1910 / 72 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 6 der Preußischen Geseßsämmlung enthält unter Nr. 11 018 das Geseß, betreffend Erweiterung des Stadt- kreises Spandau, vom 21. März 1910, unter Nr. 11 019 das Gesetz, betreffend Erweiterung des Stadt- kreises Ratibor, vom 21. März 1910, unter Nr. 11 020 das Gesetz, betreffend Erweiterung des Stadt- kreises Magdeburg, vom 21. März 1910, unter Nr. 11021 das Gesetz, betreffend Erweiterung des Stadt- kreises Kiel, vom 21. März 1910, unter _Nr. 11 022 das Gesetz, betreffend Erweiterung des Stadt- freises Flensburg, vom 21. März 1910, unter _Nr. 11 023 das Gesetz, betreffend Erweiterung des Stadt- kreises Harburg, vom 21. März 1910, unter Nr. 11024 das Gesetz, betreffend Auflösung des Land- kreises Frankfuri a. M. und Erweiterung des Stadtkreises D a. M., vom 21. März 1910, unter __ Nr. 11025 das Geseß, betreffend die Erweiterung des Stadtkreises Cöln, vom 21. März 1910, und unter __ Nr. 11026 das Gesetz, betreffend die Erweiterung des Stadtkreises Essen, vom 21. März 1910. Berlin W., den 26. März 1910.

Königliches Geseßsammlungsamt. Krüer.

Personalveränderungen.

Kaiserliche Marine.

Offiziere usw. 19. März. Kommandierung Königl. sächs. Offiziere zur Dienstleistung bei der Marine: Jahn, Major vom Generalstabe des XII (1. K. S.) Armeekorps, zur diesjährigen Früh- jahrsreise der Hochseeflotte an Bord eines Schiffes nah Anordnung des Chefs der Hochseeflotte, v. Linsingen, Hauptm. und Battr. Chef vom Königl. Sächs. Fußart. Regt. Nr. 12, und Mueller, T und Battr. Chef vom Königl. Sächs. 6. Feldart. Negt. Nr. 68, zur diesjährigen Sommerreise der Hochseeflotte an Bord eines Schiffes nah Anordnung des Chefs der Hochseeflotte, v. Loeben, Oberlt. vom Königl. Sächs. 1. (Leib-) Gren. Regt. Nr. 100, und Graf Vißthum v. Eckstädt, Oberlt. vom Königlichen Sächs. 2. Jägerbat. Nr. 13, für die Zeit vom Schluß der Uebungs- reise der Königl. preuß. Kriegsakademie bis zum Beginn der Herbst- manöver der Hochseeflotte zur 1. Matrosenart. Abteil., für die Zeit der Herbstmanöver an Bord eines Schiffes der Hochseeflotte nah Anordnung des Chefs dieser Flotte, Diemer, Oberlt. vom Königl. Sächs. Schützen-(Füs.) Negt. Prinz Georg Nr. 108, für die Zeit vom Schluß der Uebungsreise der Königl. preuß. Krieg8akademie bis zum 30. September 1910 zur 1V. Matrosenart. Abteil. Die Mitteilung an die Offfziere über Beginn und Dauer der Neisen, Ort und Zeit der Einschiffung hat das Kommando der Hochseeflotte zu veranlassen.

Kommandierung Königl. bayer. Offiziere zur Dienstleistung bei der Marine: v. Lossow, Major von der Zentralstelle des Königl. bayer. Generalstabes, kommandiert zum Königl. preuß. Großen Generalstabe, und Epp, Major und Adjutant der Königl. bayer. 3. Div., zur diesjährigen Frühjahrsreise der Hochseeflotte an Bord eines Schiffes nah Anordnung des Chefs der Hochseeflotte, Wagner, Dapananii und Adjutant beim Generalkommando des Königlich ayerischen TI11. Armeekorps, Schmitt, Hauptm. im Generalstabe des Königlich T1. bayerishen Armeekorps, und Hemmer, Haupt- mann und Lehrer an der Königlih bayerischen Artillerie- und In- enieurschule, zu den Herbstmannövern der Hochseeflotte an

ord eines Schiffes nah Anordnung des- Chefs dieser Flotte. Die Mitteilung an die Offiziere über Haien und Dauer der Reise bezw. der Manöver sowie übex Di und Zeit der Einschiffung hat das Kommando der Hochseeflotte zu*patanlassen. |

Graf v. Luckner, Lt. zur See der im Landw. Bezirk Hamburg, behufs späteren Uebertritts zum aktiven/ Seeoffizierkorps, mit dem 1. April d. J. zur Dienstleistung bei der? Marinestation der Ostsee kommandiert.

