1890 / 62 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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unter großem Beifall vortrug, niht viel Rühmendes S sagen. Die

Violinspiel des Hrn. Landsberger entbehrte noh Reife für einen Concertvortrag. Der Pianist Hr. Brüning hatte die Begleitung der Solovortcräge übernommen und führte dieselbe sier und diskret aus.

abend wiederum ein außerordentli zahlreiches Publikum eingefunden. Das musterhafte Zusammenspiel der- Concertgeber war in dem großen

Hrn. Pauainac kam noch in Piecen von Va<h und Bochherini vor- treffli

findet am 27. März statt.

veranstaltete Gedenkfeier für Ihre Hochselige Majestät die Kaiserin und Königin Augusta gestaltete fich zu einer sehr weihevollen und wahrhaft ergreifenden Kundgebung der Trauer um die hohe Beschüterin der Vaterländischen Frauenvereine und um die rast- lose Beförderin aller unter dem Zeichen des Rothen Kreuzes ver-

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Refsidenz=Theater, Direktion: Sigmund Lauten- Zum 832, Male: Marquise.

E Et S 5 “i L E

Mullaghmore| 759 |SW Aberdeen .. | 752 Ghristiansund| 753 Kopenhagen . Sto>bholm . | 751

Moskau . 774 Cork Queens-

Gherbourg . | 770 Helder. . .. | 766 Sylt | 763 Hamburg . . | 768 Swinemünde | 768 Neufahrwasser| 764 Memel . …. | 761

Mus N 773 ünster. …. 769 Karlsruhe. . | 772 Wiesbaden . | 772 München .. | 771 Chemniy .. | 772 Bellini. 5 769 Wien .….. | 769 Breslau. .. | 769 | 2 |bede>t Ile d'Aix .… | 775 N l 0

treflihe und trug zum Erfolge des Abends wesentlih bei. Hr. Gutbery glänzte wie gewöhnli< in der Wiedergabe von Pantoffel- helden der verschiedensten Lebenslagen; er ist ftets glei unter- haltend als willenloser Diener seiner Frau, als der plöglich in Freiheit geseßte Hausherr und als demüthiger, gekni>ter Sünder nah dem Mißbrauch seiner Freiheit. Fr. Schramm spielte eine klats<hsüttige Gebeimräthin mit drei in die Saat geshossenen und noch unversorgten Töchtern überaus komish. Als Ba>kfish war Frl. Lehmann so reizend und natürli wie immer; au< Frl. Pallats<e® machte s< bemerkbar dur<h Zierlichkeit der Bewegung und dur eine etwas festere Charakteistik ihrer Rolle Von den mitwirkenden Herren hatte außer dem {hon erwähnten Hrn. Guthery nur no< Hr. Alexander eine dankbare Rolle; der shüchterne, stets rehnende Assessor, welcher seine Verliebt- heit na< seinem Einkommen regeln möchte, bot eine re<t lustige Erscheinung dar. Das Pub!ikum unterhielt si< offenbar recht gut, denn an Heiterkeit und Beifallsbezeugungen war, wie gesagt, kein

Mangel. ; E Sing-Akademie.

Hr. Alexander Alexy von der Metropolitan-Oper in New- York, der schon früher hierselbst in Concerten mitgewirkt hat, gab am Sonnabend ein eigenes Concert. Der Künstler besißt eine sehr flangvolle, auegicbige und umfangreiche Baritonstimme, mit der zuglei lebendige und leidenshaftlihe Ausdru>tweise vereinigt ist. Wenn wir hierbei ni<t unerwähnt lassen, daß mitunter ein Uebermaß im Gebrauche des Forte besonders bei den höheren Tönen zu spüren ist, so thun wir dies im Interesse des höchst begabten Sängers. Sein Vortrag des wildromantishen Gesangsstücks „Kalafat“ von A. Bungert, dem eine Dichtung der Königin von Rumänien zu Grunde liegt, fowie zweicr sehr effektvoller Balladen von Reimann und einiger anderer Lieder und Balladcn von Liszt, Ernst und Wallnöfer wurden mit wohlvcrdientem Beifall des leider nit sehr zahlrei erschienenen Publikuins aufgenommen. Von den übrigen künstlerischen Leistungen diescs Abends is, mit Ausnahme der sehr gelungenen Detlamation der bereits vortheilhaft bekannten Fr. Agnes Freund, die eine Ballade „Schön Adelkeid“ von E. von Wildenbruh

Sängerinnen Fr. Tilly Fi>kert und Fr. L ener, zwei

Dilettantinnen, überboten sh gegenseitig im Detoniren; au< das der nöthigen

Philharmonie. Zu dem vorleßten populären Kammermusik-Abend der Hrrn. Prof. Barth, de Ahna und Hausmann hatte si<h am Sonn-

Trio (Es-dur) von Beethoven, wie in dem Forellen-Quintett von Schubert, an dessen Ausführung no< die Hrrn. Markens (Viola) und der Königliche Kammermusikus Rode (Contrabaß) Theil nahmen, von so wundervoller Wirkung, daß bie Wiederholung der Variationen des Quintetts stürmish begehrt wurde. Auch das Celiospiel des

zur Geltung. Der Pianist trug außerdem die Paganini- Variationen von Brahms vor und erntete hierdurh so entbusiastischen Beifall und Hervorruf, daß er sih bewogen fühlte, no< das H-moll- Serzo von Chopin hinzuzufügen. Der leßte Kammermusik-Abend

