1870 / 229 p. 5 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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Redaction und Rendantur :

Schwieger.

Berlin, Druck und Verlag der Königlichen Geheimen Ober - Hofbuchdruckerei

(R. y, Deer ).

Hier folgt’ die Beilage und die Verlust-Liste Nr. 4.

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: ri geistigem Zusammenhange mit der Heimath zu vecbleiben

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I n mte Fluß der Natrichten von der Armee zur Heimath und um-

Ï Lieben am

| Gichtigkeit, daß der brieflihe Verkehr zwi Ï den im Felde operirenden Armeen in thunlichst vollkommener Weise

| tige Vorstellung von den bei dem P | besonderen Umständen nicht vorhanden ist, auch wohl nicht sein kann.

3333

Beilage zum Königlich Preußischen Staats - Anzeiger. &reitag den 26. August

1870.

An das Publikum. Bei keiner anderen Armee waltet in gleihem Grade wie bei un- eere, dem Volk in Waffen, das berechtigte Bedürfniß ob, in

llends, wenn der rasche Siegesflug die Banner weit Über die vater- ndishen Grenzen in das Herz des Feindeslandes führt. Der unge- e rt verstärkt die Lebensströmung, welche Beide verbindet: er ver- haft den Zurückgebliebenen Trost und Beruhigung , in jedem Fall

| Befreiung von quälender Ungewißheit; er bringt unseren , in furt- Ï baren Schlachten vorschreitenden Brüdern Kunde von der begeisterten

E Theilnahme,

die ihren Thaten aus allen deutschen Gauen entgegen- jöónt; er gewährt ihnen unter gewaltigen Anftrengungen und Ge- fahren die Erquickung des geistigen und Herzensverkehrs* mit den

heimischen Heerd; er beflügelt die ergreifende Gewalt des entflammten Nationalgeiftes; und er stählt die aus dem Zusammen-

Ï hang mit dem Vaterlande hervorgehende sittlihe Kraft, welche einen Ï so wesentlihen Theil der Stärke und Ueberlegenheit deutscher Heere

Ï ausmacht.

Es if daher in mehr als einer Tee is S von E en der Heimath un

geregelt sei. Niemand kann sich dessen in höherem Maße bewußt sein, als die Postverwaltung selber, und sie seßt die umfassendsten Mittel

Ï in Thätigkeit, wendet die äußersten Anstrengungen an, um jenes Ziel | zu erreichen. a

Die dem General-Postamte fortgeseßt zugehenden Anfragen, und auch Klagen, Über Verspätungen von Feldpostbriefen beruhen haupt- sählih auf zwei Ursachen: einmal, daß ein Theil des Publikums

| durch die sonstige Schnelle und Regelmäßigkeit des Postverkehrs, sowie

dur die Telegramme verwöhnt-— nicht im Stande oder auch nicht

| geneigt zu sein s{eint, den völlig veränderten Verhältnissen der Kriegs- | lage, welche gerade die Verkchrsanstalten mit ehernen Schlägen trifft,

Rechnung zu tragen; und sodann, daß bei der Mehrzahl eine rich- ostdienste der Armee obwaltenden

Aus diesem Grunde glaubt das General-Postamt, welches jede einzelne Anfrage nach einem verspäteten Briefe zu beantworten nicht im Stande ist, den Weg betreten zu sollen, dem Publikum die in Betracht kommenden Verhältnisse und die getroffenen Einrichtungen in Kürze öffentlich" darzulegen. Dasselbe wird dabei lediglich von dem Gedanken geleitet, daß diese Darstellung, wenn die Betheiligten eit finden, sie durckchzusehen , vielleiht dazu beitragen wird , die

eunruhigungen und unbegründeten Besorgnisse zu zerstreuen, welche dur die unvermeidlichen Briefverspätungen bei der allerdings sehr erklärlichen Erregung der Gemüther in der jeßigen Zeit hervor-

gerufen werden.

Die Grundlage für die Organisation des Feldpostdienstes bilden die mobilen Feldpostanstalten. Bei jedem der dreizehn Armee- Corps bestehen : ein Feldpostamt und vier Feldpost-Expeditionen: das Feldpostamt für das. Gencral - Kommando nebst dem Stabe- und den

p Administrationsbranchen ; zwei Feldpost - Expeditionen für die beiden

Tnfanterie-Divisionen; und eiue Feldpost - Expedition für die Reserve

| (Kavallerie und Ans Beim XI. Armee-Corps is für die Groß-

| herzogli e (25.) Di e

ivision außerdem eine besondere Feldpost- Ferner sind für das große Hauptquartier Sr.

