1890 / 81 p. 11 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Na< Mittheilung des Statistishen Amts der Stadt Berlin sind bei den biesigen Standesämtern in der Woche vom 16. März kis inkl. 22. März cr. zur Anmeldung gekommen: 313 Ebesließungen, 956 Lebendgeborene, 38 Todtgeborene,

634 Sterbefälle.

Kunft und Wissenschaft.

Am 27. März starb in Breslau der Geheime Regierungs-Ratb, Professor Dr. Löwig, im Alter von 87 Jahren. Löwig galt seit dem Tode Chevreul’'s als der Neftor unter den Chemikery. Nach- dem er zunächst die Pharmazie in seiner Vaterstadt erlernt, dann în L und Berlin studirt, wurde er 1833 als Professor nah

üri und im Jahre 1853 nah Berlin berufen. Um die Entwi>- îung der chemis<en Industrie in Shlesien hat ih Lôwig große Verdienste erworben. S

Die Redaktion dcr „Wiener Mode“ veröffentliht in dem soeben erschienenen ersten Hefte des Frübjahrêquartals eine Preis- aus\<hreibung für weibliche Handarbeiten, die sowohl dur die Höhe der Preise, als au< dur die Zusammenseßung des Preisrichterkollegiums allseitig interessiren dürfte. Es kommen Geld- preise von 200, 100 und 50 Gulden, sowie 100 werthvolle Medaillen zur Vertheilung. Als Preisrihter fungiren die Herren Hofrath von

alke, Direktor des K. K. österreihishen Museums für Kunst und dustrie; Hofrath Stor>, Direktor der Kunftgewerbeshule; Direktor Dr. Îlg; die Damen Therese Mirani, K. K. Kammer-Kunststi>erin, und Marie Bergmann, Leiterin des Kunstiti>-Ateliers im Frauen- erwerbvereixz. Wir zweifeln ni<t, daß diese Preisbewerbung, sowie die damit verbundene öffenilihe Ausstellung die lebhafteste Betheili- gung der Frauenwelt finden wird. Die näheren Bestimmungen ent- bält das oben erwähnte Heft der „Wiener Mode“ vom 1. April, das

in jeder Buchha1 dlung aufliegt.

Handel und Gewerbe.

Berlin, 28. März. (Amtliche Pretsfeststellung für Butter, Käse und Schmalz.) Butter: Hof- und Genofsen- \chaftsbutter Ia. 103—106 #, IlIa. 97—102 M, Ila. —,— #, do. abfallende 90—9 #, Land-, Preußische 80—85 #4, NepbrüSer 80—85 M, Pommerjshe 80—S5 A, Polnische 80—85 #, Bayerische Sennbutier —,— , do. Landbutter 75—80 Æ, Schles. 80—83 M, Galizisde 68—73 # Margarine 40—70 4 —- Käse: Schweizer Emmenthaler 90—95 4, Bayerischer 70—75 , do. Ost- und Weft- preußischer, Ia. 70—75 #, do. Ila. 60—65 #Æ, Holländer 85— 90 Æ, Limburger 42—45 #Æ, Quadatmagerkäse 12—25 # Sémalz: Prima Western 17 % Ta. 41,00 #, reines, in Deutsch- land raffinirt 45,00—48 #, Berliner Bratenscbmalz 48—ö1

in Amerika raffinirt 40,00 Æ, in Deuts<land rasfinirt 43—45 M Tendenz: Butter: Die erwartete Besserung trat nit ein und haben Preise etwas nahgeben müfsen. Swhmalz: unverändert. : :

Vom obers<hlesis<en Eisen- und Metallmarkt berichtet die „Séles. 23rg.*: Im Eisenmarkt erhielt si die bisherige Festigkeit, und die Höhe der von den Werken auszuführenden Liefer- mengen läßt auf die andauernde Kauflust der Verbrauchékreise s{ließen. Bei Ausgang des Quartals standen îm Industriebezirke 30 Kokes- hoböfen im Feuer, und zwar: auf Borsigwerk 2, Betblen-Falva- bütte 2, Donnerémar>thütte 3, Friedensbütte 3, Gleiwigzerbütte 1, Hubertusbütte 2, Iulienhütte 4, Königshütte 6, Laurahütte 5, Redenhütte 1, Tarnowigzerbütte 1. Bei dem angestrengtes Be- triebe, zum . Theil în den neuen, mit steinernen Wind- erhißern arbeitenden Oefen beträgt die wöhentliwe Er - zeugung 2700—3000 t Roheisen, wel<he Menge gleihwohl nicht binreiht, den Bedarf der obershlesishen Walzwerke und Gießereien u de>en. Unter den von Auswärts bezogenen Erzen nehmen \<{wedische und Scmiedeberger Magneteisensteine, steverisGe (Inne- berger) Eisenspathe und polnis<he T oneisensteine bedeutende Posten ein. Die Eisenerzförderungen des Reviers sind bedeutend ausgedehnt worden, u. A. diejenige der Oberschlesischen Eisenindustrie A.-G bis auf 350 000 t pro Jahr. Auf der Falva- wie auf Laurahütte unt, ein neuer Hohofen fertig und wartet der Inbetriebsezung; auf Hubertushütte, Friedens- und Gleiwiyzer Hütte stehen je ein Dfen im Bau. “Die Eisengießereien sind vollauf bes>äftigt, und zwar einzelne, wie Königs- und Laurabütte, nur für eigenen Bedarf zur Versorgun der Werke mit Walzen, Rohren, Coquillen, Platten u. st. w. Au die Maschinenbau-Anstalten arbeiten auf das Angestrengteste, da mit den vorliegenden Aufträgen das Jahrespensum gede>t sein dürfte. Der Maschinenfabrik der Donnersmar>bütte ist die Ausfüh- rung „einer Anzabl der Schmidt’ schen Patent-Röbrenkefsel für die irma Hulds<insky Söhne übertragen, welche dieselben na< China,

apan und Australien versendet. Die Walzeisen- und Stahlwerke führen ihren angespannten Betrieb weiter, da der Begehr \sih auf Handelseisen a. A,, Träger, Bleche, Bandeisen, Profilsorten erstre>t, und die fertige Waare geht sofort zur Verladung. Die Stahlwerke sind mit Lieferungen von Swienen, Rädern, Luppen und Knüppeln, Blechen ausreichend beseßt ; bedeutende Posten von Stahlfabrikaten gingen na< Polen hinüber. Auf Bismarckhütte soll das neue Ble<walzwerk zu „Anfang n. M. in Betrieb kommen. Der Zinkmarkt behielt seine matte Haltung, ohne daß dringendes Angebot an ihn heranzetreten wäre. Die nominelle Preisnotirung für gewöhnlihe Marken ist 22 4 Auch auf dem Bleimarkte bat \sih keine Aenderung vollzogen.

