1890 / 244 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

S>waten erreiht haben, eben do< zum guten Theil auf der Sora beruht, mit der die si< <hristli< nennende Be-

: E, P : Einsicht, höher tilihe Erziehung S Ot Es daß das französishe Urtheil über r E h A rg bt Und tarum

z t | können wir unter keinen Umständen für das, was eine. gemeinsame

Von deutschen ern, führen wir den „Hannover: | Sguld ganzer E und Ee diese, een E

en Courier“ an, wel@{er sagt: : j Christen find, Buße zu thun und Besserung zu suchen haben, die

N Die Florentiner Rede e ist keine , Wahlrede", wie vielfa | jüdishen Staatsbürger, in deren Reihen es do wahrlih an Bei-

erwartet worden ist, da die Wahlbewegung nun vor der Thür steht. } spielen wirkliher Milde und Gutthätigkeit, an Mustern pietätvollen

Denno wird sie lautesten Widerkball finten in dieser Bewegung, wo Familiensinns nit fehlt, und zwar dieje ohne Unterschied allein ver- érade der Dreibund und Alles, was irgend zu dessen Existenz in Be-

e 4 | antwortlih machen, E i ziehung gebra@t werden kann, cine Hauptrolle spielt. | Nicht bloß die Wenn aber gar unter Anrufung des Christenthums eine Art eigentlichen JIrredentisten, au die Radikalen, die Republikaner, die

V | Kreuzzug gegen die Juden gepredigt wird, so müssen wir unter Be- Sozialisten vereinigen si< gegen die Regierung unter dem S(hlachtruf : | rufung auf Wort und Vorbild unseres Heilandes, der mit der Ver- ozialuiten vereinigen 1G ge( Die Eger OE r e uur Î )] n f Nieder mit dem ODreibund! Somit ist es gul gewesen, daß Derr f fündigung der uneingeshränkten Samariterliebe das Judenthum seiner Criêpi am Vorabend der Wablbewegung noch einmal den Italienern f Zeit bescämt und in dem Leben der Völker statt des National- # mit klaren. unzweideutigen -Worten vorgefübrt hat, was fie gerade | Folzes und Rasssenhasse® das Panier der allgemeinen Liebe augeritet dur den Beitritt zum Friedensbunde gewonnen haben, welcher Art |} hat, soles mit aller Entschiedenheit als unchristlih zurückweisen, ihre Stellung vordem war und wie stark und ange! ben dagegen das Mir müssen es aber auch als eine verhängnißvolle Mißleitung beutiage Italien dasteht, wo sie ihren wabren Vortheil finden und wo die L dex dunklen Instinkte des deutschen Chrisfenvolkes ansehen, wenn man Feinde der Roma intangibile zu fuhen find. Der Dreibund muß | da, wo es gilt, vor Allem die eigenen Fehler einzusehen, die Unzu- Feinde der Roma inutani | A DUUG Mus l 8 gilt, vor i ] h j i steben {on als Veikörperung, als Bürgschaft des Friedens ricdeubeit der Massen auf angeblihe Urheber ihrer Drangsale hin- weiter bestehen {on ats Ber und damit des Glü>s der Völker.

offen, theils unerwartet zurückhaltend gesprochen ; die Rede sei offenbar mehr für Jtalien als für das Ausland bestimmt;

lenkt, die es nur zum Theil, und sicberlih nit obne erhebliche Mit- schuld der <ristlicen Bevölkerung selbst ind. Der dadurch entfesselte Geist der Unbotmäßtigkeit und Zuchtlosigkeit, der Begehrlichkeit und des Hasses, kann dann, wenn s|< nur zu bald herausstellen wird, daß die Versvrehungen jener augenbli>ih volksthümlihen Agitatoren unerfüllbar sind und bleiben, nur denen zugute kommen, die auf die wachsende Unzufriedenheit der breitcn Velksmassen ihre Unisturzpläne unseres gesammten Staats und Kir <henwesens gründen Nicht die, wir wollen es annehmen, in gutem Glauben von dem sogenannten Antisemitismus angerufenen deu!s{en und <hriftlihen Instinkte, sondern die Triebe des Neides und Hasses werden aus dieser Agitaticn die kräftigfte Nahrung empfangen, und der evangelishen Kirche wird da-

Die Ansiedelunags-Kommission hat, westpreußis®&en Blättern zufolge, tas früher Hrn. Wedding gehörige Rittergut im NRojenbera sür 375 000 f in der am

Gulbien im Kreise R J L A d. M. flattachabten Zwangsversteigerung erztanden.

S der Ersten, Zweiten und Dritten Beilage zur heutigen f dur ibre Aufgabe der Befriedigung und Sittigung des Volkslebens a + N id B o B D 5 » » L S „C B Nummer des „Reichs: und Staats-Anzeigers“ veröffentlichen wir | nur ers{hwert.

