1870 / 288 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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provinzen,' woselbst/ die neue«Gerichtéverfässung gleihfalls noch nit in Wirkfamkeit getreten ist, findet eine Erkediguñngvon Nechkdstreitigkeiten auf dem-Verwaltungböwege nicht statt. Sämmtliche Gerichtsbehörden werden angewiesen, sih nah den vorstehenden Bemerkungen sowohl selbst achten, als auch hiernach vorkommenden mit Belehrung zu versehen. merksam gemacht, daß

Falls durch Vermittelungck des Königlichen ® Könmmergerihts, bei

welchem ein: Translator für die russische Sprache angestellt ist, bewitkt

werden können. Bérliù, den 167 September 1870 : Der Justiz-Minister: Leonhardt. Y 2 An sämmiliche- Justizbehörden. A. (Formular zu einer Prozeß-Vollma ch t)

In meiner Recht8angelegenheit gegen den Herrn N. in St. Peters" burg wegen Forderung von Rubeln, bestelle ih zu meinem An-

walte den-Herrn- N. zu-St. Petersburg-und-ermächtige-denselben, -in-

meinem. Namen, wenn und wo erforderli, Bittschriften jeder Art,

Klagfeschriften, Berufungen, Erklärungen)" Anzeiäen und andèreScrif-

ten jeder Art einzureichen; Auszüge aus den Sachen zu lesen, sowie mündli{é Erklärung bei Verbändlung der Säcke zu geben, alle in der Sache nöthigen Schriften und Dokumente in Empfang zu nehmen, ih Zwischenbescheide und-Erkenntnisse ‘eröffnen zu lassen; ‘von!denselben beglaubigte Abschriften zu ‘erhalten, in: meinem Namen partielle und Appellations - Beschwerden, sowie, Gesuche um Kassation einzureichen, sowie wegen der“ Gerichtskosten Kläge zu erheben ‘Und Vergleiché über die Háupt-/ und Nèbènsáhen ‘abzuschließen. Desgleichen ermähtige ih denselben, Vollstreckungsdekret zu erwirken ' und- für mih Gelder zu empfangen und darüber rechtsgültig zu quittiren, sowie bei aus- brechendem Konkurse zu liquidiren und mich während desselben zu vertreten, Substitutionétè'“ zu: ertheilen und zuwiderrufén, überhaupt aber Alles in der Sache zu thun, was der jedesmalige Stand der Sache erheisht. Und was mein Anwalt oder dessen Bevollmächtigter auf Grund dieser Vollmacht geseßlich thut, das erkenne ich an und werde dagegen weder streiten, noh auch mich demselben widerseßen. B. (Aüszug aus dèér russi\s{en Civil-Prozeßordnung.) E Zehntées Hauptstü. i i Vön' der Vollstrecküng von Elkenntnissen der Justizbehördén fremder Staaten.

g. 1273. Erkenntnisse der Justizbebörden fremder Staaten werden auf Grund der übèr: diesen Gegenstand gescblosscnen: Traktate: und Verträge völlstreeckt.)' Jn den Fällen; wv in densetben Bestimmungen Über das Vollstreckungsverfahren fehlen, ist die in den nächstfolgenden Artikeln dargelegte Ordnung zu- beobachten;

$. 1274: Erkenntnisse der Justizbehörden: fremder Staatén werden

im ‘Reiche nur dann vollstrecit, wenn Solches durch Verfügungen der Gerichte des Reichs: bewilligt wird.

$.: 1275, Bittschriften ‘um Vollstreckung- von Erkenntnissen der Justizbehörden' fremder Staaten werden: bei demjenigen - Bezirkegericht eingereicht, in dessen Gefchäftskreisc die Vollstreckung ‘geschehen soll.