Mannigfaltiges. Die vom Vaterländishen Frauenverein gestern Abend

einigten humanitären Bestrebungen auf nationalem und inter- nationalem Gebiet. Der Saal der Sing-Akademie war ges{müd>t mit- der von Blattpflanzen umgebenen Büste der Hochseligen Kaiserin; zu beiden Seiten waren die Fahnentücher der Königin von Preußen und der Deutschen Kaiserin ano gebtenen, Vor dem Posta- ment lagen prächtige Kränze, unter ihnen ein solcher der roß- herzogin von Baden. Rechts und links von der Büste waren die Mitglieder des Hauptvorstandes des Preußischen Vaterländischen Frauen- vereins mit der Vorsißenden desselben Gräfin Charlotte ÎItenpliß, die Delegirten der Provinztal-Verbände und Zweigvereine, sowie der Vorstand des Frauen-Lazareth-Vereins, des Augusta- Hospitals und die S<western desselben, sowie die Vorstände von weiteren wohlthätigen Vereinen versammelt, denen die hohselige Kaiserin Unterstüßung und Förderung gewährt hatte. Auf den ersten Sizreihen, der Büste gegenüber, hatten der Vorstand des preußishen und deutschen Central-Comités der Maänner-Vereine vom Rothen Kreuze sowie die Delegirten E Hülfs- und Pflege-Vereine in Bayern, Sachsen, Baden, Hessen und Me>lenburg Play genommen. Unter den Anwesenden befanden si au< der General-Feldmasshall Graf Moltke und der Herzog von Ratibor. 2

Um 64 Uhr erschienen Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, der Großherzog und die Großherzogin von Baden, der Großherzog von Sathsen, der Regent des Herzogthums Braunschweig Prinz Albre<ht von Preußen und die Prinzessin Albre<ht in den Logen, während die Orgel ein Vorspiel intonirte. Nachdem die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften Plaß genommen, ertönte der Gesang des Domtors, der aus dem Graun’'shen Oratorium „Der Tod Jesu“ den Choral „Wie herrli<h is die neue Welt" vortrug. Nachdem die weihevollen Töne verklungen waren, hielt der Kabinets- Rath der Hochseligen Kaiserin, Hr. Kammerherr von dem Knese- be> die Rede zum Gedächtniß auf die heimgegangene Fürstin. Er gab unter Anlehnung an die Thätigkeit der Kaiserin auf dem Gebiet der bumanitären Bestrebungen eine nah Inhalt und Form vollendete Charakteristik der unvergeßlihen Fürstin, ihrer Individualität und großen und bedeutenden Eigenschaften des Geistes und des Herzens sowie ihres fo segeusreihen Wirkens auf allen Gebieten der Menschenliebe, die wegen ihrer Wahrheit den tiefsten Eindru> auf alle Zuhörer machte. Mit dem Gesange des Domchors: „Herr Gott nun shleuß den Himmel auf“ und , Jerusalem du howgebaute Stadt" {loß die ern ste Feier, welche eine ganz im Geiste der Hochseligen Kaiserin ge- haltene Kundgebung treuer und dankbarer Erinnerung an die unver- geßliche Protektorin der Vater!ändischen Frauenvereine war

Der unter dem Protektorat Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Auguste Victoria stehende Vaterländische Frauenverein hielt heute Vormittag in dem Saale der Sing- Akademie seine 24. Jahresversammlung ab, dec die Delegirten der Provinzial, Bezirks- und Zweigvercine aus allen Theilen Deutschlands beiwohnten. In Vertretung der Hohen Protektorin war Schloßhauptmann Freiherr von Ende ershienen ; vom Hofstaat der heimgegangenen Kaiserin Augusta sah man den Kabinets-Rath von dem Knesebe>. Den Jahresbericht er- stattete der Geheime Regierungs-Rath von Roux. Derselbe gedate in pietätvoller Weise des Ablebens der Kaiserin Augusta, dankte der regierenden Kaiserin für die Uebernahme des Protektorats und ging dann speziell auf die au<h im E Jahre reie Thätigkeit des Vereins ein. In erster Reihe hatte sih die Thätigkeit des Vereins der Lin: derung der dur< die Üebershwemmungen hervorgerufenen Noth zugewandt. Ein weiteres Feld reger Thätigkeit war die Vorbereitung der Fürsorge für den Kriegsfall. Der Vaterländishe Frauen- verein hat in dieser Beziehung Ans<hluß an die Männervereine vom Rothen Kreuz gesucht, um die gemeinsame Thätigkeit zu sichern und zu regeln dur< Errichtung vereinigter Comités und Eintheilung derselben in Sektionen für die verschiedenen Zweige der Thätigkeit. Zum Theil jind förmlihe Mobilmachungspläne aufgestellt worden, und namentli<h der Bezicksverband Kassel ist in dieser Beziehung bahnbrehend vorgegangen. Auf speziellen Wunsh der Kaiserin