Wir balten darum die Betbeiligung on antisemitis{hen Agi- tationen, wenn wir auch nit verkennen, daß sie aus einem treuen und wahren, für die Rechte des Christenthums und Deutschthums und

Ï R P 5 i « R »Â ung des gegenwärtigen Wortlautes des ÆWesetes, betreffend die KraukTenversicherung der Arz

tor nom 15 Juni 188 mit demieniaen. welGHer fi aus y s s 3 : Rot beiter E O Tin p R gen, Bee, v Ln für das Wobl des Landvolkes s{lagenden Herzen kommen können, für L (Lw BHELUYAO ¿pag BeieBe Cetrette » s c x H : : r: 2 SARA dem E I IETARY E I EYES, S TSTTEN D nit vereinbar mit den Christenpflihten und Amtspflichten eines (L Seniw Beistlichen G S e diT Kaus D E Zik 3 è GeltatWen. Ü Â Í 5 N öffentlichen wir ferner Mits- Andererseits aber können wir nur auf das lebhafteste wünschen,

der diesjährigen } daß der 1öblihe Eifer, dem Volke, besonders dem Landvolke, aus so ie. manchen, namentli auch materiellen Nöthen zu helfen, wo er bei GeistliGzen und Laien erwacht ift, si der Heilung jener Uebelstände zuwende, welche die Ursachen der antisemitiswen Unzufriedenheit sind. Was die Geistlichen innerbalb und außerhalb ibres Amts auf der Kanzel, in der Seelforge, in der Schule, im Verkebr jeder Art mit dem Volke zur Begründung eines gesunden Kr.ditroesens für den Landmarn, das ihn vor der Gefahr der Auswucherung bewahrt, was fie zur Beförderung und Verbreitung guter, in (ristlihem Geist ge- haltener Pießerzcugrisse und zur Verdrängung f<{<le{<ter und das Christentdum entwürdigender thun können, das muß unseren ganzen Beifall haben, urd das wird zweifellos von größerem Segen begleitet scin, als die Theilnabme an einer îm leßten Grunde ziel- und zwec>- Agitation, au wenn diese augenbli>li% dem Geistlichen zu einer gewissen Pcpularität verbelfen follte.

LiÞþpe.

Tao A L, vi

Detmold, 9. Oktober. Der Landtag hatte bis gestern Sachen. die ersten drei Paragraphen der Regentschaftsvorlage Dretì Oftober. Se. Majesst der Qönia ist | in zweiter Lefung erledigt und ihnen folgende Fassung gegeben:

heuie rüh von Wien wieder in der Villa Strehlen eingetroffen. 1) Die im ManneëLstamme des Lippiswen Regentenbauses nah dem Rette der Erstacburt und der agnatiscen Linealfolge erbliche Werttemberg. Thronfolge und die NaGfolge in das Hausfideikommiß geht na< dem

La Doe 4 >+ F} 7E Tode des D

ur&laudtigften Fürften auf den Prinzen Alexander über.

Ä. 4A it : R n Sen Owvhs 2 cim Antritt der Regierung wegen körperlicher L A R “Dae Wle 1 Vér wäte niht îim Stande ift die Regierung zu führen DET =DITZIenDergen STone Qn Den WIL E RLLSD F ode be in diesem Zuftande ist, tritt eine Regentschaft Mi wit 70A MUPUUnd Und an decn Keuhstanzler | eir stff ift befugt, für diesen Fall einen Regenten leßtzt- enera! ba: ere Von LaPprivi. „Fhre Kaijerlichen | x Joraus aus der Zahl der fuccessionsberechtigten, D [i S1 f Michael | vc j Agnaten zu ernennen. Ist die Er-

tritt aus icgend einem Grunde

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| ei cin, so gesbieht die Ernennung aus | der dur den Landtag (na vorheriger | Ei taat8regierung). Derselbe iritt zu diesem j B dem Eintritt der Vakanz zusammen. | D [ute Majorität. Die den Kontutoren

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E Fürfien die- verfassungsmäßige ¿ bezügli der Thron- io lange ein Streit ter Agnaten über n p:s@en Thron bestebt, während der t ausges&lofen. Der Regert erbôlt eine ni<t vom Fürsten.

ih festzuscien C Der Regent ift verpflichtet, ehmen und vor dem versam-

Elsaß; - Lothringen. raßburg, 9. Oktober. Die deutshe SGulverwaltung bct, wie der „Köln. Zto.“ geshrieben wird, bekannitlih in den BolfSsi t 1 Spracgebietes Elsaß-

var r g ä r E tirnthura 9 Cftohor

DiDriTig ische beseitigt, das unter der irüheren Verw gesommten Unterriht beherrscht hatie. Eine Ayu urde nur în Mülhausen und enigen anberer C mit mehrklassigen Schulen avi bejonberen Untros betreffenden Gemeindeverwal- tungen gemoäit ave hat fi< jedo< in feiner Mee bewührt. Bei einer Stundenzahl von 2—5 in der ote fonnien nur vers<windenbd kleine Erfolge, namentlih

ium Sprefen be 75100 erzielt werden. Bei dem Mangel an Selegenheit zur Vebung hatten die Schüler cinige Jahre na< ver Entlossung meist Alles wieder vergessen, Zußervem wurde den deutschen Fächern dur das Französische