Leipzig, 28, März. (W. T. B.) Kammzug-Termin- handel. La Plata. Grundmuster B. pr. April 4,875 F, pr. Mai 4,874 M, pr. Juni 4,874 #, pr. Juli 4,875 4, pr. August 4,874 M, pr. September 4,874 #4, pr. Oktober 4,877 4, pr. No- vember 4,877 , pr. Dezember 4,87 # Umsay 130000 kg.

Ruhig. (W. T. B.) An der Küste 3 Weizen-

London, 28. März. [ladungen angeboten.

Manchester, 28. März. (W. T. B.) 12r Water Taylor 7,

30r Water Taylor 9}, 20r Water Leigh 82, 30r Water Clavton 8, 32r Mo> Brooke 87, 40r Mayoll 9è, 40r Medio Wilkinson 11, 32r Warpcops Lees 8#, 36r Warpcops Rowland 9}, 40r Double Weston 102, 60r Double courante Qualität 133, 32° 116 yds 16 K 16 grey Printers aus 32r/46r 180. Stetig.

Glasgow, 28. März. (W. T. B.) Die Vorräthe von

Roheisen in den Stores belaufen #|< auf 830 045 Tons gegen 1 032 932 Tons im vorigen Jahre. Die Zahl der im Betriebe

efindlihen Hohöfen beträgt 89 gegen 82 im vorigen Jahre.

N New-York, 28. März. (W. T. B.) Baumwosllen- Wochenbericht. ufuhren in allen Unionshäfen 40 000 Ballen; Ausfubr na< Gro britannien 36 000 Ballen; usfuhr na< dew

Kontinent 34 000 Ballen; Vorrath 395 000 Ballen.

Verkehrs - Anstalten.

London, 28. März. (W. T. B.) Der Castle-Dampfer „Garth Castle“ hat gestern Madeira äuf der Heimreise passirt. Der Castle-Dampfer „Pembroke Castle“ ist heute von Capet own auf der Heimreise abgegangen. Der Castle-Dampfer „Duart Castle“ kat die Canarischen Inseln auf der Aus- reise gestern pasfirt. Der Caftle-Dampfer „Hawarden Castle * ift am Mittwoh von Capetown auf der Heimreise ab- gegangen. Der Castle-Dampfer „Norham Cafstle* ift heute von Dartmouth auf der Ausreise abgegangen der Castle- Dämpfer „Grantully Castleb* ist gestern auf der Ausreise in ‘Durban (Natal) angekommen.

Theater und Musik.

F : Königliche Schauspiele.

Der Spielplan der Oper für die nähfte Woche lautet : Sonntag: „Die Afrikanerin*. Montag: „Lohengrin“. Dienstag: Tannhäuser“. Mittwoch: „Das Käth<hen von Heilbronn“.

Rineicisiog : Geschlossen. Freitag: Geschlossen. Sonrabend: Ge-

en.

Für das Schauspiel: Sonntag: „Die Anna-Lise“ ; Montag: „Feurige Kohlen“ ; Dienstag: „König Lear“; _Mittwoh: „Natalie“ ; Donnerstag: Geschlossen. Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Ge-

\<lossen. Deutsches Theater.

Morgen wird das vieraktige Schauspiel „König Midas*“ von Gunnar Heiberg zum erften Male wiederholt; übermorgen wird „Faust I. Theil“ und am Mittwo<, 2. April, „Faust's Tod“ ge- geben. Am Dienstag, 1.,, Donnerstag, 3., und Sonnabend 5, finden

. Auffübrungen von „König Midas“ ftatt. Am Freitag, 4, bleibt das

Theater und die Kasse ges<lossen. Für Sonntag, den ersten Osterfeier- tag, ist eine Wiederaufnahme von Ludwig Anzengruber's „Der G'wifsenswurm“ und für Montag, den zweiten Feiertag, „König

Midas* angesetzt. gesept Berliner Theater.

„Wallenstein's Tod“ wird, wie “nunmehr feststeht, Donnerstag, 3. April, zum ersten Male in Scene geben. Die Rolle des Wallenstein spielt Ludwig Barnay. Der Beseßung mit den ersten Kräften entspriht der glänzende äußere Rahmen, welcher den s Ausslibrungen durch dekorative Auéstattung u. \#. w. ge- geben ift.

Das Repertoire für die nähste Wotbe lautet: Sonntag: „Wittwe Scarron*, „Ein Liebeszeichen“ , „Hexenfang“, „Kaudel's Gardinen- predigten®. Montag: „Der Veilchenfrefser“. Dienstag: „Gräfin Lea*. Mittwo<: „Wittwe Scarron“, „Ein Liebeszeiher.*, „Heren- fang*, „Kaudel's Gardinenpredigten*. Donnerstag: „Wallenstein's Tod*. Freitag: Geschlossen. Sonnabend: (29. Akonnements - Vor- ftellung): „Wallenstein's Tod“.

Lessing-Theater. : S

Nebermorgen gelangen die beiden {on angen Novitäten „Iuliette“ von Octave Feuillet und „Trudels Ball“ von Hans von Hopfen zur ersten Aufführung. Am Dienstag wird Hr. Adolf Klein zum ersten Male na< der Rüd>kehr von seinem Urlaub in Ludwig Anzengruber's Volksftü> „Das vierte Gebot" wieder auftreten.

Wallner-Theater. :

_ Der 4 aktige Schwank von Carl Laufs: „Cin toller Einfall“ bleibt au< in den nächsten Tagen auf dem Repertoire ; ihm geht von Sonntag ab der Einakter: „Der dritte Kopf * von Franz Wallner voran. E

Friedri<-Wilhelmstädtishes Theater.

Die Aufführungen des „Armen Jonathan“ treten am Montag bereits in das dritte Stadium der sogenannten Jubiläume- Abende. Die erfolggekrönte Operette geht an diesem Abend zum 75, Male in Scene.

Concerthaus.