Augusta ist der Kasseler Plan sämmtlihen Provinzialverbänden zur Kenntnißnahme mitgetheilt worden. Des Weiteren hat sih der Ver- ein der hauswirthschaftli<hen Ausbildung der Mädchen aus den ärmeren Volksklassen gewidmet. Von einer sehr großen Anzahl von Frauenvereinen wird der Näh-, Stri>- und Fli>- unterriht gepflegt, Unterriht im Kochen und Haushalten findet erst an wenigen Orten ftatt. Jn Kassel wird der Unterriht im Ans<luß an die Volksshule ertheilt. Die Einnahmen des Hauptvereins beliefcn \sih auf 41230 4, die Aus- gaben betrugen 68047 4; 50231 6 wurden davon zu Unterstüßungen verwendet, speziell auf Berlin entfielen 2630 4 Es entstand somit ein Defizit von 26 817 4, dessen De>ung aus dem Vermögen er- folgen mußte. Dasselbe hat sih in Folge dessen von 360 065 auf 333 248 A verringert. Die Gesammtzahl der Zweig- und Prov inzialvereine ist von 696 auf 716 gestiegen, die Zahl \sänimt- licher Mitglieder beträgt jeßt 95 509 gegen 90 205 zu Beginn des Jahres. Die Bildung von Provinzialverbänden ist nunmehr in allen rovinzen vollzogen. Das Baar- und Kapitalvermögen der sämmt- ihen Vereine betrug am Anfang des Jahres 2019151 „6 Es traten binzu an Einnahmen 1 790 559 Æ# und es verblieb nah Abzug der Ausçcabe (1650089 4) ein Bestand von 2159611 Außerdem besißen die einzelnen Vereine Grundstü>ke, An- stalten, Inventar u dgl. im Werthe von 2091 161 # gegen 15870566 A zu Beginn des Jahres. Am Sthlusse des Berichts widmete der Redner no< einen warmen Nachruf dem Minister Dr, Friedenthal. Nah Schluß der Versammlung trat eine Anzahl Delegirte zu einer kurzen Berathung über die Begründung einer das Andenken der Kaiserin Augusta verewigenden, speïell deuts<hen Stiftung usammen. Eine internationale Stiftung zu gleihem Zwe> ist bereits von der Genfer Konvention angeregt worden. Heute Na@mittag werden die Delegirten der Provinzial- und Bezirksvereine einer Einladung der AllerhöcWsten Protektorin zu einer im Königlihen S{hloß anberaumten Siguna folgen, in der Berichte über die Thätigkeit der einzelnen Verbände erstattet werden sollen. j Das Denkmal der Königin Luise prangte heute, am Geburtstag derselben, in Blumenpracht. Im Hintergrund des Denkmals erhob \si< terrassenförmig eine blühende Wand, ge- bildet von Tausenden herrliher Blumenblüthen. Die etwas hervor- tretende Mitte der Blumenterrasse war u. A. mit 6 m hohen Kamelienbäumen bestellt, die mit rothen, weißen und zart- rosa Blütben wie libersäcet waren Nah oben zu fand die Terrasse ihren Abs{luß in Festons, während zu beiden Seiten mächtige Lorbeerbaumgruppen standen. Von ihnen aus seßte sih dann die herrliche Dekoration na vorn zu fort. Das Gitter des Denkmals zierten aht mit auserlesenem Geschmack zu- fammengestellte Kränze, der ganze Raum zwischen Gitter und Denk- mal war in einen Blumenteppih umgewandelt. Auf den Treppen- wangen standen blumengefüllte Epheukörbe. Das Denkmal König Friedri<h Wilhelms Ill. war gleihfalls mit Kränzen und Guirlanden ges{<müd>t. Den Stein auf der nahen Luiseninsel um- \<langen Laubgewinde, die Schale war mit Blumen und bängenden Gewächsen gefüllt.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

St. Petersburg, 10. März, n T. B.) Jn der E Versammlung des slavishen Wohlt hätig-

eitsvereins wurde mitgetheilt, daß für dienothleidenden Montenegriner in Rußland durh den heiligen Synod und den A Verein im Ganzen 200 000 Rbl. gesammett, wovon über 160 000 Rbl. bereits abgesandt seien.

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

MWetterberi{t vom 10. März, tishe Oper in Morgens s Uhr.

c.

Otto Devrient.

Wind. Wetter. |

von Säkkingen. L Bs 5 6|Regen weiser Benußun [SSO 2 halb bed. Lieder aus J. | S R. Bunge.

762 5 | | fang 7 Uhr.

Bar. auf 0 Gr. u. d. Meeressp red. in Millim. Temperatur

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aparanda . 742 t. Petersbrg.| 756

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town ... | 766 4 [wolkig 4'bede>t

4 bededt

3 halb bed. 3 wolfkenl.1) 5 wolkenlos 4 halb bed. 6 halb bed.

till wolkenlos 3 halb bed. 2 heiter?) 2 wolkenlos 3 bede>t13) 2 halb bed. 3 beiter) 2 |bede>t

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Donnerstag:

80S S

aZaaaSE S2885 S

0 S558 2

und A. d'’Artois.

4 [wolkenlos 3\wolkig

_)) Nachts leihte Schneeböen. 2) Reif. 3) Nachts Swhnee. 4) Reif.

Uebersicht der Witterung.

Das Minimum, welches gestern über dem Skagerak lag, ist nordostwärts nah Lappland fortgeschritten, ein neues Minimum ift nordwestli< von Schottland ershienen, während der Luftdru> über Frankreich

und Süddeutschland am höchsten ist. Bei an der

Mittrooh und

variablen Winden is das Wetter in Deutschland kälter und vorwiegend heiter; allenthalben fanden Nacbtfröste statt. Im südlichen Deutschland haben überall, in den übrigen deutshen Gebietstheilen stellenn eise Niederschläge stattgefunden.

Deutsche Seewarte.

Anfang 7# Uhr.