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% C namen pnb | fo piel Zeit entzogen, vab die Klossenziele nur unvollk mmen 8 ura Yis Pre V m Den Zzuenen | zu erreien ware Da ferner vos Bedürfniß, franzöfis< MEHOS e E: Woron 1, aben, 0e V ¡Box zu lerney, Dei ben in Betta&t fommenbven Bevölkerung® M tei, af # Prralgungen Tariber in bew | Tien pon Zahr zu Zahr mehx zurü>trat, so ist diejer Lage Pat Biatt Wee Sina Ari vom per Mut Velen worben, tünftig Das 7X519n- E „(e 5D Pr DIE 200M Me | 50e gans cus ven Volissculen zu beseitigen, Nr Les Gr08e15 Tum E D260" PeEroNentin u war wut Ves in Der ties, paß die nähe Litern 6 coEn Det ropa gten per Bor or ius | aue bec Mitiel- im die Ober-Klasse Übertret-nden Céuüler S i C S É; er E G Temen Tragen Untercién mehr erhalten. Bei Den bereits T T A P1100, K E 44 As in ber Doer-Siofe Definbligen Kinbvera wixd vat ronzsische E U i gie Bio 6a Bett ut | in biegeriger Werle focigeführt, (odaß also die Maßregel in I P Gn Jul Ar 405540 Laueotanis R | Jas Dolrcen 0 Durésoevag aglangt sein wirt B A 4E R As e 4 s ‘s i ia a A, Ui y r Ges S Tr Zir Lagiós agi 0E 4008 0 Od Ai Zavtitge Aolonuien. E S E Pont V li Pitt La Beit r, A Pm, Der Pg Der Deuts<z-Osiasrila- Os Ll E E E d {r r letues, Gaaal, tai aa | O S V 60 D201 6 fta frifa gesandt V, ber 60G ERiE So 6 a D u Lun G trogen O V0 ige Eceoangen iür einen Cijenbaßabau zu m Den, U E T: s Tetotiliat Laie, use ovans, Tae | V, WE Vie A A atte, aus Zanga v9 4, Sp: F

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Meine Reise hat über Erwarten gute Ergebnisse geliefert. Die liberale Haltung der Deutsch - Ostafrikaniswen Gesellschaft, welche meiner Thätigkeit keine beengenden Schranken zog, die völlige Ruhe im Lande und das Entgegenkommen des Reihs-Kom- missariats dur< Gewährung eines Wach: Departements von Sugaheli- Askaris der Schußtruppe, dies Alles hat mich diesmal in den Stand gesetzt, meine Arbeiten planmäßig durchzuführen, J< begann mit der Erforshung Usambaras, welhe ih, anschließend an die früheren Aufnahmen, fortseßte und abs{loß. Ich kenne nun so ziemlih jeden Winkel Usambaras8 und hat diese gründliche Kenntniß mi<h nur no< mehr in der Ueberzeugung vom Werth und von der Kulturfähigkeit des s{önen Landes überzeugt, Hierauf wandte ih mi< dem Pare Gebirge zu und dur<zog dasselbe in ver- schiedenen Richtungen in allen seinen Theilen, vom Südende bis Uguero am Jipe-See, Dbwohl Pare sich nicht wit Usambara ver- gleiben läßt, fand ih in demselben do<h ein \<önes wasser- reihes Gebirgsland, das mir besonders für Viehzucht aeeiznet scheint und auf seiner Höhe vielfa dichten hohstämmigen Ucwald trägt. Die Eingeborenen, die fehr urwüchsigen und fabeclhaft bedü:fnißlosen Wapare, führen heute yoh ein ziemli bedauerns- werthes Dasein, da die wilden Horden der Massai hier, wie au<h in dem jeyt von Kimueri unabhängigen Kurambugu und Nord-Usambara unaufhörlich einbrehen und den Vielstand dezt- miren, sowie au<h einige Häuptlinge des umliegenden Flachlandes Pare gern zum Biel ihrer Naubzüge zu machen pflegen. In letzterem Falle gelang es mir gelegentli< der von der Deutsch Ostafrikanischen Gesells@aft gewünschten Schauris wegen Einführung neuer Oel- fruchtlulturen u. |, w, vielsah dur gütlihen Zaspruch den Fricden herzustellen, indem ih den räuberis<hen Juambes die üblen Folgen vorhielt, die ihr Gebabrea für sie haben könnte, Die

Moassa!gefahr freili< dauert no< ungehemmt fort, Den sehr interessanten Abschluß meiner Inlandreise bildete eine Tour dur Nord - Ufegua va< Nguru (oder rihtiger Unguru) auf

größtentheils neuer Route, Jch war überra\<t über die starke Bevölkerung und den bedeutenden A>kerbau Nord-Useguas: Dorf liegt an Dorf und stuntenlang wandelt man ununterbrochen dur< Felder, Weniger ver|pre@end {eint mir Nord-Nguru, wel<es ret wasserarm ist, Dort traf ih an einem Orte, den nie vorher ein Weißer besucht, zufällig den greisen Pòère Mahon, den Vorsteher der Mission Monda, der zum ersten Mal diesen vördlichsten Distrikt jeines Missionsrayons bereiste, denno überall von den Eingeborenen mit großer Sympathie begrüßt wurde, Diese pflegen ihm au< ihre kleinen Händel vorzutragen und feine Entscheidung unbedingt an- zunel men, was gewiß die hohe Achtung zetgt, welche selöst der Neger vor dieser wahren Kulturmission empfindet.