F. 1276. Der Bittschrift müffen beigefügt sein: 1) eine Abschrift des: Erkenntnisses; diese muß von demjenigen Géricht beglaubigt sein; welches das Erkenntniß gefällt hat, und mit ‘einem Vollstreckungs- dekret oder einer geritiichen Bescheinigung darüber versclén sein, daf das Erkenntniß vollsireckbar ‘ist. Die gerichilide Bescheinigung muß von einer russischen Gesandtschaft oder ron cinem: Konsulate legalisirt* sein; die Unterschrift der Gesandt!caft: oder des Konsulats muß ‘vom Ministerium der auswärtigen Angelegenhéäten bestätigt sein} 2) die Ueberseßung dcs Erkenntnisses iné Russische 7 3) Abschristen dieser Dokumente. j

F. 1277. Die Ladung d.s8 Beklagten vor Gericht geschieht auf Grundlage der allgemeinen Bestimmungen.

F. 1278. Bittschriften wegen Vollstrecküng/ von 'Erkenntnisscn der Justizbehörden fremder Staaten werden" im abgekürzten Verfahren (Art: 348—365) entschieden. :

$. 1279. Bei der Verhändlung dieser Sachen haben die Justiz- behörden ‘nicht auf cine Beurtheilur g: des Wesens der Streitfrage ein- zugehen, welche bereits von den Geridten fremdcr Siaaten' entschie- den worden, sondern nur zu bestimmen: ob das vo!liecende Erkennt- niß nicht Anordnungen enthalte; welche der öffentlichen Ordnung zu- wider oder den Neichegeseßen nach unstattt;,aft sind.

g. 1280. Die auf oben angeführten Grundlagen gefällten Er- kenntnisse werden nah den allgenreinen Regeln über die Vcllstreckung) von Erkfenntnissen der Justizbehëörden des Reicks vollstreckt.

Ç 1281. Erkenntnisse von Justizbehörden fremder Staaten wer- den nicht vollstreckt und haben gar keine Kraft im Reiche, wenn sie Streitsachen über das Eigcnthumsrecht'an Tmm-obilien, die in Ruß-* land belegen sind, entscheiden.

VBerlíiu, 26. September. Se. Majestät der König babén Allergnädigst geruht: zur Anlegung des ‘dem Vorsißendén der Königlichen Eisenbahn-Direktion zu Hannover, Geheimen Ober-Negierungs-Rath. Ma ybach, verliehenen Ehrenkreuzes erster Klasse des Fürstlih Lippe'schen Gesammthauses, sowie zur Anlegung der dem Geheimen Kommerzien-Rath Krupp zu Essen und dem Jngerieur Piper daselbst von des Königs von Jtalien Majestät verliehenen Jnfignien resp. des Comman- deurkreuzes und des Ritterkreuzes des Ordens der Jtalienischen Krone, Allerböcbstibxe Genehmigung zu ertheilen.

alls die Parteien Bugleich werden dieselben darauf auf- ebersezungen in das Russische erforderlichen

Bekanntmachungen.

Das bevorstehende/ Skudien-Semester unserer Universität nimnz mit dem 15. Oftober c r. seinen hierdurch zur allgemeinen Kenntniß bringen, machen wir Diejenigen welcckche dié Boi! haben, die hiesige Universität zu“ besuchen, darauf aufmertsam, daß sie sich pünktlich mit dem Beginne des Semesters hier einzufinden haben, um sich dadurch vor den Nachtheilen zu h, wahren," welche ihnen durch das Versäumen des Anfangs der Vor, lesungen unausbleiblich erwachsen: müssen. Sugleid) ersuchen ‘ws, hiermit-die Eltern und Vormünder“ der Studirendèn, auch ihrerseit zur Beobachtung dieses wichtigen Punktes der akademischen Dis, ciplin” möglichst mitzuwirkéên. Jn Anschung“. derjenigen Sj, direnden, welche auf Grund vorschriftsmäßiger Dürstig, feit8s - Akteste die Wohlthat der Stundung des Hono, rars für die Vorlesungen in Anspruch zu nebmen beabsichtigen oder um ein afademishes Stipendium sich bewerben wollen, bewetkey wir, daß nach neueren geseßlichen Vorschriften derartige Gesuche he Vermeidung . der Nichtberücksihtigung, und zwar die Stundungs, gesuche innerhalb der ersten Woche und die Gesude um Verleihung cines'Stipendiums ‘innerhalb der ersten vierzehn Tage: nah dey geschlichen Anfange des Semesters von den Petenten in Persön cini gereicht werden müssen, und“ daß von denjenigen Studirenden, welchen die Wohlthat der Stundung bereits zuerkannt worden ist, unter dem Präjudiz des ‘Verlustes threr Berechtigung von dem erhaltenen Stun, dungdöscheine innerhalb der ersten Woche nach dem geseßlichen Ln des Semesters bei der Quästur Gebrauch gemacht wer.

en muß.