2. Märp b. L (Dsfkar), Kapitänlt. von der 11. Marineinsp., unter Stellung zur Verfügung des Chefs der Ge N der Nordsee, der Charakter als Korv. Kapitän ver- ehen. Befördert : zu Kapitäns zur See die Freg. Kapitäns: Ahlert, Hollweg vom Neichsmarineamt, v. Neuter, beauftragt mit Wahr- nehmung der Geschäfte eines Abteil. Chefs im NReichsmarineamt unter Ernennung zum Abteil. Chef im Meichsmarineamt, Se iferling, Kommandant S. M. LUnienschiffes „Preußen“, unter Ernennung zum Vorstande des Zentralressorts und zum Afsist. des Obertoerftdirektors zu aug: Wedding, Kommandant S. M. Schulschiffes „König Wilhelm“; zu Freg. Kapitäns die Korv. Kapitäns: v. Oberniß, Kommandant S. M. kleinen Kreuzers „Stuttgart“, Menger, zur Verfügung des Chefs der Marinestation der Nordsee, Küsel, Lehrer an der Marineakademie, Schlemmer, Art. Offizier vom Play zu Wilhelmshaven, v. Bülow, diensttuender Flügeladjutant Seiner Majestät des Kaisers und Königs, Nösing vom Admiralstabe der Marine, Türk, Präses der Minenversuchs- kommission, v. Egidy, Erster Offizier S. M. Linienschiffes „Elsaß“, Brüninghaus, beauftragt mit der Wahrnehmung der Geschäfte eines Abteil. Chefs im Neichsmarineamt; zu Korv. Kapitäns die Kapitänlts.: Volhard, Lehrer an der Schiffsart. Schule, Feld- mann vom MNReichsmarineamt, Karl Prinz zu Ysen- burg u. Büdingen, Kommandant S. M. Spezialschiffes „Loreley“, Lutter, Navigationsoffizier S. M. Linienschiffes „Wettin“, b. Usedom, persónliher Adjutant Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrih von Preußen, Schubart, v. Schlick von der [. Marineinsp.,, Seidensticker, Referent beim Art. Versuchskom- mando, zugl. vom Stabe S. M. gr. Kreuzers „Prinz Adalbert“, Tietze, Art. Offizier S. M. Linienschiffes „Elsaß“, Madlung, Navigationsoffizier S. M. Linienschiffes „Preußen“, v. Bülow (Otto) von der 11. Marineinsp. unter Ernennung zum Direktions- offizier bei der Ingen. und Deckoffiziershule, Wallis, Komp. Führer bei der Il. Torpedodiv., v. Grumbkow, Erster Offizier S. M. kleinen Kreuzers „Stuttgart“, Brehmer, Erster Offizier S. M. großen Kreuzers „Hansa“, Beccks, Erster Offizier S. M. kleinen Kreuzers „Berlin“, Heubere1, Navigatiónsoffizier S. M. Linienschiffes „Mecklenburg“, Leonhardi, Navigationsoffizier S. M. Linienschiffes „Schleswig-Holstein“ ; zu Kapitänlts. die Oberlts. zur See: Kraus- haar vom Stabe S. M. großen Kreuzers „Vorck“, Groos vom Stabe S. M. Linienschiffes „Zähringen“, Rabe v. Pappenheim vom Stabe S. M. Jacht „Hohenzollern“, Sommerfeldt vom Stabe S. M. Linienschiffes „Mecklenburg“, Hermann (Willy) vom Stabe S. M. kleinen Kreuzers „Leipzig“, Nießscch, Pasquay vom Stabe S. M. kleinen Kreuzers „Stettin“, Schaefer vom Stabe S. M. großen Kreuzers „Gneisenau“, Spieß von der [. Torpedodiv.,, Klein (Friedrih) von der 11. Torpedodiv., Raaz vom Stabe S. M. Sgwhulschiffes „König Wilhelm“, Gadow vom Stabe S. M. kleinen Kreuzers „Berlin“, Tholens, Referent bei der Minenversuchskommission, Ger cke (Hermann) von der Il. Torpedodiv,, Stübel vom Stabe S. M. Linienschiffes „Schwaben“, Viertel vom Stabe S. M. kleinen Kreuzers „München“, Firle, Lehrer an Bord S. M. Linien- \chiffes „Württemberg“, v. Wachter vom Stabe S. M. LUnien- ichiffes „Preußen“, Astheimer von der 11. Torpedodiv.,, Schaper (Joachim) von der l. Torpedodiv., Frhr. v. Bodenhausen* vom Stabe S. M. Jacht «Hohenzollern“, Ret tberg vom Stabe S. M. großen Kreuzers „Victoria Louise“, Kautter, Kommandant S: M. Flußkanonenbootes „Vaterland“, v. Rosenberg-Gruszczynski vom Stabe S. M. Linienschiffes „Hessen“, Frhr. v. Forstner zur Verfügung der Inspektion des Torpedowesens, !|Stapen -

* Marineoberingenieure:

ef. des Seeoffizierkorps -

horst, Adjutant beim Kommando der Marinestation der Ostsee, Saulge (Otto) von der I. Marineinsp., Beckert (Erich), Lehrer

rd S. M. Linienschiffes „Württemberg“, Aye (Karl), Kind von der I. Marineinsp., Lomberg vom Stabe S. M Linienschiffes „Braunschweig“, Bieber vom Stabe S. M. kleinen Kreuzers „Dresden“, fr r. Röder v. Diersburg, Erster Offizier der X. Nes. Halbflottille, Engelking (Dskar) von der IV. Matrosen- art. Abteil., Clarenbach von der 11. Marineinsp., Diestel von der I1. Torpedodiv.,, Mechlenburg vom Stabe S. M. Lnien- \chiffes „Zähringen“, Walter Erich) vom Stabe für N kleiner Kreuzer, v. Jastrzembski vom Stabe S. M. Spezial- chifes „Pelikan“, Wilcke vom Stabe S. M. Kanonenbootes „Panther“, Ni ß\che vom Stabe S. M. Linienschiffes „Braunschweig“, Mat hy (Heinrich), Wiebalck von der Il. Torpedodiv.; zu Oberlts. zur See die Us. zur See: Wolff (Guido) von der 11. Torpedodiv., Schmidt 00 von der 1. Nes. Halbflottille, Albert vom Stabe S. M. kleinen Kreuzers „Dresden“, Frhr. v. Wolff von der 11. Marineinsp.,, Braubach vom Stabe S. M. Linienschiffes „Westfalen“, v. Unruh, Born von der 11. Marineinsp., Frhr. v. Seckendorff vom Stabe S. M. großen Kreuzers „Blücher“, v. Mellenthin (Kurt) vom Stabe S. M. Kanonenbootes „Panther“, Ney von“ der 11. Torpedodiv,, Schroeder-Richter vom Stabe S. M. Linienschiffes „Hessen“, v. Glasenapp (Kurd) zur Verfügung der Insp. des Torpedowesens, Bernis vom Stabe S. M. kleinen Kreuzers „Condor“, Rümann von der Il. Torpedodiv.; zum Marineoberstabsingen. der Marinestabsingen.: Bergmann zur Verfügung des Neichsmarineamts; zu Marinestab8ingenieuren: die i Epping (Walter) vom Stabe S. M. leinen Kreuzers „Berlin“, Manke, Heinke, Bauer vom Stabe S. M. Linienschiffes „Kurfürst Friedrich Wilhelm“, Dien von der [I]. Torp.-Div.,, Müller (Nudolph) von der Marineschule, Gies vom Stabe S. M. großen Kreuzers „Noon“, Klaunig von der I. Torpedodiv., Olderog vom Stabe S. M. kleinen Kreuzers „Danzig“, Elster von der Werft zu Kiel; zu Marineober- ingenieuren: die Marineingenieure: Friedrich (Bruno) von der [. Werftdiv., Kurzawa vom Stabe S. M. Linienschiffes „Schlesien“, Günther vom Stabe S. M. Kanonenbootes „Jaguar“, Brinker vom Stabe S. M. Kanonenbootes „Luchs“, Viereck von der [It Nes. Halbflottlle; U von der V. Res. Halbflottille, Wrede vom Stabe S. M. großen Kreuzers „Hansa“, Hamacher vom Stabe S. M. großen Kreuzers „Victoria Louise“, Vollbrecht von der Il. Minensuchres. Div., Kaynig vom Stabe S. M. Lnien- \hifffes „Kaiser Barbarossa“, Hilbig vom Stabe S. M. Kanonen- bootes „Iltis“, Pee vom Stabe S. M. großen Kreuzers „Frey“, Köppen vom Stabe S. M. großen Kreuzers „Blücher“, Nubach von der Il. Res. Halbflottille, Kleedehn von der 1. Wersft- division, Büttner von der 1V. Res. Halbflottille, Haserick von der VII. Nes. Halbflottille, Men ne von der 11. Werftdivision, Scharnweber vom Stabe S. M. Linienschiffes „Deutschland“; zum Marinegen. Oberarzt: der Marineoberstabsarzt: Dr. Gudden vom Neich8marineamt; zu Marineoberstabsärzten : die Marinestabs- ärzte: Dr. Take vom Stabe S. M. Linienschiffes „Schle8wig- Holstein“, Dr. Seiffe vom Stabe S. M. Linienschiffes „Braun- \{hweig“, Dr. Heinemann von der Marinestation der Ostsee, Dr. Medig er vom Stabe S. M. großen Kreuzers „Blücher“, Professor Dr. Mühlens vom Sanitätsamt der Marinestation der Nordsee; zu Mrs die Marineoberassist. Aerzte : Willußki vom Stabe S. M. Flußkanonenbootes „Vorwärts“, Dr. S{hmidt (Franz) vom Gouvernement Kiautschou, Dr. Pinggéráà vom Stabe S. M. kleinen Kreuzers „Sperber“, Gelhaar vom Stabe S. M. Kanonenbootes „Panther“, Dr. Schüße vom Stabe S. M. Spezialschiffes „Planet“, Dr. Brahms vom Stabe S. M. kleinen Kreuzers „Nürnberg“ und Dr. Jahrmaerker vom Stabe S. M. kleinen Kreuzers „München“; zu Marineoberas\si\st. Aerzten: die Marineassist. Aerzte: Dr. Thelen vom Stabe S. M. Linienschiffes „Westfalen“, Dr. Engeland vom Stabe S. M. Linienschiffes „Zähringen“, Dr. Börnstein vom Stabe S. M. Schulschiffes „König Wilhelm“.

