1890 / 65 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

O

Ballét“in 2 Aufzügen von Ch.

j E, glioni. Zum S&luß: Die Jahreszeiten.

Ka ee, Zud>er, Brot, Swmalz, Salz, Swnaps, Mehl, S<weine- uad

senfleish. Hering, Eier, Bier, Butter, Käse, Spe>; dazu kommen no< wenn au< wohl nicht als Lebensmittel Pctrolcum und Tabak. An den vier E>ken des. Bildes sehen wir abgemagerte Dert\>e, die von Oesterreihern, Russen und Engländern wegen ihrer Lebensmitteltheuerung verhöhnt werden.

Diese Illustration hatte keinen anderen Zwe>, als die Forderung auf Aufhebung der Zölle und Steuern auf Lebensmittel, für wel{he die demokratische Opposition besonders seit dem Herbst eingetreten war, zu begründen. Es wird nicht überflüssig sein, darauf hinzu- weisen, was diefe Forderung zu bedeuten hat. Es sollen also ab- geshafft werden die Zölle bezw. Steuern: 1) auf Kaffee = ca. 46 Mill. Mark; 2) auf Zu>er = 51 Mill.; 3) auf Getreide = 57 Mill.; 4) auf <malz = 3.157000 Æ; 5) auf Salz = 43 Mill.; 6) auf Branntwein = 154 Mil; 7) auf Mehl = etwa 1100000 46; 8) auf Schweine, Ochsen und Schafe = ca. 3 Mill.; 9) auf Heringe = 3 Mill.; 10) auf Eier = 1200 000 4; 11) auf Bier = ca. 2s Mill.; 12) auf Butter = ca. 2730000 4; 13) auf Käse = 1105600 4; 14) auf Petroleum = 34 Mill. ; 15) auf Tabak = 48 Mill. Das Flugblait zählt übrigens no< ni<t einmal alle verzollten Lebens- mittel auf; zum Mindesten hätte no< Reis genannt werden können, der im Jahre 1888 einen Zollertrag von 3575 000 # lieferte ; ebenso Gewürz, welhes 3 145 000 M bra<hte; von Wein und Südfrüthten wollen wir hier absehen.

Zählt man diese Einnahmen aus den Verzollungen und Ver- steuerungen der Lebensmittel zusammen, so würde es sich also bei ihrer Aufhebung um die nette Summe von 480 000 000 4 handeln.

Daß man diese Summe nicht einfa streihen kann, muß jedem vernünftigen Menschen einleu<ten. Wenn man also die Abschaffung der Steuern und Zölle auf Lebenênittel fordert, muß man den Aus- fall anderweitig erseßen, und zwar durch direkte Besteuerung. Auf Preußen entfallen von der Steuer- und Zollsumme ca. 330 Mil- E Diese müßten also in Preußen durch direkte Steuern erseßt werden.

In Preußen liefert na< dem neuen Etat die Einkommensteuer 44 364 000 Æ, die Klafsensteuer 24 681 000 4, die Grund- und Ge- bâudesteuer 72 410 000 4, die Gewerbesteuer 21 119 000 4; ins- gesammt fommt also an direkten Steuern eine Einnahme von 162 754 000 A auf. Um den Auéfall von 330 000 000 #4, wel{her dur<h die Aufhebung der Lölle und Steuern auf Lebensmittel entsteben würde, zu de>en, müßten mithin die bestehenden direkten Steuern in Preußen verdreifa<ht werden. Natür- lih würden dann ni<ht nur alle Steuererlafse aufgehoben, sondern die unteren Klassen würden beinahe dreimal so ho< besteuert werden müssen, wie dies vor dem Erlaß der untersten Stufen ter Klafsenstcuer der Fall war. Die Freisinnigen werden si< diesea Konsequenzen nicht entziehen kênnen. Thun sie es niŸt, dann stempeln fie ihre ganze Agitation für Aufhebung der Steuern und Zölle auf Lebensmittel als das, was sie von vornherein für jeden Verftändigen war, als eine: mit den niedrigsten Mitteln hervorgeruferen Appell an die Begehrlichkeit und die Leidenschaften der Menge.“

Die „S <hlesishe Zeitung“ veröffentlicht folgenden Artikel des Staatsrechtslehrers Professors Dr. Tu dichum zur Frage der Arbeiterwohnungen:

„Wer die Ueberzeucung theilt, daß die Möglichkeit einer Besse- rung der sozialen Gebrehen der Gegenwart dur Ordnung und Sicherung der äußeren Lebenslage der Arbeiterbevölkerung bedingt bleibt, wird s< immer von Neuem ganz befondcrs zu Er- wägungen darüber hingedrängt fühlen, auf wel<em Wege die s<weren Uebelstände, welhe mit den gegenwärtigen Wohnungéverhältnissen der Arbeiter verbunden sind, bekämpft werden können. An durhaus zwe>mäßigen Vorschlägen hier- zu ist in den leßten Jahren kein Mangel gewesen. Solche sind namentli von Miquel, Kalle, Shmoller u. A. gema<t worten, aber an der Ausführung gebriht es bis jeßt no< gänzli, obwohl Reht und Pflicht des Staats zur Geltendmahunz seiner Zwangsgewalt auf diesem Gebiete außer Zweifel stehen. Eine genügende Abhülfe darf man si< aber au von der Durchführung

ilt daher, obne Verzug nah Mitteln und Wegen zu suchen, um t iafieas einer Steigerung des Uebels dur< Zuzug neuer Arbeiter in die Centren der Industrie L tg 8 ;