Morgen gelangen beliebte Orchesterwerke von Weber, Beethoven, Rubinstein, Wagner, Litolf, Waldteufel, Strauß, Eile:.burg, Auber Soli für Violine (Hr. Concertmeister Quee>ers), Harfe (Frl. Lem- bô>) und Cornet à Pifton (Hr. Richter) zur Aufführung. Am Montag, 31. März, veranstaltet Kapellmeister Meyder| unter gütiger Mitwirkung des Königlichen Hof-Opernsängers Hrn. Friß Ernst eine Haydn-Feier.

; Philharmonie. i:

Die „Berliner Liedertafel“ gab gestern unter Leitung des Hrn. A. Zander ein Concert, welhes außerordentlih zahlreich be- su<ht war. Der \{öône frishe Stimmenklang, der bei den Tenören bis ins hohe H und bei den Bässen bis ins Contra-A hinab seine volle Kraft behält, die musterhafte, bei s<nellem Tempo oft überrashende Präzision in der Zusammenwirkung, die Deutlichkeit der Auésprache selbst im leisesten Flüstern der Worte, vor Allem aber die höchst ver- ständnißvolle und lebendige Ausdru>sweise, die stets die geistige Durh- bildung der Mitglieder des Vereins erkennen läßt, gaben dem- selben die Bedeutung eines künstlerishen Vercinigurg ersten Ranges, Der Ckaraktec eines jeden der vershiedenartigen Chorlieder, der ernste, wie der heitere, wurde auf das Treffendste wiedergegeben. So gelangen denn au< die ahtstimmige Motette von Grell, „Die Weihe der Naht“ von E. E. Taubert, „Scheiden und meiden“ von Jüngst, „Steh) fest, du deutsher Eichenwald" von Isermann ebenso vollkommen wie die humoristischen: „Liebes\cherz“ von Silcher, „Sei kein Narr“ von Dregert und „Hüte Dich“ von Girschner, Lauter oft stürmischer Beifall und Hervorruf des Dirigenten folgte na< den meisten der Chorlieder. Die schr vortheilhaft bekannte Concertsängerin Frau E. Feininger unterstüßte das Concert dur den Vortrag einer Arie von Mozart, der „Mignon-Polonaise“ von Thomas und einiger Licder. Ihre bewundernëwerthe Koloratur- gewandtheit kam in der Polonaise vortrefli< zur Geltung. Auch war ihre tiefempfundene Ausdru>sweise in den anderen Gesang- vorträgen sehr zu loben. Der Königliche Kammermusiker Hr. Dechert trug mehrere Kompositionen für Cello von Servais, Molique und Le vor und erntete, glei< der Sängerin, für sein virtuoses und einschattirtes Spiel sehr lebtafte und wohlverdiente Beifalls- bezeugungen. _

n denselben Räumen hatte Tags zuvor der leßte Kammermusik- Abend der Hrrn. Professoren Barth, de Ahna und Hausmann stattgefunden, denen si< no< der trefflihe Violinist Hr. Krelle und der Professor Wirt h angeschlossen hatten. Außer dem B-dur- Trio und der Kreuzer-Sonate von Beethoven gelangten no< Scumann’s wundervolles Quintett (Es-dur), ein Larghelto von Mozart und vier ungarische Tänze von Brahms zum Vortrag. Daß die genannten Werke wiederum mit der ftets anerkannten und bewun- derten Vollendung ausgeführt wurden, bedarf kaum no<h der beson- deren Erwähnung. Das zahlreich ershienene Publikum, dessen Inter- esse für diese Concerte in erfreulidem Zunehmen begriffen ijt, begrüßte die Künstler durch schr lebhaften Beifall und mehrmaligen Herxorruf.

: Römischer Hof. 5

Die Concertsängerin Fr. Pauline Voly aus München, unter Franz Lachner's Leitung ausgebildet, wel<he früher der Vühne an- gehörte, ersien gestern zum ersten Mal vor dem biesigen Publikum. Die Stimme besitzt leider nidt mehr die erforderlihe Klangfülle für eine Concertleistung; wir glauben aber, daß auf dem Gebiete des UnterriŸhts der Künstlerin ihre Kenntnisse in der Gesangmethode zu Statten kommen werden. Der Vortrag der Arie „Jerusalem" aus „Paulus* von Mendelssohn sowie mehrere Lieder von B. von Hoch: berg, Rubinstein, Schubert und E. E. Taubert wurden von den nit sehr zablreih ers<ienenen Zuhörern mit freundlicher Theilnahme auf- genommen. Der Baritonist Hr. Reinhold Hoffmann, sowie der Violinvirtuos Hr. Raffael Diaz-Albertini unterstüßten das Concert dur< den gelungenen Vortrag einiger Lieder und Violin- stü>e und erfreuten si regen und wohlverdienten Beifalls.

In Madrid wurde am 25. März dem „Hann. Cour.“ zufolge i:n Königlichen Opernhause Wagner's „Tann häuser“ mit groß- artigem Erfolge zum ersten Male aufgeführt. Die begeisterte Zu- höôrermenge verlangte unter donnerndem Beifallklatshen die Wieder- holung der Ouvertüre, als aber troy dieser Anforderung der Vorhang in die Höbe ging und die Oper ihren Anfang nahm, bra ein solcher Sturm von da capo-Rufen aus dah die Vorstellung abgebrochen werden und das ganze Vorspiel wiederbolt werden mußte. Die Auf- führung, welher die Königin-Regentin und die Irfantin Donna Ssabella beiwohnten, war eine tadellose und von ununterbrochenem Beifall begleitet, der ih in unzähligen Hervorrufen der Künstler und des Dirigenten kund<ab.

Mannigfaltiges.

