Stadt- und Landbezirken. Infecktionskrankheiten in Moskau, Witterung. Zeitweilige Maßregeln gegen Volkskrankheiten. Thierseuden in Belgien, viertes Vierteljahr 1889. Milzbrand und Schweinepest in S<hweden. Veterinär-polizeiliche Maßregeln. Medizinalgesetßzgebung u. \. w. (Preußen.) Leichenpässe. (Me>len- burg-Schwerin.) Geburtsverzeihnisse der Hebammen. Hebammen- Aufsichtsärzte. Verstöße der Hebammen bei Entbindungen. Strafrechtlihes Verfahren gegen Hebeammen. (Lübe>.) Desinfek- tion bei anste>enden Krankheiten. (Schweiz.) Medizinalprüfungen. Re<htsprehung. (Landgericht Köln.) Zusay von Mehl zu Wurstbrei. Kongresse, Verhandlungen geseßgebender Körperschaften, Vereine u. \ w. X. Internationaler Kongreß. XYVII. Deutscher Aerztetag, (Bayern.) Maßregeln gegen Schweinerothlauf 2c. Sterbefälle in deutshen Orten mit 15000 und mehr Einwohnern im Januar. Desgl. in größeren Städten des Auslandes.

Theater und Musik.

Berliner Theater.

Die Direktion stellt aus ihren beiden jüngsten Novitäten-Abende.“ diejenigen Stü>ke zusammen, welche die größte Wirkung auf das Publikum erzielt haben. Es sind dies „König Oedipus“ und Hans Hopfen's phantastishes Lustspiel „Hexensang“ , das dur die Originalität seiner Erfindung, dur< übershäumende Lustigkeit, wie durh die tehnishen Einzelheiten der Jnscenirung einen dur- \{hlagenden Erfolg errang. Die beiden Stücke werden in dieser Zusammenstellung zunä<hst am Montag, den 10. d. M., in Scene

gehen. Wallner-Theater. :

In dem morgen, neu einstudirt, zum ersten Male in Scene gehenden vieraktigen Schwank von Julius Rosen: „O, diese Männer!“ sind die Herren: Alexander, Gimnig, Guthery, Kurz, Müller, Ries, Worlißsh, und die Damen: Lehmann, Lenau,

E Pernier, Schramm, Seemann, Troft und Ulrich 2c. eschâftigt. Friedri<-Wilhelmstädtishes Theater.

G:f\tern ging das zweite kleine Jubiläum des eArmen JIona- than“ unter lebhaftem Beifall des Auditoriums und herrlichen Blumenspenden über die Bretter. Das Haus war in allen Pläßen

gefüllt. | i Kroll's Theater.

Zum Besten der Ferien-Kolonien zu Berlin wurde gestern das Hans Herrig'she Kaiserfestspiel „Kaiser Friedri<h der Rothbart* aufgeführt. Die Darstellung hatten Berliner Bürger unter Leitung und Mitwirkung des Schauspielers Alexander Heßler aus Straßburg i. E. übernommen, Die Bühne war in der bekannten Art der Volksspiele hergerihtet, wel<e von der modernen Einrih- tung bedeutend abweicht, da sie von anderen Grundsäßen ausgeht. Das Herrig' he Werk behandelt den Streit zwischen Barbarossa und dem trotzigen Herzog Heinrih dem Löwen. Ausdrü>klih für die Volksbühne geschrieben, {ließt es sich in seinem ganzen Aufbau an diese Gattung der dramatischen Dichtung an. Der Zuschauer bedarf einiger Zeit, um si an das Fremdartige der Scenerie und der Aufführung zu ge- wöhnen, befreundet sih aber bald damit. Was die s<auspielerische Leistung anbetrifft, so will sie natürli< milde beurtheilt sein, da man es hier nit mit berufsmäßigen Schauspielern zu thun hat. Als Barbarossa trat Hr. Heßler auf und wurde im Großen und Ganzen der Vorstellung gere<t, wel<he man von dieser historishen Figur hat, obgleih er das Heldenhafte der Ge- stalt stärker hätte herauskehren sollen, Die Dame, welche die Kaiserin spielt, steht offenbar dem Bühnenleben gleichfalls nicht fern, wie ibr routinirtes Spiel bewies. Von den übrigen Mit- wirkenden verdient no< der Darsteller Heinrichs des Löwen erwähnt zu werden, wel<er das Ritterlihe und Herrs<süchtige des Welfen- herzogs re<t treffend zum Ausdru> brachte. Die Veztreter der vier Herzogthümer erledigten \sih in angeu!essener Weise ihrer Aufgabe. Der hinter der Scene aufgestellte Mäunerhor unter der Leitung des Dirigenten Dr. Jent that gleihfalls seine Schuldigkeit.

Belle-Alliance-Theater. E

Der Antrang zu den Vorstellungen des „Nautilus“ ist ein so starker, daß die Direktion sih entshlossen hat, für alle Vorstellungen \hon immer drei Tage vorher einen Billetverkauf einzurichten.

Sing-Akademie.

Die Sopranistin Frl. Jane de Vigne vom Theater de la Monnaie in Brüssel, welche hier bereits einmal mit großem Erfolg aufgetreten ist, gab gestern ihr zweites Concert, und zwar wiederum in Gemeinschaft mit dem Baritonisten Hrn. Vittorio Carpi aus Bologna. Sic hatte für dieses Concert zwei größere Opern- arien von Bizet und Thomas sowie ein böhmisches Lied von Massé und zwei Duette von Ricci und Rossini zum Vortrag gewählt. Die bezaubernde Grazie ihrer Ausdru>8weise sowie die glänzende Virtuostät

in der Koloratur rissen auc diesmal das ziemlih zahlreih erschienene Put n zu enthusiastishen Beifallsbezeugungen und Hervorrufen hin.