Eine der Hauptursachen des Zuzugs von tern zu dauernder Niederlassung v bestimmten Orten ist die Gründung neuer Fabriken oder Bergwerksanlagen oder die Erweiterung sol<her. Die Zeiten, in wel<hen Staat und Gemeinden sol<he Metngravunden mit Freude begrüßten und auf mannigfache Weise begünstigen zu müssen glaubten,

nd längst vorüber. Die Gründungen und Erweiterungen industrieller lagen haben bereits längst einen als „ungesund“ gu bezeichnenden Um‘ang angenommen. Das stete Sinken des Zir sfußes begünstigt dieselben, da gegenwärtig Geldanlagen in industriellen Unternehmungen vortheilhafter erscheinen müssen, als der Ankauf von Staatêspapieren oder die bypothekarishe Beleihung. Wenn einmal s<{le>@te eiten, Handelsf\to>ungen oder gar Krie1 hereinbre<en, dürften sich die Folgen der Uebervölkerung in den Centren der Industrie dur< Pplößlih ein- tretende massenhafte Arbeitélosigkeit in beängstigender Weise heraus- stellen Die neuen großartigen Geseße über Arbeiterversiherung haben erheblichen Mißständen abgeholfen, die Lasten der politischen Gemeinden (Armenverbände) dur Abwälzung der ersteren auf die Ünternehmer erleichtert und auf diese Weise au< die Gründung neuer induftrieller Unternehmungen unter s{wierigere. Bedingungen gestellt ; aber für den Fall der Arbeitslosigkeit oder des Sinkens der Löhne ewähren sie keine Hülfe, können vielmehr alsdann ganz eigenthüm- ibe Gefahren im Gefolge haben und namentli<h das Reich und die politishen Gemeinden s{<wer belasten.

Es erscheint hoh an der Zeit, mit -der alten Vorstellung zu bre<en, als wenn es ein selbstverständlihes Menschen- und Bürger- re<t sei, Fabriken zu gründen und Arbeiter dazu von weit und breit beranzuziehen, ohne zuglei< deren Zukunft sicher zu stellen. Eine solche Vorstellung ist ein \{werer Irrthum unsercs fapitalistishen Pee, Wer eine Fabrik errichtet, in wel<her er 100 bis 500

rbeiter beschäftigt, nöthigt die Ortêgemeinde dazu, für den Unter- riht der Kinder der Neuanziehenden zu. sorgen, das Polizeiperfonal zu vermehren, bedeutend höhere Armenlasten aufzubringen , der gänzlichen dadur< bedingten Umgestaltung der aesellshaftlihen und politis<en Verhältnisse namentlih in kleineren Orten gar nicht zu edenken. Es kann \i< mit der Zeit die Nothwendigkeit herauê- tellen, der politishen Ortsgemeinde oder der Kreisvertretung ein Recht des Widerspruchs gegen Neuanlagen gewerbliher Etablissements einzuräumen ; vielleicht ist der Zeitpunkt der Gewährung eines solchen Re(ts nicht so fern, als manche Freiheits\<wärmer glauben. Gegen- wärtig darf man si< indessen no< mit dem Versu<he begnügen, weniger eins<hneidende Mittel anzuwenden, und als eines der nahe- liegendsten und wihtigsten erscheint der Zwang gegen Unternehmer, für genügende Wohnungen der Arbeiter zu sorgen, und“ zwar nicht nur für Sclafsäle, welhe in einzelnen Fabriken bereits vorhanden sind, sondern für getrennte Familienwobnungen und für Schlafziimmer zur Unterkunft Unverheiratheter. In Gesetßesform ausgedrü>t, würde der Grundsaß etwa also lauten: y i

„Vom 1. Januar 18 . . an ift jeder Unternehmer, wel<er eine gewerbliche Anlage neu gründet und in derselben mehr als zehn Ar- beiter beschäftigt, verpflichtet, in ni<t zu großer Gntfernung vou der Anlage Arbeiterwohnungen für verheirathete und ledige Arbeiter zu e, wel<he geseßlide Zubehörung der gewerblichen Anlage

eiben.

Familienwohnungen müssen für die Hälfte der Arbeiter vor- gesehen sein. :

Ausnahmen können auf Antrag der politishen Gemeinde dur die staatlihe Aufsichtsbehörde darn bewilligt werden, wenn die in dem Unternehmen beschäftigten Arbeiter entsprehende Wohnungen am Ort oder in der Nachbarschaft eigenthümlich besißen oder sih zu be- \<haffen vermögen.

Dieselbe Verpfli&tung hat jeder Unternehmer, welcher na<h dem 1. Januar 18 . . die Zahl sciner Arbeiter vermehrt, hinsi{htli< der neu hinzukommenden Arbeiter.“ i : E

Die Bestimmungen mögen na< vorgängiger Prüfung aller in Betracht kommenden Verhältnisse so oder anders gefaßt werden, au könnten mehr Ausnahmen zugelassen werden; die Bestimmungen könnten z. B. in Dörfern erst bei einer Zahl von 20 Ar-

der vorges<hlagenen Maßregeln no<h lange nicht versprechen, und es

Wetterbericht vom 13. März,

Morgens 8 Uhr. Anfang 72 Uhr

Taubert; und E. Graeb.

beitern Play greifen. Auf Einzelheiten if hier niht näher

Musik von P. Hertel.

burg. Fritag:

Residenz-Theater. Dir-ktion: Sigmund Lauten- Zum 35, Male:

demselben am erften ein eilsame Zurüdämms 16e v einisame Arbeiter-Fluthung na den Städten, dieser schlimmsten Grsheinung

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eben; diese Tônnen keine erbebl ursachen, Fobeige nur das Grund vi sge

unserer Zeit, und zvglei< eine Mäßigung des ndungsfiebers er- warten, welches so oft zu unüberlégten, naher bald zusammen- bre<henden Gründungen führt. Die Ges. gebung hat in Bayern jüngst zu dem Mittel gegriffen, die Groß-Bierbrauer stärker ‘zur

teuer heranzuziehen als die Klein-Brauer, um tere vor dem Untergang zu bewahren; man würde den Zwet vielleiht auf rih- tigerem Wege dur< den Zwang zur Beschaffung von Arbeiter- wohnungen erreichen.

