1870 / 250 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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Hauptquartier des Oberkommandos der 111. Armee.

Cenuc (am E a A

begann für das Haupiquarlier d ce Klángüt der pürttembergischen Militärmusik. Einige Com- pagnien des 7. Württembergischen Infanterie-Regiments, die durch Cenuc zogen, um die Straße der großen Heereswande- rung auf Beaumont zu erreiben, begrüßten den Kronprinzen in seinem Feldlager (der Mairie) mit einer Morgen- musik. Es wurde ein Kriegs8marsch intonirt, die entfaltete Fahne wehte ihren Gruß für den heraufziehenden Tag- Man konnte sich keine würdigere , keine feierlichere Einleitun der be- vorstehenden Aktion denken. Seit dem Abend des 28. waren Aller Gedanken auf den Vormarsch unserer Armee gerichtet, der bei der Nähe der feindlihen Position als sicher fest\stehend angenommen wurde. Nachdem die Franzosen von Rheims sich zurückgezogen und am 28., wo das Corps Mac Mahon's in die Stellungen zwischen der Aisne und den Ardennen eingerü>t war, in der Hauptkonzentration von Bouziers der Attaque durch die 4. preußiscbe Kavallerie - Division nicht Stand gehalten hatten, mußte der Fall ins Auge gefaßt werden, daß ihr linker Flügel seine Rück- zugslinien gegen die belgische Grenze hin ausdehnen, vielleicht selbst in dem Uebertritt auf neutrales Gebiet seine Rettung suchen werde. Dem entsprechend wurde von Seiten der deut- schen Heeresführer der Entschluß gefaßt, den Feind: auf dem Terrain zwischen den Ardennen und der Maas noch einmal zum Kampf zu zwingen.

Die »Ordre de bataille«

der T1. Armee mit den

bestimmte , soweit die dritte

Armee bei der Aktion inbegriffen war, die“ folgende Vertheilung des preußischen und süddeutschen Corps. Das erste bayerische Corps, das schon am 27. über Vouziers hinaus, auf der Straße na< Stenay , bis Bar und Buzancy vorgeschoben war , geht auf Sommauthe in die feindliche- Front bei Beaumont ; das 2. bayerische Corps hält dieselbe Richtung, hinter dem erften.

Das 5. preußishe Corps wendet si von Brigenay und Authe auf Pierremont und Oches und formirt dergestalt einen Theil des linken Flügels der Süd - Armee. Württemberger richten si< von Boult - au - bois (auf der Straße nah Buzancy) Über Chatillon gegen Le Chêne. Das 11. preußische Corps hat ebenfalls die Bestimmung gegen Chôêne, doch dirigirt ‘es sich “Über Vouziers und Quatre- c<amps, links von dem württembergischen Corps, außerdem wird Voncgq (an der Aisne) von einer Seitenkolonne des 11. Corps beseßt. j

Das 6. Peps hat die Aufgabe, nach Vouziers nazu- rüden und seine Kantonnements von hier aus süd- westlich, also in der Richtung gegen Chalons, zu er- stre>ken. Die 5. Kavallerie - Division legt si<h westlich gegen Le Chôêne vor, indem sie auf Tourteron zieht ; die 4. Ka- vallerie-Division folgt dem 11. Corps bis Quatre champ8, um dann auf Chatillon abzuschwenken ; die 6. Kavallerie-Division geht. auf Semuy, avancirt aber ihre Vorposten bis Bouvelle- mont, indem sie die Wendung gegen die belgische Grenze (Me- zières) einschlägt ; die 2. Kavallerie - Division ‘hält gegen Bu- zancy.

Im Hauptquartier der IITL. Armee begann der Aufbruch (von Cenuc) Morgens 84 Uhr. Man passirte Grand-Pré, wo das große Hauptquartier Sr. Majestät des Königs die Nacht über geweilt hatte. Die Munitionskolonnen der 11, Corps8- Artillerie zur Seite, näherte man sih Brigenay. Auf ciner Stre>ke von ca. !/, Meile lagerten ‘vor diesem Dorfe, in doppelten Reihen, die Infanterte - Regimenter 37, 46, 50 und ein Theil der 5. Artillerie. Se. Königliche Hoheit, der Cenuc zu Wagen verlassen hatte, traf gegen 10 Uhr in Bu- zancy ein, wo die Pferde bestiegen wurden. Schlag: 12 Uhr ficlen die ersten Kanonenschüsse. Sie kamen von den Vorber- gen jenseits des Dorfes Oches, wo feindliche Artillerie Stellung genommen hatte, und waren gegen unsere Geschüße, die auf den Anhöhen hinter Buzancy aufgefahren, gerichtet. Da die Entfernung beinahe 5000 Schritt betrug, blieb das Feuer der Franzosen wirkung8los. Auch konnte es ihrerseits auf einen ernsten An- griff kaum abgeschen sein, da sie sofort, als vom linken Flügel aus Kavallerie gegen Oches entsandt wurde, ihre Position auf- Pohenguge, der sich hinter dem