(ajestät des Königs, für die Ober-Kommandos der operirenden drei

| c) für die sechs Kavallerie-Divisionen und für die vier Land-

wehr-Divisionen noch besondere Feldpostanstalten errihtet. Die sämmt- lihen mobilen Feldpostanstalten, 71 an der Zahl, mit einem Per- sonal von ca. 1000 Köpfen und vielen hundert Pferden und Wagen

| marschiren stets bei dem Stabe ihrer Division 2c. mit; und haben den

Postverkehr für die ihnen zugewiesenen Truppentheile und Administra- tionsbranchen wahrzunehmen: Dies geschieht in der Weise daß die

| mobilen Feldpostanstalten die nach der Heimath gerichteten Briefe von | den Truppen entgegennehmen und zur Absendung bringen; die zur

Armee gelangende Korrespondenz aber nah Bataillonen, bez. Com-

| pagnien, Schwadronen, Batterien u. st. w. sortiren und zur Abholung

bereitstellen, welche durch Ordonnanzen erfolgen muß.

Zur Verbindung der in Feindesland stehenden Feldpost- Anstalten mit der Heimath dienen die Etappen-Postbehörden. Für jede der drei Armeen is ein Etappen-Postdirektor mit zwei Etappen-Postinspektoren in Wirksamkeit. Sie sind den General- Etappen-Inspeftionen zugewiesen, welche leßtere wiederum die Auf- gabe haben, die gesammte em betress einer operirenden Armee mit

} der Operationsbasis und dem betreffenden Staatsgebiete zu sichern.

Soweit Eisenbahnen im Betriebe sind, sollen dieselben durch die

Etappen-Behörden auch für die Postbeförderung nußbar gemacht

werden; auf den Landstraßen werden an geeigneten Punkten Feldpost-

Stationen (Relais) errichtet, damit dort die Weiterspedirung der

Briefsäcke 2c. erfolge; die MdE erforderlichen Transport-

ares sind von der Militär-Etappen-Behörde zu be- en

Aus dem Gesagten erhellt bereits, daß die Leitung der Feld- postbriefe von der heimathlihen Aufgabe-Postanstalt aus eine wesent- lich andere scin muß, wie bei den gewöhnlichen Postsendungen. Der auf den Briefadressen angegebene Bestimmungsort kann bei Briefen an die mobilen Fel d truppen für die Spedirung niemals maßgebend sein: denn wenn der Brief nach demjenigen Orte gerichtet wird, von

wo aus ein Soldat seine Nachrichten in die Heimath zuleßt abgesen- det hat z. B. Kaiserslautern —, so wird unter jeßigen mständen der Adressat bereits weit nach Frankre1ch vorgerückt sein, wenn jener Brief in Kaiserslautern eingeht und die Postanstalt an leßterem Orte würde, weil sie die Marschroute jedes einzelnen Truppentheils un- r a kann, außer Stande sein, die Nachsendung des Briefes __ Die einzige Möglichkeit; die Briefe an marschirende Truppen rich- tig zu leiten , bestght darin : daß die Sachen fe alle in ‘inet bts stimmten Divisions - 2c. Verbande stehenden Truppen der dieser Division zugetheilten Feldpostanstalt zugeführt werden. Hierzu gehört aber unbedingt, daß die Postverwaltung zuver- lässige Nachricht darüber erhält, welchem taktishen Ver- bande jeder einzelne Truppentheil im gesammten Nord- deutshen Bundesheere einverleibt ist, und welche Ver- änderungenhierineintreten. Auf Grund dieses nur mit großer Mühe und anfänglich wegen der successiven Formirung der mobilen Truppenkörper doch nur unvollständig zu beschaffenden Materials wird alsdann von dem General - Postamte eine numerologish geord- nete Zusammenstellung aller Stäbe , Regimenter , Abtheilungen , Ko- lonnen und Administrationsbranchen mit Angabe der zugehörigen Feldpostanstalt eine sogenannte Feldpost - Uebersicht an- gefertigt und denjenigen Stellen Überwiesen, welhe im Jn- lande die Bearbeitung der nach der Armee gerichteten Feld- Postsendungen zu_ besorgen haben. Da nämlich nicht alle 4600 Norddeutsche Postanstalten mit den mobilen Feldpostanstalten in direkten Kartenschluß, d. h. in unmittelbaren Austausch von Brief- padetén und Briefbeuteln , treten können, und da- auch die in der Feldpost- Uebersicht enthaltenen Angaben geheim zu halten sind, mit- hin nur wenigen Beamten zugänglich sein dürfen: so sind an einigen, ihrer Lage nah dazu geeigneten Orten, zur Zeit in Berlin , Cassel, Cöôln, Frankfurt a. M. , Hambur 1 Leipzig und Saarbrücken , große Depots Postsam melstellen eingerihtet worden, an welche die nah der mobilen Armee bestimmten Sendungen zuerst gelangen, um dort nah den Divisionen (die Geldbriefe gleich nach den einzelnen Compagnien- u. st. w.) sortirt, in die Karten eingetragen, verpackt und weitergesandt zu werden. :