Theater - Anzeigen.

Königliche Schauspiele. Dienstag: Opern- haus. 59, Vorstellung, Tannhäuser und der Säugerkrieg auf der Wartburg. Große roman-

Julius Friß\che.

Dirigent : Kapellmeister Sucher. Anfang 7 Uhr. bura, Scauspielhaus. 61. Vorstellung. Zum 1. Male: | Lustspiel in 3 Akten von Victorien Sardou. Deuts

Feurige Kohlen. von Robert Buchholz. Anfang 7+ Uhr.

| von Ottomar Beta. In Scene geseßt von Direktor „Mittwoch: Opernhaus. 60. Vorst. Der Trompeter . Neßler. Text mit autorisirter theil-

ictor von Scheffel's

Schauspielhaus. 62. Vorstellun Vaterländisbes Drama in 4 von Wildenbruc.

Deutsches Theater. Dienstag: Der Wider:

\späunstigeu Zähmung. Mittwoh: Die Stützen der Gesellschaft. Der Unterstaatssekretär. Die nächste Aufführung von Der Pfa Kirchfeld findet am Freitag, den 14, März, statt.

Berliner Theater. Mitiwoh: Der Veilcheufresser. e Donnerstag: Zum 1. Male: Galaute Könige. | Maun,

Tessing - Theater. Clémenceau. Schauspiel in 5 Akten von A. Dumas | Musik von G, Steffens.

von Hermann Sudermann. Donnerstag: Die Ehre.

Mittwoch: Dieselbe Vorstellung.

Friedrich - Wilhelmslädtishes The Dienstag: Mit 55. Male: Der arme Jon

Musik von Carl Millö>er.

edermann. Anfang SeMittwoh: Der arme Jouathan.

3 Akten von Richard Wagner. Dienstag:

Charakfterbild în 5 Aufzügen

Anfang 7 Uhr. Mi:two<h: Marquise.

Oper in4 Akten nebst einem Vorspiel

Belle-Alliance-Theater. Dienstag: Mit nzlih neuer Ausstattung an Dekorationen, Kostümen, | V1T, Komponisten-Abend unter gef. Mitwirkung des

Concert-Anzeigen.

Sing =- Akademie. Dienstag, 11. März : Letter Lieder-Abend von Hermine Spies, Anfang 8 Uhr.

Concert-Haus, Leipzigerstr. 48 (früher Bilfcz Dienstag, 11. März: Karl Meyder - Concert.

: ; ä der Idee und einiger Original- Requisiten, masinellen Einrichtungen u. elektrishen | Komponisten Hrn. Emil Hartmann.

ichtung, von | Beleuchtungs - Effekten ;

fzügen von Ernst | und A. Wicher.

Anfang 7 Uhr. der Balletmeisterin Maria Volta.

Pfarrer von

; : z Alfred Benter. Dienstag: Gräfin Lea. | Fmil Thomas. Anfang 7 Uhr.

Donnerstag: Dienstag : Direktor Emil Thomas.

Mittwoh: Die Ehre. Schauspiel in 4 Akten S

Adolph Ernst-Theater. Dresdenerstraße 72. E 2 Der Goldfuchs.

___| Gesangspofse in 4 Akten von Eduard Jacob d Wallaer-Theater. Dienstag: Neu einstudirt : | Leopold Ely. Couplets theilweise von Gustar Gef O, diese Männer! Sc<wank in 4 Aufzügen von ¿ Julius Rosen. Anfang 7 Uhr.

Dienstag: Zum 32, Male:

r Donnerstag: O, diese Männer!

Zeitgemälde in 10 Bildern

Circus Renz, Kartnraüe 7T& Uhr: attet ritten von Damen und Herren, neuer Ausstattung: Zum | Drefsur) von Hrn. Franz R

Dirigent: Hr. Kapellmeister 7 Ub

] um 10. Male: Der Ballet von Charles Guillemin. An- | Nautilus. Großes n O timoa stnd mit Gesang „. | und Tanz in 4 Akten und 13 Bildern nah Jules g; Die Quitzow's. | Verne von Carl Pander. Musik von E. Christiani

u Ballets und Gruppirungen von

Hr. Kapellmeister A. Wicher. In Scene geseßt vom Direktor Sternheim. Anfang 74 Uh E Mittwoch: Dieselbe Vorstellung.

Central-Theater. ODirektion:. Emil Thomas, Dienstag: Vorlehte Aufführung. Ein gemachter Manu. Posse mit Gesang in E 3 Akten (5 Bildern) von Eduard Jacobson. von G. Michaelis und G. Steffens. Couplets von

In Scene geseßt vom Direktor

Mittwoh: Zum leßten Male: Ein gemachter

Haus edit ne it Gef A

aus. Novität. Posse mi esang in 4 Akten Der Fall | nah einer vorhandenen Idee von W. Mannstätt. In Scene geseßt vom | —,„Orn.

Musßik von Franz Roth. Anfang 7# Uhr. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung, :

Urania, Invalidenstraße 57/62, geöffnet von ; j 12-11 Uhr. Di f Ubr: B Me Pictoria-Theater. Dienstag: Zum 205, M.: | schichte der N um 75 Uhr: Die Ge Stauley iu Afrika.

Küste frischen südwestlichen, im Binnenlande leichten | von Alex. Moszkowski und Richard Nathanson.