Gegenwärtig bin ih bereits einen Monat im Kupangebiet, habe das Wadigoland bis zum Umba bereist und in zablreihen Kanoefahrten die zabllosen BuCten und Arme zwishen hier und Wunga von wel<en auf der englishen Seekarte keine Spur ist durhzogen. Nun oönne ih mir eine kleine Erholung in Tanga uvd werde dann die Küste zwischen hier und Pangani, sowie das Hinterland bis an den Rand Usambaras bereisen und damit meine Arbeiten im Umbga- Panganigebiet abschließen, Das Hauptergebniß derselben wird eine Karte in größetem Mafistabe mit einer Anzahl Neben- karten sein, wel<he, wie ih hoffe, sowohl der Verwaltung, als au<h den Privatunternehmungen in Ostafrika gute Dierste leisten soll, Ferner war i< eifrig bemüht, Material zu ciner Monographie zu sammeln, îin welcher ih besonders das verwickelte, aber ho inter essante ethnographische Moment betonen möchte Die direkt praktischen Ergebnisse in Bezug auf Gewinnung der Häuptlinge und Einge- borenen für unsere kulturellen Zwecke können si felbstredend erst mit der Zeit zeigen, ebenio kann ih ein endgültiges Urtheil in der Bahn- frage erst na< der Konstruktion meiner Arbeiten abgeben. Doch werde ih im näGsten Monat einen vorläufigen, ausführlichen Bericht mit Kartenskizze an die Besellsœaft senden, um darin meine Ansichten über den Verlauf der Trace (natürli<h von Tanga aus) darzulegen, Son jeßt kann ih jedo< mit Bestimmtheit sagen, èaß ernstliche Terrainshwierigketten nicht vorliegen, und daß nah meiner innersten Ueberzeugung diese Bahn einem, wenn auch nit sofortigen, fo do< sicheren Erfolge entgegen geht.

Oesterreich-Ungarn,

Wien, 10. Oktober. An einem gestern in Schön- brunn staitgehabten Hofdiner nahmen, wie „W. L. D meldet, Jhre Majestäten der Kaiser und König, der König von Sachsen, die anwesenden Erzherzoge, der Prinz Leopold von Bayern; der Oberst-Hofmeister Prinz Hohenlohe, der Minister des Aeußern Graf Käálnoky, der Minister-Präsident Graf Taaffe, der Kriegs-Minister Baron Bauer, Admiral Sterne>, der kommandirende General FZM. Baron Schönfeld und die Gesandten von Bayern und Sachsen Theil. E i

E Majestät die Kaiserin und Königin hat sih gestern von Ajaccio nah Marseille begeben.

Se. Majeslät der König von Sachsen besuchte gestern Vormittag in Begleitung der zum Ehrendienst befohlenen öster- reichischen Offiziere die land: und forstwirthschaftlihe Ausstellung, an deren Eingatg er von dem Acerbau: Minister Grafen Falken- hayn, dem Präsidium der Ausstellung und dem sächsischen Gesandten Grafen Nostiß:Wallwiz mit den Mitgliedern der Gesandtschaft begrüßt wurde. Abends 9 Uhr trat Se. Majestät die Rü>reise na<h Dresden an. Ein offizieller Abschied fand nicht statt. Der Kaiser Franz Josepy und der König Albert trafen im ges{lossenen Hofwagen auf dem Bahnhof ein und nahmen herzlihen Abschied von einander, küßten sih wieder- holt und grüßten no<hmals bei Abfahrt des Zuges.

Se. Majestät der König von Griechenland und der Prinz Nikolaus sind mit dem Großfürsten Paul Alexandrowits<, welhèr mit seiner Gemahlin gestern Nachmittag hier eintraf, nah Jtalien abgereist. :

Der Großfürst und die Großfürstin Michael Nikolajewits< empfingen gestern die Besuche des Erz- herzogs Carl Ludwig, der die Uniform seines russishen Re- giments angelegt hatte, und der Erzherzogin Maria Theresia, ferner des Königs von Sachsen und des Großherzogs von Zoscana, und seglen Abends die Reise nah St, Petersburg fort.

In dem Finanzauss{<huß des ungarischen Ahb- geordnetenhauses erklärte der Handels-Minister, die Negierung stehe dem Ablaufe der Handelsverträge im Jahre 1892 nit unvorbereitet gegenüber. Die Negierungen der Monarchie suchten bei Zeiten die Richtung zu bestimmen, wel<he auf dem Gebiete des Handels mit dem Auslande gegen- über der europäishen Lage zu befolgen sei, Die ungarische Regierung halte au< heute eine freisinnige Handelspolitik und den Abs<hluß von Handelsverträgen für rata, und sie wolle dies au< mít ganzer Kraft anstreben, Doch dies hänge nit von Ungarn allein ab, Gegenüber den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika sei die ungarische Regierung ge- neíat, an jeder den Po r Ga igen nteressen Ungarns entiprezenden tion Theil zu nehmen,

Groftbritanuien und Frlaund, 2 o0ndon, 9, Oftober, Auf Anordnung des A>erbaus

Ministers ist die Bieheinfuhr aus den Niederlanden von gestern Naht an verboten, mit dexr Maßgabe, daß die

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: : bereits auf Ste be ndlichen R e zugelassen werden i

sollen, wenn dieselben seuchenfrei sind. Die Verordnung be- zieht si hauptsählih auf Schafe und Kälber, au< ist die Einfuhr von Milhkühen untersagt. Das Verbot soll, dem „W. L. B.“ zufolge, dur<h den Ausbhru< der Maul- und Klauenseuche in Holland veranlaßt sein.

Der Ober-Sekretär für Jrland Balfour hat eine an ihn aus Amerika ergangene Anfrage über die in «Frland angeblih bevorstehende Hungersnoth etwa wie folgt beantwortet: „Es können positive oder endgültige Schlüsse nicht eher gebildet werden, bis die Kartoffeln Ende dieses Monats aus3- gegraben sind. Das Gerede von einer allgemeinen Hungersnoth ist gänzli albern, obwohl in einigen Ortschaften der Mißwuchs unzweifelhaft ernst ist. Die von der Regie- rung ergriffenen Maßnahmen werden ohne Zweifel hin- reihen, um jedem wirklihen Nothstande, der die Kräfte der ordentlichen Armenpflege übersteigen sollte, zu begegnen.“ i

Das Kriegs-Ministerium hat Befehl ertheilt, in der Themsemündung nahe Fort Sheermead zwei unter- seeishe Minen anzulegen. Jm Fort Grain werden große Umbauten vorgenommen, um dasselbe zu verstärken.