en kleinen Weiler Stonne, der weithin \icht-

gaben. Sie retirirten, dem Dorfe erhebt, folgend, gegen den auf dem Gipfel der jenseitigen Hügelkette gelegen,

bar ist. F A Der Kronprinz war mit dem Stabe und der Suite über

Buzancy herausgegangen und hatte den Observationspunkt an derselben Stelle genommen, auf die der Feind furz vorher seine Kanonade gerichtet. Man glaubte Anfangs, daß die Franzosen versuchen würden, sich in Stonne zu behaupten. Die Vortheile des Terrains waren für sie. Das Land steigt hinter Oches

30. August. Der heutige |-

die französishe Armee mit Vorliebe auszuwählen pflegt: ein kleines, von Baumgruppen und He>en umgebenes Dorf, das am Ausgange von zwei redoutenartig ausgeworfenen Sand. fegeln ges<üßt wird. Troßdem hatten sich die französischen Corps auch von hier zurückgezogen. Der Grund, warum de Feind seine re<hte Flanke ohne jeden Widerstand aufgab, lag jedenfalls darin, daß er im Centrum seiner Aufstellung in Beaumont hatte zurü>krwoeichen müssen. Hier war, der Dis, position gemäß, das 1. bayerische Corps zum Angriff vorgegangen und hatte nah einem energischen Kampf, Über dessen Detailz die Meldungen no< nicht vorliegen, die Franzosen zurüge worfen. Von der IV. Armee war gleichzeitig eine korrespon. dirende Bewegung gegen Mouzon (auf dem re<ten Maasufer) ausgeführt worden. Von 6—8 Uhr wurde im heftigsten Ge {üß- und Mitrailleusenfeuer um diesen Punkt gestritten. Di Dunkelheit sehte dem Kampf ein Ziel.

Allerdings hat die französische Nord-Armee an diesem Tage die entsheidendeKatastrophenoch einmal aufgehalten, troßdem aberin die Gefechte vom 30. August für die taktischen Verhältnisse von größ, tem Einfluß. Dem Feinde ist von neuem ein bedeu: tendes Terrain abgewonnen worden; die Zugänge der Ardennen befinden si< ganz in deutschen Händen , unfer Truppen sind soweit vorgerückt, daß da® Gebiet zwischen der Maas und der belgischen Grenze zur Operationsbasis genom men werden kann. Die Aussagen der Gefangenen bestätigen, daß die Stimmung der französischen Soldaten eine im höchsten Grade deprimirte ist ; der Feind hat abermals eine große An zahl-seiner Streitkräfte eingebüßt. Zufolge der no< am späten Abend eingetroffenen Nachrichten hat allein das 4. Corps über 9000 Gefangene gemacht und 11 Geschüge erbeutet.

Der Kronprinz besichtigte von Oches aus die Rü>kzugölinie der Franzosen bis hinter Stonne, von wo aus die Kanonade gegen Mouzon beobachtet werden konnte. Se. Königliche Hoheit

zroishen nah Rourmont übergeführk worden war.

Offizielle militärishe Nachrichten.

Ste. Ménéhould, 5. September, 2 Uhr 25 Minute Nachmittags. :

Die bei Sedan vernichtete Armee Mac Mahons zähll vor der Schlacht von Beaumont am 30. August noch üb 120,000 Mann. 5

Der Transport der Gefangenen, unter denen über 50 G nerale, nach Deutschland, ist -in der Ausführung begriffen.