Der Betrieb bezüglich der zur Armee gehenden Sendungen besteht alfo darin: daß dieselben von der Einlieferungs-Postanstalt an die am chnellsten erreihbare Sammelstélle, und sodann von der Sammel- stelle im geschlossenen Beutel durch Vermittelung der Etappen-Post- behörden an die mobile Feldpostanstalt übersendet, demnächst aber bei dieser leßteren zur Ausgabe gebracht werden.

In der Richtung von der Armee nach der Heimath bedarf es der Mitwirkung der Sammelstellen überhaupt nit, und nur in dem Falle, wenn eine Feldpostanstalt wegen anhaltender Märsche oder wegen plößlicher Einlieferung sehr großer Massen von Briefen und Korrespondenzkarten wie solche unmittelbar nah einem Gefechte uns Ha pflegt außer Stande is, die Briefe 2c. vor der Ab- endung nach Eisenbahncoursen bezw. nach Provinzen zu sondern, werden die Korrespondenzen zum Zweck der- Vorsortirung zuerst auf cine größere Postanstalt geleitet, um von dort aus demnächst gleich den en Postsendungen nach dem Bestimmung®Lorte gesendet zu werden.

Dieses ‘ist in allgemeinen Umrissen die: Organisation des Betrie- bes. Einfacher kann sie kaum angelegt werden. Jn einem komplizir- ten A S beruhen daher die Ursachen der Verzögerun- gen nit. :

Man is} daran gewöhnt, die berliner Abendzeitungen am andern Vormittag in Cöln zu lesen und einen um 5 Uhr Nachmittags in Königsberg i. Pr. zur Post gelieferten Brief am folgenden Morgen in Berlin in Empfang zu nehmen; die Entfernung von mehr als 80 Meiken wird also zu Friedenszeiten in einer Nat, fast unmerk- lich, dur die Eisenbahn-Courierzüge überwunden. Nun tritt, wie es vom 23. Juli ab geschehen, jählings eine vollständige Hemmung niht nur der Courier- und Schnellzüge, sondern überhaupt aller gewöhnlichen Züge auf den großen Eisenbahnlinien ein, und fortan giebt es bei denselben für die Dauer einiger Wochen nur noch Truppen-, Proviant. und Kriegsbedarf-Transporte. Auch diese werden zwar von der Post benußt; ebenso die Aviso- und Kohblen- züge; ferner die leer zurückgehenden Wagenzüge ; sogar einzelne Loko- motiven und Draisinen; wo Alles nicht ausreicht, werden auf den alten, mit Gras bewasenen Landstraßen wieder Pferdeposten her- gestellt, so weit der dur den Krieg in Anspruch genommene Pferde- bestand des Landes es gestattet. Alle diese Mittel können natürlich bei den großen Entfernungen, welche im gegenwäreigen M in Be- tracht kommen, die Schnell- und Courierzüge nur sehr unvollklommen erseßen. Der aus dem großen Hauptquartier Sr. Majestät des Königs mit Depescden abgefertigte Staats-Courier hat z. B. zur Reise von Mainz bis Berlin (84 Meilen) drei volle Tage auf der Strecke Halle-Berlin allein 15 Stunden Yeit ge- braucht. Und jeßt handelt es sich um Beförderungen bis weit nach Frankrei hincin! l

Der Menge einer durchgehenden, beschleunigten Eisenbahnverbin- dung hat auf den westlichen Linien bis in die neueste Zeit bestanden und die Wiedereinführung der gewöhnlichen Fahrpläne muß auch gegenwärtig auf mehreren Routen noch ausgeseßt bleiben, weil die Bahnverwaltungen dringenderen , unabweislichen Bedürfnissen zu militärishen Zwecken Verwundetenzüge, Proviant- , Munitions-

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