Musik von C. A. Raida. Ballet von C. Severini. Dienstag, Abends

Zum leßtea Male: Deutsche Turner. Große nationale Original-Pantomime. 10e Großes Hürdle-Rennen mit 24 der best, Springpferde, ge- l ) Hippol. Pot- pourri, ausgeführt von 40 C bdtivfatts Bl fal athan. Operette in | vorzügl. Reitkünstlerinnen und Raitkünstle "Aufs R 3 Akten von Hugo Wittmann und Julius Bauer. | treten der Sculreiterin Frl. Zephora, sowie der In Scene geseht von | rencmmirten Luftkünstlerinnen Geshw. Castagna.

Mittwoch: Gala-Vorstellung unter Mitwirkung

L. des Direktors E. Renz, Auf vielseitiges Verlangen : Im dunklen Grdtheil (Einnahme von Bagamoyo).

Familien-Nachrichten.

Musik-Dirigent : Verlobt: Frl. Anna Bro>mann mit Hrn. Hein-

v ri< Schnorr (Kiel—Passade). Frl. Marie

: Glö>ner mit Hrn. Landwirth Otto Zollmann

(Priorau bei Raguhn—Hohsdorf). Frl. Adele

Segall mit Hrn. Bankdirektor Alfred Maerker

(Berlin). Frl. Hanna Wiesike mit Hrn. Joh.

Krause (Bandenburg a. H.). Frl. Emma

Härtel mit Hrn. Karl Krause (Jena).

Musik Verehelicht: Hr August Rothe mit Frl. Emma Trapp (Berlin—Dresden). Hr, Otto Paulsen mit Frl. Ida Heine (Leipzig—Breslau), Hr. Wilhelm Voß mit Frl. Julie Nottebohm (Witten). Hr. Mar Schmidt mit Frl. Elisabeth Heinig (Kappel—Chemnigt).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Gerichtsafsefsor Alfred Koch (Berlin), Hrn. H. Müllendorff (Straßburg). Hrn. Landrichter Heigelin O

, Tamsen (Kiel), Hrn. Gustav

Bühnert (Leipzig). Hrn. Otto Liebmann (Köln).

Hrn. Paul Dornblut (Gera). Hrn. Otto

Röchling (Basel). Cine Tochter: Hrn.

v. Stegmann-Stein (Stachau). Hrn, Dr. med.

Geßler (Leipzig-Gohlis). Hra. Bankafssessor laes<hke (Köln). Hrn. Richard Weitbreht

Mähringen). Hrn, Lehrer Günther (Ammer-

a<). Hrn. Albert Villain (Berlin). Hrn.

Franz Tobias (Berlin), Hrn. Otto Sommer-

\torff Laa

Gestorben: Hr. Rehnungsrath Wilhelm Lemke (Berlin). Hr. Rentier I. I. A. Lejeune (Berlin). —- Hr. Hauptmann Rudolf Treuding (Berlin). Hr. Kavfmann Eduard Werbrun (Köln). Hr. Amktsrihter Friy Schreier (Lauten- burg, Westpr.) —— Hr. Jastizrath Heinrich Goeß (Leipzia). Hr. Kaufmann Georg Heiduschka New-York). Fr. Sophie Schünemann, geb.

ohne (Hohendodeleben).

Zum 25, Male:

Ein fideles

Redacteur: Dr. H. Klee.

Verlag der Expedition (S {ol z).

Dru> der Norddeutshen Buchdru>terei und Verlags- Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Sieben Beilagen (eins<hließli< Börsen-Beilage).

(3918)

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

M 62,

Berlin, Montag, den 10. März

Deutsches Neich. Nebersiht

89.

SWEFINT L

der in den deuts<hen Münzstätten bis Ende Februar 1890 stattgehabten Ausprägungen von Reichsmünzen.

1) Im Monat Februar Goldmünzen

Silbermünzen

Ni>elmünzen rmünzen

Doppel- kronen M. M. M.

1890 sind geprägt worden in:

Kronen

iervon auf Halbe ae

Kronen nung

Fünf- Zwei- Ein- Fünfzig- Zwanzig- markstü>e| markstü>e | markstüte | * ftüdte Mena

Mt. M. M. M. | M.

Zwanzig- pfennigstüce

Zehn- Fünf- __Zwei- Ein- pfennigstü>ke } pfennigstü>ke | pfennigstü>ke | pfennigstü>e

M |S M | S M M M S

2 738 480 E

Karlsruhe .

2 738 480

S

j

89 596 20) 4789/70 2 834/50 16 144/74 S E |— =_ 1 6 589/04 27 000|— |— |— | 2700

Summe 1. 2738 480 2) Vorher waren geprägt)

1935 487 880/476 9294 299/27 969 925/1118480130 74 104 195[104 964 606/178 990 334] 71 486 552/—| 35 717 922/80] 3 003 179|—| 27 251 241/20] 13 343 95015 27 2

TI6 596 20 4 789/70 J 831/50 75 433/78

6-213 207144] 4 791 670/57

4) Hiervon sind wieder

eingezogen

1045 260| 1 204 170 9 630

8 Gesammt-Ausprägung | T 938 226 360[176 294 290/27 969 925/1121218610 74 104 195/104 964 G0GITTS 990 334] 71 486 552 35 T1 922 j I 1L9 775 20

7 310 7 752 7 158 2 918/50 13 002 762/20

56 030/90 13346784 65] 6 213 20744] 4817 101/35

|

8/20) 911/80 315/80 97|— 9394

1937 181 100|475 090 120127 960 295 2440231 915 M

5) Bleiben

3119 (67 —| 27 2oo 119 10l 13 316 46585

621318044] 4817 05041

74 096 885[104 956 S54I178 983 176] 71483 633/50] 22 715 A 452 235 (09,10 6

*) Vergl. den „Reihs-Anzeiger“ vom 10. Februar 1820 Nr. 38.