Der Vorgänger des jetzigen irischen Ober-Sekretärs, Sir M. Hi>s- Beach, erklärte vorgestern in einer Rede, die er in Paras hielt, daß die gegen die Polizei wegen ihres Einschreitens in Tipperary erhobenen Beschuldigungen unparteiish von der Regierung untersu<t werden würden. Was die Anordnungen des Ober-Sekretärs Balfour aber selbst angehe, so sei derselbe bereit, die volle Verantwortlichkeit dafür zu übernehmen und seinen Gegnern im Parlament Rede zu stehen,

Frankreich.

Paris, 10, Oktober, Der Ministerrath beschloß, wie „W. L. B.“ meldet, daß die einzelnen Ministerien offiziell an der Ausstellung in Moskau si< nicht be- theiligen, derselben jedo eine nicht offizielle Unterstüßung gewähren sollen. Der Minister-Präsident de Freycinet theilte den ausgezeihneten Erfolg der Mission des Jnten- danten Barratier mit, welher in Amerika die Frage der Verproviantirung fester Pläße studirt hatte.

Der Ministec des Fnnern Constans wird der Kammer einen Geseßentwurf betreffs einer definitiven Organi- sation des Pariser Munizipalraths vorlegen. Danach soll leßterer ohne Beschränkung seiner Befugnisse demselben Zgime wie die Munizipalräthe der übrigen Gemeinden unterworsen und den Mitgliedern ein Jahresgehalt ausgeseßt werden.

Der Chef des Generalstabes, General de Miribel ver- fügte Behufs Erleichterung der Mobilisation bie Anlage neuer Militärbahnhöfe an der Ostgrenze.

Die „Liberté“ glaubt zu wissen, daß zur Deckung des Ausfalls im Budget namentli<h eine Erhöhung des Neis zolls erfolgen werde.

Um den gegen den Finanz-Minister gerichteten Angriffen zu begegnen, wird das „Journal Officiel“ heute eine Zusammenstellung der täglichen, für NRe<hnung der Sparkassen seit 1. Januar 1890 vorgenommenen Rentenankäufe veröffentlihen. Wie angekündigt wird, soll diese Zusammenstellung nachweisen, daß die betreffenden Operationen ununterbrochen und ohne erhebliche Schwankungen in den Beträgen der tägli<hen Ankäufe vorgenommen wurden,

Jn Pondichéry sind anläßli<h der Wahlen Un- ruhen ausgebrohen. Bei einem Zusammenstoß der Menge mit Polizci und Militär wurden mehrere Personen \{<hwer verleßt. Die Wahlen sind vorläufig suspen- dirt. Die Aufrührerishen bemächtigten si< der Wahl- bureaus. Auf Befehl des Gouverneurs durchziehen Militär- patrouillen während der Nacht die Straßen.

Pater Dorpère, welcher die Friedensunterhand- lungen mit Dahomey führte, ist zum Ritter der Ehren- legion ernannt worden.

Die am 22. August d. J. von Brazzaville abgegangene Mission Crampel’'s drang bis Banghui, der leßten französishen Station am Ubanghi-Flusse, vor. Gleichzeitig führt der Agent des französishen Congogebiets Fourneau Behufs For!sezung d:r Cholet’shen Mission eine Fors{<hungs- reise am Sanghal-Flusse aus.

Nußland und Polen.

St. Petersburg, 10. Oktober. Der Kaiser sowie die Kaiserliche Familie, in deren Begleitung si der General- Adjutant Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm, General von Werder befand, verließen vorgestern Spala und trafen gestern in Skiernievice ein. : | “t

In der heutigen Gesegsammlung wird eine Verfügung veröffentliht, welche für den Zeitraum vom 1. Ok- tober cr. bis 1. Januar 1891 den Cours für denjenigen Theil der Zollgefälle, der in Kreditbillets oder silberner resp. kupferner Scheidemünze erlegt wird, auf 80 resp. 75 Kopeken für 100 Kopeken nominal festseßt. |

Wie die „Nowoje Wremja“ höri, wäre der Bau einer sibirishen Eisenbahn nunmehr beshlossene Sache. Die Bahn solle dur< den Fiékus selbst gebaut und ohne Verzug in Angriff genommen werden, Das Blatt weist auf die strategishe und merkaniile Bedeutung dieser Bahn hin und wirst die Frage auf, ob sie niht eine engere Verbindung Rußlands mit den nordamerikanschen Unionsstaaten herbei- führen würde.

talien.

Jn der gestern mitgetheilten Rede des Minister-Präsidenten Cridpi war an einer Stelle von den drei „Schweizer Kan- tonen“ die Rede. “Wie „W. T. B.“ nachträglich meldet, muß es heißen „Schweizer Nationalitäten“. /

Nach der „Köln. Ztg.“ verlas Crispi seine Rede in einem fünf Viertelstunden dauernden Vortrage.

Spanien.

Uebex den Katholikenkongreß in Saragossa meldet „W. T. B.“ unter dem 9. Oktober: Jn Folge der heftigen Rede eines Priesters gegen Jtalien und die spanischen Liberalen verließen die an der Sizung theil- nehmenden Vertreter der spanishen Behörden die Kathredale, wo die Versammlung stattfand. Der Katholikenkongreß nahm mehrere Resolutionen an, in wel{hen gegen die Religionsfreiheit Einspru< erhoben, die Auf- hebung der nihtkatholishen Schulen verlangt und die An- erkennung des Rechts der Kirche, unbegrenztes Eigenthum zu besien, gefordert wird. Gleichzeitig wird die Errichtung katholischer Arbeitergesellshaften empfohlen.

