1890 / 260 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

aus der Bibliotbek des Königlilßen Kunstgewerbe - Museums vor, u. A. von solhen Werkzeugen, welhe fürstlihe Personen des 17, Jahrhunderts zu benußen pflegten, wenn sie, etner damals. üblichen Liebhaberei folgend, nch mit Handarbeiten beschäftigten, Herr Regierungs-Baumeister Iafsé legte einige Photographien der Dekorationen von der leßten großen Gartenbau-Ausstellung vor. Pro- fessor Hildebrandt zeigte und empfahl das im Verlage von Friedr, Stahn hierselb erscheinende große Practwerk „Das Zeughaus zu Berlin und seine Sammlungen“, welches vorzüglihe Abbildungen der im Zeughause befindlihen Waffen, Geräthe, Bildwerke 2c. in Lichtdruck bringt und die Beachtung der Kunstgewerbtreibenden Kreise

der Heilkunst erzielt worden, herrscht noch immer aus wohl- erwogenen Gründen das strenaste Geheimniß. Soviel haben wir indessen erfahren, daß diejes Mittel nit in den Apotheken fertig zu haben ist, auch nit von Chem!kern hergestelit werden kann, sondern auf mühsamen Wegen in ähnlicher Weise etwa, wie die Lymphe für die Schußpockenimpfung, gewonnen wird. Den Vorgang der Heilung hat man fich ungefähr f vorzustellen: Durch den von Prof. Koch ent- deckten Stoff wird der von der Shwindsucht heimgesuhte mens{chliche Körper, ebenso wie der thierische, in einen derartigen Zustand verseßt, daß die Schwinbdsuchtsbacillen dabei nicht mehr fort-

Erste Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

A 260. Berlin, Dienstag, den 28. Oktober 1890.

sonders zu. Bei Tish wurden U. A. bereits als Ehrengaben eingegangene Erzeugnisse der Koh- und Backunst herum- gereiht. Nah Aufhebung der Tafel verweilte Graf Moltke noch tängere Zeit im Kreise seiner Gäste und unterhielt ih besonders mit den aus Oesterreih eingetroffenen Herren.

Der Magistrat von Frankfurt a. hat beschlossen, an dem Hause, in welhem Graf Moltke während seines

Aufenthaltes dortselbst wohnte, eine Gedenktafel anbringen zu

Tassen. Die Sammlung zum

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dem Grafen an mecklenburgischer Herren rwendung na freiem

Aus Hamburg wird ge se der Prä D Mitglieder der Bör

dem Grafen er Hamburge Versammlung b thusiastishes dreima

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gesirigen Bör {prache an die Erlaubniß nah Telegramm

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nit gefallen zu Neranjtaltung d durch welckce der na Nacbargrundst sialturg eine Aenderu

an

oder nur that

schafter ausscheidet, buchs die Austeinandersetun Grund dcr Vermögenslage, des Ausscheidens befindet. Meichégericht, I. , ausgesprochen, # seßung von den #% nehmen will, in der F ver ständigen hierbei zu verlangen.

Entscheidungen des Neichsgerichts.

si, nach einem Urtheil des 14. März 1890, im Gekiete des Regenwassers oder des dur assers von einem benabarten Terrain er Zufluß auf einer wil1kürlihen jenes benachbarten Terrains beruht, Wassers zum Nachtheile des lcihviel ob die gedachte Ver- na des natürlihen Wasserlauss bezweckt ächlich zur Folge hat. Wenn aus einer offenen Handelsgesellsckaft ein Gesell- fo erfolgt nach Art. 130 des Handelsgeseh- g der Gesellschast mit demselben auf in wel@er fch die Gesellshaft zur Zeit der Fn Bezug auf diese Bestimmung hat das durch Urtbeil vom 22. März 1890, Bebufs der Auéeinander- Gesellscast Einsicht Regel befugt ist, die Zuziehung eines Sach -

Ein Grundbesißer brauht Reichsgerickchts, T1, Civilsenats, vom Nechts den 5 e anges{chwellenen Hochto lassen, wenn dief es Besitzers türlihe Lauf des üds verändert wird, g

gengüss

suchte, Seitens D

Civilsenat, daß der Aus\cheidende, welcher Handelsbüchern

Pa rchim seinem Gebur mit der

ufluß des

sident

der

Ankauf des Geburtshauses des hat 90 000 M ergeben; sie wurde tstage von einer Deputation Bitte übergeben, über die Ermessen verfügen zu wollen.

meldet, daß bei Beginn der der Handelskammer eine An- | ift se hielt, in welcher er die Moltke ein Glückwunsch- x Kaufmannschaft zu senden. efkundete ihre Zustimmung liges Hoh auf den Grafen

hemmt, verkümmern und

zeitig geschüßt (immun geworden) du ohne dadurch selbst Schaden zu fügt diesen ihren Miitheilungen begreislih, daß unzählige Koch'’schen Untersuhungen mik

süchtig dem Zeitpunkt entgegenschen, sie verwerthbar, ihnen Wir glauben aber,

dem es gelungen

Einem Manne, Geistes auf me

des menschlichen muß den Zeilpunkt zu wählen, wie ist nicht mehr so fern, Hrn. Professor Koch bedeuten diese

beiten widmen zu können,

kunststätte von Linnemann in

das Hauptfenster eine Geheime Regierungs-Rath erklärte: sie zeigt eine Gruppir heutige wissenschaftliche erblickt das Innere des Doms

Kepler u. st. w. Das wirkungsvo

Kunst und Wissenschaft.

Ueber die Versuche zur Heilung der welde der Geheime Medizinal-Rath Professor Dr

idt stellte, berichtet die sagen kann: Das Problem der Scchwindsucht ist gelöst, die

der Menschen i jeßt heilbar. Ueber weldes dieser vor zehn - Jahren

das

Wetterbericht vom 28. Oktober 1890, Morgens $ Uhr.

