1890 / 259 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Offiziere eingeladen waren;

Auch aus dem Auslande lean Kundgebungen vor. Aus Wien wird gemeldet : Die Morgenblätter vom Sonntag widmen sämmtlich dem Grafen von Moltke hoch ehrende Artikel und feiern denselben als Schlachtenlenker, als Denker, als Sriftsteller, als Freund des Friedens und des Volks, als Verkörperung der Treue, als Jncarnation selbstlosen PiG ge omi Das „Fremden- blatt“ begrüßt Moltke als das berühmteste Mitglied des eeres, dem fich das österreichisch - ungarische Heer m affenbrüdershast verbunden weiß und dessen Namen ein tapferes Regiment der österreichish-ungarischen Armee trägt. Die Zugehörigkeit Moltke's zur österreichischen Armee kenn- zeihne das innige Verhältniß beider Armeen. JFndem Moltke selbst dea Fortbestand des E wünsche, dürfe er als Stüße der Weltruhe gelten, Aehnlich spricht sich „Neue freie Presse“ aus, was allen Parteien, allen Völkern, Freun- den wie Feinden, Ehrfurcht und Bewunderung abringe, das sei Moltke's Friedensliebe, sein Herz, das mit dem Volke fühle, sodaß die heutige Feier eine wahre Friedensfeier sei. Glücklih sei das veutshe Volk, daß es seinen größten Feld- herrn ohne übermüthiges Säbelrasseln oder prahlerische Ruhm- redigkeit feiern dürfe. / Aus Pest liegt folgendes Telegramm vor: Jn einem Artikel über den 90. Geburtstag des General-Feldmarschalls Grafen von Moltke sagt der „Pester Lloyd“: Ueberall, wo die Empfindung für wahrhafte Ehrwürdigkeit und ein Ver- ständniß für wirklihe Größe lebendig ist, wird die Moltke- Feier mit aufrichtiger Sympathie begleitet. Auch der „Pesti Hirlap“, der „Budapesti Hirlap“, das „Budapester Tage- blatt“ und das „Neue Pester Journäl“ widmen dem Grafen

Moltke schwungvolle Artikel. i A A F Verein für Kunst und Wissenschaft in London beging den Geburtstag des Grafen Molike durch ein Festessen, an welchem der deutsche Botschafter Graf von Haßfeldt mit dem Zweiten Sekretär der Botschaft vom Rath und dem Militär-Attaché, Korvetten-Kapitän Hasenclever sowie dex österreihishe General: Konsul theilnahmen, Der deutsche Botschafter brachte den mit lebhaftem Beifall auf- genommenen Toast auf Se. Majestät den Kaiser aus, die Festrede auf den Jubilar fand begeisterte Zustimmung. | In St. Petersburg fand zur Feier des Geburtstages beim deutschen Botschafter von Schweinig ein Festmahl statt, wozu alle sih dort aufhaltenden deutschen Reserve- und Landwehr- D die deutsche Kolonie hat dem “General-Feldmarschall Grafen Moltke zum 90. Geburtstage eine - Adresse und Geschenke gesandt. L In Stockholm veranstaltete die deutsche Gesellschaft «gestern Abend eine Festlichkeit und sprah dem Grafen Moltke telegraphisch ihre Glückwünsche aus.

Das Haupt-Telegraphenamt in Berlin hatte am 26. einen {weren Sonntag. Es gingen für den General-Feldmarschall Grafen von Moltke 2099 Glückwunsch- Telegramme mit 74 484 Worten hier ein, aus allen Ländern Europas und aus fremden Welttheilen. Noch heute, am Montag, ijt diese Hoch- fluthnihtabgelaufen. Die entsprehenden Verstärkungsmaßregeln waren im Voraus. getroffen, sodaß der Dienst glatt abgewidlelt

WUkCde«

Frankfurt a. M., 27. Oktober. Der wegen Majestäts- beleidigung verhaftete Redacteur des sozialdemokratischen Blattes „Volksstimme“, Hoh, ist, dem „W. T. B.“ zufolge, gegen eine Kaution von 3000 f in Freiheit gesezt worden.

Münster, 26. Oktober. Heute Mittag 12 Uhr wurde der auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers und Königs einberufene Landtag der Provinz Westfalen im Sizungssaale des hiesigen Ständehauses, nahdem zuvor die Mitglieder des Landtages dem im Dome und in der evange- lischen Kirche abgehaltenen feierlihen Gottesdienste beigewohnt hatten, durch den Königlichen Landtags-Kommissar, Ober- Präsidenten der Provinz Westfalen Studt mittels folgender

Ansprache eröffnet : Hochgeehrte Herren!

Früher, als bei dem Schlusse der Verhandlungen des 31. Pro- vinzial-Landtages zu erwarten stand, hat die geschäftliche Lage Ihre Wiedereinberufung nothwendig erscheinen lassen.