Schweiz.

Bern, 9. Oktober. Wie der „Bund“ vernimmt, hat

der Bundesrath gestern Hrn. Droz beaustragt, in Ver- bindung mit dem Bundes-Kommissär Künzli baldigst eine Vorlage zu machen über die Bedingungen, unter welchen der Tessiner Regierung die Wiederaufnahme ihrer

Amtsthätigkeit gestattet werden kann. Es verlautet, Respini gedenke weder abzutreten, no<h den Li- beralen die Hand zur Versöhnung zu reichen,

Es heißt, man beabsichtige auf nä<hsten Montag eine

; 5 ; Ç ; im Toft ¿ zweite, aus Vertretern beider Parteien im Tessin ge- bildete Versöhnungskonferenz nah Bern einzuberüfen. „Sollte dieselbe ohne positives Resultat bleiben“, s{hreibt der „Bund“, „so wäre die Eidgenossenschaft in der Lage, im Zuteresse der dauernden Pazifikation dem Kanton Tessin von Bundes wegen die von allen Parteien als nöthig anerkannten Reformen im Wahl- und, Abstimmungswesen zu geben. Die Kompetenz des Bundes hierzu dürfte, nahdem derselbe eine bewaffnete Jntervention eintretea lassen mußte, unbestreit- bar sein.“ :

Ueber die auf liberaler Seite vorwaltende Stimmung im Kanton Tessin wird der „N. Zürch. Ztg.“ aus Bellinzona, 7, Oktober, berichtet;

Oberst Künzli ist mit dem Nachmittagsschnellzug nah Becn gereist, wo er wahrscheinli zwei bis drei Tage bleiben wird. Bei sciner Rückkehr wird er, wie man glaubt, die end- gültigen Beschlüsse der Bundesbehöcden mit si bringen, um sie hier dur<zuführen, Am meisten würde man s< hier freuen, wenn er eine auf einec Versöhnungskonferenz in Bern aufgestellte Liste eines neuen gemis<ten Regierungsrathes in der Tasche bei fi< tragen würde, Der Augenbli>k für die Versöhnung ist jeßt gekommen, Der Boden für das vaterländische Versöhnungswerk des Bundesraths ift günstig vorbereitet, bei den liberalen Führern hecrs<t ebenfalls die versöhnlihste Stimmung, wie in allen liberalen Kreisen; man ist entschlossen, freimütbig entgegen zu kommen und sih über alle fleinen Fragen , Personenfragea und Schwierigkeiten mit gutem Willen hinwegzuseßen unter der einzigen Bedingung, daß Nespini zurüdctritt. Selbst mit Pedrazzini würden die Liberalen geneigt sein zu unterhandeln, Für den Fall, ‘daß aus staatsrechtlihen Gründen: das Riformino nit abgeshaft werden kann, sind die Liberalen bereit, für die Aufstellung einer gemeinsamen Liste für den Berfassungsrath Hand zu bieten, um auf diese Weise einen hißigen Parteikampyf zu vermciden. Jm liberalen Lager herrs{<t nur eine Stimme, unh diese geht dahin : Gebt uns eine gemischte, dem Parteiverhältniß der Be- völkerung entsprewende Regierung. Auch die Gerichtsbehörden sollen gemischt sein und mit der Aus\cließli<hkeit endlich gebrohen werden.

Niederlande.

Ueber den Zustand des Königs schreibt der holländische Standaard’:

„Bis vor 14 Tagen hat der König seine gewöhnlichen Arbeiten verrichtet, Wie bekannt is, verläßt ex das Loo niemals, und die Minister müssen Alles \<riftli< mit ihm erledigen, aber dies verhindert keineswegs, daß sih der König persönlich mit Staatsangelegenheiten befaßt. Während des ganzen Sommers hat Se. Majestät die unzweideutigsten Beweise dasür ge- geben, daß er von Allem, was überhaupt vorging, unterrichtet war, und es liegt au<h nicht der leiseste Grund zu der An- nahme vor, daß er in mehr oder weniger umnachtetem Geistes- zustand jemals die erforderliche Zustimmung zu irgend etwas gegeben haben sollte. Natürlich erheisht dies körperlihe An- strengung, weshalb au<h Se. Majestät, als die alte Krankheit wieder an Heftigkeit zunahm, von jeglicher Arbeit absehen mußte: Gerade der Umstand, daß, sobald die Krank- heit s{<limmer wurde, kein einziger Königlicher Be- {luß mehr im „Staatsblatt“ erschien, beweist, daß Alles

in vollklommen normalem Zustand ist, Außerdem darf man ni<ht übersehen, daß die Aerzte Hausärzte sind, und daß also die Regierung ihnen nichts vor-

zuschreiben hat. Die Einzelheiten, aus welchen die persön- lihe Arbeitsbethätigung des Königs mit mathematischer Sicherheit hervorgeht, entziehen si< natürlih der Mittheilung, sie sind nichtsdestoweniger aber so entscheidender Art, daß jeder Zweifel von vornherein ausgeschlossen sein muß.“

Amerika.

Vereinigte Staaten. Washington, 9. Oktober. Präsident Harrison wurde auf seiner Reise na<h dem Wester auf allen Stationen, wo der Zug hielt, begeistert be- grüßt. Der Präsident hielt mehrere kurze Ansprachen.