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114

4 H 4 F ——— 444

Stationen. Wind. Letter.

Bar. auf 0 Gr. 1. d. Meeres\p red. in Millim.

bededt wolkig halb bed. halb bed. wolkenlos heiter 3|bedeckt N bedeckt

765 761 752 752 748 744 749 759

Mullaghmore Aberdeen Christiansund Kopenhagen . Stodholm . Haparanda . St. Petersb. Moskau

Cork, Queens- town .. Cherbourg . Helder, Sylt.

Hamburg Swinemünde

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3\halb bed. bedeckt wolkig ill\wolfig 3|hedeck1) bededt Z3/heiter Regen

halb bed. 3\bedeckt halb bed. wolkig beded12) wolkig wolkig bededi heiter

heiter bedeckt

767 763 759 754 756 756 Neufahrwasser| 754 Memel ... | 752

iw C 0E ünstet C09 Karlsruhe . . | 763 Wiesbaden . | 761 Müpchen . . | 762 Ghemniy .. | 761 Berlini

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758 Men. l 0L 6 Breslau... | 760

Jle d'Aix . . | 766 -_|NO S 00 1D

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1) Abends stürmishe Böden, Schnee und Regen. 2) Nachts Schnee und Regen.

Vebersiht der Witterung.

In fast ganz Europa is} der Luftdruck géstiegen, am stärksten in Central-Guropa und Skandinavien. Das karomeétrische Maximum liegt über Südwest- Europa, das Minimum über Finnland; ein neues Minimum naht westliG von den Hebriden, wo die Winde nah Südwest zucückgedreht sind. Bei mäßiger, meist südlicher bis westlicher Luftströmung ist das Wetter in Deutschland veränderlih und allenthalben fälter; vielfah haben Niederschläge

ftattgefunden. Deutsche Seewarte. Ü E E R I T A N N R A Ra 0

Theater-Unzeigen.

Königlihe Shaäuspiele. Mittwoch: Opern- Haus. 216. Vorstellung) Die Meistersinger vou Nürnberg. Große Oper in 3 Akten von M. Wagner. Dirigent: Kapellmeister Sucher. (Eva: Frl. Malten, Königlih \ächfßis{che Kammersängerin,

S@ch@windsucht, . Koch in der Charité und anderwärts gemacht und welche er bereits auf dem inter- nationalen medizinishen Kongreß in Berlin Anfang August in Aus- „National- Ztg.“ in Folgendem: Die Versuche haben einen so günstigen Erfolg gehabt, daß man nunmehr

Heilhbarkeit verheerendste Mittel , faum geahnte

ik Deutschland, Frankrei,

gestatteten Diplom vor, welche in

zweite Preise erhielten Karlsruhe. gedrech\elten und aus der Hand hervorgegangen knüpfend, eine

verzierten eines sind. Herr Reihe

der Krankheit durch Triumph

Schauspielhaus. 221. Vorstellung. Minna von Barußhelm, oder: Das Soldatenglück. Lustspiel in 5 Aufzügen von G. E. Lessing. Anfang 7 Uhr. Donnerstag; Opernhaus. Auf Allerhöchsten Befehl: Fest-Vorstellung. y Schauspielhaus. 222. Vorstellung, Das Stif- tungsfest. Schwank in 3 Aufzügen von G. von Moser. Anfang 7 Uhr.

BDeuisches Rheater. Mittwoh: Göß von Verlichingen.

Donnerstag: Die Haubenlerche.

Freitag: Das Wintermärchenu.

Berliner Theater. Mittwoh: Die Jungfran von Orleans. :

Donnerstag: Zum 1. Male: Der Vernhardiner. Freitag: 9. Abonnements-Vorstellung. Mein

neuer Hut. Der Veilchenfresser.

Lessing - Theater. Mittwoh: Der Fall Clémenceau. Schauspiel in 5 Akten von A. Dumas und A. d’Artois. Anfang 7 Uhr. Donnerstag: Die Ehre.

Freitag: Das zweite Gesicht.

Walluer=-Theater. Mittwoch: Gastspiel von Felix S{weighofer. Zum 23, Male: Der Bauerndoktor. Genrebild mit Gesang in 1 Akt von Ed. Dorn. (Lenz Dollinger: Felix Schweig- hofer, a. G.) Hierauf: Zum 23. Male: Penfion Schöller. Posse in 3 Akten nach einer W. Ja- coby’schen Idee von Carl Laufs. (Philipp Klapp- roth: Felix Scweighofer, a. G.) Anfang 7 Uhr.

Donnerstag u. folg. Tage: Dieselbe Vorstellung. Anfang 7 Uhr.

PVictoria-Theater. Mittwoh: Zum 65. Male: Die Million. Modernes Ausftattunasftück in 12 Bildern von Alex. Moszkowski und Rich. Nathanson. Musik von C. A. Raida. Ballet von Gredelue. Anfang 74 Uhr.

Friedrich - Wilhelmstädtishes Theater. Direktion 1 Inlius Fritzsche. Mittwoch: Voccaccio. Komische Operette in 3 Akten von F. Zell und R. Genée. Musik von Suppé. Dirigent: Hr. Kapell- meister Federmann. Anfang 7 Uhr.

Donnerstag: Voccaccio,

Residenz-Theater. Direktion: Sigmund Lauten- burg. Mittwoh: Leßte Woche! Ferréol. Pariser Sittenbild in 4 Aufzügen von Victorien Sardou. In Scene geseßt von Sigmund Lauten- burg. Anfang 7# Uhr.