Die zur Durchführung des Reichsgeseßes über die Invaliditäts- und Altersversiherung erforderlihen Vorarbeiten bedingen, daß die Bildung des Vorständes der für Westfalen errihteten Bersicherungs- anstalt möglichst zeitig vor dem 1. Januar k. I., als dem für das Inkrafttreten des ganzen Geseßes in Aussicht stehenden Zeit- punkte erfolge. Zu diesem Behufe bedarf es nah geseh- lier Vorschrift der Bestellung eines oder mehrerer Beamten des Provinzialverbandes zu Vorstandsmitgliedern, über welche Sie verfassungsmäßig zu beschließen haben. Sie werden auf diese Weise zur Mitwirkung an dem Ausbau einer Organisation berufen sein, welhe in dem großen, unter der Aegide Sr. Majestät enseres Allergnädigsten Kaisers und Königs sih vollziehenden sozialen M nach Umfang und Bedeutung die oberste Stelle ein- nimmt.

Es werden außerdem einige andere Vorlagen aus dem Bereiche der kommunalen Verwaltung der Provinz Ihre Thätigkeit in An- spruch nehmen.

Die drei Irrenanstalten der Provinz sind überfüllt und kaum noch erweiterungsfähig. Dieselben haben sich gegenüber der gesteigerten Zahl der Geisteëkranken und der Aufnahmegesuche in dem Maße un- zureichend erwiesen, daß von dem Provinzial-Ausf{usse die Errichtung einer vierten derartigen Anstalt in Antrag gebracht wird.

Ferner ist, um dem vorhandenen Bedürfnisse zu genügen, die Umwandlung der Provinzial-Pflegeanstalt zu Geseke in ein Land- armen- und Krankenhaus in Vorschlag gebraht und in diesem Sinne der Entwurf eines neuen Reglements aufgestellt morden, welcher Ihnen zugehen wird. i

Jhrer Beschlußfassung wird außerdem ein Gesuch des Verbandes der Westfälishen Verpflegungs-Stationen für mittellose Wanderer, welches die Gewährung einer dauernden, den Bestand dieser wichtigen Einrichtung sichernden Urterstüßkung aus Provinzialmitteln für die Unterhaltung der Stationen zum Gegenstand hat, unterbreitet werden; desgleichen ein Antrag auf Bewilligung eines erhöhten Provinzial- zuschus}ses zu Gunsten. der Fahschule für Metallindustrie in Iserlohn.

Uekter die Ergebnisse der Provinzialverwaltung im Etatsjahre 1889/90 hat der Provinzial: Auëshuß einen ausführlihen Bericht er- stattet, welcher nebst einer Anzahl ‘von Jahresrehxungen Ihrer Prü- fung unterliegen wird. Aus demselben werden Sie Sich von Neuem überzeugen, daß die fürsorglihe Thätigkeit der Geschäftsleitung in Gs erfolgreiher Weise allen Zweigen des Betriebes zuge- wendet ist.

Howgeehrte Herren! Der heutige Tag, an welhem dur Gottes Gnade unser ruhmgekrönter Heerführer, der General - Feldüärschall Graf von Moltke, sein neunzigstes Lebensjahr vollendet, ist für das gesammte Deutsche Reich ein mit dankerfülltem Herzen zu begehender Festtag. Ich weiß mich in voller Uebereinstimmung mit Ihnen, wenn

ih dies insbesondere auch für die Provinz Weslfalen gelten lasse, deren Söhne an den von dem gtoßen Feldherrn geleiteten Feldzügen rubmreihen Antheil genommen haben.

Fndem ih dem Wunsche Ausdruck gebe, daß Ihre Berathungen von bestem Erfolae begleitet sein mögen, erkläre ich auf Allerhöcbsten Befehl ten 32. Provinzial-Landtag der Provinz Westfalen für eröffnet.

Das älteste Mitglied der Versammlung, Ehrenamtmann Brüning aus Enniger brate nah entsprehenden Worten der Erwiderung ein dreifaches Hoh auf Se. Majestät den Kaiser und König aus, in welches die Versammlung lebhaft einstimmte.

Sachsen.

Dresden, 25. Oltober. Jhre Majestäten der König und die Königin sind, nach dem „Dr. J.“, gestern Abend von Schloß Wermsdorf nach der Königlichen Villa zu Strehlen zurückgekehrt. Heute Abend begab sich Se. Majestät der König nah Berlin.

Württemberg.

_ Stuttgart, 25, Oktober. Der „Staatsanzeiger für: Württemberg“ meldet amtlich die Enthebung des kom- mandirenden Generals des Württembergishen Armee-Corps, Generals. der Kavallerie von Alvensleben, von dem Kom- mando des Armee-Corps, und theilt außerdem mit, daß Se.Majestät der König in einem sehr gnädigen Handschreiben an den General. d. d. Bebenhausen, den 19. d. M., aus Anlaß seiner Enthebung von dem Kommando über das XIIkI. (K. W.) Armee: Corps demselben als „Beweis Seiner wohlwollenden Gesinnung“ das Großkreuz des Militärverdienst Ordens zu verleihen geruht habe. Der Kriegs-Minister von Steinheil ist aus Berlin hierher zurückgekehrt.