Man hat in neuerer Zeit wohl au< von Vorschlägen gehört, dem Recht der Zwangsenteignung ‘in städtis<en Gemarkungen eine größere Ausdehnung zu geben, um tas Bauen zu erlei<tern, oder gar die Stadtgemeinden zu verpflihten, für die Beschaffung billiger Arbeiierwohnungen mit öffentliden Mitteln einzutreten. Damit würden die privatrehtlihen Verhältnisse aber in sehr gefährl Weise ins Ungewisse geseht, den Städten neue finanzielle ivierig- keiten bereitet und ihnen die sonderbare Zumuthung gestellt werden, den Zuzug fremder Arbeiter, der do<h für sie eine Kalamität ift, zu

befördern.“

Nach S<hluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

mene a5

Aachen, 13. März. (W. T. B.) Jn einigen Tuch- fabriken haben die Weber die Arbeit gekündigt, wenn ihnen niht innerhalb 14 Tagen ihre Forderung auf

öhere Löhne bewilligt würde; in einer anderen Tuch: abrik haben die Weber die Arbeit niedergelegt, weil ein Kollege angeblih Uungerehtfertigt entlassen worden ift. (Siehe die „Arbeiterbewegung“ in der Ersten Dege,

Wien, 13. März. (W. T. B.) Nah einer Mittheilung der „Neuen freien Presse“ aus. e wäre die N des Kabinets Tisza nunmehr au<h formell erfolgt und hätte der Kaiser dieselbe angenommen. Das neue t r Szapáry würde sich am Montag dem Unterhause vorstellen. i

London, 13. März. (W. T. B.) Zum dritten Dele- girten O die Berliner Arbeitershuß-Konferenz ist A Eisenindustriele David Daleé in Darlington ernannt worden.

London, 13. Mär:. (W. T. B.) Na einem Telegramm des „Reuter'’shen Bureaus“ aus Et (Süd- afrikanische Republik) vom heutigen Tagesind in Folge der jüngsten era 3 Personen unter der Anklage des Hochverraths verhaftet und nah Pretoria gebracht worden. Jn Johannes- burg hberrs{ht große Aufregung. Jn einem jenes besuhten öffentlihen Meeting wurde die Bildung eines politishen Reformvereins beshlossen und wurden die Verhaftungen auf das Schärfste verurtheilt. Der Reformverein unternimmt die Vertheidigung der Verhafteten. |

St. O 13. März. (W. T. B) Nach offizieller Bekanntmachung soll de in der Wehrpflihts-Ordnung vorgesehene Einberufung der Landwehrleute erster Kategorie zu Uebungsversammlungen alljährlih er- olgen und zwar in den Jahren 1890 und 1891 auf vier

ochen.

Blabad: 13. März. (W. T. B.) Der Kronprinz von Jtalien stattete gestern den drei Regenten Besuche ab. eute ist Se. Königliche Hcheit zum Dejeuner bei der Königin Natalie geladen.

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

Concert-Anzeigen.

Marquise. | Concert-Haus, Leipzigerstr. 48 (früher Bilse).