Bonn), den 23. September: 1870.

Rektor und- Senat der Rheinischen Friedrih-Wilhelms-Universität,

Die Jmma'rikulation für das bevorstehende Studien - Semester findet vom 1. Oftober cr. an bis zum 22. Oktober cer. inkl, statt. Später können nach den bestehenden Vorschriften nur diejen|- gen Studirenden noch immatrikulirt werden, welche die Verzögerung ihrer Anmeldung durch Nachweisung gültiger Verhinderungsgründe zu “ents{uldigen vermögen. Béhufs“ der: Tmmöättkikülatiöon * haben 1) diejenigen Studirenden welche / die Universitäts«Studien - begin- nen, insofern’ sie Juländer sind ein vorschriftêmäßiges -Schulzeugniß und, falls ‘sle Ausländer sind, einen - Paß - oder - sonstige. aus reichende Legitimations - Papiere, 2) diejenigen, welche von anderen Universitäten fommen , außer den

früher besuchten Uniyersität-vorzulegen. Diejenigen Juländer, wele feine Maturitäts - Prüfung“ beständen, beim" Besuche der Universität auch ‘nur’ die Absicht baben, sih eine- allgemeine Bildung für: dit höheren Lebenskreise oder eine- besondere Bildung: für- cin gewisses Berufsfach ‘zu - geben, ohne daß: sie sih für den eigentlichen gelehrten

j Staats- oder Kirchendienst bestimmen, können auf Grund des $.-36

des Reglements vom 4. Juni 1834 nur nah vorgängiger, ihnen hier zu Seitens des Königlichen Universitäts - Kuratoriums ertheilter Er laubniß immeatrikulirt werten. Bonún, den 23. September 1870. Die JTmmatrikulations-Kommission.

4prozentiges vormals Nassauisbes Staats-Anlchen von 2,000,000 Fl.

Bei der stattgehabten siebenten Verloosung der Partial-Obliga- tionen dès unter Vermittelung des Bankhauses der Herren M. A. von Rothschild & Söhne: in Frankfurt a. M. negociirten 4 pCt. früher 5 pro- zentigen vormals Nassauischen Staats-Anlehens von 2,000,000 Fl.

d. d. 12, Juli 1859’ sind nacverzeihnete Obligationen, welt hierdurch gekündigt werden, gezogen worden und zwar: A. Zur Rüczahlung am -1, Januar 1871. Lit. A à 100 Fl. Nr. 123. 125. 216. 519 und 780. Lit. B. à 200 Fl\. Nr. 188. 292. 796. 803. 821 und 981. Lit. C. à 300 Fl. Nr. 12. 49 und 407, Lit: D. à 500 Fl. Nr. 41. 128. 277. 382. 429. 458. 910. 709. 815. 1093. 1099. 1106. 1232. 1391 und 1487. Lit. E. à 1000Fl. Nr. 45. 107 und 4457 B. Zur Rückzahlung-am 1. Juli 1871: Lit. A. à 100 Fl. Nr. 66. 424. 501. 563. 686 und 765. Lit. B, à 200 Fl. Nt. 12 271. 489. 490. 636. 653 und 815. Lit. C. à 300 Fl. Nr. 24. 34 und 330. Lit. D. à 500-Fl. Nr. 1. 110. 254. 350. 438. 792. 970. 1475. 1609. 1688. 1896. 2012 und 2042. Lit. E. à 1000 dl Nr. 14. 84, 228 und 444. Die Jnhaber dieser Partial - Obligationen werden hiervon mit dem Bemerken benachrichtigt , daß sie die Kap! talbeträge; deren Verzinsung nur bis zu dem betreffenden Rückzah- lungêtermine ' siattfiudet, sowobl bei dem ‘Bankhause der Herren M. A: von Rothshild'& Söhne in Frankfurt a. M. als auch bei der Königlichen Regierungs-Hauptkasse in Wies baden, sowie bei jeder Königlichen Regierungs-Hauptkasst bei der Königlihen Staats\{chulden-Tilgungskassein Berlin bei der Kon igliHen Kreis-Steuerkasse in. Frankfurt a. M. und bei den Königlichen Bezirks-Hauptkassen in Hannovel Lüneburg und Osnabrück gegen Rückgabe der Obligationkn und der dazu gehörigen , nit verfallenen Zinêcoupons neb E erheben fönnen. Restanten: Rückzaählbar am 1.-Juli 1866. Lit À 891. Rüzahlbar am 1. Januar 1867. Lit A. 960 u. 968. RUC zahlbar am 1. Juli 1867 Lit. A. 953 und Lit. B. 655. Rücfzahlba! am 1. Juli 186 Lit. A. 406 u. 697 und Lit. D. 591, Rücfzahlbo am 1. Januar 1869 Lit: A. 712 und 792: Lit. B. 485. Lit. D. 2 261 u. 1038. Rücfzahlbar am 1. Juli 1869 Lit, A, 163 und 912, Lit. B. 25. Lit. C. 82. Lit. D. 84 671 und 1471. Wiesbaden, den 11. September 1870. Der Regierungs - Präsident. v. Dresler/ i. V.