Berlin, den 8, März 1890.

Fürst Bismar> als Volkswirth.

I

Die außerordentlihen Erfolge der staatsmännischen Thätigkeit des Fürsten Bismar> haben seit fünf Lusiren nicht nur den Politikern der ganzen Welt und somit auch der ganzen

eitungswelt Nahrungsstof} gegeben, sondern au eine große Reihe von Monographien hervorgerufen, welche si< bemühen, seine Thaten von den verschiedensten Seiten zu beleuhten und ihnen in Bezug auf ihren geistigen Ursprung tiefer auf den Grund zu gehen. Die „Bismar>-Literatur“ ist gewiß eine der umfangreicsten, die jemals einem Staats- mann noch bei seinen Lebzeiten zu Theil geworden ist. Sie zu 1A A M fönnen wir hier fügli<h um so mehr unterlassen, als ein Werk vorhanden ist, in welchem sie iemli< vollständig registrixt ist; cs ift dies „Fürst ismar>-Gedenkbu<h“ von H. Kohl (Chemniy 1889, Verlag von Bülz), und zwar auf Seite 63—82.

Aber die eine Seite seiner Thätigkeit, wir meinen die wirthschaftspolitishe, ist in den Betrachtungen über seine Wirksamkeit verhältnißmäßig zu kurz gekommen. Nicht nux der Glanz der Außenseite seiner vorzugsweise auf dem Gebiete der großen Politik liegenden Thaten hat eine genaue und gründliche Würdigung jener nicht re<t aufkommen lassen; sondern namentli<h war hieran der Umstand Schuld, daß die wirthschaftspolitisGe Thätig- keit des Fürsten sür die Allgemeinheit exst in dem leßten Decennium klarer zu Tage trat, und daß ferner die seit

Jahrzehnten eingebürgerte volkswirthschastliche Theorie ein Ver-

stehen und um fo mehr eine gere<hte Würdigung jener Thätig- keit ershwerte. Freilih giebt es au<h Broschüren und Mono- graphien, welche si< bemüht haben, nah dieser Richtung hin Aufklärung zu verbreiten. Aber es ermangelte bis- er eine akftenmäßige Darstellung der Politik des Fürsten allein von dem Gesichtspunkt seiner volkswirth- <hastlihen Wirksamkeit aus. Daß diese nicht minder bedeutend ist, als das, was. der Kanzler auf dem Gebiet der auswärtigen Politik geshaffen, kann demjenigen niht verborgen bleiben, der den Fäden seiner Wirthschaftspolitik na<spürt und die hierdur< in dem volkswirthschaftlihen Bewußtsein der Nation, ja vielleiht der Welt hervorgerufene Wandlung prüfenden Bli>es überschaut.

Jene ars gesammelt und klargelegt zu baben, ist das Verdienst des Geheimen Regierungs -Raths Dr, Ritter von O <inger. al seinem vor beinahe Jahresfrist erschienenen

erke „Fürst Bismar> als Volkswirth“, Band T1 (Verlin, Verlag von Hennig und Eigendorf. 1889.) stellt der e bekannte Thatsachen, wie sie si in den parlamentaris<hen Reden und in den Zeitungen befinden, nah dem bezeichneten Gesichts- punkt zusammen. Js diese Darstellung shon von Werth, um die Aufmerksamkeit auf jenen Punkt hin zu konzentriren, so wird sie doh an Werth no<h bedeutend über- troffen dur<h die von demselben Verfasser besorgte Herausgabe der „Aktenstü>e zur Wirthschaftspolitik des Fürsten Bismark“ *), in welcher bisher no< nicht veröffentlichte, von dem Fürsten selbst herrührende Dokumente ans Tageslicht gezogen worden sind. Es wird uns hier, wie Poschinger in der Vorrede trefsend bemerkt, ein „Einbli> in die Werkstatt“ gewährt, in welcher die vollswirthschast- lichen Gedanken Gestalt und Leben empfangen und von dort aus si< allmählih in die Parlamente und über die ganze Nation verbreitet haben. i

Die hier gesammeiten Aktenstücke, welche bis zum August 1880 reichen, sind mit Recht <ronologish geordnet. Wenn wir bei der Besprehung des Werks von diejer Reihenfolge ab- weichen, \o findet pas seinen berechtigten Grund in dem Zwe> unserer Darstellung, aus den Thatsachen den geistigen Jnhalt herauszuschälen und zu Konklusionen zu gelangen, wie sie sich jedem denkenden Politiker bei dem Sludium dieser Akten- ssttüde aufdrängen müssen. S Z :

Die wirthschastspolitische Thätigkeit des Fürsten Bismar> beginnt niht etwa erst, wie gemeinhin angenommen wird, mit dem bekannten Dezemberbricf vom Jahre 1878 an den Bundesrath, auch nicht etwa erst mit den Reden des Kanzlers über Steuer- und Finanzreform im Reichstage im Jahre 1875, sie beginnt vielmehr nah den vorliegenden Ur- kunden wenige Wochen na< der Uebernahme des Minister-Präsidiums und des Ministeriums des Aeußern. Es isi erstaunli® zu sehen, wie der Minister-

Bi 2) E iu Wet aar ho E étmard>. erautgegeben von einr n L, I. Band, bis zur Ueberrahme des Handels- Ministeriums. Berlin,

Verlag von Paul Hennig. 1890,

Hauptbuchhalterei des Reihs-Schaßamts. Biester.