Donnerstag : Dieselbe Vorstellung.

es füglich überlassen werden, und wann seine Erfindung der

Menschheit praktisch nuybar gemacht werden kann. Dieser Zeitpunkt er bemißt sih nur noch_nach Woten.

Mechanik

gedeihen können; fie werden in ibrer weiteren Entwickelung ge- geh?zn zu Grunde, prozeß gelangt alödann zum Stillstande und zur Ausheilung, gegen etwaige fernere Invasionen der Tuberkelbacillen ist der Körper gletch-

Der S@&windsuchts-

rch die eigenthümliche Heilmetbode, Die „Nat.-Ztg.“ hinzu: Es

erleiden. noch Folgendes Leidende dem Fortgang der Ungeduld folgen und sehn- an welchem seine Entdeckung für

die kostbare Gesundheit wiederbringen wird. daß es unrichtig wäre, den bewährten Forscher zu drängen und durch Anfragen aller Art von seiner Arbeit abzuhalten.

ist, einen derartigen Triumph dizinishem Gebiete zu erringen, die Art vnd Weise, fowie

Für aber eine Zeit emsigster Arbeit

zur Vervollständigung und Sicherstellung seiner Methede, sowie zu

der Vorbereitung ihrer Veröffentlichung. wird er in diesem Semester keine Vor-

lesungen an der Universität halten. Seine Vertretung übernimmt

Um sich ganz diesen Ar-

mit Genebmigung des Kultus-Ministers der Privatdozent Dr. Eäâmarh, welcher an Koch's Stelle dessen Vorlesung über Hygiene halten wird.

In der zwanglosen Sihung des Vereins für deutsches Kunstgewerbe am lchten Miltwoch waren mehrere sür ein Privat- haus bestimmte Glasfenster Aen Ls soeben in der Glas- ranksui Während die kleineren Fenster ornamentale Ziermuster aus Rosen- und Weinlaub im Style mittelalterliher Vorbilder enthalten, zeigt sehr interessante figürlihe Darstellung, welche

vollendet find.

a./M.

in geistooller Weise ung der Männer, welche die begründet haben. Man zu Pisa mit dem berühmten

Reulcaux

Kronleuchter, dessen Schwingungen Galilei zur Entdeckung der Gesetze des Pendels führten; darunter tebt Galilei selbst, umgeben von einer Scaar von Gelebrten Toricelli,

Otto v. Guerifke, Copernicus, lle Mittelstük wird von einem

breiten Rande umsäumt, in welchem vier Figuren die an der Aus» gestaltung der praktiscken Mechanik vorzugsroeise betheiligten Länder

England) \ymbolisiren. Herr

. P. Mitterdozfer legte die (Entwürfe zu einem künstlerisch aus-

Folge einer von dem Verein zur

durchaus verdient, e | sein Stiftungsfest in den Räumen des Architektengauses begehen. Seit einer Reihe von Jahren vielfachen punkt zu einer welcher Î verfügt, welche nit nur auf kunstgewerblihem Gebiet, sondern auch auf dem Gebiete der Musik und der Mimik Vorzügliches leisten, hat die Absicht, den Festtheilnehmern eiwas ganz Besonderes zu bieten. Die Anwesenhétt von Gästen, werden, ist gern gestattet. Eintrittskarten werden vom 1. November S den Vereins\haßtzmeister L. P. Mitterdorfer, Kurstraße 18/19, ausgegeber.

Am nächsten zwölften November wird der Verein

bildet das Stiftungsfest mit seinen und -humoristishen Gaben einen Glanz- Au diesmal werden Vorbereitungen

Feier getroffen; der Verein, Mitgliedern Über zahlreihe Kräfte

fünstlerisc;en

im Vereindleben. wirkungsvollen

unter seinen

welhe durch ein Mitglied eingeführt

Nah Sthluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

Stuttgart, 23. Oktober. (W. T. B.) Der „Staatt- Anzeiger für Württemberg“ meldet, daß der General-Lieutenant

von Woelkern mit der Führung des XIII, Armee-

Corps beauftragt ist. Die Königlich preußischen General- Majors von Lindequist und von Nickish-Rosenegk sind zu Commandeuren der 26. resp. 27. Division ernannt,

Die General-Majors Gleich und Clausen sind zu General-

Lieutenants ernannt.

_Wien, 28. Oktober, (W. T. B.) Das Reichsgericht entschied, daß durch die Auflösung des Vereins „Pro Patria“ eine Verletzung eines verfassungsmäßigen Rechtes nicht stattgefunden habe. Dagegen sei durch die Nichtbewilligung zur Gründung des Vereins „Lega Nazionale“ das verfassungsmäßige Recht,

Vereine zu bilden, verleßt. (W. T. B.) Landtag. Graf

Prag, 28. Oktober. Kinsky überreihte eine Gegenexrklärung gegen die gegenüber dem Oberst-

jungczehische Verwahrung Landmarscall. Dieselbe is von den Großgrundbesigern, fämmllihen Deutschen und Altczehen unterzeihnet und be- sagt: der OberstLandmarschall habe seine Pflicht erfüllt, in- dem er die Würde, Ordnung und Ruhe des Landtages auf-

Beförderung des Gartenbaues ausgeschc!ebenen Wettbewerbung ein- gegangen sind. Dieselben wurden eingebend besichtigt und besprochen. Einen ersten Preis hat Maler Max Langer in Karlsruhe erhalten, Oscac Mete in Köln und Carl Gagel in Herr Otto Schulz zeigte eine Anzahl von kunstvoll Werkzeug - Griffen geschickten Lr. von Abbildungen

ret erhalten h New-Yor burtstag des

vor, welche Drechslermeisters daran an- Gegenstände

Münchener Jessen legte, ähnlicher

abe. k 28. Oktober. (W, D. B.) Dev 90. Ge- General-Feldmarshalls Grafen von Moltke

wurde hier in einem Meeting festlich begangen, in welchem Depew und General Sigel als Festredner auftraten.