Nah Schluß der Nedaktion eingegangene Depeschen.

Kiel, 27. Oktober. (W. T. B.) Nach den hiex vor- liegenden Berichten wurde die Moltkefeier in allen Swhleswig-Holsteinshen Städten durh festlihe Be- flaggung, Festaufführungen, Fackelzüge und Festkommerse begangen. Jn Rendsburg wurde an dem Hause, in welchem Graf Moltke von 1819 bis 1822 wohnte, eine Ge- denktafel angebracht. i

Bexn, 27. Oktober. (W. T. B) Bei den Wahlen zum Nationalrath sind im Kanton Genf bisher ein Nadi- kfaler und zwei gemäßigt Konservativ:2 gewählt. Die Ab- stimmung über die Verfassungsre vision Behufs Ein- führung derx staatlichen Unfall: und Krankenversiherung er- gab nach den nunmehr vorliegenden Meldungen 254314 Stimmen für und 82423 Stimmen gegen die Revision. Dur die noch ausstehenden Ergebnisse kann das Sthluß- resultat, die Annahme der Revision, niht abgeändert werden.

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Zweiten und Dritten Beilage.)

Wetterbericht vom 27, Oktober 1890, Morgens 8 Ubr.

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Stationen. Wind. Wetter.

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1. d. Meeres\p.

red. in Millim. Temperatur in 9 Cel

wolkig halb bed. halb bed. bededckt wolkenlos Schnee Schnee bededlt

Mullaghmore Aberdeen .. Christiansund | 743 Kopenhagen . | 739 Stockholm . | 735 Haparanda . | 736 St, Peterêb, | 738 Moskau . .. 751

Cork, Queens-

on, 66 Cherbourg , | 755 Bt e 4D S E AL Hamburg .. | 744 Swinemünde | 744 Neufahrwasser| 743 Memel ... 739

ut 7 O Vtünster ,. | 749 Karlsruhe... | 755 Wiesbaden . | 753 München .. | 755 Chemniy .. | 751 n l A S TDB Breslau... | 748

Ile d'Aix 763 Nizza ...,| 753 |NW wolkig 13 Triest... | 754 |SW Regen 14

1) Gestern und Nachts böig mit Regen. ?) Nah- mittags regnerisch. ?) Abends Regen. 4) Nachts Sturm und Regen. ?) Gestern Mittag Gewitter, Regen und Hagel.

UVebersict der Witterung. Das gestern erwähnte barometrishe Minimum liegt über dem Bottnishen Busen, einen Ausläufer na Holstein entsendend. Am höchsten ist der Luft- druck westlih von Jrland. Im Westen dauert die starke nördliche und nordwestlihe Luftströmung fort und breitet sich langsam oftwärts aus. In Deutsch- land sind noch frische südwestlihe Winde vorherr- \{end. Die Temperatur is in Deutschland außer im Osten gesunken und es dürfte bei Eintritt nord- westlicher Winde weitere Abkühlung zu erwarten sein. In Kassel, Berlin und Holyhead fanden Ge-

witter statt. Deutsche Seewarte. A Theater-Muzeigen.

Königlihe Schauspiele, Dienstag: Opern- haus. 215. Vorstelluna. Othello. Oper in 4 Akten von G. Verdi. Text von Arrigo Boito.

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beck. In Scene geseßt vom Ober-Regisseur Tetlaff. Dirigent : Kapellmeister Sucher. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. 220. Vorstellung. Der geheime Agent. Lustspiel in 4 Aufzügen von Hadckländer. Anfang 7 Uhr.

Mittwoch. Opernhaus. 216. Vorstellung. Die Meiftersinger von Nürnberg. Große Oper in 3 Akten von R. Wagner. (Eva: Frl. Malten, Königlich sächsishe Kammersängerin, als Gast.) Anfang 6F Uhr.

Schauspielhaus, 221. Vorstellung. Minua von Barnhelm, oder: Das Soldateuglück. Lustspiel in 5 Aufzügen von G. E. Lessing. Anfang 7 Uhr.

Deutsches Shrater. Dienstag: Der Pfarrer von Kirchfeld.

Mittwoch: Göß von Berlichingen.

Donnerstag: Die Haubenlerche.

Die nächste Aufführung von Das Wintermärchen findet am Freitag, den 31. Dfktober statt.

Berliner Theater. Dienstag: Keau.

Mittwoch: Die Jungfrau von Orleans. Donnerstag: Zum 1. Male: Der Bernhardiner.

Lesfing - Theater. Dienstag: Die Ehre. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Anfang 7 Uhr.

Mittwoch: Der Fall Clémenceau. Schau- spiel in 5 Akten von A. Dumas u, A. d’Artois.