Unsere Armeen sind im Vormarsch auf Paris. von Podbielski,

Paris

Unsere Armeen sind im Vormarsch auf Das Hauptquartier hat si< na< Ste. Mén6h ould begeben um mit den vorrü>kenden Armeen gleichen Schritt halten, und die Lee Hauptbewegung des Krieges selbst leiten zu fönnen

eereSmassen, welche sih der französischen Hauptstadt zu wenden, stehen als Hauptlinien die Straße von Château-Por cieu über Soissons nördlich und die von Châlons übt Château-Thierry südlich offen; der Weg über Troyes dürft nach den neuesten Bewegungen der 111. Armee als zu entfert liegend nicht mehr in Betracht zu ziehen sein. Der nördli Weg folgt bis Soissons der Aidsne auf deren rechtem Ufer unl dann der route impériale über Villets-Cotterets, Mauteuil-l6 daudoin bis St. Dénis; der südliche zieht längs der Marne übe Epernay, Château-Thierry und Meauyx bis an die Dörfer Neuill und Pantin. Die südlichste Route von Troyes aus würde an den reten Seineufer entlang über Montereau und Melun gehe und Paris in der Gegend von Vincennes und Sk. Maur (l reihen. Das Corps Vinoy (RII.) hat, nahdem es die Dee

ung mit Mac Mahon verfehlt hatte, sih vor den vorrüden (

ronprinzlichen Armee-Corps bereits auf Soissons zuru zogen, sobald si die ersten Plänkler der deutschen Truppen Fidmes gezeigt haben.

Den

Linie Reims - Soissons , und liegt am Einflusse der Ae die Vesle, welche sih bei Soissons in die Aidne ergießt. E H ist Hauptort des gleichnamigen Kantons im Arrondi e Reims , Departement Marne , hat etwa 2900 Einwohntt bedeutendes Hospital mit etwa 1400 Betten und Wälle aus alter Zeit. Son Cäsar erwähnte dasselbe une A Namen Fines Suessonium; es liegt noch 134 Kilom

(18 Meilen) von Paris.

Weiter liegen vom Krieg8schauplaß folgende d f

Pillniß, 5. September. (Dresd. Journ.) Sé. r der König hat heute Morgen von Ihren Königlichen e rend dem Kronprinzen und dem Prinzen Georg die nachsteh

ramme erhalten : al E i zwölfstündigen Schlacht bei Sd

Nachrichten v

terrassenförmig empor: auf halber Höhe liegt das Dorf La Verlière; Stonne bietet eine jener Vefensivstellungen , wie le

Am 1. September in einer } | ) ist die Armee Mac Mahon's durch die Arince des Kronprinzen

kehrte erst um 10 Uhr in das Hauptquartier zurück, das in

Fismes ist die Haupteisenbahnstation auf der Hälfte d

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Kreußen und die meinige vernichtet. Das sächsis<he (XIl.) Corps L hrillant benommen. Georg und i< ganz wohl, erlúuse O Lr no<h nit, doch glaube ih, sind dieselben nit so groß, wie am 18ten

ugust. ; [bert.« Ag Großer entscheidender Sieg bei Sedan, wobei das FAÓsis@e

$11.) Corps eine entscheidende Rolle gespielt. Dasselbe hat Trophä c Gefangene in großer Zahl gemacht, jedoch it bmeta Verlusten

y eorg. S tuttgart, Dienstag, 6. September. O Nach einer Mittheilung an das Königl. württembergische Kriegs - Ministerium _befand sich die württembergische Division in der Schlacht von Sedan am 1. September auf dem linken Flügel gegen Meziòres, nördlich der Maas entlang, gelangte jedoch nur zu Unkergeordneter Verwendung gegen den Ausfall der Franzosen aus Mezières , und hatte nur wenige Verwundete. Die württembergische Artillerie wurde Abends zum Bombar- dement von Sedan herangezogen; jedo< kurz nah Eröffnung des Bombardements wurde das Feuer ia Folge der eingelei- teten Unterhandlungen wieder eingestellt. E E (W. T. B.) er Kommandirende des 1. Armce - Corps, General der Kavallerie Freiherr v. Manteuffel, hat am 1. - prèen Corpabeseh erlassen: : h September fol »JTd spreche dem Armee-Corps und der Reserve-Divisi i Anerkennung und meinen Dank für die I éller se gestern und heute die Armee des Marschall Bazaine zurügeshla- gen haben und freue mi< eröffnen zu können, daß Se. Königliche Hoheit Prinz Friedri<h Carl mir zu den erfochtenen Erfolgen ÿöchsiseinen Glückwunsch ausgesprochen und mich beauftragt hat, den braven Truppen des 1. Armee-Corps seine Freude und \eine Aner- fnnung zu dem s{önen Siege auszusprechen. « __— Aus Nancy vom 3. September, Abends 10 Uhr ÿ Minuten, ist uns nac<folgendes Telegramm zugegangen : Am 2. d. M., nah 9 Uhr Abends, wurde guf hiesigem Stanislau8plaÿ die Gefangennahme von 80,000 Franzosen nbsstt Napoleon verkündigt. Endloser Jubel aller Deutschen,