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten

Beilage.)

Belle-Alliance-Theater. Mittwoh: Ensemble- Gastspiel der Mitglieder des Wallner-Theaters. Zum 5. Male: Jm neuen Berlin, Große Ge- fangsposse in 4 Bildern mit Benußung der Schreyer- Hirschel’|hen „Hamburger Fahrten“ von Franz Guthery und Wilhelm von Hoxar. Mußk von Frit Krause. Anfang der Vorstellung 74 Ub. Donnerstaz: Jum neuen Berlin.

Adolph Ernst-Theater. Mittwoh: Zum 54, Male: Unsere Don Juans. Gesangsposse in 4 Akten von Leon Treptow. Couplets vo? Guftav Görß. Musik von Franz Roth und Adolph Ferron. Anfang 7# Uhr.

Donnerstag: Dieselbe Vorstellung.

Thomas-Theater. Alte Jakobstraße 30, Direktion: E. Thomas. Mittwoch: Zum 6. Male: Deficit. Schwank in 4 Akten von Fulius Rosen. Zum Schluß: Zum 6. Male: Das Jahrmarktsfeft zu Plundersweilern. Schönbartspiel von W, v. Goethe, Musik von Conradi, für die Bühne bearbeitet von Emil Pohl. ; Donnerstag: d. Abonnements-Vorstellung. Deficit. J aahrmarktsfest zu PVlundersweiler.

Fn Vorbereitung : Novität, Der Wetterfsro\ch, Posse mit Gesank in 3 Akten von Rud. Kncisel und Herm. Hirschel, Musik von Gustav Steffens.

Concert-Anuzeigen.

Concert-Haus. Mittwob: Carl Meyder- Concert. Quv. „Die lust, Weiber v. Windsor“ von Nicolai. „Dichter und Bauer“ von Suppé. Ungar. Rhapsodie Nr. 11 von Liszk. „Donauwellen Walzer von Ivanoici. „The lost Chord f. Piston v. Sullivan, vorgetr. von Herrn Richter. Fantasie a. d. Op. „Faust“ von Gounod. Pizzicati a. d. Ballet „Silvia“ v. Delibes.

Urania, Anstalt für volksthümliGe Naturkunde,

Am Landes-Ausftellungs - Park Lehrter Bahnhof). Seöffnet von 12-11 ühr. Tito Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlags zettel.

Circus Renz. (Carlstraße.) Mittwoh, Abends 7 Uhr. Aus dem gewählten Programm wird beson- ders hervorgehoben: Eine Fahnenquadrille, geritten von 16 Damen. Mr. Rodgers, weltberühmter Luft- turner. 4 hohe Séhulen von 4 Herren zu gleicher Zeit geritten. Der phänomenale Reitküastler Mr. Clarke. Austreten der berühmten Künsilexfamilie Briatore, Bal Concert hippique mit 8 Schimmel- hengsten, dress. und vorgef. von Herrn Franz Menz. 6 Pierrots Die Sculreiterin Frl. Vidal. Auf-

und Burnell Fillis. Komishe Intermezzos von \ämmtlihen Clowns. LTäglih aroße Vorstellung. Anfang 7 Uhr. An Sonn- und Fest: Tagen 2 Vor-

Bar pr C E I T

amilien-Nachrichten.

F

Verlobt: Frl, Marie Guntau mit Hrn. Willy

Dannenberg (Magdeburg). Frl. Anna Zander mit Hrn. Dr, med, Albert Zander (Berlin). Frl. Anna Brüggemann mit Hrn. Riiterguts- besißer Albert Schlüter (Ampfurth—-Rittergut Leislau). Frl Emma Braun mit Hrn. Dr. med. Peter Toipliß (Hamburg). Frl. Jranette Lambert mit Hrn. Kaufmann Richard Böhme

(Berlin).

Vereheli cht: Hr. Landrichter Otto Brühl mit Frl. Käthen Zsciedrih (Chemniß). —/ Hr. Ernst Sweller mit Frl. Ellen Oehblkers (Berlin). Hr. Sec.-Lieut. Baensch wit Frl. Emmy Weichsel (Wiesbaden). Hr. Forstassessor Franz Gn mit Frl. Hulda Hahn (Scarfenstein— Retichenbah). Hr. Lehrer Moriy Herold mit Frl. Alma FJunghaus (Wüstenbrand— Reichen- brand). Hr. Richard Maedicke mit Frl. Langly Wiggius (Berlin). Hr. Sec.-Lieut. Karl y Hackewiy mit Frl. Gertrud Wellenberg (Marienwerder).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Richard Chr- bardt (Halle a, S.) Hrn. Ober-Steuerkontroleur Kahlert (Gnadenfeld). Hrn. Friedr. Erbslöh (Duisburg). CGine Tochter: Hrn. Pastor Barnewiz (Woserin). Hrn Wilh. Remak (Berlin) Hrn. Hauptm. v. Dilfurth (Berlin). Hrn. Hugo Reschke (Senftenberg, Lausitz).

Gestorben: Hr. Geh. Rath Wilhelm von Wetell (Rosto). Hr. Ober-Inspektor Robert Steinhardt (Rohow bei Zandiß). Frau Elise Anders, geb. Jwe (Schwerin). Hr. Sec.-Lieut. Leopold v. Bojan I. (Stargard in Pomm.) Hr. C, Wittkopf (Berlin), Hrn. Dr. Heinrich Hoffmann Sohn Rudolf (Neisse). Hr. Ioh. Rud. Herm. y. Wißleben (Wiesbaden). Frau Ober-Hofprediger Frieda v. Hengstenberg, geb. Freiin Quadt (Berlin).