geseßlichen Añfänÿ.“ Júdem wir di

vorstehend bezeich: neten“ Papieren noch“ ein vollständiges -Abgangs-*-Zeugniß--von jeder

| boote zählt.

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Die Flottille, welhe auf der Seine operiren soll, besteht aus vier schwimmenden Batterien, deren eine jede 8 Kanonen- Ungefähr 20 Dampfpoote dienen derselben als Plánfler. Die Besaßung dieser Schiffe besteht aus 35 Offizieren und 500 Matrosen. Diese Flottille kann jedoch {nell kampf- unfähig gemacht werden. Man braucht nur die verschiedenen

| Schleusen der Seine zu zerstören , um dieselbe bei dem jetzigen | niedrigen Stande des Flusses trocken zu legen. Ein Theil der-

selben liegt freilich bei Neuilly , also unter dem Schuge des

Mont Valérien.

London, 23. September. (Engl. Corr.) Ueber Bombay,

| 21. September, wird aus Japan gemeldet, daß die preußische | Corvette »Medusa« der französischen Corvette »Dupleix« eine

Herausforderung zugesandt habe; man erwartete ein QZusammen-

| treffen in den japanesishen Gewässern.

Aus Tours wird vom 23. September telegraphirt: der

| neue Flotten - Minister, Admiral Foutichon, hat befohlen, daß | die Kaiserlihen Yachts »Prince Jmpérial«, »Prince Jérômee, | »Jmpóratrice Eugenie«, »Jérôme Napoleone und »Reine Hor- | tense« von nun an »Jupiter«, »Hoche«, »Turenne«, »Dessair« | und »Kleber« genannt werden sollen. Í

Zwischen dem Kanzler des Norddeutsden Bundes und

e

| Jules Favre hatten am 19. und 20. d. M. Besprehungen über | die Bedingungen für den Abschluß eines Waffenstilistandes | stattgefunden, um die Einberufung einer französischen Konsti-

tuante zu ermöglichen. Die Forderungen des Grafen v. Bis-

i marck beschränkten sih auf die Uebergabe von Straßburg, Toul

und Verdun, um während des Waffenstillstandes die Heeres-

| Verpflegung zu sichern. Diese billigen Bedingungen sind am

| 23. d. M. von der Pariser Regierung verworfen worden.

Die Forderung der Uebergabe des Forts Mont Valérien bei Paris

| ist von deutscher Seite in diesen Besprehungen nicht gestellt

h worden.

| Front © (Dep. Aisne) sind Feldposirelais

In Fis8mes (Dep. Marne) und in Neuilly-Saint- in Wirksamlkeit

} getreten.

Hannover, 21. September. (Rh. K) In den leßten Tagen sind mehrere in Algier ansässig gewesene Deutsche hier-

j Lr zurückgekehrt , da Frankreih auch in seinen Kolonien die

ußweisung der Deutschen begonnen hat. Côl n, 22. September. In der heutigen Sißung der Stadt-

| verordneten theilte der Ober - Bürgermeister mit, daß in Folge des von hier aus an die ‘Þrovinzen Rheinland, Westfalen,

Hessen - Nassau, Hannover und Schleswig erlassenen Aufrufes

Ï zur Linderung des Nothstandes in der südlichen Rheinprovinz

bis jeßt 53,546 Thlr. eingesandt worden sind. E Lauenburg. Ratzeburg, 24. September. Die Königlich

5 preußische , Herzoglich lauenburgische Regierung macht bekannt, 7 daß für das Herzogthum Lauenburg ein Kommissäc ernannt # worden ist, um den Maßregeln gegen Ausbreitung der Rinder- E pest größeren Nachdruck zu geben.