Donnerstag: Die Ehre.

Wallner=-Theater. Dienstag: Gastspiel von Felix Sc{hweighofer. Zum 22. Male: Der Vauerndoktor. Genrebild mit Gesang in 1 Akt von Ed. Dorn. (Lenz Dollinger: Felix Schweig- hofer, a. G.) Hierauf: Zum 22. Male: Penfion Schöller. Posse in 3 Akten nach einer W. Ja- coby’\hen Idee von Carl Laufs. (Philipp Klapp- rotb: Felix Scweighofer, a. G.) Anfang 7 Uhr.

Mittwoc u. folg. Tage: Dieselbe Vorstellung. Anfang 7 Uhr.

Victoria-Theater. Dienstag: Zum 64. Male: Die Million. Modernes Ausstattungs\tück in 12 Bildern von Alex. Mos;kowski und Rich. Nathanson. Musik von C. A. Raida. Ballet von Gredelue, Anfang 74 Uhr.

Friedrich - Wilhelmftädtishes Theater. Direktion 1 Julius Fritsche. Dienstag: Voccaccio.

Komische Operette in 3 Akten von F. Zell und R. Genée. Musik von Suppé. Dirigent: Hr. Kapell- meister Federmann. Anfang 7 Uhr.

Mittwoch: Boccaccio.

Residenz-Theater. Direktion: Sigmund Lauten-

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Sardou. In Scene geseßzt von Sigmund Lauten- burg. Anfana 7# Uhr. :

Mittwoch: Dieselbe Vorstellung.

Jn Vorbereitung: Familie Moulinard.

Belle-Alliance-Theater. Dienstag: Ensemble- Gastspiel der Mitglieder des Wallner-Theaters. Zum 4, Male; Jm neuen Berlin. Große Ge- sangsposse in 4 Bildern mit Benußung der Schreyer- Hirsel’shen „Hamburger Fahrten“ von Franz Guthery und Wilhelm von Hoxar. Mußk von Fri Krause. Anfang der Vorstelung 7# Uhr.

Mittwoch und folgende Tage: Dieselbe Vor- stellung.

Adolph Ernftl=Theater. Dienstag: Zum 53, Male: Unsere Don Juans. Gesangsposse in 4 Akten von Leon Treptow. Couplets vo: Gustav Görß. Musik von Franz Roth und Adolph Ferron. Anfang 7# Uhr. /

Mittwoch: Dieselbe Vorstellung.

Thomas-Theater. Alte Jakobstraße 830. Direktion: E. Thomas. Dienstag: u 5, Male: Deficit. Schwank in 4 Akten von Julius Rosen. Zum Sghluß: Zum 5. Male: Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern. Schönbartspiel von W., v. Goethe, Musik von Conradi, für die Bühne bearbeitet von Emil Pohl.

Mittwoch: Dieselbe Vorstellung.

Sonnabend: Novität, Zum 1. Male: Der Wetterfrosch, Posse mit Gesank in 3 Akten von Sie Kneisel und Herm. Hirschel, Musik von Gustav

effens.

Concert-Anuzeigen.

Concert-Haus. Dienstag: Carl Meyder- Concert. Ouv. „Die Weihe des Hauses" v. Beethoven. „Tell“ v. Rossini. „Leichte Kavallerie v. Suppé. Ungar. Tanz Nr. I. v. Kèler-Béla. „Epigramme“, Walzer v. Gungl. „Musßikalische Täuschungen“, Potpourri v. Schreiner. „Frühlingé- lied“ f. d. Harfe v. Gounod, vorgetr. v. Frl. Lem- bôdck. „The lost Chord“ f. Piston v. Sullivan, vorgetr. v. Hrn. Richter.

Urania, Anftalt für volksthümlihe Naturkunde.

Am Landes-Ausftellungs - Park (Lehrter Bahnßof). Geöffnet von 12-1 Uhr. G Borstellung im

wissenshaftliten Theatec. Näheres die Ans(iag- zettel,

Circus Renz. (Carlftraße.) Dienstag, Abends

7 Uhr. Gr. Extra-Vorstellung mit besonders ge- E Programm, u. a. 6 irländische Iagdpferde

burg. Dienstag: Leßte Woche! Ferréol.

Für die deutshe Bükne übertragen von Max Kahl-

Pariser Sittenbild in 4 Aufzügen von Victorien

in Freiheit dressirt und vorgeführt von Herrn Franz Renz. Das Blumeapferd Jfagar, in Freiheit vor-

geführt von Frl. Oceana Renz. Der phänomenale Reitkünstler Mr. Clarke. Der weltberühmte Luft- turner Mr. Rodgers. Das Schulpferd „Trepido geritten von Frl. Oceana Renz, 6 Gladiatoren, plastische Gruppirungen. Schul-Quadrille ausgeführt von 8 Herren mit den vorzüglichsten Schulpferden. Auftreten der hervorragendsten Reitkünstlerinnen und Reitkünstler.