Redacteur: Dr. H. Klee.

Berlin: Verlag der Expedition (S cho0o lz).

Oruck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlag09- Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Sechs Beilagen (einschließlich Börsen - Beilage),

sowie eine Bekanntmachung der Neichs- schuldeuverwaltung - betreffend die Nieder- legung der im Etatsjahre 1889/90 durch die Tilgungsfonds eingelösten Schulden- dokumente des Deutschen Reichs, E und die Juhaltsangabe zu Nr. 5 des öffent- lichen Anzeigers (Kommanditgesellschaften anf Aktien uud Aktiengesellschaften) für die Woche

treten der Damen Lillie, Rosa Meers, Gierah und

als Gaft.) Anfang 67 Uhr.

Fn Vorbereitung: Familie Moulinard.

Zephora, Die Reitkünstler M18. Henry Briatore

vom 20. bis 25, Oktober 1890.

Kunst und Wissenschaft.

Das Astrophysikalishe Observatorium bei Potsdam.

Bericht übec das Jahr 1889.

Jm Anschlusse an unsere Berichte aus den Vorjahren und zur Fortsezung derselben geben wir im Folgenden eine kurze Uebersicht über die wissenschaftlihen Arbeiten, welche auf dem in der Ueberschrift genannten Institute im Jahre 1889 aus- geführt worden sind.

An die Spiye unseres Berichtes stellen wir die Unter- suhungen über die Bewegung der Fixsterne in der Gesichts- linie, eine Arbeit, von dem Direktor des Observatoriums Prof. H, C. Vogel .unter Assistenz von Dr. J. Scheiner wie {on früher mitgetheilt unternommen, welche man, ohne Widerspruch befürchten zu müssen, als das Bedeutendste bezeihnen kann, was in dem leßten Jahrzehnt auf dem Gebiete der Astrophysik gesehen ist. Welches Prinzip die Möglichkeit gewährt, die Bewegung der Gestirne im Visionsradius zu messen, welche Schwierigkeiten sich diesen Messungen entgegen- seßen, und wie es endlih gelungen ist, eine Methode der Beobachtung aufzufinden, welche von fast allen Mängeln der vorher angewandten Methoden frei ij das alles ist in dem Berichte Über das Jahr 1887 eingehend auseinandergeseßt. Im Laufe des Jahres 1889 sind nun die Arbeiten insofern zu ihrem planmäßigen Abschlusse gelangt, als die Spektra sämmtlicher dem Potsdamer Refraktor zugänglihen Sterne mehrere Male photographisch aufgenommen worden sind, Gegenwärtig werden nux noch zur Ergänzung der weniger gut ausgefallenen Aufnahmen sowie zur Vermehrung des Materials bei einzelnen, besonders interessanten Objekten Aufnahmen hergestellt. Der wi&tigste Theil ver Arbeit, die Messung der Linienverschiebungen auf den Sternspektralphotographien, ist bis auf einen kleinen Rest erledigt, sodaß demnächst mit der Fertigstellung des Manuskriptes zum Druck begonnen werden kann. Ueber die Ergebnisse sei hier nur erwähnt, daß si im Allgemeinen eine bedeutend geringere Bewegung der Fixsterne in der Gesichtslinie ergeben hat, als nach den bisherigen direkten Beobachtungen angenommen werden konnte.

Als höchst wichtiges und interessantes Resultat dieser Untersuchungen ist der während der Arbeit erfolgte Nahweis des Algolbegleiters zu bezeichnen. Algol, ein Stern zweiter Größe im Sternbilde des Perseus, gehört zu den Veränderlichen von furzer Periode, d. h. innerhalb eines Zeitraums von nicht ganz 3 Tagen nimmt sein Licht um einen beträchtlichen Theil ab, um darauf wieder bis zur Maximalintensität zuzunehmen. Aus langjährigen photometrishen Beobachtungen ist die Periode des Lichtwechsels von Algo! sehr genau bekannt, und die die Zu- und Abnahme seines Lichtes graphisch darstellende Kurve ist mit großer Schärfe festgelegt. Ueber die Ursachen des schnellen Lichtwechsels in so regelmäßigen Jntecvallen gab es eigentli bloß eine plausible Hypothese, nämlich die Annahme, daß um den Stern ein relativ dunkler Begleiter kceis?, welcher bei seinem Vorübergange vor dem Hauptsterne eine partielle Verfinsterung desselben hervorrufe. Die Kürze der Periode bedingte aber eine fo große Nähe des Begleiters zu dem Hauptsterne, dem er nicht sehr wesentlich an Größe nachstehen konnte, daß man die Stabilität eines solhen Systems in Zweifel zog und aus diesem Grunde die obige Hypothese ver- werfen zu müssen glaubte. y /

Nun ergab sich aus den Messungen der Potsdamer Spektralaufnahmen Algols, daß diejer Stern an den ver- schiedenen Beobachtungsabenden entweder von unserem System fich bedeutend entfernte, oder sih ihm mit großer Geschwindigkeit näherte, oder endlih gar keine Bewegung zeigte. Diese That- sachen aber lassen s{ch nur so erklären, daß Algol eine Bahn- bewegung besißt. Steht er an den Endpunkten der Axe dieser Bahn, welche in ihrer Verlängerung den Mittelpunkt der Erde trifft (befindet er sich gewissermaßen in Erdferne oder in Erdnähe), so ist seine Bewegung in Bezug auf die Erde gleih Null; rückt der Stern aus der Erdferne auf seiner Bahn weiter, so wird er si der Erde scheinbar nähern, und zwar mit um so größerer Geschwindigkeit, je mehr er sich dem Endpunkte der zweiten Axe seiner Bahn nähert, bis an diesem Punkte seine Bewegung zur Erde ein Maximum wird. Dann nimmt seine scheinbare Geschwindigkeit wieder ab,

A B.

bis sie in Erdnähe glei Null ist; von hier aus nimmt sie wieder,

zu, jevoh in entgegengeseßtem Sinne, d. h. der Stern scheint sich von der Erde zu entfernen, hat ein dem vorigen entgegen- geseßztes Maximum und wird \chließlich wieder Null, wenn der Stern zu seinem Ausgangspunkte zurücgekehrt ist.