Präsident, dessen Gedanken, wie man annehmen sollte, voll- ständig von dem inneren Konflikt und der auswärtigen Politik eingenommen waren, seine Aufmerksamkeit auch auf die mannig- fachsten wirthschaftlichen Verhältnisse gerichtet hielt. Die Han- delsverträge, die Erneuerung des Zollvereins, die Anlegung eines Nord-Ostsee-Kanals und neuer Eisenbahnen, sowie die Einschränkung der Eisenbahn: Freibillets, die Hebung der Fischerei und der Austernzuht werden in eigens von ihm herrührenden Afktenstüden mit derselben Gründ- lihkeit behandelt, wie die Prüfung der Arbeiterfrage (12. April 1863) der Ausmerksamkeit der betheiligten Resjort-Chefs empfohlen wird. Mit Wärme erklärt sih der Minister-Präsident au< für die Prüfung der Beschwerden der Weber aus dem Waldenburger Kreise (11. Mai 1864) und für die Niederseßung einer Kommission zur Berathung der Weberverhältuisse in Schlesien und verwandter Nothstände (25. Mai 1864).

Aus allen diesen Urkunden ergiebt \sih, wie sehr

Fürst Bismar> \{hon im Anfang seiner Thätigkeit als Minister - Präsident ni<t nur im Allgemeinen einer rößeren Fürsorge und Einwirkung des Staats auf die wirth- <astlihen Verhältnisse das Wort redete und gegen das laissez faire energisWen Protest erhob, sondern au< im Speziellen den wirthschaftlih leidenden Klassen wie besonders den im Einzelfalle in Bedrängniß gerathenen Theilen der Bevölkerung beizuspringen als Pflicht des Staats er- kannte. Wie für die Waldenburger Weber, s\o tritt er auh für die Unterstüßung der Schneider-Assoziation in Halle a. S. (26. Dezember 1865), für die Förde- rung der Berliner Assoziations-Buchdru>erei durh posi- tive Mittel (8. (aus 1866), für die Unterstüßung der Ge- werbebank Schuster u. Co. in Berlin, für die Linderung des Nothstandes in Ostpreußen (6. Januar 1868), für die Besei- tigung der Mißstände im Börsenverkehr (15. Januar und 2. Februar 1868) ein, überall die Jnitiative exgreifend. Jn Gleichem besürwortet der Fürst {hon im Oktober 1871 Moßregeln zur Begegnung der sozialistis<hen Arbeiter- bewegung theils durh Berü>sichtigung der Wünsche der Arbeiter theils dur Bekämpfung staatsgefährlicher Agitationen.

Fürst Bismar> stieß aber oft genug auf Widerstand, und die eingelebte Theorie des laissez faire war au in Beamten- kreisen, selbst in den höchsten Stellen stark genug, um die Verwirklichung seiner Absichten zu verhindern. Symptomatisch und charakteristis< hierfür ist z. B. die Thatsache, daß der Landrathsamts-Verweser des Waldenburger Kreises, Re- gierungs-Referendar Böhm sih weigerte, die ihm aufgetragene Unterstüßung bezw. Vertheilung der ihm zur Linderung der Noth der Webersamilien übersandten Geldsumme auszuführen. Weiter sei darauf hingewiesen, daß der damalige Handels- Minister die Beseitigung der Mißstände an der Börse für niht erforderlih und niht zwe>mäßig erachtete, und daß er sih bezüglih kommissarisher Besprehungen, der Arbeiterbewegung von „staatssozialistishen“ Mitteln keinen Erfolg versprah und daher jene zuerst ablehnte und erst auf ein erneutes dringenderes Schreiben sih zu der Theil- nahme an kommissarishen Besprechungen bereit erklärte, Jn dem leßtgedahten Schreiben 4d. d. 17. November 1871 hielt der Fürst es für geboten, daß „man realisirt, was in den sozialistishen Forderungen als berehtigt erscheint und in dem Rahmen der gegenwärtigen Staats- und Gesellschastsordnung verwirkliht werden kann“. Diese Auffassung von der Aufgabe des Staats gegenüber den Ar- beitern hat sid erst allmählih dur<hgerungen. Von Bedeutung ist es, daß der Fürst diese Ausgabe shon im Jahre 1871 erfaßte, als das Manchesterthum noch mit ungebrochener Kraft in allen Kreisen des Staatslebens waltete und au der „Kathedersozialismus“ noch nicht in die Erscheinung getreten war. Nachdrü>licher, als es hier geschehen, kann man ih kaum für die Nothwendigkeit sozialpolitisher Reformen aus- sprehen. Wenn damals die Angelegenheit „im Sande ver- lief“, so wird man den Grund eben in der damaligen Allein- herrschaft des Manchesterthums erbli>en müssen. E