r. Carpi that mit den vorhandenen, ni<ht mehr reht fris< ershei- nenden Stimmmitteln sein Möglichstes. Der Vortrag der Arien von Donizetti uud Bellini sowie der beiden Duette wurde mit reihem Beifall belohnt. Etwas befremdend erschien das Parlando in dem Rossini’schen Duett. Die russishe Violinvirtuosin Frl. Agnes Ts<hetschulin unterstüßte das Concert dur den sehr gelungenen Vortrag zweier Kompositionen von Tartini und Wieniawsfi, denen die begabte Künstlerin no< cine Berceuse eigener Komposition hinzu- fügte, welhe gleih den anderen Piecen mit lebhaftem Beifall auf-

genommen wurde. ; Hôtel de Rome. Die Gonecegenn und Gesanglehrerin Frl. Jda Neuburg, deren künstlerishe Leistungen hierselbst \{<on mehrsa<h Anerkennung efunden haken; gab gestern ein Concert, in wel<hem sie zwei Sopran- rien von Bruh und Händel sowie mehrere Lieder von Schumann, E. Schult, Hoppe, Wulf urd Reine>e zum Vortrag brachte. Mit einer kräftigen und umfangreiden. besonders in der Höhe sehr aus- giebigen Stimme verbindet die Künstlerin zugleih Reinheit dec In- tonation und Deutlichkeit der Aussprache. Cine größere Lebendigkeit der Ausdru>sweise blieb mitunter zu wünschen, do< war au in dieser Hinsicht der Vortrag der beiden Arien ein re<t gelungener zu nennen. Reicher Beifall folgte jedem ihrer Vorträge. Unterstüßt wurde das Concert durch die bereits be- kannte junge Pianistin Frl. M. Hornig und den Tenoristen Hrn. H. Kirchner. Die Erstere trug mit wohlgeshultec Technik mehrere Klavierstü>ke von Shumann, Chopin und Moszkowski vor, während der Tenorist, der“ seine Ausbildung der Königlichen Hochschule ver- dankt, Lieder von Mendelssohn, Brahms und H. Kirchner zu Gehör brate. Seine kräftige und wohlgeshulte Stimme, die jedoh mehr die Klangfarbe eines Baritons besißt, kam in den genannten, fehr beifällig aufgenommenen Liedern vortrefliG zur Geltung. Den Sóluß des Abends bildeten zwei Duette von Schumann, die der Sänger in Gemeinschaft mit der Concertgeberin vortrug.

In Berlin hat si< eine Vereinigung von s<afenden und aus- übenden Musikern gebildet, welhe es ih zum Zwe> geseßt hat, neue, ungedru>kte und gedru>te Werke ihrer Mitglieder zur Aufführung zu bringen. Um die Mitgliedschaft dieser „Freien musikalischen Vereinigung“ so nennt si<h der neue Verein kann si niht nur jeder Musiker, sondern au<h jeder Musikverleger wie überhaupt jeder Musikfreund bewerben, Zur Erreichung ihrer Zwe>ke veranstaltet die „Freie musikalishe Vereinigung“ allwöchentlih, und ¿war am Montag, in den Räumen der Filiale der Blüthner'schen Hof-Pianofortefabrik (Potédamerstraße 32 1.) einen um Uhr be- ginnenden Uebungsabend, an wel<hem die zur Aufführung angemeldeten Werke vorgeführt werden und zu welhem Gäste Zutritt haben. Alle auf die „Freie musikalis<e Vereinigung“ bezüglichen Anfragen bittet man an den ges<äftsführenden Aus\<uß des Vereins unter der Adresse der oben genannten Blüthner'shen Filiale zu richten.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

Pest, 7. März. (W. T. B.) Die Demission des Minister-Präsidenlen Tisza ist angenommen, und zu seinem Nachfolger Graf Szapáry ernannt worden. Jn das neue Kabinet treten alle Mitglieder des bisherigen, welche vollkommen einig sind, wieder ein. Tisza tritt als Führer an die Spitze der Liberalen.

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der E-sten Beilage.)

s D E n —|

Wetterbericht vom 7. März,

| B25 = 2 SES | | SS-D | schreiber. Î Es L | ind. | tter. B53 | Salon SSE U | ete A Der Mann der Freundin. DE2E | Es Mullaghmore | 752 |WSW 6b\bede>t 8 Aberdeen .…. | 745 |[W 4 hetter 4 4 Christiansund | 726 |SW 8/Shnee —2 | staatssekretär. Kopenhagen. | 739 |SW 3 Schnee 2 Sto>holm . | 737 |S 2 wolkenlos | —11 aparanda . | 736 \till wolkig —12 [als Gaft.) t. Petersbrg.| 740 |SSO 1/Schnee —9 Moskau... | 744 |SW 2\bede>t —6 Cork, Queens- | | frefser. town ...| 761 [W 4halb bed. | 8 Sonntag: König Lear. Cherbourg . | 762 |W 3 bede>t 8 Helder... | 750 |[W 5 wolkig | 5 S. 7422 WSW 5w lg | 3 Hamburg .. | 746 |WSW eA | 1 Swinemünde | 7456 |SSW d5|[Schnee 0 Neufahrwasser| 745 |SW 2bede>kt —2 | Jaffé. Memel .,. | 743 |WSW 3\bede>t —1 dl Die aris... | 761 |WSW 2heiter 6 | von Permann Sudermann. Münster. _.| 7561 |SW T7Regen | 3 Moxtaa: Die Ehre. Karlsruhe. . | 7588 |SW 4\beded>t | 4 Wiesbaden . | 756 |W 3|bede>t2) | 5 : Münwen .. | 757 |SW 6\Regen 2 ¡am Dienstag statt. Chemniy .. | 754 |W 4\wolkis 1 Berlin... | 749 |\SW s3sbede>W | 2 D 760 NW E 1 reslau. 9 ede | j —— | | Julius Rosen. o M. E M | C | Sonntag: O, diese Männer! Triest... | 758 stil heiter 5

1) Nats ftürmish, Schnee und Regen. 2?) Nah- mittags anhaltender Regen. Uever sicht der Witterung. E Unter dem Cinflusse eines Minimums von etwa (25 mm wehen im Nordseegebiete starke westliche

und nordwestlihe Winde. In Deutschland ist das etter wärmer, trübe mit Regenfällen; allenthalben,

von Alex.