Die Potsdamer Messungen ergaben nun das Resuliat, daß diz Bahn Algols kreisförmig oder doch nahezu kreisförmig sein muß. Algol bewegt sich in 68 Stunden mit einer Ge- ichwindigkeit von 6 Meilen in der Sekunde um den Schwer- punkt des Systems; sein Begleiter hat ungefähr die doppelte Geschwindigkeit. Die oben erwähnten theoretischen Bedenken sind durch eine Untersuhung, welche Dr. Wilfing besonders hinsihtlih der Stabilität eines folchen Systems ausgeführt hat, als vollständig beseitigt zu betrachten.

Die von Dr. Schèiner unternommene detaillirte Aus- messung der mittelst des Spektrographen hergestellten Auf- nahmen der Sternspektra hat ebenfalls zu recht bemerkens- werthen Resultaten geführt. Wie {on im vorigen Berichte (vgl. Nr. 250 des „Reichs- und Staats-Anzeigers“ Jahrgang 1889) erwähnt, ist die hierbei erreihte Genauigkeit eine jehr große, und in Folge dessen is es gelungen, die meisten Linien der Sternspektra mit solchen des Sonnenspektrums zu identifiziren. Daraus folgt aber, daß das, was man bisher nur hypothetish behaupten konnte, daß nämlich auch die weitest entfernten

Himmelskörper sih aus denselben Elementen zusammenseßen |

wie die Sonne, eine nicht mehr zu bestreitende Thatsache ge- worden ist, daß also unsere Sonne auch in dieser Hinsicht ein jenen Weltkörpern gleihgeordnetes Glied des Wesltalls ift. Von sehr beahtenswerthen wissenschaftlichen Erfolgen be- gleitet war ein mehrmonailicher Aufenthalt, welchen Dr. Müller auf dem Säntis genommen hatte, hauptsählih um die Ex- tinctionskurve sür diese Que Lage zu bestimmen. Das von den Sternen ausgesandte Licht wird beim Gange dur unsere Atmosphäre geshwächt, und zwar um so mehr, je näher der-

Stern dem Horizonte steht, weil alsdann die Die der durhlaufenden Luftschiht am größten ist; umgekehrt ist vér Lichtverlust im Zenith am geringsten. Ein Ste j

; Cl gering in Stern, welcher im Zenith erster Größe ist, ersheint am Horizonte nur als Stern 2. bis 3. Größe. Es is ohne Weiteres klar, daß für alle Bestimmungen der s{heinbaren Größen der Fixstecne oder viel- mehr ihrer Lichtintensitäten der Betrag der Extinction für jede Zenithdistanz genau bekannt sein muß, und die Extinctions- kurve ist au) für unsere Breite und Meereshöhe durch Arbeiten von Dr. Müller mit genügender Schärfe festgelegt. Zur Ab- leitung der G-seße der Extinction war es nun von Wichtigkeit, zu untersuchen, um wieviel die extinguirende Kraft der Atmosphäre bei einer bekannten Abnahme der Lufthöhe sich verringert, und es ergab sich als vorläufiges Resultat, daß auf dem 2500 Meter hohen Berggipfel ein im Zenith stehender Stern um etwa 0,1 bis 02 Größenklassen heller erscheint als in der Ebene, daß dagegen bei tiefem Stande des Sterns der Helligkeitsunterschied 0,5 bis 0,7 Größenklassen beträgt. Dieses Ergebniß ist gleichzeitig ein Beweis dafür, daß “die Berg- bewohner thatsählih Recht haben, wenn sie behaupten, daß bei ihnen die Sterne in hellerem Lichte strahlen als in der Ebene.

__ Ferner konnte Dr. Müller während dieses Aufenthaltes eine Fortführung des großen Potsdamer Sonnenspektrums vorbereiten, welches von Professor Vogel im Verein mit Dr. Müller {hon vor längerer Zeit entworfen worden ist, und welches auf 8 Tafeln, sich von E im Grün bis U im äußersten Violett erstreckend, über 2600 Linien enthält, indem er den Theil des Spektrums von E aus über Gelb, Orange und Roth ausmaß. Diese Gegend des Spektrums ist besonders dadurch merkwürdig, daß gerade in ihr sehr viele atmosphärische Linien, d. h. Linien, welche dur Absorption des Sonnenlichtes in der Erdatmosphäre entstehen, auftreten, und die demnächst erfolgende Publikation dieser Untersuhungen dürfte für die Wissenschaft recht werthvolle Resultate enthalten. i

_ Wie im Vorjahre rihteten die Drs, Müller und Kempf bei ihrer photometrishen Durhmusterung der nördlichen Hemi- \sphäre ihr Hauptaugenmerk auf die Vergleichung der Funda- mentalsterne, und es wurden an 45 Tagen 778 Vergleichungen erhalten, sodaß im Ganzen nunmehr ca. 2000 Messungen vorliegen. Mit Rücksicht hierauf konnten nur verhältnißmäßig wenige Zonen gemessen werden, nämlih 77 an 36 Tagen, womit die Gesammtzahl derselben auf 387 mit 4650 Sternen steigt. Der vollständige Abshluß des ersten Theiles der Arbeit, welcher die Sterne zwischen 00 und 4+ 209 Deklination um- fassen soll, wird niht vor Ablauf von zwei Fahren erfolgen können. Die Sonne bot au im Jahre 1889 wegen des Minimums der Fleckenperiode nur wenige interessante Objekte dar; es wurden deshalb, wie im Vorjahre, vie regelmäßigen photographischen Aufnahmen der Sonne etwas eingeschränkt, il zwar hat Dr. Lohse an 103 Tagen je ein Bild ‘herge- ellt.