Der Graf von Paris war vorgestern Abend der - Gast seines Waffengefährten im amerikanischen Bürgerkriege, des Generals Shofields. Das Mahl trug, wie „R. B.“ meldet, keinen amtlihen Charakter. Es nahmen freilih einige Mitglieder des Kabinets daran Theil, aber nicht als Minister, sondern als alte Kriegskameraden des Grafen. Tischreden wurden nicht gehalten und auch keine Toaste ausgebracht.

Das Schaßamt hat, dem „W. T. B.“ zufolge, ent- schieden, daß alle Waaren, welhe no<h während der Gültig- keitsdauer des früheren Tarifgeseßes auf Lager gebracht sind, von dem nach dem gegenwärtigen Tarifgeseß zu zahlenden Zoll befreit sein sollen und jeßt frei zurü>genommen werden können.

Brasilien. Rio de Janeiro, 8, Oktober. Der hiesige französishe Gesandte s<lug der Regierung den Abschluß eines Vertrages über das literarische Eigenthum vor. Die Regierung nahm dén Vorschlag günstig auf.

Chile. Das „Reuter’she Bureau“ läßt fi<h aus Val- para iso melden: der neue außerordentliche \ranzösis<e Gesandte habe bei seiner Antrittsaudienz dem Präsi- denten Balmaceda gegenüber die Forderungen des französischen Unterthanen Dreyfus, betreffend die Guanolager, zur Geltung zu bringen gesu<ht. Balmaceda habe indessen sehr entschieden diese Ansprüche als unzulässig zurüd>gewiesen.

Venezuela. Man schreibt der M. „Allg. Ztg.“ aus Venezuela über die mit England s{webenden Grenzstrei- tigkeiten u. A. Folgendes: Während die venezolanishe Re- gierung Gesandte nah England und Delegirte nah Washington lendet, seßt England seinen Marsch ins Jnnere des venezo- sanishen Guyana fort. Der Präsident Andueza Palacio hat allen fremden Kabineten nachstehende Mit- theilung zugehen lassen:

Ministerium des Aeußeren. Caracás, 1. September 1890,

In der offiziellen Zeitung des britis<hen Guyana vom 19, Juli d. J. ist eine in Georgetown dur< die Regierung dieser Kolonie er- lassene Verfügung veröffentliht worden, in wel<her, unter dem Vor- wand einen „Pomaron“ genannten additionellen Distrikt zu bilden und

die Abgrenzung des „Nord - West“ genannten Distrikts abzu- ändern, Grenzen bestimmt und bezeichnet sind, welhe von Seite dieser Autorität den festen Entschluß bezeugen, einen

den die englishe Regierung {hon beseßt hat, Angesihts dieses Vor- gehens, das un Prinzipien des Völkerre<ts offen ins Gesicht \{<lägt und der Lösung des zwishen Venezuela und England bestehenden Kon- flikts die größten Hindernisse bereitet, hat der erfte Beamte der Republik! als Vertreter und Hüter der nationalen Interessen im Ministerrath und mit Beistimmung des Bundesraths beshlossen, feierli<h vor allen civilisirten Nationen der Welt zu protesticen gegen die von der Regierung des britischen Guyana auf einem Territorium getroffene Maßregel, . das Benezuela als sein ausscließlihes Eigenthum ansieht, in Betreff dessen es hon Gesehe erlassen hat und dessen thatsählihe Wieder- einverleibung es mit deë ganzen Energie fordert und stets fordern wird, welche ihm die dur< die Gerechtigkeit seiner Sache vorgeschriebene Pflicht und Beharrlichkeit auferlegen. Mitgetheilt und veröffentlicht durch die nationale Exekutive: Marco Antonio Saluzzo.

Afrika.

Ueber die Vorgänge in Witu entnimmt die „Nat.- Ztg.“ einem Schreiben des Hrn. Weiß, des Vertreters der deutshen Witugesellshaft, vom 18, September, Folgendes:

Hr. Weiß hat fi<h am 18; v: “M. äuf dem Postdampfer „Afrika“ eingeschifft und traf unterwegs eine Dhau, in welcher die aus Witu zurü>kehrenden Hrrn. Kurt Töppen, Pendorff und August Meuschel si< befanden. Weiß konnte mit ihnen im Vorbeifahren nur einige Worte wechseln, erfuhr aber, daß Meuschel bei Witu am Oberschenkel verwundet und darauf entkommen ist. Daß er später von Gallas gefangen worden sei, wie von Wituleuten erzählt wurde, sei niht wahr. Alle anderen Deutschen sind, wie beri<tet, in Witu resp. Mfkonumbi gefallen, Die von den Wituleuten verbreitete Version, daß Künzel der angreifende Theil und somit s{uld an dem traurigen Vorgange gewesen, ist absolut unwahr. Künzel und seine Begleiter haben erst gesGossen, nachdem einer der Fhren in der Nähe des Thores ur< einen Schuß in den Kopf getödtet worden war. Künzel und seinen Begleilern gelang es, aus Witu zu entkommen; sie wurden aber draußen verfolgt und niedergemacht.

Kunst »ynd Wissenschaft,

Der rufsishe Staatsrath, Professor der Kinderheilkunde Dr. Alfred Vogel, welcher früher Dozent an der Universität Dorpat “L Me aus Meldung des „W. T. B.“ am 9, Oktober in München gestorben.

Sanitäts-, Veterinär- und Quarantänewesen.

Malta.