über Krakau nach West-Ungarn. DeutsLe Seewarte

S Theater - Anzeigen.

Sonntag: Opernhaus. Morgens 8 Uhr. uan. Oper in 2 Akten mit Tanz von Mozart. ext von Daponte. Anfang 7 Uhr. ; I Swauspielhaus. 60. Vorstellung. Der Winkel- | und A. Wicher. Lustspiel in 4 Aufzügen, nah einer | der Balletmeisterin Maria Volta. Idee des Terenz, von A. von Winterfeld. Vorher: | Hr. Kapellmeister A. Wicher. In Scene geseßt vom Lusispiel in 1 Auf- | Direktor Sternheim. Anfang 7# Uh

zug von Ernst Wichert. Anfang 7 Uhr. Sonntag: Dieselbe Vorstellung.

Beutsches Theater. Sonnabend: Der Unter-

Sonntag: Der Pfarrer von Kirchfeld. Montag: Doctor Klaus. (Emma: Frl. Mélar,

Berliner Theater. Sonnabend: Der Veilchen-

Montag: König Oedipus. Hexensaug.

Lessing - Theater. Sonnabend: Das Bild des Sigunorelli. Schauspiel in 4 Akten von Richard

Sonntag: Die Ehre. Schauspiel in 4 Akten

menceau von A. Dumas und A. d’Artois findet

Wallaer=-Theater. Sonnabend: Neu einstudirt : O, diese Männer! S{wank in 4 Aufzügen von | Shwahn: Ueber Erdbeben. Anfang 7 Uhr.

Anfang 7# Uhr. Sonntag: Dieselbe Vorstellung.

Friedrich - Wilhelmstädtisches Theater. aufer an der ostdeutshen Küste, herrs<t Thauwetter. Sonnakend : Di 2 - - 52, Male: Der arme Jouathau. Operette in je Crostgrenze verläuft von Skagen südostwärts, 3 Akten von Hugo D An und Iulius Bauer. grarage Steeple - <hase von 8 engl.

Mußk von Carl Millôer. C ges (0A Peavlitden von P Cron r. ellmeister | Dressur) Jeu de la Rose von der Benefiziantin : i j Ubr. Frl. Clotilde Hager und Frl. Meers. Orient. | Mann (Berlin). Hr. Reatier Hermann Schie-

onntas 4 Uhr Nachm. (1 Kind frei): Aschenbrödel. Abends 7# Uhr: Zum vorleßtea Male: Deutsche Turner.

Dienstag: Zum 50, und leßten Male: Deutsche

Julius Frißs<he. Federmann. Anfang 7 Sonntag: Der arme Jonathanu.

Si i: Residenz-Theater. Direktion: Siegmund Lauten- Königliche Schauspiele, Sonnabend: Opern- Pg Ara Zum 29, Male: Marquise.

Verne von Carl Pander.

Vorleßte Woche. Sonnabend:

=—— Alfred Bender. Emil Thomas. Anfang 7F Uhr.

Musik , von “G. Steffens. Direktor Emil Thomas.

Sonnabend; Zum 29. Male:

Circus Renz, Karlstraße

58. Vorstellung. Don | Nautilus. Großes A ane mit Gesang p T EA n E ere, "Weriiaai lärer Kammermusik-Abend der Herren Professoren Ballets und Gruppirungen von Musik-Dirigent :

Ein gemachter Maunu. Posse mit Gesang in : : 3 Akten (5 Bildern) von Eduard Jacobson. Musik gesungen v. Frau Waibel.

von G. Michaelis und G. Steffens. In Scene geseßt vom Direktor | E R

S R e A dik fie n Vorbereitung: Zum 1. Male: n fidele : : Haus. Novität. Posse mit Gesang in 4 Akten Verlobt: Frl. Emma Springer mit Hrn. Kauf- nah einer vorhandenen Idee von W. Mannstädt. In Scene geseßt vom

Adolph Ernst-Theater. Dresdenerstraße 72. | Frl. Friederike Schreiber mit Hrn.

Der Goldfuchs. San poiie M 4 Tie Eduard C o ORTa( L eopold Ely. Couplets theilweise von Gustav Görß. Die nächste Aufführung von Der Fall Clé: | Musik von Franz Roth. Anfang Uhr. Sonntag: Dieselbe Vorstellung.

Urania, Invalidenstraße 57/62, geöffnet von 12-——11 Uhr. Sonnabend um 7$ Uhr: Hr. Dr.

Sonnabend, Abends Victoria-Theater. Sonnabend: Zum 202. M. : | 7# Uhr: Parade-Gala - Vorstellung.

Stauley in Afrika. Zeitgemälde in 10 Bildern Mogszkowski und Richard Nathanson.

; der vorzügl. Reitkünstlerinnen und Reitkünstler. Mußk von C. A. Raida, Ballet von C. Severini. um 47 Male: Deuti®e Turner. Große natiolale

riginal-Pantomime. Die beiden großart. Schul- pferde Goldbird u. Sophus, engl. Vollblut-Rafsse- pferde, geritten von der Benefiziantin Frl. Clotilde Hager. Das Schulpferd Adgar, geritten von der Geben

für die Ges<wister Frl. Clotilde und Helga Hager mit einem auserwählten Programm.

Philharmonie. Sonnabend, 3. März: V. popu- Barth, de Ahna und Hausmann. Anfang 7# Uhr.

Concert-Haus, Leipzigerstr. 48 (früher Bilfe). r. Sonnabend, 8. März: Karl Meyder-Concert unter

gef. Mitwirkung von Frau Betty Waibel. ODuvert. „La gazza ladra“ v. Rossini. „Stradella* v.