—=== | Schauspielhaus. 64. Vorstellung. Die Jour- ; i cut s S [22S | nalisten, Lustspiel in 4 Aufzügen von Gustav Frey- E A Bu A Ube I O Karl Meyder - Concert. Freitag, 14. März: S S 'SZS | tag. Anfang 7 Uhr. ._| Sonnabend: Marquise. VI. Virtuosen-Abend. Siationen. | E29 | Wind. | Wetter. |LS | Sonnabend: Opernhaus. 63. Vorstellung, Die j C [28 L 5 | Sugenotten. MTIA in L va Sealte E Familien-Nachrichten Ss Se 2 | beer, xt nah dem Französishen des Scribe, Í ; - V D 8 E | übersegt von Castelli. Tanz von Emil Graeb. | Belle-Alliance-Theater. Freitag: Wit t: Frl. E le mit Hrn. K Mullagbmore| 753 |SW 6'Regen 8 | Anfang 7 Ubr. / änzli< neuer ri an Dekorationen, Kostümen, Ae bl O Ey U, s fut, Clise Aberdeen .. | 751 |SSW 4\wolkig 9 Schauspielhaus. 65. Vorstellung. Aschenbrödel. | Requisiten, mashinellen Einrichtungen u. elektrishen | Schulze mit Hen. Arthur Happel (Leipzig). Christiansund | 747 WSW 8Regen 2 | Lusispiel in 4 Aufzügen von Roderih Benedix. | Beleuchtungs - Effekten: Zum 13. Male: Der | Frl. Silvia Müller mit Hrn. Fabrikanten Ludwig Kopenhagen . | 763 SW 2 bede>t!) 4 | Anfang 7 Ubr. Nautilus. Großes Ausftattungs\tü> mit Gesang | Stöckicht (Göttingen). Frl. Agnes Wedekind Sto>bolm . | 755 EW 4 E Î 2 Tanz 2 f Dann d nt tor nan Mae mit Lr Naet aar pag A (Ealjean ae Mun. Moskau . …. | 756 1/bede : L erne von Carl Pander. Musik von E. Christiani | Frl. Eliazbe andy Elwood m rn. SASZE - Deutsches Theater. Freitag: Der Pfarrer und A. Wicher. Ballets und Gruppirungen von rem.-Lieut. Klipfel (Rochester, Nord-Amerika— Ds 759 |[WSW 4 Regen 9 | vou Kirchfeld. der Balletmeisterin Maria Volta. Musik-Dirigent: annover). Frl. Emma Anthony mit Hrn. E | 2e [SV 1b 9 Sama E, im Frie Se senschaft De: E M O Zn n geseßt vom Fausgiani Biltelig e pcHale S Z 7 7 S : ' reftor Sternheim. Ansang r. reslau). Frl. Luise Linde>ke mit Hrn. Land- A L 1 S Unn / Montag: Faust, J. Theil. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. wirth Richard Minca (Gr.-Möhringen—Fermers- Hamburg .. | 7G S 2hede>tt?) 6 | Mittwoh: Faust's Tod. S N d L S ua Swinemünde | 766 |S 3/bede>t 6 : : L: ereheliht: r. Han ramer m r. Nausahrwasser} 2007 SSW “\bedect L Deer Ce Laie 2. Abonnewents- | (Central-Theater. Direktion: Emil Thomas. FePanna E E I) Pilz o dad Memel ... | 764 |WSW 4bede>t | 4 | Vorstellung. Galante nige. Freitag: Zum 1. Male wiederholt: Ein fideles F : i 4 P D e OA : ris 767 |SO 1beded>i j 7 Sonnabend: Gräfin Lea. 8, Novität f it Ges in 4 Akt [fred Car sfohn m Fr . argareïhe Ô rn “7 E 765 |[WSW 1hbede>t j 4 Sonntag: Der Veilcheufresser. Haus. No , Pofse m ejang in 120 (Pirna). ? & Den “767 Fill Nebel | 7 E T Sagen Be e. W. e ‘ula: Geboren: Ein Sohn: Hrn. Kgl. Reg.-Bau- r Ss | L / unt von 6 essens. n Scene geseßî vom E s L Wiesbaden . | 767 ftillbedeW | 9 Tessing - Theater. Freitag: Die Ehre. | Hirektor Emil Thomas. Anfang 74 Uhr. m (S adi u Geri Mor Mebtg München 767 |[W 3 [Nebel —1 * S@Wauspicl in 4 Akten von Hermann Sudermann. | Sonnabend: Zum 2 M. wiedecholt: Ein fideles (Lebngut Ha g Chemniy .. | 768 (SO 1heite) | 0 | Sonnabend: Zum 1. Male: Das vierte Hans. : | Ne De Amiogeri@ats Assistenten Hellmann (Han- n O d L L nover). Hrn. Eugen Diel (Breslau). Cine Breslau... | 769 |\SO Aheiter 3 | Sonntag: Das vierte Gebot. Adolph Ernst-Theater. Dresdenerstraße 72. S t Aa mee L E E Ile d’'Aix. . | 76 SO 3halb bed. | 4 Freitag: Zum 35. Male: Der Goldfuchs. | Bauführer Hugo Peisker (Berlin). Hrn. Oswald Na | M Duo eln 16 | Wallner-Theater, Kedlag: Sun 61. M-:| Gesu f, ffes, oos, Quan Iaghioh 9 | Hastnann (Bes, Hn. Fe Abtman (Nen . : l N: L ‘| rade). Hrn. Ern en pz g). Hrn. E i: Die Nachbarinuen. Posse in 2 Alten 2a® | Musik von Franz Roth. Anfang Uhr. Becicrongs Baumeister F. Jaenish (Breslau).

1) Nebel. 9 Nebel. 2) Reif. 4) Nebel.

_ Uebersicht der Witterung.

Während das barometrishe Maximum \si< nah Südost-Guropa verlagert hat, ist nordwestli< von Séottland eine tiefe Depression ers<hienen, welche oftwärts fortzuschreiten \<eint. Bei \{<wa<hen, an der Küste südlichen, im Binnenlande umlaufenden Winden ist das Wetter in Deutschland kälter, viel-

Zum 39. Male:

fah nebelig, ohn bare Niederschläge ; in Sachsen | von Alex. und Südbayern R Fröôste ftatt. t E 7 l ér Deutsde Seewarte. - | * Sonnabendt Theater - Anzeigen. S - . . . ô 5 Königliche Schauspiele. Freitag: Opern- | 58. Pal:

baus: - 62. Vorstellung. Coppelia. Phantastisches uitter und A. Saint- Leon: Musik von Leo Delibes. Für die hiesige Königl. Bühne bearbeitet und in Scene geseßt von

Mußk von

_

Sonnabend:

- Poem in 2 Akten zund 4 Bildern von E.

ije 0E

Raymond und Gastyne von

T Akt von Meilhac und Halévy. Anfang 7 Uhr. Sonnabend und Sonntag: König Candaule.

Pictoria-Theater. Freitag: Zum 208. M.:

i rifa. Mean tey n ea kowski und Richard Nathanson.

Friedrich - Wilhelmstädtisches Theater. Mit

3 Akten von Pugo Wittmann und Julius Bauer. r

ius. Frißsche. edermann. Anfan

Vorher:

8 Ritter. Don osse in

König Candazle. Sonnabend:

Die Nachbarinnen.

12—11 Ubr. \{<i<te der Urwelt.

Zeitgemälde in 10 Bildern

Circus Renz, Karlstraße.

¿ . Ballet von C. Severini. Raida Au:

Dieselbe Vorftellung.

neuer Ausstattung; Zum

arme Jounathanu. Operette in

Millô>er. Scene gefeßt von Diri O F adelimreister g7 Ubr,

er arme Jonathau.