Unter dem persönlihen Vorsiy Ihrer « Majestät der Kaiserin Auguste Viktorfa hielt beute Mittag der Frauen- La zarethverein im Saale des Landwirthschaftlihen Ministeriums seine Jahreêversammlvng ab. Den Bericht, der zugleih dem Ge- pie der ents{lafenen Protektorin, der Hochseligen Kaiserin A ugusta, galt, erstattete Regierungs-Rath Haß. Dieser verlas auch das folgende, bisher no< nicht kundgegebene Handschreiben, welhes Fhre Königliche Hoheit die Großherzogin von Baden

an den Vorfiand gerihtet hat. „Der Daten des F: s Lazarethvereins und des Augusta - Hospita hat Mir in warmen Worten seine Empfindungen auégespro<hen. Jh danke Ihnen von Herzen datür und vermag darauf nur mit dem einen Wort zu erwidern: „Das Gefühl der Verwaisung ift ein gebeiligtes Vor- re>t, in diesem Vorre<t fühle Jh Mich vereint mit Ihnen ni>t nur verstanden.“ Der mütterlien Fürsorge entbehrend, wel<e in großer Zeit den \{<öpferis<en Gedanken Ihrer Thätigkeit faßte und in niht ermüdender Fürforge dur<führte, pflegte und zu segensreicher Entwi>elung förderte, ist Ihr Verein vor Allem schwer betroffen. Dieser gemeinsame S{hmerz, der uns tief darniederbeugt, läßt uns mit thränendem Bli> empors<hauen zu dem verklärten Bilde derjenigen, wel>e in jeder Prüfung eine Mahnung erkannte, nur um so meór der Pfliht zu leben und die Liebe zu üben. Der feste Glaube an Gottes Führung au im dunkelften Leiden sei unsere Stärke und das Band mit dem Jenseits, von wo aus ein großer Segen aus dem Frieden der Vollendung bei denen weilen wird, die in Muene niguró beg prol Las E

cdner verlas sodann na<ftebendes Kabinets\{reiben, in dem Fhre Majestät die Kaiserin Auguste Victoria den Verein Ihres hohen Schußes zu versichern geruht :

„Ich habe mit bewegtem Herzen den Antrag des Vorstandes und des Kuratoriums entgegengenommen und gewähre mit Genehmigung des Kai'ers, Meines Gemahls, die Mir auszesprohene Bitte um Uebernahme des Proteftorats. Wie es Ihrer aller Bestreben sein wird, im Sinne „und Geiste der Heimgegangenen die Arbeit zum Wohle des Hauses und der Leidenten fortzuführen, so ift es auch Mein Wunsch, zu Ihrer Wirksamkeit in diejenigen Beziehungen zu treten, welche dur<h die heimgegangene Begründerin unter Gottes Segen fih zu einer werthvollen Gemeinschaft im Dienste <ristliher Nächsten- liebe gestaltet hatte Jh rechne auf die dauernde Unterstühung aller Derer, wel<he bisher dem Augusta-Hospital treue Freunde und hin- gebende Berather gewesen sink, und erbitte Gottes ferneren Schuß für das Haus, seine Aerzte, seine Kranken und seine S<bwesternschaft

_ Nathdem der Redner der hoben Protektorin den Dank des Ver- eins auêgeiprochen, ging er ‘zur Erstattung des Jahresberichts über. Die Vereinsanstaltea verursahten eine Gesammtausgabe von 170 501 A gegen 159492 Æ im Vorjahre. Die Einnahmen aus den Anstalten betrugen 138504 gegen 137 297 # im Vorjahr. Der Hua in Höhe ron 31977 M wurde den auf 67219 #' fih belaufenden Einnahmen des Vereins entnommen, die si zusammen- seßten aus 12 890 6 Beiträgen, 37 220 Æ Geschenken und 17 108 4 Zinsen. Das Vermögen hat fi von 427 710 4 auf 457 980 erhöht.

Ernst von Wildenbru<h's interessanter Vortrag seines ne Scauspieis: „Der Generalfeldoberst“, zu defsen Wieder- olung Mildthätigkeitskafsen des „Vereins Berliner Presse“ und des „Vereins zur Begründung deuts<her Volksbühnen®“ am nächsten Dienstag, den 1. April, Punkt 8 Uhr Abends, im großen Saale des Architektenbauses, Wilhelmsftraße 92, statt Eintrittskarten zu diesem Vortrage, der im vorigen Monat einen fo außerordentli<hen Erfolg ehabt hat, sind no< in den Buchhandlungen von Amelang (Leipziger- traße 133), B. Bebr (Unter den Linden 47) und I. M. Späth (Königitraße 52), sowie an der Abendkafse zu haben.

Aus Ostfriesland, 27. März. (Hann. Cour.) Die Kiebigtze haben in diesem Frühjahr bei der andauernd milden Witterung re<t zeitig gelegt. Gestern {on konnte die Wild- und Geflügelhandlung von Claas Schmidt in Riepe, Kreis Aurich, die erte Sendung Eier mit einer entsprebenden Widmung an Se. Majeftät den Kaiser abgehen lassen. Den Getreuen in Jever wird es diesmal nit \{<wer, bis zum 1. April ihr Geburtstagsgeschenk zu finden.

Köpeni>, Wie der „Voss. Ztg.“ berihtet wird, sind die Ausnahmezustände dort jeßt nahezu beseitigt. Die Gast- wirthshaften baben wieder die Erlaubniß, bis 11 Uhr Nachts geöffnet zu halten, und au< das Verbot der öffentli®en Lustbarkeiten ift seit vorgestern wieder aufgehoben; dagegen ist das Abhalten von Ver- sammlungen na< wie vor verboten. Au ein Theil der Gendarmerie ist seit Anfang dieser Woche wieder abgerüdt; es befinden si< zur Zeit nur no< 20 Mann in Köpeni>.

_ Elberfeld, 27. März. (Düss. Anz) Nachdem die Auf - räumungsarbeiten an der Unfallstelle so weit gediehen find, daß von den Trümmern in der Wupper bald nihts mebr zu sehen ist, snd diese Arbeiten am Montag eingestellt worden, um die Wagen- theile auf Eisenbahnwagen zu verladen; unterdeß wurde die theilweise Oeffnung des Wehres an der Sonnborner Müble Behufs Erzielung eines niedrigeren Wasserstandes in Angriff genommen. Dur die Senkung des Wasserstandes um etwa 80 cm wird es ermög- lit, auch die tieferliegenten Trümmertheile herauszubefördern, sodaß die sihtbaren Folgen dieses \hweren Unfalles bald verwisht sein werden. Durch die Untersuchung, betreffend die Feststellung der Ur- sachen, ist zunächst festgestellt worden, daß der Unfall ni<t auf mangel- hafte Gelei8anlage zurü>geführt werden kann; vielmehr haben die Seitens höherer tehnis<her Veamten vorgenommenen Geleisemefsungen frgerene ‘e Vals zuständigen Bahnmeister in keiner Weise ein Ver-

ulden trifft.