Kaiserliche Scfüßtruppen. /

Berlin, 22, März. “v. Ts\ch(irnhaus, Baron v. Thiesen- Pa iEns Lts. in der Shußtruppè für Südwestafrika, zu Oberlts. befördert. Freyer, Oberarzt bei der Schußtruppe für Kamerun, zum Stabsarzt befördert. :

Abgereist: __ Seine Exzellenz der Staatssekretär des Reichskolonialamts, Wirkliche Geheime Rat Der nburg, mit Erholungsurlaubh bis zum 12. April d. J.

Nichtamtliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 26. März.

In der Zeit vom 1. April bis zum Schlusse des Monats Februar 1910 sind nah dem „Zentralblatt für das Deutsche Reich“ folgende Einnahmen des Deutschen Reichs an A Steuern und Gebühren, abzüglich der Ausfuhrvergütungen usw., sowie Einnahmen der Neihs-Post- und Telegraphenverwaltung und der Neichseisenbahnverwaltung zur Anschreibung gelangt:

Zölle 656 305 173 4 (gegen das Vorjahr -+ 118 929 772 46), Tabaksteuer 11 265 846 #6 (+ 1149131 4), Zigaretten- steuer 20103809 #4 (4+ 4630548 M), Zuckersteuer 145 104384 M (+ 4824 623 4), Salzsteuer 54 480 259 M (+— 986 944 M), Branntweinsteuer: a. Verbrauchsabgabe 53241654 M (+1- 53241654 4), b. Betriebsauflage 12947784 4 (+4 12947 784 M), c. Maischbottichsteuer 11 145 133 M (— 24 643 700 M), d. Verbrauchsabgabe und Zuschlag aus der Beit vor dem 1. Oktober 1909 114 913 079 4 (— 4 258 207 46), e. Brennsteuer 1 909958 46 (— 3 057 446 46), Essigsäure- verbrauhsabgabe 338 980 4 (+ 338980 4), Schaumwein- steuer 11 704 418 #6 (4+ 6335966 M), Leuchtmittelsteuer 9469337 M (4+ 94698337 - M), Zündmwarensteuer 7680408 (+ 7680408. M), Brausteuer und Ueber- gangsabgabe von Bier 722513592 (+ 25431778 M), Spielkartenstempel 1783846 A (+ 51141 M), Wechsel- stempelsteuer 17076158 (G (+ 2018576 #), Reichs- oiiuelabaabei: A. von Wertpapieren 834016516 (1- 9530725 M), B. von Gewinnanteilschein- und Zinsbogen 2606592 (+ 2606592 M4), C. von RKauf- und sonstigen Anschaffungsgeschäften 20251578 A (4+ 9189363 M), D. von Lotterielosen: a. für Staatslotterien 24 883515 643843 4), b. für Privatlotterien 11736 452 M + 1507 207 #), E. von Frachturfunden 14118 649 M + 969716 M), F. von -Perfonenfahrfarten 18 026 100 6 4 1144594 M), G. von Erlaubniskfarten für Kraftfahrzeuge 2190614 M (+4- 392874 M), H. von Vergütungen an Mit- glieder von Aufsichtsräten 3779406 M (—+ 1392566 M), J. von Schecks 2777 941 M4 (+2777 941 M), K. von Grund- stüksübertragungen 21 128 122 46 (-—+ 21 128 122 M6), Erbschafts-

steuer 34 053 159 M6 (+ 8515 800 4M), Statistishe Gebühr

1476 409 46 (+ 132367 6), Reichs-Post- und Telegraphen- verwaltung 602 077 662 4 (+ 838154 035 4), Reichseisen- bahnverwaltung 113 670 0090 4/6 (+ 6 657 000 #6).