Sonnabend: Hrn. Franz Sonntag: 2 Vorstellungen.

Dieselbe Vorstellung.

Urania, Invalidenstraße 57/62, geösfnet von Freitag um 74 Uhr:

Freitag, Abends Im dunklen Erdiheil (Einnahme von Bagamoyo). Große equestrishe Original -Pantomime Vorsühren dec 12 arab. Schimmelhengste dur Hrn. Franz Renz (Original - Dressur) Auftreten der renommirten Luftkünstlerinnen Geshw. Castagna, Großes Hürdle-Rennen mit 24 engl. Vollblut- Springpferden, geritten von Damen und Herren. Austreten der Sgulreiterin Frl. der voczügl. Reitkünstlerinnen und Reitkünstler. Festvorstelung zum Benefiz für Renz und dessen Sohn Oscar.

rn. Regierungs-Baumeister Henze (Köln). rn. Karl Große (S{hauen b. Ofterwie> a. Harz). Hrn. Gustav Thiemi>e (Magdeburg). Gestorben: Hr. Rittergutsbesißer Hermann Bur- <hard (Kieselkehmen), E Konsistorial-Rath a. D. Frhr. von Diepenbroi>k-Grüter (Münster). Hr. Bravereibesißer Robert Kellner (Bad Sachsa). Hr. Dr. phil Hermann Conradi (Würzburg) Hr. Kaufmann Gustav Wauer (Nordhausen). . Hr. Rentier Johann Stienen (Hohfeld). Hr. Eduard Greve (Hannover). r. Auguste Möwis, geb. Jäni>e (Berlin). r. Emi1ie Sinell, geb. Valentin (Berlin).

Die Ge-

Redacteur: Dr. H. Kle.

Berlin: Verlag der Expedition (S< olz).

Dru> der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags- Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Sieben Beilagen (cins<ließli<" Börsen-Beilage).

ephora, sowie

Erste Beilage

-

zum Deuischen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

„2 65,

Berlin, Donnerstag, den 13. März

1890.

Deutsches Reich. Nachweisung

der Einnabme an We(chselstempelsteuer im Deutshen Reich für die Zeit vom 1. April 1889 bis zum Schluß des Mona s Februar 1890.

E. 2. i 3, 4. 5. 6. i ; 21 (Et Einnahme in dem-| Ja 1889/90 Ober-Post-Direktions-Bezirke im Monat 3 N Zusammen des Vociahres. ; + mehr : Februar 1899 Vormonaten (Spalte 4) weniger M6 |_-S K [Sl M E T S M S I. Im-Reihs-Postgebiet. 1) Königsberg 10 133 | 60 102604 | 10 112737 | 70 105 463 | 30 | + 7274 | 40 2) Gumbinnen . 3108 | 50 35 439 | 60 38 548 | 10 33527 | 70 | + 5020 | 40 3) Danzig . . 6457 | 80 80134 | 30 86 592 | 10 90 909 | 80 | 4317 | 70 E 63 632 | 30 809 990 | 70 873 623 | 832 764 | 60 | + 40858 | 40 5) Potsdam . 3311 | 20 36177 | 50 39 488 | 70 36781 | 10 | +1 2707 | 60 6) Frankjurt a. O. . 5 465 | 30 62139 | 40 67 604 | 70 65234 | 70 | + 28370 | 7) Stettin u - 6335 | 10 71524 | 75 77 859 | 85 73782 | 70 | + 4077 | 15 8) Köslin . 1308 | 30 13 736 | 50 15 044 | 80 13405 | 90 | + 1638 | 90 9 Bien E 3 745 | 60 46 120 | 70 49 866 | 30 47191 | 40} + 2674 | 90 10) Bromberg . 2321 | 909 27654 | 90 29 976 | 80 26588 | 60 | + 33838 | 20 11) Breslau —. 13 280 | 50 142756 | 30 156 036 | 80 133 026 | 80 | + 23010 | 12) Liegniß. . 8478 | 80 81 339 | 30 89 818 | 10 81114 |10| + 8704 | 13) Oppeln. . 4361 | 50 49 431 | 10 53 792 | 60 48 985 | | + 4807 | 60 14) Magdeburg 15 568 | 60 153 308 | 90 168 877 | 50 148 256 | 65 | + 20620 | 85 15) Halle a. S. . 8 229 | 90 76108 | 30 84 338 | 20 73731 | 20 | + 10607 | 16) Erfurt . 11 872 | 60 121925 | 20 133 797 | 80 129 072 | 60 | + 4725 | 20 17) Kiel . 4 848 | 90 56 085 | 10 60 934 | 54 959 | 50 | + 5978 | 50 18 nnover . 7035 | 80 73 725 | 70 80 761 | 50 69 001 | 90 | + 11759 | 60 19) Münster . 2427 | 20 21 027 | 80 23 455 | 21835 | 30 | + 1619 | 70 20) Minden 4 619 | 50 52 632 | 50 57 292 | 52 623 | 40 | + 4628 | 60 21) Arnsberg . , 16 886 | 20 169 600 | 30 186 486 | 50 172124 | 10 | + 14382 | 40 22 R S 5 090 | 50 51235 | 80 56 326 | 30 52 548 | 20 | + 83778 | 10 23) Frankfurt a. M. 28412 | 90 291 662 | 30 320 075 | 20 292 457 | 20 | + 27618 | 24) Koln 15 087 | 90 157856 | 40 172 944 | 30 160371 | 30 + 12573 | 25) Aachen . 7129 | 40 76 256 | 30 83 385 | 70 78 009. | 70 | + 595376 | -— 26) Koblenz 3 639 | 90 39127 | 70 42 767 | 60 39136 | 50 | + 53631 | 10 27) Düsseldorf 40 563 | 409 389 | 70 449 952 | 70 422 182 | 80 | + 27769 | 90 28) Trier . 1679 | 30 17663 | 60 19 342 | 90 18988 | 90| + 8354 | 29) Dresden 15 510 | 40 147 639 | 70 163 150 | 10 143 639 | 40 | + 19510 | 70 30) Leipzig . . 42 235 | 30 424571 | 20 466 806 | 50 423 428 | 20 | + 43378 | 30 31) Karlsruhe . 19 703 | 10 202 260 | 70 221 963 | 80 216 260 | 60 | + 5703 | 20 32) Konstanz . 5 364 | 90 63 388 | 80 68 753 | 70 67422 | 90 | + 18330 | 80 33) Darmstadt . 11 250 | 20 115 089 | 60 .126 339 | 80 121983 | 60 | + 4356 | 20 34) S<hwerin i. M. . 2057 | 60 24 920 | 45 26 978 | 05 24062 | 55 | + 2915 | 950 35) Oldenburg. . 3226 | 30 35 798 | 39 024 | 30 37352 | 90 | + 1671 | 40 36) Braunschweig. 3881 | 10 50566 | 10 54 447 | 20 52 893 | 90 | 4+ 1553 | 30 37) Bremen i 16 911 | 30 165 466 | 90 182 378 | 20 154515 | 10 | + 27863 | 10 38 Pana e 64490 | 20 695 012 | 60 759 502 | 80 680 602 | 10 | + 78900 | 70 39) Straßburg i. E. .. 18 483 | 50 169823 | 90 188 307 | 40 177290 | 60 | + 11016 | 80 40) Mey R O 2930 | 10 37321 | 60 40 251 | 70 33859 | 90 + 6391 | 80 Summe I. 511076 | 5 458514 | 30 5 969 590 | 30 5 507 382 | 70 | -+462 207 | 60 II. Bayern . L 95 175 | 90 593 193 | 80 608 369 | 70 562238 | 50 J + 46131 | 20 TII. Württemberg . . 22 939 | 20 229 542 | 60 252481 | 80 232038 | 40 | + 20443 | 40 Veberhaupt 589 191 | 10 | 6241250 | 70| 6830441 | 80 | 6301659 | 60 | + 528782 | 20