Central-Theater. Direktion: Emil Thomas. | Flotow. Arie a. „Don Juan“ v. Mozart, gesungen / Zum 22. Male: | v: Fr. Waibel. Kaiser-Walzer v. Strauß. „Liebes-

lied* v. Taubert. Arie a. „Der Freishüt“ v. Weber,

Couplets von A

Familien-Nachrichten.

mann August Schulz (Berlin). Frl. Mila Reichwagen mit Hrn. Justin Bu<hbinder (Berlin). -— Frl. Luise Grell mit Hrn. Richard Reins< (Berlin—Bu>ow i. M.). —- Frl. Luise Albrecht mit Hrn. Stadtrath Eduard Haberland ti ermann Zeuner (Bernburg). Frl. Auguste Enders mit Hrn. Hermann Klindworth (Leipzig—Han- nover). Frl. Agnes Gunkel mit Hrn. Franz Lohmann (Schwelm). Frl. Lucie S<hmidt mit Hrn. Dr. med. Karl Barthel (Breslau). Verehelicht: Hr. Dr. med. Hermann Kriege mit rl. Klara Le>kebush (Berlin—Barmen). Hr. ihard Heene mit Frl. Martha Roessemann (Berlin), Hr. Dr. Gustav Breithaupt mit Frl. Martha Wil>e (Berlin). Hr. Apothekenbesiter Mar Froeli< mit Frl. Luise Bene>ke (Berlin). Hr. Gottwald Heubner mit Frl. Marie Jahn A Haier 2 Wh Karl Töpfer mit rl. Lina Hubs@enreuter emnit). um Benefiz Geboren: Ein Sohn: Hrn. Richard Steinbach (Wittgensdorf). Hrn. Max Pommer (Magde- burg). Hrn. Felix pier (Schweidniß). Br, Ludwig Nite (Berlin). Hrn. Paul Lange Pankow). Eine Tochter: Hrn. Dr. med. Schubert (Reinerz). Hrn. p: Müllendorf (Brüssel), Hrn. Emil Hinkel (Niederrabenstein). Hrn. Johann Raschen (Bremerhaven). Hr. Frhr. Arthur von Roëll zum

Mitwirkung

Mit neuer Ausftattung: Zum | Benefiziantin Frl. Pelga Pager, Bu teeren per rente Dolberg (Klein-Kosel). Hr. Lieut. Mar Held-

pringpferden von Hrn. Franz T

Man., geritten von 16 Damen. Sonntag: 2 Vorstellungen.

haus. 57. Vorstellung. Othello. Oper in 4 Akten | Lustspiel in 3 Akten von Victorien Sardou. Deuts | von Giuseppe Verdi. Text von Arrigo Boito. Für ia Pei Buhbol. Aifana 7x Uhr. Turner.

die deute Bühne übertragen von Max Kalbe>.

S „Scene gesezt vom Ober - Regisseur Tetlaff. irigent: Kapellmeister Sucher. Anfang 7 Uhr.

auspielhaus, 59, Vorstellung. Wilhelm

nfäng 7 Uhr.

Sonntag: Marquise.

Belle-Alliance-Theater. Sonnabend: Mit p Schauspiel in 5 Aufzügen von Stiller. | gänzli neuer Ausstattung an Dekorationen, Kostümen, În Scene gefeßt vom Direktor Dr, Otto Devrient. | Reguisiten, mascinellen Einxictungen u. elektrishen | Concert von Alexander Alexy. Anfang 8 Uhr. Beleuchtungs - Effekten: Zum R E

Sing - Akademie.

. Male: Der

mirten Luftkünstlerinnen Geshw. Castagna. D Renz (Original-

Concert-Anzeigen. Sonnabend, 8. März:

berg (Trier). Hr. Dr. med, Wilh. Haeseler (Gaarden). Hr. Kaufmann Adolph Is8mer (Berlin). Hr. Rechnungs-Rath Hermann Leh-

Vollblut-

revbe> (Berlin). Hr. Kaufmann Ernst Lorenz (Hannover). Hr. Bernhard Heumann (Köln). Frau Mathilde Melchior, geb. Thilo (Berlin).

Redacteur: Dr. H. Klee.

Verlag der Expedition (Sc< olz).

Dru> der Norddeutshen Buchdruckerei und Verlags- “Anstalt, Berlin SW., Wilhelmftraße Nr. 32.

Sechs Beilagen (einshließli< Börsen-Beilage).

Berlin:

Ersite Beilage

zum Deuischen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

„1 60.

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E ns n

Statistik und Volkswirthschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

Ueber die bereits erwähnten Beschlüsse des Bergmännischen Rechts\hußvereins im Saarkohlenrevier schreibt man der « Köln. Ztg.* unter dem 5. d. M.: Der Rechts\hußverein, welcher in der Aus\tands- und Arkeiterfrage überhaupt von jeher eine maßlose und herausfordernde Haltung eingenommen, bat in dem bénat- barten Dorfe Bildsto> getagt und einige außerordentli< interessante, seine Richtung kennzeihnende Beschlüsse gefaßt. Den sozialdemo- kratis<en durhgefallenen Reichstagskandidaten Bergleuten Warken undBachmann jollen die Kosten der Wühlerei für ihre Kandidaturen aus Vercinsmitteln erseßt werden. Ferner wurde beschlossen, an Warken ein monatlihes „Geschenk“ von 120 46, an Bahmann ein folhes von 30 F u zahlen. Außerdem soll ihnen bei Reisen im Vereinöinteresse außer dem Kostenersatz eine tägliche Vergütung von 3 H gezahlt werden. Im Falle der Auflösung des Vereins foll dec Bergmann Warken cin Geschenk von 3000 4 erhalten.

In einer am 2. d. M. in Waldenburg abgehaltenen Ver- fammlung der Vorstände sämmtlicher nieder\<hlesischen Knappenvereine, deren Vereinigung zu einem „Verbande der niedershlesishen Knappenvereine“ der „Frkf. Ztg.“ zufolge bevorstehen soll, wurde bes{lossen, dur< Deputirte bei den Gruben vorstellig zu werden wegen der Wiederanstellung der aus Anlaß des vorjährigen Strikes gemaßregelten Kameraden.