T gr. Vorstellung Abends 7 Uhr mit stets wecselndem Programm. An Sonn- und Festtagen

2 Vorstellungen. L

Familien-Nachrichten.

Verlobt: Frl. Ottilie Schoeller mit Hrn. Kaufmann Max Bovensieven (Köln). Frl. Betty von der Heyden mit Hrn, Max Achilles (Kl. Stove—Rostock). Frl. Anya Bormann mit Hrn, Lieut. Mox Berring (Lindhof—Thorn). Frl, Helene Wabner mit Hrn. Karl Stefke (Tarnowiß). Frl. Anna Esmann mit Hrn. Paul Ritter (Berlin). Frl Auguste Gott- O mit Hrn. Christian Koh (Hamburg— Kiel).

Vereheli cht: Hr. Narciß von Woyrsh mit Frl. Anna von Woyrsch (Mechwiß). Hr. Dr. L. Erdmenger mit Frl. Gertrud Kallenbach (Han- nover). Hr. Prem.-Lieut. Gerhard von Mar- {hall wit Frl. Anna von Behr {Hindeberg), Hr. Gustav Am End mit Frl. Elife Wischebrink (Rheydt—Burgsteinfurt). Hr. Géorg Boenisch mit Frl. Hedwig Giller (Klein-Darkowiß).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Otto Schmidt (Leipzig). Hrn. P. F. Feldhahn (Klausdorf). Hrn. Reinhold Barniske (Magdeburg). Gine Tochter: Hrn. Pfarrer Goedel (Weins- heim bei Kreuznah). Hrn. Wilhelm Nökel (Ratingen). Hrn, Pajtor Kröcher (Kladow). Hrn. Wirtbschafts-Inspektor Otto Saager (Dom. Fauljoppe, Nied. Schles.) Hrn. Lehrer Ernst Hering (Leipzig). Hrn. E. Koeppen (Berlin). Hrn. Fr. Körner-Paeß (Velpke in Braun- \{chweig).

Gestorben: Hr. Direktor Dr. Gottfcied Ichn (Grafenberg). Frl, Johanne Broekel bd R Hr. Apotheker Wilhelm Bergmann (Eisenberg, S.-Altenb.). Hr. Telegraphen-Direktor L, Frand (Schwerin). Hr. Rittmeister a. D. Friy von Waldow (Czarnikau). Hrn. Hofrath Dr. Piper Tocter Klara (Schwerin). Hr. Adolf Langhoff (Berlin). Hrn. Dr, Bunge Tochter Lilly (Berlin). Hr. Justizrath Karl Luedecke (Neu-

haldensleben).

Redacteur: Dr. H. Klee.

Berlin: Verlag der Expedition (S cholz).

ck der Norddeutshen Buchdruckerei und Verlags- Dri stalt, Berlin 8W., Wilhelmstraße Nr. 32.

Sieben Beilagen (einshließlich Börsen - Beilage).

(1663)

zum Deulschen Reichs-Anz

Erste Beilage

Berlin, Montag, den 27. Oktober

eiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

1890,

Deutsches Reich,

General-Akte der Brüsseler Konferenz. (Ueberseßung.) Im Namen Gottes des Allmächtigen.

Se. Majestät der Deutsche Kaiser, König von Preußen, im Namen des Deutschen Reiches ;

Se. Majestät der Kaiser von Oesterrei, König von Böhmen, 2c., und Apostolisher König von Ungarn;

Se. Majestät der König der Belgier;

Se. Majestät der König von Dänemark;

Se. Majestät der König von Spanien und in Seinem Namen Jhre Majestät die Königin- Regentin des Königreiches;

Se. Majestät der König-Souverän des Unahb- hängigen Congo-Staaïs;

der Präsident der Vereinigten Staaten Amerika;

der Präsident der Französischen Republik;

Jhre Majestät die Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Jrland, Kaiserin von Jndien;

Se. Majestät der König von Ftalien;

Se. Majestät der König der Niederlande, Groß- herzog von Luxemburg 2c.;

Se. Majestät der Schah von Persien;

Se. Majestät der König Algarbien 2c.;

Se. Majestät der Kaiser aller Reußen;

Se. Majestät der König von Shweden und Nor- wegen 2c.;

Se, Majestät der Kaiser der Ottomanen und

Se. Hoheit der Sultan von Sansibar;

von

von Portugal und

R AES von dem festen Willen beseelt, den Verbrechen und Verwüstungen, welche der afrikanishe Sklavenhandel hervor- |

ruft, ein Ziel zu seyen, die eingeborenen Völkerschaften Afrikas wirfsam zu hüten und diesem ausgedehnten Kontinent die Wohlthaten des Friedens und der Civilisation zu sichern; und in der Absicht, den bereits in gleichem Sinne und zu ver- schiedenen Zeiten von den Mächten gefaßten Beschlüssen eine neue Sanktion zu geben, die Resultate, zu denen sie gelangt, zu vervollständigen und einheitlihe Maßregeln aufzustellen, welche die Vollendung des Werkes sichern, das den Gegen- stand ihrer gemeinsamen Sorge bildet ;