E NMilitär-Intendantur nach Altona.

5 gestern

Eine andere Bekanntmachung betrifft die Verlegung der

Bayern. München, 24. September. Der König hat den Staats-Minister Präsidenten des Bundeskanzler- Amtes, Delbrück, sowie den württembergischen Justiz-Minister

Ï von Mittnacht in Audienz empfangen. Am Donnerstag waren

i Majestät zum Vortrag beschieden. : Oberst - Landmarschall verstándigte

| barten, nah der -N. Fr.

die Staats-Minister Graf Bray und von Braun zu Seiner

Prag, 24. September. Der die Abgeordneten, daß die nächste Landtagéfizung Donnerstag, 11 Uhr, stattfindet. Tagesordnung: Prásidialr ittheilungen. - A

Die Regierung und das Landtags - Präsidium verein- Pr.« , für die Donnerstagsißung

Desterreich - Ungarn.

des Landtages folgenden Vorgang: Der Oberst - Landmarschall

i wird Namens der Adreßdeputation Bericht über den Empfang

| tember.

V

beim Kaiser erstatten, worauf der Statthalter Mensdorff die betreffenden Regierung®erklärungen abliest, Über deren Behand- lung der Landtag beschließen wird.

Velgien. Brüssel, 24. September. Die Prinzessin Mathilde is gestern von Mons in Brüssel angekommen. Herr Benedetti, der chemalige französische Botschafter 1n Berlin, begleitete sie,

Großbritannien und Irland. London, 25. Sep- (W. T. B.) Der »Observer« ist ermächtigt, die von französischer Seite gebrachte Angabe zu dementiren, daß die Okkupation des Forts Mont: Valérien durch deutsche Truppen

| fine der von deutscher Seite gestellten Waffenstillstandsbedingun-

gen gewesen sei.

Aus dem Wolff shen Telegraphen-Büreau. London, Montag, 26. September. »Times«, »Standarde«,

»Morning Post« und »Daily News « besprechen die vom Grafen

Bismark für die Bewilligung eines Waffenstillstandes aufge- stellten Bedingungen und kommen zu dem Resultate, daß die- selben durchaus maßvoll und den Umständen angemessen seien.

London, Montag, 26. September. Der westindische Dampfer »Elbe« ist in Plymouth eingetroffen. Die preußischen Scbiffe »Lamar« und »Basta« sind durch französische Kriegs- schiffe gekapert worden.

Fortsetzung des Nichtamilichen in der Beilage.

Das »Amtsblatt der Norddeutschen Posiverwaltung« Nr. 66, enthält Generalverfügungen vim 16. September 1870: Uebergabe- verfabren bei Sendungen mit W.rthangabe im Wechselverkeyr; vom 19. September 1870: Postvervindung mit Konstaniinopei; vem 22. September 1870: Correspondenzoerfkehr mit dein Bezirk der Post- Administration in Nanzig.

Vereinsthátigkeit für die Armee. ,

London, 23. September. Aus einer Mittheilung des Herrn Robert Lindsay, Vorsißenden der »Nationalen Gesellschaft zur Unter- siÜßung der Kranken und Verwundeten im Kriege«, geht hervor, daß binnen Kurzem eine große euglische Ambulanz 12 Waggons u. \. w.,, in jeder Hinsicht vollkommen ausgerüstet, un'cr Leitung des Dr. Long- more nach dem Kontinent abgehen wird. Der norddeutsche Gesandte hat der Gesellscha\t die Erlaubniß verschafft, einen großen Vorcath von Chloroform dur die preußischen Linien hindurch in die belagerten Städte Met, Straßburg und Montmédy zu bringen. Wahrscheinlich werden zwei höhere englische Offiziere mit dieser Sendung beauftragt

werden. 24. September. Das deuishe Komite für Unterstüßung der Verwundeten hat bis jeßt etwa 37,000 Pfd. S t. zusammengebracht

und davon bereits 32,000 Pfd. St. an die Hospitäler abgeliefert.

Statistische Nachrichten.