Die zur N gelangte Jsteinnahme abzüglih der Ausfuhrvergütungen usw. und der Verwaltungskosten beträgt bei den nachbezeichneten Einnahmen: Zölle 613 650 701 46 + 113 894 84746), Tabaksteuer 10 842 699 4 (+ 881 813 M4), igarettensteuer 17 554 955 M4 (+4 3188076 6), Zuder- teuer 137 642161 (+ 5682223 #6), Salzsteuer 51 911 128 6 (— 412059 M), Branntweinsteuer: a. Ver- brauch8abgabe 2150 983 #46 (++ 2150983 46), b. Betriebs- auflage 12947784 M4 (+1 12947784 M), e. Maischbottich- steuer 8674599 M (— 18275722 46), d. Verbrauchs- abgabe und Zuschlag aus der Zeit vor dem 1. Oktober 1909 132 428 2844 (+4 33 283 241 M), e. Brennsteuer 1 909 958 46 3057 446 6), Essigsäureverbrauchsabgabe 138 331 M +138 331 4), Schaummweinsteuer 8 584 901 M (+3462512 M), Leuchtmittelsteuer 5483 234 M (+ 5 483234 46), Zündwaren- steuer 3 838 886 #6 (—+ 3 838 886 M4), Brausteuer und Ueber- gangsabgabe von Bier 55290614 M (+4 10965 179 M), Spielkartenstempel 1 695 587 46 (+ 97 504 16), Wechselstempel- steuer 17 076 158 M4 (+2018 576 M4), Reichsstempelabgaben : A. von Wertpapieren 33 336 187 A6 (+ 9337 826 46), B. von Gemwinnanteilschein- u. Zinsbogen 2 433 422M (+ 2 433 422 46), C. von Kauf- und sonstigen Anschaffungsgeschäften 19 842 031 6 (4- 9 004 066 M), D. von Lotterielosen: a. für Staatslotterien 24 883515 M ( 643843 M), b. für Privatlotterien 11 578 109 (+ 1491153 M4), E. von Frachturkunden 13 836 276 ÁÆ (+ 950 322 M), F. von atn 17 66595978 M (+ 1121 703 M4), G. von Erlaubnistarten für Kraftfahrzeuge 2146 802 #4 (+ 885 017 M), H. von Ver- gütungen an Mitglieder von YAufsichtsräten 3 703818 M (+1364 714 M4), J. von Schecks 2 722 383 M (+ 2 722 383 M6), K. von Grundstücksübertragungen 20 704918 M (+ 20704918 A Erbschaftssteuer 34 053 159 46 (=+ 8515 800 46), Statistische Gebühr 1 457 005 #6 (+ 130 048 M).

Die amtliche Ausgabe der „Jahresberichte der König- lih preußischen Regierungs- und Gewerberäte und Bergbehörden für 1909“ ist in R. von Deckers Verlag, G. Schenck, Königlicher Hofbuchhändler, Berlin SW. 19, Jerusalemer Straße 56, erschienen. Die Berichte enthalten Mit teilungen über die praftishe Handhabung der Arbeiterschußgeseßz- gebung, beachtenswerte, durh Beschreibungen und Abbildungen näher erläuterte Vorschläge für Unfallverhütung und Bekämpfung gewerblicher Krankheiten und für weitere Kreise interessante Nachrichten auf dem Gebiete der Arbeiterwohlfahrtseinrihtungen. Der Ladenpreis des 55 Druckbogen umfassenden Werks beträgt für den gehefteten Abdruck 5,25 4/6 und für in Ganzleinen gebundenen Abdruck 5,75 A.

Jn der Zweiten Beilage zur heutigen Nummer des „Reichs- und Staatsanzeigers“ wird eine Uebersicht über die Ge- winnung der Bergwerke, Salinen und Hütten im Deutschen Reich und in Luxemburg während des Jahres 1909, vorläufiges Ergebnis, zusammengestellt im Kaiserlichen Statistishen Amt, veröffentlicht.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Nürn- berg“ auf der Ausreise nah Ostasien am 2B. März in Colombo auf Ceylon eingetroffen.

S. M. S. „Bremen“ ist am 28. März in Coronel (Chile) eingetroffen und geht am 30. März von dort nach Puerto-Montt (Chile) in See.

S. M. S. „Sperber“ ist am 15. März in Boma im Congostaat eingetroffen und am 22. März von dort nach Benguella in See gegangen.

Frankreich.

Der Senat hat vorgestern bei der fortgeseßten Beratung des Zolltarifgeseßes, „W. T. B.“ zufolge, auf Antrag des Senators Maxime Lecomte die Zölle für Maschinen zur Bearbeitung von Textilstoffen troy Einspruhs der Regierung von 12 auf 15 und 18 Francs erhöht. Jn der gestrigen Sißung wurde die Streichung des von der Kammer an- genommenen Artikels 9, wonah die Gewerbetreibenden, die mehr als fünf außerhalb der Landesgrenze wohnende Arbeiter beschäftigen, eine besondere Steuer zahlen sollen, mit 267 gegen 12 Stimmen beschlossen und sodann das ganze Zollgesey mit 281 gegen 5 Stimmen angenommen.

Die Deputiertentammer hat vorgestern, obiger Quelle zufolge, die Geseßentwürfe angenommen, in denen die Haager Uebereinkommen vom 18. Oktober 1907 über die friedliche Regelung internationaler Streikfälle und einige andere Materien gebilligt werden, und ferner die Vorlage, nach der, entsprechend den Aenderungen in der Bevölkerungsziffer, einige Wahlkreise abgeändert und sehs neue Deputiertensißze geschaffen werden. Daxauf begann die Kammer die Beratung über den Geseßentwurf, betreffend die Ausschließung straf- rechtlich Verurteilter aus der Armee des Mutter landes und ihre Einreihung in afrikanische oder Spezial- hataillone.

Der Berichterstatter Ra iber ti wies auf die Notwéndigkeit der Borlage hin und sührte aus, daß die Ursache für die Zunahme der militärisen Kriminalität und der Desertation zum Teil in der Straf- freiheit der antimilitaristishen Propaganda liege. Der Abg. Faurès protestierte gegen die Einreihung in Spezialbataillone von solchen Militärpflichtigen, die zu weniger als drei Monaten Gefängnis verurteilt worden sind.