In Bezug auf die Organisationsbestrebungen tes Vor- standes des Deutschen Buchdru>ervereins liegt folgende Mit- theilung der „Ztg. f. Deutshe B.“ vor: Eine Sektionsversammlung von Buchdru>ereibesißern aus Sachsen und Alten- burg, wélde am 2, d. in Chemniß stattfand, hat in ciner Resolution einstimmig ihre Freude über die vom Vor- stande des Deutschen Buchdru>kervereins einges<hlagenen Wege aus- gesprohen und versichert, die Ziele desselben tbaikräftig zu unter- stüßen. Es ist die erste Stimme, welche si<h aus der Provinz zu diesem Vorgehen vernehmen läßt und um so mehr Be- atung verdient, als sie den Beweis liefert, das dasfelbe au bei den Buchdru>kereibesißern in den kleineren Dru>korten Verständniß und Förderung findet. Von dieser Versammlung, welche hauptsächlich zu dem Zwe>e abgehalten wurde, um über die in Sachsen bestehenden Verkältnisse und Zustände des Buchdru>kgewerbes cinen Meinungs- austaus< herbeizuführen, wurden no< folgende Resolutionen einstimmig angenommen: 1) „Die Versammlung der Buch- dru>erecibesißer Sachsens erklärt si<h im Prinzip für die Aufstellung von Normal-Dru>preisen. Der Vorstand der Sektion VIT des Deut- schen Buchdru>ervereins wird beauftragt, in allen Theilen der Sek1ion Kommissionen mit der Ausarbeitung eines sol<hen Tarifs, unter Zu- grundelegung eines einheitlichen Prinzivs, zu betrauen und der nächsten ordentlihen Sektionsversammlung in Freiberg eine Vorlage zur Berathung und Beschlußfassung zu unterbreiten,“ 2) „Der Sektions- vorstand wird beauftragt, in Gemeinschaft mit den Collegen einzelner Orte Schritte zu thun, daß behördlihe Arbeiten nur solchen Buchdru>ereibesitern Überwiesen werden, wel<he ihre Arbeiter nah dem jeweilig geltenden Allgemeinen deutswen Buchdruckertarif be- zahlen. Dies Vorgehen s\oll fi<h auÿ auf Innungen und andere ge- werblihe Körperschaften erstre>en.“ 3) „Fälle von Stleuder- konkurrenz_ sind dem zu errihtenden Ehren- und Schiedsgericht der Sektion Sachsen des Deutschen Buchdru>kervercins vorzulegen.“

In Betreff der Feier des 1. Mai hat die Leipziger Gehülfen- chaft in einer am 24, Februar abgehaltenen allgemeinen Versamm- lung îin sehr verftändiger und nahaßmungswerther Weise Stellung genommen: E : : i

; N die Betheiligung an einer öffentlihen Kundgebung für die Einführung des achtstündigen Arbeitstages \praben zwar alle Redner, do ließen sih dieselben hinsichtli<h der zu wählenden Form erfreu- licherweise nur von den Rücksichten auf das eigene Gewerbe leiten. Die Begehung der Feier dur einen Commers wurde als dem Ernste der Sache niht entspre<end, eine allgemeine Einstellung der Arbeit am Festtage mit Rücksiht auf die Bestimmungen des vereinbarten Tarifs und der Gewerbeordnung abgelehnt. Beschlossen wurde, den 1. Mai dur< Abbaltung ciner öffentlihen Versammlung mit geeig- neter Tagesordnung zu begehen und an diesem Tage den Prinzipalen eine die Verkürzung der Arbeitszeit anstrebende Petition zu überreichen, zu welcher Unter|chriften gesammelt werden sollen.“

Aus Gera berihtet man dem „Chemn. Tgbl.*: Das heran- nahende Frühjahr wird unserer Stadt wiederum Lohnbewegungen mehrerer Gewerbe bringen. Zuerst sind es die Maurer, die diesmal hoffen, mit ciner wohlgefüllten „Unterstüßungskasse" operiren zu können. Zunächst gehen son jeßt die hiesigen Führer auf die Dörfer um Gera, um mit den dort wohnenden, in Sera arbeitenden Maurern ins Einvexnehmen zu treten, damit diese nit wieder, wie vormals, abfallen. Hoffentlih kommt es zu keinem Strike und einigen si Arbeitgeber und Arbeitnehmer, ehe diese die zweishneidige Waffe anwenden.

Zum Riemendreherausftand in Barmen-Elberfeld berih1et die „Barm, Ztg.“ weiter: Der Strike dauert unver- ändert fort, hat aber niht zugenommen. Die Gesell2en wollten gestern Nachmittag wieder Versammlung abhalten, zu welcher sie die Fabrikanten eingeladen hatten. Bei der Firma Kaiser u, Didte haben die Riemendrehermeister, welhe s< an dem Strike betheiligt hattin, achtzehn an der Zahl, die Arbeit wieder aufge- nommen.

In drei ôffentlihen Versammlungen der Maurer Berlins (im Osten, Norden und Südwesten) wurden vorgestern Resolutionen

‘gefaßt, wonah „von der im vorigen Jahr gestellten Forderung (neun-

stündige täglihe Arbeitszeit und 60 $ Stundenlohn) nicht eher abge- lassen werden soll, bis daß dieselbe voll und ganz erceiW;t sei." Alle Maurer sollen, wie die „Voss. Ztg.“ berichtet, zur Verwirklichung Bs i gan beitragen, indem diejelben sih der Gesammtorganisation an \<ließen.

Die Lohnkommission des Vereins der Roll- und Lohn- fuhrwerkskutscher in Berlin hat, der „Volks-Ztg.“ zufolge, an sämmtliche Spediteure und Roll- und Lohnfuhrwerköbesißer ein Rund- reiben gerihtet, in wel<hem für die Kutscher ein wöchentlicher Minimallohn von 20,50 M gefordert wird. Die Kommission erbittet Antwort bis zum 15. März.