Wie der Fürst mit dem gedachten Sqhreiben speziell in der Arbeiterfrage einen neuen Grundsay aufstellte, so hatte er {hon Is Jahre vorher gegen den Einfluß und die Herrschaft der „Volkswirthschastslehre“ im Allgemeinen und gegen ihre Anwendung im praktishen Staatsleben wenn au< damals no< niht mit sihtbarem Erfolg Front gemacht, und zwar in einer Denkschrift vom 24. August 1865, in welcher er den Bru<h mit der herrschenden „Volkswirth: schaftslehre“, wie er ihn bisher schon seinerseits thatsählih vollzogen hatte, au< prinzipiell in etner Weise begründet, daß man darin ebenso wie in dem soeben erwähnten Schreiben vom 17, November 1871 den Keim des großen wirth-

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\chafts- und sozialpolitis<hen Umschwungs vom Jahre 1878/79 leiht erkennen kann. Jn dem Entwurf zu dem Jmmediatberiht des Staats-Ministeriums über gewisse Vorschläge zur Verbesserung der Lage der Lohnweber hatte gestanden: diese Vorschläge widersprächen „den ersten Grundsäßen der Volkswirthschaftslehre“. Hierzu bemerkt der Fürst und wir heben diese Stelle a!s für die Grundlage der wirthschaftspolitishen Anschauungen des Fürsten ebenso charalteristish wie epohemachend hervor —:

„Zunächst erscheint es mir der Stellung des Staats- Ministeriums überhaupt nicht entsprehend, daß dasselbe seine Entschließung auf die abstrakten Doktrinen einer volkswirthshaftlihen Theorie gründet. De Auf- gaben des Staats - Ministeriums liegen meines Er- messens nicht auf dem Gebiet der Theorie, sondern auf dem des praktishen Lebens. Es können daher für die Entschließung desselben meiner Ansicht nah die Theorien der Volkswirthschaft nur inso- fern zur Anwendung gelangen, als sie auf das Maß und die Bedingungen der vorhandenen Zustände zurü>geführt sind.“

Dieser damals von dem Fürsten aufgestellte und allein vertretene Grundsay dürfte heute Allgemeingülligkeit erlangt baben. Damals war er aber ein Novum.

YBagrlamentarische Naëzrichten.

Schlußbericht der vorgestrigen (23.) Sizung des Hauses der Abgeordneten. Fortseßung der zweiten Berathung des Staatshaushalts-Etats und zwar des Etats der Bauverwaltung.

Abg. Graf von Kaniß: Es hat mich befremdet, daß -

der Wunsh nah Aufbesserung der Beamtengehälter gerade vom Abg. Broemel hier ausgesprohen wird, denn der Abg. Broemel und seine Partei lassen keine Gelegenheit vorüber- gehen, um eine Erleichterung der Steuerlast und Ver- ringerung der Staatseinnahmen zu verlangen, ih erinnere nux an die leßte Wahlagitation. Es befremdet mich daher, daß von jener Seite die Protektion für unsere Beamten in Anspru genommen wird. J bitte den Abg. Broemel, uns diese Fürsorge zu überlassen, wir sorgen ja dur<h unsere Wirthschaftspolitik für die Mittel zur Besser- stellung der Beamten. Mit dem Abg. Tramm würde ih den Dortmund-Ems-Kanal empfehlen, wenn er der Allgemeinheit gleihmäßigen Nußen brächte. Wir haben aber mit dadur entstehenden Verschiebungen zu renen, welche ein Theil der Industrie bitter empfindet. Durch die Kanalisirungen im Westen würde der rheinis<h - westfälischen Industrie die Konkurrenz mit der oberschlesischen erleichtert. Wie ih deshalb kein warmer Freund des Dortmund-Emskanals bin, fo bin ih no< mehr gegen dessen Weiterführung, den Mittel- landkanal. Die Kanäle in den östlichen Provinzen nüßen dem Getreidetransport sehe wenig, weil die Hauptmasse des Getreides befördert wird zur Zeit, wenn die Kanäle zugefroren sind. Für den Osten sind vielmehr billigere Eisenbahntarise nah dem Westen nöthig. n den Kosten der westlihen Kanäle muß au<h die rheinish-wesisälische Kohlenindustrie angesihts des Vortheils, den sie davon hat, und angesichts ihres Mehrertrags von Millionen in Folge der gestiegenen Preise theilnehmen, die Aktionäre müssen einmal in ihre Taschen greifen. Jch bitte den Herrn Minister dringend, die eingeleiteten Vorarbeiten an den Kanälen niht unnüß zu beschleunigen, sondern sih mög- lichst freie Hand zu lassen und die einander entgegenstehenden Interessen abzuwägen. ; 4

Abg. Wirt h befürwortet die Kanalisirung der Lahn, ist aber gegen diejenige der Mosel, weil durch leßtere Lothringen und Luxemburg einen leihteren Absay ihrer Erze nah Rhein- land und Westfalen erhalten würden, während bisher das Lahngebiet mit seinen Erzen die Hauptnährmutter der rhei- nisch: westfälishen Jndustrie sei.

Abg. Broemel: Die Behauptung des Abg. Grafen Kanit, daß wir in unseren Debatten über die Erhöhung der Beamten- gehälter Wahlagitation getrieben haben, ist ungehörig und unzutreffend. Die sachlichen Gründe, die wir für die Er- höhung beigebraht haben, sind wir bereit, jeden Augenbli> zu vertreten, und der Abg. Graf Kaniß hat nicht das Recht, über dieselben hinwegzugehen und Alles auf Wabl zurückzuführen. Die Fürsorge

agitation konservativen Partei

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Die ugen mit der konservativeñ

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für die Be: zu überlassen, habe.

Partei in wichtigen Eisenbahntarifsragen . sind wahrlih nicht:

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