Die Kammer nahm nah kurzer weiterer Debatte den Geseßzentwurf an und seßte die Beratung des Geseßentwurfs, betreffend die Uenza-Eisenbahn, fort. Um die Vor- lage zu bekämpfen, meldete sih ein Sozialist nah dem andern zum Wort. Mehrere Abgeordnete protestierten gegen diese Obstruktion der Sozialisten. Auf Antrag der Sozialisten wurde über einen Antrag auf Schluß der Debatte namentlih abgestimmt. Da die beschlußfähige Zahl von Mitgliedern nicht vorhanden war, wurde die Sißung auf- gehoben. Nach Wiederaufnahme der Sizung wurde der Antrag au Schluß der Generaldiskussion über den Geseßentwurf mit

166 gegen 139 Stimmen angenommen. Darauf beriet die

W Frankreichs

ammer den Geseßentwurf, betreffend die Nachtrags kredite

für die Operationen in Marokko. / &n Erwiderung auf Ausführungen des Sozialisten Constans, der den Feldzug verurteilte, erklärte der Minister des Aéußern ichon, daß der Feldzug während der Parlamentsferien begonnen worden sei, um die Ehre des Landes zu wahren, und daß die ent- taudenen Aeaeo von Marokko zurüerstattet werden würden. ad langer Mühe sei es Frankrei gelungen, mit Marokko. ein ilebereinkfommen zu treffen, das alle Schwierigkeiten Hoe Die Regierung sei überzeugt, daß Mulay Hafid genaue Befehle geben werde, um die Bestimmungen dieses Uebereinkommens zur Aus- führung zu bringen. Frankreih habe erreicht, daß seine Rechte in Marokko geachtet und die im Jahre 1907 getöteten Franzosen gerächt würden, daß alle Mächte der Politik Frankreihs zustimmten E Frankreihs in Marokko keinen Widerstand entgegenbrächte. Es jet ferner gelungen, Algeriens Sicherheit zu wahren. Der. Minister dankte zum Schluß der Mehrheit des Hauses, die es der Regierung ermöglicht habe, so günstige Resultate zu erzielen. Der Abg. Jauròs ersuchte die Regierung, ein Gelbbuh über Marokko vorzu- segen. Der Minister Pichon erwiderte, ein \olches sei bereits fertiggestellt. Jauròès äußerte dann weiter seine Bedenken über Vorgehen in Marokko, worauf der Berichterstatter Doumer erwiderte, man habe Zivilisation bei den halbbarbarischen Vzlkerschaften Marokkos nicht anders als durch Gewalt einführen fónnen. Die Ordnung sei jeßt wiederhergestellt. Frankreich habe die Anerkennung feiner Nechte erreicht, und man könne wegen der Jukunft Marokkos beruhigt fein.

Die Kammer nahm s\chließlich die Nachtragskredite für Marokfo mit 462 gegen 74 Stimmen an.

Nußland.

Der König von Serbien besuchte vorgestern, „W. T. B.“

¡ufolge, den Ministerpräsidenten und die Minister des Aeußern,

der Finanzen und des Krieges und empfing später eine

Deputation der städtishen Behörden und Vertreter des diplo-

matischen Korps. Gestern stattete der Kaiser Nicolaus dem sönige einen Besuch ab.

Die gestrige Sißung der Reichsduma wurde von

dem neuen Präsidenten Gutschkow mit einer Ansprache er-

¡fnet, in der er laut Bericht des „W. T. B.“ ausführte:

Er fei ein überzeugter, konstitutioneller Monarchist und sei der

Mnsiht, Rußland könne nur bei einer konstitutionellen, monarchischen

Staatsordnung mit einer mit weitgehenden legislatorishen Rechten ausgestatteten Volksvertretung und einer starken, nur dem Monarchen, nidt aber den politishen Parteien verantwortlichen Regierung ge- deihen. Ohne die konstitutionelle Monarchie und unter der Herr- haft des Parlamentarismus könne er sich eine friedliche Fntwicklung des heutigen Nußlands mit seinen Besonder- heiten, die, ein Erbteil der russischen Geschichte, in dem rusfischen Wesen wurzelten, niht denken. Die Zahl der der Erledi- gung harrenden Fragen, unter denen die der Landesverteidigung und die der Elementarshulen obenan ständen, sei sehr groß; aber, wie ihm heine, könnten bei allen diesen die politishen Gesichtspunkte in den Hintergrund treten, und auch die \chärfste politische Meinungs- verschiedenheit dürfe eine einmütige Arbeit nicht verhindern. Die dem räsidenten gegebene Gewalt werde er mit der Geschäftsordnung be- inßen zum Schuße der Würde der Duma sowie zur Einbürgerung arlamentarischer Sitte und Wahrung der Ordnung, ohne die eine ernste gesezgeberishe Arbeit undenkbar sei.

Die Worte des Präsidenten wurden vom Zentrum, den Nationalisten und einem Teil der Opposition mit lebhaftem Beifall begrüßt.

- Die Finanzkommission des Reichsrats hat die im Budget geforderten Kredite von 14674000 Rubel für hen Bau neuer Kriegsschiffe, die die Budgetkommission der Duma um 11 Millionen reduziert hatte, wiederhergestellt.

Ftalien.

Der König Victor Emanuel hat vorgestern, wie das P. T. B.“ meldet, den Präsidenten der Deputiertenkammer Narcora empfangen, um ihm die Bildung des neuen Rabinetts zu übertragen. Marcora glaubte jedoh aus per sönlichen wie politishen Gründen, die der König anerkannte, den Auftrag nicht annehmen zu können.

Niederlande.

Die Königin Wilhelmina hat, „W. T. B.“ zufolge, ine Staatskommission zur Beratung von Aenderungen der Verfassung eingeseßt. Der Präsident der Kommission st der Minister des Jnnern Dr. Heemskerk, der Vizepräsident das Mitglied des Senats Roell. Der Kommission gehören ferner an Mitglieder der Ersten und Zweiten Kammer ver- \hiedener Parteirichtung und drei höhere Staatsbeamte.

Türkei.

Vorgestern haben zwischen dem bulgarischen Minister des uswärtigen Paprikow und dem bulgarischen Handelsminister iapt\shew einerseits, dem Großwesir Ha kki Pascha und dem Minister des Auswärtigen Rifaat Pascha andererseits die ersten politishen Besprehungen über die zwischen der ürkei und Bulgarien offenen Fragen stattgefunden. Wie das V. T. B.“ meldet, zeigen nah den Erklärungen einer maß- gebenden bulgarischen Persönlichkeit die türkischen Minister ein nigegenkommendes Verhalten. j 2 :

An der montenegrinischen Grenze ist es obiger Quelle zufolge in den leßten Tagen zwischen Arnauten, türkischen Srenzsoldaten und Montenegrinern zu mehreren blutigen Zu- jammenstößen gekommen. Bei Erzaniße _und Pepitsch auern die Scharmügel an. Die montenegrinische Regierung hat Einspruch erhoben und droht, zur Selbsthilfe zu greifen, alls die türkishe Regierung nicht sofort die Ruhe wieder- Verstellen läßt. :

Griechenland.