Berlin, im März 1830.

Haupt-Buchhalterei des Neihs-Schatiamts.

Biester.

Fürst Bismar> als Volkswirth.

IV. (Stluß.)

War au bis zum Jahre 1880 bis wohin die von ktenstü>e reihen die S

egenstand parlamentarischer Berathungen, in den Aktenstü>en schon deutliche der Vorbereitung dazu, die in ihrer Bedeutung erheblih über die gelegentlihen Aktionen des Kanzlers jenes nothleidenden Theils der Bevöl

Poschinger herausgegebenen reform noch E so finden si<h do

u Gunsten dieses oder erung und über die | sei

ozial-

puren

Aufstellung des Grundsaßes von der Nothwendigkeit der Be- | am

friedigung der bere<htigten Forderungen des Sozializmus

hinausgehen.

eine

Der Kanzler hat hon im Jahre 1868 (in zwei Schreiben | sagt

vom 15. Januar und 2.

empfunden, über soziale Mißstände, wie in der Lage der arbeitenden Klassen dar- stellen, besser unterrichtet zu werden. Er klagt darüber, daß es dem staatlihen Organismus in vielen Beziehungen an den- jenigen Organen fehle, welche berufen und geeignet sind, die Wechselwirkung zwischen der Staatsregierung und dem wirk- lihen Leben, insbesondere dessen in der Neuzeit erst ent- I Wirkung sowohl im Staats- wie im Wirthschafts. wi>elten Erscheinungen, zu vermiliteln und aufreht zu erhalten.

Er hält die Errichtung eines Kontrolamts für den Börsen- verkehr wie au die Beschaffung besonderer Organe sür nöthig, welche die Regierung über die Lage der arbeitenden Klassen, der ländlihen wie der industriellen einschließli< der kleinen

verkehr wie au

ébruar) al das Bedürfniß ie sich im Börsen-

Stellen in den polnishen Theilen

eben Ministerlaufbahn entgegentrat: er Interesse dem f 2

ZU dem Kapitel der Sozialreform wird man auch

sowie die Befürwortung von jen (4. Dae

hier no< erwähnt, daß Fürst

inspektoren wurden im Jahre 1878 vom Bundesrath ange- nommen.

das

nteresse des Kanzlers für die Benußung der Post als Anstalt für Lebensversicherung, Altersversorgung und Spar- inl 5 e zum Wohle der arbeitenden Kla Anstalten für die arbeitenden Klassen, für welche der Kanzler sogar hon am 18. März 1863 eintrat, rechnen können. Endlich Bismar> bereits

en (4. Dezember

ngs-

27. Februar 1875 die Schaffung deutscher bäuerlicher

reußens angeregt hat,

Anregung, welhe wie P inger in einer Anmerkung r

damals ohne s\{riftlihe

| ! widerung blieb, die aber in umfassender Weise vor vier Jahren verwirkliht worden ist.