Mühlhausen i. Th. Das Thüringische Ulanen-R egi- ment Nr. 6, wel<es in Mühlhausen und Langensalza garnisonirt, beging am 26. Maäárz das Fest des 75jährigen Jubi- läums. In beiden Orten fanden angemessene Feierlichkeiten statt.

Plön, 27. März. (Kiel. Ztg.) Der am Kellersee zu erbauende Kaiser Wilhelm-Thurm- isff nunmehr in Angriff genommen, nahdem ein Kapital von ca. 1000 4 dazu angesammelt und ein weiterer Beitrag von 1000 &4 vorshußweise von einigen Komité- Mitgliedern hergegeben wird, und na<dem die unentgeltliche Anfuhr von Felsen zum Theil bereits gesehen, zum Theil definitiv zugesichert ist. Es wird beabsihtigt, den Thurm gänzli< aus Feléssteinen in viere>iger Form 3 m breit und 20 m ho aufzuführen.

London, 24. März. (A. C.) Ein ernstes Unglü> ereignete sich gestern an Bord des Schulschiffes „Trincomalee“ auf der Rhede von Southampton. Während einiger Schief übungen ging eine Nor denfeldt’\<he Mitrailleuse dur zufällige erührung der Feder los, wodur zwei Artilleristen, darunter der In- structeur, \<hwer verwundet wurden. Einer der Verletten, ein Reservist, dürfte niht wieder aufkommen.

Brisbane, 26. März. (R. B.) Die Stätte Townsville und Charters Town wurden vorigen Montag von einem heftigen Orkan heimgesucht, der verheerende Hohfluthen verursate. Mehrere Perionen ertranken. In ganz Queensland sowie in Neu- \üdwales ist heftiger Regen eingetreten,

New-York. In den leßten Berichten über den gestern bereits von „W. T. B.“ gemeldeten Cyclon wird die Zahl der in Louisville zerstörten Häuser no<h erbeblih höher angegeben als bisher. Durch den Einsturz der Häuser und die dadur verursahten Brände seien etwa 500 Personen ums Leben gekommen. Nah einer Depesche aus Metropolis (Illinois) ging. der Cyclon au über diese Stadt und ze rstôrte eine große Anzahl Häuser; au< wird befürchtet, daß eine erhebliche Zahl von Personen umgekommen sind.

Melbourne, 26 März. (A. C.) Die Influenza ift hier ausgebrochen. Ihrer Natur nah is die Krankheit identis< mit der Epidemie in Europa. Die Influenza ist au< in Christhur, Neuseeland, aufgetreten.

sih der Dichter entshlofsen hat, findet zum Besten der -

- Dagsburg,

zum Deutschen Reichs-An

A2 Sf.

L Ste>bricfe und Unter]juhungs-Sahen.

3. ao L reEungen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl.

3. Verkäufe, B

Ó<tungen, Verdingungen 2c.

4. Verloosung, Zinszahlung 2c. von öffentlihen Papieren.

Oeffentlicher Anzeiger.

Vierte Beilage zeiger und Königlich Preußischen Slaats-Anzeiger.

Berlin, Sonnabend, den 29. März

. Kommandit-Gesells<aften auf Aktien u. Aktien-Gefellsh. . Berufs-Genofsenschaft Es . Erwerbs: und Wirthschafts-Genofsenscaften. hen-Ausweife der deutschen Zettelbanken. 9, Verschiedene Bekanntmachungen.

, Wo

189G.

E 1) Stebriese und Untersuchungs - Sachen.

[74547] Steckbrief.

Gegen den Restaurateur, früberen Kasernenwärter Heinrich Theodor Waldemar Vabst, g:boren am 24. Juni 1844 zu Berlin, zuleßt hier, Soldiner- straße 27, wohnhast gewesen, welcher si< verborgen bält, soil eine dur< vollsire>bares Urtheil des Königlichen Landgerichts I. der Strafkammer Il. zu

- Berlin vom 29. Septemker 1883 erkannte Gefäng-

nißstrafe von se<8 Monaten vollstre>t werden. Es wird erfu<t, densclben zu verbaften und in das nächste Gerihtägefängniß abzuliefern, au< Nachricht sub J. Ia. 415. 82 Fi:rber zu geben.

Berlin, den 3. März 1890.

Königliche Staatsanwaltschaft beim Landgericht T.

[74866] Stebriefs:Erncuerung.

Der gegen den Scriftseßer Julius Alfred Ado!f Culmsee, geboren 23. Januar 1860 zu Löbau, Kreis Löbau, wegen widernatürliher UnzuŸt in den Aften J. Ic. 751/84 unter dem 18. April 1885 erlaffene Stec=brief wird erneuert.

Verlin, den 24. März 1890. | Sitaatsanmwalts{aft bei dem Königlien Landgerichte I.

74870] Ste>briefs-Erncueruug.

Der hinter den Kneht Hermann Schulz, Sohn des Fuhrmanns Augu|t Sulz zu Bernitein, in Zweiter Beilage zu Nr. 35 unter Nr. 66759 am 6. Februar 1885 erlassene Stc>brief wird hiermit erneuert.

Berlinchen, den 26. März 1890.

Königliches Amtsgericht.

[74546 ] Steckbriefêcrlediguug.

Der gegen den Tischler Louis (Leese Carl) Blatt, am 5. August oder 3. Mai 1851 zu Kowno ge- boren, wegen wiederbolter qualificirter Urkunden- fälshung in den Aften Litt. B No. 345 de 1879 vom früberen Königlichen Stadtgericht Berlin, Abtheilung für Untersuhungssahen, Kommission IT. für Vor- unteriuhungen unterm 30. April 1879 erlaffene Steckbrief wird als erledigt zurü>genommen.

Berliu, den 21. März 1890.

Staatsanwalts<aft beim Königlichen Landgericht T.

[74867] Ste>briefs- Erledigung.

Der in dea Akten V. R. I. 1132. 80, JTI d. 733. 80 hinter den Kaufmann (Agenten, Kellner) Ndolf Ecnst Waldemar Krause wegen wiederholter Unterschlagung, wiederholten Betcuges und wieder- holten Diebstahls unterm 17. Dezember 1880 vom Untersucungsrichter - des hiesigen Königlichen Land- gerihts I. erlassene und unterm 9. November 1882 und 4. März 1884 diesseits erreuerte* Ste>brief wird zurü>genommen.

Verlin, den 27. März 1890.

Königl. Staatsanwaltschaft am Landgeri@t T.