Der Kanzlei-Rath Reinecke hat cin Preußisches Staats- Handbuch mit einer statistish - topographischen Uebersicht (Berlin, Verlag von F. Berggold 1870) herausgegeben, w:lches die neue Ge- biet3eintheilung des preußischen Staats und die Organisat'on der Behörden in diesen Landestheilen übersichtlih darstellt. Die erste Ab- theilung des Werks bringt eine Uebersicht des S'aatsgebiets und seiner Eintheilung in allgemeine Verwaltungs bezirke (Provinzen; Regierungs- bezirke, Landdrosteibezirke, Kreise, Ober-Amtsbezirke, Bürgermeistereien, Gemeinden und selbständige Gutsbezirke) und besondere Verwaltungs- bezirfe (für landwirthschaftliche Regulirungsbezirke, Berg-, Steuer-, Medi- zinal-, Forst-, Bau-, Dománen-, Gestüt, Pol'zciverwaltungs-Bezirke, Handelsfkammer-, Brandkassen-, Deichamt-Bezike); Kirchen-, Justiz-, Telegraphen- und Eisenbahn-Verwaltunge bezirke, Bezirkezu militärischen Zwecken, landschaftliche, ständische Bezirke, Wablbezirke. Die zweite Abtheilung enthält eine Uebersicht aller in P-eußen fungzirenden Be- hörden , auch der Vundesbehörden, mit spezieller Angabe ibrer Befugnisse, Obliegenheiten und Funfktioncn. Die Abtheilung ist in folgende Hauptabschnitte eingetheilt : Beh3rden im Allgemeinen, Ressort und Kompetenzverhältnisse der Behörden, Armee, Heeresfüh- rung, Kommandos und Hülfsmittel des Kommandos (Militär- Bildungtanstalten U. dgl.), Königliche Hofbehörden, oberste Staatsbe- hörden beziehw. Centralbehörden, unabhängige Bihörden (Preußische Bank, Evangelischer Ober-Kirchenrath, Ober-Rehnungsfammwer), Pro- vinzialbehörden bei der Civil- und Militärverwaltung, landschaftliche und ständische Behörden. Die dritte Abthcilung bildet eine schr aus- führliche statistish-topograpbische Uebersicht des preußishen Staates, welche die Seiten 348 bis 501 umfaßt, und eine vergleichende Ueber- siht der Provinzen und Regierungs- beziehw. Landdrosteibezirke nach Größe und Bevölkerung, sowie der Städte von mehr als 10,000 Ein- wohnern. Ein alphabelishes Ortêregister erleichtert das Nacbscblagen in dieser Uebersicht, cin alphabetisches Jnhaltsverzeickniß den Gebrau des Handbuds.

Jm Bezirk der Handelskammer zu Schweidniß waren Ende 1869 mit Auss{luß der in den Maschinenwebereien beschäftigten Weber 8593 selbsiständige Weber (Kr. Reichenbach 4708, Scbwweid- niß 15187 Waldenburg 2367) beschäftigt; 95 mehr als Ende 188. Bei ihnen waren inkl. der Familienglieder 7795 männliche und weib- liche Gehülfen (Reichenbah 3847, Schweidniß 1496, Waldenburg 2452), 11 mehr als Ende 1888 in Aibeit. Die gesammte Weberbe- völferung betrug daher 16,388, 106 mehr als Ende 1868. 223217 der- selben; 135 mehr als Ende 1868, trieben Nebenbescäftigung. Ganz obne Arbeit war 1 im Kreise Reichenbach 23, Schweidniß 4, zusammen 27 weniger alé Eade 1868. Die Zahl der gebenden Stüble mit Aus\{chluß der M 1schinenstüble betrug Ende 1869 13,519 (Kr. Reicben- bah 7230, Schweidniß 2155, Waldenvurgq 3834), 130 medr alz Ende 1868. Von diesen Stühlen arbeiteten 3003 in Leinen, 9710 in Vaum- wolle, 119 in Wolle, 687 in gemischten Stoffen. G-.gen Ende 1V88 hat sich die Zahl der Stühle in Leinen um 114, in gem1\chten Stcf- fen um 91, vermchrt, in Baumwolle um 62, in Wolle um 13 ver- mindert.

An Mastinenstühlen waren Ende 1869 im Kreise Reichenbad 269, im Kreise Waldenburg &82 im Betriebe. Eine Firma bessgt außerdem im Kreise Bolkenhain ein Etablissement mit 400 Ma‘$- nenstühlen.