Der Generalrath der belgis<hen Arbeiterpar tei erläßt, wie man der Münchener „Allg. Ztg.“ aus Brüssel meldet, Ein- ladungen zu einem internationalenBergmannskon greß auf den 20, Mai. :

Die Londoner „Allg. Corr.“ berihtet: Eine Königliche Kom- mission, wel<he in Kanada kürzlich zur Untersu<hung der Arbeiter - frage eingeseßt wurde, mat in ihrem Bericht folgende Voischläge : Ein gleihmäßiges, die ganze Industrie umfassendes Gese über die Haftpflicht der Arbeitgeber, strenges Verbot des Verkaufs aller geistigen Getränke innerhalb eines gewissen Umkreises der Berg- werke, Abschaffung des „Tru>“-Systems, Förderung der gewerblichen Erziehung in den öffentlihen unt Gewerbeshulen, Gründung eines kFanadishen Arbeitsamts unter Leitung eines Ministers, neunstündiger Arbeitstag, ein jährliher Feiertag für alle Arbeiter, lokale und frei- willige Schiedsgerichte und dauerndes Schiedsamt zur Beglei@ung von Arbeitsstreitigkeiten, Verbot aller unnöthigen, wenn nit aller Sonntagsarbeit, und vierzehntägige Auszahlung der Löhne in allen

‘Industrien.

Berlin, Freitag, den 7. März

Handel und Gewerbe.

Die nâtste Börsenversammlung zu Essen findet am 10. März im „Berliner Hof“ statt.

Der Aufsichtsrath der Bergwerksgesells<haft Hi- bernia in Herne hat rah dem Bericht der Rechnungsrevisoren die vorgelegte Bilanz pro 1889 genehmigt. Es wurde beschlossen, von dem, abzüali< aller laufenden und außergewöhnlihen Betriebs- ausgaben sowie der Anleihezinsen im Betiage vön 324000 46, ver- bleibenden Bruttogewinn von 2 156 329 46 den Betrag von 513 394 4 abzus<hreiben und, na fstatuteamäßiger Dotirung des Reservefonds und Zuwendung von 4500 A an die Arbeiterunterstüßungskassen, die Vertheilung einer Dividende von 8X 9/0 der diesjährigen ordentlichen Generalversammlung, welche auf den 27. März na< Düsseldorf cin- berufen werden foll, vorzuschlagen.

In der gestrigen Sißung des Verwaltungsraths ter Anglo- Continentalen Guanowerkle wurde bes<lossen, der General- versammlung die Vertheilung einer Dividende von 125 9/6 an die Aktionäre für das verflossene Jahr in Vorschlag zu bringen.

Leipzig, 6. März. (W. T. B) Kammzug-Termin- handel. La Plata. Grundmuster B. pr. März 4,975 4, pr. April 4,97F 4, pr. Mai 5 #, pr. Juni 5 X, pr. Juli 4,974 M, pr. August 4,97} Æ, pr. September 4,97F 4, pr. Oktober 4,974 4, pr. November 4,977 #, pr. Dezember 4,974 Umsay 220 000 kg. Behauptet.

Wien, 6. März. (W. T. B.) Die Bilanz der Anglo- Oesterrceihiswen Bank für 1889" ergiebt einen Reingewinn von 1635 810 Fl., wovon na<h Abrehnung der Tantième des General- raths 1 564769 Fl. zur Vertheil\ng gelangen. Hiervon werden 100 000 Fl. „in den Reservefonds hinterlegt, 9} Fl. Dividende per Aktie vertheilt und 39769 Fl. auf neue Rebnung vorgetragen. Die Vortheile aus dem Verkaufe der Brüxer Werke und aus der Emission der Aktien der Nordböhmischen Kohlenwerksgesellshaft Brür kommen dem laufenden Jahre zu Gute, ebenso der Gewinn aus der Geltendmahung der Gründerre<hte anläßli<h der dritten Emission von Aktien der Bayerischen Vereinsbank, Die Hauptziffern des Gewinns sind: Zinsenconto 856 973 Fl.,, Gewinn an Effekten und Valuten 182553 Fl.,, an Provisionen und diverse Gewinne 715 679 Fl., Reinerträgniß der Filialen 512 835 Fl.

London, 6. März. (W. T. B.) An der Küste 3 Weizen- ladungen angeboten,

Bradford, 6. März. (W. T. B.) Wolle ruhig, Kolonial- me weihend, Exportgarne ruhig, für Stoffe ziemlicher

egehr.

_ Mailand, 7. März. (W. T. B.) Die Einnahmen des ita- lienis<hen Mittelmeer-Eisenbahnnetzes während der dritten Dekade des Monats Februac 1890 betrugen nah provisorisher Er- mittelung: im Personenverkehr 905 712 Lire, im Güterverkehr 1 618 482 Lire, zusammen 2 524 194 Lire gegen 2463 502 Lire in der gleichen Periode des Vorjahres, mithin mehr 60 692 Lire.

_ Madrid, 7. März. (W._T. B.) Die Börsenbehörden zeigen an, daß gefäls<hte Dbligationen der auswärtigen Schuld, Serie C, entde>t worden seien; man könne die gefälschten Obligationen dur< das Fehlen eines Theils der Wafsermarke, durch Ae, Papier und durch kleine Verschiedenheiten in der Shrift erkennen.

_ Kopenhagen, 6. März. (W. T. B.) Die Dividende der dänischen Landmannsbank ist auf 6F 9% festgeseßt.

Verkehrs - Anstalten.

Hamburg, 6. März. (W. T. B.) Der Postdamvfer „Daria“ der Hamburg- Amerikanischen Padetfahrt- Aktiengesells<aft ist, von New-York kommend, heute Nach- mittag auf der Elbe eingetroffen. Der Postdampfer „Flan- dria* derselben Gesellshaft hat, von New-York kommend, heute Mittag Lizard passirt.