Laut Verfügung der Lokalregierung vom 20. September 1890 werden Schiffe, wel<he Syrien innerhalb 30 Tagen verlassen haben, in den Hafen von Malta nicht eingelassen.

Sciffe, wel<e keine, approbirten Medizinal-Beamten an Bord haben, sind, wenn sie aus östlih vom Kap St. Vincent gelegenen Häfen Süd-Europas „oder aus türkischen, afiatis<en und öôstli< von Langer gelegenen Häfen Nord-Afrikas kommen, bei der Ankunft einer i strengen ärztlihen Besichtigung zu unterziehen. FY

, Passagieren, wel<he aus einem der vorerwähnten Häfen kommen, | wird die Landung nur dann gestattet, wenn sie sih genügend darüber auszuwet]en vermögen, daß sie innerhalb 30 Tagen vor ihrer Ankunft sich in Syrien nit aufgehalten haben,

/ Türkei,

Die gegen Provenienzen aus dem Golf von Alexandrette (Jékanderun) bestehende Quarantäne if, vom 23. September 1890 an gere<net, jenseits Ras Hanzir auf den Hafen von Suedieh s ausgedehnt worden. (Vergl. „Reichs-Anzeiger“ Nr. 225 vom 18. Sep- tember 1890.)

Die ärztliche Visite der Proventenzen von Taganrog if auf- gehoben worden. (Vergl. „Reichs-Anzeiger“ Nr. 220 vom 12, Ser- tember 1890.)

Spanien.

In Folge Erlös<hens des gelben Fiebers in Guayaquil (Republik Ecuador) werden Ankünfte aus diesem Platze in spanischen Häfen einer Quarantäne ni<ht mehr unterworfen, (Vergl. „Reihhs- Anzeiger“ Nr. 53 vom 27. Februar 1890.)

Handel und Gewerbe.

Dur ein in dem portugiesishen „Diario do Governs“ Nr. 213 vom 19. September d. J. veröffentlihtes Geses wird die portugiesische Regierung ermächtigt, im Sub- missionswege den Bau und Betrieb einer Eifenbahn von 1 m Spurweite zur Verbindung der Stadt Mossamedes mit dem Gipfel des Chella-Gebirges zu vergeben. Die Bewerber dürfen. nur Portugiesen oder portugiefis<he Unter- nehmer sein.

Der Aufsichtsrath der Neuen Gas-Aktiengesellf Saft hat na< Vorlegung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verluft. re<nung für das Geschäftsjahr 1889/90 besélofsen, bei Vornahme der statutenmäßigen Abschreibungen und Einstellung rei<liber Reserven der Generalversammlung die Vertheilung einer Dividende von 6% (gegen 55/6 9% im Vorjahre) vorzuschlagen.

Theater und Musik,

Königliche Theater.

, In der Sonntagsvorstellung der Oper „Die Hugenotten“ im Königlichen Opernhause ind die Damen Leifinger, Herzog und Pierson, die Hrrn. Rothmähl, Bulß, Bes und Stamaner bef<äfstigt.

Im Königlichen Sha uspielhause wird am Sonntag an Stelle des „Gottfried von Berlichingen“ „Wilbelm Tell* in Scene gehen.

Berliner Theater.

Am Sonnakberd tritt Friedri Mitterwurzer als Doctar Wespe und als Ferdinand in „Mein neuer Hut“ auf. Die Proben zur „Jungfrau von Orleans* find inzwisSen fo gefördert worden, daß das Drama no&S vor „Kahale und Lehe“ fbon im Laufe der nähsten Woche in glänzender Ausfiattung in Scene gehen kann.

Friedriw-Wilhelmstädtistes Theater Der Novitäten-Abend am Sonnabend „Sroëvraters DOveretten“. d, h. Fiorovanti’s „Dorffängerinnen*, und Hiller's „Jagd“ nebft ciuanr Vorspiel und Prolog \<{ließt, wie die vorzngegazgenen Abende, mit der glanzvollen Ballet-Pantomime „Die Pupvenfee*. die bereits zum: 50, Male in Scene geht, also ein hübîhes Jubiläum fatern darf Die Balletmufik Josef Bayer's zur „Puwpvenfee" if anerkanntermañen eine feine anmuthige und geistvolle Arbeit moternitm Stils Der Kontrast von heute und früher dürftz selten üm güzidhem: Maße f effeftvoll und anziehend von der Bühne dargeboten merdem, win fett im Friedrih-Wilbelmftädtifen Theater. Der vam Fel Iennu Stubel gesprchene Prolog gebt nitt dem modetnen Verniele Tocan, [ouhern bildet den Uebergarg vem Vorfpiel zx den eiten Rucaco»

pern,

/ Tdomas+-Theater. In dem Bestreben, das Repertoire üm Allgemeinen: und lef: den Abonnements-Vorstellungen in Befonderen so aüme@altungirä: mie mögli<h zu geftalten, dereitet Direktor Thomas einer Sils vou Lustspielen und Possen ver, deren Autoren id aus der: Zeit des alten Berlins einen unvergänglichen Naunen geiert haber Die hièr: in z Betracht kommenden Werke haben fiuh-Jahrzehnte lung ütt der: Gunii des Publikums erhalten und einige dauon: bei den: lagten: Wieder»

neuen Theil des venezolanis<en Territoriums dem hinzuzufügen ¡usugen,

auffübrungen so uneingef>&rè:kten: Erfelg erzielt, das dec ermahnte: Cyllus eine Erweiterung dadue< exfaßren l du daei