Professor Spörer hat, wie in den Vorjahren, die Bear- beitung des gesammten statistishen Materials über die Sonne übernommen und bereitet die Beobachtungen bis zum Schluß des vorjährigen Minimums zum Druck vor. Besonders ein- gehend hat derselbe im Jahre 1889 den Wechsel in der helio- graphishen Breile der nach dem Minimum auftretenden Sonnenfledcke studirt. Bis zur Mitte des Jahres kamen nur Flecke in der Aequatorialzone = +4 100 Breite vor. Darauf erschienen Flecke in höheren Breiten, zuerst in 409 auf der südlichen, später in 3509 auf der nördlichen Halbkugel.

Auch in Bezug auf die Häusigkeit der Fleckte zeigten die nördliche und die südlihe Halbkugel wie in früheren Fahren nicht unbeträchtlihe Unterschiede. An 258 Tagen fonnte die Sonne beobachtet werden, und es zeigte sich fleckenfrei die nördliche Halbkugel an 240 Tagen = 93 M der die südliche Halbkugel an 152 = 59 ‘¿Beobachtungs- die ganze Sonne an 137 A = 99 M tage.

Dr. Wilsing hat interessante theoretische Betrachtungen über die Thatsache, daß die aus Fleckenbeobahtungen abgeleitete Rotationszeit der Sonne je nah der heliographishen Breite verschieden is, angestellt. E3 erscheint demnach nicht unmög- lih, das Rotationsge)ey der Sonne ohne Hülfe besonderer Hypothesen durch die Wirkung der inneren Neibung in der gasförmigen Atmosphäre, für welche eine ursprünglih von der Bewegung des Centralkörpers abweihende Winkel- geshwindigkeit angenommen wird, zu erklären.

Ueber die regelmäßig auf dem Observatorium ausgeführten meteorologishen Beobachtungen sowie über die Zeitbestimmungen sei hier nux erwähnt, daß feinerlei Aenderungen bei den Be- obahtungen gegen das Vorjahr eingetreten sind; auf die instxumentellen und baulihen Einrichtungen, welche Behufs Betheiligung des Jnstituts an dem großen internationalen Unternehmen der Herstellung einer Himmelskarte auf photo- graphishem Wege getroffen worden sind, wollen wir jedo etwas ausführlicher eingehen.

Die bereits im vorigen Bericht erwähnte detachirte Kuppel von 6 m Durhmesser zur Aufnahme des großen photographischen Nefraktors wurde vollendet, als gelungen zu bezeihnen; die Schieberbewegung zum Oeffnen und Schließen des Spaltes läßt fih mit großer Leichtigkeit, selbst im Winter, bewerkstelligen. Die Drehvorrichtung der Kuppel funktionirt so gut und s{nell, daß eine Drehung um 1800 in weniger als einer Minute ohne jegliche Anstrengung möglich ist. Ja Verbindung mit der Kuppel ist ein kleines photographishes Laboratorium eingerichtet.

Der photographische Refraktor wurde im Frühjahre auf- gestellt. . Das Jnstrument, zusammengeseßt aus einem optischen Fernrohr mit 9 zölligem Objektiv und einem photographischen Fernrohr mit 131/5zölliger Oeffnung, welche von einem gemeinschaftlihen Rohre umschlossen sind, weicht auch in der Montirung von der bei Refraktoren gewöhnlich angewandten stark ab. Die Säule, auf der das Jnstrument ruht, steht niht senkrecht, sondern ist gebrochen, wodur eine Fortführung des Jnstruments durch den Meridian in jeder Lage, besonders im Zenith, ermöglicht wird. :

In optischer Hinsicht is der Refraktor als ein Fustrument ersten Ranges - zu bezeichnen. Die Brennweiten der beiden

Der Bau ist in jeder Beziehung -

Objektive stimmen bis auf wenige Millimeter überein; die mit dem Instrumente von Dr. Scheiner hergestellten Photographien von Sternen zeichnen sih durch scharfe Begrenzung der Bilder aus. Die Lichtstärke ist ebenfalls eine durchaus befriedigende; Sterne von 9. Größe erscheinen nach einer Exposition von elwa 15 Sekunden auf der Platte angedeutet.

Jm Laufe des Jahres 1889 wurde von den Publikationen des Astrophysikalishen Observatoriums

Nr. 24. P. Kempf, Meteorologische Beobahtungen in den i Sahren 1884 bis 1887 : im Drucke vollendet.

x „Die Vereinigung der Kunstfreunde“ (Geschäjtslokal a. d. Potsdamer Brücke)

hat einige neue Neproduktionen, zum Theil nah Gemälden der National-Galerie, geschaffen. Unter diesen ist besonders Menzel's „Friedrih der Große und seine Tafelrunde“ und des Senators Prof. Bedler „Maskenball beim Dogen“ zu er- wähnen. Bei leßterem Bilde zeigt sich das Verfahren Buntdruck auf photographischer Unterlage im günstigsten Liht, da das s{hóône und harmonische Farbenjspiel der bekannten Koloristen trefflich wiedergegeben ist. Die Auswahl für die Bilder ist mit großem Geschick getroffen worden, G. v. Maffi, einer unserer tüchtigsten Jagdmaler (München), Professor H. Vogel, K. Raupp, Fagertin u. a. m. sind vertreten. Es möchte hier am Orte sein, einen kurzen Ueberblick über Reproduktionen, wie sie bisher gehandhabt wurden, zu geben.