Der Ministerpräsident Dragumis brachte gestern in der eputiertenkammer das Budget ein. i

Laut Bericht des „W. T. B.“ zeigt das Budget bei den 2166 000 Drachmen betragenden Einnahmen eine Verminderung hegen das Vorjahr im Betrage von 6 395 000 Drachmen. Diese Nindereinnahme beruht auf dem Nückgang mehrerer Steuern und uf vorsichtigerer Aufstellung des Etats. Die Ausgaben werden auf 142031 000 Drachmen. geschäßt. Die hierbei vorgesehene Erhöhung ber Ausgaben um 7484000 Drachmen is nötig zur Deckung Pes Defizits von 1907/08 im Betrage von 4358 000 Drachmen, die \tsprünglih im Etat für 1909 erfolgen sollte, von Dragumis aber U das Etatsjahr 1910 verschoben wurde, während der Rest von ? 125 000 Dramen für Mehrausgaben für die Arbeiterversicherung Und _für die Nationalversammlung vorgesehen ist. Die Wegierung gig zunächst nur die für den Etat 1910 benötigten Viittel r Anleihe zu decken. L

Die Kammer beschloß, heute über das Budget abzustimmen, mit ihre Arbeiten beendet sind.

Amerika. | Der Präsident der Vereinigten aft hat dem Kongreß in einer

Staaten von Ameriïa Sonderbotschaft die

Deutschland der vollständigen politischen Freiheit bei dem Vor-

Vorschläge der amerikanischen Kommission zugehen lassen, die jüngst Liberia besuht hat. Wie das „V. T. B.“ meldet, sollten danah die Vereinigten Staaten zu einer {nellen Beilegung der Grenzstreitigkeiten beitragen und Liberia in den Stand segen, mit Hilfe einer Anleihe bei den Vereinigten Staaten seine Gläubiger zu befriedigen. Als Garantie bs sollten die Vereinigten Staaten die Kontrolle über die liberischen Zölle, Mitwirkung bei der Regelung der Map eer atme und bei der Einrichtung einer ausreichenden Polizei und endlich die Wiederaufnahme von Verhandlungen wegen Kohlenstation in Liberia «verlangen.

Afrika.

Der Kaiser Menelik von Abessinien liegt nach einer Meldung des „W. T. T.“ in den leßten Zügen. Die Kaiserin Taitu ist abgeseßt und gezwungen worden, das Kaiserliche Palais zu verlassen. Alle Häuptlinge haben dem neuen Negus den Eid der Treue geleistet.

Wie ein weiteres Telegramm aus Addis Abeba meldet, haben si die Häuptlinge der Schoastämme, die mit der Re- gierung unzufrieden sind, zusammengetan und beschlossen, die Kaiserin Taitu von jeder Einmischung in die Staatsgeschäfte auszuschließen. Sie ließen den Ras Tassama, den Kriegsminister Fitaurari Apte Giorgis und andere Mitglieder der Regierung in die Hände des Bischofs Mattheos shwören, in Uebereinstimmung mit dem leßten Willen des Negus zu handeln und den Nat und die Einmischung der Kaiserin vom gesamten Regierungs- geschäft unbedingt fernzuhalten. Sie beschlossen ferner, daß alle Veränderungen in den Kommandostellen, die in dieser Zeit auf Verfügung der Kaiserin in den Provinzen stattfanden, für ungültig erklärt und die früheren Jnhaber in ihre recht- mäßigen Kommandostellen wieder eingeseßt werden sollen. Diese Beschlüsse sollen der Kaiserin offiziell mitgeteilt werden, die sich auh mit dem Verzicht auf jede Einmischung in die Staats- geschäfte abfinden zu wollen scheint. Man hofft, die Krisis ohne Konflikte beizulegen. Die auswärtigen Regierungsvertreter halten sich vollkommen neutral. Die Stadt ist ruhig, die Se der Europäer für den Augenblick niht in Frage gestellt.

Anlage einer

Nr, 13 des „Zentralblatts für das Deutsche Reich“, herausgegeben im Reichsamt des Innern, vom 24. März, hat folgenden Inhalt: 1) Finanzwesen: Reichs\tempelabgabe für Zinsbogen mit Zinsscheinen für einen kürzeren als zehnjährigen Zeitraum und für vor dem 1. August 1909 ausgegebene Gewinnanteilschein- und Zinsbogen ; Nachweisung der zur Anschreibung gelangten Einnahmen des Deutschen Neichs an Zöllen, Steuern und Gebühren sowie der Einnahmen der Neichspost- und Telegraphenverwaltuug und der Neichseisenbahnver- waltung für die Zeit vom 1. April 1909 bis zum Schlusse des Monats Februar 1910; Versteuerung inländisher Wertpapiere. 2) Militärwesen: Aenderuno in dem Verzeichnis der den ‘Militär- anwärtern usw. im NReichsdienst vorbehaltenen Stellen. 3) Zoll- und Steuerwesen: Aenderung in der Zollgebührenordnung : Personal- veränderung bei den Stationskontrolleuren. 4) Polizeiwesen: Aus- weisung von Ausländern aus dem Retichsgebiet.

Statistik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

Aus Rheinhausen wird der „Köln. Ztg.“ gemeldet, daß auf der Kruppshen Friedri ch-Alfred-Hütte am Donnerstag eine größere Anzahl Maschinisten wegen der Ablehnung einer geforderten Lohnerhöhung die Arbeit niedergelegt hat. Der Betrieb wird, wenn auch mit kleinen Beschränkungen, aufrecht erhalten.

Der Ausstand der 250 Hochofenarbeiter in Differdingen (vgl. Nr. 71 d. Bl.) ist, der „Köln. Ztg.“ zufolge, durch die Ver- mittlung des Va und des Bürgermeisters beigelegt worden. Nach einer Lohnaufbesserung um 40 H für den Tag und die Gewährung zweier Nuhetage im Monat nahmen die Ausftändigen die Arbeit wieder auf.