Fassen wir unsere Betrachtungen, zu welchen die von

Poschinger herausgegebenen Aktenstü>e den Anlaß gegeben aben, zusammen, f olkswirth der herrshenden Volkswirthschaftslehre, deren un-

o ergiebt si<h, daß Fürst Bismar

ex erkannt Anfang e

hatte, glei<h von

als

iner stellte das staatliche è rivatinteresse, das Jnteresse der Gemeinschaft demjenigen des Einzelindividuums, das nationale dem inter- nationalen und dem ausländischen Jnteresse, das Jnter-

E B taa genauer unterrichten, damit in Zukunst solchen ese der Produktion demjenigen der Konsumenten, das Fnter-

heinungen, wie es der damalige Not war, vorgebeugt werden könne. Demselben Bedürfniß einer Besserung der Lage der Arbeiter en L 20. Mai 1873 an den damaligen Minister für die landwirthschaft- lichen Angelegenheiten Grafen Königsmar>, worin der Fürst es als nothwendig erklärt, daß zu der Vor Vorlagen, welche tiefer in volkswirthschaftlihe Verhältnisse eingreifen, praktis<h bewährte Sachkundige hinzugezogen werden, anstatt die Betheiligung auf die amtlichen Kreise zu be- hierin wohl den Keim zu dem er d Reformprojekte an die oten, -

schränken. Man kann

l

tspringt das

stand in Ostpreußen | e

reiben vom

bereitung legislativer

errihteten Volkswirthschaftsrath erbli>en. Bn zwei

vom 30. September 1876 und 10. August 187, Fürst über die Frage der Frauen- und Kinderarbeit sowie über | Die das JFnstitut der Fabrikinspektoren aus: in dem leßteren Sqreiben also bereits im Sommer 1877 stellt der Kanzler die Kranken-, Unfall- und Jnvaliditäts- Bienen; Jedem, der sih hie esezgebung zu Gunsten der u

aftlih Schwachen auf, das neunte gahrzchnt dieses | in 0 rhunderts ‘hat dieses Ziel nunmehr erreicht : äge über eine Neuregelung des Dienstes der Fabrik-

versiherung als Ziele der wirlhscbastlig Sha

7, läßt si der und

Seine Vor-

versieht, geben ebenso wie der er i unter dem Tilel 10 Wesi Bismar> als Volkswirth“ rüber unterrihten will, volle eils in der Sache, theils Kanzler zu fortwährend troy alledem der erfolgenden Anregungen wird man

klärung. Bei den mannigfachen th

überwinden hatte, und bei den immer von Neuem wie

en entgegen und vertrat von vorn erein die räfte, wel

e der wirthschaftli< leidenden und minder wohlhabenden Klassen demjenigen der wohlhabenden und wirthschaftlih särkeren Klas fassurig, daß der Staat in das freie Spiel der Kräfte, die Shwachen, die nationale Arbeit und scließlih die Kraft des Staats selbst zum Erliegen gebraht haben würde, mit starker Hand eingreifen moe : / N Aber nur ganz allmählich sind seine volkswirthschaftlichen Anschauungen zum Siege gelan

les

t. Bevor die hierauf be- Oeffentlichkeit traten, hatten

mit welchen As die

ersonen begründeten Hindernissen, die der

ie schon langwierige Vorbereitungen, die mit Beharrlichkeit ähigkeit von dem Kanzler betrieben wurden, hinter sich. merkungen, ftenstüde

ste Theil des Werks, welches

er-

an die Wahrheit des Wortes erinnert, wel<hes Fürst Bizma am 9. Juli 1879 im Reichstage R On E j Mein Vorbild ist Robert Bruce in seiner Geschichte mit der Spinne, an deren stetem Wiederaufklimmen nah dem Herunterfallen er si< ermuthigte, um seinerseits das, was er für Recht und seinem Vaterlande für nüglich hielt, auch bei den übelsten Aussichten niht aufzugeben.“

Parlamentarische Ngchrichten.

Schlußbericht der gestrigen (26.) Sizung des Hauses der Abgeordneten. - Fortsezung der Berathung A A n- trages der Abgg. Dr. von Stablewski und Gen., betref- fend die Wiedereinführung der polnishen Sprache in den Volksschulen der polnisch redenden Landes- theile als Unterrihtsmittel und Unterricht sgegen- stand und die Ertheilung des Religionsunterrichts

aus\<{<ließli< in der Muttersprache. Goß Ner der geistlißhen 2c. Angelegenheiten, Dr, von

Meine Herren! Es lag nit in meiner Absiwt, sofort nah de ersten Redner das Wort zu ergreifen. Jch thue es auch Jn E dem Eiudru>k des Angriffs gegen einen meiner Räthe, der auf meinen Vorschlag von Sr. Majestät in eine leitende Stellung in meinem Ressort erhoben worden ist. Ih will nit untersuchen, ob es den Gewohnheiten des Hauses entspricht, hier diese Art von Kritik zu üben. J will au<h nichi untersuhen, ob es Sr. Majestät gegen- über ri&tig ist, ihm gewissermaßen Vorschriften zu maten, wie er die Ernennungen zu vollziehen hat; namentli<h na<hdem in den leßten Worten der Herr Vorredner cinen sehr bezeinenden Appell an die Person des Monarten gerichtet hat. J nehme aber das Wort, um zu erklären, daß ih per!önlich für den Hrn. Ministerial-Direktor Kügler eintrete, und daß, wenn Sie gegen ihn persön- li Angriffe haben, Sie die Güte haben mögen, sie unmittelbar an mich zu rihten. Ih habe immer erklärt, daß ih für meine Beamten cintrete, und daß, wenn sie Fehler machen, ih dieselben zu rügen wisse. Das weise ih aber auf das Bestimmteste zurü> und erwarte den Bewze!s

von dem Herrn Vorredner, daß der genannte Herr in irgend einer Stellung eine Agitation oder eine Thätigkeit gegen Katholiken unterflüßt oder geleitet habe, Es ist ja das das Kunststü> des Herrn Vorredners, daß er

glauben machen will, daß die Polenfrage und die katiholis<he Frage a de>en, J< werde darauf vielleiht mit einigen Worten N

ommen.