Haben in Folge der von der Regierung Sr. Majestät des Königs der Belgier im Einverständniß mit der Regierung Jhrer Majestät der Königin des Vereinigten Königreihs von Großbritannien und Zrland, Kaiserin von Jndien, an sie er- gangenen Einladung beschlossen, zu diesem Zweck eine Konferenz in Brüssel zu vereinigen, und haben zu ihren Bevollmächtigten ernannt :

Se. Majestät der Deutsche Kaiser, König von Preußen, im Namen des Deutschen Reiches: den Herrn Friedrich Johann Grafen von Alvens- leben, Kammerherrn, Fhren Wirklichen Geheimen Rath und außerordentlichen Gesandten und bevoll- mächtigten Minister bei Sr. Majestät dem König der Belgier, und den Herrn Wilhelm Göhring, Jhren Geheimen Legations-Rath, General-Konsul für das Deutsche Reich zu Amsterdam; i i Se. Majestät der Kaiser von Desterreihß, König von Böhmen und Apostolisher König von Ungarn: den Herrn Rudolph Grafen Khevenhüller-Metsch, Kammerherrn, Jhren außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister bei Sr. Majestät dem König der Belgier; : Se, Majestät der König der Belgier: den Herrn August Baron Lambermont, Staats- Minister, Jhren außerordentlihen Gesandten und bevollmächtigten Minister,

und

den Herrn Emil Banning, General-Direktor im

Bu Ministerium der Auswärtigen Angelegen- eiten ; Se. Majestät der König von Dänemark:

den Herrn Friedrich Georg Shack von Brock- dorff, General-Konsul für Dänemark zu Antwerpen ;

Se. Majestät der König von Spanien und in Seinem Namen Jhre Majestät die Königin- Neégentin:

Don Joss Gutierrez de Aguöra, Jhren außer- ordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister bei Sr. Majestät dem König der Belgier;

Se. Majestät der König-Souverän des Unab- hängigen Congo-Staats:

den Per Edmund Van Eetvelde, General-Verwalter

es Departements der Auswärtigen Angelegenheiten für den Unabhängigen Congo-Staat, un den R August Van Maldeghem, Rath beim assationshof zu Brüssel; der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika: | :

den Herrn Edwin H: Terrel, außerordentlichen Ge- sandten und bevollmäßtigten Minister der Vereinigten Staaten von Amerika bei Sr, Majestät dem König der Belgier, ;

und den Herrn Henry Shelton Sanford;

der Präsident der Französischen Republik: den Herrn Albert Bourée, außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Frankreichs bei Sr. B dem König der Belgier , un den Herrn Georg Cogordan, bevollmächtigten Minister, Direktor des Kabinets des französishen Ministers der Auswärtigen Angeiegenheiten ; Jhre Majestät dié Königin Königreihs von Groß - Britannien Jrland, Kaiserin von Jndien: den Lord Vivian, Pair des Vereinigten Königreichs, Jhren außerordentlichen Gesandten und bevollmäch- tigten Minister bei Sr. Majestät dem König der Belgier, und SW John Kirk: Se. Majestät der König von Jtalien: den Herrn Franz de Renzis, Baron de Montanaro, hren außerordentlihen Gesandten und bevollmäch: Uügten Minister bei Sr. Majestät dem König der Belgier, und den Herrn Thomas Catalani, Jhren außerordent: lichen Gesandten und bevollmächtigten Minister ; Se. Majestät der König der Niederlande, Groß- herzog von Luxemburg: den Herrn Louis Baron Gerile de Herwynen, Jhren* außerordentlihen Gesandten und bevollmäch- s Minister bei Sr. Majestät dem König der elgier; Se. Kaiserliche Majestät der Shah von Persien: den General Nazare Aga, Jhren außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister bei Sr. Majestät dem König der Belgier; Se, Majestät. der König von Portugal, und Algarbien: den Herrn Heinrich de Macedo Pereira Coutinho, Mitglied des Conseils, Pair des Königreichs, Minister und Staatssekretär ad hon., Jhren außerordentlichen

des Vereinigten Und

Majesiät dem König der Belgier; Se. Majestät der Kaiser aller Reußen: den Herrn Leo Prinzen Durousso ff, Hofmeister, Jhren außerordentlihen Gesandten und bevollmächtigten Me bei Sr. Majestät dem König der Belgier, un den Herrn Friedrih vonMartens, Jhren Wirklichen Staatsrath, ständiges Mitglied des Rathes des russischen Ministeriums der Auswärtigen Angelegenheiten ; Se. Majestät der König von Shweden und Nor- wegen: den Herrn Carl von Burenstam, Kammerherrn, Jhrent N Minister bei Sr. Majestät dem König O und bei Sr. Majestät dem König der Nieder- ande; Se. Majestät der Kaiser der Ottomanen: Etienne Carathéodory Effendi, Großwürdenträger des Reichs, Jhren außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister bei Sr. Majestät dem König der Belgier; Se. Hoheit der Sultan von Sansibar: Sir egn Kirk,

un den Herrn Wilhelm Göhring;

welche, versehen mit Vollmachten, die in guter und gehöriger

Form befunden worden sind, die folgenden Bestimmungen an-

genommen haben:

Kapitel I. Länder des Sklavenhandels.

in den Gebieten zu treffen Sklavenhandel seinen

Artikel I.