London, 6. März (W. T. B.) Der Union-Dampfer «„Serman“ ist heute auf der Ausreise auf den Canarischen Inseln angekommen. Der Union-Dampfer „Moor“ ist gestern auf der Heimreise von Ca petown abgegangen.

St. Petersburg, 7. März. (W. T. B.) Die Passage bei Domes-Näß ist wieder eisfrei.

Manuigfaltiges.

_Dem Jerusalems-Verein ist es hauptsählih dur die Reise Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin von Deutshland na<h Konstantinopel und die Fürsprahe Jhrer Majestät endlih gelungen, vom Sultan die Erlaubniß zum Bau einer evangelischen Kirche zu Bethlehem zu erhalten. Die zum Bau nothwendige Summe von 70000 ist vorhanden. Sein lebendiges Interesse für Jerusalem, schreibt das „Berl. Fremdenbl.“, hat der Kaiser dadur bewiesen, daß er zur einheitli<hen Ordnung der preußishen Unternehmungen in Palästina unter dem Vorsitz des Unter-Staatssekretärs Dr. Barkhausen ein Comité eingeseßt hat, wel<hes aus dem Ober-Hofpredizer D. Kögel, dem Grafen Zieten- Schwerin, dem Abt Uhlhorn in Hannover und dem Kommerzien-Rath Colsmann in Langenberg gebildet wird. Voraussihtlih wird nun au jener große Play der heiligen Grabeskirhe gegenüber, der einst dem Iohanniter-Ordèn gehörte und 1869 vom Sultan Abdul Aziz unserem damaligen Kronprinzen als preußisher Besiy übergeben wurde, zur Bebauung gelangen und das deutsche Konsulat, diz Pfarre und das Schulhaus aufnehmen.

Aus Anlaß des gestiigen Geburtstages des Königs von Württemberg wurde, wie das „Dtshe Tagebl.* mittheilt, gestern früh um 10 Uhr im Hause des Gesandten in der Voßstraße 10, von der Kapelle des Eisenbahn - Regiments eine Morgenmusik gebracht. In der Mittagsstunde trat die württembergishe Compagnie des ge- nannten Regiments auf dem Kasernenhofe zur Parade an; um 4 Uhr vereinigte sih das Offizier-Corps im Kasino zum Festmahl. Abends wurde für die Mannschaften der Compagnie im großen Saale von „Königshof“ eine Ballfestlichkeit veranstaltet.

_Um Gelegenheit zu geben, dur< planmäßige Uebungen in kürzester Trift Gewandtheit in der Stenographie zu erlangen, hat der Stolze’she Stenographenverein in der Shüßenstraße 53 I cine Stenographenschu le eingerihtet, in welcher allabendlih von 8 Uhr an Uebungen nah Diktat und zwar mit einer für jeden Abend besonders bemessenen Schnelligkeit stattfinden. Die Schule wird Sonnabend, den 8. März eröffnet. Der Besuch derselben steht jedem Stenographen, gleichviel welchen Systems, ofen. Der Bei- trag ist für Vereinsmitglieder auf monatli 1.46, für Nichtmitglieder auf monatli 2 M festgeseßt. Nähere Auskunft ertheilt der Vor- sißende, Parlaments-Stenograph Max Bädler, Barutherstraße 5.

Pleß O.-S,, 5. März. (Dtsch. Tagebl.) Der hiesige Krieger- verein, dessen Protektor der Fürst zu Pleß ift, erläßt an die deut- schen Kameraden einen Aufruf, Beiträge zu bewilligen zur Gründung eines Kriegerheims in dem besonders zur Heilung rheumatischer und gi<htisher Leiden geeigneten Bade Goczalkowiß, Schon im verflossenen Jahre ist es dur das Entgegenkommen der

Verwaltung des Bades Goczalkowiß ermögliht worden, einer s\tatt- lichen Anzahl alter Krieger den Gebrauch einer Badekur zu den günfiigsten Bedingungen zu gewähren. Die Kriegervereine werden ge- beten, zunächst einen einmaligen Beitrag aus der Vereinékasse zur Gründung det „Kriegerheims*“ zu überweisen. Die Beiträge sollen an den Kassirer des Vereins, Hrn Ober-Telegraphen- Assistenten König in Pleß, übersandt werden. Lubliniß, 5. März. (Dts<. Tagetl.) Aus Biesen

war berihtet wocden, daß dort fürz;li<h der älteste A preußis<en Armee gestorben sei. Diese Angabe ist nicht rihtig. Jn der Stadt Woischnik, Kreis Lublinitz, lebt vielmehr ein noh älterer Invalide, der am 3. Februar 1791 zu Polnish Browoniß, Kreis Neustadt, geborene Blasius Ernst, welche: als sogenannter Krümper-Rekrut 1807 beim 11. Infanterie Regiment gedient, die Feldzüge 1813—15 beim 228 Infantzrie-Regiment mitgemadt hat und bei Leipzig am re<ten Arm verwundet worden ist.

Speyer, im März. (Frkf. Ztg.) Der bekannte Deutsch-

{ amerifaner, Hr, Henry Hilgard (Villard) hat für die Erbauung ¿ der sogenannten „Protestationskirhe“ 30000 M gespendet,

mit der Auflage, den Grundstein no< in diesem Jahr zu legen. London. Ueber die dur< den Prinzen von Wz2les am 4, d, ®