[74569]

Das binter den Bä>ergesellen Carl Albin aus Labiau unterm 17. Dezember 1889 in Erster Beilage Nr. 305 unter Nr, 53 687 erlassene Strafvoll- itrc>ungsersuchen ist erledigt.

Berlinchen, den 26. März 1890.

Königliches Amtsgericht.

74549) Steekbriefserledignug.

Der von uns unterm 18, März d. Is. hinter dem Sattler Genz, ohne Domizil, erlassene Ste>bricf ist erledigt. 5

Rummelsburg i. Pom., den 26. März 1890.

Königliches Amtsgericht.

[74548] : i:

Die binter August Knoblich in Stü> 117 {6473} unterm 20. April 1888 erlassene offene Strafvollstre>ungs-Requi:tion wird zurü>kgenommen.,

Waldenburg, den 26. März 1890,

Der Staatsantvalt.

74871) j l K. Amtsautwaltschaft Crailsheim. Zurü>kgenommen wird der am 25. Juni 1889 gegen den Eisenbahnarbeiter Josef Fischer von Heimberg wegen Körperverleßung erlassene Steckbrief. Den 27. März 18909 Rueß.

[74872]

Der Milchmeier Paul Ladewig aus Glogowiecz bei Amsee, jeßt unbekannten Aufenthalts, klagt gegen die Brennereiführerfrau Hedwig Jankowski aus Kl. Koslau, Kreis Neidcnburg, wegen Beleidigung. Termin zur - Hauptverhandlung steht am 7, Juli 1890, Vormittags 11 Uhr, vor dem König- lihen Schöffengericht hierselbst, Zimmer Nr. 1, an, zu wel<em der Privatkläger geladen wird. L

Zum Zwe>e der öffentlichen Zustellung wird diefer Auezug Der Ladung bekannt gema<t. Aktenzeichen V B. 7/99. 1

Neidenburg, ten 24. März 1890.

Müller, i

Gericht <rciber des Königlichen Amtsgerichts.

O Beschluß.

Nach Einsicht des Ersuchens des Gerichts der Königlichen 30. Division vom 8. März 1890, Nach Einsicht tes Antrages der Kaiserlichen Staats- anwalts<aft vom 10. März 1890, wird das im Deutschen Reiche befirdlice Vermögen des Rekruten Anton Stengel, geboren den 14. Juni 1868 zu is zur Höhe von dreitausend Mark für den Militär-Fiëkus mit Beschlag belegt und

außer im Deuts>ken Reihs-Anzeiger cu< in der Saarburger Zeitung verfügt. Zaberu, den 13 März 1830 _ Kaiserliches Landgericht, Strafkammer. gez. Cremer. Emminghaus. Dr. Peucer. Für ri<tige Ausfertigung: _ (L. 8.) Der Landgerichts-Sekretär : Hossmann.

aen Beschluß.

Nah Eipvsibt des Ersuchens des Gerichts der Königlicen 30. Division rom 8. März 1890. Nah Einsicht des Antrages der Kaiserlichen Staatsanmwaltshaft vom 10. März 1820, wird das im Deutshen Reiche befindlibe Ver- mögen des Rekruten Anton, Varth, geboren am 23. März 1867 zu Dagéburg, bis zur Höhe von dreitausend Mark für den Militär-Fiékus mit Be- \<lag belegt und die Veröffentlibung dieses Be- \{lagnahmebes<lusses außer im Deuts@zen Reich®s- Anzeiger au in der Saarbarger Zeitung verfügt.

Zabern, dén 13. März 1830.

Kaiserliches Landgericht, Strafkammer. gez. Cremer. Emminghaus. Dr. Peucer. Für richtige Ausfertigung : (L. 8.) Der Landgerichts-Sekretär: Hoffmann.

[74552] Beschluß.

Na Einsiót des Ersuche:s des Gerichts der Königlichen 30. Division vom 8. März 1890. Na Einsicht des Antrages der Kaiferliden Staats- anmwaltshaft vom 10. März 1890 wird das im Deutschen Reicke befindlide Vermögen des Rekcuten Lorenz Blaising, geboren den 20. März 1869 in Rommelfingen, b!8 zur Höhe von dreitausend Ma1k für den Militär-Fiskus mit Beschlag belegt und die VeröffentliGung dieses Beschlagnahmebeshlufses außer im Deuts&en Reichs-Anzeiger au) in der Saarburger Zeitung verordnet.

Zabern, den 13. März 1890. _

Kaiserliches Landgericht, Strafkammer. gez. Cremer. Emminghbaus. Dr. Peucer. Für glei<hlautende Ausfertigung: (L. 8) Der Landgerihté-Sekretär: Hoffmann.

e Beschluß.

Nah Einsivt des Ecsuchens des Geri®is der Königlichen 50. Division vom 8, März 18390. Nah Einsiót des Antrages der Kaiserlihen Staatzanwait- \caft vom 10. März 1890, wird das im Deutschen Reiche befindlihe Vermögen des Rekruten Viktor Augustin, geboren den 8. September 1869 in Bruderdorf, bis zur Höbe von dreitausend Mark für den Militär-Fiskus mit Beschlag belegt und die Ver- öffentlihung diefes Beschlagnahmebes<hlusses außer im Deutschen Reichs-Anzeiger auch in der Saarburger Zeitung verfügt.

Zabern, den 13. März 1890.

Kaiserliches Landgericht, Strafkanimer. gez. Cremer. Emminghaus. Dr. Peuer. Für gleiblautende Autfertigung : (L. S) Der Landgerichis-Sekcetär: Hoffmann.

6) Beshluß. Nah Einsicht des Ersuchens des Gerichts der Königlicen 30, Division vom 8. Märi: 1899, Nach Einsi&t des Antraccs der Kaiserlichen Staatsanwalt- saft vom 10. März 1590 wird das im Deutschen Reihe befindliße Vermöoen des Rekruten August Coulle, geboren am 23. September 18€8 zu Drei- brunnen, bis zur Höße von dreitausend Mark für den Militär-Fiskus mit Beschlag belegt und die Ver- öffentlihung dieses Beschlagnahmebeschlusses außer im Deutschen Reis - Anzeiger au in der Saar- burger Zeitung verfügt.

Zabern, den 13. März 1890.

Kaiserliches Landgericht, Strafkammer. gez. Cremer. Emmingbaus., Dr. Peucer. Für richtige Ausfertigung:

(L 8.) Der Landgeridhts: Sekretär: Hoffmann.