ands Hochs auf den König, Absingen vaterländischer

——

Französischerseits liegen vom Kriegsschauplaz fol-

gende Mittheilungen vor: , Paris, 5. September. (Auf indirektem Wege.)

Der Minister des Jnnern macht bekannt, daß ih preußische an % S Crd a Qn Its und Soissons) gezeigt . r es General Vinoy su i i auf Laon zu bewerkstelligen. E

Paris, Montag, 5. September. Der Minister des Jnnern macht bekannt, daß Vinoy mit inem Corps in Laon angekommen sei und si< von da weiter e. s _— Die »Liberté« vom 3. d. sagt: »ITm Augenbli>, wo vir zur Presse gehen, ist der Schwarzwald, dieser io furchtbare Lundesgenosse der deutschen Jnvasion, vielleicht schon in Brand, und wird, wie wir hoffen, ganz niedergebrannt werden. Unsere pteicorps haben die Mission, ihn in Brand zu seyen, und man hat hon vor 3 Tagen ihre so unerwartete Gegenwart auf ladishem Gebiet gemeldet, Jeder dieser früheren Freiwilligen i zu diesem Zwe>e mit zwei Bouteillen Petroleum versehen. Privatbriefen von der französischen Flotte. in der Kordsee entnimmt ein pariser Korrespondent der »Shipp. Gaz.«, die Flotte große Noth hat, si<h mit Kohlen zu versehen, und daß dies so viel Kosten verursacht, daß man si<h schon die dtage vorgelegt hat, ob nicht Frankreich eben so viel Schaden f der Blokade habe wie Deutschland. Die Flachheit der Pen und die Schwierigkeiten, welche dur< die Entfernung M dier und Zeichen entstehen, das Fahrwasser zu finden, owie die Überall errichteten Vertheidigung8werke machen es 0 Ad N Soda thun. Das sei ein trauriges Ide roßen Expedition von Panzerschi )

(l A A anders s P Die »Indep. belge« enthält über die Reise des Kaisers Mapoleon dur< Belgien noch folgende abon: Ier Kaiser traf am Sonnabend (3.) Nachmittags gegen d hr mit seinem Gefolge und mehreren hohen. preußischen jéfieren in Bouillon ein. Eine EsLcadron belgischer Chasseurs l dem Wagen des Kaisers vor, dem etwa 20 Bagagewagen en, Der Kaiser lieg im Hôtel des postes ab, wo er dinirte tf E Nacht blieb. Am Sonntag (4.) Mittag traf der Kaiser fi er Station Libramont der luxemburgischen Eisenbahn cin. y v mußte er auf die Abfahrt des Zuges eine Stunde e die er theils im Wartezimmer, theils auf dem dreon im Gespräche mit mehreren Personen, namentli<h dem ir fen von Montholon zubrachte. Er war gefaßt, nur als ex Depesche aus Maubeuge erhielt : » Kaiser Napoléon in Bouillon

eit. Er erwartet Jhre Befehle«, verlor er auf einen Augen- bli die Selbstbeherrs<hung. In Libramont nahm der Kaiser A dem Salonwagen Plaß, dessen si<h der Graf von Flandern

fters bedient, neben ihm der General-Lieutenant Cazal. Der Bug ging Über Marloye und Lüttich. Auf den Stationen war

as Gerücht von der Ankunft des Kaisers {hon vorausgeeilt und hatte zahlreihe Neugierige versammelt , der Zug fuhr indessen überall {nell vorüber. Nur auf dem Bahnhofe in Jemelle bei Rochefort, wo \ih der dort wohnende Prinz Peter Napoleon eingefunden hatte, fand ein Aufenthalt von 10 Minu- ten statt, während welcher sich der Kaiser mit dem Prinzen unter- hielt. Um ZUhr 50M. traf der Zug in Lüttich ein, wo das Ein- treffen des Kaisers erst im Augenbli> seiner Ankunft bekannt wurde. Um4 Uhr 10 Minuten erfolgte die Abfahrt na Ver- viers, wo derKaiser um 5 Uhr eintraf und die Nacht über im Hôtel du chemin de fer, nabe dem Bahnhof, blieb. Am Montag U T P N die Reise nach Deutschland fort-