_ Nach dieser allgemeinen Einleitung erkläre ih mi gern bereit, wie früher, auf alle Einzelheiten des Antrags cinzugehen; ja, ih würde sogar in der Lage sein, einen großen Theil der Spezialitäten, welhe der Vocredner vorgeführt hat, hier zu beleuhten, Jh glaube aber, es kommt im gegenwärtigen Moment niht darauf an, denn das Material ist weits<i{@tig und die Aussprache des Herrn Vor- redners ist nit derart, daß ih sofort im Stande bin, danah meine Materialien zu ordnen. Bekannt ist übrigens, daß niht in Folge des Antrages des Hrn. von Stablewski erst die Zuschriften, von denen er sprah, an ihn gekommen sind, sondern es sind in den polnischen Blättern und auf fonst geeignete Weise Aufrufe er- lassen worden, um das geeignete Material für die heutige Debatte und für die künftigen Kultus, Etatsdebatten zu bes<haffcn. Es wäre ja auh nicht möazlih gewesen, in so kurzer Zeit ein so großes Material anzuhäufen. Ich bin zwar nit in der glü>lihen Lage, das vor- geführte Material {on vorher prüfen zu können, ih habe aber, weil ih das Verfahren der Herren kenne, jeden Bericht, den ih in den polnischen Blättern gefunden habe, gesammelt, geprüft, gesihtet, und ih bin, wie gesagt, in der Lage, die meisten Einzelheiten wohl zu beantworten.

__Die Sculfragen, wel<e der Herr Vorredner im leßten Theil seines Antrages und seines Vortrages erörterte, sind nur zu verstehen und ritig zu beantworten, wenn man ganz genau unterscheidet, wie die verschiedenen Zweige des Unterrichiswesens in den in Rede stehenden Landestheilen \i< entwi>elt haben; man kommt daun zu dem Urtheil, daß eine Reihe von \{<einbaren Beschwerden keine wirklichen sind oder solhe Sachen betreffen, welche in der Entwickelung si< befinden. Méine Stellung zum Simultan- \hulwesen habe i< nit verändert, wie dies Herr Abg. von Sta- blewsfi darzustellen suhte; ih habe aber au< shon wiederholt zu Jhrem Verdruß glaube ih mindestens zwei Dußend Male klar zu machen versu<t, weshalb die Simultanschulfrage in den ehemals polnischen Landestheilen eine andere Gestaltung gefunden bat, wo es si< um eine schr arme, sehr dünne Bevölkerung handelt und um Gegenden mit els Nationalität, sodaß wir ia derselben ver- schiedene Konfessionen und Nationalitäten haben, Jh möchte das deshalb heut nit wiederholen, zumal i< glaube, es ist auch bei cincm großen Theil der Herren bei der steten Wiederholung dieser Fragen von polnischer Seite ein gewisser Ueberdruß entstanden. Vemerken will ih nur, daß gerade die neucre Thätigkeit der Unter- rihtsvecwaltung auf Grund des Nachtrags»-Etats von 1886/87 dazu geführt hat, die Zahl der Simultanschulen zu vermindern. Erst damals sind wir in die Lage geseßt worden, für die deutshen Mino- ritäten, welhe in Oberschlesien katholischer Konfession, in den anderen ehemals polnishen Landestheilen überwiegend evangelisher Konfession sind, besondere Schulen zu gründen. Dabei ist es uns in steigendem Maße gelungen, die Zahl der Schulsozietäten, wel<hen Kinder ver- schiedener Nationalität und Konfession angehörten, zu ver- mindern und damit die Simultanschulfrage aus der Welt zu \c<affen. Aber ih wiederhole auch hier: alle diese Neuorganisationen haben eine Grenze da, wo si< katholishe Minoritäten deutscher Nationalität mit ciner überwiegenden Zahl polnischer katholischer Kinder vereinigt finden, weil die Erfahrung darüber klar ift, daß unter solhen Verhältnissen dem Deutshthum zahllose, besonders deu!sh-katholishe Familien verloren gegangen sind. Ueber die Simultanschulen, wie alle Fragen des Unterrichts habe ih gesucht, in der in Ihren Händen befindlihen Schulstatistik vom 20. Mai 1886 Klarheit zu hafen, und da man bekanntli im eigenen Vater- lande feine Anerkennung findet, so will ih nur sagen, daß e Ner, R S ihr (g auf konfessioneller V eunbiggs aufbauen, a c)ites Ziel ihres Trachtens den Zu WeUN B Friußen e befinden. F MNNRNO erathten, in

ine andere sehr viel s{wierigere Frage, welche eine gar der Fälle de>t, welche der Herr Vorredner Sue ange t A berührt die Schulen, in welchen heute die katholishen Kinder dominiren, die evangelis<hen in ter Minorität sind, und deren Lehrer doch no< evangelisch sind. Das hängt mit den sehr großen Schwierig- keiten zusammen, zu welchen die nationalen Vers iebungen führen, welhe im Laufe des legten Jahrzchnts in den ehemals“ pol- nischen Landestheilen, namentli in Westpreußen, < entwi>elt :

habe auch darüber wiederholt gesprochen, hab : Hehl daraus gemacht, daß die Vers cou Ver Natioolitäten für die Untertichts-

namentlich dur< die Einwanderung aus Rußland verwaltung die allers<hlimmsten und übelsien Wenn heute ein Gutebesizer, um st< billige

olgen gehabt haben. folgen g e zu vero

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