S S

2) Zwangsvollstre>ungen, Aufgebote, Vorladungen u. dgl.

[74621] Swangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstre>ung joll das im Grundbuche von den Umgebungen Berlins im Nieder- barnims<en Kreise Band 72 Nr. 3136 auf den Namen der verwittweten Fraa Bahnmeister Pezuch, Sabine Therese, geb. Horst, zu Berlin eingetragene, in der Straße Nr. 15e belegene Grundstü>k am 21. Mai 1890, Vormittags 10t Uhr, vor dem unterzei- neten Gericht an Gerichtsstelle Neue Friedrich- straße 13, Hof, Flügcl C., parterre, Saal 40, versteigert werden. Das -Grundstü> if mit 4,62 #4 Reinertrag und ciner Fläâte von 7a 85 qm zur Grundsteuer veranlaat. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbu@elatts, etwaige Abshäßungen und andere das Grundstü> betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerihts- schreiberei, ebenda, Flügel D., Zimmer 41, eingesehen werden. Alle Realberc(tigten werden aufgefordert, die ni>:t von selbst auf den Ersteher übergehenden ‘An- WEAt deren Vorhandensein oder Betrag aus dem

runddue zur Zeit der Eintragung des Verstcigerung8- vermerts nidt hervorging, insbesondere derartige Farderurgen von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden Pebungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungb- termin vor der Aufforderung zur Abgabe von Ge-

boten anzuraelden und, falls der betreibende Gläubiger

die Veröffentlihung dieses Beschlagnahmebesclufses ' widerspricht, dem Eerichte glaubhaft ¿u magen,

widrigenfalls dieselben bei Feststellung des ge- ringsten Gebots nit berüd>sichtigt werden und bei Vertheilung des Kaufgeldes gegen die be- cütsicbtigten nsprü<ce im Range zurü>treten. Diejenigen, wel@e das Eigenthum des Grundstücks beanspruchen, werden aufgefordert, vor S<hluß des Versteigerungstermins die Einftellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nah erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Änsprub an die Stelle des Grundstü>ks tritt. Das Urtbeil über die Ertheilung des Zuschlags wird arx 21. Mai 1890, Nachmittags 125 Uhr, an Gerictéstelle wie oben bezeihnet verkündet werden. Berlin, den 28. Februar 1890. Königliches Amtsgericht T. Abtheilung 2.

.- D Ta) bd . (74882) Biwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstre>ung joll das im Grundbute von Alt-Schöneberg Vand 27 Nr. 1149 auf den Namen des Maurermeisters Carl Stein- brüú> bier eingetragene, in der Steinmeßstraße Nr. 35 belegene Grundflü> am 4. Juni 1890, Vormittags 104 Uhr, vor dem unterzeihneten Gericht an Gerichtsstelle Neue Friedrichstr. 13, Hof, Flügel C., parterre, Saal 40, versteigert werden. Das Srundstü>k ift mit 9510 Nutungérwerth zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Steuer- rolle, beglaubigte Abschrift des Grundbu(blatts, etwaige Abschäßungen und andere das Grundstü> betreffende Nachweisungen, sowie besondere - Kauf- bedingungen können in der Gerichtsschreiberei, ebenda, Flügel D., Zimmer 41, eingesehen werden. Alle Realbere<tigten werden aufgefordert, die nicht von selbst auf den Ersteher übergehenden Anisprü(e, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grund- bude zur Zeit der Eintragung des Versteigerungs- vermerks nit hervorging, insbesondere derartige Forderungen von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden Hekungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungs- termin vor der Äufforderung zur Abgabe von Ge- boten anzumelden und, falls der betreibende Gläu- biger widersprit, dem Gerihhte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nit berü>si<tigt werden und bei *Ver- theilung des Kaufgeldes gegen die berü>sichtigten Ansprüche im Range zurü>treten. Diejenigen, welhe das Eigenthum des Grundstü>3 beanspruchen, werden aufgefordert, vor SHluß des Veriteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nah erfolatem Zuschlag das Kaufgeld in BHug auf den Anspru< an die Stelle des Grundftüd>s tritt. Das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags wird am 4. Juni 1890, Nach: mittags 124 Uhr, an Gerichtsstelle, wie oben be- zeichnet, verkündet werden.

Berlin, den 1. März 1890.

Königliches Amtsgericht I. Abtheilung 52.

- Q Z A - 174883] SZjwangsversicigerung.

Im Wege der Zwangsvclistrekung foll das im Grundbuche ven den Invalidenbauêparzellen Band 11 Nr. 386 auf den Namen des Kaufmanns Sieg- mund Bekrentt hier eingetragene, in der Pflug- traße belegene Grundstud am 7. Juni 1890, Vormittags 105 Uhr, ver dem unter- zeichneten Geriht an Gerichtestelle Neue Friedriéstrafe 13, Hof, Flügel C., parterre, Saal 40, verstcigert werden. Das Grunostü> ift mit einer Fiähe von 8 a 17 qm weder zur-Grund- steuer no< zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrist des Grund- buchblatts, etwaige Abshäßungen und andere das Grundstü> betreffende Nachweisungen, sowie be- sondere Kaufbedingungen können in der Gerihts- schreiberei, ebenda, Flügel D., Zimmer 41, ein- gesehen werden. Alle Realbere<tigten werden aufge- fordert, die nit von selbst auf den Ersteher übergehen- den Ansprüche, deren Vorkandensein oder Vetrag aus dem Grundbu@e zur Zeit der Eintragung des Ver- steigerungsvermerks niht hervorging, insbesondere derartige Forderungen von Kapital, - Zinscn, wieder- kchrenden Hebungen oder Kosten, spätestens im Ver- stcigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, falls der betreibende Gläubiger widerspriht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des gerglen Gebots nicht berü>si<tigt werden und ei Vertheilung des Kaufgeldes gegen die berüd- tigten Ansprühe im Range zurücktreten. Die- jenigen, wel<he das Eigenthum des Grundstücks beanspruchen, werden aufgefordert, vor Scbluß des Versteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nah erfolgtem Zuschlag das Kanfgeld in Bezug auf den Anspru an die Stelle des Grundstücks tritt. Das Urtbeil über tie Ertheilung des Zuschlags wird am 7. Juni 1890, Na<zmittags 123 Uhr, an Gerichts|\telle, wie oben keczeihnet, verkündet werden.