Die Vertreter der Bergleute von Südwales und der Grubenbesißer hatten, wie dem „W. T. B.“ aus London be- richtet wird, am 24. d. M. gesonderte Unterredungen privater Natur mit dem Präsidenten des Handelsamts, mit deren Ergebnis sich beide Parteien einverstanden erklärten. Das Einigungs8amt wird nun in Cardiff eine Sißung anberaumen, in der von neuem der Versuch gemacht werden soll, eine Einigutis herbeizuführen. (Vgl. Nr. 71 d. Bl.)

Aus Chicago wird dem „W. T. B.“ telegraphiert: Zwischen den Direktoren der westlichen Bahnen und den Lokomotiv- führern und Heizern ist heute früh eine Einigung erzielt worden, die ih auf alle Streitpunkte mit Ausnahme der Lohnfrage erstreckt. Diese Frage soll nach gemeinsamer Uebereinkunft \päter durch einen Sonderaus\{huß geregelt werden. (Vgl. Nr. 69 d. Bl.)

Kunft und Wissenschaft.

Die Ausstellung orientalischer Buchkunst im Lichthof des Kunstgewerbemuseums hat dur ihren Reihtum an Miniaturen, Schriften, Büchern und Einbänden bei Kunstfreunden, Künstlern und Gelehrten so viel Interesse gefunden, daß sie. bis zum 20. April ver- längert worden ist. Das Museum ist am Ostermontag und Sonntags von 12 bis 5 Uhr, an den Wochentagen außer Montag im März von 10 bis 3 Uhr, im April bis 4 Uhr geöffnet.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs- maßregeln.

Belgien.

Durch eine in Nr. 75 des „Moniteur Belge" vom 16. d. M. veröffentlichte Verfügung des belgischen Ministers bes Innern und der Landwirtschaft vom 12. d. M. sind zur Verhütung der Ein- \chleppung der Pest in Belgien die Bestimmungen der Art. 1 bis 6 der Königlich belgishen Verordnung vom 26. September 1907 (vgl. „N.-Anz.“ vout 28. Oktober 1907, Nr. 257) für Herkünfte aus Kobe und Osaka (Japan) sowie aus Guayaquil (Ecuador) in Wirksamkeit gesetzt worden.

Solche Herkünfte von See follen an den Quarantänestationen der Schelde und in den Häfen von Ostende, Nieuport und Zeebrügge, fowie in Selzente nach Maßgabe des Titels 1, Kapitel 11, Sektion 111 der Pariser Sanitätskonvention vom 3. Dezember 1903 behandelt werden.

f G

Niederländische Besitzungen Durch Verfügung des Gouverneurs von Surinam vom 28. Fe- bruar d. I. sind die für Herkünfte von Trinidad angeordneten Quarantänemaßregeln wieder aufgehoben worden. (Vgl. „NR.-Antz." vom 21. d. M., Nr. 68.)

; Aegypten.

Der Internationale Gefundheitsrat in Alexandrien hat beschlossen, gegen Herkünfte aus Mangalore (British-Indien) das Pe st - reglement anzuwenden.

Verkehrsanftialteu.

Der Name der Postanstalt „Ebolwoa“ in Kamerun is in „Ebolowa“* geändert worden.

Theater und Musik.

Friedrich Wilhelmstädtishes Schauspielhaus.

_ „Schuldig“, das Drama, mit dem Nichard Voß dereinst seinen Nuf als Dichter begründete, wurde am Mittwoch im Friedrich Wilhelmstädtishen Schauspielhause durch eine gute Aufführung wieder in Erinnerung gebracht. Die traurigen Lebens\chicksale des Mannes, der für einen anderen unschuldig eine Zuchthausstrafe verbüßt und erst, da er die Freiheit wiedererlangt hat, dur einen im Affekt begangenen Totschlag wirklich A wird, hielten auch iegt wieder die Zuschauer in ihrem Bann. Ganz besonders tat sich der Darsteller dieser Rolle, Nudolf Lettinger, hervor, ein Schauspieler, der jeder Berliner Bühne zur Zierde gereichen würde. Neben thm behaupteten sich Marianne Knorr und Margarete Wolff, die Herren Nameau, Leudesdorf, Sarnow, Machold u. a. mit Ehren. Das Publikum zeichnete alle Beteiligten dur lebhaften Beifall aus.

Morgen abend findet im Königlihen Opernhause eine Aufführung von Meyerbeers „Prophet“ statt, in der in den Haupt- rollen die Damen Goetze und Kurt sowie die Herren Berger, Bischoff, Sommer, Knüpfer und Bachmann beschäftigt find. Dirigent ist der Kapellmeister Blech. Am Montag findet eine Auf- führung der „Lustigen Weiber von Windsor“ statt, in der die Damen Hempel, Nothauser und Dietrih sowie die Herren Knüpfer, Hoffmann, Sommer, Mödlinger, Lieban und Krasa beschäftigt sind. Dirigent is der Generalmusikdirektor Dr. Strauß. Am Dienstag wird „Tristan und Isolde" in folgender Beseßung gegeben: Tristan: Herr Grüning; König Marke: Herr Griswold; Jfolde: Frau Plaichinger; Kurwenal : Herr Bischoff; Melot: Herr Kirchhoff; Brangäne: Frau Goeße; Hirt: Herr Schöffel; Steuer- mann: Herr Krasa; Seemann: Herr Sommer. Dirigent ist der Kapellmeister Blech,

Im Königlichen Schauspielhause geht morgen Schillers „Maria Stuart“, mit Frau Willig in der Titelrolle, in Szene ; die Königin Elisabeth spielt Fräulein Lindner. Außerdem sind die Herren Sommerstorffff, Nesper, Kraußneck, Mannstaedt und Geisendörfer in den anderen Hauptrollen beschäftigt. Am Montag wird H. Sudermanns Schauspiel „Strandkinder“ in der bekannten Beseßung wiederholt. Am Dienstag, findet das erste Gastspiel des Herrn Joseph Kainz vom K. u. K. Hofburgtheater in Wien statt, und zwar in der Titelrolle von Shakespeares Trauerspiel „König Richard der Zweite". Außer dem Gaste wirken die Herren: Pohl, Nesper, Kraußneck, Boettcher, Gode, Werrack, Mannstaedt, Geisendörfer, Oberländer, Zeisler, Eggeking sowie Fräulein Ressel mit.