„Die Kaiserlichen uipagen folgen i

aus mit einem besonderen 24 O

__"— Jm Bereiche der Etappen-Postdirektion der Ill. A sind in Ecrouves (Meurthedepartement, westlih von Toul) h Ste. Ménóéhould (Marnedep.) Feldpostrelais eingerichtet, dagegen ist das Feldpostrelais in Foug aufgehoben worden.

___— Ein größerer Krieg8gefangenen-Transport von 11 Offi-

zieren und 134 französischen Rekonvales8zenten traf in E

gangener Nacht auf dem Potsdamer Bahnhof hierselb ein

E A O auf der Verbin- bah! em Niederschlesish-Märki

demnächstigen Abfahrt nach Neisse. U H

Swinemünde, 4. September, Mittags. (Oftseez.) Das heute Vormittag von Fraserburgh hier H E Schiff »Philorth«, Kapitän Summers, hat nur auf der Rhede von Kopenhagen 5 Kriegsschiffe gesehen.

S fene S Va E O N M Oreipaß hier inget : | ven von Kopenhagen bis hier kei - zösischen Kriegsschiffe gesehen. ! i E

_ Berlin, 6. September. Aus Elsaß und Lothri ans E Rome vor: S E er Civil-Kommissarlus im Elsaß, Regierungs-Präsident von Kühlwetter, hat folgende Proklamation veróffentlicht: …_ Des Königs Majestät haben den Unterzeichneten zu Aller- höchstihrem Civil-Kommissarius im Elsaß zu ernennen geruht. Demgemäß habe ich die Leitung der gesammten Civil- Verwaltung unter der Auïorität des Allerhöchst ernannten General-Gouverneurs im Elsaß übernommen. Alle Beamten im Ressort der administrativen Gewalt sind die Untergebenen des Civil-Kommissarius , der die Di8ziplinargewalt über die- selben handhadt; alle Berichte, Meldungen und Anträge gehen an ihn. Der leitende Gedanke dieser instituirten Civil-Verwal- tung ist die Aufrechthaltung der bestehenden Geseße, Einrichtun- P L, nang Lf erwaltung wird in den vorge-

rmen überall fortgeführt ; i i

a geführt; nur die Spigte hat Demgemäß verbleiben alle Behörden und Beamten in ihren Posten, Funktionen und in ihrem bisherigen Diensteinkommen, soweit ihr eigenes Verhalten eine Abweichung nicht nothwendig macht, Dies geschieht in der Voraussezung, daß alle Beamte fortfahren, ihr Amt mit Treue und Gewissenhaftigkeit wahrzu- nehmen. Dieser Standpunkt begründet si< in der Natur der Dinge, aber au< im Interesse des Landes und seiner Bewoh- ner und findet in politishen Sympathien kein Hinderniß. Die Amtspflicht ist eine Ehrenpfliht. Von den Beamten wird für die treue Erfüllung ihrer Amts8obliegenheiten kein anderes Pfand verlangt als ihre Ehre und ihr Gewissen, die ihnen jede Hand-

lung oder Unterlassung verbicten, welche das Int jeßigen Landesverwaltung verleßt. 4 < Interesse der

Diejenigen, welche dieser Pflicht zuwiderhandeln, haften

nicht nur persönlich für jeden Schaden, sondern v d nachsichtig der- strengsten l haden, | n verfallen un

Falle shwerer Amtsuntreue der Verfolgu d durch das Kriegsgericht. folgung und Bestrafung

i8ziplinarischen Ahndung, sowie ‘im

An die Beamten - jeder Kategorie und jedes Verwaltungs-

zweiges, an deren Ehre und Pflichtgefühl wende ih mich mit Vertrauen. Jh nehme den Gehorsam in Anspruch, den der Beamte seinem Vorgeseßten verschuldet, und verspreche ihm da-

‘r Libramont. Der Prinz befindet sih hier in guter Gesund-

gegen Schuß und. Beistand, soweit solches in meinen Kräften

eht. Das gemeinsame Ziel ist, durh eine geordnete Verwal-

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