Berlin, den 7, März 1890. :

Königliches Amtsgericht I. Abtbeilung 52.

74598 | ad heute erlafsencm, scinem ganzen Inbalte na

dur< Ansclag an die Gerichtstafel uad dur Abdru> in din VMeklenburgis@en Anzeigen bekannt gemachtem Proclam finden zur Zwangsverfteigerung des dem Privatier Ludwig Klingbiel hieselbit ae- böôrigen Grundstü>s Nr. 216/33 an dec Bergstraße hieselbst mit Zubehör Termine: i 1) zum Verkaufe na zuvoriger endliher Regu- lirung der Verkaufsbedingungen am Mitt- woch, den 28. Mai 1890, Vormittags 11 Uhr, : 2) zum Ueberbot am Mittwoch, den 18, Juni 1890, Vormittags 11 Uhr, N

im Zimmer Nr. 7 (S{öffengerihhtsfaal) des biesigen Amts8gerihtsgebäudes tatt. : Hes

Auslage der Verkaufsbedingungen vom 13, Mai 1890 an auf der Geritss<reiberei und bei dem zum Sequester beitellten Herrn Referendar Ratbsagg hieselbst, wel<er Kaufliebhabern na< vorgängiger Anmeldung die Besichtigung des Grundstücks mit Z=2behör gestatten wird,

Schweriu, den 25.-März 1890.

Großberzegli< Me>lenburg - SHwerins<es

AmtsgertiHt.

[74599] :

_Horu. Auf Antrag eines ingrossirten Gläubigers ift im Wege der Zwangsvollstrekung dur Beschluß vom beutigen Tage die öffentlihe Versteigerung der Grundgüter des Colon Heinrich Büker Nr. 9 zu Holzhausen, nämli< des Colonats Nr. 9 dafelbît, zu welhem na< dem Catafter ein Wohnhaus und Grundstüde in der Größe von 34 Scfl. 2 Mg. 6,7 Q.-R. gehören, und dées in der Feldmark der Stadt Horn belegenen Landes im Bod>sêthale, Nr. 2297 d. a. K. zu 2 S<ffl. 2 My. 5 Q.-R. erfannt und Verkaufstermin auf Dieuftag, den 20. Mai d. J.- Morgens 10 Uhr, auf hiesigem Gerichtszimmer angeseßt, zu welwem Kauflustige mit dem Vemerken eingeladen werden, daß Taxe und Verkautsbedingungen drei Wochen vor dem Termine auf biefiger Serichtsschreiberei eingesehen werden können und daß der Zuschlag ertheilt werden wird, wenn ein F des Tarats übersteigendes Gebot erfolgt. In dem anberaumten Termine haben diejenigen, wel<e Anspru auf Befriedigung aus den Kauf- geldern machen und welche dinglihe Rechte an den zu verkaufenden Grundgütern zu haben vermeinen, tibre Ansprüche fo gewiß anzumelden und zu begrün- den, als fie fonst damit ausges{lofsen werden follen und die ni<t angemeldeten Rechte dem neuen Er- werber gegenüber verloren geben.

Horn, den 23. März 1890. Fürstlich Lippiscbes Amtsgericht. gez. G. Cordemann (L. S.) Beglaubigt: Pagenstecher, Secretair.

[74881] Bekanntmachung.

In Saten des Pferdehändlers B. Frank in Altendorf, Klägers, gegen die Ebefrau des Köhlers ricdrich Meyer in Hellentkal, Beklagte, wegen Forderung, in specie: tie Zwangsverfteigerung des der Beklagten gehörigen Brinksiperwesens No. ass. 47 in Hellenthal sammt Zubebör betr., wird der auf Sonnabend, den 5. April d. J., anberaumte, das Brinksigerwesen No. ass, 47 betreffende Ver- steigerungstermin in Hellenthal wieder aufgeboben.

Stadtoldendorf, den 25. März 1890.

Herzogliches Amtëgericht. Wolff.

[84587] Aufgebot.

Es haben:

1) der Restazrateur Robert Salomon in Cötben das Aufgebot des Pfandscheines der Kreitspar- fasse zu Cöôthen Nr. 405 vom 16. Juni 1884,

394/496 betreffend die Verpfändung des Sparkassenbuhes Nr. 29 644 der städtishen Sparkasse zu Ascher8- leben über 200 # wegen eines Darlehns von 180 Æ, die verebel. Emilie Reini>e, verwittwet gewesene Richter, geb. Kißing, in Drosa das Aufgebot des auf August Richter in Drofa lautenden, auf sie vererbten Sparkassenbuches der Kreis- sparkasse zu Côth:n Nr. 13 897 über 1225 , der Bä>ermeister Wilbelm Richter in Leipzig als geseßliher Vertreter seiner minorennen Tochter Marie Richter das Aufgebot des auf Marie Richter lautenden Sparkassenbuhes der Kreissparkasse zu Cöthen Nr. 15290 über 437 M 46 beantragt. Die Inhaber ter Urkunden werden auf- gefordert, spätestens in dem auf den 16. Séptember 1890, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeih- neten Gerihte anberaumten Aufgebotstermine ihre Rechte anzumelden und die Urkunden vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunden er- folgen wird. Cöthen, den 10. F:bruar 1890. Herzoglich Anhaitises Amtsgerit. Swwentd>e. Ausgzefertigt: Cöthen, den 12. Februar 1890. (L. S.) Donat, Gerichtsschreiber Herzogl. Amtsgerichts i. V.

[61393] Aufgebot.

Der Pfarrer Oscar Friedri Knauth zu Mehna im Herzogthum Satsen - Altenburg vertreten dur den Kaufmann Adolf Fechner zu Stettin hat das Aufgebot der angebli verloren gegangenen Police Nr. 87 408 der Lebens-Versicherungs-Actien- Gesellschaft „Germania“ zu Stettin über 500 Thaler Pr. Crt., ausgestellt für den Rector und ersten Knabenlchrer Oscar Friedri Knauth zu Kahla, be-

antragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefor”

dert, spätestens in dem auf den 18. O

1890, Mittags 12 Uhr, vor dem unterzeichketen *— Gerite, Zimmer 48, anberaumten Aufgebotstermine *

seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen,

widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde er-

folgen wird. Stettin , ten 20. Säánuar 1890. - Königliches Amtsgericht. Abtheilung Il.

F