Die Mächte erklären, daß die wirksamsten Mittel zur Be- fämpfung des Sklavenhandels im Jnnern Afrikas fol- gende sind:

1) Fortschreitende Organisation der Verwaltung, der Ge- rihtsbarfeit, sowie der firhlihen und militärishen Einrich- tungen in den der Hoheit oder dem Protektorate der civilisirten Nationen unterstellten Gebieten Afrikas.

2) Allmählihe Errihtung von Stationen im FJnnern Seitens der Mächte, zu deuen die betreffenden Gebiete im Ab- hängigk-:itzverhältniß stehen, und zwar mit einer derart starken Besazung, daß in den durch die Menschenjagden verwüsteten Gebieten ein kräftiger Schuß der Eingeborenen und eine wirk us Unterdrückung des Sklavenhandels ausgeübt werden

nnen.

3) Anlage von Straßen und namentlich Eisenbahnen, wel{he die vorgeshobenen Stationen mit der Küste verbinden und den Zugang zu den Binnengewässern und zu dem oberen Laufe der E Schnellen und Katarakte unterbrochenen Ströme und Flüsse erleihtern, um auf diese Weise billige und \chnellere e O an die Stelle des jet üblichen Trägerdienstes zu seßen. i

D Einführung von Dampfschiffen auf den schiffbaren

lüssen des Jnnenlandes und auf den Seen sowie zu deren Rnteriügun Anlegung von Stügpunkten an den Ufern.

5) Erritun von Telegraphenlinien zur T der Verbindung der Stüßpunkte und Stationen mit der üste und den Verwaltungscentren.

6) Organisation von Expeditionen und mobilen Truppen- förpern, welche die Verbindung der Stationen unter fich und mit der Küste aufreht erhalten, bei der Unterdrückung des Sklavenhandels mitwirken und die Ln sichern.

7) Beschränkung der Einfuhr der Feuerwasfen, wenigstens. ‘der vervollkommneten jowie der Munition in der ganzen Aus- dehnung der von dem S berührten Gebiete.

e s Die Stationen, die von jeder der Mächte auf ihren Ge-

Maßregeln, welche ind, in denen der rsprung hat.

Gesandten und bevollmächtigten Minister bei Sr. |

wässern angeordneten Kreuzfahrten und die für diese als Schuzhäfen bestimmten Stüßpunkte haben, abgesehen: von ihrer Hauptaufgabe, nämlih der Verhinderung der Sklaven- jagden und der Absperrung der dem Sklavenhandel dienenden Straßen, noch folgende Nebenbestimmungen : i

1) den eingeborenen Völkerschaften, welche der Oberhoheit oder dem Schuß des Staats unterstellt sind, von dem die Station abhängig ist, sowie den unabhängigen Völkerschaften und bei drohender Gefahr zeitweise allen anderen als Schuß- und nöthigenfalls Zufluchtsort zu dienen; die Völkerschaften der erstermähnten Kategorie in den Stand zu seßen, zu ihrer eigenen Vertheidigung beizutragen ; die inneren Kriege zwischen den Stämmen auf \chiedsrichterlihem Wege zu vermindern; dieselben mit Ackerbau und Gewerbe vertraut zu machen, um so ihren Wohlstand zu heben, sie zur Civilisation zu erziehen und die Ausrottung barbarisher Buäuche wie des Kanniba- lismus und der Menschenopfer herbeizuführen ; :

2) Hülfe und Schuß den Handelsunternehmungen zu gewähren, deren Gesezmäßigkeit zu überwachen, namentlih auch durch Kontrole der Dienstveriräge mit den Eingeborenen und die Gründung von dauernden Kulturcentren und Handels- niederlassungen vorzubereiten ;

3) ohne Unterschied des Kultus die bereits bestehenden oder noch zu begründenden Missionen zu {hüßen;