Im Neuen Königlichen Operntheater findet morgen, Nachmittags 24 Uhr, eine Aufführung von „Hänsel und Gretel“, mit den Damen Nothauser, Dietrih, Dber, von Scheele-Müller fowie Herrn Bachmann als Vertreter der Hauptrollen, statt. - Hierauf folgt das Ballett „Die Puppenfee“. Dirigent: Kapellmeister Dr. Besl. Abends wird K. Niemanns Lustspieckl „Wie die Alten fungen“ aufgeführt. Herr Molenar und Frau Schramm sind die Träger der beiden Hauptrollen. Am 2. Östertage findet eine Aufführung von „Cavalleria rusticana“, mit den Damen Pacholski, von S eele-Müller und Parbs sowie den Herren Maclennan, Bischoff in den Hauptrollen, statt. Hierauf folgt „Bajazzi“, mit Frau Monrad und den Herren Kirch- hoff, Bischoff, Bronsgeest und Philipp als Vertreter der Hauptrollen. Dirigent: Kapellmeister Dr. Besl. Am nächsten Sonntag, den 3. April, geht „Der Eingebildete Kranke“ von Molière in Szene. Der Billettvorverkauf zu dieser Vorstellung findet von morgen, Sonntag, ab täglich an der Tageskasse des Königlichen Schauspiel- hauses statt.

Im Deutschen Theater geht morgen „Judith“, am Oster- montag „Don Carlos“ in Szene, am Dienstag „Der Widerspenstigen Zähmung“, mit Albert Bassermann als Petrucchio, und Lucie Höflich als Katharina. Am Mittwoch, Freitag, Sonnabend und nächsten Sonntagabend wird „Judith“ wiederholt. Am Donnerstag findet eine Aufführung von „Hamlet“ statt, und am Montag wird „Faust“ gegeben. In den Kammerspielen wird an den beiden OÖsterfeiertagen und am Dienstag „Der gute König Dagobert“ gegeben. Am Mittwoh geht zum ersten Male „Gawän“, ein Mysterium in fünf Akten von Eduard Stucken, in Szene. Die Erst aufführung beginnt um 74 Uhr. Das Stück wird am Freitag und nächsten Sonntag wiederholt. An allen übrigen Tagen steht „Der gute König Dagobert" auf dem Spielplan.

Im Berliner Theater geht in nähster Woche allabendlih

Lengyels Schauspiel „Taifun“ in Szene. An beiden Osterfeiertagen wird als Nachmittagsvorstellung „Herodes und Mariamne“, am Sónntag, den 3. April, „Pension Schöller“ gegeben. Das Lessingtheater hat für nächste Woche legenden Spiel- plan aufgestellt: Morgen nahmittag: „Nora“. Abends: „Das Konzert“; Montagnachmittag: „Rosenmontag“, Abends: „Tantris der Narr“; Dienstag, Mittwoh, Donnerstag, Freitag, Sonnabend, nächstfolgenden Sonntagabend und S „Das Konzert“.

Sm Neuen Schauspielhause bringt das Gastspiel von Agnes Sorma an den beiden Osterfeiertagen fowie am Mittwoch, Sonnabend und nächsten Sonntagabend Wiederholungen des Schau- \spiels „Die Rampe“, Freitag: „Die Frau im Fenster“ und „Mirandolina“. Dienstag und Donnerstag (74 Uhr) geht „Alt- Heidelberg“ in Szene. / :

Fn der Komischen Oper bringt der morgige erste Osterfeiertag eine Wiederholung von Künnekes „NRobins Ende“. Das Werk geht auch am Mittwoh, Sonnabend und Montag, den 4. April, in Szene. Am Montag, Dienstag und nächsten Sonntagabend wird Lehars „Zigeunerliebe“ gegeben. Donnerstag wird, neueinstudiert, Lorßings „Wildshüz“ in den Spielplan aufgenommen. Für Freitag ist „Die Fledermaus“ angeseßt. Als Nachmittagsvorstellung ist für morgen die Oper „Hoffmanns Erzählungen“, für den 2. Feiertag „Tiefland“ und für Dienstag „Die Fledermaus“ angeseßt.

Im Scillertheater 0. (Wallnertheater) werden morgen nach- mittag „Wallensteins Lager“ und „Die Piccolomini", Abends „Wallen- steins Tod“, am Ostermontagnachmittag „Kabale und Liebe“, Abends „Goldfische“ gegeben. Am Dienstag werden „Goldfishe“, Mittwoch „Der Pfarrer von St. Georgen“, Donnerstag und Sonnabend „Hans Lange", Freitag „Wallensteins Tod“ wiederholt. Für nächsten Sonntag ist Nachmittags „Viel Lärm um Nichts", Abends „Egmont“ angeseßt.

s Bos Schillertheater Charlottenburg bringt morgen nachmittag „Kabale und Liebe", Abends „Viel Lärm um Nichts“, Montag, Nachmittags, „Hans Lange“, Abends „Der Pfarrer von St. Georgen“, Dienstag, Nachmittags, „Wilhelm Tell“, Abends „Egmont“. Mittwoh geht „Viel Lärm um Nichts“, Donnerstag „Neue Jugend“, Freitag und Sonnabend „Goldfishe" in Szene. Für nächsten Sonntag ijt Nachmittags „Der Meineidbauer“, Abends das Lustspiel „Goldfische“ angeseßt.

Im Friedrich WilhelmstädtishenSchauspielhause geht morgen abend, am Dienstag und Donnerstag das Schauspiel „Schuldig“ von Voß in Szene. Am Montag wird „Flahsmann als Erzieher“ gegeben. Am Mittwoch wird „Der Strom“ von Max Halbe aufgeführt. Vom Freitag, 1. April, ab findet ein Gastspiel des Neuen Schau- spielhauses (mit Harry Walden) in „Alt - Heidelberg“ statt. Als Nachmittagsvorstellung wird morgen sowie am Montag und nächsten Sonntag „Die Sruriófeau von Orleans“ aufgeführt. | |

Sm Thaliatheater geht an den Feiertägèn die Operette „Die Dorfkomtesse“ in Szene. Morgen nahmittag wird „Charleys Tante“, am zweiten Feiertag, Nachmittags, „Ihr Sechs Uhr-Ynkel“ aufgeführt.