Jm 15. Fahrhundert kam der Holzschnitt auf. Durh die energische Betonung des Wichtigsten der Zeichnung und seine Billigkeit wurde diese Art der Reproduktion am volksthüm- lichsten und sie hat si bis heute erhalten. Durch seine erzieherish@&« Fähigkeit im Hinblick auf das Kunstverständniß, hat sie van“ allen Reproduktions-Arten am meisten geleistet. Die Er=*

\hwierige Technik des Grabstihels in Verbindung mit dem Umstand, daß die Herstellung ausgeführter Kupferstiche stets Jahre erforderte, ließ den Kupferstich wegen seines Preises nur in die Hände relativ Weniger gelangen. Behufs schnellerer Herstellung erfand man dann die Schwarzkunst, la manière noire, Die Fläche der Kupferplatten wird hierbei mit dem Wiegeeisen vollständig zerhackt und hier wurde das Licht herausgeshabt. Es folgte die Aquatinta- Manier, bei welcher mit den Goldshmieden wohlbekannten Punzen, kleinen Sporen 2c. gearbeitet wurde. Die Auf- gabe des Kupferstiches war jederzeit, eine treue Wiedergabe der Zeihnung zu schaffen, wozu jedoch völliges Aufgeben der eigenen Individualität und ein „Aufgehen in die Anschauungs- und Denkweise des jeweiligen Urhebers des Bildes“ für den Stecher gehört, der zumeist auch die Kupferradirung kultivir. Erst Anfang unseres Jahrhunderts trat die durch Senefelder erfundene Lithographie hinzu. Hier wird durch Aeyen des Steines, welcher die mit fettiger Kreide hergestellte Zeihnung enthält, Druckfähigkeit erge tellt, Bereits Senefelder ist auch als Erfinder des „Oeldruckes“ zu betrachten, den er jedo „Sel- gemäldedruck durch Uebertragen“ nannte. Für die künstlerische Fortbildung der Lithographie es Steindruck genannt) waren besonders die Münchener F. Piloty, Strixnec und Hanfstängl thätig. Zu den ersten epohemachenden Publikationen in Farben- druck gehörten die Pompejanishen Wandgemälde, publizirt von Zahn. Das populärste Gebiet der Lithographie war das Porträt, in welchem E und Feckert hervorragten. Die Photographie hat alle diese Repr oduktions-Arten mehr oder weniger verdrängt und mit Hülfe derselben werden, wie oben bereits erwähnt, auch die Buntdrude der „Vereinigung der Kunstfreunde” hergestellt. Durch Auffindung von sehr licht- empfindlichen Stoffen von für diesen Zweck brauchbaren Säuren und Salzen wurden \hließlich eine Menge neuer Verfahren, die alle ihren eigenen Namen haben, entdeckt, mit deren Hülfe ebenso die Dürer'schen und Rembrandt'shen Stiche, wie Holz- \hnitte, Kupferstiche 2c. bis zur völligen Jdentität nahgeahmt werden konnten. Um nur einige Methoden bei Namen zu nennen, so giebt es die Heliotypie, Photolithographie, sogar eine Heliohromie. Bei Leßterer, mit welcher sogar Oel- gemälde inklusive ihrer Tehnik, so, daß man die Pinsel- ührung bei Berührung fühlen kann, imitirt werden, verwendet man eine große Anzahl von Druckplatten. Diese Methode ermöglicht es, ein Delgemälde in drei verschiédenen Negativen aufzunehmen, von denen jede eine der Grundfarben enthält. Dur wiederholtes Uebereinanderdrucken dieser Farben werden die Mischungen nachgeahmt. Schließlich wird das Bild mit einer durWhsihtigen gelatine- ähnlichen Masse derart überzogen, daß bei dem Lrocknen des Materials die Pinselführung und Pastasität der Del- farbe imitirt erscheint. Jn leßtgenannter Methode, welche bei der internationalen Ausstellung der graphischen Künste in Wien 1883 zuerst in die Oeffentlichkeit drang, ist jedoch durch die „Vereinigung der Kunstfreunde“, wenigstens unseres Wissens noch nichts geschaffen worden. Sollte der Grund darin zu suchen sein, daß die unkünstlerishe Snell- arbeit, in welcher vielfach Oeldruckgemälde reproduzirt wurden, diese Methode derart in Mißkredit georacht u daß man jeßt dem Beschauer lieber zu rathen überläßt, ob das Original K Oel oder Aquarellfarbe hergestellt war? Der Geschihtsverein für die Neumark wir

9, November in Küstrin im Gesellschafts8hause seine erste Berscimüraen abhalten. In derselben wird Dr, von Nießen-Stettin einen Vortrag über „Die Erwerbung der Neumark durch die Askanier“ halten. erner steht auf der Tagesordnung: Bericht über die bisherige Thätigkeit, Berathung der Saßungen, Anträge 2c. Die Versammlung welche um 12 Uhr beginnt, wird durch den Ecsten Bürgermeisteer Dettlefsen-Küstrin eröffnet werden, um 3F Uhr soll gemeinsame Tafel stattfinden. Die Wahl von Küstrin als Versammlungsort erfolgte um deswillen, weil peser Ort die besten Bahnverbindungen für alle R der Neumark hat. Hoffentlich ist die Betheiligung eine recht rege.

findung des Kupferstihs fällt fast in dieselbe Zeit. Die.