erfolgte feierliße Eröffnung der Eisenbahnbrüce ber N Firth of Forth in Scottland berichtet die „U. C." no<h folgende Einzelheiten: Die Eröffnung ging mit großem Gepränge vor sich. Ungeachtet der kalten und stücmis{en Witterunz waren beide Ufer der Forth mit Schaulustigen von Nah und Fern beseßt und auf der Brücke hatten sih Tausende von eingeladenen Gästen eingefunden, darunter die hervorragendsten Architekten des Auslandes, au der Erbauer des Eiffelthurmes sowie Delegirte der bedeutend- sten deutschen, österreihish-ungarishen und französishen Eisen- bahnen. Gegen 11 Uhr langte der Prinz von Wales, begleitet von seinem Sohne, dem Prinzen Georg, seinem Bruder, dem Herzog von Edinburg, seinem Schwiegersohne, dem Herzog von Fife, und Lord Rosebery, dessen Gast der Thronfolger ist, von Dalmery-Park kom- mend, am südli<hen Ende der Brü>ke an, wo er in einen bereit geha!- tenen Sonderzug stieg, der ihn und die übrigen Gäste über die Brücke fahren sollte, auf welher die Matrosen und Scesoldaten des Wacht- his „Devastation* ein Spalier bildeten. Am Nordende der Brü>e verließen der Prinz und seine Begleiter den Zug und begaben sih an Bord eines festlih beflaggten Dampfboots, welches in die Firth hinausfuhr, um den Gästen zu gestatten, das großartige Bauwerk vom Wasser aus zu betraten. Nachdem dics geschehen, wurde der Zug wieder bestiegen, der alsdann die Rückfahrt über die Brücke antrat. Am nördlichen Pfeiler wurde Halt gemacht und dec Thronfolger trieb die letzte Niete mittelst hydraulis<hen Prozesses ein. Wieder am Südende angelangt, erklärte der Prinz die Brüd>te für cröffnet. Den Schluß der Feier bildete ein Gabelfrühstü>k, bei wel<hem Se. Königliche Hoheit ankündigte, daß die Königin dem Vorsißerndan der Forth Bridge Company, Mr. Thompson, sowie dem Hauptarchitekten, Sir John Fowler, in Anerkennung ihrer Verdienste um die Herstellung der Brücke die Baronetswürde und dem zweiten Architekten, Mr. Baker, sowie dem Erbauer der Brücke, Mr. Arrol, das Commandeurkreuz des St. Michael- und Georgs- Ordens verliehen habe, womit die Nitterwürde verknüpft is. Zum Bau der Fundamente und Pfeiler der Forth Brüde sind über 21 000 t Cement, 707 000 Kubikfuß Granit, 117000 Kubik- yards Mauerwerk verwandt worden, Das Gewicht des für den Ober- bau benußten Stahls war 51 000 t Die Nietstifte der Brücke wür- den, ein Ende an das andere gelegt, eine 380 Meilen lange Linie bilden. Es sind 5000 000 Nietlö>er gebohrt worden. Die Platten für den Bau der Röhren würden, eine an die andere gefügt, 44 englis<he Meilen lang sein.

London, 4. März. (Magd, Ztg.) Der verstorbene Advokat John Fleming von Newcastle, welher {on bei Lebzeiten 23 000 Pfd. Sterl, zur Gründung eines Kinderhospitals schenkte, hat seiner Vaterstadt lettwillig 60 000 Pfd. Sterl. für wohlthätige Stiftungen vermacht.

Ù Paris, 5. März. (Köln. Ztg.) Im Osten und Süden Frankreichs herrschte in den beiden leßten Tagen starker Schn ee- fall. Auch in Paris scneite es in der verflossenen Nacht; seit heute Morgen ist Thauwetter eingetreten, Mittags waren 6 Grad Wärme.

Madrid. (N. A. Ztg) Im ‘abgelaufenen Jahre sind in spanischen Arenen 28 Menschen, mehrere berühmte Matadores, au harmlose PalYer und Bedienstete der Plazas de Toros, um ihr Leben gekommen. Von den Matadorcs oder Espadas hat der gewandteste 209 Stiere in 65 Kämpfen erstohen. Jedem Matador, welcher si< eine Hülfstruppe von se<s Personen (Cuadrilla) zusammen- stellt, trägt ein Kampf etwa 5000—6000 Fr. ein, wovon er si natür- li den Löwenantheil behält, während seine Truppe mit kargem Antheil si begnügen muß. Kein Wunder also, wenn sih mancher Matador \hon ein ganz nettes Kapital „erfohten“ hat und ihn nur Ruhm- sucht und der Hang zu so aufregendem Handwerk hindern, die Arena zu meiden. Fraëscuelo, der Senior der Espadas, wurde während seiner Stierkämpferlaufvbahn niht weniger als se<zehnmal s{<wer, zumeist in Brust und Unterleib, verwundet, büßte dabei aber wenig an Elastizität und Kraft seiner Muskeln und Lungen, an Muth und Kaltblütigkeit ein. Die widerlihste Reversseite des Stiergefecht- glanzes sind die Tausende von elend und mitunter „ratenweise® hin-

geshla<teten Pferden. S

_Genf. (N. 3. Ztg) Am Genfersee herrsht gegenwärtig bei verderbenbrinaendem Nordostwind cine Kälte, wie noch nie in diesem Winter. Das Thermometer zeigt gewöhnliÞh am Morgen bis zu —12 Grad Celsius. Dagegen erfreuen \sih die Bewohner des waadtländischen Oberlandes, in Château d'Oex u. \. w. des schönsten Sonnenscheins und können draußen im Freien Primeln, Veilchen, Schneeglö>kchen und andere Frühlingsboten pflü>en.

__ Jerusalem. (Sl. Ztg.) Am Osterfest dieses ‘Jahres wird in Jerusalem eine allgemeine Versammlung von Vertretern der deutshen TemplereKolonien in Palästina abgehalten werden. Auf der Tagesordnung stehen der Bericht der Centralleitung über die bisherige Thätigkeit und den gegenwärtigen Stand des Templer-Unternehmens, ferner u. A. die Verfassungsrevision, die Wahl des Tempelvorstehers 2c. Anmeldungen nimmt die Centralkasse des Zes Aberle und Hoffmann in Jerusalem bis Ende März 1890 entgegen.

Bombay. (Dtsch. Tagebl.) Eine Epidemie, welhe mit der Influenza identish zu sein scheint, ist in Bombay iden und greift \hnell um sih. Cine große Menge Kinder kann die Schule niht besuchen und einige Fabriken haben die Arbeit einstellen müssen, weil die meisten Arbeiter erkrankt sind.

1890.

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