4) für Krankenpflege zu sorgen und den Forschern sowie allen denen, die sich in Afrika an dem Werk der Unterdrückung des Sklavenhandels betheiligen, Gastfreundschaft und Hülfe

zu gewähren. Artikel TIT. Die Mächte, welche in Afrika Souveränetätsrechte oder eine Shußzherrschaft ausüben, verpflichten Sih in Bestätigun und näherer Bestimmung Jhrer früheren Erklärungen, na und Me je nahdem es die Umstände zulassen, sei es dur die oben erwähnten Mittel odex durch jedes andere, das Jhnen- zuträglih erscheinen sollte, die Unterdrückung des Sklaven- handels, Eine Jede in Jhren bezüglihen Besizungen und unter Jhrer eigenen Leitung, zu betreiben. So oft Sie es für möglih erahten, werden Sie denjenigen Mächten Jhre guten Dienste leihen, welche in rein humanitärer Absicht eine ähnlihe Aufgabe in Afrika erfüllen sollten. E Artikel IV. Die Mächte, welhe Hoheitsrechte oder eine Schuzzherr-

\{chaft in Afrika ausüben, können gleichwohl die Verpflichtun-

gen, die Sie Kraft Artikel ITIT übernehmen, insgesammt oder: zum A an Gesellschaften, die mit Schußbriefen versehen: sind, übertragen. Sie bleiben nichtsdestoweniger direkt für die Verpflichtungen verantwortlih, welche Sie durch die gegen- wärtige: General-Akte eingehen, und stehen für die Aus-

führung derselben ein.

Die Mächte versprehen den nationalen Vereinigungen und den individuellen Bestrebungen, welche an der Unter-

drücung des Sklavenhandels in Jhren Bereihen mitwirken

wollen, Entgegenkommen, Hülfe und Schug unter dem Vor- behalt Jhrer vorgängigen und jederzeit widerruflihen Er- mächtigung, Jhrer Leitung und Vecuiiitiauno, sowie unter Ausschluß jeder Ausübung von Hoheitsrechten. Die kontrabirelb Mute V. flit ie kontrahirenden Mächte verpflichten Sich, sofern nicht

schon durch Geseße, die dem Geist des Ua ArtikelS entsprechen, dafür Sorge getragen ist, innerhalb des Verlaufs von spätestens einem Fahre vom Tage der Unterzeichnung der egenwärtigen General-Akte ab ein Geseß zu erlassen oder bei

hren betreffenden geseßgebenden Körperschaften in Vorschlag zu bringen, das einerseits die Bestimmungen Jhrer Strafges über die shwereren Vergehen gegen die Person auf die Ver- anstalter und Theilnehmer von Menschenjagden, auf diejenigen welche sih der Verstümmelung von Erwachsenen und indern männlichen Geschlechts s{uldig machen und auf“ alle Theil- nehmer am gewaltsamen Sklavenfange, sowie andererseits die Bestimmungen über die Vergehungen gegen die. persönliche Freiheit aus die Sklavenhändler Führer und Transporteure I a ah S d

ie Theilnehmer und Gehülfen der verschie -

bezeichneten Kategorien der Sklavenfänger R A mit Strafen belegt werden, welhe zu den durch die Thäter verwirkten im Verhältniß stehen.

Die Schuldigen, die sich der Rehtsprehung der Behörden des Landes entzogen haben, in welhem die Verbrechen oder Vergehen begangen find, sollen entweder auf Grund der von den Behörden, welche die Geseßesverlezung festgestellt haben übermittelten Untersuhungsalten oder auf Grund jedes andern Beweises ihrer Straffälligkeit auf Betreiben derjenigen Macht in deren Bereich sie betroffen worden, in Haft genommen werden und ohne weitere Förmlichkeit zur Verfügung der für ihre Aburtheilung kompetenten Gerichte gehalten werden.

Die Mächte werden Sih binnen möglichst kurzer Frist die bereits vorhandenen oder in Ausführung des gegen- wärtigen Artikels erlassenen Geseße dder Verordnungen mit-

theilen. Artikel VI.

Die in Folge des Anhaltens oder der Auslösung eines Sklaventransportes im Fnnern des Kontinents frei ge- wordenen Sklaven sollen, sofern die Umstände és gea in ihr Heimathsland zurückge}andt werden; andernfalls soll ihnen die Ortsbehörde nah Möglichkeit die Beschaffung von Lebens- mitteln und, falls sie es wünschen, die Niederlassung an Ort und Stelle erleichtern.

Artikel VII.

Jeder flüchtige Sklave, welher auf dem Kontinent den Schutz der Signatär-Mächte anruft, soll ihn erhalten und soll in Jhren von Amtswegen errichteten Lagern und Stationen oder an Bord der die Seen und Zuse befahrenden staat: lichen ie Aufnahme finden. Die Privatstationen und Privatschiffe sollen das Asylrecht nux unter Vorbehalt der

vorgängigen staatlihen Gene! muna ausüben dürfen. x j

Da die Erfahru a tio

Da die Erfahrung aller Stationen, die mit Afrika i Gegen stehen, gezeigt hat, welche verderbliche und evon ragende Rolle bei der Ausübung des Sklavenhandels sowie

bei den inneren Kriegen zwischen den eingeborenen Stämmen